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ttr. 108 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Dienstag, 10. Midi 1938

Br|d)etni tftg Itd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen. Die Illustriert» (Bteftenei I-amilienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Der Führer wieder auf deutschem Boden.

Herzliche Verabschiedung vom italienischen Ehrengeleit am Brenner.

Am Brenner.

Neichsstatthalter Seyß-Jnquart begrüßt den Führer auf deutschem Boden.

Am Brenner. 10. Mai. (DRB. Funkspruch.) Der Sonderzug des Führers, der um 8.25 Uhr in den festlich geschmückten Bahnhof der Grenzstation auf dem Brenner einlief, hatte zwanzig Minuten Aufenthalt. Der Herzog von Pistoja und Minister Generalsekretär $ t a r a c e verab­schiedeten sich herzlich namens des Königs und Kaisers, des Duce und der Minister sowie der faschistischen Partei. Unter den Anwesenden sah man den Armeekommandanten von Bozen, General G u i d i, und den Präfekten von Bozen, M a t t e i.

Zur er st en Begrüßung in der hei- m a t hatten sich eingefunden Reichsstatthalter Dr. S e i ß - I n q u a r t, ^-Vrigadeführer Staatssekretär Dr. Kaltenbrunner und der Landeshaupt­mann von Tirol, Christoph. Der Führer ver­weilte längere Zeit auf dem Bahnsteig im Gespräch mit dem Herzog von Pistoja und dem Reichsstatt­halter. Der Herzog überreichte dem Führer zum Abschied als Geschenk eine prächtige Grödner Schnitzerei. Der festlich geschmückte Ort und der Bahnhof mit den vielen Menschen im Festgewande sowie die Klänge der Nationalhymnen gaben der bedeutungsvollen Stunde einen würdigen Rahmen. Einige Minuten nach der Abfahrt des Führerzuges fraf dann der Sonderzug mit den Ministern und Reichsleitern ein.

Jubelnder Empfang in Innsbruck

Innsbruck, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Um 9.32 Uhr traf der Sonderzug des Führers auf dem Hauptbahnhof in Innsbruck ein. Die Bevölkerung, die zu Tausenden vor dem Bahnhofsgebäude und entlang der Bahngeleise stand, empfing den Zug mit jubelnden Heilrufen. Der Füh­rer, der mit Reichsführer ff Himmler, Reichs­statthalter Dr. Seiß-Jnguart und dem Tiroler Landeshauptmann Christoph am Fenster seines Wagens stand, nahm dankend und nach allen Seiten grüßend die Willkommensgrüße seiner Tiroler ent­gegen.

Als der Zug auf dem Bahnsteig hielt, gab es für die Wartenden kein halten mehr. Die Absperrkette wurde durchbrochen und im Nu war das Fenster des Führers von begeisterten Menschen umringt. Mütter hoben ihre Kinder empor. Adolf Hitler unterhielt sich mit den draußen Stehen­den und nahm die vielen hinaufgereichten Blumen­sträuße immer wieder dankend entgegen, herzliche Freude weckte die Anordnung des Führers an die Absperrmannschaften, die ihm zujubelnden Kinder durchzulassen.

Nach nur drei Minuten Aufenthalt setzte sich der Sonderzug 9.35 Uhr wieder in Bewegung, begleitet von den Heilrusen der Zurückbleibenden. Noch lange winkte ihnen der Führer vom Fenster aus zu. Nun geht die Fahrt durch die srühlingsfrische Landschaft des Unterinntales nach K u f st e t n und

von dort weiter nach München, der Hauptstadt der Bewegung. e

Der Führer dankt dem König und Kaiser.

Im Geiste der erneut bekräftigten deutsch-italienischen Freundschaft."

Am Brenner, 10. Rial. (DNB. Funkspruch.) Beim Ueberschreilen der deulsch-ilalienischen Grenze am Brenner sandte der Führer und Reichs­kanzler an Seine Majestät den König von Italien und Kaiser von Aelhiopien folgendes Telegramm:

Seiner Majestät dem König und Kaiser, Rom.

Bei dem Verlassen des italienischen Bodens ist es mir ein aufrichtig empfundenes Bedürfnis, Eurer

Majestät und Ihrer Majestät dör Königin und Kaiserin nochmals den Aus­druck meines Dankes zu übermitteln für die mir zuteil gewordene Gastfreundschaft. Unvergeßlich werden mir auch der zu Herzen gehende Emp­fang seilens des faschistischen Volkes und die über alles Lob erhabenen Darbietun­gen der italie nifchen W ehr macht bleiben. Die Tage meines Aufenthaltes an den Stätten einer ehrwürdigen Vergangenheit und einer großen Gegenwart werden zu meinen kostbarsten Lcbens- erinnerungen zählen. Im Geiste der erneut be­kräftigten deutsch-italienischen Freundschaft bitte ich Eure Majestät, meine wärm st en Wünsche für Ihr, der Königin und Kaiserin und des italie­nischen Volkes ferneres Glück und Wohlergehen enl- gegenzunehmen.

