Ausgabe 
10.10.1938
 
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das Aachener und das Saarbrücker Gebiet, in diese Befestigungen e1nbezie - Heu. (Unablässige Heil-Rufe.) 3m übrigen aber bin ich glücklich, nunmehr schon in den nächsten Tagen jene Mahnahmen aufheben zu kön­nen. die wir in den kritischen Monaten und Wochen durchführen muhten.

Ich freue mich, daß dann alle die Hunderttau- sende unserer Männer wieder nach Hause gehen und unsere Reservisten wieder ent- lassen werden können, und ich danke Ihnen für die Art, in der sie ihren Dienst erfüllten und ihre Pflicht taten. Insbesondere danke ich den hundert, tausenden deutscher Arbeiter, Ingenieuren usw., von denen heute 10 000 in eurer Mitte stehen, die hier an unseren Befestigungen gearbeitet haben. Ihr habt mitgeholfen, meine Kameraden, Deutschland den Frieden zu sichern! (Jubelnde Heil-Rufe.) Mein be­sonderer Dank aber gilt dem ganzen deut­schen V o l k, das sich so mannhaft benommen hat. (Stürmisch feiern die Massen den Führer, der lange nicht weitersprechen kann, weil immer erneut die Heil-Rufe zu ihm emporsteigen.)

Als starker Staat sind wir jederzeit zu einer Verständigungspolitik mit unseren Rachbarn bereit. Wir haben keine Forderungen an sie. Wir wol­len nichts als den Frieden. Rur eines wünschen wir. und das gilt besonders für un­sere Beziehungen zu England: Es würde gut fein, wenn man in Grohbritannien allmäh­lich gewisse Allüren der Versailler Epoche ablegen würde. Gouvernantenhafte Bevormundung vertragen wir nicht mehr! (Stürmisch stimmen die Massen dem Führer zu.) Erkundigungen britischer Politiker über das Schicksal von Deutschen oder von Reichs­angehörigen innerhalb der Grenzen des Rei­ches sind nicht am Platze. Wir kümmern uns auch nicht um ähnliche Dinge in England.

Die übrige Welt hätte manchesmal Grund genug,

sich eher um ihre eigenen nationalen Vorgänge zu bekümmern oder zum Beispiel um die Vorgänge in Palästina. Wir jedenfalls überlassen das denen, die sich vom lieben Gott berufen fühlen, diese Pro­bleme zu lösen. (Die Worte des Führers werken stürmische Heiterkeit.) Und beobachten nur staunend, wie schnell sie mit ihren Lösungen fertig werden. (Erneute Heiterkeit.) Wir möchten all diesen Herren den Rat geben, sich mit ihren eigenen Pro­blemen zu beschäftigen und uns in Ruhe zu lassen! Auch das gehört zur Sicherung des Welt­friedens.

Wir selbst haben große Aufgaben vor uns. Ge­waltige kulturelle und wirtschaftliche Probleme müs­sen gelöst werden. Kein Volk kann mehr den Frie­den brauchen als wir, aber kein Volk weiß auch besser als wir, was es heißt, schwach und der Gnade oder Ungnade anderer ausgeliefert zu fein. Meine Volksgenossen! In diesem Jahre ist ein großes nationales Einigungswerk vollzogen wor­den: Die Wiederaufrichtung eines stol­zen, starken und freien Deutschen Reiches. Ihr selbst hier habt so viel Leid mit­machen müssen, daß Ihr es versteht, wenn ich um die Zukunft dieses Reiches besorgt bin und das ganze deutsche Volk auffordere, stets auf der Hut und bereit zu sein! Es ist wie ein Wunder, daß wir in so wenigen Jahren eine neue deutsche Wieder­auferstehung erleben dürfen. Es hätte auch anders kommen können. Das wollen wir stets bedenken und uns festigen in dem Entschluß, diesem Deutschland zu dienen, Mann für Mann und Frau um Frau, alle persönlichen Interessen zurückzustellen in dem Augenblick, in dem das grö­ßere Interesse unseres Volkes und Reiches dies er­fordert. (Stürmische Kundgebungen.) Zum zweiten Male stehe ich heute hier in eurer Mitte. Damals war euer Jubel der Ausdruck der Freude über un­sere eigene Heimkehr, heute erlebt ihr den Jubel anderer Millionen Deutscher, die gleichfalls wieder heimgekehrt sind ins Reich. Mit ihnen wollen wir uns alle vereinen im gläubigen Bekenntnis zu un­serem herrlichen einigen Deutschen Reich: Deutsch­land Sieg-Heil!

