9.
AlitterncMche Feier der Ü aus dem Gleiberg
der Festungshaft in Landsberg, noch in den darauffolgenden schweren Jahren des Kampfes der NSDAP, um die Erringung der Macht. Sein Glaube, feine Treue und fein Fanatismus waren unerschütterlich, fein können überragend, und feine Beharrlichkeit gab uns allen ein leuchtendes Beispiel der Nacheiferung, wir hätten niemals den Sieg über die Mächte des Der- derbens in fo kurzer Zeit davonlragen können, wir hätten heute auch nicht das Großdeutsche Reich, wenn nicht der Führer gewesen wäre. Daß die internationalen Mächte 1933 trotz ungeheurer Anstrengung das Spiel verloren haben, verdanken wir einzig und allein dem Führer.
In kurzen Worten wies der Kreisleiter auf die Befreiung des Saargebietes und des Rheinlandes durch den Führer hin. er erinnerte an die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, an unsere Rüstung und an die Sicherung unserer Grenzen, er rief die Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes in das Reich allen Hörern in die Erinnerung zurück und betonte auch, daß der Führer unser Deutschland wieder zu einem Staat der Ordnung, der Sauberkeit, der Anständigkeit und der Arbeit gemacht hat. Der Führer hat die Welt aufgeklart, und wird dies weiter erfolgreich tun, über den wahren Feind aller Völker und Nationen, der seine Verkörperung und Tarnung findet im Kommunismus, im Freimaurertum, im politischen Konfessionalismus und in den sogenannten demokratischen Stagtsfor- men westlicher Prägung. Mit rücksichtslo-ser Offenheit wird der Führer, wie gestern abend, den internationalen JuLenknechten aller Länder die Maske vom Gesicht reißen. Er wird ihnen die Wahrheit mit aller Deutlichkeit ins Gesicht schleudern, bis die Völker erwachen und ihre wahren Femde endlich erkennen. Dann wird auch der Friede in Europa und der ganzen Welt gesichert sein.
Solange aber die Wölfe im Schafspelz iü den anderen Ländern noch maßgeblichen Einfluß haben, solange dem Juden nicht überall seine Macht endgültig genommen ist, solange muß Deutschland auf der Hut sein und darf sich nicht durch irgendwelche Phrasen ausländischer Judenknechte in Sicherheit wiegen lassen. Auch im Innern des Reiches gilt es. wachsam zu sein. Noch lebt die alte Mißgunst und Zwietracht hie und da im Verborgenen. Noch hassen die getarnten Feinde der deutschen Frecheit, daß ihre Tage nochmals wiederkommen werden.
Danken wir dem Schöpfer, daß wir neben der Wehrmacht, die die Grenzen des deutschen Reiches gegen jeden Angriff zu schützen vermag. die Nationalsozialistische Deutsche Arbei- terpartei haben, der die gesamte Menschenführung vom Führer übertragen wurde. Sie ist ihm Garant dafür, daß das Volk nationalsozialistisch erzogen und geführt wird, und daß die Mächte des Verderbens immer wieder aufs Haupt geschlagen werden und daher keinen festen Fuß mehr fassen können.
Ansprache.
Das Treuelied der Staffel hallt über den Burghof. Die Feierstunde ist beendet. Nun formieren sich nach dieser eindrucksvollen Stunde die Züge der jj 'h in die Stadt.
Seien wir da rücksichtslos gegen jeden, der die gottgewollten Grundsätze des Nationalsozialismus zu verletzen versucht. Wir sind es den Opfern der Bewegung. zu deren Gedächtnis wir heute feierlich versammelt sind, und den Opfern aus den Schlachtfeldern schuldig. Wir sind es als verantwortungsbewußte Deutsche aber- auch schuldig den Helden deutscher Vergangenheit, die sich zu allen Zetten für Deutschlands Größe eingesetzt- haben, und all den Generationen nach uns, für deren Schicksal wir heute schon vor dem Allmächtigen die Verantwortung tragen. Es lebe das ewige Deutschland!
Ser Schluß der Feierstunde.
