Ausgabe 
10.12.1938
 
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bestrafen. Die beiden Darlehen seien zum grö'

L 5po. Heuchelheim.

cht ausdrücklich eine Anwen-

Teil bis heute noch nicht zurückgezahlt. Eine

düng des § 27b StGB. (Umwandlung in eine Geld-

;en, man rechnet mit einem sicheren Siege der

Frohnhausen Bissenberg.

Spannende HandbaMmpfe des Sonntags

werden dies-1 ^getragen, so >te Ueoersicht e Gestaltung |

Per Optiker am Lahnhsf |

Der

Mit

2. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten!)

er

Ehringshausen 1900;

Naunheim Burg;

Sinn Wetzlar;

deckung des Tuberkelbazillus mitteilen. 1890 war es der Ostpreuße Emil Behring, der, gestützt auf die Vorarbeiten Virchows und Kochs, ein Serum gegen die Diphtherie entdeckte und in Marburg die bekannten Behring-Werke errichtete. Fünf Jahre später, 1895, war es der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der die Durchleuchtung des Körpers möglich machte. Auf eine weitere wertvolle Entdeckung machte Prof. Reinwein aufmerksam, und zwar auf die des In« fulins zur Behandlung der Zuckerkrankheit. Er wies nach, wie gerade die pmerkanischen Forscher mit Hilfe außerordentlicher Geldmittel diese Forschungen vorwärtsgetrieben hätten, aber erst mit Hilfe des Göttinger Chemikers Windaus zu einem Ergebnis kamen, das große Erfolge zeitigte. Er schloß seine mit einigen Lichtbildern erläuterten Ausführungen mit dem Hinweis, daß zu einer erfolgreichen Be- Handlung auch die seelische Einstellung des Kran- ken, das heißt, sein fester Wille, ein maßgeblicher Faktor für die Gesundung sei.

Den Dank der Zuhörer brachte Kreisreferent Dr. Heidt zum Ausdruck.

und nicht zuletzt der Torwart hervor.

Tv. Hausen Io. Krofdorf.

Nach langem Umsehen und vielen Bemühungen ist es nun wieder dem Tv. Hausen gelungen, eme

einigermaßen spielfähige aktive Mannschaft aufm- stellen, die bereits am Sonntag schon kn Tätigkeit tritt. Der Ausgang dieses Freundschaftsspieles ist offen.

Auch in der II. Kreisklasse gehen die Spiele der Vorrunde mehr und mehr zur Neige. Diesmal tref­fen sich

SA. 116 Gießen Tv. Londorf

Luftwaffe II. VfB.-R. Gießen.

Und was heiße überhaupt Vertrag in einer Zett, in der man heute nicht wissen könne, mii welcher Gage man im nächsten Monat gerade sein Leben zu stiften imstande sei. Sie habe dem In­tendanten erklärt, daß sie nicht wieder käme.

Wann?"

Die Spiele der Vezirksjlaffel Gießen

Mannschaften noch höhere Ziele alr, selbst wenn es sich nur um den Verbleib in der Bezirksklasse handelt.

silberne Sonntag bringt wieder einige inter­essante Paarungen. In Großen-Buseck fällt schon

Platzherren. In Garbenteich wird sich Großen-Lin- den anstrengen müssen, um zu einem Siege zu kom­men. Lollars Reserve fährt nach Hungen und dürfte nicht um eine Niederlage herumkommen.

Harbach erwartet Grünberg und dürste stark ge­nug sein, den Güsten das Nachsehen zu geben. Spannend wird das Spiel in Saasen, wo Geils­hausen antreten muß. Wenn die Gäste mit dem gleichen Elan das Spiel bestreiten, wie man es von der Mannschaft gewohnt ist, sollte an einem Siege der Gäste nicht zu zweifeln sein. Krofdorf, der Sie- ger über Londorf wird in Treis erwartet, wenn nicht alles täuscht, sollte die Mannschaft einen weiteren Sieg landen können.

VfV.-R. Rachwuchself SA.-Kampfgemeluschafl.

