Ausgabe 
10.9.1938
 
Einzelbild herunterladen

Auch in einem zweiten Punkt mußte er seine aus­ländischen Kritiker enttäuschen. Die Zielsetzung des Vierjahresplans hat alle schöpferischen Kräfte der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft entfesselt und zu höchsten Leistungen angespornt. Auf dem Wege der Rohstoffversorgung der deut­schen Wirtschaft aus eigener Kraft sind bereits stau­nenswerte Erfolge zu verzeichnen. Von der Leip­ziger Messe her wissen wir, daß unsere neuen Werkstoffe auch die größte Beachtung des Aus­landes finden. Und aus einer Millionen-Arbeits- losigkeit, die der Nationalsozialismus bei seiner Machtübernahme vorfanü, ist ein empfindlicher Mangel an Arbeitskräften geworden, der uns zu sorgfältiger Regulierung des Arbeitseinsatzes zwingt. Mit Nachdruck wies der Führer wiederum darauf hin, daß durch die dadurch erzielte Steigerung der nationalen Produktion die deutsche Währung jene einzig reale Deckung erhalte, die als Voraussetzung für ihre Stabilität die immer gleiche Kaufkraft sicherstelle. Nur eine Erhöhung der Produktion er­möglicht die vermehrte Zuweisung von Lebens­gütern an den einzelnen Volksgenossen. So sind steigende Produktion, Hebung des Konsums und sta­bile Währung die Merkmale der nationalsozialisti­schen Wirtschaftsführung geworden, die Deutschland zu einem Eiland des sozialen Friedens und einer blü­henden Nationalwirtschaft im Chaos einer zusam­mengebrochenen Weltwirtschaft und erbitterter sozia­ler Kämpfe gemacht hat. Eine gesunde, starke Na­tionalwirtschaft ist der beste Beitrag zu einem Wiederaufbau der weltwirtschaftlichen Beziehun­gen. Diese Erkenntnis hielt der Führer allen denen entgegen, die an unserem deutschen Wirtschaftssystem fruchtlose Kritik üben und ihre Hoffnung auf inter­nationale Konferenzen setzen, statt ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen. Nur eine gesunde natio­nale Volkswirtschaft 'wird durch ihre steigende in­nere Produktion in die Lage versetzt, auf dem Weltmarkt als Verkäufer so gut wie als Käufer auf­zutreten.

Wir sind bereit und sehr wohl imstande, ein wertvolles Glied in der Reorganisation des inter­nationalen Güteraustausches zu sein, wenn man endlich darauf verzichten wollte, unserem Außen­handel die größten Schwierigkeiten zu machen statt sich über einen innerlich gesunden Handelspartner zu freuen. Freilich in einem Punkte kann es kein Kompromiß geben. Die deutsche Volkswirtschaft hat es gelernt, auf eigenen Füßen zu stehen, sie hat aus den furchtbaren Erfahrungen des Welt­krieges die einzig richtige Erkenntnis gezogen, daß die Sicherheit der Nation auch unsere Handelspoli­tik bestimmen und lenken muß. So konnte der Füh­rer mit tiefer Befriedigung feststellen, daß der Ge­danke an eine Blockade Deutschlands schon jetzt als eine gänziich unwirksame Waffe begraben wer­den könnte. So tritt neben die Wehrsreiheit die wirtschaftliche Unabhängigkeit jbes Großdeutschen Reiches. Deutschland ist so wenig mehr der Spiel­ball der in Waffen starrenden Mächte rings um uns herum wie der großen Wirtschaftsländer, die dank ihres großen natürlichen Reichtums glaubten, selber zwar einer straffen Wirtschaftsführung, die sozialen Frieden und gesunde Volkswirtschaft sichert, entraten zu können, unsHabenichtsen" aber die Daumenschrauben anlegen zu dürfen, wenn sie sich davon einen politischen Erfolg versprachen. Wie die englische Seemacht der Vater der Blockade über­haupt ist, war die wider alle völkerrechtlichen Ab­kommen mit größter Rücksichtslosigkeit auch gegen­über dem neutralen Handel durchgeführte Blockade auch Englands schärfste Waffe im Weltkrieg gegen uns. Die Feststellung des Führers, daß die Drohung mit einer Blockade für uns ihre Schrecken verloren hat, ist deshalb von besonderer Bedeutung für uns, weil sie in uns das Gefühl der nationalen Sicher­heit stärkt, und für das Ausland, weil sie es nö­tigt, sich beizeiten von liebgewordenen, aber von den Tatsachen überholten Ideen zu trennen, als ob sich das nationalsozialistische Deutschland gegebenen­falls durch Hunger und Rohstoffknappheit in die Knie zwingen lasse. Die Befreiung von solchen Vorstellungen, die die internationale Atmosphäre unheilvoll vergiftet haben, ist eine Tat, die den Weltfrieden zu sichern sehr wohl geeignet ist. Und das ist gerade im gegenwärtigen Augenblick von kaum zu überschätzendem Wert, wo die tschecho­slowakische Frage auf Europa lastet und fast täg­lich auf allen Seiten Entschlüsse fordert, die nur unter sorgfältiger Abwägung aller Momente eine friedliche Lösung vorbereiten und fördern können. So dient der Nürnberger Reichsparteitaq Groß­deutschlands durch seine beherrschte selbstbewußte Demonstration der inneren Kraft des durch den Nationalsozialismus geeinten deutschen Volkes eben­so dem Frieden, wie die ruhige und eindeutige Dar­legung unseres Weges und seines Ziels geeignet ist, die Luft zu reinigen und zu klären.