Ein Jubel ohnegleichen folgt der Rede des Füh­rers. Zehntausendfach brausen die Heilrufe empor

und steigern sich zu einer immer größeren Ovation für den Führer. Die Massen danken ihm mit einem Sturm begeisterter Huldigung. Bei seiner Abfahrt von der Kundgebungsstätte grüßte der Führer noch einmal im Wagen stehend die ihm mit unbeschreib­licher Begeisterung zujubelnde Menge, um dann im wahren Triumphzug in die Stadt zurückzufahren.

Das Echo in London.

London, 10. Oft. (DRB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenblätter heben als Kernstück der Rede des Führers die Ablehnung der englischen Be­vormundung und die an die Adresse Churchills, Edens und Duff Coopers gerichteten Äus'ührungen hervor.Times" überschreibt ihren Berliner Bericht Hitlers Ziel: Auf Stärke begründeter Friede. Britische Kritik übel ausgenommen." Natürlich habe man nirgendswo auch nur den geringsten Wunsch, so erklärt dieTimes", sich um innere Angelegen­heiten in Deutschland zu kümmern und auch der Kommentierung deutscher Angelegenheiten liege keine derartige Absicht zugrunde. Kommentare müsse es aber geben, ebenso wie die britische innere Politik Gegenstand freier Kommentare in Deutschland sei. DieTimes" meint, gegen Kommentare, die im Auslände zu den zugegebenermaßen unbefriedigen­den Bedingungen in Palästina gemacht würden, sei nicht das geringste einzuwenden, so lange sie nicht bewußt darauf abgestimmt seien, diese Lage noch zu verschlimmern.Daily herald" (marxistisch) bringt die Rede auf der ersten Seite unter der UeberschriftenHitler warnt England: Laßt uns in Ruhe. Vormundschaft von Gouvernanten." Daily Expreß" (kons.) sagt, Hitler erklärt: Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten. Sicherlich sollten England und Deutschland sich auf die Arbeitsgebiete verlegen, in denen sie, ohne sich einander zu stören, sich betätigen können.Daily Mail" (Rothermere) bringt die Rede unter den UeberschriftenHitlers Frieden, aber mehr Vertei­digungsanlagen. Reservisten sollen nach Hause geschickt werden." Hitler an England: Keine Ein­mischung. Drei Männer, die einen Krieg begin­nen würden."

Dr. Goebbels weiht das Gautheater Gaarpfah.

Em wirkliches Theater des Volkes.

DieFeierstundeimAeuenThealer

Saarbrücken, 9. Okt. (DNB.) Ein einzig­artiges kulturelles Friedenswerk Adolf Hitlers, oas Grenzlandtheater der Westmark, empfing am Sonn­tag seine festliche Weihe. Schon am Vormittag traf Reichsminister Dr. Goebbels ein. Stürmischer Beifall wurde ihm zuteil, als er, geleitet von Gau­leiter Bürckel, dem Oberbürgermeister und dem Intendanten von Nießen das neue Theater betrat. Oberbürgermeister Schwitzgebel gab dem Stolz und der Freude über das glückhaft vollendete Werk, der tiefen Dankbarkeit und dem unauslöschlichen Ver­trauen des Saaroolkes zum Führer Ausdruck. Das neue Theater wolle eine Bekenntnis zum schöpfe­rischen Kulturwillen Adolf Hitlers sein mit der Hoffnung, daß es sich auswirken möge zum Segen des Volkes und als ein Beitrag zum Frieden der Welt. Minutenlanger Beifall empfing dann Dr. Goebbels, als er seine Ansprache begann, in der er u. a. ausführte:

