gemeininieresses. Bei der Zeitungsführung komme es auf die Beachtung dieser Grundsätze an, weil sie allgemeine Wirkungsooraussetzung jeder Presie- arbeit seien und ihre Anwendung nach den moralischen und politischen Prinzipien gegeben sein müsse, die in Uebereinstimmung mit der Arbeit aller anderen politischen Wirkungsfaktoren aus einem Publikum eine Gemeinschaft, das Volk, bilden und die Fortentwicklung des einzelnen gewährleisten.
Besondere Zustimmung fand die Feststellung Amanns, daß die Verantwortungslosigkeit jor dem Leser abgelöst worden sei durch die Sorge für ihn und das, was die Anziehungskraft des Edlen steigern, dem Schlechten und Niederen aber die Suggestivwirkung nehmen wolle. Mit besonderer Betonung wies der Redner dann darauf hin, daß wir alles und alle ablehnen, die die Presse in ihrem Wesen schändeten und sie dadurch mit Recht der Diffamierung preisgeben, und daß wir ebenso bedingungslos die Männer der deutschen Presse von heute zur ersten Reihe der Arbeiter in Deutschland rechnen.
Freudige Zustimmung löste Amanns Feststellung aus, daß die re st lose Säuberung d . r Presse der O st mark durchgeführt sei. Beifall fand auch der Dank an die Männer, die unter den schwierigsten Umwinden noch vor der Heirn-
kehr der Ostmark in das Reich ihrer politischen Verantwortung bewußt gewesen seien. Mit Einzelangaben über den Aufbau der Parteipresse in der Ostmark, die nunmehr nur noch einen einzigen Auftraggeber anerkenne und eine einzige Aufgabe ein einziges Ziel, nämlich Deutschland, sehe, schloß Rerchsleiter Amann seine Ausführungen.
Die italienische Abordnung a ehrt die Toten der Bewegung.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Am Freitagnach- mittag erschien die Abordnung der Faschistischen Partei in der Ehrenhalle des Luitpold- Haine s. Der Delegationsführer, Staatsminister F a r i n a c c i, und der stellvertretende General- ftabschef der Faschistischen Miliz legten unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden zwei große Lorbeerkränze mit Schleifen in den Farben der italienischen Trikolore und der faschistischen Jugendbewegung nieder. Dem feierlichen Akt, zu dem Ehrenformationen der SA.-Standarte „Feldherrn- halle", der ^-Leibstandarte und der ^-Verfügungs- truppe sowie der Polizei angetreten waren, wohnten viele Tausende von Zuschauern bei.
Geschichten aus aller Welt
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Das verrückteste Haus der Welt.
B. San Franzisko.
Als unbewohnbar wurde in San Jose in Kalifornien ein Haus erklärt, das einen gewaltigen Umfang hat, 150 Ziwmer enthält und an dem dreißig Jähre mit großem Aufwand gebaut worden ist. Das Gebäude hat eine seltsame Geschichte. Eine Mrs. W. Wert Wincester, der der Mann gestorben war, hatte sich an einen Arzt gewendet, um sich von ihm beraten zu lassen, wie sie die furchtbare Angst, die -sie bedrängte, besänftigen könnte. Der Arzt gab ihr einen merkwürdigen Rat: sie sollte sich ein Haus bauen, ohne jedoch bie Hilfe eines Baumeisters in Anspruch zu nehmen- Die Frau nähm diesen Rat an und machte sich sofort an die Ausführung. Da sie jedoch nicht die leiseste Ahnung von der Baukunst hatte, fing sie ohne jeden vernünftigen Plan an zu bauen, immer einen Teil an den andern zw fügen, ohne daß sie zueinander paßten, und so verbrachte sie dreißig Jähre emsigsten Schaffens und gab Millionen für den Bau aus. Sie hatte Arbeiter angenommen, die wenige Monate bei ihr tätig fein sollten, da das Haus kaum längere Zeit erfordern würde, aber die Leute blieben viele Jahre bei ihr und brachten die Zeit damit zu, daß sie nach den täglich wechselnden Befehlen der Baüherrin aufbauten und wieder abrissen.
