Ausgabe 
10.2.1938
 
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Psst! Kein Wort mehr! Ich gehöre hierher und bleibe hier. Was Sie anbetrifft, das ist etwas an- deres. Sie haben für Macher getan, was Sie kann« ten. Und im übrigen Ihre Mission ist ja er­füllt."

Meine Mission?"

Ich hoffe", sagte Lisbeth langsam, sie war ans Fenster getreten und sah in den Hof hinab, als gäbe es da etwas zu entdecken,ich hoffe. Sie haben nicht vergessen, weshalb Sie eigentlich zu Machers kamen. Sie wollten mein Vertrauen gewinnen. Haben Sie es nicht?"

Lisbeth!" Er trat neben sie und wollte ihre Hand ergreifen,ich habe Ihr Vertrauen nicht in dem Maße, wie es mein sehnlichster Wunsch wäre!"

Lisbeth drehte sich um und entzog ihm chre Hand. Ihre Augen funkelten.Ich denke, Herr Stelling, mehr Vertrauen haben Sie von mir nicht zu for­dern, als daß ich Ja sage zu Ihnen und Ursel. Das war Ihr Wunsch, er ist erfüllt. Haben Sie von Ihrer zukünftigen Schwägerin noch mehr -u fordern?"

Stelling zog unwillkürlich die Hacken zusammen und verneigte sich. Er hatte sich wieder ganz in der Gewalt. Sein Gesicht verriet keinen seiner Gedan­ken.Nein", sagte er,mehr habe ich nicht zu for­dern. Ich danke Ihnen für die gute Kameradschaft, die Sie mir erwiesen haben, und für Ihr Ver­trauern." Er sah auf die Uhr.Ursel erwartet mich. Auf Wiedersehen!"

Sie fühlte noch feinen Händedruck, als sie ihn drunten über den Hof schreiten sah. Sie wandte sich schnell ab. Da stand Frau Macher in der Tür.Ist er fort, endgültig?" hörte sie fragen.

Ja, was sollte er denn hier noch tun?" Lisbeth hatte sich an den Schreibtisch gesetzt.

Frau Hedwig schlich näher und stellte sich hinter ihr auf, so, daß Lisbeth ihr Gesicht verbergen konnte.Tut's weh?" fragte sie.

Was sollte denn weh tun?"

Frau Macher fuhr ihr mit sanften Strichen übers Haar.Mädel", sagte sie mit einer Stimme, Die alle Härte verloren hatte,mir können Sie's ruhig sagen. Ich bin doch weder blind noch taub. Und Sie haben uns so viel geholfen. Sie halten uns die Treue. Sie gehören zu uns. Sie find mir nicht weniger lieb, wenn Sie einmal weniger stolz uns selbstbewußt erscheinen."

Es ist doch" sagte Lisbeth mit erstickter Stimme, wegen Ursel. Sie wissen doch alles, weshalb fragen Sie?"

(Fortsetzung folgt.)

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kasse stets zur genauen

(Nachdruck verboten.)

13. Fortsetzung.

1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, ausländische 12, Wirsing, XA kg 10 bis 15, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 18, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat, V10 9 bis 10, Tomaten, Vi kg 40 bis 45, Zwiebeln 9 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, V» kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, kg 12 bis 25 Pf., Birnen 10 bis 25 Pf., Hähne 1,20 Mark, Enten 1,20 Mark, Blumenkohl, das Stück 45 bis 60 Pf., Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15 Pf.

Provinzial-Pflegeanftalt (Altersheim)

Moltkeftraße/Ecke Kaiferallee

Ludwigsplatz

Liebigftraße/Ecke Ebelstraße

Frankfurter Straße/Ecke Hillebrandstraße

Walltorftraße/Ecke Asterweg

Steinstraße/Ecke Ederstraße

Am Oswaldsgarten

Stadtpost

Bahnübergang Gnauthstraße/Schiffenberger Weg

Marburger Straße/Ecke Schwarzlachweg

Ludwigstraße vor Einmündung Alicenstraße (Bahnunterführung)

Bahnhossplatz.