Das Theater soll nicht nur die Bühne, sondern auch die Tribüne der Zeit sein. Dann nur besitzt es die Kraft, zu einem The ater für das Volk und für die Nation, im besten Sinne des Wortes also zu einem Volks- und National­theater zu werden. Nach fünfjähriger Aufbauarbeit können wir heute mit Stolz und Freude feststellen, daß das deutsche Theater seinem eigentlichen Sinn und Zweck zurückgegeben worden ist: eine Stätte der Erholung, der Erbauung, der Belehrung und der Erschütterung für das ganze deutsche Volk darzu­stellen. Mit einem Kraft- und Energieaufwand ohne­gleichen haben wir uns sofort nach dem Machtan­tritt des Führers der Aufgabe der Schaffung eines neuen deutschen Volkstheaters gewidmet. Rastlos haben wir an ihrer Lösung gearbeitet und jede der neuerrichteten Theaterstätten wurde immer stärker und immer bewußter zu einer wahren Tribüne un­serer Zeit. Es ist etwas wesentlich anderes, ob hin­ter einem Theater und seinem Existenzwillen ein noch so kunstliebender Fürst steht, oder ob das Volk selb st sich zum Träger des Theatergedan- kens und des Willens zum Theater macht. Fürsten kommen und Fürsten vergehen; das Volk aber bleibt ewig. Es ist deshalb nur logisch und verständ­lich, wenn der Nationalsozialismus vom Volke her zur Kunst vorstößt und von der Kunst wieder zum Volke zurückfindet.

Das find auch die eigentlichen Triebkräfte, die uns zum Bau dieses neuen Theaters bestimm­ten. Der Führer selbst hat den Befehl und die finanzielle Möglichkeit dazu gegeben. Jetzt, wo es fertig ist, stellt es sein ureigenstes Ge­schenk an die Stadt Saarbrücken und an den Gau Saarpfalz dar, ein Geschenk an die erste neuzurückgewonnene Grenzstadt unseres Grohdeuffchen Reiches und damit eine Ehrengabe des deuffchen Volkes durch feinen Führer an das wiedergewonnene deutsche Volk an der Saar. Als Deutschlands neuestes und modernstes Theater soll es von nun ab den RamenGautheater Saarpfalz" tragen. Es ist mit 1100 Sitzplätzen erbaut. Wir sind dabei von der Erkenntnis ausgegangen, daß erst durch die Masse der billigen Plätze überhaupt ein wahres Volkstheater existenzfähig gemacht werden kann. Das Volkstheater aber wollen wir. In ihm sollen unsere Arbeiter und Bauern, die minderbe­mittelten Schichten unseres Volkes, zum Theater­willen und zur Theaterfreudigkeit erzogen werden. Gerade jene Menschen, die früher dem Theater voll­kommen fremd gegenüberstanden, sollen im national­sozialistischen Deutschland die eigentlichen Träger des Theaters und seiner Zukunft sein.

Dr. Goebbels dankte dann in herzlichen Worten dem Erbauer, Professor Paul Baumgarten, der auch das Deutsche Opernhaus und das Schiller­theater in Berlin neu gestaltet hat, und Professor Kurt H e m m e r l i n g, der die vorbildliche Bühnen­technik schuf, und fuhr fort:Es ist in der Tat das m o d e r n st e T h e a t e r, das wir heute in Deutsch­land besitzen.

