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Salamanca, 9. Juli. (DNB. Funkspr.) nationalspanische Heeresbericht meldet: An der

gilt insbesondere für den Ausbau der Berufsschul­pflicht auf d em Land e, wo sie bisher in wei­ten Gebieten darniederlag. Einrichtung, Art und Umfang des Berufsschulbetriebes werden hier nach der starken Inanspruchnahme der landwirtschaft­lichen Arbeitskräfte durch die vordringlichen Auf­gaben des Bierjahresplanes Rechnung getragen.

Das Gesetz soll nach Maßgabe der vorstehenden Grundsätze mit Beginn des Schuljahres 1 9 39/40 durchgeführt werden. Es tritt am 1. November 1938 in Kraft und erfaßt daher sowohl

Prag, 8. Juli. (DNB.) Am Donnerstagabend wurde auf dem Wenzelsplatz in Prag der Kraft­wagenführer Uhl des Stellvertreters Konrad Hen­leins, Abg. K.H. Frank, üb er fall en. Uhl trug weiße Strümpfe, das Abzeichen der SDP. am Rock­kragen und in der Tasche das sudetendeutsche Tage­blattDie Zeit". An i)dr Ecke Heinrichgasse stürzten ich plötzlich zwei Männer auf ihn. Einer entriß ihm die Zeitung, der andere versuchte ihm das Partei­abzeichen herilnterzureißen. Uhl wehrte sich verzwei­felt, war jedoch machtlos, als die Menschenmenge auf dem Wenzelsplatz sich auf ihn stürzte. Uhl wurde zu Boden geschlagen und mit Fußtritten traktiert. Schließlich gelang es ihm mit Hilfe eines Straßen- Passanten, in eintn Wagen der elektrischen Straßen­bahn zu springen. Die Menge verfolgte sogar die Straßenbahn. Uhl mußte wieder den Wagen ver­lassen und konnte schließlich in einer Autotaxe fluch­ten. Er begab sich auf die Polizei-Wachtstube, aber erst als man feststellte, daß es sich um den Kraft- Wagenführer des Abgeordneten Frank handelte, wurde ein Arzt gerufen. Es wurden Spuren von Fußtritten am ganzen Körper und eine Knöchel- verletznng festgestellt. Obwohl um diese Zeit -der Prager Wenzelsplatz rerf)t, belebt ist, war weit und breit kein Polizist zu sehen.

VomlschechischenMobübersallen

Der Kraftfahrer des Abgeordneten Frank auf der Stratze niedergeschlagen.

Ein Reichsschulpflichtgeseh erlassen.

Einheitliche ErziehungSgrundlagen auch für die Berufsschulpflicht.

Prag, 8. Juli. (Europapreß.) Nach tschechischen Blättermeldungen hat der sechsgliedrige parlamen­tarische Sonderausschuß die Beratungen über das in Vorbereitung befindliche N a t i o n a l i t ä n > tatut abgeschlossen. Am Samstag wird der Aus- chuß über den von der Regierung vorbereiteten Entwurf zu einem Sprachengesetz verhandeln. In der kommenden Woche wird die in Vorbereitung tehende Derwaltungsreform Gegenstand der Beratungen sein. Sollten sich keine neue Schwie­rigkeiten ergeben, so würden die drei Gesetzentwürfe Ende der kommenden Woche dem Ministerrat zur Beschlußfassung vorgelegt und dann der parlamen­tarischen Behandlung zugeführt werden. Dann ollen auch die Besprechungen mit den Volks­gruppen, vornehmlich mit der Sudetendeut- chen Partei ihren Abschluß finden. Für die kommende Woche ist weiter noch eine Besprechung polotischen Minister mit den Parteivorsitzenden Koalitionsparteien vorgesehen.

gezeichnete Stützpunkte für die Monsunzeit bewäh­ren. Den französischen Stützpunkt nördlich der Insel Hainan, Kwang-Tschao, habe kürzlich der französische General Martin besichtigt. Trotz der zu­versichtlichen Stimmung der chinesischen Behörden hege die Bevölkerung der Insel Hainan weiter Be­fürchtungen, es finde ständig eine weitere Abwan­derung von Bewohnern dieser Insel nach dem chine­sischen Festland statt.

Oie japanische Offensive gegen Hankau.

