Einzelbild herunterladen

Ilr. 264 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, lv. November (938

Aus der Stadt Gießen.

Die Toten vor der Feldherrnhalle nicht umsonst gefallen!

Martinstag.

Eindrucksvolle Feier der Gießener Bevölkerung in der Botkshalle

Gedenkrede des Kreisleilers Backhaus

H.

m

ZU riechen braucht.

Wiederfrisch MsWM

Wie komme ich zum Erfolg?

Amerikanische Lebensweisheiten.

in unfern Dörfern von Pachtgelder, Zinsen usw. bezahlt. In Städten und man schon allgemein den Zahltag erklärt. Auf dem bezahlt, wenn die gesamte

weise Richter genötigt gewesen wäre, auch darüber zu befinden, ob. alles das, was stinkt, allem dem, was duftet, ungefähr die Waage hält. Der Chronist, der der Meinung ist, daß es auf der Welt eine unendliche Menge von Dingen gibt, die stinken, und nur sehr wenige, die duften, hätte Miß Margaret ein Freudengeld von mindestens zehntausend Pfund aufgebrummt. .

Aber der Chronist hat glücklicherweise keine hochst- richterlichen Entscheidungen zu fällen. So kann er nur seiner Verwunderung Ausdruck geben über die Großmut der menschlichen Seele, die intf tanbe ist, eine Welt schön zu finden, in der ein Duft von hundert Stänkereien kommt.

Während die Fahnen gesenkt waren, die Kampf­formationen stillstanden und die große Versammlung sich von den Sitzen erhoben hatte, verlas der Stan­dartenführer die Namen der Toten der Bewegung vor der Feldherrnhalle und der Opfer im Gau Hessen-Nassau. Nach jeder Namensnennung klang von dem Spielmannszug der Standarte 116 feier­licher Trommelwirbel auf. Nach dem Namensaufruf kam das Kommando an die Formationen:Hebt die Fahnen!" undRührt Euch!" Dann hörte man die

Auch am Tage die Haut gut pfle­gen. Das Gesicht mit Nivea-Creme leicht massieren, das kräftigt die Haut, regt sie an und erfrischt sie.

Der Martinstag war jeher ein wichtiger Tag. werden an diesem Tage größeren Gemeinden hat ersten Oktober zu diesem flachen Lande aber wird

erschüllerlichen Glaubens ist. Diese Organisation ist für alle Zeilen die Nationalsozialistische Deut­sche Arbeiterpartei.

Wir wissen aus der zweitausendjährigen Geschichte unseres deutschen Volkes, daß die deutschen Heere stets unüberwindlich waren, daß aber trotzdem sehr oft der Sieg zum Mißerfolg wurde, weil die große, alle Stämme verbindende Idee fehlte, die, wie wir heute sehen, nur durch eine politische Organisation wie die NSDAP, wachgehalten wer­den kann.

Denn in unserem Volk gibt es ein Erbübel, gegen das der Kampf immer wieder unerbittlich ausge­nommen werden muß: das ist Mißgunst und Zwietracht. Der größte französische Feldherr, Napoleon Bonaparte, hat nach dem ersten Abschluß seiner europäischen Eroberungsfeldzüge in der Ver­bannung auf der Insel Elba darüber folgendes ge­sagt:Die törichte gegenseitige Mißgunst der Deut­schen habe ich wohl gehegt. Immer haben sie mehr Erbitterung gegeneinander als gegen den wahren Feind gezeigt." Gegen dieses Erbübel der Deutschen haben alle großen Männer der deutschen Geschichte immer wieder ankämpfen müssen, aber es ist ihnen nicht gelungen, es auszurotten. Schien es einmal durch die Tatkraft großer Männer eine Zeitlang verschwunden zu sein, dann trat es plötzlich wieder

fragten, ob sie verrückt geworden wäre, antwortete sie:Wieso? Wieso habt ihr gemerkt, daß das Heu ist? Ich habe nun für euch Männer seit zwanzig Jahren Tag für Tag gekocht, und in der ganzen Zeit habe ich nicht ein Wort gehört, mit dem ihr mir zu verstehen gegeben hättet, daß ihr nicht ge­rade Heu eßt!" B-,

ein weiteres Zeichen der innigen Verbundenheit aller Volksgenossen mit den Toten der Bewegung.

