Ausgabe 
10.8.1938
 
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MMMM'

Demokratie und Ausrüstung

werden.

ss.

Als

Buntes Allerlei

Meister der Maske.

scheinbar etwas ab, aber nur mit Hilfe des P o i n -1 c a r e - F r a n k, der den Preisspiegel im Inland senkte, immer an dem Goldfrank gemessen. Für das Haushaltsjahr 1927/28 hatte Frankreich 1,3 Milliar­den Mark erreicht, England dagegen hielt sich bei 2,6 Milliarden Mark. Die Vereinigten Staaten aber gingen über 2,8 Milliarden Mark hinaus. Gerade das hatte gute Gründe, denn nach dem Kriege be­gannen die Vereinigten Staaten zum Aerger und Verdruß Englands eine Kriegsflotte zu bauen, die 1928 nach Zahl und Tonnage größer und stärker war als die Englands. Diese Aufblähung des Kriegshaushalts der großen Demo­kratien ganz im Gegensatz zu ihrem Pazifist!- s ch e n G e r e d e erklärt sich u. a. auch durch die Ent­wicklung der Luftwaffe. Bei Beginn des Großen Krieges hatten England, Frankreich, die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten insgesamt nicht viel mehr als 150 Militärflugzeuge. Gegen Ende 1927 zählte Frankreich allein 1650 Militärflugzeuge, Groß­britannien 834 und die Vereinigten Staaten 7001 Stück. Deutschland besaß zu gleicher Zeit zwar auch 512 Flugzeuge, allein sie dienten ohne Ausnahme der Zivilfliegerei.

Es stimmt also nicht ganz, daß die großenMuster­demokratien" seit dem Großen Kriege trotz Versailles und Genf sich irgendwie in Abrüstung betätigt hätten, denn die pazifistische Schaumschlägerei kann doch nicht als Abrüstung gewertet werden. Hier zeigt sich aber auch, daß es für D e u t s ch l a n d eine Frage auf Leben und Tod war, sich durch die Wie­derherstellung seiner Wehrhoheit da­gegen zu schützen, eines Tages von den großenpa­zifistischen", stark ausgerüsteten Demokratien, oder gar vom bewaffneten Bolschewismus überrannt zu

verblüfft an und alle folgten in den Garten. Dort führte der Gärtner sie zu einem verdeckten Beet, hob das Glasfenster hoch und sagte freundlich: Bitte!" Und siehe da, aus der.sauber gejäteten Erde sproßten, grade ausgerichtet, drei Reihen He» ringsköpfe! B-

100 Tote bei Ueberschwemmungen in Indien.

Bei Ueberschwemmungen im indischen Verwaltungsbezirk Ronda sind 100 Menschen ums Leben gekommen. Man schätzt, daß gegenwär- tig etwa 1200 Quadratkilometer der vereinigten Pro- jvinzen überschwemmt sind. Die Rettungsarbeiten wurden dadurch erheblich behindert, daß der in das Überschwemmungsgebiet hineinführende Schienen- weg in einer Länge von 54 Kilometer von den Fluten unterspült und weggerissen wurde.

Australisches Militärflugzeug abgestürzt.

Einer Meldung aus Melbourne zufolge stürzte ein Flugzeug der australischen Luftwaffe bei Dromona ab. Von den fünf Insassen wurden vier getöt-et, | während der fünfte mit Verletzungen davonkam.

haben.

Jugend muß es doch lernen, eigene Meinungen zu vertreten, auch wenn sie nicht immer hundert­prozentig richtig sind. Deshalb sollten sie Eltern und Lehrer stets erst einmal ruhig anhören, wenn sie mit stürmischen Forderungen an sie herantreten Sie denken nie an jenes kluge Wort Bismarcks von denzu artigen Kindern", die nichts forderten, darum aber auch vom Leben einmal nichts er­hielten. Jungen und Mädel der Reifezeit wollen sehr ernst genommen werden!