Auf dem Waldsportplatz treffen sich morgen zu einem Freundschaftsspiel beide oben genannten Mannschaften. Die Gäste, die zwar in ihrer Spiel­stärke etwas nachgelassen haben, sind unberechenbar in ihren Leistungen. Wenn es gegen den alten Riva­len geht, ist die Mannschaft wieder da und wird ihr Bestes geben, um günstig abzuschneiden. Die Grün-

Darlehen zu gewähren. Insofern sei K., da er trotz- l strafbaren Handlungen stellten keine Unterschlagung'weißen haben aus ihrem reichhaltigen Splelermairi dem die Darlehen gegeben habe, wegen Untreue zu dar, da sicher die Gelder gleich zur Auszahlung ge- rial eine Nachwuchsmannschaft aufgestellt.

Lollar I. Wißmar I.

Zum ersten Rückspiel empfängt Lollars 1. Cif die gleiche vom nachbarlichen Wißmar. Die Gäste müssen durch Verhängung einer Plahsperre zun, zweiten Male das Lollarer Gelände aufsuchen. Das Vorspiel konnte Lollar sicher (7 :1) gewinnen. Die Begegnung beider Mannschaften hatte schon immer durch ihren lokalen Einschlag besonderen Reiz. Ob die Lollarer morgen wieder einen so sicheren Sieg landen können, kann man noch nicht mit Bestimmt­heit Voraussagen. Die Wißmarer hatten in den letzten Spielen eine merkliche Formverbesserung zu verzeichnen und werden daher diesmal alles auf» bieten, um ehrenvoll zu bestehen. So muß dis Piatzelf schon gut auf der Hut sein, Lollar wird wieder mit Ersatz antreten müssen, aber man rechnet doch, wenn auch erst nach Kampf, mit einem günstigen Ausgang des Spiels.

Lollar lugend Londorf Jugend.

Vormittags treffen sich wieder die Iugendmann» fchasten im Kampf um die Bannmeisterschaft. Die Lollarer Elf konnte in ihrer Gruppe die Vorrunde ungeschlagen beenden und werden morgen bestrebt sein, die Rückrunde mit einem guten Auftakt zu eröffnen.

In der Staffel IV der Bezirksklasse werden dies-1 mußten. Die Männerturner werden an Einsatz und "r kiA .....------1----- ' Eifer nichts fehlen lasten, die Vorrunde ohne

Punktverlust abzuschließen, zum andern aber wird der Gegner bemüht sein, die Schlappe des letzten Spieles wieder gutzumachen und somit den An­schluß an die Tabellenführung zu festigen.

Wie wir erfahren, stellt der Männerturnverein folgende Spieler in Aussicht: Strack, Winter, Heil, Pfeifer, Klein, Bingel, Mehler, Menges, Troß, Brenner, Döpfer, Walter, Bauer, Hahn.

Trotz des Fehlens von Seipp und Kraufch durfte wohl kaum ein schwacher Punkt zu finden sein. Bei den Gästen ragen besonders Färber und Winden

mal die beiden vorletzten Spiele aus, daß man auch hier bald die gewünscht und den Ueberblick über die zukünftige__,______D

der Dinge bekommen wird. Vielleicht ereignen sich gerade in den Letzten Tagen" noch Ueberraschun- gen, die von ausschlaggebender Bedeutung sein kön­nen. Keineswegs dürfen jedenfalls die führenden Mannschaften ihre Spiele auf die leichte Schulter nehmen, weil sich sonst die Reihenfolge sehr zu ihren Ungunsten verschieben könnte.

In Gießen treffen sich

MSV. Barbara und Mtv. Gießen und in Heuchelheim stoßen

Tv. Heuchelheim und Luftwaffensport»

Harbach Grünberg.

Saasen Geilshausen. Treis Krofdorf.