Dr. Fr. W. Lange.

Der ärgste Gefahrenherd.

Die Staatspolizei

mutz aus dem sudetendeutschen Gebiet restlos verschwinden."

Prag, 9. Sept. DieRundschau", die Wochen­schrift der Sudetendeutschen Partei, fordert eine rasche Beseitigung der Staatspolizei im sudetendeutschen Gebiet. Wir alle wissen, so schreibt das Blatt, daß die Staatspolizei Prags zu einer Sondereinrichtung für das nicht­tschechische Sprachgebiet geworden ist. Wir wissen, daß plötzlich, ohne jeden ersichtlichen Anlaß, in fast allen deutschen Städten, ja selbst in größeren Dör­fern die Gemeindepolizisten durch eine vielfache Zahl tschechischer Staatspolizisten a b g e - lost wurden. Wir wissen, daß der Staatspolizei sogar sehr wesentliche Teile der politischen Verwaltung übertragen wurden, daß ihre Lei­ter mit einer Machtvollkommenheit ausgestattet wurden, die einzig in der Geschichte demokratischer Staaten dasteht. Wir wissen auch, daß es bereits einen ganz besonderen Typ des Staatspolizisten gibt, den man in jeder Stadt und auf jedem Dorf m Reinkultur finden kann: Das ist der Typ des blutjungen, kaum aus den Eierschalen der Polizei­schule geschlüpftents ch e ch i s ch e n P a t r i o t e n" der seine Umwelt nur aus Schilderungen einer no^ torisch hetzerischen tschechischen Presse kennt. Er kann meistens überhaupt nicht oder doch nur ein paar ^gefangene Brocken Deutsch. Es frißt sich in ihm das Mißtrauen eines Taubstummen fest, der in je­dem unverstandenen Worte seiner Nachbarn eine gefährliche Drohung wittert. Was er hört und ver­steht, das sind die Einflüsterungen der tschechischen Grenzler. Und zu alledem kommt noch die ständige Furcht, selbst von irgendeinem Denunzianten als nicht genügend zuverlässig", alszu weich" oder zu wenig scharfsichtig" verschrien zu werden'

Das Problem der Staatspolizei", so schreibt das Blatt weiter,muß radikal und rasch gelöst werden wenn es sich nicht zu einem jederzeit leicht ent­zündlichen Gefahrenherd für d erinneren

GM.-Mhoden in tschechischen Gefängnissen.

Eindeutige Feststellungen auf sudetendeutscher Pressekonferenz.

