Ausgabe 
11.4.1938
 
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Das Bekenntnis des Gaues Hessen-Nassau

Westerwald und Oillgebiet.

Schon früh drängten sich in den Ortsgruppen und tützpunkten des Kreises Wetzlar die Volks-

Stützpunkten

fast

Wkreis 33 Hessen-Darmstadt

<1

Als um 8 Uhr im Kreis Offenbach

die

Oie Kreise

7476, Ja-Stimmen 7369, Nein-Stimmen 95, ungül­

tig 12.

Groh-Gerau.

Stimmbe-

Stimmen

Darmstadt Gießen Mainz Offenbach Worms

Abgegebene Stimmen Za-Stimmen.....

Nein-Stimmen . . . . Ungültige Stimmen .

963192

948890

11513

2794

Bad-Nauheim.

Stimmliste 5917, Stimmscheine 1646, rechtigte insgesamt 7563. Abgegebene

Stimmliste 4348, Stimmscheine 136, Stimmberech­tigte insgesamt 4484. Abgegebene Stimmen 4482, Ja-Stimmen 4415, Nein-Stimmen 42, ungültige Stimmen 25.

kreis Offenbach (einschließlich Land).

Stimmliste 128 315, Stimmscheine 2514, Sttmm- berechtigte insgesamt 130 829. Abgegebene Stimmen 129 870, Ja-Stimmen 126 687, Nein-Stimmen 2875, ungültig 308.

Vorläufiges Endergebnis.

Oie großen Städte

stunden hundertprozentig gewählt, während in den Übrigen Orten in den frühen Mittagsstunden eine hundertprozentige Wahlbeteiligung erreicht

NSG. Der Wahltag wurde im Gau Hessen- Nassau zu einem überwältigenden Be­kenntnis der gesamten Bevölkerung. In allen Orten setzte schon früh lebhafter Betrieb in den Wahllokalen ein, so daß diese sogar teilweise wegen Ueberfüllung vorübergehend gesperrt werden mußten.

Nach dem letzten großen Appell des Führers am Samstag, den der gesamte Gau Hessen-Nassau auf Straßen und Plätzen im Gemeinschaftsempfang hörte, standen schon in den frühesten Morgenstunden Stadt und Land im Zeichen der historischen Volks­befragung. Die Musikzüge der Formationen weckten, und überall eröffnete Musik und Gesang den Wahl­tag. Unmittelbar nach der Oeffnung der Wahl­lokale setzte der Ansturm der Männer und Frauen ein. Vielfach* waren es gerade die ältesten Volks­genossen, die in vorbildlicher Pflichterfüllung als erste zur Wahl schritten.

Von den 1 262 Ortsgruppen uhb Stützpunkten des Gaues Hessen-Nassau konntet 400 schon bis um 12 Uhr eine hundertprozentige Wahl­beteiligung melden.

Ueberall gaben die Männer und Frauen aus ihrer großen Liebe zum Führer und seinem Werk freudig ihrJa", so daß schon vielfach am frühen Nachmittag in vielen Ortsgruppen der Wahl­akt abgeschlossen sverden konnte.

Oie Gauhauptstadt Zraulfurt.

In der Gauhauptstadt Frankfurt am Main hatte sich der historische Wahltag wahrhaft zu einer erhebenden Feier der gesamten Bevölke­rung entwickelt. Schon in den frühen Morgenstunden setzte allenthalben starker Andrang ein. Teilweise war der Andrang so stark, daß die Wahllokale vorübergehend gesperrt werden mußten.

Starkenburg. e

genossen zu den Wahllokalen. Mit Gesaug zog man n einigen Ortsgruppen zu den Abstimmungsräumen. Verschiedene Orte konnten bereits bis 9 Uhr hundert­prozentige Wahlbeteiligung melden. In Oberquem­bach erschienen ein 89 Jahre alter Mann und seine 84jährige Ehefrau als erste zur Wahl. In Braun­fels wählte als erster der völlig erblindete 76jährige Parteigenosse Kustig.

Von 151 Gemeinden des Kreises Ober­west erwald hatten um 12 Uhr 101 Gemeinden die Wahl hundertprozentig durchgeführt. Kranke, die nur mit Krücken sich noch fortbewegen konnten, lehn­ten den Schleppdienst des NTKK. ab und begaben sich zu Fuß zur Wahlurne. In sehr vielen Gemein­den marschierten die Formationen der Bewegung unter den Klängen der Musik geschlossen zur Wahl­urne.

