Generalfeldmarschall von Eichhorn.
Zu seinem 90. Geburtstage am 13. Februar.
Von Or. Ludwig JRoit).
des Landwirts Sichling, so daß der Führerwagen vollständig und der Anhänger zur Hälfte in der Scheune unter den eingestürzten Trümmern standen. Aus den Trümmern wurden Schumann schwerverletzt und seine Frau (nicht Schwester) t o t geborgen. Schumann wurde mit dem leichtverletzten Beifahrer des Lastzuges, Otto Ludwig, der sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten konnte, dem Krankenhaus zugefährt. Der Besitzer Wunderlich wurde im Führersitz von den Trümmern begraben. Pioniere aus Aschaffenburg rückten nach Steinbach aus, um die Trümmer zu beseitigen. Man fand Wunderlich tot vor: er war am Steuer erdrückt worden. Schumann liegt in bedenklichem Zustand darnieder.
wlnlergervllter In Stuttgart und München.
lieber Stuttgart und weiten Kreisen Württembergs ging am Donnerstagabend zum zweitenmal innerhalb kurzer Zeit ein schweres Wintergewitter nieder, das von heftigen Sturmböen und einem Schneesturm begleitet war. Den Blitzen folgten während einer vollen Stunde außerordentlich harte Donnerschläge. — Ebenso entlud sich über München ein außerordentlich starkes Wintergewitter. Das um diese Jahreszeit seltene Schauspiel war von stürmischen Regenböen begleitet, die später in starke Schneefälle übergingen. Nennenswerte Schäden sind nicht zu verzeichnen.
Starker Sturm über der Nordsee.
Im Laufe des Donnerstags ist der starke Nordwestwind zu einem Sturm über der Nord- s e e und den Küstengebieten angewachsen. In der Deutschen Bucht wurde Windstärke 9 und in den Böen sogar Stärke 10 bis 11 gemessen. Mehrere Schiffe, die in See gehen wollten, sind in Cuxhaven vor Anker gegangen, um besseres Wetter abzuwarten.
Schweres Unwetter über Rio de Janeiro fordert 15 Todesopfer.
Verheerende Wolkenbrüche von einer selbst für das tropische Klima Brasiliens ungewöhnlichen Heftigkeit gingen über Rio de Janeiro und seine Umgebung nieder. Sie richteten überall erhebliche Schäden an. Ganze Stadtteile wurden unter Wasser gesetzt, der Straßenverkehr war für viele Stunden lahmgelegt und zahlreiche Häuser stürzten ein. Das Unwetter hat 15 Tote und 20 Verletzte gefordert.
Verheerendes Brandunglück bei einer Bauernhochzeit.
Im Dorf Sretnitza in der Nähe von Mostar (Süd- slawien) kamen auf einer Bauernhochzeit bei einem Brande 36 Personen ums Leben. Gegen 100 Personen saßen in der großen Stube zusammen, als plötzlich Feuerschwaden von der angrenzenden Scheune hereinschlugen. Eine Panik brach aus. Alles drängte sich zu der einzigen Tür. In kürzester Frist war das strohgedeckte Holzhaus niedergebrannt. Unter den Verbrannten befinden sich der Bräuttgam und seine Eltern. Die Braut wurde schwer verletzt. Man vermutet, daß ein abgewiesener Freier den Brand angelegt hat.
Allen Angehörigen des ehemaligen 18. Armeekorps steht sie noch lebendig vor Augen: die kraftvolle Gestatt des Kommandierenden Generals, des späteren Generalfeldmarschalls Hermann v. E i ch - Horn. Der große Soldat in Krieg und Frieden und Heerführer im Weltkriege war am 13. Februar 1848 in Breslau geboren. Neunzig Jahre sind also seit jenem Tage vergangen.
Am 1. April 1866 trat Eichhorn, 18 Jahre alt, als Fahnenjunker in das 2. Garberegiment zu Fuß ein. Im gleichen Jahre, am 14. Juni, hatte der Deutsche Bundestag in Frankfurt a. M. beschlossen, sämtliche Bundes-Armeekorps innerhalb vierzehn Tagen gegen Preußen mobil zu machen. Die Folge dieses Beschlusses war bekanntlich die Kriegserklärung Preußens an den Deutschen Bund und Oesterreich. So mußte Hermann v. Eichhorn schon wenige Monate nach seinem Eintritt ins Heer iip Feld ziehen. Er bewährte sich als ein tapferer Soldat-, besonders in der Schlacht bei Königqrätz wurde man auf den jungen Eichhorn aufmerksam. Den Krieg gegen Frankreich 1870/71 machte er im Verband des 2. Garde-Landwehr-Reaiments als Leutnant mit. Er nahm teil an der Belagerung von Straßburg, der Einschließung von Paris und der Schlacht am Mont Valerien (19. Januar 1871).