Prag, 9. Sept. (DNB.) Im Parlamentarischen Klub der Sudetendeutschen Partei fand eine Presse­konferenz statt, an der auch zahlreiche aus- ländische und tschechische Korrespon­denten teilnahmen. Abgeordneter K u n d t wies darauf hin, daß die Gerüchte, die Sudetendeutsche Partei versuche, auf Grund der Ostrauer Vorfälle die Verhandlungen zu verzögern, unwahr sind. Die Sudetendeutsche Partei sei im Gegenteil zur Fortsetzung der Verhandlungen be­reit, wenn die Ostrauer Vorkommnisse restlos aus der Welt geschafft seien. Der Leiter des Amtes ür rechtspolitische Kontrolle der SDP., Abgeord­neter Dr. Neu wirth, erklärte dann, daß man auf tschechischer Seite der Sudetendeutschen Partei den Vorwurf mache, sie habe wegen eines Straßen- zwischensalles die Verhandlungen unterbrochen. Es gehe aber gar nicht um den Zwischenfall auf der Straße, vielmehr um die Mißhandlungen politischer U n t e r s u ch u n g s h ä f t l i n g e bei der Polizeidirektion in Mährisch-Ostrau, die von Funktionären des Gerichts und der Parlamen­tarischen Kommission der Sudetendeutschen Partei estgestellt wurden.

Auf Grund aklenmäßigen Nachweises kann kein Zweifel darüber bestehen, daß in den Staatspolizeistellen, die mit der Bearbeitung politischer Fälle beauftragt sind und politische Häftlinge an die zentralen Unlersuchungsge- fängnifse überweisen, schwer st e Mitz - handlungen feit längerer Zeit zum Zwecke der Erpressung von Ge­ständnissen vorgekommen sind und trotz

gegenteiliger Zusagen der zentralen Regie­rungsstellen bis in die Gegenwart anhalten. Bezeichnend ist, daß die Methoden überall die gleichen sind, hieraus ergibt sich, daß be­stimmte Stellen ihre Urheber sind. Immer kehrt in den Akten die Feststellung wie­der, daß die Beschuldigten mit Gummi­knüppeln auf die nackten Fußsoh­len bis zur Erpressung des Geständnisses oder bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen wurden, daß Beschuldigte bis zur physischen Er­schöpfung geprügelt werden, ja, daß sie bei der Polizeidirektion in Aussig sogar in einer h e i ß l u f t k a m m e r zermürbt wurden. Zu diesem Zweck wurden Tag und Nacht andauernd Bestrahlungen aus grellen Lampen vorgenommen, eine Methode, die aus­gesprochen an Sowjetruhland er­innert.

Ebenso steht fest, daß Nachgeordnete Or­gane unbekümmert um die Zusagen der zentralen Regierungsstellen im Staat den praktischen Zustand des öffentlichen Lebens in Derwaltuna und Justiz bestimmen, und zwar in einer Art, die von den Volksgruppen nur als diktatorische Unter» brütfung empfunden werden könne. Abge­ordneter Kundt appellierte an die tschechischen Journalisten, an der Zerstörung dieses Systems mitzuwirken, weil das tschechische Volk Gefahr lause, an Stelle gewissenloser Beamter s e l b st deren Der» brechen angeklagt zu werden.

Frieden derRepublik und für den Frie­den Europas verschlimmern soll. Die Staats­polizei ist die sichtbarste und für die breiten Massen ühlbarste Spitze eines Systems, das dafür verant­wortlich ist, daß heute die aanze Welt mit unruhe­voller Spannung auf die tschecho-slowakifche Repu­blik blickt. Die Staatspolizei muß aus dem sudeten­deutschen Gebiet re st los verschwinden! Das ist keine Forderung der Rachsucht und der Vergel­tung, es ist eine Forderung des gesunden Menschen­verstandes, der einfachen Vernunft."

Die Obduktion der Leiche Knolls.

Todesursache: Bruch der Schädelbasis.