Wieder kommt am Sonntag einer der vielen In der diesjährigen Derbandsrunde angesetzten Lokal­kämpfe zum Austrag; der Männerturnverein er­wartet mit feiner ersten Vertretung auf eigenem

2. Kapitel

Jte Fall sah Jago Schmid mit Staunen und einiger Betroffenheit ins Gesicht. Der Spanier -hatte sie nach der Probe am Bühneneingang er­wartet, und kaum daß er ihr die Hand gereicht, nach Elisabeth gefragt. Die sei fort, sagte Jte.

Fort?"

Er wurde blaß, sowett die braune Haut unter bem blonden Haar das erlaubte. In den grauen Augen stand es wie eine Drohung.

Fort? Wohin?"

Friß mich nicht, Jago!" sagte Jte,sondern führ mich in ein bescheidenes Gasthaus, wo ich meinen Hunger stillen kann Probieren heißt be­kanntlich arbeiten und dort will ich dir dann Rede und Antwort stehen."

Die Mittagsstunde war längst vorüber, und in der allbekannten Gaststätte, wohin sie Jago brachte . war ein Fenstertisch frei.

Hier, in aller Oesfentlichkeit?" fragte Jago.

,3ch muß Menschen sehen" Jte wählte sich einen Platz, der den Blick auf die Front des Staatstheaters freigab,und dann wird die Oesfentlichkeit deine Temperamentsausbrüche zäh­men." Sie sah ihn lächelnd an. mit ihren schwär- 3ßn, lebendigen Augen, wurde dann ernst und still und fuhr behutsam fort:Tut es dir so weh, Jago?

Er sah starr durch das Fenster und sagte nichts.

also Jte sei die plötzliche Flucht nicht so fürchterlich überraschend gekommen Elisabeth habe ost geklagt und geschimpft. Nicht mehr als andere auch in diesen lächerlichen Zeiten-, aber bei Elisa­beth sei eben alles ernster zu nehmen, innerlicher, schwerer.

Ja, aber warum denn gerade jetzt?

Vielleicht einfach, weil sie zur Zeit ste- sei. In der gestrigen Premiere sei Elisabeth nicht beschäf- ttgt, auch in dem kommenden Lustspiel nicht.

Sie könne also an sich fort.

Urlaub?"

Jte zuckte die Achseln.

Wahrscheinlich, wenn Elisabeth auch von einer Vertragslösung gesprochen habe.

wartet mit seiner ersten Vertretung auf eigenem Während der Tv. Londorf keine große Mühe haben Platze die spielstarke Els des MSV. III/AR. 9 Bar- wird, die an sich nicht schlechte Mannschaft der SA. rara zum Punktspiel. Beide Mannschaften zeigten sicher niederzuhalten, wird es dem VfB -R schwer bis jetzt recht annehmbare Leistungen, ungeschlagen fallen, die Oberhand zu behalten. Im Grunde ge­führt Der Mtv. in dieser Staffel die Tabelle an, nommen sind die Endergebnisse bei allen Mann» kurz gefolgt von den Soldaten, die am letzten Sonn- schäften von ausschlaggebender Bedeutung für die tag ihre erste, aber knappe Niederlage einstecken zukünftige Tabellengestaltung.

wmoii.Gw?

Roman von Hubert Rcmsse.

Copyright by Albert Langen/Georg Müller, München.

einen Neuling handelt.

Naunheim empfängt Burg und steht damit vor einem weiteren Erfolg, der den dritten Tabellenplatz gewährleistet.

Schwieriger dagegen ist die Aufgabe des Sport­vereins Wetzlar, der zum B. C. Sinn muß. Wir glauben jedoch, daß sich das bessere Können der Domstädter durchsetzt.

Die letzte Paarung, Frohnhausen Bistenberg, birgt für die Bistenberger wohl keine Chance, den Voilpielsieg zu wiederholen.

Ehringshausen 1900.