Im Anschluß an die Rede des Kreisleiters gab die Kreiskapelle Wetterau mit einem feierlichen Mu- sikvortrag der Stunde den stimmungsvollen Ausklang. Mit dem Gruß der Treue und des Dankes an den Führer fand dann die denkwürdige Feier ihren Abschluß.
der Dolkshalle den Absperrdienst zersetzen. Dann waren sie zum Gleiberg marschierte In dem Burghof standen, flankiert von Staffelmannern, die 71 Bewerber. Kreisleiter Backhaus war mit fernem Stab heraufgekommen. Auch einige Offiziere der ^-Standarte 2 „Germania' wohnten der Feier-
3n 1% Stunden 18 Verkehrssünder!
Am gestrigen Mittwoch gegen 18 Uhr ereignete sich in der Nähe der Wellersburg ein Verkehrs- Unfall. Dort wurde ein etwa 60 Jahre alter Mann aus Wieseck, der auf dem Fahrrad, von seiner Arbeitsstelle in Lollar heimkehrend, von der Landstraße in die Moe-serstraße des Ortes Wieseck em- biegen wollte, von einem hinter chm herfahrenden Personenauto ungefähren und zu Boden geworfen. Dabei erlitt der Mann Kopf, und Armoerletzungen, sowie eine Gehirnerschütterung, die nach erster ärztlicher Hilfeleistung seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik erforderlich machten. Der Verunglückte soll es am Zeichengeben für die Absicht seiner geplanten Richtungsänderung haben fehlen lassen. Die behördlichen Ermittlungen über die Schuldfrage sind noch im Gange.
Während die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Gendarmerie zu den erforderlichen Ermittlungen an der Unfallstelle weilten, kamen eine Anzahl Radfahrer und Motorradler angefahren, die an ihren Fahrzeugen entweder gar kein Licht oder nur völlig unzulängliche Beleuchtung hatten. Im Verlause von IV2 Stunden mußten die Beamten der Gendarmerie 18 Fälle von Verkehrssün- b en (ungenügende oder überhaupt völlig fehlende Beleuchtung der Fahrräder bzw. Motorräder) feststellen und die Fahrer zur Verantwortung ziehen. Ein Teil von ihnen kam mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung davon, in den schwereren Fällen wurden die Fahrer jedoch zur Strafanzeige notiert. Das dicke Ende für diese Verkehrssünder wird noch folgen.
Steuerbefreiung
für Weihnachtsgeschenke.
Fwb. Einmalige Zuwendungen von Arbeitgebern an ihre Gefolgschaftsmitglieder zu Weihnachten (Weihnachtsgeschenke), gleichgültig, ob sie vertraglich vereinbart sind oder freiwillig gegeben werden, sind im Kalenderjahr 1938 von der Einkommensteuer (Lohnsteuer), Wehrsteuer, Gewerbesteuer (Lohnsummensteuer) und Schenkungssteuer befreit, wenn die , folgenden Voraussetzungen erfüllt sino.
Heute vor 50 Zähren wurde Fürst Bismarck Gießener Ehrendoktor.
Am 10. November 1888, als dem Geburtstag Dr. Martin Luthers, verlieh die Theologische Fakultät der Landesuniversität Gießen dem Fürsten von Bismarck die theologische Doktorwürde und überreichte ihm dazu ein entsprechendes Diplom.
Am 18. November
neue Winterhilfs-postwertzeichen.
Lpd. Die diesjährigen Postwertzeichen zugunsten des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes (WHW.) zeigen Bilder der Ostmark, in Verbindung mit dort vorkommenden Blumen, nach Entwürfen des Berliner Künstlers von Axfter-Heudtlaß, und zwar Freimarken zu 3 + 2 Pf.: Burg Forchtenftem (Burgenland) mit der Silberdistel; zu 4 + 3 Pf.: Flexen- ftraße (Vorarlberg) mit der Frühjahrsanemone; zu 3u 5 + 3 Pf.: Zell am See (Salzburg) mtt der Aurikel: 311 6 + 4 Pf.: Großglockner (Kärnten) mit dem Edelweiß; 311 8 + 4 Pf. Ruine Aggstem (Wachau) mit dem Alpenveilchen; 3U 12 + 6 Pf.: Denkmal Prinz Eugens (Wien) mit der Heckenrose; zu 15 + 10 Pf.: Erzberg (Steiermark) mit der Alpenrose; zu 25 + 15 Pf.: Hall (Tirol) mit dem stengellosen Enzian; zu 40 + 35 Pf.: Braunau (Ober-Oesterreich) mtt dem Krokus, und Postkarten zu 6 + 4 Pf., deren Wertstempel als Schmuck zwei Edelweißblumen zeigt. Jeden Monat erscheint eine neue Postkartenausgabe, die auf der linken Hälfte der Anschriftseite ein Bild nach der jeweilig heraus- kommenden Monats-Türplakette trägt. Der Wertstempel ist jedoch stets der gleiche. Die Postkarten mit der Oktober- und November-Türplakette erscheinen gleichzeitig, die übrigen am 1. jeden Monats.
