Nr. 257 Erstes Blatt
188. Zahrgang
Montag, lü. Oktober 1938
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Achse, über die man in hinderen Ländern manchmal glaubte spotten zu können, hat sich in den letzten 2¥i Jahren nicht nur als dauerhaft erwiesen, sondern gezeigt, daß sie auch in schlimmsten Stunden Bestand hat.
Wir find glücklich, daß dieses Werk des Jahres 1938, die Wiedereingliederung von zehn Millionen Deutschen und von rund 110 000 Quadratkilometer Land in das Reich ohne Blutvergießen vollzogen werden konnte, trotz der Hoffnungen fo vieler internationaler Hetzer und Profitmacher. (Stürmische Heil-Rufe der Zehntaufende.)
Wenn id), ble Mitarbeit der anderen Welt an dieser Friedenslösung erwähne, dann muß ich zuerst immer wieder von dem einzigen wahren Freund sprechen, den wir heute besitzen: Benito Mussolini. (Bei diesen Worten erhebi sich ein Sturm der Begeisterung.) Mr alle wissen, was wir diesem Mann zu verdanken haben. Ich möchte auch der beiden anderen Staatsmänner^ gedenken, die sich mühten, einen Weg zum Frieden zu finden, und die mit uns jenes Abkommen geschloffen haben, das vielen Millionen Deutschen ihr Recht und der Welt den Frieden gesichert hat. (Wieder donnernder Beifall.) Allein, gerade die Ersah- rungen der letzten acht Monate können und müssen uns nur bestärken in dem Entschluß, vorsichtig zu sein und nichts von dein zu versäumen, was zum Schutze des Reiches getan werden muß. Die Staatsmänner, die uns gegenüberstehen, wollen — das müssen wir ihnen glauben — den Frieden. Allein, sie regieren in Ländern, deren innere Konstruktion es möglich macht, daß sie jederzeit a b g e l ö st werden können, um anderen Platz zu machen, die den Frieden nicht so sehr im Auge haben. Und diese anderen sind da. Es braucht nur in England statt Chamberlain Herr Duff Cooper oder Herr Eden oder Herr Churchill zur Macht zu kommen, so wissen wir genau, daß es das Ziel dieser Männer wäre, sofort einen neuen Weltkrieg zu beginnen. Sie machen gar kein hehl, sie sprechen das offen aus. Wir wissen weiter, daß nach wie vor drohend im Hintergründe jener jüdisch - internationale Feind lauert, der im Bolschewismus seine staatliche Fundierung und Ausprägung erfahren hat.. Und wir ken- nen ferner die Macht einer gewissen internationalen Presse, die nur von Lügen und Verleumdung lebt.
Das verpflichtet uns, wachsam und auf des Reiches Schuh bedacht zu fein! Jederzeit zum Frieden gewillt, in jeder Stunde aber auch zur Abwehr bereit! (Begeistert stimmen die Zehntaufende dem Führer zu.) Ich habe mich desbalb entschlossen, den Ausbau unserer Befestigungen im Westen, so wie ich sie in meiner Nürnberger Rede ankündigte, m i t erhöhter Energie fortzusehen. Ich werde nunmehr auch die beiden großen Gebiete, die bisher vor unseren Befesesiigungen lagen,
die zehn Million Deutschen, die noch außerhalb unserer Grenzen standen, zurückzuführen in das Reich. Ich war mir dabei vollkommen bewußt, daß diese Rückkehr nur durch unsere eigene Kraft erzwungen werden konnte. Die andere Welt Hal es weder gesehen, noch sehen wollen, daß hier im Gegensatz zum sogenannten Selbstbestimmungsrecht der Völker zehn Millionen Menschen vom Deutschen Reich getrennt und wegen ihres Deutschtumes unterdrückt wurden. Und sie hat es weder verstanden, noch verstehen wollen, daß diese Menschen nur eine einzige große Sehnsucht hatten: Zurück zum Reich! Diese internationalen Weltbürger, die zwar Mitleid mit jedem Verbrecher haben, der in Deutschland zur Rechenschaft gezogen wird, waren taub gegen das Leid von 10 Millionen Deutschen! Auch heute noch ist diese Welt erfüllt vom Geist von Versailles. Man sag uns nicht, daß sie sich davon gelöst hat. Kein: Deutschland hat sich von ihm gelöst. (Stürmischer Beifall.)
