Ausgabe 
9.4.1938
 
Einzelbild herunterladen

praktischer Sozialismus in -er HI.

NSG. Neben der körperlichen und weltanschau» lichen Erziehung hat sich die Hitler-Jugend vor allem die berufliche Förderung und Ertüchtigung der ihr anvertrauten deutschen Jugend zur Auf­gabe gemacht. Durch ihre Sozialarbeit hat sie sich an allen maßgeblichen Stellen eingeschaltet und sich der Betreuung und der Ueberwachung des beruf­lichen Lebens der jungen Menschen, seiner körper­lichen Entwicklung und seiner Lebensverhältnisse verpflichtet. Heute ist die Sozialarbeit der HI. zu einem der Faktoren geworden, die das Wesen der nationalsozialistischen Jugendarbeit ausmachen.

Die Bildung des beruflichen Leistungswillens der HI. hat ihre Krönung im Reichsberufswett­kampf gefunden, der aus dem werktätigen Leben des deutschen Volkes nicht mehr wegzudenken ist. Allein die steigende zahlenmäßige Beteiligung der Jugend an diesem Wettstreit beweist, daß er von der Gesamtheit der Jungen und Mädel in seiner Richtigkeit erkannt worden ist. Während sich 1934 im Gau Hessen-Nassau 18000 Jugendliche am Reichsberufswettkampf beteiligten, waren es in diesem Jahr über 82 000. 1500 Jungen und Mädel nahmen als Kreissieger am Gauentscheid teil und über 200 Gausieger werden Hessen-Nassau in diesem Jahre beim Reichswettkampf in Hamburg vertreten.

Wenn wir durch die berufliche Ertüchtigung im Berufswettkampf höchste Arbeitsleistung verlangen, dann haben wir die Pflicht, auf der anderen Seite für eine ausreichende Freizeit- und Urlaubsgestaltung zu sorgen. Noch im Jahre 1933 erhielten 23 v. H. aller Jungarbeiter überhaupt keinen Urlaub. Durch das Verständnis der Betriebsführer und Lehrherren ist es oer HI. heute schon gelungen, 70 v. H. aller Jung­arbeiter im Gebiet Hessen-Nassau einen be­zahlten Urlaub von 12 bis 18 Arbeits­tagen zu beschaffen. Diesen Urlaub verbringt der Jungaröeiter wiederum in der nationalsozialistischen Jugend. Auf Fahrten und im Zeltlager lernt er seine Heimat kennen und findet in der Gemeinschaft der Kameraden Kraft und Erholung für seinen Einsatz am Arbeitsplatz. Im vergange­nen Jahre konnte 50 000 in ein Zeltlager und auf Fahrt geschickt werden. In diesem Jahre wird sich diese Zahl auf 65 000 erhöhen. Die Sommerlager des BDM. erfaßten im letzten Jahre allein 8000 Mädel zur Schulung und zur Erholung.

Eine große gemeinsame Arbeit verbindet die NSV. und die HI. in der Jugendhilfe. Hier werden heute über 10 000 Jungen und Mädel durch einen Stab von Helfern sozialerzieherisch betreut. Daneben stehen/die mit der NSV. gemeinsam durchgeführten Jugenderholungspflege, Kinderlandverschickung und Heimverschickung, durch die jährlich Zehntausende von Jungen und Mädel unseres Gaues einer Er­holungsfreizeit zugeführt werden, lieber 1000 So­zialreferenten und Sozialreferentinnen sind in den unteren Einheiten der Hitler-Jugend und des BDM. eingesetzt, um auch dort die praktische Sozialarbeit volanzutreiben. 15 Sozial- und wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaften in den Städten des Gaues sorgen durch Schulungen für die Heranbildung eines leistungsfähigen Nachwuchses in den sozialen Be­rufen und in der Wirtschaft. In allen Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront wurden HJ.-Führer als Jugendwalter eingesetzt, die für die soziale Betriebs­jugendarbeit, der Betreuung am Arbeitsplatz, ver­antwortlich sind. Maßgebend hat sich die HI. auch in die Gestaltung der Berufsberatung ein-- geschaltet. Für jährlich rund 25 000 Jungen und Mädel erhalten die Arbeitsämter eine Beurteilung

von den zuständigen Einheiten zur Erleichterung der Beratung.