Iägerndorf, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) In den späten Abendstunden des Freitag fand in Iägerndorf die Obduktion der Leiche des su­detendeutschen Amtswalters Knoll, der auf unge­klärte Weise seinen Tod gefunden hat, statt. Der bereits am Montag von Militärärzten sezierte Leich­nam war im Laufe des Freitagvormittag nach- gerndorf in die Leichenhalle übergeführt worden, wo die Obduktion in Anwesenheit eines Obersten des militärischen Justizdienstes, dreier Regimentsärzte und der nach Intervention durch die Sudetendeutsche Partei zugelassenen deutschen Aerzte Dozent Dr. Neugebauer (Jglau), Professor Dr. Ma­te r n a (Troppau) und Primarius Dr. C l a r (- gerndorf) vorgenommen wurde. Die Obduktion dauerte von 19.35 Uhr bis 21.32 Uhr und ergab alsTodesursacheeinenBruchderSchä- delbasis mit G e h i r n q u e t s ch u n g , ent­standen durch eine stumpfe Gewalt. Die Leiche wies zahlreiche Hautabschürfun­gen und blutunterlaufene Stellen auf. Ohne Kenntnis der nqheren Umstände kann von feiten der Aerzte nicht ausgeschlossen werden, daß auch diese Verletzungen auf einen Sturz zurückzu- führen sind. Die Obduktion fand so spät statt, daß das Gehirn nicht mehr genau untersucht werden konnte, weil es zum Teil in Verwesung übergegangen war. Obwohl die Obduktion niemand bekanntgegeben worden war, hatte sich vor der Leichenhalle eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die in stum­mer Ergriffenheit ausharrte, bis gegen 11 Uhr abends die Aerzte die Leichenhalle verließen.

Italiens Haltung.

Rom, 9. Sept. Die römische Presse bringt die Note der Informazione Diplomatien über die ita­lienische Haltung zur tschecho-slowakischen Frage. Italien, so heißt es da, hat bereits während des Aufenthalts Hitlers in Rom, Anfang Mai, den am 26. April veröffentlichten Karlsbader Punkten Hen­leins z u g e ft i m m t, zumal da diese die Integri­tät des tschecho-slowakischen Staates wahren sollten. Wenn es zu einem dem Nationalitätengrundsatz entsprechenden Ausgleich nicht gekommen ist, so tra­gen fremde und unverantwortliche Elemente, die ihren Sitz in Paris und Moskau haben und die Frage auf das ideologische Gebiet übertragen, die eigentliche Schuld. Italien schätzt aufs höchste die ruhige Haltung des deutschen Volkes und die Zu­rückhaltung, die der Führer in seiner Rede in Nürn­berg trotz der französischen Halbmobilisierung ein­nahm. Wenn Prag sich in die Wirklichkeit der Dinge fügt, so kann eine größere Krise vermieden werden. Kommt es zu einer solchen, so steht Italien mit sei­ner ganzen Macht an der Seite Deutsch­lands. Militärische Vorbereitungen sind nicht not­wendig, da die italienische Organisation schon heute auf jede Eventualität vollkommen vorbereitet ist.

Versailles muß korrigiert werden ^Paris, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der Stellungnahme der Pariser Presse ist keine Aende- rung eingetreten. Auch die letzten Vorschläae der Prager Regierung haben keinen Widerhall aus- gelöst. DerJour" vertritt die Ansicht von der Notwendigkeit der Neutralisierung der Tschecho-Slowakei. 1919 hätten die Unterhändler ^erFriedensverträge" Deutschland entwaffnet, Oesterreich-Ungarn zersplittert und die künstliche Schaffung eines tschecho-slowakischen Staates be­schlossen, aus dem sie das Bollwerk des Wider­standes gegen eine etwaige Wiedergeburt der deut­schen Macht machen wollten. Während sie aus Oesterreich ein totgeborenes Kind machten, hätten sie der Tschecho-Slowakei 16 Millionen Untertanen geaeben, die sie von überall h e r h o l t e n und die sie durch Ueberredung ober im Notfall aud) du r ch Gewalt zusammenzuschmie­den hofften. Benesch habe damals versprochen, aus der Tschecho-Slowakei ei ne verbesserte Schweiz zu machen. Wenn er dieses Versprechen gehalten hätte, wäre Europa nicht da angelangt, U3o es sei. Diese Gedankengänge führten not­gedrungen zu der Feststellung, daß sich die Tschecho- Slowakei zur Schaffung einer Gruppe von Katonen und völkischen Einheiten entschließen und sich zur