Die ursprünglich^ Ansetzung obigen Spieles nach Gießen mußte mit Rücksicht auf das an diesem Tage vorgesehene Basketballturnier, das inzwischen jedoch wieder abgesetzt wurde, umgelegt werden. Dadurch hat sich die Angelegenheit für die Blau­weißen etwas schwieriger gestaltet. Denn der auf eigenem Platze wohl sichere Sieg muß nun auf des Gegners Platz erfochten werden. Und so einfach ist dies gerade nicht! Vor allem darf das Wort Neuling" kein Anlaß für die Blau-Weißen fein, das Spiel etwa auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Ehringshäuser, die sich jetzt in die Bezirksklaste eingewöhnt haben, sind nunmehr zu Leistungen fähig, die bereits ihre Früchte getragen haben. Der Sieg gegen Bisfenberg und das knappe Ergebnis gegen den Tabellenführer haben weiter­hin das Vertrauen dermaßen gestärkt, daß man die Gastgeber schon als gleichwerttgen Partner ansehen muß. Die Blauweißen werden jedenfalls eine Elf antreffen, die bis zum Letzten kämpft. Mit der Besetzung Herbst; Pankok, Lippert; Krämer, Ren- sing, Schäfer; Schellhaas, Koch, Löbsack (Zeller), Hormei, Heuser, bei der evtl, noch Quick eingesetzt werden kann, sollte es aber möglich sein, zu einem Erfolg zu kommen, wenn sich jeder einzelne voll elnsetzt.

Ehringshausen II. 1900 II.

Der Reserve der Blauweißen dürste die Aufgabe wohl nicht so schwer fallen. Doch erscheint auch hier Vorsicht am Platze, wenn die hochgesteckten Erwar­tungen in Erfüllung gehen sollen.

Die Spiele der Kreisklaffen am Sonntag.

I. kreisklasse.

Großen-Buseck Heuchelheim. Lollar Wißmar.

Leihgestern Muschenheim. Garbenteich Großen-Linden. Hungen Lollar II.

II. Kreisklaste.

fahr hat ihren Vertrag gelöst. Sie ist bereits fort. Sie wird den Sommer nicht spielen. Genügt Ihnen das?"

Brbsky nickte. Er sagte ganz ruhig:Tausend Dank! Und soviel Temperament: das wäre ganz mein Fall!"

Ae schlug die Tür hinter sich zu.

Sie hatte den Wortwitz natürlich schon viele hundertmal in ihrem Leben gehört. Aber diesmal ärgerte er sie. Ich und Dras'ky? Ich Braskys

Die Kritiker hoben auch schon was läuten hören", sagte sie zu ihren Kolleginnen.

Welcher?

Der Brasky. Er war gerade draußen, um mich zu fragen."

Und du?"

Nun, ich habe ihm Bescheid gefügt.*

Eine Kollegin lachte.

Eine Hand wäscht die andere. Dafür hat der Braskr) dein bescheidenes Röllchen in der gestrigen Premiere über den grünen Klee gelobt."

Was?" sagte Jte. Es klang Empörung aus diesem Ruf und doch auch eine hemmungslose Neu­gier. Konnte ihr die Kritik entgangen sein? Sie wagte nicht zu fragen. Elisabeth, deren unbestrittene Ueberlegenheit sie gegen alle Anfeindungen gedeckt hatte, war fort. Sie war allein. Sollte sie in Brasky einen Schützer finden?

Sie schminkte sich mit peinlicher Sorgfalt. Im dritten 21ft hatte sie eine große Szene, und die Rolle saß ihr wie angegossen. In dem Punkt hatte die unbekannte Krittk sicherlich recht. UndBrasky war ja im Hause.

Der Morgen lag noch grau und verschlafen über München, als der kleine Wagen rntt Magnus am Steuer, neben ihm Elisabeth, in die Leopoldsttaße einbog. Zur Rechten träumte ,;Benz" von durch­tanzten und durchlachten Nächten. Für einen Augenblick stand ein solcher Abend wie ein 'ar» biges Bild vor Elisabeths Denken, dann riß Mor­genwind und Frühlingsftische das Bild in Fetzen. Sie zog di« Lederkappe tiefer; di« letzten Häuser blieben rechts und links zurück, die Allee der Ulmen flog ihr entgegen.

Sie atmete tief, daß es fast einem Seufzer glich.