Jugend merkt sehr leicht die Absicht und wird verschnupft", wenn man ihr immer nur mit Miß­trauen entgegenkommt und z. B. regelmäßig auch die kleinste Kleinigkeit nachprüft. Jungen in den Flegeljahren und Mädchen im Backfischalter wollen heute nicht mehr gezwungen sein, Schleichwege aufzufinden, um zu ihrem natürlichen Recht zu ge­langen. Sie möchten nicht, daß ihre Wahrheits­liebe auf eine zu harte Probe gestellt wird, so daß das persönliche Innenleben oft durch Lügen und Verstellung zu verschleiern und zu sichern gesucht werden muß. Mag es sein, daß sie gerade in diesen Jahren ein besonders stark betontes Ehrgefühl haben, da es im Werden ist, und das auf Tadel und Vermahnung, wenn sie zu häufig gespendet werden,sauer reagiert". Kräftige Wahrheiten unter vier Augen fruchten darum bei ihnen oft mehr als alle Ermahnungen vor den nächsten An­gehörigen und vor allen Dingen mehr als schroffe Zurechtweisungen in Gegenwart von Geschwistern. Mögen dieseFlegel" undBackfische" nicht immer sehr rücksichtsvoll sein, gerade weil sie in ihren besten Stunden, mehr unbewußt, vor sich selbst von der eigenen Unfertigkeit überzeugt sind, so erwarten sie doch von ihren Erziehern, daß sie ihnen auch

noch mitnehmen und schon zusehen, wie sie alle zusammen Platz fänden.

Schimpansen im Kino.

Jackie und Peter, die Schimpansen des Londoner Zoos, hatten dieser Tage ein aufregendes Erleb­nis, als sie in ein Kino gebracht wurden, um sich einen Film aus dem Zoologischen Garten,Affe und Mensch", anzusehen. Professor Huxley und andere Beamte des Zoos machten dabei genaue Beobachtungen über das Benehmen der Tiere. Beide Affen zeigten sich wohl interessiert während des Versuches, aber es war schwer zu entscheiden, wieviel sie von den Vorgängen auf der Leinwand aufnehmen konnten und ob nicht ihr Interesse ein­fach durch die Zusammenwirkung der Geräusche mit den Bewegungen gereizt war. Solange nur Männer und Frauen zu sehen waren, schienen sie unange­nehm berührt, wandten sich von der Leinwand ab

Wirtschaft.

Gießener Schlachtviehmarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige­rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 10 Ochsen, 8 Bullen, 15 Kühe, 26 Färsen, 96 Kälber, 219 Schweine, 3 Schafe aufgetrieben.

Preise: Ochsen 42 bis 44 Pf., Bullen 39 bis 41, Kühe 15 bis 42, Färsen 31 bis 43, Kälber 38 bis 59, Schafe 16 bis 40 Pf. je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,18 | Mark, Klasse bl (135 bis 149,5 kg) 1,16, Klasse b2 (120 bis 134,5 kg) 1,14, Klasse c) (100 bis 119,5 kg) 1,10, Klasse d bis f (unter 100 kg) 1,04, Klasse gl und i (fette Specksauen und Altschneider) 1,12, Klasse g2 und h (andere Sauen und Eber) 1,08 Mark.

Marktverlauf: Großvieh und Schweine zugeteilt. I Alles ausoerkauft.

Rhein -Mainische Börse.