Neutralität hin entwickeln müsse. Nur Sowjetrußland und die von ihm in Frankreich unterstützten Elemente würden einen solchen Plan bekämpfen, weil er Stalin ieben Vorwand nehme, sich rn die europäischen Angelegenheiten einzu- mischen. Auf diese Weise würde jedoch ein Herd des Krieges in Europa erlöschen, der immer wieder von Sowjetrußland angesteckt werde.

Oie Lage vor Hanlau.

Eine chinesische Darstellung.

Schanghai, 10. Sept. (Europapreß.) Trotz der Pementis japanischer Stellen bleibt das chine­sische Hauptquartier bet seiner Behauptung, daß eine erfolgreiche chinesische Gegenoffen­sive nördlich des Jangtse zur Wiedereroberuna der strategisch wichtigen Stadt Kwangtsi geführt habe. Weiter wollen die Chinesen Sungyang und Tahopu nach heftigen Nahkämpfen einge­nommen und an dem gesamten Frontabschnitt den Japanern schwere Verluste beigebracbt haben. Auch südlich des Jangtse sollen die Chinesen Erfolge er­rungen haben. Angeblich seien nach erbitterten Kämpfen größere japanische Abteilungen abgeschnit­ten worden. In japanischen Kreisen wird allen diesen Meldungen kein Glauben beigemessen. Dom japanischen Hauptquartier wird vielmehr mitgeteilt, daß die japanische Offensive nördlich des Jangtse weitere Fortschritte mache und die Pei- pingHankau - Bahn an mehreren Stellen bereits in b e r Reichweite japanischer G e» schütze liege.

Der Sandschak Alexandrette wird Republik Hatay.

Istanbul, 9. Sept. (DNB.) Der Sandschak von Alexandrette hat sich unter stillschweigender französischer Billigung in die Republik Ha- tay umgewandelt und gleichzeitig eine v o l l- ständige innere Gleichschaltung mit der türkischen Mutternation vollzogen. Präsident des so geschaffenen Staates ist der Turke Tagfur S ö k m e n, ein Abgeordneter der National« Versammlung in Ankara; er ist der Der» trauensmann der türkischen Regie­rung. Auch die Mitglieder der Hatay-Regierung, die aus einem Ministerpräsidenten und vier Mi- nistern besteht, sind sämtlich Türken. Das neue Land gehört zw"r völkerreckttlich zu Syrien, hat aber bereits als Nationalflagge die türkische Flagge angenommen, als Nationalhymne die der Türkei erwählt, wird eigene Briefmarken heraus- geben und für seine ins Ausland reisenden Bür­ger einen besonderen Hatay-Paß einführen.

Oie rote Front am Ebro durchbrochen.

Bilbao, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die nationalen Truppen haben am Freitag, wie der Heeresbericht meldet, am Ebro die bolschewistische Front durchbrochen und fünf Reihen roter Gräben erobert. Die Verluste der Roten waren sehr hoch. Reiche Beute wurde gemacht, dar­unter vier Tanks, von denen zwei noch verwen- dungsfähig waren. Die nationale Luftwaffe hat am Donnerstag die militärischen Ziele im Hasen Oarr a und die Kriegsmaterialfabriken in Bla- n e s und Villanueva bombardiert, in der Nacht davor griff sie den Hasen von A l m e r i a an.

Oiploniatenempfong bei Rudolf Heß

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers und Frau Heß gaben am Freitag- mittag in den historischen Räumen der Nürn­berger Burg ein Frühstück zu Ehren der als Gäste des Führers in Nürnberg weilenden ausländi- schen Diplomaten. Don deutscher Seite waren die Reichsleiter der NSDAP., der Reichsaußenminister, der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP, und die Landesgruppenleiter der AO. geladen.

Empfänge beim Führer.