Im Kreis Biedenkopf-Dillenburg eilte die Bevölkerung begeistert zur Wahlurne. Die kleineren Orte hatten bereits in den Dormittags-

f e s hundertprozentig ihrer Wahlpflicht genügt. Durch den Einsatz des NSKK. waren bereits am Vormittag sämtliche älteren und körperlich behin­derten Volksgenossen zur Wahlurne gebracht wor­den. Welche Begeisterung die Tat unseres Führers auch bei den älteren Männern und Frauen gefunden hat, zeigt das Wahlergebnis im Jnvalidenhaus in Mainz. Alle 335 Insassen gaben ihre Stimme ab, die einmütigJa" lautete.

Im G -r o ß k r e i s Alzey-Oppenheim konnten bereits am Vormittag 12 Gemeinden eine hundertprozentige Wahlbeteiligung melden. In Wintersheim war um 9.50 Uhr restlos gewählt. Die Gemeinde Zotzenheim pflanzte zur Erinnerung an den 10. April eine großdeutsche Eiche.

Kurz vor Beginn der Wahl drängen sich im Kreis Bingen schon die Volksgenossen in den Wahllokalen, um bei den Ersten zu sein, die ihr Bekenntnis zum Führer ablegen. Verschiedent­lich waren die Organisationen und Verbände ge­schlossen zur Wahlurne gekommen. In den ersten Nachmittagsstunden meldeten fast sämtliche Orte des Kreises hundertprozentige Beteiligung.

Oberheffen, südliche Nachbarschaft.

Gleich zu Beginn der Wahl eilten in den Ge­meinden des Kreises Wetterau die Volks­genossen in großer Zahl in die Wahllokale, um dem Führer ihre Stimme abzugeben, so daß in ver­schiedenen Orten in den frühen Vormittagsstunden schon eine Wahlbeteiligung bis zu 90 v. H. fest- zustellen war. Die österreichischen Landarbeiter, die in großer Zahl im Kreisgebiet verteilt sind, stimm­ten in besonderen Wahllokalen ab. Bis um 11 Uhr war hier eine fast hundertprozentige Wahlbeteili­gung festzustellen.

Schon vor Eröffnung der Wahllokale standen die Menschen im Kreis Alsfeld-Lauterbach Schlange. Formationen und Vereine stimmten ge- schlossen ab. Die Männer der Aufbaulager und die im Kreis ansässigen Oesterreicher hatten schon vor 12 Uhr hundertprozentig abgestimmt.

Im gesamten Kreisgebiet Büdingen- Schotten waren bereits vor Beginn der Wahl die Wahllokale von den Abstimmungsberechtigten über­füllt. In Merkenfritz standen die beiden ältesten Ein­wohner um 7 Uhr vor dem Abstimmungslokal, um ja die Ersten zu sein. Das ganze Dorf war geschlos­sen angetreten. In manchen Orten schloß sich die Einwohnerschaft im langen Zuge den Spielmanns­zügen, die am Abstimmungstage in der Frühe mit klingendem Spiel durch die Ortschaft zogen, an. Be­reits eine halbe Stunde nach Eröffnung der Ab­stimmung hatten die Orte Dolkhartshain, Bößgesäß, Merkenftitz- Betzenroth, Bellmuth hundertprozentig ihrer Wahlpflicht genügt. Bis 11 Uhr war die Wahl­handlung in 60 Gemeinden des Kreises bereits ab­geschlossen. Der erste größere Ort war die Stadt Schotten, hier hatten bereits um 12 Uhr die rund 1600 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Kurz darauf folgte Laubach mit 1200 Wahlberechtigten. In den übrigen Orten war in den Mittagsstunden bereits eine Wahlbeteiligung von über 90 v. H. zu verzeichnen. In der Kreisstadt Büdingen stimmten um 11 Uhr die 25 im Kreisgebiet ansässigen Deutsch- Oesterreicher gemeinsam' im Rathaus ab.

Der Anfang in den Wahllokalen des Kreises Schlüchtern war so lebhaft, daß eine mehr als 50prozentige Wahlbeteiligung schon in den ersten Morgenstungen erreicht wurde. In den Landgemein­den war vielfach die Gesamtbevölkerung geschlossen zur Abstimmung angetreten, so daß hier nach Ab­lauf von 30 bis 50 Minuten die ersten hundertpro­zentigen Wahlergebnisse Vorlagen. Die gesamte Ab­stimmung verlief außerordentlich feierlich, so daß aus der Stimmung der Bevölkerung bereits ein vor­bildliches Ereignis geschlossen werden konnte.