INitlagsbörse schwach.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Die Börse zeigte eine weitere flaue Haltung, und die Rückbildung der Kurse setzte sich infolge anhaltender Abgaben aus den bekannten Quellen fort. Obwohl die Ver­käufe keinen größeren Umfang hatten, nur auf Teil­gebieten waren sie etwas stärker, gingen die Kurse am Aktienmarkt erneut um durchschnittlich 0,50 bis 1,50 v. H. zurück, und einzelne Spezial- papiere erlitten Einbußen bis zu 3,50 v. H. Kauf­aufträge lagen nur in sehr geringem Umfange vor, während die Aufnahmeneiguna fast völlig fehlte. Größere Abgaben erfolgten in IG.-Farben, die auf 145,13 bis 144,75 (146,25) zurückfielen, Rütgers- werke büßten 2 v. H. auf 135,50 ein, Metallgesell­schaft konnten sich mit 121,50 behaupten. Matt lagen sodann die meisten Elektroaktien, wobei Felten 2,25, RWE. 1,40, Gessürel und AEG. je 1 v. H. verloren. Am Montanmarkt ermäßigten sich Hoesch auf 105,65 (106,50), Mannesmann auf 103 (103,50), Rheinstahl auf 129 (129,75) und Verein. Stahl gin­gen unter pari auf 99,65 (100). Im einzelnen sind noch Südd. Zucker mit 213 (216,50), Bernberg mit 121 (122,65), Demag mit 133,90 (135,25), anderseits Berger Tiefbau mit 134 (133,50) anzuführen.

Am Rentenmarkt stellten sich gleichfalls wei-

der Klang seiner Stimme hat dann gar keinen Ein­druck bei ihnen heroorgerufen, sie zeigten auch keinerlei Bewegung, als Gorillas, Pinguine, kleine Vögel und Schildkröten gezeigt wurden. Zum Schluß wurde Jackie die Sache schon sehr langweilig, er gähnte und wünschte seine akrobatischen Leistungen vorzuführen, während Peter immer noch mit gro­ßer Aufmerksamkeit auf die Leinwand starrte.

Nur alte Damen ...

Um die Besucherinnen zu veranlassen, während der Vorstellung die Hüte abzunehmen, sind viele Kinobesitzer in den Vereinigten Staaten dazu Über­gegangen, in ihren Theatern weithin sichtbare Pla­kate aufzuhängen, die besagen:Nur alte Damen dürfen ihre Hüte aufbehalten!" Nach der Wir­kung dieser Ankündigung zu schließen, gibt es in amerikanischen Kinos Überhaupt keine alten Damen als Zuschauerinnen. E. S. H.

Das Samenwunder.

Der französische Maler Meissonier hatte einen sehr gelehrten Gärtner, der sich besonders in der Kennt­nis aller Samenarten hervortat. Meissonier wünschte I ihn in dieser Beziehung einmal hereinzulegen, aber lange vergeblich. Endlich zeigte er ihm eines Tages in Gegenwart von Freunden, die in den Scherz ein- geweiht waren, eine Schachtel, in der sich getrock­neter Heringsrogen befand, und fragte ihn, ob er auch diesen Samen kenne. Der Gärtner be­trachtete lange schweigend den Samen und sagte dann:Natürlich, das ist der Samen einer seltenen Tropenpflanze: Polea irritans."(5o, und wann dürfte der Samen Ihrer Schätzung nach aufgehen, wenn Sie ihn heute noch aussäen?" fragte Meissonier vergnügt.In zehn Tagen etwa." Gut, zehn Tage später versammelte der Maler dieselben Freunde um sich, ließ den Gärtner kommen und fragte ihn, ob der Samen aufgegangen sei.Jawohl", erwiderte der Gärtner mit ernstem Gesicht,er ist prächtig auf­gegangen." Der Maler und seine Freunde sahen sich

treueste Diener des Reiches ist

Wenn doch die Eltern und Lehrer immer nur wüßten, daß die kleinen und großen Flegeleien der Jugend oft nichts anderes sind als Zeichen der Ge­sundheit oder wenigstens einer überschäumenden, ungezügelten Jugendkraft, deren disziplinierte Bän­digung auch erst gelernt sein will. Jungen in den Flegeljahren und Mädel im Backfischalter kann.man nicht mehr wie kleine Kinder behandeln; denn das persönliche Eigenleben ist erwacht. Der in der Reife­zeit erweckte Drang nach äußerer und innerer Selbständigkeit entspricht nun einmal einer biologi­schen Gesetzmäßigkeit. Ließe man der Jugend keine selbständige Betätigungsmöglichkeit, so müßte es zu seelischen Spannungen kommen, die sich dann in allerlei Kurzschlußhandlungen entladen und Kraft­proben gleichkommen, wie sie sich gerade bei der Jugend der Nachkriegszeit so erschütternd vollzogen