Trotz aller Mißerfolge war Mrs. Wincester nicht dazu zu bringen, die Bauleitung niederzulegen. So wurde ein Ergebnis erzielt, wie es nicht anders sein konnte, jedenfalls dds verrückteste Haus, das je auf Erden entstanden ist.^Es ist ein stattliches Bauwerk, das 150 Räume enthalt, aber keiner liegt auf demselben Niveau. Es sind Treppen darin, die nirgends hinführen, und-von einem Stockwert in das andere zu kommen, muß man bis zu sieben Windungen emporsteigen. Mit einer unendlichen Zahl von Kabeln, Drähten und Leitungen ist es nur gelungen, in wenigen Zimmern Wasser und Elektrizität zu haben. 47 Kamine krönen das Dach, von denen nur zwanzig benutzbar sind. In dem Maße, wie das Haus größer wurde, mehrten sich auch die Gänge und Korridore, und so ist schließlich ein neues Labyrinth entstanden, das bei der Baupolizei natürlich keine Gnade finden konnte.
Die Diät der Filmstars.
C. K. Hollywood.
In Hollywood gibt es einen Mann, der genau weiß, was die Filmstars essen, wieviel, wie oft, wie zubereitet und warum. Vielmehr, eigentlich sind es zwei Männer, nämlich Dr. Hauser, der Diät- Spezialist, und sckn Freund und Geschäftspartner Fred Brown. Die beiden sehen sich so ähnlich, daß die Steuerbehörde von Washington kürzlich einen Beamten in ihre Wohnung schickten, um festzustellen, ob es wirklich zwei Männer seien und der doppelte Name nicht vielleicht ein feiner Kniff, um eine niedrigere Einkommensteuer zu zahlen. Dr. Hauser ist nicht Arzt. Er hat seine Erfahrungen in bezug auf Diät an sich selbst gemacht, und zwar in Deutschland, als er hier vor ^3 Jahren studierte und an. einer scheinbar hoffnungslosen Tuberkulose erkrankt war und die Spezialisten ihn bereits aufgegeben hatten. In seinem Sanatorium in Chikago weihte er einige Jahre später den Kunstschüler Fred Brown in seine Ideen ein, die beiden wurden nahe Freunde und nach zwei Jahren Geschäftsteilhaber.
Der Speisezettel, den' zahlreiche Filmstars, auch wenn sie Dr. Hauser nicht unmittelbar zu Rate ziehen, sich mit mehr oder minder erheblichen Abweichungen zu eigen gemacht haben, ist folgender: „Erstes Frühstück: Ein Glas Orangensaft und andere Früchte, ein Spiegelei, Toast und Kaffee oder Kräutertee. Lunch: Fruchten ft, roher Gemüsesalat, Gemüsebrühe und Nachtisch von Früchten. Tee: Eine Tasse Kräutertee. Dinner: Eine Tasse Gemüsebrühe, Lammkotelett, Geflügel oder Fisch, zwei grüne Gemüse, eine kleine gebackene Kartoffel oder Weißbrot und noch mehr Früchte. Dr. Hauser versichert, daß diese Ernährung für das junge Mädchen, das den ganzen Tag im Filmatelier arbeite, ideal sei. Sie gebe Lebenskraft und verleihe Auge und Haar einen neuen Glanz. Besonders Mohrrübensaft empfiehlt er als eines der besten Nahrungsmittel, die es geben fömfe. In der Hauptsache sind es natürlich die weiblichen Filmstars, die diese Diät einhalten, aber auch von den männlichen Schaufpielern haben
viele sie angenommen. Shirley Temple ißt Hulsen- früchte, Eier, Milch, Gemüsesuppe, ein wenig Fleisch und sehr viel verschiedene Salate. Augenblicklich hält sich Fred Brown in England auf, um zu erforschen, ob günstige Vorbedingungen bestehen, auch dort in den nächsten Jahren ein Sanatorium nach Dr. Hausers Grundsätzen einzurichten.
