glühenden Luft werden die -aut seltsam weich und empfindlich, der Körper, die Schleimhäute nie trocken. Die Nächte bringen keine Kühlung, der erquickende Schlaf geht verloren. Der Entschluß, unter die muffige Dumpfheit der Musselinhülle des Moskitonetzes in das Hotelbett zu klettern, wird zur Qual. Wir Gewächse gemäßigter klimatischer Verhältnisse sind armselige Geschöpfe. Unser Wohlbefinden ist abhängig von Temperaturen in einem ganz kleinen Spielraum von wenigen Grad. Immerhin ist es leichter, sich gegen Kälte als gegen Wärme zu schützen. Daß Leute, die von den Umständen gezwungen sind, in ungewohnten klimatischen Verhältnissen durchzuhalten, in den Tropen bis an die Grenze des Wahnsinns geraten können, selbst wenn sie nicht physisch erkranken, ist wohl begreiflich.
Rat -er Ratlosen.
Don unserem 6. P.-Korrespondenten.
Genf, September 1938.
Am 9. September beginnt für drei bis vier Wochen wieder einmal eine „Hochkonjunkturzeit" der Genfer Liga. Zunächst tritt der Rat der Liga zu seiner 102. Tagung zusammen, die etwa vierzehn Tage später, nach der Neuwahl dreier nichtständiger Ratsmitalieder, in die 103. Tagung übergehen wird. Drei Tage nach dem Rat, nämlich am 12. September, beginnt dann die 18. vrdenlliche Tagung der Vollversammlung. Und wenn man die Dinge rein äußerlich betrachtet, so wird wenigstens während der ersten Tage in Genf ein ziemlicher Auftrieb zu verzeichnen sein, was schon aus der Tatsache heroorgeht, daß mindestens zehn Außenminister erscheinen werden, nämlich Lord Halifax (England), Georaes Bonnet (Frankreich), Oberst Beck (Polen), Litwinow-Finkelstein (Sowjetrußland), Spaak (Belgien), Patijn (Holland), Sandler (Schweden), Munch (Dänemark), Comnen (Rumänien) und Munters (Lettland).
Was aber tatsächlich in Genf geschehen wird, dürfte — wieder einmal — diesem äußeren Auftrieb in keiner Weise entsprechen. Die Tagesordnung des Rates umfaßt zwar achtzehn und die der Versammlung sogar fünfundzwanzig Punkte, aber dabei handelt es sich im wesentlichen nur um interne Personalfragen oder um Probleme zehnter Ordnung. Die wirklich wichtigen Probleme der • Gegenwart dagegen dürften in Genf entweder überhaupt nicht oder nur in der Kulisse zur Erörterung gelangen. Die tschecho-slowa- kische Frage z. B. ist überhaupt nicht auf der Tagesordnung zu finden; der spanische Bürgerkrieg ist nur mittelbar vermerkt; der chinesisch-japanische Streitfall steht nur pro memoria auf der Tagesordnung des Rates; und wenn schließlich die Abrüstungsfrage sowie das Problem einer Reform der Liga zu den offiziellen Genfer Ladenhütern gehören, so ist es ein offenes Geheimnis, daß diese Debatte, wie schon so oft, auch diesmal wieder ergebnislos wird verlaufen müssen.
Das Hauptinteresse wird sich also mehr denn je auf die allgemeine Aussprache konzentrieren, in deren Verlauf die Vertreter der verschiedenen Staaten die Auffassung ihrer Regierungen zu den aktuellen Angelegenheiten darlegen werden. Und der Wert dieser aus einseitigen Reden bestehenden Aussprache wird darin zu erblicken sein, > daß sie die gegenwärtige Gruppierung der Mächte und die voraussichtliche Entwicklung der großen Politik veranschaulichen dürfte.