Für mich ist es nun eine hohe Ehre, es in dieser festlichen Stunde in die Hände derer zu geben, die es in Zukunft zu verwalten und zu betreuen haben werden. Ich möchte Ihnen dabei eine dringende Mahnung ans Herz legen: Dieses Haus ist ein Zeug- gis des kulturschöpferijchen Willens des National-

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fozialismus. Ihre Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, daß es nun wirklich zu einem Theater des Volkes im echten Sinne des Wortes wird. Sie*rnüs- sen immer Ihr Augenmerk darauf richten, daß ins­besondere die Jugend dieses Haus als das ihre und als das eigene betrachtet. Denn ein Theater ist auf die Dauer nicht lebensfähig, dem der starke Impuls der Jugend fehlt. Was wäre ein Theater, das sich dem kämpferischen Aktivismus der Jugend verschließen wollte! Auch dieses Theater muß gewiß wie überhaupt das deutsche Theater fest wurzeln in der großen Tradition unserer Vergangenheit. Aber Grundvoraussetzung ist dabei eine mitreißende l e - bensnahe DarstellungskunsL Und es könnte auf die Dauer nicht bestehen, wenn es nicht damit auch den Mut verbände, feine Tore immerbar der Jugend offen zu halten.

Mit diesem Geleitwort möchte ich Ihnen das neue Theater zu treuen Händen übergeben. Der erste Gruß in diesem schönen Haus soll an den Führer gerichtet fein. Er, der Beschützer und

, der große Freund der deutschen Kunst, ist auf das engste mit allen Ideen und Projekten des deuffchen Theaterlebens verbunden. Er hat auch zu diesem Haufe den Gedanken, die Planung und die Mittel gegeben. Das Haus stellt im wahr­sten Sinne des Wortes ein Geschenk des Füh­rers an fein Volk im Gau Saarpfalz dar. Ihm danken wir dieses Haus. In einem befreiten und glückerfüllten Großdeutfchen Reiche übergeben wir es dem Volke, dem wir alle fo fest verbun­

den find, das wir aus tiefstem Herzen lieben und dem wir unsere ganze Kraft und Arbeit weihen. Im Ramen des Führers eröffne und weihe ich dieses Haus, übergebe es einer glücklichen Zukunft und bringe dabei den Wunfch zum Ausdruck, daß es immerdar ein Theater des Volkes im besten Sinne des Wortes fein und bleiben möge!

Mit dem Gruß an den Führer als dem Beschützer und großen Freund der deuffchen Kunst eröffnete Reichsminister Dr. Goebbels im Namen des Führers das Gautheater Saarpfalz und übergab es feiner Bestimmung. Die weihevollen Klänge der 7. Sym­phonie Beethovens gaben der Feierstunde ihren würdigen Ausklang.

Den glanzvollen Abschluß des Führerbefuches in der Weftmark bildete die Feftaufführung der WagneroperDer fliegende Hollan­der" in dem neuen Gautheater Saarpfalz. Ass sich der Führer mit Reichsminister Dr. Goebbels und Gauleiter Bürckel zum Theater begab, bereitete ihm die Bevölkerung des Saarlandes begeisterte Huldi­gungen. Mit dem Führer dankte das dicht besetzte Haus den Künstlern für die hervorragende Auffüh­rung, die zugleich Gelegenheit gab, die Möglichkeit modernster Bühnentechnik und die einzigartige Schönheit und Harmonie des Theaterraumes zu be­wundern. Zum Schluß wollten der Beifall für die Künstler und die Dankkundgebungen an den Führer kein Ende nehmen.

Franco kündigt Heimkehr der italienischen Freiwilligen an.

Rom erwartet Durchführung des britisch-englischen Offerakkords.

Bilbao, 8. Okt. (DNB.) Das nationalfpanische Pressebüro gibt bekannt: General Franco bereitet die sofortige Heimschickung der italie­nischen Legionäre, die über 18 Monate in Nationalspanien gedient haben, vor. Das nationale Spanien trägt durch diese umfassende Maßnahme wirksam zur Festigung der guten inter­nationalen Beziehungen bei und kommt außerdem den Wünschen des Nichteinmischungs­ausschusses entgegen. Die nationalfpanische Presse bezeichnet diesen auf dem letzten Ministerrat gefaßten Beschluß als größte Friedenstat Francos und würdigt die Verdienste der italienischen Frei­willigen im spanischen Freiheitskampf.