Elefant in Rosa? v
C. K. Kapstad t.
Aus Kapstadt wird berichtet, daß von einem zuverlässigen Beobachter im Knysna-Walde in der Kap-Provinz ein rosa Elefant, der erste, von dem man bisher gehört hat, gesehen worden ist. Es war ein neugeborenes Kalb, nur etwa einen Meter hoch und am ganzen Körper rosafarben. Der ungewohnte Anblick setzte eingeborene Holzfäller so in Schrecken, daß sie flohen und nicht zu bewegen waren, näher an das Tier heranzugehen. Auf diese Nachricht hin wurden Beamte des Londoner Zoo über ihre Meinung befragt „Wir haben niemals bisher von einem vollständig rosa Elefanten gehört", erklärte ein Sachverständiger. „Albinos gibt ös wyhl unter den Elefanten, und vor einigen Jahren hatten wir sogar einen in England, der später nach Amerika kam. Aber auch diese sind außerordentlich selten und haben daher einen hohen Wert. Ein weißer Elefant kann von Eltern von gewöhnlicher dunkler Farbe geboren werden, und er ist nicht von vornherein von schwächerer Konstitution. Es wäre möglich, daß der jetzt beobachtete rosa Elefant ein junges Albino- Kalb ist, bei dem die natürliche rosa Hautfarbe noch hell durch das dünne Haarkleid hindurchscheint. Merkwürdig ist bei dieser Nachricht, daß sie so weit aus dem Süden der Kap-Provinz kommt; denn dort ist das Auftreten der Elefanten sehr ungewöhnlich."
Die weißen Elefanten, von denen hier die Rede ist, genießen in Burma eine hohe religiöse Verehrung. Sie werden als Inkarnationen von Buddha angesehen und müssen als solche geachtet werden. Wie in Europa jeder Schatzfund dem Staate gemeldet werden muß, so muß auch das Auftauchen eines weißen Elefanten angezeigt werden, sobald er entdeckt" ist. Dor etwa zwölf Jahren wurde nun in den Wäldern von Burma ein Elefant gefangen, dessen Farbe als hell lachsrosa beschrieben wurde. Er wurde in einem besonderen mit Blumenkränzen geschmückten Gehäuse, das mit Vorhängen bedeckt und mit einer goldenen Matte ausgelegt war, nach Bangkok gebracht; Wärter badeten und parfümierten ihn, und «als Nahrung wurde ihm Reis und Zuckerkuchen gereicht. Nachdem er neun Tage gefeiert war, während derer seine Stoßzähne mit goldenen Ringen versehen und kostbare Ketten über seinen Nacken gehängt waren, wurde der Elefant in den königlichen Stall geführt.
Ein seiner „Onkel Doktor".
AS. Warschau.
Auf eine merkwürdige Weise kam es in Lodz zur Entlarvung eines Betrügers, der sich als Arzt ausaab. Der angebliche Doktor besuchte die urn- liegendey Dörfer und hatte viele Patienten, bei denen er sich eines großen Ansehens erfreute. Einem seiner Patienten fiel es jedoch auf, daß der „Herr Doktor" seine Rezepte den Kranken immer diktierte. Der argwöhnische Patient benachrichtigte die Polizei, die den Scharlatan festnahm. Bei der Untersuchung stellte es sich heraus, daß der angebliche Arzt weder lesen noch schreiben konnte. Seine Studien bestanden lediglich darin, daß er einmal in einem Warschauer Krankenhaus eine Stellung als Hausknecht inne hatte. . t
Eine Konferenz gegen Heuschrecken.
. C. K. Brüssel.
Die internationale Konferenz gegen die Heuschrecken, die soeben eine Beratung von mehreren Tagen abgehalten hat, hat den Vorschlag des englischen Delegierten angenommen, daß ein internationales Amt zum Studium der Heuschrecken und der Anwendung von Mitteln, sie an ihren Ursprungsplätzen zu zerstören, begründet wird. Da verschiedene Delegierte erst die Einwilligung ihrer Regierung wegen der Bewilligung der notwendigen Mittel einholen mußten, wurde die Ausführung bis zu einer späteren Konferenz vertagt, die im nächsten Jahr in Lissabon abgehalten werden soll. Bei den Beratungen war man sich darüber einig, daß der sicherste
Nürnberger Streiflichter
^.-Sonderberichterstatter.
Don unserem W.