Weihnachtsmartt derNG -Frauenschast
und des Deutschen Frauenwerkes.
rers an die Staffelmänner fand ein kräftiges Echo. Dann berichtete der Standartenführer von dem Ableben des Gesandtschaftsrates vom Rath, der feiger jüdischer Mörderhand zum Opfer gefallen ist.
Zur Mitternachtsstunde beginnt die Uebertragung der Feier in München, die ausgezeichnet funktioniert. Während ein frischer Wind sich in dem Burghof verfängt, stehen die Staffelmänner unter dem Eindruck des Ernstes dieser Stunde wie festgebannt. Die Eidesformel, die Reichsführer ff Himnvler den Rekruten vorspricht, wird auch hier auf dem Gleiberg von den Bewerbern naHaesprochen. Dann lauschen alle den Worten des Führers, der anläßlich dieser ersten Vereidigung im Großdeutschen Reich den Sinn der Schutzstaffeln erläutert. Sein Hinweis darauf, daß nun jeder einzelne mit Leib und Leben dem nationalsozialistischen Volksstaat gehört, prägt sich in die Herzen der Zuhörer ein, und die Mahnung des Führers, ,Haß ihr den Spruch wahrmacht: Eure Ehre muß immer und unter allen Umständen die Treue sein!" beschließt seine
Gss. Lottchen kommt ganz aufgeregt aus der Schule und ruft gleich: „Mutti, Mutti, hast du denn auch schon gehört, daß es einen Weihnachtsmarkt gibt? Heute haben sie in der Schule er- zählt, Christkindchen sei schon fest an der Arbeit.
Mutti meint: „Ja, Liebling, hast du denn auch gefragt, won der Weihnachtsmarkt ist und was es da alles gibt?"
Lottchen: „5a, Mutti, die anderen Kinder und der Herr Lehrer haben erzählt, das Christkindchen habe dieses Jahr so sehr viel zu tun, auch für die Sudetendeutschen, und da hat es die Frauen vom Deutschen Frauenwerk beauftragt, ordentlich mitzu- helfen, weil es allein gar nimmer fertig wird. Ach, Mutti, was es auf dem Weihnachtsmarkt alles geben soll! Jedes Kind auf dem Schulhof hat heute etwas anderes gewußt. Bei der einen, Mutti, hat bas Christkind einen Schubkarren bestellt, die an- dere zieht Puppen an, Kasperlefiguren mit ganz
drolligen Gesichtern gibt es, Stofftierchen, Bilderbücher, Bilderlottos, auch was zum Anziehen und alles selbstgearbeitet. Ach, von so viel schonen Sachen haben die Kinder noch erzählt, und damit ihr auch beftimmt mit uns eingeht, soll es auch wunderbare Arbetten für die Erwachsenen geben. Und denk dir nur, ein Kasperletheater ist auch dort. Mutti, du hebst doch recht viel Geld für den Wech- nachtsmarkt auf; mit dem Erlös soll dann an Weihnachten vielen Menschen in Deutschland eine große Freude gemacht gemacht werdem Das will unser großer Führer doch auch haben."
Der Weihnachtsmarkt findet am 3. und 4. Dezember in den Räumen des Klubs zu Gießen statt.