Nicht der zu fassenden Beschlüsse wegen, sondern in Anbetracht ihrer taktischen Bedeutung verspricht übrigens im Lichte dieser großen Zusammenhänge selbst die Behandlung einiger zweitrangiger Punkte interessant zu werden. So dürfte sich schon die Wahl des Präsidenten der Versammlung als aufschlußreich erweisen. Ursprünglich hatte man als Vorsitzenden den Neuseeländer Jordan ins Auge gefaßt, der den internationalen Volks- frontlern höchst gelegen käme, weil er Husarenattacken zu reiten pflegt, um selbst heute noch die Genfer Doktrin unentwegt zu verteidigen. Aber Jordan hat turnusmäßig den Vorsitz im Rat zu übernehmen, und da man beide Aemter nicht gut in die gleiche Hand legen kann, mußte man sich nach jemand anderem umsehen. Und zwar kam man auf den Gedanken, die Präsidentschaft der Versammlung dem jugoslawischen Ministerpräsidenten Stojadinowitsch anzutraben, mit dem Hintergedanken, daß als Gegenleistung Jugoslawien, obwohl es turnusmäßig an der Reihe ist, zurücktreten würde, damit an Stelle des ausscheidenden Rumäniens die Tfchecho-Slowakei in den Rat gewählt werden könnte! Aber beide schönen Pläne scheinen in Belgrad auf keine sonderliche Gegenliebe zu stoßen, und so dürfte voraussichtlich der Finnländer Holsti Präsident der Versammlung werden.
Der zweite nichtständige Mitgliedsstaat, dessen Amtszeit im Rat abläuft, ist Ekuador. An seine Stelle wird voraussichtlich Kolumbien treten, dessen neuer Präsident Dr. Sa.ntos (früher Vertreter Kolumbiens in Genf) sich um die Liga „verdient" gemacht hat, indem er im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Lopez den Gedanken aufgab, als elfter der zwanzig Lateinamerikaner aus der Genfer Liga auszutreten. Die internationalen Volksfrontler werden zwar darüber murren, daß die Lateinamerikaner bei einem nur noch zehn- köpfigen Mitgliedsbestand jene drei Ratssitze b e - halten sollen, die ihnen zugebilligt wurden, als ihrer zwanzig der Liga angehörten, aber das dürfte, wie so vieles in Genf, gerade diesmal mehr pro forma geschehen.
Bei der dritten Neuwahl zum Genfer Rat handelt es sich um Polen, das einen sog. halbständigen Sitz inne hat und mit Zweidrittelmehrheit wiedergewählt werden muß. Hier bestand die Gefahr, daß sich die internationalen Volksfrontler für die vorjährige Ausbootung Valencias aus dem Rat rächen und die Wiederwahl Polens hintertreiben würden. Aber die Dinge scheinen sich einzu« renken. Wenn es nicht zu einer jener Ueberraschun- gen kommt, mit denen in Genf immer gerechnet werden muß, dürfte Polen von den Neutralen gebeten werden, sich wiederwählen zu lassen, und da selbst für die internationalen Volksfrontler einige Veranlassung besteht, die Neutralen vorsichtig an- zufassen, dürfte die polnische Wiederwahl glatt ver- laufen. Allerdings wird man von den Neutralen verlangen, daß sie nicht wider den Stachel der Genfer Doktrinen löten und vor allem, daß sich die Oslo-Staaten bei ihrem erwarteten Vorstoß gegen die Zwangsmaßnahmen des Artikels 16 einer gewissen Mäßigung befleißigen
Noch vor Beginn der Genfer Tagungen zeichnen sich also bereits einige der nun einmal üblichen Kuhhändel ab, und auch der englische Vorstoß gegen Artikel 16, von dem gerüchtweise die Rede war, ist wohl kaum anders zu werten. Vielmehr dürfte es der Genfer Regie nicht allzufchwfr fallen, Lord Halifax zu veranlassen, auf diesbezügliche Absichten zu verzichten.
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Die Reichsfrauenführerin spricht auf der Kundgebung der RG.-Frauenschast.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Die Kundgebung der NS.-Frauenschaft in der Kongreßhalle gestaltete sich zu einem Bekenntnis der deutschen Frauen zu Führer, Volk und Reich. Fast 50 000 deutsche Frauen füllen die Halle bis auf den letzten Platz. Unter ihnen fallen besonders die Jugendgruppen der NS.- Frauenschaft mit ihren zum ersten Male gezeigten kleidsamen schwarzen Kostümen mit weißen Blusen auf, ferner die schmucken Trachten der weiblichen Mitglieder der Arbeitsfront und des BD M., sowie die erdbraunen Uniformen der Arbeitsmaiden. Das ganze Bild wird bunt belebt durch die zahlreichen Tvach- tengruppen, die die Mannigfaltigkeit der deutschen Gaue widerspiegeln. Stürmischer Beifall begleitet den Einzug der Ehrenabteilungen der verschiedenen Frauenorganisationen. Unter ihnen werden mit besonderer Herzlichkeit begrüßt die zahlreichen Trachtengruppen aus der Ostmark. Im Namen der Reichsfrauenführerin begrüßt dann Reichsamtsleiter Hil- genfeldt die ausländischen Gäste sowie die Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht. Darauf nimmt die Reichsfrauenführerin Frau Scho ltz-Klink das Wort.