Im Kreis Gelnhausen hatten bereits um 12 Uhr mittags von 72 Orten 40 Orte hundertpro­zentig abgestimmt. Das Erbhöfedorf Waldrode mit 213 Stimmberechtigten hatte um 9.30 Uhr hundert­prozentig abgestimmt.

würde. Ein besonderes Ereignis erlebte die Einwoh- nerschaft von Dillenburg. Um die Mittagsstunde hielt auf dem Bahnhof ein Sonderzug mit österreichischen Kindern, der nach Münster fuhr, um den 41 wahl­berechtigten Begleitern und Begleiterinnen Gelegen­heit zum Abgeben ihrer Stimme zu geben. Während des Wahlaktes herrschte unter den österreichischen Volksgenossen und den Kindern eine unbeschreibliche Begeisterung, die ift nicht endenwollenden Sprech- chörenEin Volk, ein Reich, ein Führer" undWir danken dem Führer" zum Ausdruck kam.

Taunus.

Vor 8 Uhr sammelten sich die Volksgenossen in Dorf und Stadt des Kreises Untertaunus, um gleich zu Beginn der Wahl ihre Stimmen ab­zugeben. Die Bevölkerung stand vor allen Wahl­lokalen Schlange. Um 10 Uhr hatten rund 50 v. H. der Landgemeinden hundertprozentig abgestimmt, und um 12 Uhr waren in 77 von 83 Orten alle Wahlberechtigten an der Urne gewesen. Die 11 im Kreis ansässigen Deutsch-Oesterreicher stimmten in Bad Schmalbach ab.

In froher Feststimmung drängten sich im K r e i s Rheingau-St.-Goarshausen die Volksge­nossen schon frühzeitig an die Wahlurne. An man­chen Orten des Kreises konnte die Abstimmung schon nach 20 Minuten mit hundertprozentiger Beteili­gung abgeschlossen werden. Eine 95jährige Oester- reicherin aus Wien war die erste Wählerin in Ober­lahnstein, die ihre Stimme für den Führer abgab.

Wahllokale geöffnet wurden, waren die Massen der Volksgenossen schon unterwegs. Bereits um 8.45 Uhr konnte die jüngste Gemeinde im Kreis Offen­bach, die Gemeinde Zeppelinheim, hundert­prozentige Wahlbeteiligung melden, und bis 11 Uhr erfüllten durchschnittlich 80 v. H. aller Wahlberech­tigten im übrigen Kreis ihre Wahlpflicht.

In 23 Orten des Kreises Odenwald war bis 1^ Uhr eine hundertprozentige Wahl­beteiligung festzustellen. Die GewerkschaftMessel", die im eigenen Betrieb ein Wahllokal hatte, hatte um 14.15 Uhr hundertprozentig abgestimmt. Gerade im Odenwald waren außerordentlich viele 80. und 90jährige als erste zur Abstimmung gekommen. In Beerfelden erklärte der 89jährige Altveteran Neuer, früher sei das Wählen eine schwere Auf­gabe gewesen, man habe zwei Brillen gebraucht und sich doch nicht durch die Vielzahl der Parteien gefunden. Heute sei es einjad)erv man wähle einen Mann! Auch in den meisten Gemeinden des Kreises Bergstraße wurde schon in den frühen Morgenstunden abgestimmt. Als erstes mel- ibete das Erbhöfedorf Riedrode um 10.10 Uhr hundertprozentige Beteiligung, Gras - Ellenbach, Wahlen, Hambach, 'Birkenau und andere folgten. In Heppenheim kamen die österreichischen Volks­genossen aus dem ganzen Kreis ihrer Wahlpflicht nach. Sie wurden von einem Musikzug abgeholt und nach einem Marsch durch die Stadt von Kreis- leiter Brückmann begrüßt.

Die Wahlbeteiligung des Kreises Groß- Gerau betrug in fast sämtlichen Wahllvkalen bis gegen 14 Ufj'r schon über 90 v. H., gegen 16 Uhr war in sämtlichen Wahllokalen eine hundertprozen­tige Beteiligung zu verzeichnen. In allen Wahl­lokalen herrschte reges Treiben, und der freudige Ausdruck auf allen Gesichtern der Kommenden und Gehenden ließ erkennen, daß keiner Zurückbleiben wollte, dem Führer seine Ja-Stimme zu geben.