Zu der gleichen mitternächtlichen Stunde des auf den 10. November, in der alljährlich an der Feldherrnhalle in München die Vereidigung der Rekruten der ff-Verfügungstruppe und der ff- Totenkopfverbände vor dem Führer erfolgt, war der Gießener Sturmbann 1/83 d e r ff auf der Burg Gleiberg aufmarschiert, um mit seinen au vereidigenden 71 Bewerbern an dieser Feierstunde teilzunehmen. -
Die Staffelmänner hatten bet der Gedenkfeier tn
1. Die einmalige Zuwendung muß tn der Zett vom 25. November bis zum 24. Dezember 1938 erfolgen. Sie kann in Geldleistungen oder in vach- werten bestehen. 2. Die einmalige Zuwendung darf bei Arbeitnehmern, die nach den Vorschriften über den Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) zu behandeln sind: als ledig: 130 RM., verheiratet: 180 RM., Arbeitnehmer mit einem Kind: 210 RM. nicht übersteigen. Der Betrag von 210 RM. erhöht sich um je 30 RM. für das zweite und stdes folgende Kind 3. Die Steuerbefreiung gilt nur für Arbeitnehmer deren Arbeitslohn 260 RM. monatlich (240 RM vierwöchentlich, 120 RM. vierzehntaglich, 60 RM. wöchentlich) nicht übersteigt. Als Arbeitslohn in diesem Sinn gelten alle Bezüge, die dem Steuerabzug vom Arbeitslohn unterliegen.
** Sonntags-Rückfahrkarten zum Martinimarkt in Herborn. Zu dem am kommenden Montag, in Herborn stattfindenden Martinimarkt wird die Deutsche Reichsbahn Sonntags- Rückfahrkarten im Umkreis von 50 Kilometer um Herborn ausgeben lassen. Auf allen Strecken um Herborn werden die planmäßigen Zuge mtt verstärktem Wagenpark fahren.
Große Strafkammer Gießen.
Gestern hatte sich der O. G. aus Ottweiler (Saar) Dor\ber Großen Strafkammer wegen Amtsunter- fchlagung zu verantworten. D^r Angeklagte war, nachdem er mit der Qualifikation zum gehobenen mittleren Dienst vom Militär abgegangen war, von 1933 bis 1936 beim Kreisamt Friedberg als Voll- Aiehungsbeamter tätig. Hier ließ er sich schon bald Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen, die damit begannen, daß er Gelder, die er in feiner amtlichen
Eigenschaft eingezogen hatte, nicht abführte, sondern für sich verbrauchte. Da der Angeklagte während der ersten Zeit seiner Tätigkeit neben seinen Gebühren als Vollziehungsbeamter auch noch seine Uebergangs- bezüge von der Militärbehörde erhielt, feine wirtschaftlichen Verhältnisse somit ziemlich günstig waren, beschränkten sich feine Verfehlungen zunächst auf einige Fälle mit geringen Beträgen. Anders wurde es, als die Uebekgangsbezüge wegfielen und er nur auf die Gebühren aus seiner Vollstreckungstätigkeit angewiesen war, die ihm aber noch ein ausreichendes Einkommen gewährten. Seit dieser Zeit betrieb der Angeklagte feine Manipulationen in größerem Stil und schädigte hierdurch das Kreisamt Friedberg . bzw. feine Auftraggeber um rund.600 RM. Die Verfehlungen traten in diesem Ausmaß erst zutage, als der Angeklagte bereits aus dem Dienst des Kreisamts Friedberg ausgeschieden war und eine neue Stellung im Saargebiet angetreten haste. Auf mehrmalige Anforderung durch das Kreisamt Friedberg zahlte er einige Betrage der von ihm veruntreuten Gelder zurück. Da ihm dies offensichtlich auf die Dauer finanziell nicht mehr möglich war, stellte er sich schließlich in Saarbrücken der Polizei und legte dort ein volles Geständnis ab.
In der Hauptverhandlung, die wegen der zahlreichen Fälle zwei Verhandlungstage in Anspruch nahm, schränkte der Angeklagte fein Geständnis in einigen entscheidenden Punkten wieder ein. er bequemte sich jedoch am Schluß dazu, der Wahrheit die Ehre zu geben und gab die ihm zur Last gelegten Verfehlungen im wesentlichen zu. Von den 26 zur Anklage stehenden Fällen konnten ihm vier nicht nachgewiesen werden, so daß insoweit Freispruch erfolgte. Im übrigen erkannte das Gericht wegen Amtsunterschlagung in 22 Fällen auf eine Gefängnisstrafe von neun Monaten.