Im besonderen Maße wurde die Werbung f ü r landwirtschaftliche Beschäftigungen aufgegriffen. Neben dem Einsatz von landwirtschaft­lichen Lehrlingen hat die Landdienstarbeit der HI. auch im Gau Hessen-Nassau erfolgreich begonnen. Im Jahre 1937 wurden 14 Landdienstlager mit einer Belegschaft von rund 200 Jungen und Mä­del eröffnet, die in diesem Jahre bereits auf 25 La­ger mit rund 400 Jungen und Mädel erhöht wer­den. Außerdem wurden 1937 = 1000 Jugendliche für den Landdienst der HI. geworben und in Nord- und Ost-Deutschland eingesetzt. Tausende von Jun­gen und Mädel arbeiten während der Sommer­monate im freiwilligen Ernteeinsatz in der Land-

halb täglich Erdalpflege!

falsche Sparsamkeit ist es, wenn man Schuhe nicht tagt lieh mit Erdal behandelt. Gewiße Erdalglanz hält lange. Erda* macht Schuhe nicht nur schön, eft pflegt und erhält sie auch, des*

wirtschaft unseres Gaues. Einen ebenso bedeuten­den Einfluß auf die Beschränkung der Landflucht hat die Arbeit in der Landjugend, die Schulung der Jugendwarte des Reichsnährstandes.

Die Jugendrechtsarbeit nimmt heute einen großen Rahmen ein. In allen Sozialstellen <sind Juristen tätig, die in den Fragen des Jugend- * rechts mit den Gerichtsbehörden in Verbindung stehen und darüber hinaus die Rechtsberatung und Rechtsbetreuung der Angehörigen der HI. wahr­nehmen. Alljährlich stellt sich die Hitler-Jugend der Arbeit des Winterhilfswerks zur Verfü­gung. Neben den großen Straßensammlungen wur­den insbesondere von den Mädeln in Werk- und Bastelstunden praktische Gegenstände und Spiel­zeug hergestellt, die den Kindern ärmerer Volks­genossen Freude bringen sollten.

In den Aufgaben der weiblichen Sozialarbeit wurde vom BDM. vor allem die hauswirt­schaftliche Ertüchtigung besonders ausge­baut. Zwei eigene BDM.-Haushaltungsschulen sind bereits eröffnet worden. Heber 100 Mädel haben dort nach einjähriger Ausbildung inzwischen ihre Prüfung abgelegt. Weitere zehn Haushaltungs­klassen mit einer Belegschaft von 100 Mädeln sind in den verschiedenen Städten des Gaues eingesetzt. Während der Wintermonate wurden in den in die­ser Zeit nicht belegten Landjahrlagern hvuswirt- schaftliche Kurse für Landmädel veranstaltet. Be­sonders erfolgreich hat sich der Einsatz des BDM. für die Schwefternwerbung erwiesen. Heber 700 Mädel aus dem Gau Hessen-Nassau haben sich für den Beruf der Schwester zur Verfügung gestellt. Diese Angaben stellen einen knappen Auszug dar aus dem gewaltigen Arbeitsprogramm der national­sozialistischen Jugend. Mägen sie als Beweis gelten für den täglichen Einsatz und das Bemühen der Hitler-Jugend, auch auf diesem Frontabschnitt sich des Vertrauens des Führers und der deutschen Elternschaft würdig zu erweisen.

«peitscht, die Wellen emporlecken, und zeigt mir Die Ansätze zu einem neuen Deich, der weiter see­wärts vorgetrieben werden soll.Das wird das nächste Land, das wir mit unseren Spaten und Fäusten dem Reich erobern. Wenn unser Deutsch­land im Süden wächst und auf einmal gleich sechs­einhalb Millionen Deutsche wieder zum Reich kom­men, bann wollen wir was in unseren Kräften steht auch hier oben im Norden tun. Für sechs Millionen wird das neue Stück ja nicht ausreichen, aber sechs Familien werden schon darauf Platz haben. Unb wenn ber neue Koog fertig unb sicher ist, bann stoßen wir wieber weiter vor. Hier kann noch eine gange' Menge guten Lanbes mit Hacke unb Spaten erobert werben! Wir wollen boch auch mithelfenl"

Gindiensördernng.

