Ausgabe 
10.9.1938
 
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Der Generalappell der politischen Leiter.

Eindrucksvolle Treuekundgebung unter dem Strahlendom der Zeppelinwiese.

sich genau fo lauschen! (Minutenlange Heil!-Rufe brausen dem Führer entgegen.) Venn ich so zu euch spreche, dann sehe ich in euch nicht die 180 000 politischen Führer, die vor mir stehen, sondern: Ihr seid die deutsche 31 a H o n ! Immer wieder branden die heil!-

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) 140 000 Männer der Politischen Leitung, unter ihnen zum erstenmal 10 000 Politische Leiter aus den sieben Gauen der deutschen Ostmark, vernahmen unter dem Strahlen­dom der Zeppelinwiese am Abend des Freitags die Parole Adolf Hitlers für die politische Arbeit des kommenden Jahres. Den ganzen Nachmittag über waren die braunen Kolonnen mit klingendem Spiel und alten Kampfliedern der Belegung hinüusge- zogen in das Parteitagsgelände. Bei Einbruch der Dämmerung stehen auf dem Zeppelinfeld 110 000, harren auf den Tribünen mehr als 150 000 Teil­nehmer des Beginns. Weithin leuchtet vom Mittel­bau der Tribüne der 7 Meter hohe Bronzekranz, der ein goldenes Hakenkreuz umschließt, flackern die Feuer in den beiden Opferschalen auf den seitlichen Vorbauten. Von dem Weitz der Tribüne heben sich die Freiheitsfahnen zwischen den Säulen in glühendem Rot ab. Unter der Führerkanzel stehen 800 Junker der Ordensburgen.

Fanfaren schmettern, die Politischen Leiter neh­men Front zum Mitteldurchgana des Feldes. Dann wird der Führer auf der Freitreppe sichtbar. Dr. Ley meldet dem FührA:, und im gleichen Augen­blick flammen die riesigen Scheinwerfer mit 180 Milliarden Kerzen kobaltblaues Licht auf und bauen einen Strahlendom am Firmament Der Führer schreitet dann mit dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Rudolf Heß, gefolgt von den Reichs- und Gauleitern, zur Haupttribüne.

Relchsorganisakionsleiter Dr. Ley

eröffnet die Kundgebung mit einem Sieg-Heil auf den Führer, das ein donnerndes Echo findet. Dann singen die Junker der OrdensburgenHeiliges Deutschland, Land unserer Väter". Das Lied leitet

zur Ehrung der Gefallenen des Weltkrie­ges, der Opfer der Arbeit und der toten. Helden der Nationalsozialistischen Partei Über. Dann spielt die MusikSA. marschiert" und darauf das Lied vom guten Kameraden, während die Hunderttausende entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten der Manner gedenken, die für ein neutzs und glückliches Deutschland ihr Leben freudig Hingaben. Noch ein­mal fingen die Junker, dann nimmt der Reichs- organisationsleit^r das Wort.

Ein Volk ---/ein Reich ein Führer!", so be­ginnt er.Wie oft ist dieser Rus aller Deutschen im letzten Jahre immer wieder emporgeklungen, Jubel und Freude, Bekenntnis und Glauben und Stolz und Kraft für die gesamte deutsche Nation. Tausend Jahre Sehnsucht, Hoffen und Bangen, Schmerzen und Kummer, Tränen, Blut und Opfer der Besten unseres Volkes haben nun die Erfüllung ge­bracht. Tausend Jahre deutscher Geschichte sind heute vollendet worden. Sie, mein Führer, haben dieses Wunder vollbracht. Vor Ihnen steht nun wie­der dieses geeinte deutsche Volk. In dem großen Rund dieses Lichterdomes sind sie angetreten, die Arbeiter und Bauern, die Bürger, Studenten und Soldaten aus Stadt und Land, um Ihnen, mein Führer, das deutsche Bekenntnis zu bringen. Uni) zum erstenmal nehmen auch die Männer und Frauen der deutschen Ostmark teil an allem, er­leben das deutsche Wunder. Mein Führer! Ich bin nur ein schlechter Dolmetsch der Tausende und Mil­lionen, um Ihnen die Gefühle des Dankes, der. Liebe und Verehrung, die sie alle in ihren Herzen tragen und die mich jetzt in dieser Stunde bewegen, zu übermitteln. Geben Sie uns nun, wie alljährlich, d i e Parole für das nächste Iah r."

