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Kußball der (Hauliga Hessen.
VfB Friedberg—Hessen Bad Hersfeld Spv. Kassel—Kurhessen Kassel
Kewa Wachenbuchen—VfB. Groß-Auheim.
Hessens Spitzenreiter wird in Friedberg bestimmt auf Herz und Nieren geprüft und es würde weiter gar nicht überraschen, wenn hier, für ihn die erste Niederlage fällig wäre. Friedberg hat eine vorzügliche Abwehr und der Stu.rm bewies erst am letzten Sonntag seins Schuhsicherheit. Hersfeld wird sehr gut spielen müssen, wenn die Reise nach Friedberg erfolgreich abgeschlossen werden soll. Der Spv. Kassel wird den Tabellenletzten und Lokalaegner Kurhessen schlagen und seine Stellung im Mittelfeld etwas verbessern. In Wachenbuchen müßte die Kewa-Elf
die nur zu Hause starken Groß-Auheimer knapp bezwingen können.
Gegelfliegerprüfungen in Marburg.
Bei den vom Hochschulamt für Leibesübungen seit vier Wochen auf dem Segelfluggelände am Goldberg bei Cölbe, bei Cyriaxweimar und auf dem Afföller- flugplatz durchgeführten Seaelfluglehrgän- n wurden trotz ungünstigen Wetters 500 0 Starts geleist e t. Bon den 93 Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Universitäten Marburg und Frankfurt konnten 39 A», 5 B= und 2 OPrii- । fungen abgelegt werden. NSFK-Scharführer H. Meyer flog am Hang der Amöneburg 5 Stunden s 5 Minuten und legte damit seine zweite Bedingung für das Segelflieger-Leistungsabzeichen ab.
Erfolgreicher Rekordversuch aus der Autobahn.
Major Gardner erreicht über 300-Stunden-Kilometer.
Gardner auf der Strecke. Im Hintergrund die Luftschiffhalle Rhein-Main. — (Scherl-M.)
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Der englische Automobil-Rennfahrer Major Gardner, der schon seit einigen Tagen in Frankfurt a. M. weilt, um hier aus der Autobahnstrecke am Weltflughasen Versuchsfahrten zu unternehmen, konnte am Mittwochvormittag endlich sein Vorhaben ausführen, nachdem an den Vortagen das ungünstige Wetter jeglichen Versuch zur Unmöglichkeit gemacht hatte. Major Gardner ist wieder mit einem 1100-ccm-Wagen der Marke MG. zur Stelle, aber während dieser Wagen im Vorjahr bei der 1. Internationalen Rekordwoche ohne Strymlinienverklei- dung zu bemerkenswerten Bestleistungen kam, weist er diesmal eine sehr schnittige Stromlinien-Karosserie auf, die der unserer Mercedes-Benz-Rekordwagen sehr ähnelt. Der Fahrersitz liegt ziemlich tief und die Räder sind ganz in die Karosserie einbezogen. Der Sechs-Zylinder-Motor hat einen Inhalt von genau 1086 ccm.
Das Wetter — trüb, aber trocken und ziemlich
aus der Tatsache ersichtlich, daß Gardners alte Bestleistungen, die er im Vorjahr an gleicher Stelle aufstellte, um rund 60 km/st schlechter waren! Mit einem 1,1-Liter-Wagen über 300 km/st zu erreichen, ist phantastisch! Nachstehend die genauen Zahlen, die von den offiziellen deutschen Zeitnehmern der ONS. festgestellt wurden:
1 Kilometer fliegender Start: Hinfahrt 12,47 Sek. = 288,692 km/st; Rückfahrt 11,50 Sek. = 313,043 km/st; Mittel 11,99 Sek. = 300,250 km/st (bisher: Gardner 239,361 km/st).
1 Meile fliegender Start: Hinfahrt 20,07 Sek. — 288,670 km/st; Rückfahrt 18,52 Sek. = 312,831 km/st; Mittel 19,30 Sek. = 300,187 km/st (bisher: Gardner 239,307 km/st).
Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf der Rückfahrt über den Kilometer mit 313,0 km/st erzielt.
