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dann über Biskra wieder nach Algier. Die Teil­nehmer am Wüften-Rundflug, unter ihnen auch die drei deutschen Messerschmitt-Flugzeuge, sind auf dem Zwischenlandeplatz El Golea (Algerien) einge­troffen. Die an dem Hoggar-Flug teilnehmende, von dem Franzosen M o u r i e r gesteuerte Ma­schine stürzte auf dem algerischen Flugplatz El Go­lea aus geringer Höhe ab. Die beiden Insassen erlitten lebensgefährliche Verletzungen.

Frost in Norditalien. Frühling an der Riviera.

Die Kältewelle in Norditalien ist stellenweise im Abflauen begriffen, hält aber an einigen Orten noch mit unverminderter Schärfe an. So herrschen in Trentino und in den Alpentälern oberhalb des Eomer Sees noch Temperaturen von 15 bis 20 Grad. In dem Alpenort Livigno wurden nicht weniger als 30 Grad Kälte gemessen. In Trentino schlug Molino mit 26 Grad unter Null den Tiefen­rekord, Faenza hatte mit minus 11 Grad die nie­drigste Temperatur seit 50 Fahren aufzuweisen. In Florenz ist reichlich Schnee gefallen und auch in Mailand sind die Straßen von einer dünnen Schnee­decke überzogen. Dagegen ist an der westlichen Ri­viera das schönste Frühlingswetter einge­

zogen. Unweit Genuas stieg die Quecksilbersäule be­reits auf 14 Grad Wärme.

Donauhochwasser bedroht rumänische Städte.

Da durch den starken F r o st der Donauarm Sulina vollständig vereist ist, suchen die Wasser der Donau ihren Weg durch den Arm Chilia und ge­fährden die an diesem Arm gelegenen rumänischen Städte Neu-Chilia und Valcoy. Da von Dalcoy bereits zwei Drittel unter Wasser stehen, haben die Einwohner die Stadt aus Anordnung der Behörden zum größten Teil bereits verlassen. Die Behörden haben alle Maßnahmen zur Unterstützung der von Hunger und Krankheit bedrohten Bevölkerung er­griffen. Ein Eisbrecher, der vom Meer aus Dalcoy erreichen wollte, ist steckengeblieben. Auch die weiter oberhalb gelegene Stadt Ismail erscheint bedroht.

Drei Todesopfer eines Lastwagenunfalls

in Frankreich.

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in einer Ortschaft unweit von Epinal. Infolge der völlig vereisten Straße geriet ein schwerer Last­kraftwagen ins Schleudern und fuhr in eine Fuß­gängergruppe hinein. Drei Personen, eine Mutter mit ihren beiden Söhnen, waren auf der Stelle tot.

Sonne, Mond und Sterne...

Astronomische Vorschau auf das Jahr 1938.

Von Dr. Erwin Kossinna.

In unvorstellbaren Entfernungen ziehen die Himmelskörper ihre leuchtende Bahn am Firmament. Jahrhundertelanger Beobachtung hat es.bedurft, um in den verschlungenen Wegen der Wandelsterne das Gesetzmäßige zu erkennen und vom Zufälligen zu trennen, so daß auf Grund der Aufzeichnungen vieler Generationen die Vorausberechnung kom­mender Himmelserscheinungen möglich wurde. In den Tafeln der astronomischen und nautischen Jahr­bücher sind die jeweiligen Stellungen der Gestirne, allerdings in mathematischer Form, verzeichnet; aus ihnen können wir alle wichtigen Himmels- erscheinungen des Jahres 1938 ent­nehmen.

Sichtbarkeit der Planeten.

Obwohl der Merkur ein recht heller Stern ist, kennen ihn die meisten nur aus astronomischen Schriften, wenige haben ihn wirklich gesehen. Die Schwierigkeit, Merkur aufzusuchen, beruht auf feiner ständigen Sonnennähe. Er bleibt stets in dem hellen Dämmerüngsbogen, der nach SNnnenunter- gang am Westhimmel und vor Sonnenaufgang im Osten 'zu sehen ist. Merkur geht selten mehr als eineinhalb Stunden vor der Sonne auf oder nach ihr unter. Wir können den Planeten demnach immer nur in geringer Höhe über dem Horizont erblicken, wo jedoch sein Licht häufig durch Dunst- schichten so geschwächt wird, daß alle Bemühungen vergeblich sind. Um Merkur zu sehen, müssen wir daher die Zeiten wählen, an denen er, von der Erde aus betrachtet, am weitesten von der Sonne nach Westen oder Osten ausschwingt. Dies ist Ende März, Anfang April der Fall. Bei größter östlicher Ausschwingung geht Merkur eineinhalb Stunden nach der Sonne unter und ist tief im Westen als Stern erster Größe sichtbar. Am 2. April, etwa drei­viertel Stunde nach Sonnenuntergang, wird das Aufsuchen Merkurs, bei dem wir uns zweckmäßig eines Fernglases bedienen, besonders erleichtert durch den Umstand, daß Merkur zwischen der unter

ihm befindlichen viel helleren Venus und der jungen Mondsichel steht. Eine ähnlich günstige Stellung nimmt Merkur Mitte September sowie Ende De­zember ein, jedoch am Osthimmel, wo er eine Stunde vor Sonnenaufgang erscheint.