Adolf Hitler."

Herzlicher Abschied vom Duce.

Oer Führer hat Florenz wieder verlassen.

Wenige Minuten vor Mitternacht traf der Füh­rer, dem der Duce zum Abschied das Ehrengeleit gab, vor dem Hauptbahnhof ein. Waren schon die Straßen, die der Wagen durchfuhr, mit einer dichten jubelnden Menschenmenge erfüllt, so herrschte auf dem weiten Platz vor dem Bahnhof ein Gedränge, wie man es kaum jemals in diesen festlichen Tagen in Italien erlebt hat. Noch einmal grüßte die Ju­gend Italiens den Führer, dem sie in diesen Tagen so oft ihre gesunde Art und ihre nationale Disziplin hat zeigen können. Blaues Scheinwerfer­licht überstrahlte diese unabsehbare Menge von Knaben und Mädchen, die Hakenkreuzfähnchen in den Händen schwangen und die rotweißgrünen Fah­nen ihrer Verbände und Gruppen schwenkten, hin­ter ihnen wurden die mächtigen Smngbrunnen zwischen den Taxushecken zu herrlich leuchtenden Fontänen, und ein von Scheinwerfern gebildeter Lichtdom bildete den Abschluß.

Beglückt von dem Anblick durchfuhren Adolf Hit­ler und Mussolini dieses Licht- und Menschenmeer. Als bann der Wagen vor dem Bahnhof vorfuhr und die Musikkapelle die Hymnen Deutschlands und Italiens spielte, prasselten vom Dach des Bahn­hofsgebäudes Hunderte und aber Hun­derte von Raketen 'n die höhe. Vor dem Bahnhof hatten Ehrenformationen der Infanterie, der Miliz im Stahlhelm und der Leibgarde des Duce Aufstellung genommen. Vor dem Fürsten­saal standen die Bannerträger und die Herolde der Stadt Florenz in ihrer malerischen roten und wei­ßen Tracht. Der Führer, der auch jetzt die Aus­zeichnung des Ehrenkorporals der Miliz trug, grüßte zum Abschied die Banner von Florenz und die Leibstandarte des Duce, um dann unter den feierlichen Klängen der Nationallieder gemeinsam mit dem Duce die Front der Ehrenformationen ab­zuschreiten.

Dann war der Augenblick des Abschieds ge­kommen. Dicht umringt von ihrem Gefolge standen der Führer und der Duce noch einige Minuten in frendschaftlichem Gespräch. Der Führer bittet den Duce, ihn in seinen Salon­wagen zu begleiten, was Mussolini jedoch lä­chelnd ablehnt, und stattdessen beide Hände von

Adolf Hitler ergreift und lange auf das herz­lichste schüttelt. Dann wendet sich der Führer der Treppe seines Wagens zu und erscheint so­fort darauf am Fenster des Zuges, aus dem er unmittelbar vor der Abfahrt dem Duce noch einmal die Hand reicht. Dann seht sich der Zug langsam unter* den feierlichen klängen der na­tionalen Lieder der beiden Länder in Bewe­gung. herzlich und strahlend blickt der Duce dem Führer nach, immer wieder die Rechte zum Gruß erhebend, während der Führer noch lange das Ange des Duce.sucht.

An Mussolini.

In feiner Jugend hat Italien den sichersten Garanten seiner Größe.

Am Brenner, 10.2Hai. (DRB.-Funkspruch.) An den Duce sandte der Führer folgendes Tele­gramm:

Seiner Exzellenz, dem Duce Benilo Mussolini, Die Tage, die ich gemeinsam mit Ihnen in Ihrem herrlichen Lande verbringen konnte, ver­mittelten mir unauslöschliche Eindrücke. Ich bewundere Ihr gewaltiges Werk der Aufrü­stung des Imperiums. Ich habe das im Geiste des Faschismus erneuerte Italien im Glanze der Ihre Kraft besitzenden Wehrmacht gesehen. Ich erlebte die hervor­ragenden Leistungen Ihrer faschistischen Verbände. Vor allem aber haben es mir diese Tage ermög­licht, Ihr Volk, Duce, kennenzulernen, in sei­ner Jugend sehe ich den s i ch e r st e n Garan­ten für die Größe Italiens. Die Ideen- gemeinschafk der faschistischen und der nationalsozia­listischen Bewegung sind eine sichere Gewähr, daß sich die treue Kameradschaft, die uns beide verbindet, für immer auch auf unsere Völ­ker übertragen wird. Rehmen Sie nochmals meine herzlichsten Abschiedsgrüße und meinen Dank entgegen. Adolf Hitler."

Oie Ernte.