Aengstlich?" fragte Magnus. Der Zähler schwankte um achtzig.

Aber nein! Nur ein Abschieds seufz er. München ade!" Sie versuchte hinter der Scheibe .einen ko­mischen Jodler.Der Gesundhettsprozeß fängt schon an!" lachte sie. -

(Fortsetzung folgt!)

Das alles habe sich gestern abgespielt.

Gestern!" sagt« Schmid und ballt« seine Fäuste.

Gestern habe ich ihr" er machte eine Pause und sah Jte fragend angestern habe ich ihr Rosen geschickt!"

Ja" sagte Jt«,die stehen rn der Königin- stvaße."

Du hast sie gesehen?"

Ja!"

Elisabeth?"

Ja natürlich", sagte Jte,und di« Rosen auch!" Und fett wann ist sie fort?"

Seit heute!"

Und wohin?"

Heim, nach Mecklenburg! Und zwar mit einem Jugendfreund, und im Wagen."

Eine Pause entstand.

Ob dieser Jugendfreund ? Jago schämte sich der Frage und wurde rot.

Jte schüttelte den Kopf.

Die beiden sind Nachbarskinder. Das Heißt: Gutsnachbarn. Sie stämmt von Trebbin und er von nebenan. Er ist verheiratet, ein Maler"

So also war's! Schmid atmete auf. Es war ^e^en' ihm etwas völlig mißlang. Er war ein guter Kaufmann, er mar ein erfolgreicher Mensch er glaubte an seinen Stern. Er hatte die erste Er- schutterung überwunden. Er ballte seine Rechte zu einer gewaltigen Faust und hieb damtt auf die Kante des schweren Holztisches, daß die Gläser klirrten.

Jte", sagte er,so wahr ich Jago Schmid heiße, ich werde sie finden, und ich werde sie mir holen!"

"Ist es denn so ernst?" fragt« Jte.

Er sah ihr in die Augen und nickte nur.

Und was willst du tun?"

Was ich tun werde? Ich werbe zum Inten­danten gehen. Oder zur Polizei. Ich werde mich neben ihrem Geburtshaus ankaufen, da oben bei Trebbin. Ich werde einen Detektiv beschäftigen ober eine Detektivin. Ich werd« sie einkesseln wie em begehrenswertes Wild! Ich werde" au^lachte atl' ihn mit vollster Herzlichkeit n "^ch «erde zunächst dick ausquetschen bis aufs ß?Öte. 2ch werd« Elisabeths Zimmer mieten und an ihrem Flügel auf sie warten"

Gemessen an den Großkämpfen der letzten Sonn-l Wißmar wird der Lokalkampf in Lollar ausgetra- tage, tragen die für morgen vorgesehenen Spiele gen. Das Spiel in Leihgestern wird wegen der po- geringeren Charakter. Unbedeutend find sie jedoch litischen Kundgebung bereits am Vormittag aus- nicht, denn von dem Ausgang hängen für manche aetrage« *--**-------*

Er war gang wieder der gute Jago.Unser Bernhardiner", hatte Elisabeth zuweilen zu Jte gesagt.»

Das wirb sich schwer machen lasten", lachte Jte, Denn die Zimmer mit dem Flügel ynd die ganze fahrende Habe, die habe ich vorläufig von ihr übernommen."

Du, Jte? Großartig! Dann weiß ich was: wir beide werden oft in ihrem Zimmer sitzen und von ihr plaudern! Willst du?"

Jte nickte.

Sie sah da, schmal und schlank und blaß, und ohne Elisabeth ein wenig verlassen, und sah zu kern blonden Riesen auf, der ihr sein Herz so offen zeigte. Die mit den blauen Augen haben es leich­ter, dacht« sie. Aber sie schüttelte den Gedanken schnell wieder ab. Eifersucht pfui! Aber wie ver- liebt diese Männer fein konnten!

