Ausgabe 
11.2.1938
 
Einzelbild herunterladen

i)on der europäischen Kultursphäre eine Lebens- aufaabe ihrer Völker erblicken. So liegt diese be­drohliche Kluft, das Staatsgebiet des Sowjetver­bündeten, zwischen den beiden befreundeten Staaten Polen und Ungarn und läßt sie um so schmerzlicher das Fehlen einer gemeinsamen Grenze empfinden. Der Wunsch, die vorhandenen Bande enger zu ziehen, hat seine tiefe politische Begründung. Ungarns Reichsoerweser hat auf polnischem Boden versichert, daß die Aufmerksamkeit, mit der Polen stets die Ereignisse im Donauaebiet verfolge, auch in Zukunft die Anstrengungen der beiden Nationen verbinden werde, um einen beständigen und gerechten Frieden in diesem Teile Europas zu sichern.

Oer letzte reichsdeutsche evang. Pfarrer aus Ostoberschlesien ausgewiesen.

K a t t o w i tz , 10. Febr. (DNB.) Am Dienstag ist gegen den Pastor Scholz in Lipiene, den letzten reichsdeutschen Pfarrer in Ostoberschlesien, der ü b e r zwölfJahredie evangelische Kirchengemeinde in Lipiene leitete, derAusweisebesehl ergangen. Pastor Scholz wurde aufgefordert, bis zum 28. 2. d. I. mit seiner Ehefrau, die zur Zeit schwer krank darniederliegt, das polnische Staats­gebiet zu verlassen. Auch diese Ausweisung steht gleich den vorhergegangenen mit dem vom polnischen Woje­wodschaftsamt getroffenen Maßnahmen zur Ent- d e u t s ch u n g der uniierten evangelischen Kirche Ostoberschlesiens im Zusammenhang.

Die griechische Negierung verbannt ehemalige Parteiführer.

Athen, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) Staats­sekretär N i c o l o u d i s erklärte, daß die griechische Regierung in Verfolg ihrer gegen die Feinde des Staates ergriffenen Maßnahmen zwei ehemalige Parteiführer verbannt habe. Beide hätten mit dem ehemaligen Parteichef Polychronopoulos gegen die Regierung Metaxas konspiriert. Weiterhin wurden von der Regierung 12 aktive und 6 ehemalige Offiziere des Landes ver­wiesen. In Griechenland, so erklärte der Staats­sekretär weiter, herrsche Ruhe und Ordnung, die Re­gierung werde ihr Aufbauwerk ungestört durch­fuhren.

Oie Schweizer Bundesbahnen bleiben Teil der Bundesverwaltung.

Bern, 10. Febr. (DNB.) Der Nationalrat lehnte mit 102 gegen 47 Stimmen den Antrag ab, die Bun­desbahnen in ein selbständiges öffent­liches Unternehmen mit eigener Rechtsper­sönlichkeit umzuwandeln. Der Antrag sollte den Bun­desbahnen ihre Aufgabe als Transportunternehmen erleichtern. Es setzte sich jedoch der Standpunkt des Bundesrates durch, die bisherige Rechts­form beizubehalten. Die Bundesbahnen sind also weiter ein Teil der Bundesverwaltung und haben nur eine gewisse Selbständigkeit auf technischem Ge­biet. Ihre Anleihen sind zum Teil im Aus­land ausgenommen und gelten als Schulden des Bundes. Eine Loslösung hätte die Stellung der Bundesbahnen auf dem Kapitalmarkt nach Auffas­sung des Bundesrates erschwert.

lleberraschend mildes Urteil im Wiener Iudenprozeß Jacob.