Die Bühne zeigte rechts und links eines großen Hoheitszeichen^'das Hakenkreuz, umgeben von der Nachbildung von Lorbeerkränzen, ferner rechts und links Pylone. Als Vertreter der Wehrmacht waren viele Offiziere des Standorts mit dem Standort­ältesten, Generalleutnant Oßwald, an der Spitze erschienen, ferner waren alle Behörden durch ihre Leiter und die Universität durch viele Angehörige ihres Lehrkörpers vertreten. Kreisleiter Backhaus als Hoheitsträger der NSDAP, im Kreise Wetterau und die Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen wurden von der großen Menschenmenge in der Volkshalle mit gebührender Achtung begrüßt.

Die Kreiskapelle Wetterau leitete die Feierstunde mit entsprechender Musik ein. Hierauf sprach

Kreispropagandaleiter Heymann

im Auftrage des Kreisleiters kurze Einführungsworte zu der großen Versammlung, in denen er die Toten vor der Feldherrnhalle und die Blutzeugen der spä­teren Kampfjahre als leuchtende Vorbilder für die Gesamtheit unserer Volksgemeinschaft jedem einzel­nen vor Augen stellte mit dem Wunsche, daß der Geist und die Opferbereitschaft jener Männer bei uns allen Eingang finden und stets lebendig wirkende Kraft im Dienste unseres ewigen Deutschland haben möchte. ,

Nach einem weiteren Musikstück der Kreiskapelle folgte die feierliche Totenehrung durch den Ver­treter der SA.,

Standartenführer Lutter.

Ernte eingebracht ist.

Nun ist es so weit. Die Felder sind leer, die letzten Früchte sind geborgen. Die sonnigen Herbst­tage sind vorüber, unwirtlich äst das Wetter. Nur dann und wann dringt die Sonne durch. Die letzten Blätter müssen von den Bäumen.

Da kommt der Martinstag. Diele hundert Jahre lang war an diesem Tage derZehnte" fällig, d. h. von den Feldfrüchten mußte der zehnte Teil an die Herrschaft abgeliefert werden. Das waren oft schlimme Zeiten, wenn Kriegsnot oder Mißwachs die Ernte vernichtet hatten, und derZehntetag" war gefürchtet. Heute werden die Abgaben und Steuern vom Staate fürsorglich auf das ganze Jahr verteilt. Die Pacht- und Zinsgelder auf den Dör­fern werden aber auf den Martinstag fällig.

Unter den Tieren, die seinerzeit abgeliefert wer­den mußten, befand sich auch die sogenannte Mar- tinsgans. Wir kennen sie, auch in der Stadt. Sie ist uns geblieben und erscheint in diesen nebeligen trüben Tagen als ein Lichtblick. Braun und knuspe­rig gebraten, innerlich gefüllt mit allerlei schönen Suchen, so steht sie auf dem Tisch. Dazu gibt es gute Tunke, gedämpften Kohl und Kartoffeln. Es ift gewiß ein feierlicher Augenblick, wenn der Haus­herr das Messer zückt und den Familienmitgliedern ihre Stücke zuteilt. Das sind kleine Tafelfreuden im November. Mag es draußen stürmen oder regnen, die Martinsgcms vergoldet doch den Tag.

Auch unfern Kindern bedeutet der Martinstag etwas. Nun gibt es die bekanntenMirtesmänner", die die Eltern aus der Stadt, vom Martinsmarkt,

mitbringen. Das sind gebackene Männchen aus Ku­chenteig mit aufgemaltem Gesicht. Sie schmecken viel besser als Kuchen oder Brötchen. Unwillkürlich flie­gen die Gedanken der'Kinder weiter zum Nikolaus­tag. Dann gibt es schon Lebkuchenteig. Und wenn erst der Geruch von diesem das Haus erfüllt, ist das Weihnachtsfest nicht mehr weit

Martinsgans undMirtesmann", das sind so kleine Freuden, die diese herbstlichen Tage in frohem Lichte erscheinen lassen, die helfen, den Alltag und seine Soraen leichter zu nehmen und mit ungebro­chenem Mute weiterzuschauen in die Zukunft. Darum grüßen wir den Martinstag, erinnern uns dabei unserer Jugendzeit und erzählen vielleicht auch die Geschichte von dem heiliaen Martin, der einst Soldat war, bann aber zum Bischof gewählt wurde. In ferner Bescheidenheit versteckte er sich in einem Gänsestall. Aber diese Tierchen verrieten ihn durch ihr Geschnatter. So wurde der heilige Martin der Schutzheilige unserer Gänse und gab auch der Mar­tinsgans den vertrauten Namen. H.

Der Richter und die Hofe.

Don Peter Bamm.