3m November vor zwanzig Jahren
Die Versuche des englischen Autorennfahrers Major Gardner, auf der Reichsautobahn Frankfurt—- Darmstadt auch die Bestleistungen über fürkf Kilometer und fünf Meilen mit fliegendem Start zu verbessern, waren nicht von Erfolg gekrönt. Wegen eines Motorschadens — ein Lager war ausgelaufen — mußten die Rekordfahrten abgebrochen werden. Gardner kehrt nun nach England zurück, da die Behebung des Schadens längere Zeit beansprucht.
windstill — war vorzüglich, und da auch die Berechnung hinsichllich der Geschwindigkeit des Wagens allen Erwartungen entsprach, wurden die Rekordfahrten au einem vollen Erfolg. Die Versuche glückten sozusagen auf Anhieb. Nach einer ersten Fahrt, die dem Motor die notwendige Wärme verschaffte, gab es gleich beim nächsten Versuch neue internationale Bestleistungen der Klasse G (750 bis 1100 ccm) über den Kilometer und die englische Meile (1609 Meter) mit fliegendem Start, wobei die Durchschnittsgeschwindigkeiten über 300 km/st lagen. Wie gut die neuen Bestleistungen sind, ist
Kreuzer „Königsberg" auf Fahrt zum englischen Flottenchef. Solöatenräte wollten mit den Engländern verhandeln!
Don Korvettm-Kapitän a D. G G Jrhr. v Rorflner.
>em wir ohne
, Vorposten aus- o..,...... _.j Brennstoff völlig
erschöpft seien, wohl ein anderes Schiff heran- ^zogen werden könnte, wies Kommodore Michellen zurück. Er sagte mir hierbei die unsere Besatzung allerdings ehrenden Worte: „Ihr Schiff yt das letzte, auf das ich mich voll verlassen kann. Sonst muß ich Admiral Beatty melden, daß -ch kem fahrbereites Schiff mehr habe. Dann würde dieser aber die härtesten Durchführungsbestimmungen selbst vorschreiben. Dagegen hoffe ich, daß Admiral Meurer noch manche Erleichterungen für unsere Motte durchsetzen kann." —
.Also übernahm ich den Befehl Aur beschleunigten nächtlichen Ausrüstung. Ich wies hierbei aber gleich auf die außerordentliche Schwierigkeit hin, die die Kohlenergänzung uns bereiten würde. Die Kohlenlagerplätze vor dem Schiff seien leer, und nur nr- e^nzelte halbentleerte Kohlenwagen hätte ich bisher in der Nähe stehen sehen, garantieren könnte ich daher für rechtzeitige volle Ausrüstung leider nicht. Für den Fall des Gelingens bat ich jedoch, daß unser Schiff für diese Fahrt von der Internierung
Am Morgen des 12. November taten sich unseren von Vorposten kommenden Schiffen .Königsberg" und „Cöln" in Wilhelmshaven widerliche Revolutionsbilder. Besoffene Horden torkelten an Land vorbei. Sie kamen von Nachfeiern eines am Abend des 11. November veranstalteten Riesen- Freudenfeuerwerkes. Der „Oberste Soldatenrat der Flotte" hatte dieses Feuerwerk anaesetzt, um die Erkämpfung der „Freiheit des Volkes" zu feiern. Um die Freude der Matrosen und Heizer bicht zu stören, hatte er die Bekanntgabe der die Städt Wilhelmshaven und die Flotte besonders schwer treffenden Wasfenstillstandsbedingungen bis zum nächsten Tag verboten. — Auch unsere Mannschaften widerten diese Bilder ah.
Nachts befahl mich Kommodore Michels en, der die Führung der Flotte übernommen hatte, zu sich. Der englische Flottenchef, Admiral ^^^ty, hatte um Entsendung eines Admirals Zwecks Vereinbarung über die Durchführung der Waffensnll- standsbedingungen ersucht. Wir sollten mit der .Königsberg" Vizeadmiral Meurer zu ihm bringen. Beatty hatte gefordert, daß ein Parlamentärschiff spätestens 12 Uhr mittags am nächsten Tag auslief.
Meine Einwände, daß jetzt, nachts Ablösung die dreifache Zeit auf Dl gehalten hätten und Proviant und
frei bliebe. Zu meiner Freude wurde mir dieses zugesagt, da nicht alle Kleinen Kreuzer gefordert worden waren.
Zum Schluß erklärte ich, daß ich um meine Von- bordkommandierung nach Ausrüstung des Schiffes bitten müßte. Wie Kommodore M i ch e l s e n bekannt mar, wurde ich bereits seit MärA 1915 wegen der Versenkung der englischen Passagierdampfer „Aguila" und „Falaba" durch das von mir damals befehligte „U 28" von der britischen Admiralität verfolgt. Unter Hinweis, daß uns auf der Fahrt der Schutz der „Parlamentär-Flagge" zustände und kein Ersatz für mich verfügbar wäre, entschloß ich mich doch zur Mitfahrt.