Räume für das$ aaleff en":

1. Gasthaus ,Zur Stadt Lich".

2. Cafö Leib.

3. Studentenheim.

4. Hotel Schütz.

5. Zeughauskaserne.

Im Dienste für das Winterhilfswerk ver­anstaltet am kommenden Sonntag, 13. Februar, die Wehrmacht auch in unserer Gar­nison Gießen ein großes Eintopfessen, dessen Ertrag bei der Bewältigung der dringlichen Auf­gaben des Winterhilfswerks wirksame Hilfe leisten soll.

In mehr als 20 Feldküchen und außerdem in den feststehenden Kochkesseln unserer Kasernen werden die Soldatenköche und Kochfrauen am nächsten Sonntag das Mittagessen nicht nur für die Sol­daten bereiten, sondern auch für hoffentlich! einige tausend Gießener Familien.

Aus allen Feldküchen und Kochkesseln gibt es Erbsen mit Speck. JederSchlag" kostet 0,50 Mark.

Die Derpflegungsverwaltung unserer Garnison hat sich auf rund 9000 Portionen Erbsen mit Speck allein für die Zivilbevölkerung eingerichtet. Für die Ver­pflegung "der Zivilisten mit dieser schmackhaften Feldküchensuppe sind 18,20 Zentner Erbsen, 16,80 Zentner Speck und 72 Zentner Kartoffeln notwendig. An Zutaten sind 4,20 Zentner Suppengrün, 21 Pfund Tomatenmark und 32 Pfund Gewürze er­forderlich. Mit den Soldatenköchen und Kochfrauen bemüht sich eine große Zahl von Helfern und Helfe­rinnen um die schmackhafte Zubereitung des Esiens.

Von 11 Ahr ab können dieSchlage" an allen Feldküchen in Empfang genommen werden.

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Marktstraße 8, 1. Stock ei3A Kein Laden

Weitere Ausführungen sollen hier unterbleiben, damit keine Unübersichtlichkeit Platz greift, denn bei Zweifelsfragen ist die in Frage kommende Kranken- * " " ' ^uskunftserteilung bereit.

H. H.

Oie Mädchen aus der Burgstraße

Roman von Hilde X Lest.

Freiwillige Weiierversicherung bei der Krankenkaffe.

oder nach Beendigung der Kassenleistungen an­zeigen ..."

Diese Frist muß also unbedingt eingehalten wer­den. Sie beginnt mit dem Ausscheiden aus dem Be» schäftigungsoerhältnis und nicht, wie von vielen Volksgenossen angenommen wird, mit dem Tage der Abmeldung durch den Arbeitgeber.

Wird während einer bestehenden Arbeitsunfähig­keit das Arbeitsverhältnis gelöst, dann läuft tote 3-Wochenfrist nach Beendigung der Kassenleistungen, denn in diesem Falle zählt die Zeit der Arbeitsun­fähigkeit noch als Mitgliedszeit.

Tritt jeboef) nach Beendigung des Arbeitsverhält­nisses eine Arbeitsunfähigkeit ein, für die die feit*

Der Professor war ein riesengroßer Kerl mit breiten Bauernfäusten, die offensichtlich zupacken konnten. Als ihm Herr Macher Rede stand, sah es aus, als sage ein Schulbub dem Herrn Lehrer, ein Gedicht auf. Der Professor unterbrach das Ge­dicht.

Kennen wir alles, Herr Macher, dafür hat sich der Stelling schlaflose Nächte gemacht. Wenn Sie Ihre Erfindung ganz genau kennenlernen wollen, emp­fehle ich Ihnen die Lektüre seines lesenswerten Werkes."