In der letzten Instanz müssen die Fragen beant­wortet werden. Darum müssen hohe Richter alt und weise sein. Einer, der Philosoph oder gar nur Chronist ist, kann lange darüber reden oder schrei­ben, wie köstlich der Duft der Rosen sei und wie traurig die Welt wäre, in der die Rosen leinen Duft hätten. Eine solche Welt gibt es aber, und ein hoher Richter hatte darüber zu befinden, wie hoch der Grad der Traurigkeit dieser Welt, in

W-lt oon «ar.

garet Cordus in Liverpool. Sie war em junges Mädchen, das gern an Rosen roch. Dann wurde sie von einem leichtfertigen Autofahrer überfahren, bekam eine Gehirnerschütterung, und als sie wieder zu sich kam und die Freunde ihr Rosen brachten stellte sich heraus, daß sie nichts mehr riechen

in die Erscheinung und brachte dem deutschen Volke nach einem wundervollen Aufstieg wieder einen traurigen Niedergang.

Der Kreisleiter wies dann darauf hin, daß auch die neuere Geschichte von 1918 bis 1932 die Richtig­keit dieser Behauptung voll und ganz bestätige. Eine Menge nt-n Weltverbrüderungsaposteln sei in dieser Zeit ausgetreten, die unser Volk durch Miß­gunst und Zwietracht zerrissen und unsere IjeiPigen Begriffe von Vaterland und Freiheit in den Kot gezogen hätten. Und wer wisse, wie es uns in den kritischen Tagen des September dieses Jahres mit den Kritikastern, Nörglern und Besserwissern er­gangen wäre, wenn nicht dem Führer die NSDAP, mit ihrer gewaltigen, alles beherrschenden Idee zur Seite gestanden hätte!

Ende 1923, fünf Jahre nach der furchtbaren Re­volte des 9. November 1918, marschierte auf Mün­chens Straßen eine kleine, aber entschlossene Schar mutiger Kämpfer, um Deutschland von der Schmach und Schande und der äußeren nvd inneren Knecht­schaft wieder zu befreien. Zu ihnen hatten sich am Abend vorher sogenannte nationale Kreise gesellt, die das Versprechen abgaben, ihnen treu zur Seite zu stehen auf Leben und Tod, bis die Frecheit des Volkes errungen sei. Wie hoch ein solches Verspre­chen sogenannter nationaler Männer intellektueller Schichten zu werten war, sollte sich am 9. Novem­ber zeigen Anstatt Treue übten sie Verrat. Sie richteten die Maschinengewehre auf die Kämpfer für die Freiheit. Das alte Erbübel der Deutschen hatte wieder gesiegt. Mißgunst und Hader zerschlu­gen die deutsche Revolution. Das Volk aber mußte weiter ungeheure Qualen erdulden. Die Inflation hatte ihren Höhepunkt erreicht. Die Menschen waren bettelarm geworden, während eine Schicht von Lan­desverrätern Und Ausbeutern schwelgte und praßte. Das Rheinland war inzwischen von Engländern und Franzosen und Schwarzen besetzt worden. Noch gab es vaterlandsliebende Deutsche, die den passiven Widerstand durchführten und dabei ihr Leben aufs Spiel setzten, aber sie wurden bald für einen Judas­lohn von den eigenen Landsleuten verraten und ausgeliefert. Ein Albert Leo Schlageter starb einen heldenhaften Tod für den Freiheits­kampf gegen die Unterdrücker. Er wird uns für immer ein leuchtendes Beispiel höchster Pflichter­füllung und stillen Heldentums sein.

Und wenn wir heute, wie in jedem Jahre am 9. November stille Andacht halten und der vor der Feldherrnhalle gefallenen 16 Kame­raden gedenken, wenn wir ihre Namen uns immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen, weil wir wissen, daß durch ihren Tod der Sieg des Heldentums über die TNinderwertigkeit einge­leitet worden ist, dann wollen wir auch all der anderen Helden gedenken, die für Deutschlands Ruhm und Ehre ihr Leben geopfert haben. Aber über allem Heldentum steht die Persön­lichkeit unseres Führers, der von der Vorsehung berufen ist, eine große göttliche Mission zu er­füllen. Lr hat «ich in den schweren Jahren nach dem 9. November 1923 den Glauben an sein Volk und an den Sieg der nationalsoziali­stischen Revolution niemals verloren, weder in