Schanghai, 9. Juli. (Europapreß.) Die japa­nische Offensive gegen Hankau hat nach japanischen Meldungen weitere Fortschritte gemacht. Die auf dem Jangtse operierenden japanischen Flottenein­heiten sind bis in die unmittelbare Nähe von Kiu- k i a n g vorgedrungen. Auch die am Südufer des Jangtse eingesetzten japanischen Streitkräfte haben weitere Fortschritte gemacht. Gleichzeitig wird eine umfassende Oftensive im Süden der Provinz S ch a n s i angekündigt. Das Ziel dieser Oftensive sei die Vertreibung der in diesem Bogen des Gel­ben Flusses stehenden chinesischen Truppen. Die chinesischen Freischärler setzen ihre An­griffe auf die bei Putung und Kiangwang stehenden japanischen Truppen fort und machen den japanischen Truppen durch ihre Taktik des Klein­krieges viel zu schaffen. Irregulären Truppen soll es gelungen sein, den östlichen Teil der von den Japanern besetzten Lunghai-Bahn zu blockie­ren. Auch hat die Aktivität chinesischer Freischärler auf dem unteren Jangtse wieder zuge­nommen. Es wird von Dschunken berichtet, die mit Maschinengewehren ausgerüstet sind und den Japa­nern viel zu schaffen machen..

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ginnt, kommt in einem umfangreichen Bericht zum Ausdruck, den derParis Soir" sich von seinem Korrespondenten aus Hanoi, dem Verwaltungszen­trum im nördlichen Jndochina, kabeln läßt. In die­sem Bericht wird u. a. gesagt, seitdem die japa­nischen Kreuzer sich nach dem Erscheinen der fran­zösischen Kriegsschiffe vor einigen Wochen aus der Gegend der Insel Hainan zurückgezogen hätten, würden immer noch in'dem Kanal zwischen der Insel Hainan und dem chinesischen Festland die Schiffe von japanischen Torpedobooten angehalten. In Jndochina herrsche lebhafte Beunruhigung^ Auf der Insel Hainan selbst lebten etwa zwanzig Franzosen, meist Missionare und Ordensschwestern. Die Insel Hainan werde gegenwärtig von 20 000 chinesischen Soldaten verteidigt, doch würden 5000 japanische Soldaten zu ihrer Besetzung genügen. Auf der Insel könnten leicht Flugplätze errichtet werden, und ihre Häfen im Osten und Süden könnten sich als aus-

( nur noch 10 Kilometer. Rach Aussagen von lieber, läufern greift die Derzweiflungsstimmung bei den Roten, die jetzt auch den Verlust der Stadt Rules zugeben müssen, immer weiter um sich.

Role Massenmorde in Castellon.

in Nanking rechnete.

Wenn schließlich auch in Tokio die zum schnellen Handeln drängende Militärpartei die Oberhand be­kam mit dem Argument, daß man nicht warten dürfe, bis Tschiangkaischek es gelinge, das ganze chinesische Volk hinter seinem antijapanischen Kurs zu einen und womöglich auch die Sowjetunion, die eben durch innere Kämpfe geschwächt sei, eingreifen werde und zumindest in China eine bolschewistische RevoÄchon entfachen werde, so ging doch Japan nur zögernd und anfangs mit nur schwachen Kräf­ten in den Krieg in der Hoffnung, daß man sich in Nanking angesichts der japanischen Entschlossen­heit, die nvrdchinesische Frage zu regeln, schließlich doch zu Verhandlungen über Nordchina und eine enge Zusammenarbeit mit Japan bereit finden werde. Erst als diese Hoffnung trog, hat man in Tokio Ernst gemacht und sich entschlossen, die ganze moralische, militärische und wirtschaftliche Kraft des Landes für diesen Krieg einzusetzen, wobei Ja­pan natürlich immer noch darauf bedacht sein muß, Reserven zurückzubehalten für den Fall einer Ein­mischung dritter Mächte. Die Gefahr ist bei der Besetzung Schanghais vermieden warben, soweit die beiden angelsächsischen Weltmächte in Betracht kom­men, sie wird von dieser Seite erneut akut werden bei einer Operation gegen Kanton, auf dessen Be­sitz die Japaner Wert legen müssen, um der Han- kau-Regierung die Waffenzufuhr von Süden her zu sperren. Daß es aus dem gleichen Anlaß bei einer Besetzung der- Insel Hainan zu Reibungen mit Frankreich kommen könnte, zeigten bereits die Ereignisse der letzten Tage, als Frankreich offenbar vorbeugend annamitische Truppen auf den Paracel- Inseln landete. Die größte Gefahr einer Ein­mischung droht aber von der Sowjetunion her, die indirekt ja schon durch bolschewistische Agenten und Waffenzufuhr durch die Mongolei ihre Hand im

Spiel hat.