Im Rahmen eines kurzen Lebensbildes des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn seien nur die Hauptdaten und Etappen im Werdegang dieses hochbefähigten Offiziers wiedergegeben. In den drei Jahrzehnten nach 1871 war Eichhorn teils in der Front, teils im Generalstab tätig. 1904 wurde er Kommandierender General des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M. Wer im Verband dieses Armeekorps diente, erinnert sich in Verehrung und Hochachtung seines Kommandierenden Generals, des ebenso klugen wie wohlwollenden Vorgesetzten. Eichhorns Besprechungen und Kritiken waren kurz, aber in ihrer Auswertung doch so erschöpfend, daß keine Frage offen blieb. Gar manches harte Urteil wußte er in kameradschaftlicher Art wohlwollend und sehr oft humorvoll zu mildern. Der Kommandierende" war in seinem ganzen Armeekorps sehr beliebt und hatte, wie man zu sagen pflegt, „eine sehr gute Presse". Als Eichhorn zum Armee-Jnsvekteur ernannt wurde, empfanden Offizier und Mann sein Scheiden als einen schmerzlichen Verlust.
Als der Weltkrieg ausbrach, lag General v. Eichhorn schwer erkrankt zu Bett. Daß er in jenen begeisternden Augusttagen nicht mit hinaus konnte nn die Front, machte ihn auch noch seelisch krank. Auch in diesem Krieg wollte es das Schicksal, daß er seine hervorragenden Führereiaenschaften dem Vaterlande zur Verfügung stellen konnte. Im Januar 1915 war Eichhorn wieder so weit hergestellt, daß er an die Front konnte. Er erhielt den Oberbefehl über die 10. Armee an der Ostfront, die hin
ter dem linken Flügel der 8. Armee aufgestellt wurde. Die taktische Aufgabe, die der damalige Generaloberst von Eichhorn zu lösen chatte, war folgende: Truppenoersammlung vor dem Gegner, Marsch auf weiten Umwegen gegen die Flanken des Feindes, Umfassungsbreite 170. Kilometer, gleichzeitiges Einschwenken der Flügelgruppen, um den Gegner in die von der Heeresleitung gewollte Richtung zu zwingen, Abschneiden aller Verbindungslinien des Feindes.und dessen Einkreisung in so überraschendem Tempo, daß kein Entsatz mchr erfolgen konnte. Gelangte dieser Plan vollständig zur Durchführung, reifte er als strategische Überraschung zur Vernichtungsschlacht in den Wäldern von Suwalki, so war es ein zweites Tannenberg. Das war eine Aufgabe so ganz im Geiste. Eichhorns, der ein großer Verehrer Schlief fens war. Bekannt ist, daß Eichhorns Manöversiege ihm in Erinnerung an den großen japanischen Heerführer den Ehrennamen „Noai" eingebracht hatten.
Die „Winterschlacht in Masuren" dauerte vom 5. bis 21. Februar. Der Winter 1914/15 war außerordentlich schneereich: noch ' im Februar 1915, in den Tagen der Masurenschlacht, lag berx Schnee stellenweise meterhoch. Weg und Steg waren verschneit. Generaloberst von Eichhorn führte das von Fritz von Below befehligte 21. Armeekorps, das 38. Armeekorps unter General v. d. Marwitz, das 39. Reservekorps (General v. ß a u e n ft e i n), die Königsberger Landwehr, die 5. Garde-Brigade, Landsturm und die 1. Kavallerie-Division. Den Truppen Eichhorns gelang es, die Russen in den Wäldern bei Suwalki und Auguftowo vernichtend zu schlagen. Mehr als hunderttausend Russen wanderten in die Gelangenschaft: insgesamt verlor der Gegner 165 000 Mann und das ganze Gerät, das weithin über die Fluren und in den Wäldern verstreut lag. Die Winterfchlacht in Masuren, die zur Vernichtung des rechten Flügels des rusfj'schen Heeres führte, riß eine so große Lücke in die russische Heeresgliederung, daß Großfürst Nikolai Nikolajewitsch gezwungen war, aus die Rekruten zurückzugreifen, um feinen rechten Flügel wieder aufzurichten, und daß der russische Kriegsminister Suchomlinow nicht mehr imstande war, das verlorene Gerät zu ersetzen.