An Bord zurückgekommen, ließ ich sofort alle Mann 'strecken. Nachdem ich bekanntgegeben hatte, daß wir für die befohlene Fahrt nicht mit in die Internierung zu gehen brauchten, griffen alle Leute freudig zu. Schwer war die Arbett. Meist mußten wir die bei der Revoluttonsfeier auf offener Strecke stehengelassenen Kohlenwagen mehrere Kilometer auf den Schienen bis vor das Schiff heranschieben. Trotzdem schafften wir es.
Mittags 12 Uhr lagen wir, mit Vizetamiral Meurer an Bord, m der Schleuse, klar zum Auslaufen. Dort erhielten wir von dem Flottenkommando Signal: „Warten! Es kommen noch sechs Vertreter des .Obersten Soldatenrates' mit'" — Da die Soldatenräte fortgesetzt gepredigt hatten, daß die Mannschaften Der englischen Flotte auf allen ihren Schiffen auch rote Flaggen geheißt und Soldatenräte eingesetzt hätten, litt es ihr Ansehen nicht mehr, daß nur ein Admiral zu den Verhandlungen nach England fahren sollte.
Aus mehreren vorgefahrenen Lastautos wurden bald viele Packgefäße aller Art an Bord gemannt. Auf meine erstaunte Frage wegen des aroßen Ge- päcks für die kurze Reife meldete mir der Fichrer der Abordnung, Obersteuermann Ians: „Herr Kapitän, da find die roten Flaggen und Schleifen für die englische Flotte drin. Die englischen Matrosen und Heizer haben den Krieg nur als Sport betrachtet. Jetzt ist der Krieg vorbei. Nun wollen sie uns als Sportkameraden die Hand zur Verbrüderung 'reichen. Auch die englischen Admirale haben nichts mehr zu sagen. Wir müssen daher mit dem englischen Soldatenrat verhandeln. — Konnten diese Leute wirtlich so etwas glauben?
Gießener Schwimmer im Siegerland erfolgreich.
Der Gießener SV. folgte einer Einladung zu einem Schwimmklubkarnpf des SV. Siegerland Siegen, den der Verein aus Anlaß feines 25jährigen Bestehens veranstaltete. Außer den vorgenannten Vereinen nahm noch der Siegener TV. ,Hahn" an diesem Klubkampf teil. Als sich unsere heimischen Schwimmer auf der schönen Autobusfahrt befanden, dachte wohl kaum einer an einen Sieg. Aber es kam anders! Unsere heimischen Schwimmer fanden sich schnell mit der schweren 16°/s-Meter-Bahn ab, die keine Wellenbrecher hat.
Als erster Wettkampf wurde eine 10X2-Bahnen- Kraulstaffel gestartet. Anfänglich führten die Siegerländer, doch bald mußten sie ihren Vorteil an Gießen abgeben, bei denen der Schlußmann mit einer Bahn Vorsprung anschlug. Die Mannschaft: Hofmann, Amend, Schomber, Iughardt, Köhlinger, Benz, Schüler, Ortwein, Albold, Herbert George.
Das 100-Meter-Bru st schwimmen für Männer war eine Angelegenheit des GSV.-Mannes Ortwein in der Zeit 1:23,5 Minuten. Der Siegerländer beginnt im Schmetterlingsstil, errang bis zur 2. Bahn einen 4-Metex-Vorsprung, mußte aber dann dem härteren Ortwein weichen.
Die einzige Gießener Niederlage gab es im Rückenschwimmen. Trotz der Niederlage hat Amend mit 1:25,5 Minuten die beste Zeit seiner bisherigen schwimmsportlichen Laufbahn geschwommen.
Die 10X2°Bahnen - Brust st affel war den Gießenern nicht zu nehmen. Erwähnt sei hierbei, daß die Kraulschwimmer den größten Anteil am Sieg hatten. Hervorragend hielt sich der 12jäh- rige Gernot Funk. Die Mannschaft: Schüler, Jug- hardt, Köhlinger, Albold, H. George, Funk, Keiner, Pascoe, Götz, Ortwein.
Das 100-Meter-Kraulfchwimmen für Männer war eine Sache von Albold und Hofmann, wobei Albold das bessere Ende mit 1:11,5 gegen 1:17 von Hofmann für sich behielt. Die anderen kamen über 1:20.