Er öffnete kurzerhand die Türen, betrat auch bas Kinderzimmer, wünderte sich nicht im mindesten, holte mit der größten Selbstverständlichkeit eine Tafel Schokolade aus der Tasche, zerbrach sie in vier mathematisch genau gleiche Teile, verteilte sie und war schon wieder draußen, ehe Frau Hedwig Zeit fand, dem Jüngsten die Nase zu putzen.Die Iöhren sind in Ordnung", sagte er.Nun zeigen Sie mir den Kessel."

Ehe er eine Antwort hörte, stand er schon im Laboratorium, nahm ein paar Einzelteile in die Hand, balancierte auch den Oelbrenner in der Rech­ten, als fei er eine Nippesfigur, sagteganz sau­ber!", drehte sich um, wuchtete zur nächsten Tür, sah sich in der Küche und schnob endlich:Den Kessel, meine Herren, den Kessel!"

Stelling unternahm es, ihn aufzuklären.

Stop", sagte der Professor nach wenigen Sätzen. Den Rest kenn ich. Erfindung halb fertig, schon verscherbelt, Vorschuß auf den Millionengewinn ge­nommen, Gläubiger machen den Sack zu fertig, erledigt, aus! Immer dasselbe, meine Herren Er­finder."

,Ha", sagte Frau Hedwig bitter,weil leider auch Erfinder was zu ejjen haben müssen!"

Schweigen Sie doch um Gottes willen!" raunte ihr Stelling zu Aber der Professor winkte ab.Sie hat ja recht, natürlich hat sie recht. Sie vergessen immer nur das eine, daß die Genialität gerade dort aufhört, wo das Leben beginnt. Auch ein Genie ist verpflichtet, vernünftig zu denken. Wirtschaft, Horatio! Verstehen Sie mich. Sagen Sie", er sah sich im Kreis umist denn niemand da, der mir diese wahrscheinlich entsetzlich

9000mal Erbsen mit Speck für Zivilisten.

Oie Feldküchen der Soldaten nehmen den Hausfrauen am Sonntag die Sorge um das Mittagessen ab. - 48 Ztr. Erbsen, 72 Ztr. Kartoffeln und 46 Ztr. Speck in der Suppe.

wer sich also die Blühe des Heimtragens er­sparen will, der kann bei diesemSaal-Essen" feinenSchlag" verzehren. Für das Speisen außerhalb des eigenen Heims muh sich jeder­mann natürlich einen Löffel selbst mitbringen. Unsere Hausfrauen mögen sich nun die Stand­plätze der Feldküchen nach der hier folgenden Heber« sicht einprägen, damit sie am kommenden Sonntag von vornherein genau wissen, wo sie denSchlag' in Empfang nehmen können.

Die Feldküchen stehen zur Essenausgabe bereit an:

Universität (Ludwigstraße)

Seltersweg Torhäuschen (Kettenplatz) Frankfurter Straße/Ecke Wetzlarer Weg Marktplatz

Lindenplatz

Kreuzplatz

Marktftraße/Ecke Neustadt

Hotel Schütz

Oie Einbrecher-Autos gefunden.

LPD. Frankfurt a. M., 9. Febr. Die beiden Autos, die in den Nächten zum 3. und 5. Februar von den Schaufenstereinbrechern zu ihren Diebesfahrten durch die Frankfurter Innen­stadt verwendet wurden, sind von den Dieben stehen­gelassen und inzwischen den Besitzern wieder aus« gehändigt worben. Der von den Einbrechern in den frühen Morgenstunden des Samstags benutzte Kraftwagen war in einer süddeutschen Großstadt gestohlen worben. Die Täter haben ihn in Wies- baben stehengelassen. Es handelt sich nicht, wie mehrere Zeugen angegeben hatten, um einen Auto-Union- Wagen, fonbern um ein Mercebes-Benz-Kabriolet aus dem Jahre 1934.

