vor
Hans Sturm.
Erden!)
die und
übergeben, um Ihnen die Arbeit zu erleichtern.. sagte Verdi. Jm^ ersten Augenblick konnte ich vor Rührung nichts erwidern, überwand mich dann jedoch und fragte mit bebender Stimme, warum er den Lear nicht selbst geschrieben habe? Er schloß
Keller wieder gefüllt sind, hebt die schöne Kirmes- zeit an Wochenlang vorher sind die Dörfer Kur- hessens in denen sich mit den schönen Trachten manch alter Brauch erhalten hat, in Unruhs um das Fest. Wird das Wetter günstig sein? Ist das Kirmesschwein schlachtreif? Wird Nachbars Frieder bis zur Kirmes die Trauer ablegen, daß er mit der Liesbeth tanzen kann, und kommt Försters Gretel, die allen Burschen den Kopf verdreht, wieder nach Haus? Das alles sind „Sorgen", welche die Dorfbevölkerung vor der Kirmes bewegen. Wer
sorgt da nicht gern mit?
Und nun graut dieser Herbsttag, an dem die Kirmes beginnt. Manches Borstentier hat sein Leben
sekundenlang die Augen und sagte still wie sich hin: „Vor der Gewitterszene, in der Lear auf der Heide steht, schrak ich zurück!"
von den ersten Kirmesburschen begrüßt. Die Musikanten sind ihnen allen liebe Bekannte, Jahr um Jahr spielen sie zur Kirmes auf.
Der Kirmeszug stellt sich auf. Mit klingendem Spiel bewegt er sich durch den Ort, die Kirmesburschen voran. Hinter der Kapelle wird der Kir- mesbock geführt, der später versteigert wird. Sein lautes Blöken erregt Heiterkeit. Hinter ihm marschiert die übrige Dorfjugend Arm in Arm und in Viererreihen.
Die Mädchen blicken lachend auf den Zug. Mit feierlichen Schritten bewegen sie sich im Festkleid zum Kirmessaal. Manch eine schreitet in Gedanken versunken: Wird der Verehrer aus dem Nachbardorfe heute erscheinen und vor aller Oeffentlichkeit oft mit ihr tanzen? Das ist das Zeichen, daß sie von „ihm" ehrlich geliebt wird.
Der Saal füllt sich immer mehr. Der erste Tanz wird aufgespielt, den die Kirmesburschen, also die älteren Burschen, nach alter Sitte mit ihrer Liebsten tanzen. Dann wirbeln sie alle durcheinander, tanzen links und rechts herum, lachen glückselig und jauchzen. In den Tanzpausen stehen sie im Kreise oder in Reihen und singen herrliche Volkslieder, Bauer und Handwerksmann, Hoferbe und Kleinknecht, Lehrerstochter und Großmagd in echter Volksgemeinschaft. Gewiß, vor einigen Wochen haben sie sich irgendwo einmal gezankt, ist einer dem anderen über Vie Wiese gefahren: heute ist das vergessen.
Am Abend, wenn die Nebel vor den hellerleuchteten Fenstern des Saales steigen, rückt aus den Nachbardörfern die Jugend an. Die Ehepaare aus dem Orte und auch die Alten des Dorfes sitzen im Saal und in den' angrenzenden Räumen. Die Frauen verfolgen die tanzenden Paare mit scharfen Blicken und überlegen künftige Hochzeiten, während die Männer über Ernteerträge, Aussaat, Diehhan- del und Wegebau reden. Dann aber holen auch sie ihre Frauen und tanzen zwischen der Jugend, bis der neue Tag graut.
Drei Tage lang feiern, lachen, singen sie, bis die Kirmes durch die Kirmesburschen feierlich begraben wird. Unter Absingen von Klageliedern wird die Kirmes verscharrt. Brennende Besen, Pfennigstücke und Branntweinflaschen fliegen in die Grube. Dann wird „Bär" getanzt, die Musikanten werden entlohnt und zum Dorfe hinausbegleitet.
Das ist die Kirmesfeier, die die Landbevölkerung Kurhessens alljährlich nach altem, überliefertem Brauch begeht. Die Feier hat aber noch eine tie'erß Bedeutung: Ein Volk, das in der Verehrung de» Hergebrachten schaffend steht, wird durch die Gemeinschaft in seinem Glauben an die Zukunft dec
Kirmes in Kurheffen.
23on Bernhard Schorbach.
Wenn der Oktober seinen Nebelatem über kahlen Felder haucht, wenn die Scheunen
Maestro und Gutsherr.