„3a, bist du es wirklich?" — „Na klar Mensch, wer soll ich denn sonst sein!" Die dies sprachen, waren — zufällig wurde ich Zeuge dieser Begrüßung — ein Kreisleiter und- ein ^-Oberführer, die in diesen Tagen vor dem Hauptbahnhof in Nürnberg einander trafen und ein herzliches Wiedersehen feierten. — „Wie lange haben wir uns nicht gesehen?" Das ist eine Frage, die man in diesen Tagen in Nürnberg tagtäglich härt, wenn alte Nationalsozialisten Zusammentreffen, die in der Zeit vor der' Machtübernahme Seite an Seite gekämpft haben, in den Jahren nach 1933 zu wichtigen Auf^ gaben berufen wurden und dabei auseinander gekommen sind. Und wenn solche alten Kämpfer sich plötzlich treffen, dann versinkt auf einmal alles, was um sie herum ist, dann taucht die Vergangenheit auf, wird die Zeit vor 1933 lebendig, jene Jahre, ba man in härtesten und schwersten Kämpfen stand und niemand wußte, ob er am nächsten Tage noch seine gesunden Knochen haben mürbe,
Es ist etwas Rührenbes um dieses plötzliche Zusammentreffen öfter Nationalsozialisten. Sie haben vier, fünf Jahre nichts voneinander gehört, was durchaus nicht an beiderseitigem dösen Willen lag, sondern eben daran, daß die Fülle der Aufgaben, die es zu erledigen galt, keine Zeit zum Briefschreiben ließ. Und nun stehen sie auf einmal einander gegenüber und müssen beide feststellen — Gott sei Dank! —, daß sie die. alten geblieben sind! Und beim ersten Wort bereits spüren sie es, daß das halbe Jahrzehnt, welches dazwischen Hegt, sie nicht im geringsten entfremdet hat. Ihnen ist so zu Mute, als ob fte sich erst gestern abend nach einer Versammlung, in der es hoch Verging, getrennt hätten. Das Geheimnis dieser Verbundenheit ist fehr einfach! Die Jahre der Kampfzeit haben um die Männer, die in diesen für Deutschlands Geschichte so schweren und entscheidungsvollen Jahren ihren Mann gestanden haben, ein Band geschlagen, das nie zereißen wird, ein Band, bas gewirkt, ist aus bester und treuester Kameradschaft. Denn die Kameradschaft bewährt sich erst bann, wenn der eine weiß, daß er, wenn es nottut, sich für den anderen einsetzen muß bis zum Letzten.
Stundenlang stehen die Menschenmauern a m „Deutschen H o f", wo der Führer, wie auch in vergangenen Jahren, abgestiegen ist. Nicht immer scheint bie Svnne^vom wolkenlosen, strahlenb blauen Himmel hernieber, es ist manchmal recht unfteunb- lich, und Regen bleibt gleichfalls nicht aus. Aber bie Menschen, bie sich hier eingefunben haben, schert bas alles nicht im geringsten. Sie haben ein Ziel, sie haben einen Wunsch, und dieser Wunsch lautet: Wir wollen unseren Führer sehen! Wann er kommt? Ja, so recht weiß das niemand. Es kann vielleicht eine halbe Stunde dauern, aber auch zwei Stunden! Bequem ist es ganz gewiß nicht, immer so eingekeilt auszuharren. Weder die Vorder- noch bie Hintermänner wanken und weichen. Jeder ist in Sorge, daß er vielleicht seinen guten Platz, den er sich so mühselig erkämpft hat, verlieren könnte. Aber alle Unbilden nimmt man gerne in Kauf, denn schließlich muß der Führer doch wieder einmal zurückkommen! Und auf einmal kommt Bewegung in die Masse, die Heilrufe pflanzen sich lawinenartig fort, und ein zehntausendfaches
Brausen und Jubeln erfüllt auf einmal die Luft. Arme strecken sich zum Gruß empor. Wie dankbar sind alle, daß der Führer, im Auto stehend, an ihnen vorüberfährt, denn sonst würden sie ihn bestimmt nicht so gut sehen können. Der Führer lacht, grüßt mit einem Blick voll Stolz und Freude, und dann ist er schon im Hotel verschwunden. Fünf, zehn Sekunden hat das alles gedauert, aber bie Menschen stehen noch ganz im Banne dieser wenigen Augenblicke, und noch lange gibt es für sie nur einen Gesprächsstoff: „Wir haben den Führer gesehen, ganz nahe, höchstens sechs Meter entfernt ist er an uns vorübergekommen!"