Wien, 10. Febr. (DNB.) In dem Betrugs- Prozeß gegen die jüdische Schiebersippschaft Ja­cob wurde das Urteil verkündet. Unter allgemeiner Ueberraschung wurde Heinrich Eduard Jacob frei- gesprochen. Die Hauptangeklagte Alice Lampel- Jacob erhielt zwei Jahre, die 70jährige Mutter Martha Jacob anderthalb Jahre Zuchthaus. Ferner wurde gegen den Geliebten der Alice Lam- pel, Ferdinand K e n d e, aus ein Jahr, gegen Cor- nelius Friedrich, den Verbindungsmann zu den Vertrauensleuten Al Capones in Paris, auf fünf­zehn Monate Zuchthaus erkannt. Der jüdische Buchsachverständige Karl C a st a n wurde freige­sprochen. Als der Urteilsspruch in seiner Milde be­kannt wurde, drückte man allgemein in der Bevölke- rung stärkste Verwunderung aus. In Ergänzung des Urteils wurde bekanntgegeben, daß gegen die Hauptangeklagte Alice Lampe! und deren Mutter Marcha Jacob auch Landesverweisung aus- gesprochen worden ist.

In der Begründung des Urteils erklärte der Vor­sitzende, die Alice Lampel-Jacob habe gestohlene Aktien beleihen lassen und dadurch das Bankhaus Kux-Bloch & Co. um rund 20 000 Schilling ge­schädigt. Die Mutter Jacob habe nicht nur in diesem Falle, sondern schon in anderen Transaktionen mit ihnen zusammengearbeitet. Sie habe auch den Plan ausgeheckt, den Eindruck zu erwecken, daß es sich bei den zu erwartenden Aktien um den Familien- besitz handele. Was den freigesprochenen Heinrich Eouard Jacob betreffe, so bestehe der Ver­dacht, daß er an dem Betrug mitgewirkt habe. Schon ein Urteil des Berliner Kammergerichtes habe 1927 den Charakter Jacobs ins wahre Licht gerückt. Er mache den Eindruck eines völlig willensschwa­chen Mannes, der bar jeden Ehrgefühls sei. Dieser schwere Charaktermangel habe ihn zum willenlosen Werkzeug der beiden verbrecherischen Frauen ge­macht. Kende sei durch seine ehemalige Geliebte Alice Lampel schwer belastet worden. Ferner spreche für seine Schuld die Tatsache, daß er seiner Ge­liebten zu der Flucht in die Tschechoslowakei ver­halfen habe, wo sie verhaftet worden sei. Cornelius Friedrich habe die von dem Gangster Al Capone gestohlenen Aktien in Paris von den Vertrauens­leuten des amerikanischen Bandenchefs übernom­men und der Lampel zur Verwertung übergeben. Der Staatsanwalt dürfte gegen die ^rsifpre- chung Hch. Eduard Jacobs Nichtigkeitsbeschwerde erheben. Alice Lampel erbat sich Bedenkzeit, Marcha Jacob meldete die Nichtigkeitsbeschwerde an, desgleichen Kende, während Cornelius Friedrich die Strafe annahm.

Verjüngung

des amerikanischen Offizierkorps.

N e u y o r k, 10. Febr. (DNB.) lieber die unge­wöhnlich große Zahl von Verabschiedungen in den hohen Kommando st ellen Der amerikanischen Armee bringt dieNew Port Times"' nähere Einzelheiten, nachdem be­kannt geworden war, daß geplant sei, nach eng­lischem Vorbild für eine gewisse Verjüngung in den führenden Stellen zu sorgen. Auf Anordnung des Generalstabschefs General Craig hatten sich im Januar alle hohen Offiziere bis zum Obersten einschließlich ärztlich untersuchen lasten müsten. Bis- her sind 26 Brigadegenerale und Generalmajore für bte Verabschiedung noch im laufenden Jahre vor­

gesehen. Schon während der letzten drei Jahre war das Durchschnittsalter der höheren Offiziere von 61 auf 56 Jahre herabgesetzt worden. Durch die neuen Maßnahmen wird eine weitere Herabsetzung auf 54 Jahre erwartet. DieNew York Times" führt als weiteren Grund für die ungewöhnlich hohe

Zahl der Verabschiedungen die Tatsache an, daß die Mehrzahl der ausscheidenden Offiziere schon wäh­rend des Weltkrieges befördert worden fei und ohnehin d i e Alters grenze bald er­reicht hätte.

Spaniens nationale Regierung.