Je gründlicher wir in unseres Volkes Geschichte zurückschauen, so sagt sie, um so eindringlicher kommt es uns zum Bewußtsein, daß allein die treibende Kraft des Glaubens unser Volk bis auf den heutigen Tag erhalten hat, und daß unsere schwächsten und beschämendsten Stunden immer die gewesen sind, in denen der Glaube an Deutschland unter uns selbst nicht genügend selbstlose Kämpfer fand. Wer vom Glauben spricht und den Einsatz verweigert, redet leeres Geschwätz. Das Gesicht unserer Nation aber, wie es in die Geschichte eingegangen ist, ist über alle wechselvollen Schicksale hinweg immer geformt worden von Menschen, die sich für ihren Glauben an die Größe dieses Volkes innerlich und äußerlich verzehrten.
Weil es unserem Führer gelungen ist, uns alle durch seine Haltung, seine Lehren und seine Offenbarung den Glauben und das geschichtliche Bewußtsein von der Kraft unserer Ration zum eigenen Erleben werden zu lassen, kann er von uns den Einsatz dieser Kraft verlangen.
Diese Forderung kann in den schwierigsten Jahren keinen Halt machen vor irgendeinem' Stand oder irgendeiner Altersschicht, wenn einem bewußt wird, daß wir zum ersten Male ein Deutsches Reich und einen Geist hinterlassen wallen, in dem auf wirtschaftlichem, geistigem und seelischem Gebiet ein
in sich gesichertes, in sich ausgeglichenes und seiner Eigenart stolz bewußtes Volk leben soll. Daß d i e junge Generation ganz besonders in diesen Gemeinschaftsweg hineingestellt werden muß, ist eine selbstverständliche Sache, die auch mit der Bereitwilligkeit opferfreudiger Herzen ausgenommen wird. Bereits heute, knapp drei Monate nach Inkrafttreten der Verordnung über den Frauenhilfsdienst, stehen 3000 Mädel einsatzbereit. „Eins müssen wir allerdings gerade bei dieser Gelegenheit einigen Müttern sagen", erklärte die Reichsfrauenführerin, „wenn deine Tochter diese Wege gehen will oder auch gehen muß, dann stelle du dich nicht mit Anschauungen dazwischen, die weder dir, noch deiner Tochter Ehre machen, und die da etwa lautet in Form einer Zeitungsanzeige: Stellung zur Ableistung des Pflichtjahres für meine Tochter gesucht; Bedingung: Zentralheizung, fließendes Wasser, keine Kinder!
Wenn ein Volk nach einer Weltanschauung lebt, die den Glauben an die Zukunft auf ihre Fahnen geschrieben hat, und dieses Volk alles tut, um mit der hergabe bester Kräfte diese Zukunft zu sichern, dann haben die Quellen dieser Zukunft das erste Anrecht auf Schuh und Hilfe, nämlich die Mütter, die viele Kinder haben. Deshalb sollte gerade deine Tochter, die vielleicht als einzige ausgewachsen ist, diesen Aufgabenkreis einmal kennenlernen, damit sie reicher und vielleicht mit mehr Ehrfurcht als bisher durchs Leben geht." Frau Scholtz-Klink gedachte dann der Leistungen,, die in der Nachbarschaftshilfe, der Erntehilfe ober' auch der Betreuung der Erntehilfe der NSD. in stiller Selbstverständlichkeit getätigt wurden.' Die Frauenschaft hat in ihren Mütterschulkursen 1 663 054 Teilnehmer in 83 381 Kursen erfaßt. Gerade dieses Gebiet der Zusammenhänge zwischen Volkswirtschaft und Hauswirtschaft ist wie kein zweites geeignet, uns zu beweisen, daß der Glaube an eine Idee die fruchtbarste Kraft eines Lebens ist; denn so manche Frau komme zu ihr im ersten Unverständnis und sagt: „Ach, laßt mich in Frieden mit eueren Ideen, davon kann ich nichts herunterbeißen. Ich glaube nur an die Wirklichkeit." Und sie hat noch nie darüber nachgedacht, daß z. B. die Maschine — als ein? absolute Wirklichkeit, die dem Mann Arbeit und Lohn gibt — nicht als fertige Maschine vom Himmel gefallen ist, sondern daß einmal derGlaube eines Menschen nötig war, um aus rohem Material all die hundert Teile auszuarbeiten, die eine Maschine ergeben haben. Und dann war eine
Zeit, da standen diese Maschinen still, und man gab uns Geld als Erwerbslosenunterstützung. Aber es nützte uns nichts, weil wir nichts mehr hatten, was wir damit hätten kaufen können. Da war es wieder die Idee eines Einzigen und'der Glaube an ihre Verwirklichung, die Maschinen wieder in Gang zu bringen und uns am Leben zu erhalten.