Um so mehr ist man in Tokio entschlossen, den Krieg mit aller Energie zu Ende zu führen, ohne dritten Mächten Gelegenheit zum Eingreifen zu gelben. Das hat am Jahrestage des K^iegsbeginnes der japanische Ministerpräsident Fürst K o n o y e noch einmal kategorisch erklärt und dabei den Mar­schall Tschiangkaischek als den eigentlichen Feind Japans hingeftellt, mit dem es kein Verhandeln gebe. Daß der Krieg von Japan die Anspannung und Konzentration aller Kräfte fordert, hat er dabei nicht verschwiegen, vielmehr das japanische Volk mit aller Offenheit darauf hingewiesen, daß es schwere Lasten auf sich nehmen müsse und auch dann noch von ihm harte Opfer verlangt werden würden, wenn der Krieg beendet sein werde. Die vor einer Woche erlassenen kriegswirtschaftlichen Maßnahmen greifen scharf in die Lebenshaltung eines jeden Japaners ein durch die Beschränkung des Verbrauchs einer großen Zahl von Waren des täglichen Bedarfs, wie durch die Heranziehung auch der kleinen Ein­kommen zu den neuen Staatsanleihen, deren Er­trag die Kriegführung finanzieren soll, und durch die Umstellung zahlreicher bisher fiir den inneren Bedarf arbeitender Betriebe auf oie Kriegs- und Ausfuhrwirtschaft, wobei sogar eine Steigerung der Arbeitslosigkeit durch Stillegung von kleineren Unternehmen in Kauf genommen wird.

Eine gleiche Entschlossenheit zum restlosen Einsatz aller Kräfte spricht aber auch aus den Kund-

Operation vorerst unmöglich gemacht. Von Kaifeng ab floß der Hoangho schon seit Jahrhunderten hoher als das umliegende, nur durch Deiche geschützte Land, ihr Durchbruch durch die im Frühjahr vom Gebirge herangeführten Schlammasssu oder ihr Durchstich durch die Chinesen selbst mußte eine der furchtbaren Katastrophen zui^ Folge haben, wie sie dieser Landstrich in größeren Zeitabständen feit Menschengedenken immer wieder erlebt hat, zuletzt 1887, wo er an der gleichen Stelle wie heute unter furchtbaren Verwüstungen das 1852 verlassene alte Bett aufsuchte, das statt ihn wie jetzt in nordöst­licher Richtung in den Golf von Tschili zu führen, geradewegs nach Osten ins Meer leitete. Welche weiteren Folgen diese Ueberschwemmung auf die Kriegslage haben wird, ist noch nicht ganz zu über­sehen, vorerst jedenfalls scheinen sich die Japaner darauf zu beschränken, den Jangtsekiang aufwärts auf Hankau vorzudringen, dabei sind sie nach Be­wältigung der Flußsperre von Matang bis vor Kiukiang gekommen. Eine andere Gruppe rückt über Nantschang von Süden her vor. Der Krieg geht weiter.