Es ist noch keine zwei Monate her, daß die deutsche Nation ihrem Führer eine Huldigung außergewöhnlichen Ausmaßes entgegenbrachte, als er aus dem wiedergewonneneu Lande Oesterreich heimkehrte und auf Grund eines geschichtlichen Ak­tes staatsmännischer Weitsicht und staatsmännischen Verantwortungsbewußtseins im Anschluß an den österreichischen Hilferuf zum Führer von 75 Millio­nen Deutschen geworden war. heute abend begrü­ßen wir wiederum Adolf Hitler bei der Rückkehr in die Heimat, nachdem sein Besuch in Italien eine Woche lang die Aufmerksamkeit der Welt auf5 stärkste beansprucht hat.

Es ist nicht möglich, zwischen den Ergebnissen jener beiden Reisen Adolf Hitlers einen Vergleich zu ziehen; sie liegen auf zwei völlig verschiedenen Ebenen. Eins aber ist beiden gemeinsam: auch diese Jtalienreise des Führers hat die politischen Scheuern Deutschlands wieder in einem Maße gefüllt, daß man im Rückblick auf dieses Frühjahr von einer Erntezeit sprechen kann. Denn genau wie im Falle Oesterreich wurde jetzt im Falle Italien am prak­tischen Beispiel für jedermann demonstriert, welch weitreichende Auswirkungen die von langer Hand vorbereitete und sorglich aufgebaute Befriedungs­politik Adolf Hitlers hat.

Gewiß, man braucht nicht die Augen davor zu schließen, daß Italien die äußerste Form politischer Vereinsamung zur Zeit des Sanktionskrieges ken­nen lernte, daß es sie heute noch unverändert in Erinnerung hat und daß es daher die loyale Hal­tung, Deutschlands während jener Zeit um so dank­barer verspürte. Aber verkennen wir auch ander­seits nicht, daß seit der Begründung der Achse Ber­lin-Rom und erst recht seit der Wiederangliederung Oesterreichs gewisse Staaten Himmel und Hölle in Bewegung setzten, um diese Achse anzufeilen; als sie sich dann für das diplomatische Werkzeug dieser Mächte als unangreifbar erwies, lancierte man das Gerücht, die Achse sei eben doch nicht mehr bruch­fest. Diese Machenschaften sind erst einige Tage alt, und wir Deutschen hätten nun zusammen mit unse­ren italienischen Freunden eigentlich Veranlassung, schadenfroh zu sein, wenn man das Ergebnis der Romreise des Führers und vor allem die staats­politisch hochbedeutsamen Ansprachen Adolf Hitlers und Benito Mussolinis vom Samstagabend betrach­tet. Denn die Ansprache kW italienischen Regie­rungschefs war eine einzige feierliche Bekräftigung jener italienischen Außenpolitik, die in der Begrün­dung der Achse BerlinRom gipfelte. Die Erklä­rung des Führers aber, wonach er in feierlichster Form die Unantastbarkeit der natürlichen Alpen­grenze nicht nur als politische Tatsache feststellt, sondern daraus ein Vermächtnis an die deutsche Nation macht, reißt den ganzen Wust außenpoli­tischer Spekulationen in Fetzen.

Die beiden Ansprachen waren geformt durch die tiefe Ueberzeugung der beiden Staatsmänner von der großen deutsch-ibqlienischen Mission in Europa. Es gab in diesen von hinreißenden Augenblicken er­füllten Tagen eine kleine Szene, die vielleicht stär­ker noch als alles andere zu den Staatsmännern wie zu den Völkern der übrigen Welt sprechen muß. Als nämlich am Samstagabend jene beiden An­sprachen beendet waren, traten Hitler und Musso­lini Hand in h a n d auf den Balkon hinaus, um dem stürmischen Verlangen der Volksmenge nach­zugeben, und der Orkan der Begeisterung, der bei diesem Anblick ausbrach, war zugleich die Bestäti­gung, die das italienische Volk jenem symbolischen Akt gab. Denn dieses Zusammengehen der beiden Volksführer Hand in Hand geschah nicht vor dem Hintergrund der Wehrmacht, die ihre Stärke und ihre Leistungsfähigkeit in so eindrucksvoller Form bargelegt hatte jetzt drunten in Italien wieim September hier in Deutschland bei den großen Webrmachtmanöoern, es geschah vielmehr un-

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Unser Bildtelegramm aus Florenz berichtet von dem Besuch einer Höhenstraße, wo dem Führer das Panorama der Stadt gezeigt wurde. Von links: Reichsmmister Frank der Duce der Führer, die Reichsminister Rudolf h e ß und Lammers, Relchsleiter Bouhler

* und Außenminister GrafCian 0, (Scherl-Büderdienjt.)

Die Kranzniederlegung in der Krypta der Gefallenen in der Kirche Santa Croce. Führer und Duce durchschreiten das Spalier der faschistischen Organisationen und der Ortsgruppe Florenz der Auslandsorganisation der NSDAP. (Bildtelegramm. Scherl-Bilderdienst.-M.)