Ein Gespräch mit demGeneralsekretär der Falange/LandwirtschastSminister Euesta Von Walter Eberhard Freiherr» von Medem.

Y gründete Mauer gebildet, an der olle die Kräfte, welche die Zerstörung der unvergänglichen Werte des Vaterlandes und der Neubestaltung unseres Landes anstreben, zerschellen müssen. Einheit vonStaatundPartei ist das Mittel, um das Volk mit dem Staat zu verbinden, wobei die Partei als Zwischenglied dient, und den Staat wirklich volkstümlich macht. Die Falange ist die geistige Grundlage des neuen Staates, das Feld, aus dem feine Männer hervorgehen, d. h. ferne Aristokratie. Wie denkt sich die Falange die Erziehung der Jugend, wenn die Ziele der Falange er­reicht sind? Die Erziehung der Jugend muß vor allem echt national, ohne alles Theatralische, und aufrichtig christlich, ohne Pharisäertum sein. Die Jugend soll im miliitärischen Sinne zur Disziplin, freiwilligen Unterordnung, Opferbereit­schaft unb Brüderlichkeit erzogen werden. Von letz­terer Eigenschaft ist zu erwarten, daß sie die zu­fälligen Unterschiede der Geburt oder der wirtschaft-

Die Wintermonate find eine starke Belastungs­probe für die Gesundhert. Besonders Kinder befinden sich, ohne eigenllich krank zu fein, am Ende des Win­ters oft in einem Zustande der Erschöpfung und Schwäche, welcher demjenigen nach schwerer Krank­heit ähnlich ist. Die Ursache ist eine leichte Störung des Stoffwechsels, die durch die winterliche Lebens­und Ernährungsweise bedingt ist.

Ein gutes Kräftigungsmittel dürfte in dieser Zeit besonders angebracht sein. Geben Sie Ihrem Kinde zur Appetitsteigerung und Kräftigung täglich einen Löffel B iof errin, welches auf den Allgemein­zustand günstig einwirkt und das körperliche Wobl- besinden und frische Aussehen bald mieberherJteUt Bioferrin erhalten Sie in allen Apotheken. Es ist wohlschmeckend und für Magen und Darm un­schädlich.

ZbX f A \ (BAYER) \ E / \R/

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

S a l a-m a n c a, Februar 1938.

Das Interview, das der Generalsekretär der Fa­lange Raimundo Fernandez C u e st a vor einigen Tagen zugesagt hatte, bekam besondere Bedeutung mit der Ernennung der neuen national- spanischen Regierung durch das Dekret des spanischen Staatschefs, General Franco, vom 31.Januar. Damit stand ich nicht nur dem Füh­rer der Falange, sondern zugleich auch dem neuen Landwirtschaftsmini st er gegen­über, der in diesem Kabinett die wahrscheinlich schwierigste und entscheidendste Aufgabe übernommen hat: die Durchführung der im Programm der Fa­lange vorgesehenen Agrarreform. Mit dieser ersten Regierung Francos tritt das nationale Spa­nien in einen neuen Abschnitt seiner Entwicklung; die verschiedenen bisher behelfsmäßig eingerichteten Organisationen des Staatsapparates, wie die Junta Töcnica in Burgos für die wirtschaftlichen Belange, das Generalsekretariat des Staatschefs für die Kriegsmateriallieferungen, die Sekretariate für Krieg und Auswärtiges und die Kommission für die inneren Angelegenheiten sind aufgelöst. Die äußere Form der Regierung ist der bisherigen spa- Nischen Tradition angepaht: 12 Ministerien unter einem Ministerpräsidenten, bei jedem Mini­ster ein Unterstaatssekretär. Heer, Marine, Handels­marine und Luft unterstehen dem M i n i ft e r i u m der Nationalen Verteidigung mit drei Unterstaatssekretären für Heer, Marine und Luft. Neben diesen Unterstaatssekretären für die Der- waltungsarbeiten stehen die militärischen Chefs des Heeres, der Marine und der Luft unter dem Ober­sten Befehlshaber der gesamten Wehrmacht General Franco.