Nach gewiß unvoreingenommenen englischen An­gaben hat Japan am Ende des ersten Kriegsjahres von insgesamt 18 chinesischen Provinzen vier in seiner Hand: Hope, Schansi, Schantung und Kiangsu mit insgesamt rund 110 Millionen Einwohnern von den 430 Millionen ganz Chinas, vier weitere sind noch Kriegsschauplatz: Suiyuan längs der mon­golischen Grenze, Honan, Anwhei und Tschekiang. Aber von einer Befriedung des besetzten Gebietes sind die Japaner noch weit entfernt, überall flackert hinter ihrem Rücken der Bandenkrieg auf, in dem die Chinesen Meister sind. Immerhin ist. eine Reihe wichtiger Städte fest in ihrer Hand, sie verfügen auch, wenn man den englischen Angaben, die darin gewiß nicht übertreiben, folgen will, über 5600 Kilometer Eisenbahnftrecken und 2000 Kilometer der Küste, während den Chinesen 3600 Kilometer Eisenbahn und 2400 Kilometer Küste blieb. Wich­tige Rohstoffgebiete, wie die Kohlenlager in Nord­china, die mongolische Wolle, den Tabak in Schan­tung und Kiangsu beherrscht Japan ebenso wie große Industrien, so die Baumwoll- und Seiden­spinnereien in Schanghai und den Opiumhandel in Schantung. Die Regierung Tschiangkaischek verfugt noch über Kohley in Südschensi, vier Fünftel der Baumwollplantagen, alle wesentlichen Teepflanzun- gen und Forsten sowie die Zinn- und Antimonlager in Hunan. Japan hat also schon sehr beachtl^e Erfolge errungen, wenn es auch Tschiangkaischek durch Lähmung der Wirtschaftskraft und Absper- rung der Zufuhren noch nicht zum Frieden zwingen konnte. Der Krieg geht also weiter, den ursprünglich kein? der beiden Parteien gewollt hat. Japan wollte von Äandschukuo aus die- nordchinesischen Provin­zen ohne Ueberstürzung und nach Möglichkeit in der Form einer friedlichen Durchdringung in ferne In- tereffen einbeziehen, wobei es hauptsächlich auf die Selbständigkeitsgelüste der chinesischen > Provmz- gouoerneure und die in Nordchina seit jeher herr­schende Abneigung gegen das zentralistische Regime der Kuomintang, der chinesifthen Einheitspartei,

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stellon-Front eroberten die nationalen Truppen nach erfolgreicher Umgehung die Kreisstadt Rules. Vor Aufgabe der Stadt hatten die Roten auch hier wieder alle Kirchen und die wichtigsten Gebäude gesprengt. Rach der Eroberung von Rules setzten die Rationalen sofort ihren Vor­marsch nach Süd en fort, gelangten in die Um­gebung von Moncofar und von dort längs der Straße nach Vall de Uxo. Hiermit ist das Es- padan-Gebirge, das von den Roten als Hauptverteidigung für Sagunt gedacht war, völ­lig umgangen worden. Die Truppen Garcia Valinos rückten von Norden aus im Espadan-Ge- birge weiter vor und eroberten den größten Teil der dortigen Befestigungsanlagen. Die Entfernung bis zur Grenze der Provinz Valencia beträgt je.tzt

Salamanca, 8.Juli. (DNB.) Die nationalen Behörden haben in C a st e l l o n , das am 14. Ium von den nationalen Truppen besetzt wurde, ein­gehende Untersuchungen über den Terror der Bol­schewisten durchgeführt. In Castellon wurden die Leichen von 200.0 Einwohnern ge­funden, die einer gemeinenKriegslist der Bol­schewisten zum Opfer fielen. Die Roten hatten sich als nationale Soldate n v er k le i b e t und zogen so durch die Straßen. Die Bevölkerung brach in F r e u d e n k u nd g e b u n g e n aus, da sie in dem Glauben war, es handele sich um Abteilungen der Franco-Truppen. Plötzlich wandten sich die bolschewistischen Abteilungen gegen die jubelnde Bevölkerung und nahmen etw a 2 U U u Einwohner fest. Sie wurden kurzerhand um - gebracht. Dann raubten die Bolschewisten das Eigentum der Massakrierten. Kurz vor dem Einzug der Franco-Truppen ließ der rote Drtsgewalhge von Castellon noch weitere 600 Personen ermorden. Bei der Flucht auf dem Seewege nahmen die Roten in Massen Kisten mit Edel­metallen, Edelsteinen und Kunstgegenstanden mit sich. In dem Bielsa-Tal in den Pyrenäen wurden zwölf Dörfer durch Brandstiftung völlig ein« geäschert. Dadurch wurde die Existenz von über 2000 Fantilien vernichtet, deren einziger Reichtum das Dich bildete. Die Tiere auf der Weide wurden sinnlos a b g e s ch l a ch t e t und dann liegengelassen.