Vorbilder in der Geduld sind, sie erwarten Takt und Selbstbeherrschung. Weil sie Werdende sind, haben sie oft als Wahrheitsfanatiker vielleicht einen besonders scharfen Blick für die Schwächen unserer Mitmenschen, für die Aelteren, wohl auch aus dem Grunde und das ist psychologisch erwiesen, weil diese so leicht vergessen, wie sie selbst einmal jung gewesen sind, und die Fähigkeit verlieren, Jugend zu verstehen.

tere Rückgänge ein. Reichsaltbesitz 129,30 (129.75), Kommunal-Umschuldung 93,90 (94), Reichsbahn- VA. 122 (122,13). Goldpfandbriefe und Staats­papiere wiesen kaum Abweichungen auf. Von Li- quidationspsandbriefen lagen Rheinische höher mit 101,20 (101), die übrigen behauptet. Stadtanleihen ließen teilweise 0,13 bis 0,25 v. H., Wiesbadener 0,40 v. H. auf 98 nach. In Jndustrie-Obigationen lag stärkeres Angebot vor, das aber bei wenig veränderten Kursen ausgenommen wurde. 6 o. H. IG.-Farben 0,50 v. H. höher mit 120, 5 v. H. Eisenbahn-Rentenbank0,50 v. H. auf 96,50. Reichsaltbesitz gaben weiter nach auf 129 nach 129,30 und Kommunal-Umschuldung auf 93,80 nach

und starrten in den Projektionsapparat. Sobald aber Schimpansen im Bilde erschienen und ihre Stimmen gehört wurden, waren Jackie und Peter ganz bei der Sache und saßen still und beobachteten die Szene mit Spannung. Der Höhepunkt kam, als ihr Kollege im Affenhause, der Schimpanse Jimmie auftrat und unter Musikbegleitung sein berühmtes Stückchen vorführte, das er mit feinen Füßen an der Tür seines Käfigs nach dem Takte trommelte. Jetzt sprang Jackie von seinem Sitz auf, tarn nach vorn und setzte sich dort nieder, ohne einen Blick von det Leinwand wegzuwenden. Peter aber stand auf und stellte sich der Leinwand gegenüber und wiegte sich nach dem Rhythmus der Musik von einer Seite nach der anderen. Als später ein Teil des Films ohne Ton gezeigt wurde, zeigten die Affen weniger Interesse, wenn sie auch immer noch beobachteten. Das Auftreten ihres Wärters und

Festbankett für den 75jährigen Henry Ford.

Auf einem großen Festbankett anläßlich des 75. Geburtstags Henry Fords wurde dem Jubilar auch das Großkreuz vom Deutschen Adler uberreid)t, ba5 ber unb !Ke ^5=

kanzler dem Pionier des Autobaues zu feinem Ehrentag verliehen hatte. Auf dem Bild steht man in der Mitte Henry Ford, rechts den deutschen Konsul K a p p aus Clevelan^ der die Ueberreichunq vollzog, und links den deutschen Konsul in Detroit, Hailer, beim Glück­wunsch. (Associated-Preß-M.)

93,90.