Die Reichsfrauenführerin ging dann auf die geschichtliche Aufgabe Deutschlands und feine große Tradition ein. Tradition heißt Ver- pflichtung, nämlich nicht nur dazu, Großes zu erhalten, sondern aus Fehlern zu lernen!
Ein Volk kann immer nur fo viel Anspruch auf Glück erheben, als es bereit ist, dafür als Preis dem Leben zu zahlen. Das ist Völker- fchickfal ebenso wie Linzelschicksal; wer Liebe will, muß Liebe geben, wer einen Freund fein eigen nennen will, muß bereit fein, Freund zu sein. Wer im Gleichschritt gehen will, muh Kamerad sein können; es sei denn, er gehöre zu den armseligen Kreaturen, die ernten wollen, wo sie nicht gesät haben; die Liebe fordern, wo sie wohlwollende Herablassung gewähren. Viele menschliche „Enttäuschungen" kommen nur daher, daß der Mensch etwas, was ihm das Schicksal in die Hand gegeben hat, selbstzufrieden hinnimmt, und nicht das Geringste dafür tut, sich dieser Gabe wert zu erweisen.
Wir wollen das Glück unseres Volkes, und wir ' wissen, daß wir dem Leben dafür unseren Tribut zollen müssen. Weit wir das wissen, ist die Gemeinschaft auf diesem Wege die erste Voraussetzung zum Gelingen. Denn je mehr Menschen bereiten Herzens Lasten tragen, um so leichter werden diese Lasten und um fo rascher kommt man zum Ziele.
Der Glaube an die Größe Deutschlands bleibt immer die Voraussetzung zu seiner Zukunft; dieser Glaube fordert immer Einsatz der Tat. Für diesen Einsatz ist kein Opfer zu groß! Daß unser Werk aut und immer besser werbe, dem gelte, unsere Arbeit an uns selbst — baß es allezeit vor dem Führer bestehen könne, sei unsere vornehmste Sorge — baß es aber dereinst der deutschen Geschichte zur Ehre gereichen möge, dazu helfe-uns Gott!" — Stürmischer Beifall dankte der Reichsfrauenführerin, die anschließend den hier versammelten deutschen Frauen die Grüße des Führers übermittelte. Begeistert stimmten die Zehntausende in das Sieg-Heil auf den Führer ein.
Deutschlands Ernährung für volle zwei Jahre garantiert.
Reichsleiier Darre spricht vor dem Parteikongreß über die Erfolge der nationatf ozialistifchen Agrarpolitik und Dorratswirtfchasi.
Der Reichsarbeitsdienst Schule der deutschen Volksgemeinschaft.
Reichsarbeitsführer Hierl spricht vor dem Parteikongretz.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Auch die Kon- greßsitzung am Freitag begegnete unvermindert großem Interesse. Wieder belebte die Vielfalt der Uniformen und der bunten Trachten von Männern und Frauen aus den Gauen des Großdeutschen Reiches das festliche Bild. Die Ehrenkompanie vor der Halle stellt die erste Unteroffizierlehrabteilung Kiel, deren Front der Führer, von vielen Tausenden mit stürmischen Ovationen empfangen, unter den Klängen des Deutschlandliedes und Horst-Wessel- Liebes abschritt. Nach der „Egmont"-Ouvertüre von Beethoven gab zunächst Reichsleiter Hierl einen Rechenschaftsbericht über den Einsatz der Männer des Spatens im abgelaufenen Jahr.