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die Jugendlichen, die nach den alten Bestimmungen mit Schluß des Schuljahres 1938/39 die Volksschul­pflicht beenden würden, wie diejenigen Kinder, die nach den bisherigen Bestimmungen erst später als mit Beginn des Schuljahres 1939/40 schulpflichtig werden würden. Der Zwischenraum von fünf Mo­naten zwischen dem Inkrafttreten des Gesetzes und dem Beginn des Schuljahres gibt die Gewähr da­für, daß die Schulaufsichtsbehörden alle Vorkeh­rungen für die Ausführungen des Gesetzes treffen, und daß alle Erziehungsberechtigten sich rechtzeitig auf die hier und da eintretenden Aenderungen ge­genüber dem bisherigen Rechtszustand einrichten können. Die Jnkrafftetzung des Gesetzes für das Land Oesterreich muß einem Zeitpunkt Vorbehalten bleiben, in dem sich die Aenderung des bisherigen Rechtszustandes auf diesem Gebiet in die sonstigen Maßnahmen zur Angleichung und zur Eingliede­rung der östereichischen Schulverwaltung in die des Reiches reibungslos vollziehen läßt.

planvolle Betreuung des studentischen Nachwuchses

Zusammenschluß der Selbsthilfe­einrichtungen zum Reichsstudentenwerk. Berlin, 8. Juli. (DRB.) Die Reichsregierung hat ein Gesetz über die Bildung eines Reichs- studentenwerks beschlossen, das in alle vermögens­rechtlichen Rechte und Pflichten der bestehenden Selbsthilfeeinrichtungen des Studenttschen Hilfswerks an den deutschen Hoch- und Fachschulen tritt, die mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes a u f g e l ö st sind. Seine Aufgabe ist die wirtschaftliche und ge­sundheitliche Betreuung des deutschen Nachwuchses an den Hoch- und Fachschulen.

Reichsstudentenführer Dr. Scheel erklärte der Presse, es werde alles darangesetzt, die Nach­wuchsfrage, die auch im wesentlichen eine finanzielle Frage fei, zu lösen. Der Weg zur deutschen Hochschule und von da aus in die entscheidenden Stellen auf allen, Gebieten solle jedem jungen Deutschen aus Grund seiner Fähigkeiten offen stehen. Der Leiter des Sozialamtes der Deutschen Studentenschaft, Dr. Franz, erklärte, am wichtigsten seien die Be­mühungen, eine r adikal e Gebührensen­kung an den deutschen Hochschulen herbeizuführen, wobei das endgültige Ziel ein gebührenfreies Hochschulstudium sei. Das Langemarck- Stipendium, eine Einrichtung, die es begabten Arbeiter- und Bauernsöhnen ermöglicht, eine Reife­prüfung zu bestehen, werde in den nächsten Jahren um das Drei- bis Vierfache plan­mäßig aus gebaut werden. Durch eine Kon­zentrierung aller Stipendienmittel öffentlicher und privater Art solle in vollkommener Planmäßigkeit - die Stärkung des deutschen Studententums erreicht werden. Besonderes Augenmerk legt das Sozialamt : weiter auf die Jungakademiker-Ehehilfe. i Auch solle eine Ausdehnung der Förderung für jene Kameraden ermöglicht meroen, die noch eine lange Ausbildungszeit nach dem Studium durchzumachen hätten.

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Berlin, 8. Juli. (DRB.) Das Reichsschulpflicht­gesetz, das heute im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird, bringt einheitliche Bestimmungen für das gesamte deutsche Reichsgebiet. Es führt alle feine Bestimmungen auf die Grund­sätze und die Bedürfnisse eines nationalsozia- listischen E r z i e h u n g s w e s e n s zuruck und umfaßt nicht nur das Gebiet der Volks schul­pflicht, sondern vox allem auch die Berufs­schulpflicht. Die Vereinheitlichung der Schul­pflicht - Bestimmungen beseitigt die .praktftchen Schwierigkeiten, die sich bisher aus der D e r s ch i e° benijeit der Ländergesetze für die Durch­führung der Schulpflicht, namentlich in den Grenz­gebieten der einzelnen Länder, ergaben. Darüber hinaus ist nun auch eine wesentliche Voraussetzung für den einheitlichen Aufbau des S ch u 11 a ft e n - wesens, sowie für eine gleichmäßige Ausgestal­tung des inneren Schulaufbaues und der fachlichen Schularbeit geschaffen. .