Rund drei Jahre war Generaloberst von Eichhorn der Führer der nach ihm benannten Armeegruppe. lieber all und jederzeit bewährte er seine hohen Feldherrneigenschaften, wofür ihm sein oberster Kriegsherr durch seine Ernennung zum General^eldmarschall dankte. Dann wurde dem Generalfeldmarschall von Eichhorn der Oberbefehl über die bisherige Heeresgruppe L i n f i n g e n übertragen: er nahm sein Hauptguartier in Kiew. Dort wurde der verdiente Heerführer am 30. Juli 1918 von einem Bolschewisten ermordet.
Mit Generalfeldmarschall von Eichhorn schied wie mtt Generalfeldmarschall von der Goltz« Pascha einer unserer Besten zu früh für Volk und Vaterland von dieser Erde. Hermann von Eichhorn war ein Soldat im besten Sinne des Wortes. Und wer ihm nähertreten durste, schätzte und verehrte ihn auch als einen edlen Menschen. Auf dem Ge- biet der Militärwissenschaft zählte dieser hochgebildete und wissensreiche Mann zu den besten Mitarbeitern seines Fachs
Wetter bericht
Von der Rückseite des Sturmwirbels erfolgte bereits am Donnerstag eine weitgehende lieber Hutung des europäischen Festlandes mit arktischer Kattluft unter starken Schauern und zum Teil auch Gewittern. Dabei wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 80 km Stundengeschwindigkeit erreicht. Durch die Kaltluft wurde zwar ein starkes Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik ausgebaut, das aber die Einflußnahme weiterer Atlantikwirbel von unserem Gebiet nicht verhindern wird.
Aussichten für Samstag: Nach anfänglicher Aufheiterung wieder neue Unbeständigkeit und Niederschläge (im Gebirge meist Schnee), bei abflauenden Winden aus Nord bis West nachts vielfach leichter Frost.
Aussichten für Sonntag: Wechselhaftes und unbeständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 10. Februar: mittags 7,9 Grad:, abends 3,3 Grad: am 11. Februar: morgens 1,8 Grad. Maximum 8,3 Grad, Minimum heute nacht 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Februar: abends 3,2 Grad: am 11. Februar: morgens 1,7 Grad Celsius.— Niederschläge 7,6 mm.
Wintersport-Wetterbericht.
Rhön. Wafserkuppe: Nebel, minus 4 Grad, Ge- ! samtschneehöhe 9 cm, Neuschnee 4,9 cm, Pulver- schnee, Ski pnd Rodel gut.
Schwarzwald. Feldberg: Starker Schneefall, — 6 Grad, Gesamtschneehöhe 160 cm, Neuschnee 25 cm, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut
Im Gebirge bleibt Frost erhallen, es wird noch zu einzelnen Schneefällen kommen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K °G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mtt der Illustrierten 5 Pf. mehr. .
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Frau Anna Walter, geb. Pirr
Zu haben in Apotheken. D oger.en und wo Plakate sichtbar.
im 73. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Großen-Linden, Schotten, den 10. Februar 1938.
Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 13. Februar, nachmittags
3 Uhr, vom Trauerhause Obergasse 5 aus statt
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Am Donnerstag, dem 10. Februar 1938, entschlief hach schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Anna Weiß, geb. Walter Tilly Praß, geb. Walter Studienrat Dr. A. Weiß Lehrer Reinhold Praß Helga Praß.
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sagen wir hiermit herzlichen Dank. Besonders dem Herrn Pfarrer tür die trostreichen Worte am Grabe, lür die liebevollen Worte und die Kranzniederlegung des Herrn Lehrer Keppler, t-einen chulkameraden. sowie dem hiesigen Jungvolk unseren inn gsten Dank.
In tiefer Trauer:
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Wieseck, den 10. Februar 1938.
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