Wir müssen chr ein wenig Ruhe lassen", sagte sie.Wir alle! Ich, du, das Theater, die Menschen, alle! Di« Zeit verbraucht uns, und wir selber ver­brauchen uns in ihr. Und du bist mit schuld. Wir sind doch nie so unsolide gewesen, wie in dieser Zeit, wo das Geld nichts gilt!" Jago lachte.

Ja, Geld kommt vom gelten. Mein« Peseten, die gelten noch, di« sind noch Geld."

Jte stand auf. Sie sah einen Augenblick lang durch das Fenster in den Himmel hinein und sagte dann:Wenn ich dir für die Zukunft einen Rat geben darf, bei Elisabeth darfst du so etwas nicht sagen. Mir macht es nichts, ich weiß von zu Haus her, daß es auch glückliche Bettler gibt."

*

Am Abend, in der zweiten Pause, ließ Dr. Brasky Jte sagen, daß er sie unbedingt einen Augenblick sprechen müsse. Es war allgemeiner Umzug in der Garderobe und wenig Zeit.

Jte nahm einen Mantel um und trat vor die Tür. Sie war zur Hälfte ungeschminkt und beim entsprechend ärgerlich.

Es ist doch wirklich eine Rücksichtslosigkeit." Di« schwarzen Augen blitzten.

Ja, stimmen denn die Gerüchte?"

Welche?"

Daß bi« Hellfahr geht nach Berlin?" Aber ich kann Ihnen doch hier nicht" Meine Zeitung hat um 12 Uhr Redaktions- schluß. Ich mache mich unter meinen Kollegen ein» fach lächerlich, wenn ich ausgerechnet ich, ber Freund ber Elisabeth"

Was sind Sie? Der Freund ber Hellfahr? Daß ich nicht lache, mein lieber Herr Doktor. Im üb­rigen, um Ihrer Stellung nicht zu schaden unb weil Sie mir leib tun: Es stimmt, Fräulein Hell»

Spv. Heuchelheim. Schon oft genug haben sich beide Mannschaften einen erbitterten Kampf geliefert; sind doch beide Mannschaften immer in Der Spitzen» gruppe der 1. Kreisklasse zu finden. Diesmal ist es mieoer ber Fall, und man wird mit einem noch größeren Kampfe rechnen können. Heuchelheim wird alles versuchen, um seinen Tabellenstand zu behalten. Aber auch die Dusecker wollen sich von der Spitze nicht verdrängen lassen, zumal die schwer» sten Punkte schon daheim sind. Die Busecker, die Diesmal wieder ihre vollständige Elf, außer Damb» mann, stellen können, sollten sich nicht überrennen lassen.

Große Strafkammer Gießen.

Gestern nahm vor ber Großen Strafkammer das Verfahren gegen den früheren Rechner der Feldbe- rcin.gung in Ober-Mörlen K. seinen Fortgang Der Zeuge F., der jetzt im Odenwald wohnt, wurde über die näheren Umstände gehört, die seinerzeit zu der Hingabe des Darlehens von 600 Mark an ihn ge­führt hatten. Der Zeuge bekundete, daß er die Dar- lehensoaluta gegen einen Schuldschein bekommen habe. Später wurde er nicht durch, die Feldbereini­gungskommission, sondern durch K. persönlich vor Dem Amtsgericht Bad-Nauheim verklagt. Zu dieser Zctt waren dem Zeugen bereits rund 105 Mark von seinem Gehalt einbehalten worden. In Höhe von 495 Mark erkannte sein Beauftragter die For­derung an. Nach dem Zeugen äußerte sich ein Sach­verständiger über die Buchführung des Angeklagten. Er führte aus, deß dem Angeklagten nicht nur reine Additionsfehler unterlaufen wären, sondern er habe auch Die erforderlichen Gegenbuchungen unterlassen, seine Hilfstagebücher weder abgeschlossen, noch über­tragen.