An einer Straßenecke stehen zwei Italiener, Führer der faschistischen Miliz. Sie haben einen Stadtplan aus der Tasche gezogen, stecken die Köpfe zusammen und scheinen irgend etwas zu beraten. Im Handumdrehey sind sie von einer Menge umringt: SA.-Männek, Politische Leiter, Zivilisten. Alle wollen den italienischen Kameraden helfen, die sich in der fremden Stadt nicht auskennen, und deren gesamter deutscher Sprachschatz in dem einzigen Wort „danke" zu bestehen scheint. Die Italiener ziehen einen Brief aus der Tasche, auf dem eine Adresse vermerkt ist. Durch Gebärden geben sie zu erkennen, daß dort ihr Quartier ist. Zwei Koffer stehen neben ihnen. „Na, wenn es weiter nichts lst!" sagt ein- SA.-Scharführer, „wir werden die beiden Kameraden schon richtig in ihr Quartier bringen." Gesagt, getan. In Begleitung von einem halben Dutzend Reichsparteitagsteilnehmer streben die Italiener ihrem Quartier zu. Mit einigen französischen und englischen Brocken gelingt es, sich wenigstens etwas zu verständigen. Aber viel tiefer als bie Verstänbi- gung durch Worte ist bie Verständigung der Herzen, die, wenngleich verschiedenen Völkern gehörend, dach in einem großen Rhythmus schlagen.
Die Nürnberger Gastwirtschaften und Kaffeehäuser brauchen sich nicht in diesen Tagen über Gästemangel zu beklagen. Gedrängt voll ist es überall und inan staunt manchmal 'wirklich, wie um einen runden Tisch von 80 Zentimeter Durchmesser sechs, ja sogar acht Personen Platz haben. „Na, dann rücken wir eben noch etwas zusammen!" Dieses Wort kann man immer wieder hören, es ist Sinn- bild echter Freude und Gemütlichkeit. Wer jetzt in Nürnberg Dialektstudien machen will, der kommt voll auf seine Rechnung. Da sitzt der Bayer neben dem Schlesier, der Ostpreuße neben dem Sachsen, der Wiener neben dem Rheinländer, und wahre Lachsalven erschallen, wenn der eine und der andere den Dialekt feiner Heimat mit ganz besonderem Ausdruck spricht. Witze und Scherze flattern non Tisch zu Tisch, es herrscht eine fröhliche und lustige Stimmung, eine Stimmung, wie sie bei einem Reichsparteitag unerläßlich ist. In allen Gesichtern liegt bie stolze Freube barüber, baß man dabei sein bars, und eifrig wirb Darüber gesprochen, was bie nächsten Tage wohl noch bringen werben. Es ist eine Kameradschaft, die alle Deutschen im Altreich und in der Ostmark umschließt, es ist die Kameradschaft eines 75-Millionen-Volkes, das, von einem Willen beseelt und einem Geist erfüllt, unter dem Hakenkreuz marschiert.
Weg der Bekämpfung der Heuschreckenplage ist, ihre Brutplätze ausfindig zu machen und sie dort zu vernichten, so daß ihre Wanderflüge verhindert werden. Die Verwüstungen der Wanderheuschrecken sind besonders schwer im belgischen Kongogebiet an der Grenze von Rhodesia. Der englische Plan beabsichtigt, getrennte Kontrollorganisationen für jede der drei Heuschreckenarten in Afrika zu bilden, dem internationalen Komitee aber die Oberaufsicht zu überlassen.
Der photographierte Diebstahl.
