Ausgabe 
9.2.1938
 
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faser ist von 4900 Zentner auf 9400 Zentner ae- Megen. Der Gesamtproduktionsindex stand 1934 auf 87,3, gegen Ende des vorigen Jahres jedoch auf 117,1. Relativ am größten ist der Aufschwung bei der chemischen Industrie, der die Textilindustrie folgt.

Die Gesamtentwicklung des italienischen Außen­handels ist durchaus günstig; auch wenn man berücksichtigt, daß das Jahr 1936 Italiens Handel durch die Sanktionsmaßnahmen zusamrnenschrurnp- fcn ließ. Die Einfuhr belief sich in den ersten elf Monaten 1936 auf 5,26 Milliarden, die Ausfuhr auf 4,70 Milliarden, dagegen war im gleichen Zeitraum des letzten Jahres, für den Statistiken vorlieqen die Einfuhr auf 12-65 und die Ausfuhr auf 9,40 Milliarden Lire angewachsen. Bemerkenswert ist, daß das Deutsche Reich als Ein- und Aus­fuhrfaktor weitaus an er ft er Stelle steht. Erst dann kommen Nordamerika, England, die Schweiz Frankreich, Argentinien, Oesterreich, Südslawien und Ungarn als Abnehmer italienischer Waren. Bei der Einfuhr nach Italien steht Nordamerika gleichfalls an zweiter Stelle, dann folgen anteil­mäßig Argentinien, Oesterreich, England, Britisch- Jndien, Frankreich, Rumänien und die Schweiz

Der Staatshaushalt Italiens wird be­herrscht durch die Abtragung der Lasten des ostafri­kanischen Krieges. Er hatte den Staatshaushalt in den Finanzjahren 1934/35 und 1935/36 mit zusam­men 12,1 Milliarden Lire belastet, wozu ein wei­terer Fehlbetrag von 1,6 Milliarden Lire kam. Auch- im Haushaltsjahr 1936/37 spielen diese Ausgaben eine große Rolle, so daß sich ein Fehlbetrag von 17,5 Millionen Lire ergibt. Aber bereits im lau­senden Haushaltsjahr 1937/38 ist Ostafrika auf den laufenden Etat übernommen worden. Die Finanzie­rung des Krieges ist durch Erhöhungen der öffent­lichen Abgaben, durch Ausgabe von Schatzanwei­sungen usw. geglückt. Bor dem Kriege wurde das Nationaleinkommen auf 20 Milliarden Lire geschätzt; die öffentliche Besteuerung ver­schlang davon 3 Milliarden Lire. In den Prosperity- Jahren von 1922 bis 1926 ging die Schätzung der Volkswirte auf 120 Milliarden Lire Volkseinkom­men. Aber es dürfte im letzten Jahre noch gestiegen sein, wie die Depositeneinlagen bei den Banken usw. durch ihre steigende Tendenz beweisen. Die Steige­rung der Lebenshaltungskosten wird durch die Preisvorschriften der italienischen Regierung erträg­lich gehalten. D. S.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führerund Reichskanzler hat dem in Deutschland zu Besuch weilenden Chef der argentinischen Heeresluftwaffe Gene­ral Derdaguer das Verdi en st kreuz vom Deutschen Adlerorden mit Stern und sei­nem Adjutanten Oberleutnant Ahrens die 3. Stufe dieses Ordens verliehen.

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In das dem Minister unmittelbar unterstellte Mi­nisterbüro hat der Reichswirtschaftsrnini- st er berufen: den persönlichen Referenten Ober- regierungsrat Walter, den stellvertretenden per­sönlichen Referenten Regierungsrat Kallus, den Pressereferenten Regierungsrat Rechenberg, den Amtsrat Hofer; Adjutant des Ministers ist der -Hauptsturmführer Dr. Sch w ed ler.

NSG. Im Auftrage der Auslandsorganisation der NSDAP, sprach der Führer der SA.-Gruppe Hes-

Eowjet-Lustschiff zerschellt.

13 Tote beim Absturz im Schneesturm über dem Weißen Meer.

M o 6 f a u, 8. Febr. (DRV.) Unweit von Vjeloje Morje im Norden der karelischen Küste des Weihen Meeres stürzte auf einem Probeflug das Lusticyifr LSSR W 6 ab. Bei der Katastrophe kamen 13 Per­sonen ums Leben, während drei verletzt wurden.