Mit Ausnahme von JG.-Farben, die bei etwas mehr Geschäft ein wenig erholt waren auf 145,50 nach 144,75, war die Börse im Verlaufe sehr ruhig und zumeist weiter schwächer, wobei nochmals Rück­gänge bis 0,50 v. H. eintraten. Verein. Stahl 99,50, AEG. 105,75, RWE. 115,40, Bernberg 120,50, Reichsbank 182,50. Von später notierten Werten verloren Holzmann, Feldmühle, Daimler, Bekula und Deutscher Eisenhandel bis 1,50 v. H., Gold­schmidt 2,75 v. H. auf 125,75. Nach Pause stellten sich Harpener auf 146,25 (150) und Hanfwerke Füssen auf 117 (121).

Im Freiverkehr nannte man Dingler mit 85 (85,75), Katz & Klumpp 95 (96), Growag mit 73 (zuletzt 75) und Rastatter Waggon mit 49 (50). Tagesgeld unv. 2,25 v. H.

Abendbörse unerholt.

Bei sehr kleinem Geschäft zeigte die Abendbörse nach den Rückgängen im Mittagsverkehr keine Er­holung, vielmehr ergaben sich, zumeist in Anpassung an Berlin, weitere leichte Abschwächungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H., da eher Abgabe­neigung vorhielt. Etwas stärker zeichneten sich Gesfürel mit 123,50 (125,25), Rheinmetall-Borsia mit 122 (123,25) und Bernberg mit 119,50 (120,50) ab. wie auch JG.-Farben nach der leichten Mittags- schlußbesserung wieder auf 144,90 (145,50) zurück­gingen. Montanwerte gingen durchweg 0,25 v. H zurück, Mannesmann 103, Verein. Stahl 99,40, Hoesch 105,40, Rheinstahl 129, Deutsche Erdöl 118,75. Ferner bröckelten Scheideanstalt auf 203 (203,25), Licht und Kraft auf 130 (130,75) und Mainkraft auf 89,50 (90) ab, hingegen waren Adlerwerke mit 104,25 (104) und Metallgesellschaft mit 121 (120,50) eine Kleinigkeit gebessert. Neben den Großbank­aktien tonten sich noch Daimler mit 124, Junghans mit 103,25 (bei 102 in Berlin), Moenus mit 121,50 und Elektr. Lieferungen mit 116 behaupten. Der Rentenmarkt war still, Farben-Bonds bei kleinem Umsatz unv. 120, Kommunal-Umschuldung nominell unv. 93,80.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Auftrieb: albet* 557 (gegen 715 am 2. Aug.), Hämmel und Schafe 110 (109), Schweine 3651 (3981). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kalbet: a) 62 bis 65 (62 bis 65), b) 54 bis 59 (54 bis 59 , c) 42 bis 50 (44 bis 50), d) 36 bis 40 (34 bis 40 - Hämmel b2) 46 (46), c) 40 bis 45 (42 bis 45 . d) 32 bis 38 (32 bis 41). Schafe a) (38 bis 40). b) (34 bis 36), c) 24 bis 30 (25 bis 30). Schwein- a) 60 (60), bl) 59 (59), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57), g2) 55 () JBarft- oerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hammel 1 und Schafe mittel, 32 Schafe Ueberstand.

der große englische Schauspieler Garrick einst in Paris weilte, lud sein Kollege P r e v i 11 e, der für einer der besten Schauspieler des franzö­sischen Theaters galt, ihn auf sein Landgut ein. Garrick, der gerade in lustigster Laune war, machte ihm den Vorschlag, in einer der Mietskutschen hin­zufahren, die von Pari^. nach Versailles gingen, da Previlles Landgut an diesem Wege lag. Als sie ein­gestiegen waren, befahl er dem Kutscher, loszu­fahren, der antwortete ihm aber, er führe nicht eher, als bis er seine Zahl von vier Personen voll hätte. Das brachte Garrick auf einen Einfall, durch den er zugleich seinem Kollegen ein Pröbchen seiner Kunst geben wollte. Während der Kutscher sich nach weiteren Fahrgästen umsah, schlüpfte er aus der Tür, ging um die Kutsche herum, verstellte sein Gesicht und bot sich dem Kutscher als dritter Passa­gier an, ohne daß dieser das geringste von dem Betrug merkte. Dies wiederholte er noch einmal und wurde zum Erstaunen Previlles auch als vierter Gast angenommen. Nun aber sprang er zum dritten Male heraus und redete den Kutscher als Fremder an, der ihn aber mit grämlichem Ton abwies, weil er seine Zahl voll habe. Tatsächlich würde er auch ohne ihn losgefahren sein, wenn nicht Preville lachend herausgerufen hüte, der fremde Herr sei ja nur ein kleiner Mann, so wollten sie ihn doch