NSG. Das Parteiprogramm fordert für jeden fähigen unb fleißigen Menschen die Möglichkeit der Erreichung höherer Bildung ohne Rück­sicht auf den Stand und bas Vermögen ber Eltern Der NSD. -Stubentenbunb hat biefes Ziel als seine vordringlichste Aufgabe herausgestellt und in ber Kamerabschaftsförderung eine Einrichtung geschaffen, burch bie Arbeiter- unb Bauernsöhnen bas Studium an Deutschlands Hohen

Schulen sichergestellt roitb. Zur Vermeidung un­geeigneter Bewerbungen wurde das Vorschlagsrecht für die Kameradschaftsförderung der Partei und ihren Gliederungen, dem Reichsarbeitsdienst, der Wehrmacht und Den Schulen übertragen. Die Ein­reichung der Gesuche an das Reichsstudentenwerk im Jahre 1936 37 gewährt wichtige Einblicke über die bisher getroffene Vorauslese.

Im Studienjahr 1936 37 wurden insgesamt 810 Meldungen eingereicht. Die Meldungen ver­teilen sich auf die Dorschlagsberechtigten folgender­maßen: Reichsarbeitsdienst 564, NSDAP, und ihre Gliederungen 97, Schulen 78, örtliche Dienst­stellen des Reichsstudentenwerks 37, Wehrmacht 18, sonstige Stellen 16. Von diesen 810 Meldungen standen im Wintersemester 320 zur Entscheidung, die Bearbeitung der übrigen Meldungen wurde ausgesetzt, da die Betreffenden zunächst noch den Wehrdienst ableisten. Von den 320 wurden 209 6 5,4 v. H. in die Kameradschafts­förderung übernommen. Die höchste Auf­nahmequote hat die NSDAP, mit 80,7 v. H. An zweiter Stelle stehen Studentenwerk und Wehr­macht (68,7 v. H ), erst an dritter Stelle die Schulen mit 63,4 v. H. Der Reichsarbeitsdienst hat mit 60 v. H. die niedrigste Aufnahmequote. Das ist z. T. darauf 'zurückzuführen, daß durch die Abtei­lungsführer die wirtschaftliche Bedürftigkeit ber Bewerber nicht geprüft worden ist.

len-

die leuchtende Stadt.

Von unserem W. ^.-Sonderberichterstatter.

MO OM

u

O WH

MD UNS

"US

Zu Ehren der großen Tage, die Wien nunmehr erlebte, wurden zahlreiche Gebäude dort nächtlich angestrahlt. Herrlich leuchtet ber wunderbare Bau des Wiener Rathauses über den nächtlichen Platz. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wien, den 8. April.

Wien hat sich zum Empfang des Füh­rers festlich geschmückt. Von allen Dächern, von allen Erkern und Fenstern grüßen in dieser betriebsamen unb lebhaften Stadt die Farben des Dritten Reiches. Ueberatt find über Nacht Fahnen­maste aus der Erde gewachsen, Werbesäulen haben Aufstellung gefunden, von Pylonen grüßt ber Adler des nationalsozialistischen Deutschlands. Nachts leuchten rote und weiße Hakenkreuze gewaltigen Ausmaßes, Leuchtbuchstaben zeigen einJa", lau­fende Leuchtschriften legen ein Bekenntnis für den Führer ab. Kurzum, es herrscht in dieser Stadt ein Abstimmungsbetrieb, wie er nicht mehr über­boten, nur noch am 10. April durch das Ja aller Wiener, durch das Ja ganz Oesterreichs gekrönt werden kann.