Auf die Persönlichkeit des Generalsekretärs C u e st a sitzt die Falange-Bewegung große Hoff­nungen. Wie durch ein Wunder ist dieser engste Mitarbeiter Antonio Primo de Riveras in Madrid dem Tode entgangen. Seit März 1936 saß er hn Gefängnis von Madrid, es gelang ihm Crirbe 1937 in eine Madrider Vertretung einer ausländischen Macht zu entfliehen, von wo er dann im Aus- taufchverfahren in das nationale Spanien gelangte. Hier übernahm er in einer besonders schwierigen Lage der Bewegung das Generalsekretariat der Falange. Der Minister ist 41 Jahre alt, Jurist, Kriegsgerichtsrat der Marine. Von Kindheit an mit Antonio Primo d e Rivera befreundet, wurde er 1933 Mitglied der Bewegung und 1934 Sekretär des jungen Primo de Rivera. Cuesta hat zwei Bücher geschrieben, aus denen die Grundzüge feiner sozialen politischen Einstellung erkennbar wurden:Recht und Gesetz" uni)Wirtschaft, Ar­beit, Klassenkampf". Cuesta ist ein schlanker mittel­großer Mann mit energischen beherrschten Be­wegungen. Dunkler Kops, hellblaue Augen, liebens­würdig, sachlich und ohne jedes Pathos.

Die erste Frage geht naturgemäß nach der Be­deutung der neuen Regierung. Minister Cuesta antwortet kurz:Das nationale Spanien wird nach außen durch sie fester, nach innen solider. Die besondere Aufgabe der Regierung wird es sein, nunmehr das soziale Proaramm der Falange schnell durchzuführen. Diese Regierung", betont Minister Cuesta energisch,kann man fast als ein nationalsyndikalistisches Kabinett ansprechen. In die Hände von Falangisten sind die wichtigsten Arbeitsgebiete, wie das Ministerium der Syndika­listischen Organisation (etwa gleicknusetzen mit der Deutschen Arbeitsfront), der Erziehung, des Han­dels und der Landwirtschaft und das Innenmini­sterium, gelegt. Spanien", sagt der Generalsekretär der Falange,hatte die letzten schweren Jahre alle Regierungsformen ausgeprobt. Ob Liberale, Mon­archisten, Katholiken, sie haben alle versagt. Die Falangebewegung ist daher überzeugt, daß ihr Programm nunmehr durchgeführt wird, weil es die einzige junge, wirklich revolutionäre Losung' ist."

Wir kommen auf den Krieg zu sprechen, auf den schweren heldenmüttgen Kampf des nationalen Spanien um seine neue Zukunft. Daß die Erfah­rung gelehrt habe, wie ein solcher Kampf gegen Bolschewismus und anarchistische Zersetzung, gegen die internationalen Giftmischer im eigenen Volke die Wiedergeburt der Nation sei, wenn dieser Kampf Dpn der großen nationalen sozialen Idee getragen sei.Glauben Sie mir", sagte der Generalsekretär der Falange energisch, »Dieser Krieg wird nur ge­führt, um das soziale Programm der Falange durchzuführen. Es lohnte nicht, einen einzigen Spanier einzusetzen für reaktionäre Staatsformen von gestern. Die Falange wird da­für sorgen, daß unsere Männer nicht betrogen wer­den. Wenn sie zurückkommen, sollen sie schon das neue Spanien für sie vorbereitet finden."