Einleitend wies er darauf hin, daß an diesem 9.November zum ersten Male die Hakenkreuz- sahnen über ganz G r o ß d e u t s ch l a n d wehen und wir alle nunmehr das beglückende Ge­fühl hätten, daß die Toten vor der Feld­herrnhalle nicht umsonst gefallen sind. Es habe eine Zeit gegeben, wo wir dieses Gefühl nicht hatten und Millionen Deutsche in dumpfer Resignation, in Glaubens- und Hoffnungslosigkeit dahinlebten. Heute aber wüßten wir, daß die Vor­sehung uns auserschen habe, mitzuhelfen und mit- zuerleben, daß Deutschland eine ungeahnte PZieder- auferstehung erfährt. Würden wir nun aber nicht den Nationalsozialismus in uns aufgenommen haben, sondern Individualisten und Materialisten sein, bann würden wir nur dafür sorgen, daß es uns gut ginge, wir würden aber nicht die Verant­wortung in uns tragen, danach zu stoben, daß heute schon das Lebensrecht all der Generationen gesichert wirb, bie in einer langen Ahnenkette nach uns kommen. > .

Hm dieses Ziel zu erreichen, um den ewigen Bestand unseres Volkes und Grohdeulschen Reiches zu sichern, brauchen wir nicht nur eine starke und jederzeit einsatzfähige Armee, son­dern auch eine Organisation, die Bannerträger einer großen Idee und eines starken und un-

Dornoiizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Der Tag nach der Scheidung". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die vier Gesellen".

Erstes Orchesterkonzert im Stadltheater.

Am Donnerstag, 17. November, findet im Stadt­theater bas erste Orchesterkonzert bes Stäbtischen Or­chesters in Verbinbung mit bem Konzertverein statt. Als Solistin wurde Maria Neuß, Berlin (Violine), verpflichtet. Die Leitung bes Konzertes hat Professor Stefan Temesväry. Die Programmfolge steht vor- Pfitzner, Scherzo für Orchester-, Mozart, Violin­konzert in A-dur; Brahms, Vierte Symphonie in e-moll.

Generalversammlung des Volkshallenvereins.

Am Freitag, 18. November, 16 Uhr, Hütt der Volkshallenverein Gießen im Sitzungssaal des Stadt­hauses, Bergstraße, seine Generalversammlung ab.

^°Miß Margaret war natürlich ungemein traurig. Aber bann verklagte sie den Schulbigen au Schmerzensgelb. Der alte unb weise Richter yal ihr tausend Pfund zugesprochen.

Dadurch sind wir in die J3age versetzt, den Wen des Duftes der Rose für England zu errechnen. Da der Duft der Rose einen Fischer in Schottland natürlich ebenso erfreut wie einen Squire w Ken­sington, so können wir, da England vierzig Millio­nen Einwohner hat, sagen, daß der Duft der Rose in England vierzig Millionen mal tausend Pjuno, also vierzig Milliarden Pfund wert ist. Das ist ungefär der Bettag der englischen Aufrüstung, toie ist also gewissermaßen einen Dust wert.

Zum Unglück das heißt zum Glück für Miß Margaret, aber zum Unglück für die Philosophie war der schullnge Autofahrer ein reicher Mann uno hat sofort bezahlt. Wäre er nämlich arm gewesen unb hätte er barüber nachdenken müssen, wie er sich vor seinem Ruin rette, so hätte er vielleicht bemerkt, was der Chronist nunmehr bemerkte, nämlich, baß bie Rechnung nicht aufgeht. Wenn der Richter sagt, daß Miß Margaret ein Schmer­zensgeld bekommen müsse, weil sie die Rosen mchl mehr riechen könne, so haben wir das als em P°?£ ft es Diktum hinzunehmen. Aber dann natürlich müßte sie ein Freudengeld bezahlen dafür, datz sie so vieles, was I' ' :ri ***** rnt>hv

Oie Vorahnung.

Menzel suchte Besucher auf alle Weise von seinem Atelier fernzuhalten. Besonders liebte er es, Zettel an bie Tür zu hängen, auf benen etwa zu lesen ftanb:Man bittet, nicht zu klingeln" ober Bin nicht zu Hause". In seinem letzten Lebensjahr machte er jeboch einen Anschlag ganz besonderer Art. Ein paar Tage vor seiner letzten Geburtstags- feier schickte ein befreundeter Professor sein Dienst, mädchen zu ihm, um ihn für Freitag zum Abend­essen bitten zu lassen. Das Mädchen fummerte. sich nicht um bie an ber Tür hängenben Zettel, sondern klingelte hefttg unb ausbauernb. Als Menzel end- lich doch erschien, richtete es seinen Auftrag aus. Statt jeber Antwort wies Menzel stumm auf einen -Zettel an ber Tür unb verschwand. Da las das Mädchen staunend die Worte:Freitag bin ich krank. Menzel." Zu Hause erstattete sie getreulich Bericht. Dort staunte man zunächst, bann kam man auf bie Lösung bes Rätsels. Am Donnerstag war Menzels Geburtstag, unb ba hatte er eine Vor­ahnung, baß er beim Essen unb Trinken bes Guten zu viel tun würbe, unb so hatte er sich schon vor­her für Freitagkrank gemeldet".