Wer durch die Lande gereift ist, wer aber auch nicht vergessen hat, in die vom verflossenen System gefürchteten und vernachlässigten Stadtteile mit werktätiger Bevölkerung vorzudringen, ber ist rest­los bavon überzeugt, daß auch hier den Anschluß eine freudige Bestätigung und Hnterstreichung fin­den wird. Gerade hier wohnen bie Opfer einer Epoche, deren Zeichen man im ganzen Lande in Form von abgebrochenen ober abbruchsreifen still- gelegten Fabriken sieht. Jedes dieser Werke beschäf-' tigte Dutzende, Hunderte und Tausende von Ar­beitern. Was tat man für sie, als den Werken die Luft ausging und man höheren Ortes alles unterließ, um ihnen wieder Leben einzuflößen? Was wurde mit den Belegschaften dieser Werke? Sie bekamen zuerst noch ein paar Schillinge an Hnterstützung, bann ging bas Fallbeil 21 u s = g e ft e u e r t" auf sie nieder, und damit war es aus. Sie existierten für dassoziale" Schuschnigg-Oester­reich nicht mehr, sie existierten für keine Unter*

stützungsbehörde, für keine Arbeitslosenstatistik. Sie waren einfach nicht mehr da.

Unb nun sehen sie Tag für Tag, wie ber Natio­nalsozialismus bas gerade Gegenteil von dem tut, was man ihnen immer vorerzählt hat. Sie sehen den Gauleiter Bürckel mehr bei ber Für­sorge für bie werktätige Bevölkerung als im Ab­stimmungskampf. Sie hören nicht nur, daß den Ausgesteuerten die Unterstützungen wieder zu zahlen sind, sie haben dies Geld, was ihnen wie ein Wun­der Dorfommt, plötzlich in der Hand. Sie sehen, wie die reichsdeutsche Winterhilfe und die NSV. ein­gegriffen haben, wie die Deutsche Arbeitsfront Ar­beiter ins Reich eingeladen hat, sie sehen aber auch, I wie in diese und in jene verlassene Fabrik die Werksmänner wieder einziehen, wie wieder Rauch aus den Schornsteinen steigt und die Arbeit allmäh­lich im ganzen Land in Gang kommt. Wo gab es so etwas zuvor? Nirgends. Da mußte erst ber Füh­rer, ba mußte ber Nationalsozialismus kommen, da kam bie aufbauende Tat, da kamen die Männer, die nicht nur redeten, sondern ent­schlossen handelten.

Die Wiener Arbeiter können es noch immer nicht fassen, daß ausgerechnet der Mann, gegen den ihnen systematisch ein Abscheu eingeflößt wurde, als ihr bester Freund und Beschützer zu ihnen kommt. Dankbarkeit strahlt aus allen Blicken, Dankbarkeit hat heute alle ergriffen, aber auch wieder Lebens­mut und Zuversicht. Denn heute weiß man, daß eine bessere Zukunft angebrochen ist unb daß das unzerstörbare unb feste Fundament der nunmehr einsetzenden Arbeit basJa" ganz Wiens, ganz Oesterreichs ist. An diesem Ja wird nicht mehr gerüttelt, es ist schon heute, noch vor dem Tag der Entscheidung, für alle zum ehernen Schwur ge­worden.

Der Führer in seinem Heimatgau.

ßin Besuch im Linzer Landesmuseum.

Linz, 8. April. (DNB.) Der Führer blieb den ganzen Freitag in Linz, der Stadt, in der er einst einen Teil seiner Schulzeit verbrachte. Schon in den Vormittagsstunden sind Hitlerjungen in weißen Hemden und BDM.-Mädchen in bunten Trachten vor dem Hotel aufmarschiert, um den Führer mit ihren schonen Liedern zu erfreuen. Um geheuer ist ihr Jubel, als ber Führer ihnen vom Balkon aus bankt. Eine besondere Ueberraschung aber wirb einer Mädelklässe aus Graz zuteil, die nach Abschluß ihrer Reifeprüfung auf einem Ausflug nach Linz gekommen sind unb bie nun zu ihrer übergroßen Freude am Tisch des Führers als seine Gäste am Mittagessen teilneh­men. Der Führer unterhält sich lange Zeit mit ihnen über ihre Erlebnisse und Eindrücke und plaudert mit ihnen.