Es mußte ein harter Entschluß getroffen werden, es hat auch bei uns Schwächlinge gegeben, die das vielleicht nicht verstanden hatten. Allein es ist selbstverständlich, daß es zu allen Zeiten die Ehre wirklicher Staatsmänner war, eine solche Verantwortung zu übernehmen. (Stürmische Kundgebungen.) Eine Reihe von Voraussetzungen war notwendig, um diese Lösung herbeizuführen: Erstens: die innere Geschlossenheit der Ration. Ich war bei meinem Entschluß davon überzeugt, daß ich der Führer eines mannhaften Volkes bin. Ich weiß, was vielleicht in der übrigen Welt und einzelne auch in Deutschland noch nicht zu wissen scheinen, daß das Volk des Jahres 1938 nicht das Volk von 1918 ist. Niemand kann die gewaltige Erziehungsarbeit übersehen, die unsere Welt- anschauuna geleistet hat. Heute ist eine Volksgemeinschaft entstanden von einer Kraft und einer Stärke, wie Deutschland sie noch nie gekannt hat. Dies war die e r st e Voraussetzung zum Gelingen eines solchen Kampfes. Die zweite war die nationale Rüstung, für die ich mich nun seit bald sechs Jahren fanatisch eingesetzt habe. (Ununterbrochene Heil-Rufe und jubelnde Kundgebungen.) Ich bin der Meinung, daß es billiger ist, sich vor den Ereignissen zu rüsten, als ungerüstet den Ereignissen zu erliegen und dann Tribute zu bezahlen. Die dritte Voraussetzung war die Sicherung des Reiches. Ihr seid ja selbst hier Zeugen einer gewaltigen Arbeit, die sich in eurer nächsten Nähe vollzieht. Ich brauche euch darüber nichts im einzelnen zu sagen. Nur eine Ueberzeugung spreche ich aus, daß es keiner Macht der Welt gelingen wird, jemals diese Mauer zu durchstoßen! (Begeisterte Kundgebungen.) Und viertens: Wir haben auch außenpolitische Freunde gewonnen. Jene
Drosendorf; die Truppen des Generals der Artillerie von Reichenau auf dem schon besetzten Gebiets-abschmtt III; die Truppen des Generalobersten von Bock auf dem schon besetzten Rumburger Zipfel auf Böhmifch-Leipa und über die Linie Hohenelbe —Trautenau —Berthelsdorf—Friedland; die Truppen des Generalobersten von Rund- stedt über die am 8.10. erreichte Linie Grulich— Mähvisch-Schönberg—Braunseifen—südlich Troppau —Hultschin. Die deutschen Truppen werden heute in den letzten Abschnitt des zu besetzenden sudetendeutschen Gebietes einmarschieren.
NSV. unö Heer lindern
die erste Not.
Zehn Reichsverpflegungslager int Sudetenland eingesetzt.
Karlsbad, 8. Okt. (DNB.) Unmittelbar
Annahme von Anzeige« für die Mittagsnnmmer ois8'/,Uhr des Vormittag»
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Nr. 6/ r. 317L
dem Einmarsch der deutschen Truppen haben NSV. und Heer gemeinsam Vorsorge getroffen, um dem schweren Mangel an den notwendigsten Bedarfsmitteln zu steuern. Vor allem haben sie dafür gesorgt, daß denen geholfen wird, die in den letzten Wochen oft kaum ein Stück Brot auf dem Tisch hatten. Die NSV. hat an der ganzen Grenze des Altreichs zehn Reichsverpflegungslager errichten lassen, in denen in Zusammenarbeit mit dem Reichsnährstand Lebensmitteloorräte und andere lebenswichtige Waren aufgestapelt wurden. Allein im Lager Hof harrten 2000 Tonnen Lebensrnittel der Verteilung, darunter Fleischkonserven, Mehl, Erbsen, Hülsenfrüchte, Kaffee, Zucker, Reis, Schmalz und Gemüse. Mit den ersten Truppen gingen die Beauftragten der NSV. über die frühere Grenze, suchten die Bürgermeister in den einzelnen Orten auf und stellten an Hand der Einwohnerzahl den Bedarf fest. NSKK.-Motorradfahrer eilten sofort mit den Berichten zur zuständigen Amtsleitung der NSV. So konnte erreicht werden, daß schon wenige Stunden nach dem Einrücken der Truppen
,8 Setuni ten.
Vegeisierier Empfang.
Saarbrücken, 9. Okt. (DNB.) Saarbrücken stand am Sonntag im Zeichen des Besuches des Führers anläßlich der Einweihung des Gautheaters. Um 13.45 Uhr rollte der Sonderzug des Führers in die Bahnhofhalle ein. Als die Menschenmenge, die die übrigen Bahnsteige füllte, den Führer am Wagenfenster stehend erblickte, brach sie in stürmische Jubelrufe aus, nur mit Mühe konnten die Absperrmannschaften die Begeisterten zurückhalten. Gauleiter Bürckel begrüßte als erster den Führer.