Um bei starkem Andrang an einer Feldküche und bei schwächerer Nachfrage an einer anderen eine Ausaleichsmöglichkeit bei der Suppenausgabe zu schaffen, ist ein Radfahrer-Nachrichtendienst vorge­sehen, der bei jeder Feldküche bereitsteht und im erforderlichen Augenblick rechtzeitig losflitzen kann, um weitere Zufuhr heranzuholen, entweder von der Essen-Nachschubstelle aus ober unter Heranziehung einer anderen, nicht mehr aufgesuchten Feldküche.

Dadurch sollen alle verfügbaren Essenporlionen an die Bevölkerung herangebrachl werden, so dah es also nicht vorkommen kann, daß an einzelnen Stellen kein Essen mehr vorhanden ist, wahrend andere Feldküchen noch halb ge­füllt sind, ohne ihren Vorrat verkaufen zu können.

In Speiseträgern (großen Behältern) wird die Nachschub-Zentralstelle in der Zeughauskaserne fort­laufend umfangreiche Vorräte bereithalten, damit nirgend Mangel eintreten kann. Wer selbst kein Geschirr zum Empfang des Essens an die Feld­küche mitbringt, kann dort Gefäße aus Hart­papier, je eine Portion fassend, haben, die sich u. a. im vorigen Jahre bei dem 116er-Fest bei der Ausgabe der Essenportionen bewährt haben. Jedes dieser Eßgefäße kostet fünf Pfennig.

Man kann seine Erbsen mit Speck aber nicht nur an der Feldküche in Empfang nehmen, um sie von dort zum Verzehren nach Hause zu bringen, son­dern es ist auch dafür gesorgt, baß man in Sälen von Gast stätten usw. gemeinsam essen kann, ohne dabei zum weiteren Verzehr gezwungen zu sein.

herige Kasse noch Leistungen zu gewähren hat, so zählt diese Zeit nicht mehr als Mitgliedszeit. In diesen Fällen beginnt also die Frist zur Antragstel­lung mit dem Tage des Ausscheidens aus dem Ar­beitsverhältnis.

verworrene Geschäfts- und Patentlage auseinanber- polken kann? Die fehlt nämlich in Ihrem Bericht, Herr Stelling!"

Ich!" sagte Lisbeth.

Der Professor sah sie erstaunt an, als bemerkte er ihre Anwesenheit erst jetzt, zwei Sefunben währte diese Prüfung, bann sagte er:

Endlich ein vernünftiger Mensch kommen Sie!" Er folgte ihr ins Büro unb schloß bie Tür.

Lisbeth berichtete, ruhig, sachlich, klipp unb klar. Wenn sie sich vorgenommen hatte, etwas zu be­schönigen, manches zu verschweigen, sie konnte es nicht unter bem Blick biefer Augen, die einen Ge­danken ergrünbeten, ehe er ausgesprochen war.

Genügt", sagte ber Professor nach einer Viertel- stunde.Also: Patente unb Modell an ben Bu- kofzer, biefen Schweinehund oerpfänbet. Dazu noch Wechsel gegeben, bie jetzt bei Dritten herumschwir­ren unb zu Protest gehen. Unb Macher wie Stel­ling stellen sich nun vor, sie kämen aus diesem Durcheinander heraus mit neuen Patenten, auf ge­nialen Schleichwegen. Ist doch so?"

Ja, es ist so", sagte Lisbeth und fand kein Wort der Verteidigung.

t,Unb Sie glauben auch, daß das geht?"

Nein, ich glaube es nicht."

Vernünftiges Mädel. Zu schade hier. Na, wollen mal sehen. Was aber ben Macher anbetrifft bie Sache ist gut, aber sie gehört nicht ihm. Rund her­aus gesagt, sie gehört bem Bukofzer, bem Schweinehunb. Unb nun antworten Sie mir ehrlich, Fräulein ..."

Lenz."