Pascoe zeigte seine Vielseitigkeit und Härte erneut durch den Sieg in einem ihm bestimmt ungewöhnlichen Wettkampf, dem Kopfweitsprung.
Mit 14,44 Meter war er weitaus der Beste. Köhlinger landete mit 12 Meter auf dem 4. Platz.
Die doppelte Lagenstaffel 6X4 Bahnen Rücken. Brust, Kraul, mit Amend, Pascoe, Albold, Oßwald, Ortwein, H. George, war dem Gießener SV. ebenfalls nicht zu nehmen. Eine ganze Bahn trennte dis Gegner vom Ziel.
Dann wartete man gespannt auf das Wasserballspiel. Der TV. Jahn zog seine Meldung zurück, so daß es zu einem Zweikampf zwischen GSV. und Siegerland kam. Der Gießener Schwimm- verein ging mit Schüler; Pascoe, Ortwein; Schomber und H. George ins Wasser. Hier kam es darauf an, wer das beste Schußoermögen und die größte Härte mitbrachte, denn in einem Spielfeld von dreizehn Meter kann sich ein Spieler nicht schwimmerisch entfalten. Nach anfänglich verteiltem Spiel erhält H. George von Schomber eine Vorlage, die dieser auch prompt zum Führungstreffer verwandelte. Siegen wurde immer härter, verlangte den Gießenern alles ab, und so kam es, daß Pascoe aus der Verteidigung heraus zwei Tore schießen konnte. Ein kleiner Deckungsfehler von Ortwein und der Gegentreffer war erzielt. Dann ging es mit 3:1 für GSV. in die Halbzeit.
Nach^dem Wechsel waren die Siegener schneller, ja es schien sogar, als hätten sie ihre ganze Kraft für die zweite Hälfte aufgehoben. Deshalb blieb es nicht aus, daß sie ein weiteres Tor aufholten. Kurz vor Schlußpfiff gelang es Ortwein sich freizuschwim- men, Schomber legt den Ball vor, da war der Tormann auch schon geschlagen.
Gießens Nachwuchsmannschaft spielte gegen eine Siegener Kombination und verlor 6:5. Schaub, Amend, Keiner, Albold und Köhlinger haben bisher zu wenig zusammengespielt, um sich im Spiel verständigen zu können.
Mit großer Freude nahm man das Ergebnis des Klubkampfes auf, das zum Schluß folgendes Aussehen hatte: SV. Gießen 35 Punkte, Siegerland Siegen 21 Punkte, Jahn S. 11 Punkte Das Ergebnis ist ein Beweis, daß die Garde des Gießener Schwimmvereins für die Hallensaison gerüstet ist.
Wirtschaft
I
in die Hänge-
Heimweg bis
achten. — Oberdeck räumen! Geht matten!"
Mein-Mainische Börse.
Mlkagsbörse geschäflslos.
Frankfurt a. M., 9. Nov. Die Börse laa noch stiller als an den Vortagen, da Publikumsoeteili- gung nach der Kauffeite hin völlig fehlte. Dagegen erfolgten in einzelnen Werten geringe Abgaben, die bei herrschender Geschäftslosigkeit weiter etwas auf die Kurse drückten.
Die Zahl der zunächst am Aktienmarkt notierten Papiere war überaus gering. Von Montan- werten waren Verein. Stahl 0,90 o. H. schwächer mit 109,75, Mannesmann nannte man 1,25 v. H. unter dem gestrigen Stand von 114, Buderus lagen mit 113 behauptet. Auch Maschinenwerte bröckelten überwiegend 0,25 bis 0,75 v. H. ab, Rheinmetall 139,50, Daimler 138,75, Adlerwerke 110,50, Eßlinger 112,50. IG. Farben gingen bei kleinstem Umsatz auf 152,25 (152,75) zurück, ferner kamen noch Schlickert mit 179,75 (181), andererseits Metallgesell- schast mit 124 (123,50), Westdeutsche Kaufhof mit 107 (106,75) und Reichsbank mit unverändert 193,50 zur Erstnotiz.