Ihr seid die deutsche Ration!" Glaubensträger unserer Bewegung und Repräsentanten des Großdeutschen Reichest

Der Führer spricht.

Stürmische, sich immer erneuernde Kundgebungen und taktmäßigeSieg-Heil!"-Rufe empfangen den Führer, als er, weithin sichtbar, an die Brüstung der Kanzel tritt. Erst nach geraumer Zeit kann er das Wort nehmen:

Parteigenosien!

In einer für uns Nationalsozialisten in diesem Jahr^ besonders feierlichen Stunde kann ich euch begrüßen. Vor 15 Jahren fand der erste Reichsparteitag statt, und im September des glei­chen Jahres der erste Deutsche Tag in Nürnberg. Damals sind wir auch schon zu vielen Tausen­den in diese Stadt eingejogen, und doch nicht zu vergleichen mit der gewaltigen Heerschau von heute. Alles hat sich seitdem in Deutschland ge­wandelt.

Jlur eines ist diese 15 Jahre hindurch geblieben: Unser Glaube an Deutschland, unsere Liebe zu Deutschland und unsere unbeirrbare Zuversicht an den deutschen Wiederaufstieg. (Brausende heil!,- Rufe.) Unter euch sind manche, die schon die damaligen Tage miterlebten. Viele andere sind in den darauffolgenden Jahren zu uns ge­stoßen. Insgesamt seid ihr aber die zuver­lässigste und treueste Anhänger­schaft, über die je ein Führer ver­fügen konnte! Dies hat das Schicksal in diesen 15 Jahren nicht einmal, sondern tausend­mal gezeigt. Ihr selbst habt es be- wiesen ! (Jubelnde Beifallskundgebungen der Hunderttausende.)

Es tst so leicht, heute für dieses große neue Deutsch­land zu schwärmen, und wieviele gibt es, die dieses Reich nunmehr als etwas Selbstverständliches an­sehen, obwohl sie sehr wenig zu seiner Geburt und seinem Werden beigetragen haben. Ihr allein, meine Parteigenossen, wißt, wie schwer die­ser Kampf war, den unsere Gegner für aus­sichtslos hielten. Ihr habt all das mit­gemacht, was an Leid und Sorgen aufrechten Freunden des Vaterlandes zugefügt werden konnte. Ihr aber habt in diesen 15 Jahren nicht ein einziges

Mal an Deutschlands Zukunft gezweifelt. Und vor allem: Ihr habt auch mir selbst unent- weat euer Vertrauen geschenkt. Ich würde undankbar sein, wenn ich Nicht jedes Jahr von neuem das Glück empfinden könnte, wenigstens diese Tage in Nürnberg und diese Stunden bei euch und unter euch zu sein, vor euch stehen zu dürfen, so wie ich die langen Jahre in unzähligen Ver­sammlungen als der Kämpfer vor euch stand, und euch so vor mir zu sehen, wie ich euch so oft vor mir gesehen habe. Es ist nicht notwendig, daß wir uns letzt im einzelnen erkennen. Ich kenne euch und ihr kennt mich! (Minutenlange, immer wieder aufbrandende Heil!-Rufe der Hundert- tausende.)