Flegeljahre und Backfischalier.

In der neuen Folge des Führerorgans der na­tionalsozialistischen Jugend,Wille und Macht , erscheint ein Aufsatz von Gerhard Reinhard RitterFlegeljahre und Backfischalter . Er ist als Plauderei mit Eltern und Jugendführern ge­kennzeichnet. Die Form will aber nicht darüber Hinwegtäuschen, daß es dabei um sehr hinter­gründige Dinge geht, von denen hier einige wenige angedeutet sein sollen.

Ritter gibt eingangs eine ergötzliche Geschichte wieder, die sich irgendwo in Deutschland zuge­tragen haben soll: Jungvolk trifft sich, feldmarsch­mäßig, zur Mittagszeit an einer Straßenecke, der ein Frauenstift gegenüberliegt. Wie das so geht, es ist gar kein besonderer Lärmorganisiert" wor­den, aber wenn fünfzig Pimpfe, die noch nicht angetreten sind, auf einem Haufen zusammenstehen, ist'Krach da. Und so dauert es nicht lange, bis sich im hochwürdigen Damenstift alldieweilen ein Fenster nach dem andern öffnet und empörte Groß­mütter auf die Straße herunterergreifende An­sprachen" an das junge Volk halten, das sich er­laubt hat, fünfzig brave Großmütter im Mittags- schlaf zu stören. Da die Sache anfängt,mter- essant zu werden, gibt es Rede und Gegenrede: Da sieht man ja die unerzogene Jugend von heute", worauf das Jungvolk nach oben frech zu- rückruft:Ihr Großmütter von gestern, entschuldigt nur, daß wir geboren sind, es soll auch nie wieder vorkommen!" v v

Die Sache gab in jener Kleinstadt den berühm­ten Stunk und wurde in jedem Kaffeeklatsch und Damenkränzchen mit entsprechendem Nachdruck be­sprochen. Der Jungvolkführer wurde von Pontms zu Pilatus zitiert und dabei mehrfachpädagogisch" vermahnt. Seine ständige Antwort war: Nach Canossa geh'n wir nicht, und wenn wir uns noch so sehr vorbeibenommen haben sollten! Da kommt ihm aber eines Tages mit einigen Pimp­fen, die anscheinend ihre Erfahrung haben, ver­ärgerte Großmütter wieder zu versöhnen, ein lusti­ger Gedanke, diese unangenehme Sache mit Hu­mor aus der Welt zu schaffen.

Gedacht getan: Das Jungvolk trifft sich bald , darauf wieder einmal zur Mittagszeit an der- ' selben Straßenecke und hat sich für 3en Aus- marsch von irgendwoher einen Blumenstrauß be­stimmter Größe es war gerade Frühlingszeit und auf ausdrückliche Anweisung ohne Brennesseln und Disteln zubesorgen" gehabt. Die Sache geht in Ordnung. Das Altfrauenstift wirdgestürmt" undeingenommen", das heißt, der Hausmeister ist entsprechend eingeweiht und durch eine Kiste Zigarren für den Plan gewonnen worden. Auf leisen Sohlen, wie wohl noch nie in ihrem Leben, schleichen die Pimpfe mit ihren Blumensträußen durch das feierliche Haus. Jede Zimmertür wird durch einqn Pimpfenbesetzt". Auf ein bestimmtes Glockenzeich-n im Haus hin Pocht es gleichzeitig kräfttg an sämtlichen Türen, die Pimpfe treten in die einzelnen Stuben, nehmen militärische Haltung ein und strecken den zu Tode erschrockenen Groß­müttern ihren Blumenstrauß entgegen:Ein Gruß vom Jungvolk!" Wie der Chronist meldet, soll es in den einzelnen Großmütterstuben ergreifende Szenen gegeben haben.