Auch am Rentenrnarkt herrschte stärkste Geschäftslosigkeit, wobei man gleichfalls vielfach leicht abbröckelnde Kurse hörte. Notiert wurden schließlich Reichsattbesitz mit 130,90 (131,13), Reichsbahn- Vorzugsaktien mit 125,75 (126), im Frewerkehr bröckelten 4 v. H. Rentenbank-Ablösung auf 90,90 (91) und Kommunal-Umschuldung auf 93,60 (93,65) ab. Leicht erhöht waren Mannheimer Altbesitz mit 136,25 (136) und von Industrie-Obligationen 5 v. H. Hoesch mit 102,25 (101,75), dagegen 6 v. H. IG. Farben 120,25 (121). Gold- und Liquidationspfand-
Die Auslaufkurse aus der Nordsee waren lange nicht mehr nach Minen abgesucht worden. Wir mußten daher durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal und Kleinen Belt zur englischen Küste fahren.
Peim Insichtkommen von Cuxhaven bat mich Obersteuermann Jans, vor Angst zitternd: „Bitte, bitte, Herr Kapitän, lassen Sie hier nur nicht hinübersignalisieren, daß ich an Bord bin, denn mit der ,Republik Unterelbe' stehe ich mich schlecht. — Also war, so wie in Wilhelmshaven eine »Republik Oldenburg' unter der Präsidentschaft eines Oberheizers Kuhnt ausgerufen worden war, auch in Cuxhaven eine kleine nette Sonderrepublik gebildet. Deren Präsident schien kein besonderer Freund von Jans zu sein. Erst vor Brunsbüttel taute dieser wieder erleichtert auf und rühmte sich, als Steuermann des Flaggschiffes „Ostfriesland" hier die Revolutionierung der Schiffe des I. Geschwaders persönlich durchgeführt zu haben. Zur Sicherung seiner rücfroärtigen Verbindung nach Hamburg habe er darauf 20 Mattosen in das benachbarte Lockstädter Lager entsandtt Bei deren Erscheinen hätten die in Stärke von mehreren Tausend Mann dort liegenden Armeetruppen auch sofort rote Fahnen geheißt. Ich vermochte dieses zunächst nicht zu glauben. Nach vielen später bekannt gewordenen Füllen ähnlicher Art erscheinen seine Angaben aber glaubwürdig. Auch die Besetzung der Kölner Rhein- brücken erfolgte durch nur einige Matrosen. Zahl- reiche ähnliche Beispiele beweisen, daß die Novem- berreoolte keineswegs von Marinemannschaften allein ausging, wie ursprünglich zu Unrecht im ganzen Lande angenommen wurde. Heimatheer und Etappe waren gleich verseucht. Die nur seltenen Begegnungen unserer Großkampfschiffe Hit dem Feind uno das ständige Zusammenkommen der Flottenmannschaften mit roten Werftarbeitern auf den Schiffen sowie mit Hetzern in den Hafenkneipen hatten leider den besten Nährboden für bas rote Gift bereitet. —
Dom Skagerrak aus meldeten wir neben dem Zettpunkt unseres Eintreffens vor dem Firth of Forth, daß sich außer Admiral M e u-r e r noch sechs Vertreter des „Obersten Soldatenrates" an Bord befänden. Wir wollten Admiral Beatty so Gelegenheit geben, sich m Ruhe sein Verhalten gegenüber den Soldatenräten überlegen zu können» Als Antwort lies ein strenges Verbot ein, irgendein rotes Abzeichen au zeigen. Beim Sichten eines solchen hätten alle englischen Kriegsfahrzeuge Befehl erhalten, unser Schiff sofort zu versenken.
Gegen 4 Uhr nachmittags empfingen uns, 40 Seemeilen östlich von Aberdeen, zahlreiche englische Panzerkreuzer und Zerstörer. Wir erhielten Signal: „Im Kielwasser des Flaggschiffes folgen! Jeder Signalverkehr verboten!" — Die englischen Schiffe nahmen uns, mit auf unser Schiff gerichteten Geschützen, in die Mitte. Jetzt reizte es mich, den
zum Beginn des Minengürtels. Hier hatte unsere .Königsberg" am 17. November 1917 bei der Sicherung unserer Minensucher mit den uns jetzt geleitenden englischen Panzerkreuzern in einem heftigen Gefecht gestanden. Neben Einschlägen von Mittel-Artillene-Treffern durchschlug damals eine 38-Zentimeter-Granate alle drei Schornsteine unseres Schiffes. Stark brennend entkam „Königsberg" im Rauch. Genau ein Jahr später, am 17. November 1918, entließen uns dieselben englischen Panzerkreuzer zur gleichen Vormittagsstunde an derselben Stelle des vorjährigen heißen Kampfes mit dem Flaggensignal: „Glückliche Fährte
briefe blieben gehalten, während Kommune Obligationen der Franks. Hyp. und der Frä nffurter Pfandbriefbank auf 99»(99,50) und Pfälzer/ KO. auf 99,25 (99,50) herabgesetzt wurden. Sta^dtanleihen wenig verändert.