Sprechstunden der
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen.
Pünktlich zur festgesetzten Zeit wurde die Sturmbannfahne in das offene Dreieck getragen Dann erschien der Führer der 83. -/-Standarte, ^-Sturmbannführer Müller, dem der Führer des Sturm- Hannes 1/83, Untersturmführer St astn y - H em nach dieser embi Meldung erstattete. Der Gruß des Standartenfuh-1 zum Rückmarsch
,2Iuf besondere Empfehlung des Chefs", hat Wer-
Million
greifen müssen, Karola.
LUUlll. Z4.UC IHUIIÄICUCII A/niuc wnvm ....... -------- . , , -. .. .
erlebiqt. Sonst hasten Sie vqllkommen freie $)anb! , hebt. Sie trog -- damals tn Nteberau. als sie sich Was wollen Sie mehr? Fragen Sie nicht, bauen zum ersten Male küßten. __ — ' . . . ,. r* < r*. CT 1 1 . P nwX Ifln»« nonrtli flftt «Art r t « AVt' HÖT
und arbeiten Sie! Daß ein Kapitalist sich im Dun
keln hält, kommt mehr als einmal vor. Gesegnete 1 Mahlzeit!"
die Großfabrikation.
Das ist das Ergebnis der Untersuchung. Den Mann wird er sich festhalten. Unter allen Umständen. Wenn er nun auch persönlich noch einen guten Eindruck macht, hat er den geeigneten Mitarbeiter gesunden, her das erste Futter für seine Maschinen gibt
nicke gesagt ,, ,
Komischer Betrieb, bei dem kein Mensch den Chef kennt oder zu sehen bekommt. Was mag das für ein merkwürdiger Kerl fein? „Ein alter verfchrobe- nor G’ain". faat Wanaenheim, mehr nicht. Kein
chen, die seine Arbeit, ttn Grunde nicht berühren. Als er sich todmüde in feinem Bett reckt und streckt, schlägt» es draußen dreimal, Er hat nur noch vier Stunden Schlaf. Um sieben muß er wieder 'raus.
Er wird sich bemühen, gleich einzuschlafen.
Der Sonntag aber gehört ihnen. Da gibt es keinen Dienst, da' sind keine Verhandlungen zu führen.
stellte.
Am Sonntag aber ruht das alles. Karajan hat der Versuchung, auch den Feiertag zum Werktag zu machen, glücklich öiberftanben.
Nein, Sonntag ist Feiertag, Sonntag ist Karolas Tag. Sie erobern an diesen Tagen gemeinsam Dresden und seine Umgebung.1 Ach, es ist doch ein großer Unterschied, ob man so etwas wie Burg Hohnstein allein besieht oder ob man seinen Arm beim Blick über die gewaltige Mauer leicht um Ka-
Der Herbst färbt schon die Wälder bunt, er Fäden und läßt sie treiben. Die Menschen sagen: Altweibersommers Aber der Herbst meint es in die-
Flink und sehr genau legt das Schiff von- der einen Elbseite an der anderen an. Die beiden Haltestellen sind nur einen „Hallo-Ruf" voneinander ent
fernt.
„Herbert!"
„Karola!"
Sie reichen sich die Hand und lachen. Ach, ist das Leben schön, wunderschön!
Karajan freut sich, wenn die übrigen Fahrgäste sich nach Karola umsehen, er ist stolz, das Mäd^m an seiner Seite zu haben. Karola hört und sieht nur ihn.
„Wie geht es vorwärts, Herbert?"
Hm. Gar nicht Übel. Der J^nge hat eine über-1 ba braucht Kardan nicht zu ^rreisen, um irgend raschende Art, schwierige Aufgaben mit einfachen welche Einkäufe zu machen, da hat er sogar Dr. Mitteln zu läsen. Begabt, außerordenllich begabt, ©rote 3um Teufel gejagt, der ihn sonst keinen Tag
geheimnis.