Zum ersten Male kann ich nun unter euch, meiner alten treuen Revolutionsgarde, die Kampfgarde aus unserer Ostmark begrüßen. (Bei diesen Worten gehen unbe­schreibliche Kundgebungen des Jubels über das nächtliche Feld.) Sie stehen unter euch, meine alten Kämpfer, und sind nicht mehr heraus­zuerkennen. Dasselbe braune Kleid, dieselbe Fahne, über allem aber derselbe gleiche Sinn und dasselbe treue deutsche Herz! (Beifallsstürme begleiten diese Worte des Führers.) Ls sind dieselben Kämpfer! Denn genau so lang wie die politischen Kämp­fer der nationalsozialistischen Bewegung im alten Reich gestritten haben, solange stritten auch sie schon in der Ostmark. Wie die Kämp­fer im alten Reich gegen eine Welt von Wider­ständen anstürmen mußten, genau so auch die Kämpfer unserer Ostmark. Aus Leid und Sorge sind auch sie gekommen und nun aufgegangen in unserer großen deutschen Volksgemeinschaft, in unserem neuen Großdeutschen Reich für jetzt und alle ewigen Zeiten! (Minutenlang jubeln die Hunderttausende dem Führer zu.) Ihr alle werdet untereinander das Gefühl be­sitzen, wie stark wir sind in dieser Gemeinschaft. Und gerade in einer Zeit, da Wolken am Firmament sind, empfinde ich es als doppelt beglückend, um mich jene Millionengarde unerschütterlicher fanati­scher Nationalsozialisten zu wissen, deren geistige

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Tag der Gemeinschaft".

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Ein gelungenes Bild von den Vorführungen amTage der Gemeinschaft" auf der Zeppelm- wiese in Nürnberg. 720 Arbeitsmänner begeisterten die Hunderttausende von Zuschauern mit ihren ausgezeichneten Baumstammübungen. (Scherl-Bllderdrenst-M.)

Spitze, deren Führung ihr seid! (Jubelnde Begeisterung.) So wie ich mich in den langen Jahren im Kampf um die Macht in Deutschland stets blind auf euch verlassen konnte, genau so ich weiß es kann sich Deutschland und kann ich mich Jjeute auf euch verlassen! (Minutenlange stür­mische Heiü-Ruse hallen über das nächtliche Feld.) Ihr seid in diesen langen Jahren erprobt und gehärtet worden, Ihr habt es selbst erlebt, welche Kraft einer Gemeinschaft innewohnt, die unlösbar in s-ich gefestigt einen starken Glauben im Herzen trägt und entschlossen ist, vor niemand zu kapitulieren? (Bei diesen Worten erfaßt ein ungeheurer Sturm grenzenloser Begeisterung die Hunderttausende, die minutenlang dem Führer zujubeln.) So macht ihr es mir leicht, heute Deutschlands Führer zu sein! (Erneute stürmische Kundgebungen.)

Alle die, die in 15 Jahren auf den verfall unserer Bewegung rechneten, sie hatten sich ge­täuscht! Aus jeder Rot und Gefahr ging sie stär­ker hervor! Und alle jene, die heute auf eine Schwäche Deutschlands hoffen, sie werden

Rufe zum nächtlichen Himmel auf.) Lin Volk ist nicht mehr und auch nicht weniger als feine Führung. Unsere Führung aber soll gut fein das wollen wir dem deutschen Volke versprechen! (Mit minutenlangen unbe­schreiblichen Zusiirnmungskundgebungen antwor­ten die hunderttausende dem Führer.) Und mit diesem Gelöbnis sollt ihr von Rürnberg wieder hinausziehen in eure Gaue und kreise, in eure Ortsgruppen und Stützpunkte, In eure Markt­flecken und Dörfer und sollt dort in den kom­menden Zeiten nicht nur unerschütterliche Glaubensträger unserer Bewegung, sondern des durch euch heute repräsentierten Großdeutschen Reiches sein. Deutschland Sieg­heil!

Als der Führer geendet hat, brandet ihm ein ungeheurer Sturm minutenlanger jubelnder Begei­sterung entgegen, der in dieser feierlichen Stunde als heiliges Gelöbnis zum nächtlichen Himmel em­porsteigt.