Das Gesetz verwirklicht den nationalsoziallstlschen Gedanken, daß auch die Schulpflicht in erster Linie im Interesse der Gesamtheit und des gemeinen Nutzens zu erfüllen ist. Sie gehört ebenso wie die-Arbeitsdienstpflicht und die Wehr­pflicht zu den Anforderungen, die an den einzelnen um feines Volkes willen gestellt werden. In diesem Sinne bestimmt § 1, daß die Schulpflicht die Er­ziehung der deutschen Jugend im G eist e des Nationalsozialismus sichert. Die Dauer der Volksschulpflicht beträgt einheitlich acht Jahre. Alle Kinder, die bis zum 30. Juni das 6. Lebensjahr vollenden, werden mit Beginn des Schuljahres schul­pflichtig. Ausnahmen werden in den Ausführungs­bestimmungen noch näher erläutert werden. Es ver­steht sich von selbst, daß die Schulpflicht a u cf) ö i e Kinder und Jugendlichen erfaßt, Damit auch sie geistig oder körperlich behinderten Kinder und Jugendlichen erfaßt, damit auch sie nach ihrem Vermögen ihren Platz in der Volksge­meinschaft ausfüllen können. Hieraus ergibt sich vielfach die Notwendigkeit einer gesonderten Beschulung dieser Kinder auf eigens hierfür eingerichteten Schulen und Anstalten.

Die Berufsschulpflicht

schließt sich unmittelbar der Dolksschulpflicht an. Sie erfaßt, dem allgemeinen Charakter der Schulpflicht entsprechend, alle Jugendlichen ohne Ausnahme. Der Erfüllung der Pflicht dient der Besuch einer Berufsschule, solange nicht für die Ausbildung des Jügendsichen auf andere Weife, fei es durch den Besuch einer allgemeinbildenden Schule, Fachschule oder Hochschule, gesorgt ist. Die Dauer der Berufsschulpflicht ist grundsätzlich auf drei Jahre, für landwirtsaftliche Berufe auf zwei Jahre bemessen. Sie muß sich den Erforder­nissen der einzelnen Berufszweige anpaffen. Dem dient insbesondere die Vorschrift, daß Lehrlinge grundsätzlich bis zum Ende der Lehr­zeit berufsschulpflichtig sind, wenn ent­sprechende Berufsschuleinrichtungen vorhanden sind. Aus dem Gedanken der Wechselwirkung zwischen praktischer und theoretischer Ausbildung heraus ist auch dafür Sorge getragen, daß sich die Berufs­schulpflicht für Lehrlinge über die normale Alters­grenze des 18. Lebensjahres hinaus ausdehnen kann. Für die weibliche Jugend, die sich nicht dem Berufsleben zuwendet, ist die Möglichkeit einer Erfüllung der Berufsschulpflicht durch ein­jährigen Besuch einer Hauswirtschafts - schule vorgesehen. Der Umstand, daß das Berufs­schulwesen bisher äußerst verschiedenartig gegliedert war und in manchen Gebieten noch des Ausbaues bedarf, wird es mit sich bringen, daß die Durch­führung des Gesetzes nur schrittweise nach Maß­gabe der vorhandenen Möglichkeiten erfolgt. Das

Neue jüdische Bluttat in Jerusalem.

Straßen und Plätze von Militär und Maschinengewehren besetzt.

Jerusalem, 8. Juli. (DNB.) Am Jaffa-Tor wurde am Freitag aus einem Autobus eine Bombe in eine Arabermenge geworfen. Nach amtlichen Mitteilungen wurden vier Personen getötet und 15 verletzt. Eine Jüdin, die die Bombe geworfen hatte, und zwei weitere Juden wurden verhaftet/Offenbar Hegt den neuen Zwischenfällen ein Beschluß der jüdischen Revisionisten zu Grunde, den Terror mit allen Mitteln fvrtzufetzen. Die britischen Militär­behörden haben die Straßen und Hauptplätze Jeru­salems mit Truppen besetzen lassen. Ueberaü stehen Posten ifn Stahlhelm mit aufgepflanztem Bajonett, und auf den Dächern sind an vielen Stellen Maschi­nengewehre in Stellung gebracht, die die Straßen beherrschen. Alle Geschäfte in der Altstadt und ihrer Umgebung sind geschlossen. Selbst auf den Lächern der Autobusse liegen Polizeiposten mit dem Gewehr im Anschlag. Man befürchtet, daß es am Freitag­abend nach Schluß der mohammedanischen Gebete zu neuen Unruhen kommt. In der letzten Nacht unternahmen Freischärler einen konzentrischen A n - griff auf Nazareth. Sie drangen bis in die Stadtmitte vor, wo sich das Lager einer Ver­messungsabteilung befand. Dort steckten sie sechs Zelte in Brand, die mit sämtlichen darin befind­lichen Vermessungsgeräten vernichtet wurden. Als die Polizei eingriff, kam es zu einem längeren Feuergesecht. Die Freischärler wurden schließlich zum Rückzug gezwungen.