Kurzum, die Ehre des Jungvolkes war in jener braven Kleinstadt wieder gerettet; und welcher Fremdling heute in ihrem Altersheim noch über die unerzogene Jugend von heute zu schimpfen sich untersteht, wird auf energischen Widerstand bei jenen guten Großmüttern stoßen, die ein Blumen­strauß davon überzeugt hat, daß Jungen in den Flegeljahren und Mädel im Backfischalter im allge­meinen doch besser sind als ihr Ruf.

Nach einem Ausspruch Hebbels steht das Alter stets in der Gefahr, zu meinen, daß das Leben mit ihm aufhöre, die Jugend dagegen in der, zu glau­ben, daß das Leben erst mit ihr anfinge; die Gefahr des Alters jedoch sei die größere und schlimmere. In Zeiten sinkender Kultur pflegte man der Jugend zu schmeicheln, und in Zeiten, die das Wort ,,^>taats- raison" fortwährend im Munde führten, wurde die Jugend oft innerlich und äußerlich vergewaltigt. Wir sehen heute das große Glück unserer Jugend darin, daß weder das eine noch das andere für uns zutrifft, sondern die neue Zeit glaubt an ihre Ju­gend und weiß, daß sie aus sich heraus, von selbst, unter eigener Verantwortung der wertvollste und

In der englischen Presse ist der 4. August als Jahrestag des Eintrttts Englands in den Größen Krieg diesmal nicht gerade überschwenglich verzeich­net worden. Nicht ohne Reiz ist es dabei, daß Winston Churchill einen Beitrag liefert, der die enge Verbindung Englands mit den Vereinigten Staaten nachdrücklich hervorhebt. Woran sich aber der Engländer heute ebenso wenig erinnert, wie die öffentliche Meinung in USA. und in Frankreich, das ist, daß die großen Demokratien trotz ober gerade wegen ihrer angeblichen pazifistischen Grund­gesinnung es eigentlich gewesen sind, die n a ch d e m Kriege die Aufrüstung in Gang ge­bracht haben. Es trifft nämlich nicht zu, daß das wegen feinesMilitarismus" von den Demokratien verrufene Deutschland vor dem Kriege die zahlen­mäßig höchsten Militärausgaben hatte. Frankreich wandte 1913 für Heer und Marine über 1,2 Milliar­den Mark auf, während Deutschland noch nicht ein­mal an 1 Milliarde herankam. Der Militärhaushalt Englands, also Heer und Marine, erreichte 1913 über 1,4 Milliarden Mark, war damit allerdingsetwas" höher als der der Vereinigten Staaten, die es auf über 1,2 Milliarden Mark brachten. Wohlgemerkt, alles in Goldmark der Vorkriegszeit.

Wie hat sich das Verhältnis nun nach dem Großen Kriege entwickelt, also zu einer Zeit, in der in Genf die Liga gegründet wurde mit der Aufgabe, nach der rücksichtslosen, brutalen Entwaffnung Deutschlands und seiner Verbündeten vertragsmäßig die allge­meine Abrüstung durchzuführen? Schon 1923 hatte Frankreich seinen Kriegshaushalt auf 1,6 Mil­liarden Mark gesteigert, England feinen Kriegshaus­halt sogar auf 2,5 Milliarden Mark, um diesmal von den' Vereinigten Staaten mit 2,7 Milliarden Mark übertroffen zu werden. Allerdings baute Frankreich nach 1923 feine Ausgaben für die bewaffnete Macht!

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