Zu der Heimschaffung italienischer Freiwilliger aus Spanien veröffentlicht die Informazione

Diplomatica in Rom folgende Verlautbarung: In den verantwortlichen römischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die Heimschaffung eines starken Kontingents Infanterie-Freiwilliger aus Spanien von Generalissimus Franco in vollem Einvernehmen mit Italien lange vor dem Münchener Treffen verfügt worden ist. Es handelt sich um Freiwillige, die feit Januar- Februar 1937 in Spanien find, an allen blutigen Schlachten des Krieges von Malaga bis Santander, von Sandesa bis Barracas teilgenommen haben, und die, da sie nicht ersetzt werden können, nunmehr die Heimkehr verdienen, nachdem der Ausgang des Krieges als zugunsten Francos entschieden angesehen werden kann. Diese Heimschaffung eines beträchtlichen Kontingents

italienischer Freiwilliger st e h t n i ch t imZufam- menhang mit besonderen politischen Voraussetzungen internationaler ober mittel­meerländischer Art, wie das von der wie üblich schlecht informierten Jnformationspresse behauptet worden ist. Als einseitige Maßnahme steht sie ebenso wenig in Verbindung mit den Beschlüssen des Nicht- einmischungsausausschusses, von dessen Tätigfeit man übrigens nur vage und ziemlich stockende Mel­dungen erhält. Wenngleich unabhängia von der Entwicklung der italienisch-englischen Be­ziehungen, handelt es sich doch um eine sub­stantielle Maßnahme. In den verantwortlichen römischen Kreisen ist man der Ansicht, daß sie Eng­land die Gelegenheit bieten könnte, jene Vereinbarungen vom 16. April, die bereits seit viel zu vielen Monaten in den Archiven des Foreign Office ruhen, zur Ausführung zu bringen. Wenn das geschehen wird, um fo besser. In den -'r= antwortlichen römischen Kreisen ist man der Auf­fassung, daß, wenn diese nicht symbolische, sondern tatsächliche Heimschaffung der Freiwilligen durchgeführt ist, Italien einseitig nichts anderes mehr unternehmen wird. Alles was über im Werden befindliche Mittelmeerpakte gedruckt wird, ist tendenziös und verfrüht und bringt die Lösung einiger sehr bestimmter Probleme nicht einen Schritt vorwärts.

Genugtuung in Poris.

Paris, 9. Okt. (DNB.) Der Beschluß zur Zu­rückziehung italienischer Freiwilliger aus Spanien wird von der Pariser Presse begrüßt. Der dein vtuai d'Orsay nahestehendePetit Parisien" schreibt: Die große internationale Entspannung, deren erste Kundgebung das Münchener Abkommen war, be­ginnt ihre Früchte zu tragen. Der italienische Be­schluß bildet eine entscheidende Wendung in der spanischen Angelegenheit. Der Abtransport von 10 000 Italienern entspricht dersub­stantiellen Zurückziehung", die England als Bedingung für das Inkrafttreten der englisch- italienischen Abkommen vom 16. April gefordert hat. Man könne also wünschen, daß diese Abkom­men, die für die Wiederherstellung des Gleichge­wichts im Mittelmeer von größter Wichtigkeit feien, nun bald verwirklicht werden. Das gleiche gelte für die Anerkennung des italieni­schen Imperiums durch England. Die baldige Entsendung eines französischen Botschafters nach Rom schließe diese Aner­kennung durch Frankreich bereits ein. Mussolini habe durch den Beschluß zur Zurückziehung von 10 000 Freiwilligen eine Geste der Befriedung ge­tan. Das fei von größter Bedeutung, da damit einer völligen Beseitigung des internationalen Charak­ters der spanischen Krise der Weg geöffnet worden fei. Der Kontakt der vier Staatsmänner in Mün­chen habe die Welt von einer großen Kalamität be­freit und der Duce, der dort eine entscheidende Rolle als Vermittler gespielt habe, setze sein Werk der Be­friedung fort, indem er das spanische Durcheinander entwirre. Diese Geste sei ein glücklicher Auf-' takt für die Zusammenarbeit der Großmächte zu­gunsten eines wirklichen Friedens.