Scharf trennte Verdi Kunst und Leben, der große Gestalter menschlicher Leidenschaften war ein anderer als der Gutsherr von S. Agata. Dies erfährt man aus seinen zu wenig bekannten Briefen und in dem kleinen Verdi-Museum der Mailänder Scala. Hier sieht man den runden schwarzen Bauernhut des Gutsherrn, das armselige Klavier, an dem der berühmte Trauerchor des „Nabucco" entstand, der einfache Schreibtisch, Kränze, Schleifen, Bilder seiner Nächsten und Freunde und neben vielem sonstigen des Meisters Totenmaske, in der Tatwille und Güte zur letzten Erkenntnis geeint sind, jener Erkenntnis, mit der Verdi im „Falstaff" seine Arbeit beendete: Tutto nel mondo e burla! (Alles ist Spaß auf
Augen ... Augen von jener Art, die auch das zu „
entziffern wissen, was der andere als Geheimnis geopfert, damit die Bauersfrau sorglos vor dem bewahren möchte ... Im allgemeinen wortkarg und Bratetopf stehen kann; denn die Verwandten haben reserviert, sprach er wohltönend, sympathisch und , ihren Besuch angesagt, und das Haus füllt sich im mit großer Ueberlegung, doch was er sagte, war Laufe des Tages mit vielen Gästen, schwergewichtig wie Gold. Er fragte nach meinen | Gegen Mittag steigert sich die Unruhe. Schwarznächsten Arbeiten und sagte, er wisse, ich denke an gekleidete Gestalten nähern sich dem Dorf — die König Lear". Wenn das stimmt, würde -ich Ihnen Kirmesmusikanten! Jubelnd tragen die Kinder diese gern mein umfangreiches Material zu diesem Stoff - Kunde von Haus zu Haus. Im Dorskrug werden sie * Nation gestärkt.
Dekorationen wurden angefertigt, und die Eröffnung hätte im Winter 1870/71 in Kairo stattfinden können, wenn nicht der deutsch-französische Krieg einen Aufschub nötig gemacht hätte. Die Uraufführung fand schließlich am 24. Dezember 1871 vor einem auserlesenen, aus aller Herren Länder zusammengeströmten Publikums statt. An „Aida" knüpfte sich auch der damalige Streit Verdi- Wagner, der natürlich längst entschieden wurde.
Der Kammerdiener.
Wenn der Kutscher Luigi mit seinem Pferdchen durch Reggio trabte, pfiff er von seinem Kutjcheroock unermüdlich Opernmelodien von Donizetti, Bellini und anderen, am liebsten solche von Verdi. Bald wuchs seine Verehrung für den Maestro derart, daß er kurzerhand sein Pferdchen abgab und zu Fuß nach Mailand pilgxrte, um dem Gutsherrn von S. Agata seine Dienste anzubieten. Er wurde ausgenommen und machte nun alles, bürstete die Böden, putzte die Schuhe, staubte den Schreibtisch ab, machte die Botengänge, hielt die Partituren in Ordnung, die Bibliothek, und wäre auch Barbier geworden, wenn Verdi nicht standhaft seinen Doll- oart gepflegt hätte. Als Verdi für einige Aufführungen nach Petersburg verpflichtet wurde, Luigi in S. Agata alles in Ordnung halten. Eine halbe Stunde vor der Abreise kam Luigi erhitzt an und meinte: „Jetzt können wir fahren. Ich bin da!" — „Dein Paß?" lachte Verdi. — „Ist in Ordnung!" — „Dein Gepäck?" — Luigi wies auf ein großes blaues Taschentuch, das an den vier Ecken zusammengeknotet war. Verdi meinte: „Aber dort scheint keine italienische Sonne!" — „Dann wird mich ein Schnaps wärmen!" Jetzt kaufte Verdi in aller Eile einen gefütterten Mantel, Stiefel und einen Pelzkragen. Luigi wurde mitgenommen und soll doch noch gefroren haben
Mascagni erzählt.
Kurz nach der Uraufführung der „Cavalleria rusticana" stellte der Verleger Ricordi Mascagni dem Maestro vor, wovon der junge Komponist begeistert berichtet hat: „Kaum hatte er mich erblickt, drückte er mir die Hand mit großer Herzlichkeit. Was mich sofrt gefangen nahm, waren seine
Hr.236 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)
8./9. Oktober 1938
Aus der Stadl Gießen.
Neue Saat.