Der Staatsanwalt faßte in seinem Plädoyer noch einmal den Prozeßstoff zusammen. Er beantragte aegen K. eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, eine Geldstrafe von 1500 Mark und Drei Jahre Ehrverlust. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung seines Mandanten.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Amtsunterschlagung (§§ 350, 351 StGB.) und Untreue in zwei Fällen zu einer Gesamt- Gefängnis ft rafe von einem Jahre unb e d) s Monaten. Für die beiden Fälle der Un­treue erhielt ber Angeklagte weiterhin noch eine Geldstrafe von je 250 Mark, die im Nichteinbrin- Jungsfalle mit je einem Tage Gefängnis für je 0 Mark zu.verbüßen ist. Das Gericht billigte K. wegen feiner seitherigen Unbesttaftheit mildernde Umstände zu. Der Angeklagte sei als Beamter an­zusprechen unb dementsprechend zu behandeln. Für den Begriff des Beamten im Strafrecht sei es un­erheblich, ob, wie im vorliegenden Falle, eine ord­nungsgemäße Verpflichtung Vorgelegen habe oder nicht. Durch seinen Pflichtenkreis als Rechner der Feldbereinigung in Ober-Mörlen sei der Angeklagte als Beamter im strafrechtlichen Sinne zu bestrafen gewesen. Der Vorsitzende betonte, daß der Ange­klagte zunächst feine Geschäfte ordentlich geführt habe. 1924 habe er z. B. ein Defizit von einer einzigen Mark in seiner Kasse gehabt. Erst 1928 fei ein größeres Defizit aufgetreten. Aber erst im Jahre 1932 habe sich ein auffälliger Fehlbetrag ergeben. Die damals zuständige Behörde habe es an der not-

Im Spiel gegen Ehringshausen darf sich 1900 nicht auf die Möglichkeit verlassen, daß es sich um

wendigen Beaufsichtigung fehlen lassen. Das Gericht vertrete weiterhin die Auffassung, daß der Ange­klagte das Durcheinander in seinen Büchern ab­sichtlich herbeigeführt habe, um seine Verfehlungen au verdecken. Seine Bemerkung, daß selbst fünf Professoren nicht mehr aus der Unordnung in sei­nen Büchern herauskämen, sei bezeichnend. Die Kammer glaubte aber nicht, daß ber Angeklagte die gesamte fehlende Summe in Höhe von 14 000 Mark für sich verbraucht habe. Es seien hierbei verschie­dene Posten auszuscheiden, doch seien ungefähr 8000 Mark in die Tasche des K. geflossen. Weiterhin sei Mll juui jujuh

ber Angeklagte nicht befugt gewesen, die beiden 'morgen die Entscheidung. Durch die Platzsperre in

verein aufeinander. Die Artilleristen haben am letzten Sonntag nicht gefallen können und sie werden auch diesmal um eine Niederlage nicht herumkommen, wenn sie sich nicht auf sich selbst besinnen unb ihre! ganze Spielweise grundsätzlich ändern. Denn der Mio. Gießen wird ebenso, wie es 1900 tat, evtl, auftretende Mängel ausnutzen und seinerseits Wert auf eine möglichst eindeutige Entscheidung legen.

Die Heuchelheimer haben schon einmal die lieber» legenheit der Gäste zu spüren bekommen. Sie wer­den auch diesmal nicht viel ausrichten können. Ge­rade deswegen aber sollte ihr Hauptaugenmerk dar­auf gerichtet sein, die Niederlage so erträglich wie möglich zu gestalten.

Der Lokalkampf in Gießen.

, , : bie Gelder gleich zur Auszahlung ge- rial eine Nachwuchsmannschaft ausgestellt.

ößten langt seien. Bezüglich der beiden Untreuehanolun- 1. FL. Großen-Buseck L Spv. Heuchelheim.

, u. v v , ? Rück- gen lehnte das Gericht ausdrücklich eine Anwen- Nach langer Pause empfangen die Schwarzaelb-m

Zahlung sei außerdem fraglich. Die Feldbereini- buna des § 27b StGB. (Umwandlung in eine Geld- am kommenden Sonntag ihren alten Rivalen den gungskasse fei insofern ausgeschädigt. Diese beiden strafe) ab. I Spv. Heuchelheim. Schon oft genug haben fick beide