Minister Cuesta beantwortet nun die formuliert gestellten Fragen: Wie hoch ist der Prozentsatz der Falange einschließlich der Frontkämpfer im Vergleich zur Gesamtbeoölkerung Spaniens?Die Gesamtmitgliederzahl einschließlich der Falange- Frauenschaft und der Frontkämpfer dürfte etwa 15 v. H. der Bevölkerung Nationalspaniens aus­machen. Aufnahmegesuche laufen ständig und in zu­nehmendem Maße ein. Als Grundprinzip für Neu­aufnahmen gelten die Statuten der Bewegung. Demgemäß wird zwischen aktiven Mitgliedern und Anhängern unterschieden. Aktive Mitglieder sind solche, die sich der Parteiordnung und Disziplin rest­los unterwerfen, die sich voll einsetzen für deren Ziel und außerdem entweder derComunion Tra- dicionalista (Regnete) oder derFalange Espa- nola de las JONS vor Vereinigung der beiden Bewegungen angehört haben. Sämtliche Offiziere und Unteroffiziere unseres Heeres und unserer Flotte gelten ebenfalls als aktive Mitglieder, soweit sie durch Entscheid Francos dank ihrer Dienste an der nationalen Sache die aktive Mitgliedschaft zu­gebilligt bekommen. Anhänger können solche wer­den, die, ohne die obengenannten Voraussetzungen zu erfüllen, der Falange einfach dienen wollen. Sie können nach einer gewissen Zeit und Ableistung ge» wisser Dienste die ordentliche Mitgliedschaft erlangen.

Wie hat sich bis jetzt die Vereinigung von Falange und RequetL ausgewirkt? Die Vereinigung bedeutet Zusammenschwsißung der traditionstreuen Kräfte im Volk mit den Kräften der nationalen Re­volution. Es hat sich so zusammen mit dem Heer eine auf eine tiefgehende soziale U-mwandlung ge-

lichen Verhältnisse, die unter den Spaniern bestehen, überwinden und als ein festes Band zwischen den sozialen Klassen dienen wird.

Was versteht die Falange unter Imperium? Imperium ist vor allem eine Haltung, ein Wille, ein Entschluß der Volksseele, der sich äußert und seine Ergänzung findet in einer kraftvollen militä­rischen Organisation, die wiederum ihre Lebenskraft aus dem Jmperiumgedanken schöpft. Wir wünschen, daß die Stimme Spaniens in der Welt a e h ö r t werde, nicht nur mit der Achtung, die das Land wegen seiner großen Vergangenheit verdient, sondern weil sie eine von denen ist, die m die augenblickliche Verwirrung dieser Welt Klarheit und Ordnung bringt.

Die Unterredung tft beendet. Die Falangebewegung hat ihren führenden Kopf an die entscheidende Stelle oes volitischen Kampfes gestellt. Denn gerade die soziale Hebung der Landbevölkerung, die im Verhältnis zu den Industriearbeitern viel rückschrittlicher lebt und sehr verarmt ist, ist für die spanische Zukunft entscheidend. Gelingt es Cuesta, das Programm der Falange auf dem Gebiete der Landwirtschaft durchzuführen, dann hat der neue nationale Staat seine feste Grundlage. Allerdings sind gerade auch in dieser Frage die Widerstände am größten. Die Aufgabe des neuen Landwirtschafts­ministers ist schwer, und der Generalsekretär der Fa­lange ist sich sicher dieser Schwere auch bewußt. Aber Cuesta sieht danach aus, die schwerste Aufgabe in Spaniens schwerster Zeit bewältigen zu können. Er weiß: es geht an dieser seiner Arbeitsfront genau so um Spanien, wie in den Schützengräben der mit der Waffe kämpfenden Falangisten.

Oie Freiwilligeu-Frage.

Die Besprechungen zwischen Grandi und Eden gehen fort.

London, 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) lieber die Besprechung zwischen Grandi und Eden schreiben die Blätter, wenn auch allgemeine Fra­gen der englisch-italienischen Beziehungen bespro­chen worden seien, so sei doch Hauptgegenstand der Unterredung die Arbeit des Nichteinmi­schungsausschusses gewesen, lieber dieses Thema werde Grandi in den nächsten Tag^n noch weitere Besprechungen mit Eden und Lord Ply­mouth haben. Den Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Sowjetrußlands müßten dann noch die Einzelheiten eines Uebereinkom- m e n s mitgeteilt werden. Zunächst gebe es aller­dings noch zahlreiche Schwierigkeiten in der Fraae der Zurückziehung der Freiwilligen, die um so schwerwiegender seien, als sie den guten Willen der besprochenen Regierungen entmutigten. Daily Tele­graph erklärt, die gestrige Besprechung habe die Hoffnung geweckt, daß eine Lösung in der Frei­willigenfrage gefunden werden könne, die von der Mehrzahl der Nichteinmischungsmächte angenom­men werde. Es fei anzunehmen, daß Eden und Grandi auch in großen Zügen die übrigen offen- stehenden Fragen zwischen England und Italien überprüft hätten.