Ulkig. Na, schließlich braucht er sich darüber keine grauen Haare wachsen zu lassen. Vielleicht ist es irgendeine sehr bekannte Persönlichkeit, die Wert darauf legen muß, daß niemand weiß, wer eigen!- lich hinter dem ganzen Unternehmen steht.
Wangenheim Ht mit allem Vollmachten ausgeru- stet. Er hat den Vertrag mit unterzeichnet und Wangenheim hat die Sache in Ordnung befunden. Was braucht er sich also um die Verflechtungen und Der- strickungen des Kapitals zu kümmern?
Wangenheim verrät auch nichts, kein Wort.
„Sie sind mir ein lieber Freund, Karajan", so ungefähr hatte er seine Neugierde zurückgewiesen, „aber ich bin ein Jurist und Notar dazu. Und wenn ich das Maul halten muß, unter allen Umständen sogar, dann sollten Sie so liebenswürdig sein, mi£ nicht mit überflüssigen Fragen zu bestürmen. Die Sache ist in Ordnung, so klar und so golden wie nur etwas. Hier die Gutschrift! Sie werden erkennen, daß es fast eine Million Mark ist, die ich verwalte. Alle finanziellen Dinge werden durch mich
aus den Händen läßt.
Ein toller Bursche übrigens, dieser Grote. Jung, aber von unglaublicher Zähigkeit. Außerdem intelligent, er bringt dauernd neue Vorschläge, die Hand und Fuß haben, erweist sich jedenfalls als der ge- schickteste Konstrukteur, den er bisher gefunden hat. Er beglückwünscht sich jeden Tag von neuem zu die- fern Menschen, obgleich er gar kein Verdienst daran hat. Denn eigentlich war's der unsichtbare Chef, der ihm diesen tüchtigen Mitarbeiter zur Verfügung
ner Kauz", sagt Wangenheim, mehr nicht. Wort weiter über den Mann, der hier eine ! ausgibt, um einen bereits einmal verkrachten Erfinder zu finanzieren. Er dürfe nicht reden. Berufs-
„Gut, Karola. Die Mauern wachsen aus den Gruden. Du mußt dir's mal ansehen, wenn du Zeit hast."
„Ich muß jetzt tüchtig üben, Herbert. Das Konservatorium gibt ein Konzert, und es ist nicht ausgeschlossen, daß deine kleine arme Karola zum ersten Male öffentlich austreten muß."
„Ich werde beide Daumen halten. Was spielst du?"
„Beechoven. Ich spiele überhaupt nur Beethoven" • „Eigenartig, ich habe dich noch nie spielen hören, Karola."
„Du wirst bald genug davon haben, wenn wir erst . . ." Sie stockt errötend und kneift chn in den Arm: „Na, du weißt schon!"
Ja, er weiß schon. Sie braucht gamichts zu sagen. Er legt den Arm um ihre Hüfte und flüstert: „Es soll nicht lange dauern! Warte nur, bis das Werk steht! Dann komme ich und hole mir mein kleines Mädel."
Da fährt ihm Karola über das widerspenstige Haar. „Laß mich nicht zu lange warten, Herbett! Können wir nicht heiraten, ehe das alles . . .?"
„Nein. Das mache ich nicht. Das wirst du be-
sem Jahre gut mit den jungen Menschen. Er gießt Gold und klare, durchsichtige Ferne über die Landschaft und zaubett einen schönen Abglanz des verflossenen Sommers über Berg und Tal.
„Mr fahren mit dem Dampfschiff ins Elbs and- fteingebirge!"
So haben sie es verabredet. So führen sie es auch durch. Karajan steht in Blasewitz auf der Landungsbrücke, er winkt wie ein Schulbub, denn vorn am Bug der „Leipzig" flattert Karolas grünes weites Kleid mit den bunten Blumen, das er so über alles
Mm Stau mit gioütm M
Roman von Äurt Riemann
Copyright by fßerlag Oskar Meister, Werdau l. Sa 29 Fortietzung (Nachdruck oerbotenb
Arn Nachmittag hat er die ersten Besprechungen mit dem Architekten. Die dauern bis in den späten Abend. Karajan vergißt beinahe seine Verabredung mit Karola. Als er sie anruft, fitzt sie bereits eine gute Stunde auf dem Luisenhof. Aber das tut ihr nichts, sie weiß ja, wo Karajan steckt.