Seit Jahren bestrebt sich die Sowjetregierung in der Arktis-Forschung eine führende Rolle zu ge­winnen. Sie verfolgt damit einen agitatorischen Zweck, um der Welk den Anschein zu geben, als wollte sie der Wissenschaft wertvolle Dienste leisten. In Wirklichkeit stehen hinter ihren Versuchen den hohen Norden zu erforschen, sehr reale militä­rische Ziele. Man möchte die Insel Spitzbergen in die sowjetrussische Interessensphäre hineinziehen, anderseits einen Schiffahrtsweg suchen, der durch das sibirische Eismeer und die Beringstraße nach dem Fernen Osten führt. Auch die vier sowjetrussi­schen Forscher, die in der Grönland-See auf einer Eisscholle treibend, sich in Seenot befanden, waren dazu berufen, die Pläne Moskaus im hohen Nor­den zu fördern. Die Versuche, durch Eisbre­cher der Expedition Hilfe zu leisten, kamen wegen des stürmischen Wetters nur langsam vorwärts. Daher setzte Moskau sein größtes lenkbares Luftschiff ein, das demnächst den Start nach dem Nordpol unternehmen sollte. Die Sowjets

haben vor etwa 8 Jahren begonnen, eigene lenk­bare Luftschiffe zu bauen. Dabei hat man wieder­holt zwischen einer unstarren Konstruktion und dem halbstarren System gewechselt. Wiederholte Unfälle bezeichnen den Weg, der mit schweren Opfern be- deckt ist, der aber rücksichtslos weiter beschritten wurde.

Vor drei Jahren unternahmen die ersten Luft­schiffe halbstarrer Konstruktionen ihre ersten Probe­flüge, die vorwiegend agitatorischen Zwecken dienten. Das jetzt zerschellte Luftschiff UbSR W 6 war 105 m lang, hatte einen Kubikinhalt von 19 000 cbm und eine Geschwindigkeit von 100 km in der Stunde. Nach den vorliegenden Nachrichten hat sich die Kata­strophe an der Murrnan-Küste ereignet, in­mitten eines Schneesturmes, der dem Schiffskom­mando jede Orientierung unmöglich machte. Von den 19 Mitgliedern der Besatzung sind 13 tot und 6 ver­wundet. Zweifellos ist auch diesmal die Expedition in das Eismeer ungenügend vorbereitet gewesen, denn der Stand der russischen Wissenschaft ist gerade auf diesem Gebiete außerordentlich mäßig geblieben. Es ist sicherlich ein kühner Versuch des Luftschiffs gewesen, den Forschern Hilfe zu bringen, den Machthabern in Moskau wird der Entschluß dazu weniger schwer gefallen sein, sie sind es ja gewohnt, über alle Opfer hinwegzuschreiten, die aus ihrer Katastrophenpolitik erwachsen.

sen, Obergruppenführer B e ck e r l e , am Jahrestag der Machtübernahme vor den deutschen Kolonien der jugoslawischen Ort Agram und Banja - l u ka.

In Athen starb der Oheim des Königs, Prinz Nikolaus von Griechenland, im Alter von 66 Jahren. Prinz Nikolaus war der Schwiegervater des Prinzregenten Paul von Jugoslawien und des Herzogs von Kent, Bruders des englischen Königs.

König Georg VI. und die Königin Elisabeth wer­den dem französischen Staatspräsidenten i n P a - r i s vom 28. Juni bis zum 1. Juli einen Staatsbesuch abstatten. Der König wird da­bei das australische Kriegsdenkmal bei Villers-Bre- tonneux enthüllen.

Kunst und Wissenschaft.

Goeihemedaille für Professor Max Seiffert

Der Führer und Reichskanzler hat dem Pro­fessor Dr. Max Seiffert in Berlin aus Anlaß seines 70. Geburtstages in Anerkennung seiner großen Verdienste um die deutsche Musikwissen­schaft die Go e themed aille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Professor Seiffert, am 9. Februar 1868 in Bees- kow (Mark Brandenburg) geboren, Senator der Preußischen Akademie der Künste, wirkte als Leh­rer an der Hochschule für Musik und am Institut für Kirchenmusik in Berlin. Von seinen Arbeiten nennen wir dieGeschichte der Klaviermusik", die

Jnstrumentalwerke G. F. Händels" und dieOr­gelwerke Buxtehudes".

Orden für Kunst und Wissenschaft im Haus der Deutschen Kunst zu München.

Eine wertvolle Bereicherung erhielt die erste Deutsche Architektur - und Kunsthand- werksausstellungg im Haus der Deutschen Kunst in München. Der vom Führer gestiftete O,r d e n für Kun st und Wissenschaft mit Band und die Verleihungsurkunde, die alljährlich am 30. Januar den Nationalpreisträgern übergeben werden, sind gegenwärtig im nördlichen Obergeschoß des Hauses der Deutschen Kunst ausgestellt. Die Ur­kundenmappe aus rotgefärbtem Saffianleder zeigt auf Pergament die Verleihungsurkunde für Pro­fessor Paul Ludwig Tro oft, die vom Führer und Reichsminister Dr. Goebbels unterzeichnet wurde.