Abendbörse still.
Die zum Mittagsschluß teilweise e/ingetretenen leichten Erholungen am Aktienmarkt konnten sich mangels Kundschaftsbeteiligung i richt weiter fortsetzen. Bei äußerst kleinen Umsätzen war die Entwicklung vielmehr uneinheitlich, ot'me daß im allgemeinen größere Abweichungen als um Bruchteile eines Prozentes einttaten. In d en meisten Fällen erfolgten die Notierungen ohne Umsatz und vielfach handelte es sich um jeweilige ^Anpassungen an Berlin. So z. B. bei Rheinmetall, die um 1,25 v. H. nachgaben, auf 138,25 (Berlin 1? Reichsbank gingen auf 192,40 (193,50) zurück Montanmarkt erholten sich Buderus aus i 12,5f >, Rheinstahl auf 137 (136,75), Deutschs X- u f
129,50 (128,75), andererseits Verein. yl 109,4) (109,50), Ilse Genuß 137 (137,25). Vo n R^chinen- aktien gaben außer den erwähnten Rheinmetall MAN. auf-144 (144,50), Demag auf J 49,50 (150) und BMW. auf 146 (146,50) nach. IG. Farbenm besserten sich um 0,25 v. H. auf 152,25 (Berlin je-^« doch 152,65). Sonst notierten u. a. ®effürel mi^n 138 (138,50), Holzmann mit 153 (152,50), West-,e- deutsche Kaufhof mit 106 (106,25), Samberg milra 139 (138,75). Bankaktien lagen behauptet. Don 3n_)er dustriewerten des Einheitsmarktes Brown, Boverin. nach Pause 129,25 (130,50). Am Rentenmarkt^- wurden Reichsaltbesitz wie mittags mit 130,90 be=in
Soldatenräten zuzurufen: „Da sind nun eurtirie Genossen und Sportfreunde! Raus mit Aen rotenche Flaggen, wenn ihr Mut habt!" — Keiner wagten, aber, auch nur ein rotes Taschentuch zu ziehen. zu
Bei Einbruch der Dunkelheit wurden wir oor?617 allen Seiten mit Scheinwerfern hell beleuchtet. Kurz'^' vor Mitternacht ankerten wir im Firth of Forth.-l* Ruhig hatte ich die Soldatenräte ihre Kisten miter den roten Fahnen und Schleifen an das Fallreep V schleppen lassen. Ich freute mich schon auf den An- - schauungsunterricht, den meine Leute nun bald be« J kommen würden.
Kurz nach dem Ankern meldete sich ein als Par- ' lamentär an Bord kommender Commander bei mir. Vorsorglich nannte ich bei der Vorstellung meinen Spitznamen. Seine ersten Worte waren dann eine strenge Ablehnung der Soldatenräte durch den englischen Flottenchef. Dieses gab ich laut bekannt und befahl die fofortige Räumung des Achterdecks. Ein Ueberborbroerfen irgend welcher Packgefäße mit den roten Fahnen und Schleifen verbot ich streng. Dieses hätte als Werfen von Minen ausgelegt werden können, was genau so wie die roten Flaggen aus etwa aufgefiscyten Kisten zur Versenkung unseres Schiffes führen konnte.
Während der Verhandlungen mit dem Engländer über Anordnungen Beattys für unser Verhalten im Firth of Forth mürbe ich von den Soldatenräten zu Hilfe gerufen. Eine Ordonnanz flüsterte mir: „Lebensgefahr" ins Ohr. — Erregte Unteroffiziere und Mannschaften wollten den Führer des Sol-, datenrates über Bord werfen. Sie hatten erkannt, wie sie von ihm belogen und betrogen worden waren. Ich mußte Einhalt gebieten: „Die Soldatenräte stehen hier unter meinem Schutz! Jede Gewaltanwendung gegen sie kann uns als offene Meuterei ausaelegt werden und zur Versenkung unseres Schiffes führen. Die Engländer können im Scheinwerferlicht doch alle Vorgänge an Oberdeck beob-
Nach zweitägigen Verhandlungen der Admiräle Meurer und Beatty geleitete uns ein englisches Panzerkreuzer-Geschwader auf dem