Eilig, sich überstürzend, rasen die Wolken am Himmel dayln. Ab und zu ichaut ein Stückchen blauer Himmel hervor. Schon vorbei. ylcue Dw|jen wälzen sich heran, dann und wann fällt ein talier Regenschauer. Unaufhaltsam ziehen die Wolken. Von yeit zu Zeit imn9t die eonne noch Einmal hindurch, dann kommt eine neue graue Wand. Der wilde Sturmwind packt sie, urfb bald fliegen die dunklen Fetzen am Himmel dahin.
So braust der Herbststurm über die Stoppeln des leeren Feldes. Er zerrt und reißt an den jungen Obstbäumen, bis das Band am Pfahl losgescheuert ist, bis der Baum hilflos im Winde hangt. Alte, würdige Riesen, die viele Menschenalter hindurch treulich ihre Früchte brachten, knickt er um, und fährt dann wütend in das Unterholz des nahen Waldes. Die Blätter wirbeln in der Luft, die Aeste krachen, und ächzend neigen sich die Bäume. —
In diesen Tagen, in denen der Herbststurm den kommenden Winter einleitet, in einer Zeit, in der die Natur sich zum Schlafe rüstet, fährt der Bauer hinaus, um die Winterfrucht zu säen.
Mit langsamen Schritten geht er hinter seinem Pflug. Wir sehen die dampfenden Pferde, die blinkende Pflugschar beim Wenden am Ende des Ackers. Und dort drüben pflügt geruhsam ein „Kühbäuer- chen", Furche für Furche.
Stundenlang kann man den pflügenden Bauern zusehen. Welche tiefe Bedeutung hat gerade diese Arbeit im Herbst! In den Tagen, in denen die Bäume ihr Laub verlieren, die Wiesen braun und gelb werden, alles sich zur Winterruhe vorbereitet, in diesen Tagen legt der Bauer die goldenen Saatkörner in die Erde und vertraut auf die Zukunft. Mitten im Sterben der Natur legt er neue Keime, neue Hoffnungen. Ist das nicht wie ein Bild des Lebens? Trotz Schnee unfy Eis werden die kleinen Pflänzchen bleiben. Ihr Leben überdauert die Kälte. Und dann wird die Sonne wieder kommen und ihnen helfen. Die Lerchen bauen ihre Nester in die zarten Hälmchen, und auch die Wachteln werden wieder ihren Rufr erschallen lassen.
Gegen Abend hat der Banker seine Arbeit vollendet, hängt Wagen und Maschine wieder zusammen und fährt heimwärts. Er hat fein Werk getan. Nun kann der Winter kommen. Im Geiste sieht er seinen Acker schon mit den hochgewachsenen Halmen im Winde sich bewegen.
Gottes Segen leuchtet, lauer Regen feuchtet das entkeimte Grün. Flock, o Schnee, und strecke deine Silberdecke schirmend drüber hin! (v. Salis.) H.
Vornotizen
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Liebesbriefe aus dem Engadin". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „13 Stühle". — NS.-Marinebund Marine-Kameradschaft Gießen 1892: 20.30 Uhr Monatsmusterung. — Bauerscher Gesangverein: 14.15 Uhr: Stadtkirche.
Tageskalender für Sonntag.
Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Lief sbriefe aus dem Engadin". — Lichtspielhaus, Bahnyofstraße: „13 Stühle". — Großdeutsche Feuerbestattung: ab 15 Uhr Führung durch die Anlagen des Krematoriums in Gießen.
Spielplan des Stadttheaters vom 9. bis 16. Oktober.
Am Sonntag, 9. Oktober, sindet die Aufführung der ersten Lustspiel-Operette der Winterspielzeit statt. „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette in drei Akten von Rudolf Weys, Musik von Robert Stolz, ist die neueste Operette des Komponisten. Musikalische Leitung Joachim Popelka, Spielleitung: Gert Buchheim. Tänze:
poflverbinbung von und nach Gießen.
Abfahris- und Ankunftszeiten der Züge mit Postbeförderung auf dem Bahnhof Gießen.
Die schnelle Beförderung der Brief- und Paket- post ist für den Geschäftsmann sowohl, als auch für den Privatmann täglich eine Angelegenheit von besonderer Bedeutung. Wenn Briefe in- den nächsten Briefkasten geworfen oder direkt zum Postamt gebracht werden, oder wenn an dem Paketschalter Pakete zur Auflieferung kommen, umgekehrt von auswärts Briefe und Pakete erwartet werden, besonders in dringenden Fällen, stets ist dann bei dem Absender oder dem Empfänger die Frage akut, ob wohl die Sendung mit diesem oder jenem Zuge noch mitgehen bzw. ankommen werde. In zahlreichen Fällen hängt vor allem für den Geschäftsmann hinsichtlich seiner Disposition viel davon ab, daß er genau weiß, wann die von ihm aufgelie- ferte Post die nächste Abbeförderungsmöglichkeit hat bzw. nach welcher Zugankunft er auf dringlich erwartete Brief- oder Paketpost rechnen kann.