Arabischer Protest in Transjordonieri.

London, 9. Juli. (Europapreß.) Als Protest gegen die Massenverhaftungen von Arabern in Pa­lästina wurde in Amman (Transjordanien) ein General st reik ausgerufen, der aber nach Mit­ternacht wieder beendet werden konnte. Rach den Berichten der englischen Presse wurden in den Straßen von Amman zahlreiche Protest­kundgebungen veranstaltet, in denen die Ara­ber ihre Sympathie zu ihren Stammesbrüdern in Palästina bekundeten. Plakate mit Aufschriften, wie Palästina gehört den Arabern" oder Rieder mit den jüdischen Bombenwerfern", wurden durch die Stadt getragen. Am späten Abend empfing

gedungen der Hankau-Regierung am Jahrestag des Kriegsbeginns. Wir sagten schon, daß ursprüng­lich auch Tschiangkaischek ebenfotüenig wie seine japanischen Gegenspieler den Kriea gewollt hat, zumindest nicht damals schon gewollt hat, weil er genau wußte, daß sein Land Den Japanern mili­tärisch weit unterlegen war und er eine lange Friedensepoche brauchte, um die innere Einheit des chinesischen Volkes, die verwaltungsmäßige Reorga­nisation des Landes, die Befreiung feiner wirtschaft­lichen Kräfte und den Aufbau einer modernen chinesischen Wehrmacht zu vollenden. Aber der jung­chinesische Nationalismus der radikale Flügel der Kuomintang in Kanton, oer auch vor einem Bünd­

nis mit dem Bolschewismus nicht zurückschreckte, drängte den Marschall zum Handeln und machte die öffentliche Meinung für den Krieg mit Japan mobil. So wurde Tschiangkaischek, wenn er nicht die Führung des chinesischen Volkes verlieren wollte, vor der Zeit zum Krieg mit Japan gezwungen, für den er sein Volk noch nicht stark genug hielt. Er mochte wohl gehofft haben, daß der Krieg auf die Dauer die wirtschaftlichen Kräfte des Gegners überfteigen würde, vielleicht hat er auch mit einem Veto der angelsächsischen Großmächte gerechnet. Beides ist vorerst nicht eingetreten, wenn auch Japan, wie wir gesehen haben, seine ganze Kraft anspannen muß. Aber die angelsächsischen Mächte haben zwar bereitwillig Waffen geliefert, im übri­gen sich aber auf die Wahrung ihrer eigenen Interessen beschränkt und sich mit Resolutionen der Brüsseler Konferenz über die Anwendung des Neun­mächteabkommens begnügt, mit denen Tschiangkai­schek nichts anfangen kann. Trotzdem hat der Mar­schall den Japanern einen unerwartet zähen und mit größter Opferbereitschaft geführten Kampf ge­liefert, ohne indessen das schrittweise Vordringen der Japaner auf die Dauer aufhalten zu können. So geht der Krieg weiter, und niemand vermag heute zu sagen, wie und wann und wo die letzte Entscheidung in diesem Ringen der beiden großen ostasiatischen Völker fallen wird.

Dr. Fr. W. Lange.

Der japanische Protest in Paris.

Frankreichs Interessen im Fernen Osten.

Paris, 8. Juli. (Europapreß.) Die Protestnote der japanischen Regierung gegen die militärischen Maßnahmen auf der Jndochina und der Insel Hai­nan vorgelagerten Gruppe der Paracel-In­seln ist in Paris eingetroffen. Das stärkere Inter­esse, das die französische Öffentlichkeit im Zusam­menhang mit dem chinesisch-japanischen Konflikt an den Jndochina betreffenden Fragen zu nehmen de-