Am Nachmittag macht ber Führer eine Aus­fahrt in bie Stadt, lieber eine Stunde verweilt er in dem oberösterreichischen Landesmuseum Francisco-Carolinum, das einen wertvollen Ein­blick in die germanisch-deutsche Geschichte und Ent­wicklung Oberösterreichs vermittelt. Dieses Museum hat der Führer schon während seiner Schulzeit häufig aufgesucht. Besonders wertvoll sind die Aus- grabungsfunbe aus der Hallstätter Periode, Werk­zeuge unb Waffen aus ber älteren Eisenzeit. Aus den vorgeschichtlichen Funben ging eindeutig her­vor, daß Oberösterreich und Bayern stets ein ge­

schlossenes Kulturgebiet gebildet haben. Besonders interessant ist zweifellos auch eine Sammlung von Jahresberichten ber Staatsoberreal­schule Linz. Hier finden wir im Bericht über das 51. Schuljahr ber Anstalt bei bem Schülerverzeich­nis der Klaffe I A, Jahrgang 1901/02, ben Namen Abolf Hitler.

Auf einer weiteren Fahrt durch die Stadt be­sichtigte ber Führer den nach den Plänen des Kölner Dombaumeisters Vincenz Statz erbauten Linzer Marienborn. Am Abenb flammen in Linz wieder die leuchtenden Hakenkreuzzeichen auf. Eine festliche Stimmung erfüllt die Stadt, die ihren größten Landsmann in ihren Mauern weiß. Alles rüstet sich auch in der Hauptstadt des Heimat­gaues Adolf Hitlers auf ben Großdeutschen Tag und den Tag des großdeutschen Bekenntniskampfes. Linz wird sich feines Führers würdig erweisen.

Oer Führer nach Wien abgefahren.

C i n 3,9. April. (DNB. Funkspruch.) Um 8.25 Uhr hat der Führer mif bem Sonberzug Linz ver­lassen. Auf bem Wege zum Bahnhof begleitete ben Führer der Jubel und der Dank der Linzer. Bor bem Bahnhof dankte der Führer noch einmal nach allen Seiten mit erhobener Rechten für bie begeisterten Grüße und Huldigungen. 8.25 Uhr

setzte sich sodann ber Sonderzug des Führers in Bewegung zur Fahrt nach Wien, zur letzten Etappe der Deutschlandreise des Führers

Auftakt zum Tag desGroßdeulfchenReiches"

Massenkonzert der Polizei vor der Hofburg in Wien.

Wien, 9. April. (DNB.) Vor der Wiener Hof­burg gaben am Freitag die Spielmanns- und Mu­sikzüge der zur Zeit in Wien stationierten Poli - z ei verbände aus dem Reich ein Massenkonzert. Das Musikkorps hatte auf der großen Freitreppe der Hofburg, deren Front bereits zum Tag des Großdeutschen Reiches prachtvollen Schmuck trug, Aufstellung genommen. Davor stand ein Sänger­chor in Stärke von mehreren Hundertschaften. Eins vieltausendköpfige Menge hatte sich auf dem Helden­platz eingefunden, die den Märschen und Liedern begeisterten Beifall spendete. Als die Dunkelheit anbrach, wurde die Front ber Hofburg von innen burch Scheinwerfer- erleuchtet. Wie ein Märchen­schloß strahlte der imposante Bau, besten Säulen­gang im Ersten Stockwerk mit zahlreichen riesigen Hakenkreuzfahnen geschmückt ist unb dessen Balkon ein gewaltiges Hoheitszeichen trägt. Als am Schluß des Konzerts der Badenweiler Marsch intoniert wurde, zogen aus dem Hauptportal Fackelträger heraus. Unb auch auf bem Dach des Schlaffes mar­schierten längs der steinernen Brüstung Fackelträ­ger auf, deren Fackeln die Konturen des Schlosses in rötliches Licht tauchten.

Kleine politische Nachrichten.

Begeisterte K d F. - H r f a u b e r, die ersten, die aus bem alten Reichsgebiet in die befreite Ost­mark gefahren find, haben bem Führer folgen­des Telegramm gesandt:Die ersten KdF.-Urlauber aus Hessen-Nassau danken und grüßen den Führer in seiner Heimat. 16 Kameraden von Ger- hartshof bei Tests (Tirol)."