Gießen gedachte am gestrigen 9. November in würdiger Weise der Toten der Bewegung, die am 9. November 1923 vor der Feldherrnhalle in München unb in den späteren Jahren im Kampfe für Deutsch­lands Freiheit und Größe ihr Leben ließen. Als äußeres Zeichen des Gedenkens unb ber unlöslichen Verbunbenheit mit ben Ermorbeten ber national» ozialistischen Bewegung war an allen Häusern reicher Flaggenschmuck zu sehen; aber nicht im Zeichen ber Trauer auf Halbmast wehten bie Fahnen bes Dritten Reiches, fonbern im Stolze bes Sieges unb bes ewigen Ruhmes ber Toten waren bie Fahnen auf Vollmast gefetzt. Mit starker Antellnahme würbe an ben Radioapparaten auch ber Empfang ber Ge- benkfeier in München miterlebt.

In ber Mittagsstunbe fanb am 116er-Denkmal auf bem Landgraf-Philipp-Platz bie erste öffentliche Ehrung ber Toten ber Bewegung am gestrigen Tage statt. Mit Kreisleiter Backhaus waren bort bie Mit- glieber ber Kreisleitung unb eine Anzahl Führer der Glieberungen zur Kranznieberlegung erschienen. Nach Kreisleiter Backhaus, ber bei seiner Kranz- nieberlegung in kurzen Worten bie Größe bes Opfer- tobes ber Ermorbeten von ber Felbherrnhalle unb ber späteren Blutzeugen ber Bewegung, aber auch bie Segnungen bieser Opfer für unser ganzes Volk schildertet legten weitere Kränze nieder für die h*1 der Führer der 83. ^-Standarte, ^-Sturm­bannführer Müller, als Vertreter ber SA.-Stan- barte 116 Sturmbannführer Abler, als Vertreter bes NSKK. Sturmführer Geobbels.

Die Feierstunde in der Bollshalle

Versammlungen auf und bezeugen ihm, welche er­staunlichen Erfolge sie erzielt haben, indem sie seinen Methoden folgten.

In seinem Buche findet der Leser nun den Nieder­schlag der Lebensweisheiten, die Carnegie seinen Schülern mit auf den Weg gibt. Dem nüchternen Europäer wird das, was die Amerikaner so ge­geistert und ihnen den Weg zum Erfolge öffnet, merkwürdig einfach und jedenfalls nicht neu er­scheinen. Im Durchschnitt, sagt Carnegie, entwickelt der Mensch nur zehn vom Hundert seiner in ihm schlummernden Fähigkeiten. Und was muß man tun, um die übrigen neunzig zur Entfaltung zu bringen? Zuerst muß man darauf hinarbeiten, daß die Menschen einen gern haben, vor allem dadurch, daß man sich wirklich für sie interessiert. Man muß lächeln, wie es schon in einem alten chinesischen Sprichwort heißt:Ein Mann ohne ein lächelndes Gesicht soll keinen Laden eröffnen." Man muß gut zuhören, die anderen dazu bringen, über sich zu sprechen, über ihr Geschäft, ihre Liebhabereien, ihre Familie. Ein Reisender, der zu den Kunden nur von sich selbst und seinen Waren spricht, wird keine großen Aufträge mitnehmen.

Eines macht das Buch anziehend, Carnegie weiß feine Lehren durch kleine Geschichten gut zu ver­anschaulichen. So erzählt er oon feinem Namens­vetter, dem Stahlmagnaten Andrew Carnegie, daß er seine Erfolge nicht so sehr der Kenntnis des Stahls als der Behandlung seiner Mitmenschen verdankt habe. Als Knabe in Schottland züchtete er Kaninchen, aber es fehlte dem armen Jungen bald an der Möglichkeit, seine Tiere zu ernähren. Wie half er sich? Er sagte seinen Freunden, daß er, wenn sie genug Klee und Löwenzahn für ihn sammeln würden, seine Kaninchen nach ihnen be­nennen würde, und mit dieser angebotenen Ehrung hatte er großen Erfolg. Als er später seine Stahl- chienen an die Pennsylvania-Eisenbahn verkaufen wollte deren Präsident Edgar Thomson war, nannte er ein Stahlwerk, das er in Pittsburg baute, Edgar-Thomson-Stahlwerk", und nun strömten die Aufträge herein. . .