Fräulein Lenz: kann ich, Hauschild, vor meinen Verein hintreten unb sagen: Ich empfehle euch, mit einem Herrn Bukofzer zu verhanbeln, bamit er gnä« bigft gestattet, baß wir sein Patent weiterent­wickeln? Kann ich vielleicht meinem Geheimrat Lösch zumuten, daß er sich mit Bukofzer an einen Tisch setzt? Kann ich bas?"

Nein", sagte Lisbeth, traurig das Haupt senkenb, bas können Sie nicht."

Dann find wir leiber fertig. Ich muß Macher onheimstellen, feine Sachen in Orbnung zu bringen. Dann mag er sich roieber bei mir meßen. Sagen Sie ihm bas." Er erhob sich. In ber Tür wanbte er sich nochmals um.

Was Sie betrifft, ich kann Sie als Sekretä­rin im Verein gebrauchen. Gehälter sind, wie Sie sich benken können, recht anftänbig. Wollen Sie?"

Lisbeth sah ihn erstaunt an.Jetzt, gerabe jetzt, wo Machers alle Hoffnung verlieren müssen? Un­möglich!"

»Also doch = auch ein bißchen genial?" Hau-

schilb tippte sich an die Stirn.Ober sagen wir lieber ... zu anständig für ben menschlichen All­tag?" Er reichte ihr bie Hanb. -Auf Wiebersehen, Fräulein Lenz, und Sie können ja immer noch bei mir anrufen." Dann polterte er hinaus.

Stelling und die Machers traten ein.Ich habe es nicht anders erwartet", sagte Macher gleich­mütig,es ist ja immer dasselbe. Diese Herren, die ein wundervares sorgloses Dasein führen, haben keine Ahnung davon, was Lebenskampf ist. Für sie ist Not eine schmutzige Sache, die man nicht einmal mit der Feuerzange anpackt."

Unsinn!" fuhr ihm Stelling in die Rede.Hau­schild ist der letzte, dem man Hochmut oder Stan­desdünkel nachsagen könnte. Aber Ihre Not, Herr Macher, ist nicht gleichbedeutend mit Ihrem Ge­schäftsgebaren. Man muß sich nicht gleich einem Wucherer verschreiben; für die Pellkartoffeln langt es auch so."

Streitet euch nicht", sagte LisbethsSie, Herr Stelling, werden Herrn Macher nicht ändern, er hat nun einmal keinen Sinn für das Geschäftliche, dafür ist er Erfinder. Und Sie, Herr Macher, wer­den wohl ewig auf Ihren berühmten Pellkartoffeln fitzenbleiben, denn ich sehe jetzt, daß Sie keinen Schritt weiterkommen."

Heißt das, daß Sie uns jetzt verlassen wollen?" fragte Macher unsicher. Lisbeth tippte an ihre Stirn, genau so, wie es fünf Minuten vorher Hau­schild getan hatte. Daraufhin sagte Frau Hedwig: Na, dann is 's ja jut ...", packte ihren Mann unb zog ihn zur Tür hinaus.

Die beiben jungen Leute blieben allein.Das wäre also mein Abschied", sagte Stelling.Und Sie wollen wirklich noch weiter hierbleiben?"

Finden Sie es nicht selbstverständlich, daß ich bleibe? Wäre es nicht verantwortungslos, diese beiden Leute jetzt zu verlassen?"

Man muß auch an sich denken."

Möglich Sie sind ein Mann. Sie haben eine Karriere vor sich. Aber eine Frau hat andere Pflich­ten als bas Gelboerbienen."

Gewiß. Nur erfüllt sie biefe Pflichten kaum '^n ber Schreibmaschine."

Die Schreibmaschine ist Mittel zum Zweck. Sie wissen, baß ich hier mehr bin als eine Bürokraft. Wollte ich nicht mehr sein, so konnte ich fteilich auch bie Stelle übernehmen, bie mir Hauschilb an- geboten hat."