Der Fackelzug -er politischen Leiter.

80 000 Politische Leiter huldigten am Donnerstagabend dem Führer, der auf dem Balkon des Deutschen Hofes" stand, mit einem riesigen Fackelzug. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

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Oos Gemeinschastslager der OAF. auf dem platnersberg.

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Die Stadt der Reichsparteitage hat den Platnersberg, eine Gaststätte, in der seit vielen Jahren ein Gemein­schaftslager der Betriebsführer und ihrer Obmän­ner durchgeführt wird, der DAF. für 99 Jahre als Geschenk überlassen Dr. Ley erklärte den Sinn dieses Gemeinschastslagers. Hier haben über 2 0 0 Betriebsführer @e= legenheit, mit ihrenBetriebsobrnännern während der ganzen Dauer des Reichsparteitages zusammenzuwohnen und gemeinsam d:e Veranstaltungen zu besuchen. Die Unterkunftsräume sind so eingerichtet, daß diese beiden Verantwort­lichen eines Betriebes in einem Raum wohnen und sich so besonders nahe kommen. Hier wird alles noch etwa Trennende eingerissen und damit ohne große Schulung ein Erziehungswerk von weittragender Bedeutung geschaffen. Diese segensreiche Einnchtung soll für das nächste Jahr noch bedeutend er­weitert werden, so daß beim Parteitag 1939 je 400 Betriebsführer und Obmänner im Gemein­schaftslager als Gast der DAF. wohnen können. In der Liste der augenblicklich auf Platnersberg Weilenden stößt man auf die Betriebsführer der größten deutschen Industriebetriebe mit ihren Ob­männern.

Fahnenübergabe an das NSFK.

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Im Lager des NSFK. fand die Uebergabe von 104 Sturmfahnen statt. Inmitten des riesigen SA.-Lagers in Lang­wasser sind die 3000 Männer des NSFK. in einem offenen Viereck angetreten. Korpsführer Chri­stiansen wies auf die Verpflichtung hin, die den Männern aus der Uebergabe der Fahnen in ver­stärktem Maße erwachse. General der Flieger, Milch, der im Auftrage des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Generalfeldmarschall Göring die Fah­nenübergabe oornahm, brachte die Freude des Ober­befehlshabers über die glänzende Entwicklung des Korps zum Ausdruck, das heute vollkommen gleich­berechtigt neben den anderen Gliederungen der Partei stehe. General Milch weihte dann die Fah­

nen durch Berühren mit dem zerschlissenen Tuch der SA.-Flieger-Sturmfahne, die im Jahre 1932 einem Sturm in Essen verliehen worden war. Der Feier wohnten u. a. General der Flieger Kesselring und Gauleiter Weinrich bei.

Wetterbericht

Nachdem am Donnerstag und Freitag herbstliches Hochdruckwetter herrschte, hat in der Nacht zum Samstag eine bisher über Südfrankreich liegende Störung Einfluß auf unser Gebiet genommen. Bei stärkerer Bewölkung kommt es im Südwesten des Reiches und vor allem in den Alpen zu anhalten­den Regenfällen. Westdeutschland wird am Rande eines Schlechtwettergebiets bleiben, so daß auch hier zeitweise leichter Regen zu erwarten ist.

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Vorhersage für Sonntag: Meist stär­ker bewölkt, zeitweise auch leichter Regen. Tempe­raturen wie seither. Winde aus östlicher Richtung.

Vorhersage für Montag: Zeitweise auf- geheitert und im ganzen freundlich, etwas wärmer.

Lufttemperaturen am 9. September: mittags 19,0 Grad Celsius, abends 13,2 Grad: am 10. September: morgens 12,6 Grad. Maximum 20,2 Grad, Minimum heute nacht 11,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. September: abends 14,9 Grad: am 10. September: morgens 12,5 Grad. Sonnen­scheindauer 4,8 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Slum* schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigenTeil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theoder Kümmel. D A. VIII. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R.Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM.- 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig

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