Der Führer empfing am Freitag imDeutschen Hof" im Beisein von Reichspressechef Dr. Dietrich den Leiter der zur Zeit in Deutschland weilenden Abordnung japanischer Journalisten, Abgeordneten Azurn a, der ihm eine auf Perga­ment kunstvoll ausgeführte Adresse der japa­nischen Presse überreichte.

Der Führer empfing imDeutschen Hof" die am Reichsparteitag teilnehmende Delegation der nationalsvanischen Regierung unter Führung von Gmeral Espinosa de los Monteros und richtete herzliche Worte der Be­grüßung an sie.

Aus aller Wett.

Versuche mit einem neuen Muskelkraft-Flugzeug.

Die Warschauer ZeitungDobry Wieczor" be» richtet über eine interessante Erfindung eines Wil- naer Technikers. Diesem Blatt zufolge soll es dem Erfinder gelungen sein, mit einem von ihm konstru­ierten ßuftrab durch Muskelkraft 4 Kilo­meter weit zu fliegen. Beim Bau des Flugappa­rates stützte sich der Konstrukteur auf seine Beob­achtungen des Insektenfluges, der viel wirtschaft­licher als der Dvaelflug sein soll. Das Luftrad be­sitzt zwei paarweise angeordnete kleine Vorderflügel und zwei größere Hinterflügel. Die Vorderflügel werden durch Pedale in leichte Schwingungen ver­setzt und ersetzen angeblich den Propeller. Der (Er­finder startete nach Art der Segelflieger mit dem Gummiseil und kehrte nach Zurücklegung von vier Kilometern ohne Ermüdung nach dem Startplatt zurück. Er hat, ermutigt durch den guten Ausfall der Probeflüge, die Absicht, in Kürze ein neues ver­bessertes Modell zu konstruieren.

Blihslug des deutschen Kunstfliegers Gerd Achgelis nach Skandinavien.

Der deutsche Kunstflieger Gerd Achgelis, der mit dem neuen zweimotorigen Reise- und Verkehrs­flugzeug AgoKurier" auf dem Flughafen Berlin- Tempelhof zu einem Flug nach Skandinavien ge­startet war, traf in Göteborg (Schweden) ein, nach­dem er in Kopenhagen feine Maschine Vertretern der 'dänischen Luftfahrt vorgeführt hatte. Für die über 600 Kilometer lange Strecke nach Göteborg

R

UHL adio eparaturen

Seilersweg Nr. 67

Telephon Nr. 3170

H9/L

benötigte Achgelis nur etwas über zwei Stunden Flugzeit, erreichte also eine Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometer. Der Blitzflug des Ku­rier" hat in Dänemark und Schweden große Beach» tung gefunden. Nach Vorführungen in Göteborg fliegt Achgelis nach Stockholm weiter, wo er sich an einer Verkehrsflugwoche beteiligen wird. Anschlie­ßend setzt er seinen Flug nach Norwegen und Finn­land fort.

Ein Lastzug raff in eine Hauswand.

Aus einer abschüssigen Straße in Mühlacker (Würt­temberg) ereignete sich ein schweres Kraftwagen» Unglück, das ein Menschenleben forderte. Ein schwer beladener Lastzug, dessen Fahrer die Herr­schaft über das Fahrzeug verloren hatte, fuhr in einer Kurve gegen ein Gasthaus, wo er sich buch­stäblich durch die Hauswand hindurchbohrte. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen, denen er kurz danach im Krankenhaus erlag. Zwei Beifahrer, denen es gelang, noch rechtzeitig abzuspringen, kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Bärenplage in Estland.

Wegen eines Riesenbrandes, der feit einigen Tagen in den sowjetrussischen Wäldern an der estländifchen Grenze wütet, flüchten zahlreiche Bären auf estländisches Gebiet, wo die Bevölke­rung in ständiger Angst vor diesenUeberläufern" lebt. Die Bewohner einer großen Zahl von Dör­fern haben sich an die Behörden mit der Bitte gewandt, Maßnahmen gegen die Bärenplage zu ergreifen.

Kunst und Wissenschaft.

Die deutschen Ornithologen tagen.