Stelling sah sie überrascht an.Wirklich?" Er trat auf sie zu.Lisbeth!" sagte er bittenb,kom­men Sie zu Hauschilb. Sie und ich bet Hauschild! Wir würden gut Zusammenarbeiten--"

♦♦ Reifeprüfung im Gymnasium. Un­ter Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. Wolke- w i tz fand am 8. und 9. Februar bas Maturum statt. Von insgesamt 27 Schülern wurden 8 befreit, während 1 Schüler bas Examen nicht bestand.

** Musikalische Abends eier in ber Johanneskirche. Die nächste musikalische Abenbfeier mit einer Bach-Kantate und Werken für Chor und Solostimmen von Hch. Schütz findet Sonntag, 20. Februar, statt.

** Jahreshauptversammlung der Kavallerie ° Kameradschaft Gießen. Zur Jahreshauptversammlung der Kaoalleriefame- radschast Gießen fand sich am Sonntag eine statt­liche Zahl Kameraden im Saale des Gasthofs Faul- stich ein. Neben den auswärtigen Mitgliedern, die fast restlos erschienen waren, nahmen auch viele Ehrenmitglieder teil. Kameradschaftsführer Ernst Hartmann gedachte zunächst der im Laufe des verflossenen Jahres Heimgegangenen Kameraden, sowie aller derer, die für des Vaterlandes Befrei­ung bluteten und starben. Kassenführer Rohrbach erstattete Bericht über die Vermögenslage der Ka­meradschaft. Die Kasse bot ein erfreuliches Bild der Weiterentwicklung. Nach (Erteilung ber Entlastung durch ben Kameradschaftsführer erhielt Kam. Rohr­bach Dank unb Anerkennung für seine vorbildliche Tätigkeit. Nach Ausführungen des Kamerad­schaftsführers über ben im Sommer stattfindenden 8. Waffentag der Deutschen Kavallerie zu Erfurt erfolgte die Ergänzung des Vorstandes durch Er­nennung des Kameraden Keuper. Die übrigen Kameraden ernteten Dank und Anerkennung für die im letzten Jahre geleistete Arbeit. Inzwischen waren die Kameraden des Reiterzuges JR. 116, die als Gäste geladen waren, eingetroffen, ebenso auch bie Familienangehörigen der Mitglieder und ver­brachte man noch einige Stunden bei kameradschaft­licher Unterhaltung.

** Aushändigung von Postsendun- gen an unbekannte Empfänger. Für ge­wöhnliche Pakete, Einschreibbriefsenbungen sowie für versiegelte und unversiegelte Wertpakete, Post- und Zahlungsanweisungen bis zum Wert- oder Geldbetrag von 100 Mark gelten als vollgültige Ausweispapiere von Behörden und von der NSDAP., ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden für bestimmte Personen ausgestellte Ausweispapiere, die ein beglaubigtes Lichtbiß unb die eigenhändige Unterschrift des Inhabers ent« hatten. Bei Sendungen mit höherer Wertangabe ober über höhere Beträge als 100 Mark werden, wie bisher, nur solche Ausweispapiere als voll­gültig angesehen, die außer den vorerwähnten beiden Erkennungsmerkmalen noch eine Personen­beschreibung enthalten.

* Unfälle. Der 32jährige Arbeiter Richard Strobel erlitt bei feiner Arbeit an den Kipp­wagen schwere innere Verletzungen. Der bei der Reichsautobahn beschäftigte 24jährige Arbeiter Otto Lotz erlitt schwere Prellungen und Quetschungen an der Brust und im Rücken. Eine 60jähriae Frau, wohnhaft im Asterweg, kam in ihrer Woh­nung zu Fall unb zog sich dabei einen Oberschenkel­bruch zu. Die Verunglückten mußten in die Chirur­gische Klinik gebracht werden.