Nheinheffeu.

Am frühen Nachmittag hatte die Bevölkerung in Mainz und in zahlreichen Gemeinden des K r e i -

Stimm­

Stimm­

Stimm­

Abgegebene

Ja-

Nein»

Ungültige

liste

scheine

berechtigte

Stimmen Stimmen

Stimmen

Stimmen

insgesamt

76 266

3636

81 902

78 564

77 349

1105

110

22 490

2812

25 302

25 300

-24 831

287

182

105 708

3643

109 351

107 873

105 682

2027

164

59 670

1454

61124

60 508

58 355

1995

158

33 213

1270

34 483

33 921

33 300

446

175

Stimm­

Stimm­

Stimm­

Abgegebene

Ja-

Nein-

Ungültige

liste

scheine

berechtigte insgesamt

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Stimmen

Bensheim

49 331

2690

52 021

51801

50849

690

262

Darmstadt-Land

29 227

462

29 689

29 609

29 263

272

74

Dieburg

42 847

683

43 530

.43 519

43 429

62

28 .

Erbach

31126

1147

32 273

32 192

32 043

108

51 '

Groß-Gerau

48 873

1126

49 999

49 809

49 237

480

92

Heppenheim

35 125

1162

36 287

35 993

35109

639

245

Offenbach-Land

68 645

1060

69 705

69 362

68 332

880

150

Alsfeld

25 933

1195

27128

27 106

,27 007

87

12 _

Büdingen

27 709

. 677

28 386

28 360

28 287

69

4

Friedberg

59 846

3455

63 301

62 906

62 187

541

178

Gießen-Land

45 572

1156

46 728

46 661

46 393

184

84

Lauterbach

19 973

530

20 503

20 477

20 311

105

61

Schotten

17 975

497

18 472

18 426

18 350

44

32

Alzey

26 497

618

27115

26 940

26 660

207

73

Bingen

30 924

962

31 886

31713 -

30 792

584

337

Mainz-Land

16 315

228

16 543

16 491

16 099

265

127

Oppenheim

31 425

583

32 008

31 931

31 538

278

115

Worms-Land

33 219

583

33 802

33 735

33 487

158

90

Abenteuer in Paris.

Vornan von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

3l . Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)

Sie hat es verstanden, bas Gespräch fast unrnerk- lich auf ben gewünschten Gegenstand zu bringen, indem sie den verliebten Czibulka durch geschickte Antworten aus seiner anfänglichen Zurückhaltung herauslockt. Sie zweifle, nicht an seinem Interesse, sagt sie, aber es sei eine andere Frage, was er einer anspruchsvollen Frau wohl zu bieten ver­möge.

Otto Czibulka tut sehr geheimnisvoll, als er aber merken muß, daß er damit keinen sonderlichen Ein­druck macht, wird er deutlicher, und schließlich er­fährt Pawla, daß er der Besitzer einer kostbaren Juwelensammlung sei.

Unterdessen bespricht Heinz Stadler mit den bei­den Männern die Möglichkeiten, die für eine un­verdächtige Veräußerung derErbschaft" in Frage kommen könnten.

Ab und zu blickt er sich prüfend nach dem an­deren Tisch um.Ihr Freund scheint dort drüben fest ins Zeug zu gehen. Er wird wohl heute für uns nicht mehr zu sprechen sein. Ein sehr hüb­sches Mädel übrigens: Kennen Sie die Kleine?"

Töne Larrings schüttelt mißmutig den Kopf. Er hat seine Niederlage noch nicht überwunden.

Dabei geschieht es einmal, daß Pawla Werzewna sich vergißt. Sie freut sich, daß alles nach Wunsch geht. Sie freut sich, daß Heinz Stadler mit ihr zu­frieden sein wird.

Und so nickt sie ihm, als er sich wieder einmal umsieht, mit einem glücklichen Lächeln zu, ganz kurz, niemand kann es bemerkt haben.

Niemand hat es bemerkt, außer Töne Larrings.

Im ersten Augenblick kommt ihm noch gar kein Verdacht, es gehört zu seiner Art, daß er etwas langsam im Denken ist. Aber wenn feine Gedan­ken einmal in Schwung kommen, bann ist Töne Larrings ein heller Kopf. Und so ahnt er allmäh­lich, je länger er über dieses Lächeln nachdenkt, die Zusammenhänge und erkennt die Gefahr.