Der Reichsarbeitsführer «wachte von einer soeben vom Führer verfügten Anordnung Mitteilung, wonach die Stärke des Arbeitsdienstes für d i e weibliche Jugend .auf 50 000 Arbeitsmaiden erhöht ist, da für die weibliche Jugend die Erziehung durch den Arbeitsdienst besonders notwendig sei. Er sei auch das beste Mittel, um den überan strengten Bauernfrauen die notwendige Hilfe und Unterstützung bieten zu können. Im übrigen ging der Reichsarbeitsführer auf den verstärkten Einsatz des Reichs- arbeitsdienstes ein, der auch in diesem Jahre eine Dienstzeitverlängerung bis Ende O k - tob er aufweisen wirb. Ohne die Hilfe des Reichs- arbeitsbienftes hätte die Ernte nicht geborgen werden können. Im Jahre 1937/38 wurden durch Deichbauten und Hilfsregulierungen rund 29 000 Hektar Bauernland den Ueberschwemmungen durch Hochwasser entzogen, 118 000 Hektar in ihrer Ertragsfähigkeit gesteigert, 9000 Hektar der vollen landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. 1500 Hektar wurden dem Meer abgerungen. Die insgesamt bewirkte Ertragssteigerung entspricht ungefähr einem Neulandgewinn von rund 35 000 Hek ° tar oder 140 000 Morgen. 5700 Hektar wurden zur Aufforstung vorbereitet und 2500 Hektar neu angepflanzt.
Durch die Heimkehr der O st mark sind dem Reichsarbeitsdienst neue große Aufgaben erwachsen. Der Aufbau der neuen vier Arbeitsgaue ist bereits so weit gediehen, daß am 1. Noveyiber der erste Halbjahresgang arbeitsdienstpflichtiger Oesterreicher einrücken kann. Am 1. April 1939 werden in Oesterreich 150 Abteilungen bestehen. Der Reichsarbeitsdienst Großdeutschlands wird bann 370 000 Arbeitsmänner umfassen. Für die weibliche Jugend in der Ostmark sind 120 Lager vorgesehen. Der Reichsarbeitsführer gab seiner Freude Ausdruck, daß der Reichsarbeitsdienst im Auslände immer besseres Verständnis findet. In der ersten Hälfte dieses Jahres sind insgesamt 2875 ausländische Besucher im Arbeitslager gewesen, darunter zehn Minister und Staatssekretäre. „Wir würden uns freuen", fo sagte der Reichsarbeitsführer, „wenn die Völker, anstatt gegeneinander um die Wette zu rüsten, miteinander um d i e Wette arbeiten würden."
Unser Reichsarbeitsdienst ist eine rein na» t i o n a l s o zi a li st i s ch e Schöpfung. Seine Aufgabe ist, durch die Arbeit am deutschen Boden und die Erziehung und Ausbildung in der Lager- gem^inschaft unsere nationalsozialistische Auffassung
von der Volks gemeins chaft und der A r b e 11 immer von neuem durch die Heranwachsende Jugend ins Volk hineünzutragen. Der Arbeitsdienst ist die Schule der sozialen und arbeitsethischen Erziehung des Volkes. Nach dem Willen des Führers soll die ganze Nation durch diese Schule gehen. Der Arbeitsdienst ist Ehrendienst. Es kann keine Ausnahme geduldet werden. Jede Ausnahme für den Arbeitsdienst würde die ethische Grundlage
Darres Seridjt
Reichsleiter Reichsminifter Darre wies dann in seinem Rechens chaftSb ericht bar auf hin, daß die mit größter Aktivität durchgeführte Erzeu- gungs schlacht des vergangenen Jahres zu neuen Steigerungen auf faft allen Gebieten der Produktion geführt hat.
Es stieg z. V. im Altreich, im vergleich zum Durchschnitt des Jahrfünfts vor der Machtüber- nähme, die Getreideernte von 21,9 auf 22,2 Millionen Tonnen im Jahre 1937. Sie wird sich im laufenden Jahr nach der August- schähung auf 24,5 und nach der neuesten Sep- temberfchähung sogar auf 25,5 Millionen Tonnen stellen, fo daß die Erzeugung in diesem Jahr um 3,5 Millionen Tonnen höher ist als im Durchschnitt der Jahre 1928 bis 1932. Der Mehranfall stellt fast die Hälfte des Vrotgetreidebedarfs eines ganzen Jahres dar.