Oie Spanien-Bolschewisten bemühen sich um Friedensverhandlungen.

P a r i s , 11. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Meldung desJour" aus Bayonne bemüht sich Bar­celona seit einigen Wochen verstärkt darum, mit der Nationalregierung in Verhand­lungen zu kommen. Die Ursache hierfür fei in der sich ständig verschlechternden innerpolitischen, wirtschaftlichen und militärischen Lage zu suchen, die nunmehr nach den letzten großen Erfolgen der Na­tionalen an der Teruelfront sowie an anderen Fron­tendringlich eine Lösung erfordere". Es werde jedoch bezweifelt, daß sich General Franco zu irgendwelchen Verhandlungen bereit erklären wird, die von ihm zu früheren Zeitpunkten schon mehrfach abgelehnt wurden, es sei denn, daß Barcelona feinen endgültig

aufgebe. __

Japan feierte Den. Jahrestag Der Mjji-Verfaffnng.

Kriegshaushalt und Mobilisationsgesetz gesichert.

Tokio, 11. Febr. (Ostasiendienst des DNB. Funkfpruch.) Japan beging mit großen Feiern den 50. Jahrestag der Proklamation der Meiji-Der- fasiung. Die Vedeutuna des Tages wurde durch die Verkündung einer allgemeinen Amnestie unterstrichen. Nach der Enthüllung von Statuen be­kannter Staatsmänner aus der Meiji-Zeit und der Schöpfer der altjapanischen Verfassung wurde im Reichstag in Anwesenheit des Prinzen C h i ch i b u als Vertreters des Kaisers und des gesamten Kabi­netts eine Glückwunschadresse an den Kaiser ver­lesen.

In allen japanischen Städten fanden große Umzüge der Beamten-Vereinigunaen, der Stu­dentenverbände und der Schulkinder statt. In Tokio trafen sich diese Umzüge vordem kaiserlichen P a l a st, wo von den Teilnehmern immer wieder begeisterte Hochrufe ausgebracht wurden. Ueberall fanden öffentliche Konzerteund Para­den statt. In Tokio schlossen die Feierlichkeiten mit einem Laternenkorso vor dem Kaiserpalast und dem Reichstagsgebäude. Der Kriegshaushalt und die Mobilisattonsaesitze werden als g e s i ch e r t angesehen, da auf allen von politischen Parteien veranstalteten Kundgebungen in einer Dankadresse an den Kaiser und das Heer entsprechende Zusagen zum Ausdruck gebracht wurden.

VorueuerjapauischerOffeusive

Kommunisten aller Länder

im Dienst der chinesischen Luftwaffe.

H a n f a u, 10. Febr. (DNB.) (Ostasiendienst des DNB.) Die noch immer anhaltenden Truppen­landungen der Japaner auf dem nördlichen Jangtssuser hoben in chinesischen Militärkreisen tarke Beunruhigung hervorgerufen. Trotz aller An- trengungen der Chinesen gelang es bisher nicht, die omanischen Truppenansammlungen empfindlich zu tören oder gar zu unterbinden. Man ist der An- icht, daß eine neue japanische Offensive auf dem nördlichen Kriegsschauplatz zu erwarten ist.