Verflucht, was tun? Sott man sofort handeln? Soll man es dorn Mann ins Gesicht sagen, daß er ein Spitzel ist?

Und was wird man zur Antwort bekommen? Daß das verheißungsvolle Lächeln einer jungen Dame keineswegs zu einem solchen Verdacht berechtige.

Aber selbst wenn Heinz Stadler die Herausfor­

derung annimmt der Mann ist natürlich auf solche Zwischenfälle gefaßt, vermutlich hat er schon seine Hilfskräfte im Lokal. Er wird bann eben zu­greifen und sie alle abführen lassen.

Man muß tun, als habe man nichts bemerkt. Nur so kann es gelingen, sich und die Beute noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Töne Larrings schwankt zwischen zwei Möglich­keiten. Soll er im Lokal bleiben, die Augen offen behalten und auf Otto achtgeben, damit er in feiner hoffnungslosen Verliebtheit keine Dummheiten macht?

Oder sott er sich Zus dem Staubs machen, um Fred Peggs von der veränderten Tatsache zu unter­richten? Der war ja, wie man es vereinbart hatte, mit seiner Bande in der Nähe. Der angebliche Monsieur Maquinot sollte ihm unter dem Vorwand in die Hand gespielt werden, daß man ihn zum Versteck der Juwelen führen wolle.

Nach langem Nachdenken entscheidet sich Töne Larrings für den zweiten Plan und benützt die nächste Gelegenheit, um sich unter einem harmlosen Vorwand zu verabschieden.

Aber gewiß!" sagt Heinz.Lassen Sie sich nicht aufhalten." Er weiß, daß Töne Larrings nicht weit kommen wird, er muß dem Polizeiposten in die Hände laufen.Da wir uns im wesentlichen einig sind, kann ich ja das Weitere mit Herrn Sacher allein besprechen. Wir sehen uns dann morgen, nicht wahr?" Sein Gesicht strahlt vor Wohlwollen.

Ein merkwürdig zurückhaltender Mensch, dieser Larrings!" stellt Heinz Stadler fest, als er mit Paul Sacher allein ist.Aber dies sind meist die zuver­lässigsten Kameraden." *

Er muß nun mit Paul Sacher zu Ende kommen. Halb und halb hat er ihm die Geschichte vom Ju- roelenraub schon herausgelockt, der reichlich genos­sene Wein hat sein Teil dazu beigetragen, dem Mann die Zunge zu lösen.

Donnerwetter, mein Lieber, ich beginne richtig Respekt vor euch zu bekommen. Genial habt ihr das angepackt!"

Und dabei sollen wir fünfzig Prozent dem Chef abgeben. Finden Sie das nicht unversckämt?"

Eine Gemeinheit ist es! Der Kerl hat doch keine Hand dazu gerührt."

Na ja, er hat uns immerhin den Tip gegeben. Ohne ihn hätten wir das Ding nicht drehen können."

Trotzdem würde ich an eurer Stelle nicht so großzügig sein." Gleichen Anteil für jeden und da­mit basta! Was ist denn das überhaupt für einer? Wird er nicht mit sich handeln lassen^"

Paul Sacher zuckt die Schultern.Wir kennen

ihn nicht. Aber hm ich habe so meine Vermutungen!"

Na und?" drängt Heinz Stadler.

Nun, ich frage mich: Wer hat den Nutzen von dieser Geschichte?"

Ihr natürlich, da ihr die Beute habt!"

Richttg, aber der Bestohlene wird auch nicht allzu betrübt gewesen sein."

Ah ich verstehe!"

Ueberlegen Sie sich da? mal! Der ganze Krem­pel war doch versichert, und nicht zu knapp! Der Gauner hat also zunächst einmal Bargeld bekom­men an Stelle der Wertsachen, die er wahr­scheinlich nicht verkaufen konnte."

Heinz Stadler grinst.Und dazu noch die fünfzig Prozent. Ein feines Geschäft! Ihre Vermutung ist überzeugend. Damit ist auch der merkwürdige Umstand erklärt, daß ihr bei der Arbeit nicht ge­stört worden seid."

Na klar! stimmt Paul Sacher zu.Ich ibette meinen Schädel gegen einen alten Hosenknops, daß niemand anders als dieser Kyrittis der Chef ist."