Auf dem von hohen Fahnenmasten umsäumten B e freiungsseld der Stadt Saarbrücken, das mit seinem Namen die Erinnerunug wach hält an jenen 13. Januar 1935, an dem das Saarvolk mit seinem einmütigen Treuebekenntnis zu Führer und Vaterland seine Wiedervereinigung mit dem Reich erkämpfte, bereiteten in schier unübersehbarer Menge die Männer und Frauen aus dem ganzen Saarland dem Führer einen jubelnden Empfang. Die minutenlangen Freudenkundgebungen bezeugten dem Führer, wie dankbar gerade die Menschen der deutschen Westmark, die selbst Not und Leid der Fremdherrschaft dulden mußten, von dem Glücksgefühl beseelt sind, daß nun auch die Brüder der deutschen Ostmark und des Sudetenlandes zum Reich gehören. Unter dem immer wieder sich erneuernden Jubel der Menge fuhr der Führer das weite Oval des Befreiungsfeldes ab. Gauleiter Bürckel versicherte dem Führer unter stürmischer Begeisterung, daß das Saaroolk ein Herz und eine Seele mit ihm sei, immerbar geschlossen und treu zum Führer stehen werde. Begeisterte Zustimmung und Rufe „Führer, wir danken Dir!" und „Wir danken unserem Führer!" bekräftigten die Worte des Gauleiters.
Der Führer spricht.
Der Führer hielt dann folgende Rede:
Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Wenn ich inmitten dieser großen Tage und Ereignisse in euren Gau komme, dann geschieht es in der Ueberzeugung, daß niemand mehr Ver - ständnis für die letzten Wochen aufzubringen vermag als ihr. Ihr, meine Männer und Frauen der Saarpfalz, habt es einst selbst erlebt, was es heißt, vom Reich getrennt zu fein, ihr habt aber ebenso die Freude der Wiedervereinigung empfunden. Auch ihr habt durch fast zwei Jahrzehnte das ganze Leid der Trennung erduldet und seid dann glücklich, überglücklich gewesen, als endlich die Stunde der Freiheit schlug, die euch wieder zurückkehren ließ in unser gemeinsames großes Deutsches Reich. Das gleiche haben alle die Millionen deutscher Menschen im Sudeten l a n d durchgemacht, und derselbe Jubel, der einst euch bewegte, hat in diesen Tagen nun sie erfaßt:
Am Beginn dieses 20. Jahres nach unserem Zusammenbruch habe ich den Entschluß gefaßt.
Jederzeit auf des Reiches Schutz bedacht
Oer Führer spricht aus dem Besreiungsseld in Saarbrücken.
Reichenberg wird Sitz des Sudetengaus.
Reichskommiffar Henlein kündigt Erganzungswahlen zum Deutschen Reichstag an
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Wiederaufnahme des Wirtschaftsverkehrs.
Berlin, 8. Okt. (DNB.) Auf Veranlassung des Ausschusses der Internationalen Kommission zur Behandlung der wirtschaftlichen und finanziellen Fragen sino unmittelbare Verhandlungen zwischen dem Reichswirtschaftsministerium und dem tschechoslowakischen Wirtschaftsministerium ausgenommen worden zur Herbeiführung einer möglichst baldigen vorläufigen Regelung des gegenseitigen Wirtschaftsverkehrs. Das gilt insbesondere für die betriebe in den abgetrennten Gebieten, deren Wei- terführuna von der Zusammenarbeit mit Werken in der Tschecho-Slowakei abhängig ist und umgekehrt. Um die Weiterleistung der Zahlungen tschea-o- jlowakischer Sozialversicherungen an Bewohner der sudetendeutschen Gebiete herbeizuführen, hat eine Fühlungnahme zwischen dem Reichsarbeitsministerium und dem tschecho-slowakischen Fürsorgeministerium stattgefunden. Die zwischen den Eisenbahnverwaltungen geführten Verhandlungen haben zu einer Vereinbarung geführt, die eine ordnungsmäßige Ucbergabe der sudetendeutschen Eisenbahnstrecken und Eisenbahnanlagen zum Ziele hat. Da «ine vor- 0 Zurückziehung der Beamten und leitenden
. teilten größerer Betriebe, wie Kohlengruben, Elektrizitätswerke und chemische Fabriken, die Gefahr von Zerstörungen oder Beschädigungen mit sich bringen kann, ist eine Verständigung zustandege- fommen, wonach die Beamten und Angestellten der in Frage kommenden Werke unter Zusicherung ihrer persönlichen Freiheit und des Rechtes der späteren freien Rückkehr nach der Tschecho-Slowakei a u f ihren P o st e n verbleiben.