„Mach dir keine Sorgen, Liebster', troftet sie ihn, „was du jetzt vorhast, das geht vor. Denk an mich, aber laß dich bitte nicht aufhalten!
„Du bist ein sehr kluges und vernünfttges Mädchen, Karola!"
Er hört ihr dunkles Lachen.
„Gar nicht, Herbett. Ich habe dich nur heb. Kluge Frauen gibt es gar nicht, wenn ein Mann dabei im Spiele ist. Man kann eben nur alles, wenn man liebt... aber nicht aus Klugheit, 0 nein. Sehen wir uns morgen?"
„Um die gleiche Stunde wie immer."
Spät in der Nacht kommt er nach Haus. Er hat sich zwei Zimmer gemietet in Blasewitz, dann spart er den wetten Weg von der Innenstadt zur Baustelle. Auf den Tisch hat seine Wirtin ein wenig kaltes Fleisch, Butter und Brot gestellt. Unter der breiten Mütze aus Wolle wartet eine Teekanne auf ihn.
Herrlich!
Er ißt mit bestem Appetit. Dann überleat er, ob er schlafen gehen soll. Aber da sind noch die Entwürfe dieses jungen Ingenieurs. Grote heißt der Mann. Wangenheim hat ihn geschickt und gemeint, das wäre einer der gescheitesten Menschen, die er kenne.
Und dann ist sie eine Wette still, denn es fällt ihr bedrückend auf die Seele, daß noch der Tag auf sie märtet, an dem sie ihm alles sagen muß! Wenn er das erfährt, was dann?
Sie schließt die Augen. Das Master rauscht um den Bug des Schiffes. Es rauscht und fließt dem Meere zu, unaufhaltsam. Und es dünst ihr ein Symbol ihres eigenen Schicksals, in der Unauf- haltsamkeit des Geschehens . . .
Wird sie dem allen gewachsen sein? . . .
Herbert darf nie erfahren, wer sein Chef fft. Sie muß einen Weg mit Wangenheim finden, um das zu verdecken, irgendeinen. . .
Karajan wird nie begreifen, daß sie nur aus Liebe zu ihm so handelte, wie sie es getan hat. Aber kann man mit einem Geheimnis eine Che beginnen? Nein, nein, und tausendmal nein! Klarheit soll zwischen ihnen sein. Offenheit also? Ein Geständnis?— Zu spät. Diel au spät. Das hätte man in Niederau tun müssen, ehe von Geld und Geschäften die Rede war. Mit Erfolg, daß Karajan auf der Stelle abgereist wäre . . .
(Fortsetzung folgt!)
„Na, wollen mal sehen." Er ist ja reichlich mißtrauisch. Der junge Mann weiß natürlich von seinem Verfahren noch iud)ts Entscheidendes. Was er da ’ Mahlzeit!" vorlegt, ist gewWkrmaßen eine Att Probevorfüh- Na, das war deutlich. Man hat den Mund zu rung. halten. Schön. Ihm foll's glttch sein. Das +md Sa-
Karajan vertieft sich in die Zeichnungen. Es sind ' fast alles Gegenstände des täglichen Bedarfs: Türgriffe, Möbeluittersäke, Gardinenhalter, Quasten, Achlüsselschilder, Beschläge, Karossettebauteile, aus» gezeichnete Entwürfe für Tassen, Teller, Kannen; dann auch Dinge für die Mode, Knöpfe, Gürtelschnallen; und endlich technische Bedarfsartikel für
rolas Hüfte legt und dann fa$t: „Schau mal ... wie bas abftürjt in bie liefe . ....... . . , | °'ga‘'bas kann sie begreifen. Nicht mit bem Der.
- stand, aber in ihrem Herzen. O Herbert, wird es einen zweiten Menschen geben, ein anderes Mäd- chen, eine andere Frau, die dein empfindliches Herz so gut kennt wie ich? Ich glaube neiq, denkt Karola.