Die japaniische Luftwaffe hat in den fünf chinesischen Provinzen Honan, Anhui, Hupei, Hu­nan und Fukien in zahlreichen Langstreckenflügen chinesische Luftstützpunkte und militärische Anlagen mit Bomben angegriffen, so den Flugplatz von Tfchangfcha, militärische Anlagen der Fukien- Städte Kienow und Bucheng und Stangyang in der Provinz Hupei, dabei gab es Luftkämpfe , mit 20 chinesischen Flugzeugen sow­jetrussischer Herkunft. Die Japaner schos­sen fünf Flugzeuge ob und zwangen die übrigen zur Flucht. Auf Seite der Chinesen kämpfen an erster Stelle Sowjetrussen. Es folgen dann Bolschewisten-Abenteurer aus den Vereinigten Staa­ten, England, Frankreich sowie aus einigen anderen Ländern. Die Mehrzahl betätigt sich als Flieger. Die chinesische Regierung, so wird vom japanischen Hauptquartier etflärt, bezahle 1000 bis 2000 Pfund für jedes abgeschossene japanische Flugzeug, ferner noch Sonderprämien für die Familie der gefallenen Legionäre.

Giraffe Gliederung der OAF.

Reichsbetriebsgemeinschaften werden Fachämter.

Berlin, 10. Febr. (DNB.) Der Reichsleiter det DAF., Dr. Ley, hat Anordnungen für eine straffere Gliederung der DAF. erlassen. Alle im Betrieb Schaffenden bilden zusammen die Betriebsge­meinschaft. Da dieser Begriff betriebsge* bunten ist, kann er nicht auch für die Fachabtei­lungen und Fachämter der DAF. als Bezeichnung verwendet werden, denen die Durchführung der Be- triebsbetreuung übertragen ist. Dr. Ley bestimmt daher, daß die bisherigen Reichsbetriebsgemeinschaf­ten inF a ch ä m t e r" und deren fachlich Nachge­ordnete Dienststellen inF a ch a b te i l u n g e n* umbenannt werden. Aus den Gaubetriebsgemein­schaften werdenFachabteilungen der Gauwaltun- gen der DAF." mit demFachabteilungswalter" an der Spitze, aus den Kreisbetriebsgemeinschaften werdenFachabteilungen der Kreiswaltungen bet DAF." mit dem ,Lachabteilungsleiter" als Seiten Die Straßen-Blockwalter bzw. Straßen-Zellenwalter führen nun die BezeichnungStraßenblockobmann" bzw.Strahen-Zellenobmann", entsprechend ist eS bei den Betriebs^Dlockwaltern bzw. Betriebs-Zel- lenwaltern. Die einzelnen Abteilungen in den Gau», Kreis» und Ortswaltungen sind in Arbeitsge­biete und diese wiederum in Hauptarbeits­gebiete zusammengefaßt worden. Die der Sache nach zusammenhängenden Fachabteilungen werden zu Arbeitsgemeinschaften verbunden.

OerAeichskongreß Arbeit und Freude".

1. Sitzung des deutschen Arbeitsausschusses

Berlin, 10. Febr. (DNB.) Heber 200 Teil­nehmer nahmen an der ersten Sitzung des deutschen Arbeitsausschusses für den WeltkongreßArbeit und Freude" in Rom teil. Reichsleiter Dr. Ley, der Präsident des Internationalen ZentralbürosFreude und Arbeit", zeichnete ein sozialpolitisches Gesamt­bild und gab einen von aufrichtiger Kameradschaft für das befreundete Italien getragenen Ausblick auf den Weltkongreß in Rom im Juni 1938. Unter Hinweis auf die im Mai in Athen be­ginne nbe WanderausstellungArbeit und Freude" leitete Dr. Ley zu der vor dem Welt­kongreß in Hamburg stattfindenden Reichs­tagung ,Kraft durch Freude" über. An­meldungen führender Persönlichkeiten aus allen Ländern der Erde zeigen auch hier den Widerhall einer Arbeit, die das Deutschland Adolf Hitlers in großzügiger Weife für die schaffenden Menschen aller Kulturländer leiste. Vizepräsident Selz ne r, Generalsekretär Dr. Manthey, Hauptschriftleiter K i e h l und Ministerialrat Hauptamtsleiter Dreß» ler-Andreß vermittelten dem Arbeitsausschuß einen Einblick in die ihnen überwiesenen Sach­gebiete.

Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes.

Berlin, 10. Febr. (DNB.) Die Reichsanstatt für Arbeitslosenversicherung teilt mit: Bei anhaf­tendem Frost und Schneewette» stieg die Zahl tW