Ifnaorne Forderung.

Die ungarisch - slowakische Konferenz in Komorn.

Komom, 9. Okt. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei Haven am Sonntagabend begonnen. Die Stadt Komorn hatte auf ungarischer, vor allem aber auf tschechi­scher Seite reichen ungarischen Flaggenschmuck an­gelegt. Die ungarische Abordnung unter Führung von Außenminister K a n y a und Kultus­minister Graf T e 1 e k y fuhr vom Dampferanlegeplatz auf die große Donau-Grenzbrücke. Da die Tschechen die Stacheldrahtverhaue auf der Brücke nicht ent­fernt hatten, muhte die ungarische Abordnung ihren Wagen mitten auf der Brücke stehen lassen und sich zu Fuß um die Drahtverhaue herum begeben, wo auf dem tschechischen Teil der Brücke tschechische Militär- und Zivilbehörden die ungarischen Ver­handlungspartner begrüßten. Kurz vor 19 Uhr er­reichte die Wagenkolonne das Komitatsgebäude. Kanya und Teleki beaaben sich in den Konferenz- raum, wo sich die tfchecho-flowakifche Abordnung mit den Ministern Josef T i f o , Ferdinand Dur- canfki, Iwan K r n o und dem Minister für die karpatho-ukrainischen Angelegenheiten Iwan Par­ka n y i an der Spitze bereits eingefunden hatte.

Von ungarischer Seite verlautet, man sei mit der Atmosphäre, in der die Besprechungen geführt wür­den, imallgemeinenzufrieden. Allerdings feien bisher nur grundsätzliche Fragen erörtert worden. Die Vertreter der Tschecho-Slowa- kei hätten die ungarischen Forderungen zur Kennt­nis genommen und Vertagung auf Montag um 14 Uhr beantragt, um sie prüfen zu können, lieber die karpatho-ukrainische Frage fei noch nicht näher gesprochen worden. Ungarn fordere die Rückgabe eines zur heutigen Slowakei gehören­den Gebietes von ungefähr 13 000 Quadratkilo­metern mit einer Einwohnerschaft von rund 750 000 Seelen. Dadurch würden voraussichtlich etwa 200 000 Slowaken an Ungarn kommen, während ebensoviele Ungarn weiterhin als Minderheit im Staatsverband der Tschecho-Slowakei verbleiben müßten.

Auch eine karpatho-ukrainische Regierung gebildet.

Prag, 8. Okt. (DNB.) In Uschhorod traten die parlamentarischen Vertreter der Karpatho-Ukraine, zwei dreigliedrige Abordnungen des ersten ukraini­schen Zentralrates und des ersten ukrainischen Na­tionalrates zusammen, um die Forderungen der Karpatho-Ukraine aufzustellen. Der Prager Regie­rung wurde die folgende Kandidatenliste der kar­patho-ukrainischen Minister oorgelegt: Vorsitzender der Regierung und Schulminister: Abgeordneter Brody; Inneres: Senator Dr. B a c i n s k y; Wirtschaftsangelegenheiten: Abgeordneter Dr. Fen- c i k; Gesundheitswesen und soziale Fürsorge: Direk­tor Volo sin; Verkehr: Abgeordneter Re va y; Justiz: Abgeordneter Dr. P j e s c a k. Im Namen der Prager Regierung teilte vom Balkon des Re­gierungsgebäudes der erste karpatho-ukrainische Minister Dr. P a r k a n y der Dolksm"nge mit. daß die Karpatho-Ukraine dieselben Rechte wie die Slowakei erhalte.

Eine englische Erklärung in Warschau.

London, 8. Okt. (DNB.) Die englische Regie­rung hat in Warschau ihren Standpunkt gegenüber dem polnischen Anspruch einer gemein­samen Grenze mit Ungarn klargestellt. Die englische Regierung soll daraus verwiesen haben, daß kein Minderheitenanspruch gegen die Tschecho-Slowakei die Unterstützung der englischen Regierung finden werde, es sei denn, daß