*

Der erste Wahlakt zur Volksabstimmung in Wien fand an Bord des DampfersHelios" der Donau-Dampfschiffahrtsgefellschaft statt, der zu einer Fahrt nach Bulgarien ausgelaufen ist. Sämt­liche abgegebenen 18 Stimmen lauteten aufJa".

*

Im Hafen von Sevilla versammelten sich wei­tere 678 in Nationalspanien lebende Ausländs­deutsche und Auslandsösterreicher an Bord eines deutschen Dampfers. 675 stimmten mit Ja, zwei mit Nein, eine Stimme war ungültig. Alle Oester- reicher stimmten mit Ja. In Huelva wurden ebenfalls an Bord eines deutschen Schiffes 71 Stim­men abgegeben. 70 lauteten auf Ja, eine auf Nein.

Der deutsche DampferNordland", der in Ne- v a l über 400 Volksgenossen zur Abstimmung an Bord genommen hatte, lief am 7. April in Hel­sinki vor Anker, um bie Ausländsdeutschen und

Auslandsösterreicher aus Estland unb Finnland, die noch nicht gewählt hatten, an Bord zu nehmen. Von 1131 Stimmen lauteten 1078 auf Ja und 10 auf Nein, während die Stimmen der 43 Oesterreicher sämtlich auf Ja lauteten.

*

An Bord des deutschen DampfersLilienfels", der zur Abstimmungshandlung in den Persi­schen Golf hinausfuhr, stimmten 73 Ausländs­deutsche und Auslandsösterreicher aus Bagdad, die sämtlich ihre Stimme mit Ja abgaben.

Am 1. April 1938 betrug bie Gesamtzahl ber 'Rundfunkempfangsanlagen im Deutschen Reich 9 574 791 gegenüber 9 489 337 am 1. März. Im Laufe des Monats März ist mithin eine Zunahme von 85 454 (0,9 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. April befanden sich 658 941 gebührenfreie Empfangsanlagen.

*

In ben deutsch-polnischen Prefsebe * fpredjungen in Warschau würben alle Elemente ber öffentlichen Meinungsbildung durchgesprochen, wobei erneut der aufrichtige Wille zum Ausdruck kam, alles dafür einzusetzen, Damit Das Werk wechsel­seitiger Befriedung im Geiste des deutsch-polnischen Abkommens unb ber Minberheitenerklärungen ge- förbert wirb.

Wird auch Marschall Budjeuny liquidiert"?

Warschau, 8. April. (DNB.) Die Warschauer Presse veröffentlicht eine Meldung aus Moskau, wonach Marschall B u d j e n n y seines Postens als Inspektor der roten Kavallerie enthoben wor­den ist. Statt seiner wurde General T j u l e n j e w zum Kavallerieinspektor ernannt. Die polnische Presse erinnert daran, daß Budjenny zu dem Kriegs­gericht gehörte, das Tuchatschewski zum Tode ver­urteilte. Sein Sturz sei seit Monaten in Moskau oorausgefagt worden, obwohl man vielfach glaubte, daß die außerordentliche Volkstümlichkeit Budjen- nys Stalin veranlassen würde, auf seine Liqui­dierung" zu verzichten.

Wetterbericht

Die kräftige Nordströmung hält weiter an und führt immer wieder frische Kaltluftmassen heran. Die Schauertätigkeit, die am Samstag noch sehr lebhaft ist, wird sich zunächst im Westen des Reiches etwas beruhigen. Jedoch kann bei ben noch kräftigen Nord­winden die Sonneneinstrahlung tagsüber nur mäßige Erwärmung bewirken.

Aussichten für Sonntag: Heiter bis wol­kig, doch vereinzelte Schauer bei nördlichen Win­den, tagsüber nur mäßige Erwärmung bis etwa 10 Grad, nachts Bodenfrostgefahr.

Lufttemperaturen am 8. April: mittags 10,7 Grad Celsius, abends 4,7 Grad; am 9. April: morgens 3,5 Grad. Maximum 11,5 Grad, Minimum heute nacht 2,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. April: abends 8,2 Grad: am 9. April: morgens 5,6 Grad. Niederschläge 0,5 mm. Sonnen* scheinbauer 8,4 Stunden.