Die D e u t sch e Ornithologische Gesell- schäft hält vom 23. bis 25. September in Berlin ihre 56. Jahresversammlung in Verbindung mit der 2. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tierpsychologie ab. Namhafte Vogel­kundler des In- und Auslandes werden nach Ber­lin kommen und hier ihre Erfahrungen austauschen. Der Film im Dienste der tierärztlichen Wissenschaft.

In diesem erfolgreichen Filmjcchr ist es gelungen, den Tonfilm auch für die tierärztliche Wissenschaft in den Dienst der Forschung und Aufklärung zu stellen. Auf dem 13. internationalen tierärztlichen Kongreß in Zürich-Interlaken hatten Hochschullehrer und Tierärzte der ganzen Welt Gelegenheit, der Uraufführung des ersten wissenschaft­lichen Veterinär-Tonfilms beizuwohnen: der Film trägt den TitelStorungen der Fort­pflanzung bei Pferd und Rind". Bei der Her- fteUung waren besondere käme rate chnische Schwie­rigkeiten zu überwinden; einige Filmteue wurden durch mühselig herzustellende Trick-Zeichnungen er­gänzt. Diese deutsche Leistung eine Gemein­schaftsarbeit von Professor Dr. Goetze, dem Direktor der Klinik für Geburtshilfe und Rinder­krankheiten der Tierärztlichen Hochschule Hannover, und der Behringwerke Marburg fand lebhafte Anerkennung der Wissenschaftler.

herbstneuerfcheinungen der Deutschen Verlags-Anstalt.

Auf dem Gebiet der Schonen Literatur wird die Deutsche Verlags-An st alt, Stuttgart-Ber­lin, im Lause der nächsten Wochen und Monate fol­gende Werke veröffentlichen: Henry Benrath: Welt in Bläue. Hans Brandenburg: Vater Oellendahl. Roman einer Familie. Kurt Heynicke: Herz, wo liegst du im Quartier? Ein heiterer Ro­man. Anton Graf Knyphausen: Mann im Mittelvunkt. Roman. H. K. Houston-Meyer: Konrad Bäumlers weiter Weg. Ein texasdeutscher Roman. Clara Nordstrom: Rus der Heimat. Ro­man. Josef Ponten: Die Heiligen der letzten Tage. 4. Band vonVolk auf dem Wege. Roman der deutschen Unruhe". Eduard R e i n a ch e r : Der starke Beilstein. Eine schone elsässische Lügengeschichte. Otto R o m b a ch : Der standhafte Geometer. Ein Roman von der jungen Donau. Ina Seidel: Lennacker. Das Buch einer Heimkehr. Roman. Ma­ria W a s e r : Das besinnliche BluMenjahr. Gedichte zu Aquarellen von Hedwig Krebs. Mit 20 farbigen Blumentafeln. Josef Winkler: Triumph der Tor­heit. Fröhliche Legenden. Mit 25 schönen Bildern von Felix Timmermans. Ernst Zahn: Hoch über das Tal. Roman. Weitere Werke: Hans D r i e sch: Alltagsrätsel des Seelenlebens. Albert von Hof­mann: Westfalenland. Eine geschichtliche Heimat­kunde. Ernst Massel: Vom Geheimnis der Form und der Urform des Seins. Karl Alexander van Müller: Vorn alten zum neuen Deutschland. Aus­sätze und Reden 19141936. Johannes Müller: Dom Geheimnis des Lebens. Erinnerungen. F. D. O m m a n e y : Zauber und Grauen des Südmeers. Michael Prawdin: Tschingis Chan und fein Erbe. Fritz Sch umacher: Der Geist der Bau­kunst. Hugh Wilson: Lehrjahre eines Diplomaten. In neuen billigen Ausgaben erschienen: Hervey A l l e n : Antonio Adoerso. Clara Ratzka: Fa­milie Brake. Roman. Die bisher erschienenen Ro­mane von Clara N o r d st r o m (Frau Kajsa. Kajsa Lejondahl, Roger Björn, Lillemor) liegen jetzt in i einer geschloßenen GescheMassette por.