Die Zuckerrübenemte erhöhte sich von 11,2 Millionen Tonnen in den Jahren 1928—1932 auf 15,7 Millionen Tonnen im vorigen Jahr. Sie wird in diesem Jahre den Rekord von 1937 noch über» treffen. Weiter ist trotz der Verringerung der Futtermitteleinfuhr die Erzeugung von Schweinefleisch innerhalb des genannten Zeitraumes von 2 023 000 auf 2 243 000 Tonnen angewachsen, die von Rindfleisch von 855 000 aus 931 000 Tonnen. Der Milchanfall erhöhte sich von 22 auf 26,2 Milliarden Liter, also mehr als die Hälfte unseres jährlichen Frischmilchoerbrauches. Diese Entwicklung ist aber nicht etwa nur den günstigen klimatischen Verhältnissen, son- dem nicht zuletzt auch dem Mehreinsatz pro- buftionsfteigernber Betriebsmittel ju danken, so der erheblich stärkeren Verwendung von Kunstdünger und dem gewaltigen, seit 1932/33 auf bas Dreifache gestiegenen Mehreinsatz -von Maschinen und Geräten.
Die Erörterung der wichtigen Aufgaben der Marktordnung gab Darre Veranlassung, an Beispielen auf den Gebieten der Schweinefleisch- und der Marmeladeversorgung darzulegen, von welch aroßer Bedeutung die regulierende, weit voraus- schauende und auf die Anlegung in jedem Falle hinreichender Vorräte bedachte Marktordnungspoli-
Für Getreide habe Deutschland noch niemals eine fo günstige V o r ra t s wi r t f ch a f t verzeichnen können wie jetzt. „Dir haben Vorräte an Brotgetreide, die die Versorgung des beuf-
bes Arbeitsdienstes erschüttern. Der Arbeitsdienst soll zugleich ein festgefügtes, in der Hand der Führung ruhendes Werkzeug für das Wohl des Volkes fein. Er verbindet in sich den Charakter einer staatspolitischen Schule und eines staatspolitischen Werkzeuges. Der Reichsarbeitsdienst ist aus der Partei erwachsen und mit ihr untrennbar verbunden. Er verkörpert in stärkstem Maße die Einheit zwischen Staat und Partei.
schen Volkes für volle zwei Jahre garantieren! 3m Vergleich zum Juli 1936 find ferner die Vorräte an Gefrierfleisch und konkaven aus Rindfleisch von 5000 auf 62 000 Tonnen gestiegen, und die Vorräte an tieri- t schen Fetten haben sich in der gleichen Zeitspanne beinahe verdoppelt. Noch günstiger ist die Vorratslage auf dem sonst sehr schwierigen Gebiet der Pflanzenfette, die Ende Juli d. I. in einer Menge lagerten, die dem Bedarf von siebeneinhalb Monaten entspricht. Außerordentlich günstig ist weiter auch die Dor- ratslage bezüglich der Futtermittel und der
Kartoffeln."
Das Festhalten an den einmal als richtig erkannten agrar- und ernährungspolitischen Grundsätzen gebe die sichere Gewähr, daß auch ein ausgesprochen zj schlechtes Erntejahr die Ernährung Deutschlands nicht im mindesten gefährden könne. Abschließend bankte Reichsleiter Darre vor allem der Wehrmacht, dem Arbeitsdienst und der Hitler-Jugend für ihren tatkräftigen Einsatz bei der Bergung der Ernte dieses Jahres.
Die presse im Dritten Reich.
Sorge für den Leser
statt Berantwortungslosigkoit.
Als letztem Redner der Kongreßsitzung erteilte Rudolf Heß Reichsleiter Amann bas Wort zu bedeutsamen Ausführungen über: „Das Wesen der nationalsozialistischen Revolution in der Presse." Ausgehend von einer Gegenüberstellung der nach den Lebensgesetzen des Liberalismus zur Industrie des Wortes degradierten Presse zu der von größtem Derantwortungsbewußtsein gegenüber der Gemeinschaft des Volkes getragenen Mitwirkung der Presse ^n der staatspolitischen Arbeit kennzeichnete Reichsleiter Amann die Geschichte der Bewegung als die Geburtszeit einer neuen Presse. Er widerlegte dabei den Vorwurf, die Presse in Deutschland würde der Politik der Partei unterworfen und die Meinung uniformiert. Er wies daraus hin, daß unsere Revolution die Zeitung und das Zeitungsschaffen in ihrer Ganzheit ergreife, indem sie der Zeitung ihren Standort bei der Gemeinschaft, von der sie kommt, und damit den positiven Wert für alle zurückgibt.
Als die drei entscheidenden Wesensmerkmale der Zeitung bezeichnete Reichsleiter Amann die Vollständigkeit ihres Inhalts, die Allgemeinheit ihres Interesses in Inhalt und Darbietungsform und die Aktualität als die zeitliche Erscheinung des All-
Gewaltige produktionssteigeningen im Gmähriingssektor.