Festkonzert der Münchener Philharmoniker unter Mengelberg.

Als Abschluß einer in München veranstalteten niederländischen Woche" dirigierte der bekannte niederländische Dirigent Professor Willem M en­ge l b e r g die Münchener Philharmoniker bei einem festlichen Konzert in der Tonhalle, zu dem sich auch der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, der bayrische Ministerpräsident S i e- b e r t sowie die gesamte niederländische Kolonie eingefunden hatten. Bei dem Konzert wirkte die Pianistin Professor Elly Ney als Solistin mit. Stürmischer Beifall war der Dank der Zuhörer für den erlebnisreichen Abend, an dem Mengel­berg Werke von Beethoven und Tschaikowski über­ragend darbot.

Nur noch fünf Gymnasien in Hessen.

NSG. Als Ergebnis der Vereinheitlichung des höheren Schulwesens auch in Hessen gibt es jetzt nur eine Hauptform, die Oberschule. Als Nebenform tritt nur noch das Gymnasium und die Aufbauschule auf. In Hessen bleiben fünf Gymnasien bestehen, und zwar in Gießen, Büdingen, Darmstadt, Worms und Ma^nz. Die Wiedererrichtung der Aufbauschule in Alzey ist nunmehr end- aültig genehmigt. Die Aufbauschule ist mit einem Internat verbunden und bietet begabten Knaben aus Rheinhessen und Starkenburg Gelegenheit, eine höhere Schule zu besuchen.

Hessisches Trachtenfest in Berlin.

NSG. Zu einem Trachtenfest der hessischen Heimat hatten sich die Landsmannschaften der Hessen und Kurhessen in Berlin vereinigt. Fast alle hessischen Trachten waren vertreten. Da sah man die schönen Trachten der Schwalm, der Marburger Gegend, Trachten aus Oberhessen und aus dem Odenwald. Die Vorsitzenden der beiden Landsmannschaften, Dr. Knoth und Rechtsanwalt Hans Mahr, wiesen in ihren Ansprachen auf die Pflege der alten Hei­matbräuche hin, an denen gerade das Hessenland so reich ist. Die hessische Heimat bleibt auch in der Ferne stets unvergessen. In dem mit zahlreichen hessischen Stadtwappen und Reichsfahnen geschmück­ten Bürgersaal des Friedenauer Rathauses tum­melte sich in buntem Reigen das Hessenoölkchen und aab besonders mit den Erntetänzen aus der Schwalm seinen Gästen ein reizvolles, für die Berliner un­gewohntes Bild. i

Kinderreiche Familien erhalten Kinbehaliungsbeträge zurück.

NSG. Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst waren auf Grund der Einbehaltungsverord- nung des preußischen Staates vom 8. Juni 1932 Gehaltsteile einbehalten worden. Durch das Gesetz zur Milderung und Aufhebung der Einbchaltungs- beftimmungen war die Einbehaltung mit Wirkung vom 1. Avril 1935 aufbehoben und die Rückzahlung der einbeyaltenen Beträge in einigen wenigen Fäl­len ungeordnet worden. Zurückaezahlt wurden die Einbehaltungen an Waisengeld, ferner laufend beim Tode des Empfangsberechtigten und beim Ausschei­den aus dem öffentlichen Dienst.

Den Bemühunges des Sozialamts der Deutschen Arbeitsfront ist es gelungen, die Anordnung der Auszahlung der Einbehaltungsbeträge in zwei wei­teren Fällen zu erreichen, und zwar erhalten die Väter von mindestens vier Kindern die Einbchaltungsbeträge sofort zurückgezahlt. In den Fällen der Geburt des vierten Kindes nach dem Erscheinungstermin der einschlägigen Verordnung (29. Dezember 1937), erhält der Vater die Einbe­haltungsbeträge an dem auf die Geburt des vierten Kindes folgenden Monatsersten zurückbezahlt. Außer­dem werden die Einbehaltungen vom Witwen­geld zurückerstattet.^

Aus aller Wett.

Reichstagung evangelischer Verbände.

Schon auf der letzten Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Frankfurt a. M. wurde mitgeteilt, daß die nächste Reichsta - g u n g in Kiel stattfinden soll. Wie wir ersah-

Kraftfahrzeug-Winterprüfung 1958

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