Carnegie gibt noch viele Beispiele, wie man Er­folg dadurch haben kann, daß man den anderen freundlich behandelt und versucht, die Dinge auch von seinem Standpunkt aus zu sehen. Er gibt aber auch Ratschläge, die das häusliche Leben glücklicher gestalten: Nörgle nicht, kritisiere nicht, würdige die Leistungen deiner Ehehälfte, sei höflich und erweise ihr kleine Aufmerksamketten. Dabei erzähtt er die Geschichte von einer Bauersfrau, die eines Tages, als die Männer sich zum Essen an den Tisch setzten, I ein Bündel Heu vor sie hinlegte. Als diese sie

Lochschulnachrichten.

Dem Chefarzt an der Dortmunder Medizi­nischen Klinik Dr. med. hab. Ernst Woenckhaus (früher in Gießen) ist die Dozentur für Innere Me- dizin an der Universität M ü n st e r erteilt worden.

Dem nb. ao. Professor Dr. Heinrich Guth- mann ist unter Ernennung zum Ordinarius der Lehrstuhl für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universität Frankfurt Vertragen worden.

Dem Dozenten Dr. Philipps a m b e r g e r in Hamburg ist unter Ernennung zum ordentlichen Professor der Lehrstuhl für Kinderheilkunde an der Universität Königsberg übertragen worden.

Professor Dr. med. Hermann Merkel, Direktor des Gerichtlich-Medizinischen Instituts an der Uni­versität München, ist wegen Erreichung der Alters- grenze,von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden.

am gestrigen Mittwochabend, als Höhepunkt des Gedenktages in Gießen, fanb unter stärkster Beteili­gung aller Volksgenossen statt. Schon lange vor Be­ginn der Feierstunde war die Halle vollbesetzt, aber immer noch strömten ununterbrochen große Men­schenmengen herbei, so daß bereite kurze Zeit nach 20 Uhr in der weiten Halle kaum noch ein Platz zu finden war. Dieser Massenbesuch, bei bem bie Men­schenmenge beiberseits ber großen Sitzflächen stehend noch mehrere Glieder tief ber Feier beiwohnte, war |

Wie man Freunde und Einfluß auf die Men­schen gewinnt" ist ein merkwürdiges Buck) betitelt, das in Amerika einen geradezu sensationellen Er­folg gehabt hat und von dem behauptet wird, daß eine Millson im praktischen Leben stehender Men­schen, die es gekauft haben, darauf schworen, daß es ihr ganzes Leben geändert, Mißerfolg in Erfolg verwandelt und sie in ihrem Beruf an bie Spitze gebracht habe. Der Mann, ber es schrieb, Dale Carnegie, ist auf einer Farm in Missouri geboren, er hat in seiner Jugend die Kühe gemolken, die Schweine gefüttert, aber in der Nacht bei der Petroleumlampe studiert. Er hat sich auch in allen möglichen anderen Berufen versucht, aber da fein Ehrgeiz nicht recht befriedigt wurde, drückte ihn ein starkes Gefühl der Minderwertigkett nieder, und als Achtzehnjähriger war er fo ro^it, daß er Selbst­mord begehen wollte. Er hielt aber doch durch und studierte weiter, und schließlich war er so weit, datz er über die Erkenntnisse, die er sich errungen hatte, öffentlich Vorträge zu halten begann und Kurse abhielt wobei er sich nach den Erfolgen bezahlen liest Auch das wurde ihm zunächst schwer; das erstemal, als er öffentlich sprach, wünschte er wie er erzählt, daß der Boden unter seinen Fußen sich öffnen unb ihn verschlingen mochte Jetzt ver­dient er einen Dollar in der Minute damit, daß er Geschäftsleuten beibringt, wie sie durch erfolg« iche Behandlung der Kunden w>° ihrer Ange- s, (,ir Mn ne ftelMcn größere Geichäste machen können. Tausende st-udengeld bezahlen dafür, da« 1 Menfchen sind durch seine Schule gegangen. *» - w.