B. Paris.
Am Schluß einer Prozession, die vor einigen Tagen zu einer bretonischen Kirche zog, bemerkte eine Frau, daß ihr 15 000 Franken gestohlen waren, die sich in ihrer Tasche befunden hatten. Sie hatte nichts von einem Taschendieb bemerkt, aber sie erhielt eine unerwartete Hilfe von den Photographen, die beruflich ober als Liebhaber zahlreiche Aufnahmen von dem feierlichen Zuge gemacht hatten. Die Polizei ließ sich bie Photographien vorlegen, und sie fanb auf einer, von ihnen die Frau, bie bestohlen worben war. Daneben bemerkte man einen jungen Mann, ber gleich des Diebstahls verbächtig schien. Schließlich fanb sich noch eine zweite Photographie, auf ber man beutlich benfelben Mann erkannte, ber gerabe bamit beschäftigt war, ein Damentäschchen zu durchsuchen. Die Photographie wurde vergrößert, und so hatte man ein genaues Bild des Taschendiebes, der der Polizei nicht mehr unbekannt war. Es gelang auch, dem Dieb auf einer Pariser Eisenbahnstation zu verhaften, als er aus einem Zuge stieg. Es war ein vorbestrafter Taschendieb, ber gerabe solche Diebstähle mit großSr Gewandtheit ausführte und ohne die Photographie in diesem Fall kaum zu fassen gewesen wäre.
Der „Reibeisenbart".
B. M-a i I a n b.
In einer Mailänder Dorstadtkneipe gab es vor einigen Tagen aus einem seltsamen Grunde einen hitzigen Streit, der in Tätlichkeiten ausartete und seinen Abschluß auf dem PoUzeibüro fand. Einer der treuesten Gäste ist dafür bekannt, daß'er einen ganz ungewöhnlich starken Bartwuchs hat. Kaum hat er sich rasieren lassen, so sprießen bie bichten starken Haare von neuem, so daß man nur von
feinem „Reibeisenbart" spricht und seine Freunde allerhand Scherze darüber machen, in die er selbst gutmütig einstimmt. So wollte er jetzt seine Freunde, während sie beim Kartenspiel saßen, verblüffen, holte ein Streichholz hervor, rieb sich damit bie Wange und zündete sich, als es tatsächlich brannte, zur größten Freude aller Dabeisitzenden eine Ziga- rette an.
Etwas später sah man, wie er in höchster Wut aufsprang, während bas Blüt aus einer Kratzwunbe- über feinen Bart floß, und sich auf einen feiner Freunbe stürzte, um ihn mit den Fäusten zu bear- beiten. So war ber Krach da, ber so lebhafte Formen annahm. Als der Freund, der den Aufruhr veranlaßt hatte, zur Rede gestellt wurde, erklärte er: „Ich fjabe es nur wie er machen wollen, durchaus im guten Glauben." In der Tat hatte er ein Streichholz durch energisches Reiben an dem „Reibeisenbart" onzünden wollen, damit aber keinen anderen Erfolg als eine tiefe Kratzwunde auf der Backe des Barlbefitzers erzielt. Jetzt war die Reihe, sich zu erklären, an dem Mann mit dem starken Bart. Er war sichtlich verlegen, aber schließlich gab er doch zu, daß er in seiner hohlen Hand ein kleines Stück Glaspapier verborgen gehalten hatte, um seinen Freunden etwas vorzuzaubern, indem sie glauben sollten, daß er die Zündhölzer an seinem Bart gerieben hätte. Daß ihm das einer nachmachen würde, hatte er freilich nicht angenommen.
Schöne Damen ...
AS. Belgrad.
Als im Monat Mai nach einer Kinovorstellung drei Belgrader Herren auf der Straße zwei Damen folgten, soll einer der Herren die Bemerkung „Schöne Damen!" gemacht haben. Diese Worte sollen aber nur, so behaupten die Herren, die Einleitung eines Satzes gewesen sein. Die Damen mißverstanden aber diese Anrede und legten dieser Bemerkung negative Bedeutung bei. Darauf blieb eine ber Damen stehen unb versetzte einem ber Herren eine Ohrfeige. Da die beteiligten Männer angesehenen Kreisen Belgrads angehörten, wurde aus der Sache ein großer Skandal. So beschäftigte sich jetzt das Gericht mit dieser Sache, wurde sich aber nicht über den Sachverhalt klar, da Aussage gegen Aussage stand. Die Damen erklärten, es seien auch andere, viel anstößigere Bemerkungen gefallen, und
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