Venus ist in den ersten Monaten des Jahres unsichtbar, da sie hinter der Sonne steht. Erst im März beginnt sie sich langsam loszulösen aus der hellen Umgebung der Sonne. Mit steigendem Glanz beherrscht sie bartn von April bis Oktober als Abendstern den Westhimmel. Die Zeit ihrer längsten, zwei Stunden überschreitenden Sichtbak- keitsdauer währt von Anfang Mai bis Ende Juni. Ende November erscheint der Planet wieder am Osthimmel als Morgen st ern, der Mitte De­zember bereits drei Stunden vor der Sonne auf­geht. Kurz vor Jahresschluß erreicht Venus ihre größte Helligkeit, die Öre der Kapella im Fuhrmann um mehr als 4,5 Größenklassen ober das 70fache übertrifft.

Mars ist in diesem Jahre ein recht unschein­bares Objekt. Wir finden ihn bis Anfang Mai am Südwesthimmel, wo er zwischen 21 und 22 Uhr Ortszeit untergeht. Er entfernt sich bis zu seinem Verschwinden im Mai immer mehr von der Erde; sein Abstand wächst von 248 Millionen Kilometer am 1. Januar auf 398 Millionen Kilometer Ende Juli, wenn der Planet hinter der Sonne steht. Nach einigen Monaten der Unsichtbarkeit taucht Mars Ende September wieder am Osthimmel auf.

Der majestätische Jupiter wird erst Ende März im Osten sichtbar. Sein Aufgang, der Ende April zwei Stunden vor der Sonne erfolgt, verfrüht sich mehr und mehr. Im Juni erscheint er bereits um Mitternacht, im August schon kurz nach Sonnen­untergang und beherrscht dann während der ganzen Nacht den Südhimmel. Am 21. August tritt er in den Gegenschein zur Sonne; er nähert sich gleich­zeitig der Erde bis auf 600 Millionen Kilometer. Es ist der günstigste Zeifpunkt zur Beobachtung der

vier großen Jupitermonde, deren Bewegung um den Planeten schon in einem guten Feldglas sichtbar wird.

Den ringgeschmückten sS a t ut n finden wir zu Beginn des Jahres in den frühen Abendstunden am Südwesthimmel. Anfang März verschwindet er, um im Juni im Osten wieder zu erscheinen. Die Zeit seiner befall Sichtbarkeit liegt im Herbst, da er am 8. Oktober in den Gegenschein zur Sonne tritt. Sein Abstand von der Erde beträgt dann 1265 Millionen Kilometer, welche der Lichtstrahl in 70 Minuten zurücklegt. Die Planeten Uranus und Neptun sind nur im Fernrohr erkennbar. Uranus bewegt sich im Sternbild des Widders, Neptun im Löwen.

Nicht selten ereignete es sich, daß zwei Planeten, von der Erde aus betrachtet, sich scheinbar begeg­nen, was zu hübschen Konstellationen Veranlassung gibt, zumal wenn noch die Mondsichel ganz in der Nähe vorbeizieht. Am 2. Februar sehen wir Mars dicht am Saturn vorüberwandern; am 1. Mai bil­den Mars und Venus mit der feinen Mondsichel eine reizvolle Konstellation. Am 16. September tref­fen sich Merkur und Mars am Morgenhimmel; dicht über beiden Planeten steht der Königsstern Regu­lus im Großen Löwen.

Sonnen- und Mondfinsternisse.

In Mitteleuropa ist nur die totale Mond­finsternis am 7./8. November sichtbar. Der Mond durchläuft den Kernschatten der Erde von Westen nach Osten. Wir sehen daher den dunklen Erdschatten von links nach rechts über die Mond­scheibe wandern. Die Verfinsterung beginnt am lin­ken Mondrand um 21.12 Uhr und endet am rechten Rand um 1.12 Uhr. Die vollständige Verfinsterung der Mondscheibe dauert von 22.45 Uhr bis 0.07 Uhr. Bei klarer Luft erscheint der Vollmond dann in kupferrotem Licht.

Die vollständige Mondfinsternis am 14. Mai ist nur in Amerika, im Gebiet des Atlantischen und Stillen Ozeans sichtbar. Auch die Totalitätszone der Sonnenfinsternis vom 2$. Mai verläuft ganz durch den Südatlantischen Ozean. Das seltene Schauspiel einer Sonnenfinsternis ist bekanntlich stets auf einen schmalen Streifen beschränkt, da nur die Spitze des Schattenkegels des Mondes die Erdober­fläche streift. Am 21./22. November findet endlich noch eine Teilverfinsterung der Sonne statt, deren Sichtbarkeit jedoch auf das Nordpolargebiet be­schränkt ist.

Oer Lauf der Sonne.