Zwischen der Reichspostverwaltung und der tschecho-slowakischen Postoerwaltung sind Verhandlungen aufgenommen worden, um den Postverkehr wieder in Gang zu bringen. Der Luftpostverkehr ist bereits wieder aufgenommen worden. Die Bewohner der sudetendeutsche Gebiete sollen über ihre Guthaben bei den tschecho-slowakischen Postscheckämtern und der Postsparkasse verfügen können. Weiterhin ist eine Verständigung darüber herbeigeführt worden, daß mit der Rücklieferung der durch die tschecho-slo- wakische Militärverwaltung requirierten Kraftwagen, Pferde und Fahrzeuge begonnen wird.
Siebener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
______ Druck unö Verlag: vriihlsche Universttätsönickerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung unö Geschäftsstelle: Schulstratze 7
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die Lebensrnittel in den Orten eintrafen, an die Be- dürftigten verteilt oder zu den Verkaufsstellen weitergeleitet werden konnten. Bei der Anlieferung von Waren handelt es sich auch um die Sicherung des Marktbedarfes. Die Heeresverwaltung hat für diese Aktion 200 000 Brotrationen zur Verfügung gestellt. An die Aermsten der Hilfsbedürftigen ließ sie ferner eine große Anzahl Essenportionen verteilen. Um den Bedarf an Waren auch in den weiteren Gebieten decken zu können, ist das Reichsverpflegungslager von Hof bereits nach Eger verlegt worden. Das Verpflegungslager Plauen wird nach Karlsbad Übersiedeln, nachdem die Zugoerbindung wiederhergestellt ist. In Kürze wird auch mit der Auslieferung von Kleidungsstücken begonnen werden. Mit herzlicher Dankbarkeit hat die sudetendeutsche Bevölkerung diese für sie überraschend schnell einsetzende Hilfe angenommen.
Arbeitsbeschaffung im Sudetenland.
Berlin , 8. Okt. (DNB.) Ministerpräsident G ö - ring hat angeordnet, daß die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung sofort damit beginnen soll, die arbeitslosen Sudetendeutschen in den sudetendeutschen und auch in den angrenzenden Reichsgebieten vornehmlich bei volkswirtschaftlich und staatspolitisch wichtigen Arbeiten des Vierjahresplans einzusetzen. Damit möglichst viele Arbeitslose sofort Arbeit erhalten können, werden die in den sudetendeutschen Gebieten erforderlichen Straßen- und Eisenbahnbauten sowie Landeskulturarbeiten und sonstigen öffentlichen Aufgaben so schnell als möglich in Angriff genommen werden.
Sobald die dringendsten organisatorischen Vorarbeiten abgeschlossen sind, wird die Reichsanstalt für alle einsatzfähigen Arbeitslosen, solange sie noch keine Beschäftigung erhalten haben, durch Gewährung angemessener Arbeitslosenunterstützung sorgen. Um ein unnötiges Hin- und Herfluten von Arbeitern zu verhindern, müssen die im alten Reichsgebiet eingesetzten sudetendeutschen Arbeiter auf ihren bisherigen Arbeitsplätzen verbleiben.
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Reichenberg, 8. Okt. (DNB.) Arn Samstag- Dormittag wurde der Vormarsch der deutschen Truppen unter Führung von Generaloberst von Bock im Bereich der Zone II fortgesetzt. Von Kratzau aus marschierten die deutschen Soldaten auf Reich e n b e r g zu, wo sie in den frühen Nachmittags- stunden eintrafen und mit einem wahren Jubelsturm von der erlösten Bevölkerung begrüßt wurden. Der Reichenberger Bürgermeister Rohn begrüßt Generaloberst o. Bock und seine Soldaten als Befreier des sudetendeutschen Volkes. Nur der unbeirrbare Glaube an Deutschland habe die Bevölkerung Reichenbergs zwanzig Jahre hindurch aufrechterhalten. Dieser Augenblick des Einzugs deutscher Truppen sei die glücklichste Stunde in der Geschichte der Stadt. Darauf dankte Generaloberst v. Bock im Namen seiner Truppen für den überaus herzlichen Willkommen und die stürmische Begeisterung, die allen denen, die es immer noch nicht genau wüßten, deutlich gezeigt habe, wo diese Stadt hingehöre. Vor dem Rathaus wurde dann ein G e - denken an die Gefallenen abgehalten. Der Sprecher gedachte der Toten des Weltkrieges, er gedachte der Gefallenen für Sudetendeutschland, er gedachte der Männer und Frauen, die am 4. März 1919 und im Jahre 1-921, als sie ein offenes Bekenntnis zu ihrem Deutschtum ablegten, unter den Kugeln der tschechischen Soldaten ihr Leben aushauchten. Dumpf klingen die Trommelwirbel über ien Platz. Die Fahnen senken sich, als das Lied vom $uten Kameraden erklingt.