14000 Mark Steuerstrafe.

Lpd. Lauterbach, 9. Febr. Das Finanzamt Lauterbach gibt bekannt, daß ber Karl Valentin Döring in Wallenrod wegen Hinterziehung von Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Vermögens­steuer, Gewerbe- unb Kirchensteuer rechtskräftig mit 14 000 Reichsmark Steuer strafe belegt worden ist. _____________

Zur Ausgabe der Suppe hat jede Feldküche einen bestimmten Platz zugewiesen er» halten. Dadurch soll Gewähr dafür geschaffen wer- den, daß die Bewohner aller Stadtteile ohne großen Anmarsch das Essen von den F<^ küchen abholen können. Auf dem Marsch der Fi küchen zu ihren Standplätzen darf vorher fein Essen verabreicht werden. Diese Anordnung hat den Zweck, Sicherheit dafür zu schaffen, daß die Feldküchenkessel an den Standplätzen auch wirklich noch voll sind und Vorkommnisse vermieden wer­den, die im vorigen Jahre mancher Hausfrau unb ihrer Familie eine bittere Enttäuschung verursacht hatten. Man wirb also diesmal mit Sicherheit dar- auf rechnen können, daß man an den Standplätzen der Feldküchen seinenSchlag" erhält.

Die Praxis zeigt immer wieder, daß bei vielen Volksgenossen über die Bestimmungen der freiwil­ligen Wefterversicherung in der Krankenversicherung noch viel Unklarheit herrscht. In vielen Fällen sind die Voraussetzungen für eine derartige Versicherung unbekannt. Auch wird nicht beachtet, daß bie An­tragstellung durch eine gesetzliche Frist begrenzt ist. Gerade diese Fristbestimmung ist schon vielen zum Verhängnis geworden, da die Anträge zu spät ge­stellt waren und somit abgelehnt werden mußten.

Da nun eine Wmterarbeit, und zwar die Holz­hauerei, in Kürze beendet sein wird, sollen noch­mals in kurzen Umrissen die wichtigsten Bestim­mungen der Weiterversicherung hier wiedergegeben werden, damit jeder, der aus einer versicherungs­pflichtigen Beschäftigung ausscheibet, weiß, was er im Falle einer freiwilligen Weiterversicherung zu tun hat. Gerade in der Holzhauerei sind viele kleine Landwirte und Gewerbetreibende ben Winter über beschäftigt, bie in ber übrigen Zeit des Jahres ihrem eigenen Berufe nachgehen unb in dieser Zeit feiner Krankenversicherungspflicht unterliegen. Für diese Volksgenossen ist hier die beste Gelegenheit gegeben, um für sich und ihre Familien gegen Krankheits­fälle einen Versicherungsschutz zu schäften.

Zunächst die gesetzlichen Voraussetzun­gen für bie freiwillige Weiterver- sicherung. Hierzu schreibt § 313 der Reichsver­sicherungsordnung vor:

Scheidet ein Mitglied, bas auf Grund ber Reichs­versicherung ober bei dem Reichsknappschaftsverein in ben vor angegangen en 12 Monaten, mindestens 26 Wochen oder unmittelbar vorher mindestens sechs Wochen versichert war, aus der versicherungspflich­tigen Beschäftigung aus, so kann es in seiner Lohn- stufe oder Klasse Mitglied bleiben, solange es sich regelmäßig im Inland aufhält ..."

In der Regel ist es so, daß vor dem Ausscheiden bie Beschäftigungszeit 6 Wochen überschritten hat, wodurch die Voraussetzungen erfüllt sind. Jedoch ist zu beachten, daß die Zeit ohne Unterbrechung zu­rückgelegt sein muß.

Kommen kürzere Beschäftigungsperioden in Frage, so müssen diese in den letzten 12 Monaten vor der Antragstellung mindestens 26 Wochen er­geben, andernfalls besteht keine Möglichkeit zur Weiterversicherung. Hier ist eine zusammenhän­gende Beschäftigungszeit nicht erforderlich.

Nun zu der Frist der A n tra g ft eU u n g. Hierzu besagt § 313 der RDO. weiter:

Wer Mitglied bleiben will, muß es der Kasse binnen 3 Wochen nach dem Ausscheiden