In Mitteldeutschland steigt sie zu Anfang des Jahres nur 16 Grad über den Horizont. Erst im Februar beginnt die Sonne rascher zu steigen, über­schreitet am 21. März 8 Uhr den Himmelsäquator (Frühlings-Tag- und Nachtgleiche) und erreicht am 22 Juni, dem Tag der Sommersonnenwende, um 3 Uhr den nördlichsten Punkt ihrer Bahn. In diesen Tagen beträgt ihre Mittagshöhe in Mitteldeutsch­land rund 63 Grad. Die Tageslänge übersteigt 16 Stunden. Nun wendet sich die Sonne wieder dem Süden zu. Zuerst kaum merklich, dann immer rascher nehmen die Tage ab. Am 23. September 18 Uhr tritt die Sonne wieder auf die südliche Hlm- melshälfte über (Herbst-Tag- und Nachtgleiche) und gelangt am 22. Dezember 13 4Ihr zum südlichsten Punkt einer scheinbaren Bahn (Wintersonnen­wende).

Die Sonne bewegt sich am Himmel nicht mit gleichförmiger Geschwindigkeit; sie geht vielmehr bald etwas, vor, bald bleibt sie etwas zurück und 1

ist daher für unsere Zeitmessung keine geeignete Uhr. Es besteht also ein Unterschied .zwischen der wahren ©onnen^eit und der mittleren Ortszeit, die sog. Zeitgleichung. Wenn es Mitte Februar nach mittlerer Ortszeit 12 Uhr sein würde, dauert es noch 14Minuten, bis die Sonne ihre größte Mittagshöhe im Süden erreicht hat. Die Nachmit­tage sind daher um den doppelten Betrag, rund eine halbe Stunde, länger als die Vormittage. Um­gekehrt verhält es sich im November, wenn die Sonne um 16% Minuten der mittleren Ortszeit vor­aus ist. Auf der Zeitgleichung beruht es, wenn wir im Januar und Februar die Zunahme der Tages­länge hauptsächlich nachmittags bemerken, desglei­chen im November das Kürzerwerdrn der Tage am Nachmittag weit stärker als am Morgen.

Wetterbericht.

Europa ist von einem ausgedehnten Tiefdruck­gebiet überlagert, dessen Zentrum über England liegt und Temperaturstand von 735 aufweist. Die Luftströmungen sind daher allgemein sehr lebhaft, und sie werden unserem Gebiet überwiegend Mee­resluft bringen, gelegentlich aber auch etwas warme Luft zuführen. In den Niederungen herrscht da­her Tauwetter, während die Gebirge über 600 Me­ter Höhe meist noch Frost aufweisen und die Nie­derschläge überwiegend als Schnee fallen. Die un­beständige Witterung hält vorerst an.

Aussichten für Dienstag: Veränderliche Bewölkung mit meist schauerartigen Niederschlägen, in den Niederungen Tauwetter, lebhafte westliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Bei Zufuhr äus West Fortdauer der zu Niederschlägen neigen­den Witterung in den Niederungen, Temperatur meist über 0 Grad.

Lufttemperaturen am 9. Januar: mittags 5,6 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 10. Januar: morgens 1,6 Grad. Maximum 6,0 Grad, Minimum 1,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Januar: abends0,2 Grad; am 10. Januar: morgens0,2 Grad. Niederschläge 3,5 mm. Sonnenschein­dauer 1,2 Stunden.

Wintersport-Wetterbericht.

Rhön (Wasserkuppe): Nebel,2 Grad, Gesamt­schneehöhe 104 Zentimeter, Neuschnee 4 Zentimter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Taunus (Kleiner Feldberg): Nebel,2 Grad, Gesamtschneehöhe 42 Zentimeter, Neuschnee 2 Zenti­meter, Ski und Rodel gut. (Großer Feldberg): Nebel,2 Grad, Gesamtschneehöhe 45 Zenti­meter, Neuschnee 3 Zentimeter, Ski und Rodel sehr gut.

v Schwarzwald (Fe Id berg):) Leichter Schnee­fall, 5 Grad, Gesamtschneehöhe 60 Zentimeter, Neuschnee 20 Zentimeter, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. .___________________________________

Hauptschkiftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder:

** Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; , für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XII. 37: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,Ö5 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Gelernter

SAMU.IWM 84 Jahre, ledig, beide Gesellen­prüfungen mitGut" bestanden, mit Motorrad, sucht sof. ob. spater f.kurze Zeit, evtl.läng.od.dauernd Beschäftigung od. auch sonst.Arbeit Georg Brüchner oss Oberkleen (über Butzbach)

ist Freitag nacht im gesegneten Alter von 94 Jahren sanft entschlafen.

136D

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 11. Januar, nachm. 2 Uhr von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt. Beileidsbesuche dankend abgelehnt.

Im Namen der Familie:

Adele Streng, geb. Tillmanns Irmgard Streng Errty Mettenheimer.

Statt besonderer Anzeige.

Unsere liebe Schwiegermutter und Großmutter, meine gute Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Elisabeth Streng, geb.Mettenheimer

Witwe des Geh. Hofrats Prof. Dr. August Streng

Dessau, z. Z. Gießen (Alicenstraße 22) , --- ---------------------, den 10. Januar 1938.

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