Reichenberg beschloß den Tag seiner Befreiung »nit einer Massenkundgebung vor dem Rathaus. Um 21 Uhr traf Konrad Henlein in Begleitung des Generalobersten v. Bock, von lautem Jubel empfangen, ein und schritt unter den Klängen des Präsentier- inarsches die Front der Ehrenkompanie ab. In einer Ansprache erklärte der Reichskommis- f a r sodann:
Deutsche Truppen haben heule Besitz genommen von unserer schönen Sladl Reichenberg. Am 10. b. TR. ist bas ganze fubefen- deutsche Gebiet befreit, am 10. b. 2H. ist unsere subetenbeutsche Heimat ein Teil des Reiches geworden. Hakenkreuzfahnen wehen über unserer heimal, unb bort, wo sie wehen, wird nunmehr kein Feind deutschen Boden betreten. Denn bas Gebiet voll beseht fei, bann werbe bas sübmöhrische Land a n Oesterreich fallen, bas sübböhmi'che £onb an Bayern. Das übrige werbe ein großer Reichsgau werben, unb biefer Gan werbe ben Namen Subelengau tragen. Der Führer habe feinen Vorschlag gebilligt, baß b e r S i h bieses Gaues Reichenberg fein solle, ber Führer werbe in kürzester Zeit L r g ä ti - zungswahlen in ben Deutschen Reichstag im Zubetenland durchführen unb bann fei h ff ZU ben Reichenbergern sprechen.
Konrad Henlein schloß: „Wir wollen dem Führer in tiefster Dankbarkeit und Volksverbundenheit gehoben, jederzeit opferbereit und einsatzbereit zu sein; denn wir wissen, daß wir unseren Dank nicht in Worten ausdrücken können. IBir wollen die Treue st en seiner (Befolg- ! chaft fein. So grüßen wir unseren Führer, unser rroßdeutsches Vaterland mit dem Rus: Adolf Hitler, Sieg-Heil!"
Besreiungsstunde in Znaini.
Auch das deutsche Lndmähren wieder frei.
3 n a i m, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die unter dem Kommando des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe 5, General der Infanterie Lift, stehenden Truppen haben Sonntagvormittag die an Deutschland abzutretenden Gebiete der Tschecho-Slowakei c n der Grenze des Gaues Ober-Donau töllig besetzt. General List und Reichsstatthalter Dr. Seyß-Jnquart übernahmen im Auftrag des Führers auf dem Marktplatz von Z n a i m , der größten Stadt des nunmehr deutschen Südmähren, Ue Oberhoheit über das abgetretene Gebiet. Die Stadt Znaim, deren Bewohnerzahl auf 25 000. bis •'? 000 geschätzt wird, zeigt, daß sie ihren deutschen Charakter, wenn auch unter schwersten und verlustreichen Kämpfen, behauptet hat. Fahnen und Blu- nenschmuck grüßen von jedem Haus. Je tiefer wir n die Stadt einbringen, um so größer wird die Zahl ier deutschstämmigen Soldaten der Tschecho-Slowa- tei, die noch ihre Khaki-Uniform tragen, aber das Hakenkreuz sich an die Mütze geheftet haben. Für j e ist dieser Tag der Freiheit der glücklichste ihres Lebens. In den frühen Nachmittagsstunden erreichen General der Infanterie List und Reichsstatt- lvlter Dr. Seyß-Jnquart die befreite Stadt. In ( ner auf dem größten Platz veranstalteten Feier übernahmen sie die Oberhoheit über das deutsche Südmähren.
Oie fehlen Abschnitte werden heute beseht.
Berlin, 10. Okt. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die knutschen Truppen setzten am 9. 10. den Vormarsch f rt. Es gingen vor: die Truppen des Generals der Infanterie L i ft über die ehemalige deutsch-tschechoslowakische Grenze zwischen Laa an der Taya und