So reden sie noch eine ganze Zeit hin und her, aber als Heinz aufblickt, packt ihn eine merkwür­dige Unruhe. Er muß feftfteUen, daß sich der Blaue Kater" mit auffallend vielen Gästen ge­füllt hat.

Das wäre an sich kein Grund zur Aufregung. Diese Gäste machen jedoch keinen sehr vertrauen­erweckenden Eindruck. Es sind lauter Männer, aber was für Brüder! Verwegene Gesellen, man möchte keinem einzigen von ihnen unbewaffnet an einer finsteren Straßenecke begegnen. Die Kerle beneh­men sich auch darnach. Sie lümmeln sich in den Stühlen, schlagen flegelhaft mit den Fäusten auf die Tische und verursachen einen Lärm, daß man kaum mehr fein eigenes Wort versteht. Es ist ihnen sehr schnell gelungen, den harmlosen Teil der Gäste zu vertreiben.»

Die Kellner werfen sich verstörte Blicke zu, aber es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Es wäre ein aus­sichtsloses Unternehmen gewesen, etwa gegen die unerwünschten Eindringlinge vorgehen zu wollen.

Verdammt, denkt Heinz, was soll das bedeuten? Es entgeht ihm nicht, daß diese merkwürdigen ©entfernen sich auffallend ost nach ihm umsehen.

Eine Verräterei? Vielleicht Töne Larrings? Aus jeden Fall droht die Geschichte ungemütlich zu werden.

Pawla? Um Gottes willen, das Mädel muß fort, bevor das Theater hier losgeht. Nicht aus­zudenken, was ihr inmitten dieser Horde zustoßen könnte.

Er gibt ihr ein Zeichen. Und da sie selber schon die Veränderungen mit wachsender Angst verfolgt, versteht sie ihn sofort.

Sie legt ihre Hand vielversprechend auf Ottos Arm.Kommen Sie, wir wollen gehen! Es ist ungemütlich hier."

Czibulka, der in allen Seligkeiten schwelgt, ist sofort einverstanden.Und werden Sie zu mir kommen?"

Pawla antwortet nicht. Aber ihr Lächeln ist mehr als Verheißung.

Während Czibulka ihr in den Mantel hilft, eilt der Geschäftsführer herbei. Seine Miene verrät Bestürzung und Angst.Ich bin untröstlich, meine Herrschaften, aber Sie sehen mich machtlos? Ich wollte bereits die Polizei anrufen, doch das Tele­phon geht nicht. Man scheint gegen mein Etablis­sement etwas im Schilde zu führen."

In Czibulkas vollkommen verwirrtem Kopf hat nichts anderes mehr Raum als das bezaubernde Mädchen, dessen Besitz ihm sicher zu fein scheint. Schon gut!" sagt er wohlwollend.Schon gut!"

Als er sich dem Ausgang zuwenden will, vertritt ihm der Geschäftsführer den Weg.Bitte nicht, mein Herr! Wen ich Ihnen raten dürfte, die Hinter­tür ZU benützen. Die entzückende junge Dame würde sonst vermutlich belästigt werden."

Er weist auf eine unscheinbare Tür ganz in der Nähe. Pawla, die schon davor gezittert hat, sich mitten durch die Meute den Weg zum Ausgang bahnen zu müssen, atmet erleichtert auf.

Wenige Augenblicke später durchschreitet sie an Czibulkas Arm , einen dunklen Hinterhof unö* ge­langt durch einen Torweg des Rückgebäudes auf die Straße.

Soll ich es wirklich wagen, mit Ihnen zu gehen?"

Otto Czibulka preßt ihren Arm in den feinen. Sie müssen! Sie haben mir versprochen, daß Sie sich aus meiner Sammlung ein Schmuckstück aus­suchen wollen, das würdig ist, von Ihnen getragen zu werden."

Und muß das in dieser Nacht noch sein?"

Jy dieser Nacht noch, Pawla, ich sehne mich, Sie au umarmen, oh, Sie werden nicht so grausam fein können, mich zurückzuweisen."

Wir ... werden sehen?" gibt Pawla stockend zurück, während sie sich von dem verliebten Men­schen in das drohende Dunkel schlecht beleuchteter Nebenstraßen hineinführen läßt. Immer und im­mer wieder will ein dumpfes Bangen sie über­fallen, und sie muß all ihre Entschlossenheit auf­wenden, um ihrer Aufgabe nicht untreu zu werden.

(Fortsetzung folgt.)