Um den Gießener Volksgenossen zuverlässige Anhaltspunkte über die Postverbindungen von und nach Gießen an die Hand zu geben, haben wir uns an das Postamt Gießen gewandt mit der Bitte, uns die Zugoerbindungen für die abgehende und für die ankommende-Post des Gießener Postamts nach dem neuesten Fahrplan anzugeben Daraufhin wurde uns von der zuständigen Dienststelle des Postamts Gießen in dankenswerter Weise folgender Beförderungsplan für die von Gießen abgehende bzw. in Gießen ankommende Poft zur Verfügung gestellt.
Züge mif abgehender post.
Dom Bahnhof Gießen nehmen folgende Züge Poft mit: 0.01 Uhr O-Zug Kassel—Berlin: 1.20 Uhr O-Zug K-assel—Berlin, täglich außer Montags; 1.33 Uhr O-Zug Kassel—Hamburg, täglich außer Montags; 4.24 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.— Basel, täglich außer Montags; 4.31 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Basel, täglich außer Montags; 5.19 Uhr Pz = Personenzug in Richtung Betzdorf;
5.38 Uhr Pz in Richtung Gelnhausen; 5.41 Uhr Pz in Richtung Koblenz; 5.45 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Wiesbaden, nur werktags; 5.49 Uhr Pz in Richtung Fulda; 6.03 Uhr Ez = Eilzug in Richtung Koblenz—Trier, täglich außer Montags; 6.48 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 7.15 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Mainz—Saarbrücken; 7.54 Uhr O-Zug Kassel—Berlin; 7.55 Uhr O-Zug Frankfurt a. M.—Basel (Stuttgart—Friedrichshafen); 8.43 Uhr O-Zug Siegen—Hagen—Essen, täglich außer Montags; 9.37 Uhr Ez in Richtung Frankfurt a. M., täglich außer Montags: 9.57 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.: 10.54 Uhr Pz in Richtung Koblenz, werktags außer Montags; 11.19 Uhr Ez Kassel—Hannover; 12.09 Pz in Richtung Köln, nur werktags; 12.40 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 15.17 Uhr Pz in Richtung Siegen- Oberhausen; 15.29 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 15.46 Uhr Pz in Richtung Köln, nur werktags; 15.59 Uhr Pz in Richtung Hannover; 16.38 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a.M.; 17.31 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M.; 18.15 Uhr Pz in Richtung Koblenz; 18.27 Uhr Pz in Richtung Kassel; 18.30 Uhr Ez in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 18.55 Uhr Pz in Richtung Gelnhausen, nur werktags; 19.58 Uhr Pz in Richtung Marburg, nur werktags; 20.10 Uhr Pz in Richtung Fulda, nur werktags; 21.20 Uhr Ez in Richtung Siegen, nur werktags: 21.39 Uhr O-Zug in Richtung Frankfurt a. M., nur werktags; 21.50 Uhr Pz in Richtung Frankfurt a. M„ nur werktags; 22.12 Uhr O-Zug Kastel-^Hamburg, nur werktags; 22.26 Uhr O-Zug in, Richtung Frankfurt a. M.; 23.43 Uhr O-Zug Kassel—Berlin.
Züge mif ankommender posf.
Im Bahnhof Gießen kommen folgende Züge mit Post an: 1.18 Uhr O-Zug aus Richtung Basel—Frankfurt a. M., täglich außer Montags; 1.31 Uhr O-Zug aus Richtung Bafel—Frankfurt a.M., täglich außer Montags; 4.22 Uhr O-Zug aus
Richtung Hamburg—Kassel, täglich außer Montags; 4.30 Uhr O-Zug aus Richtung Berlin—Kassel, täglich außer Montags; 5.35 Uhr O-Zug aus Richtung Berlin—Kassel, nur werktags; 6.31 Uhr Pz aus Marburg, nur werktags; 7.11 Uhr O-Zug aus Berlin—Kassel; 7.35 Pz aus Frankfurt a. Äs. nur werktags; 7.36 Uhr Pz aus Betzdorf, nur werktags; 7.46 Uhr Pz aus Fulda; 7.50 Uhr O-Zug aus Hamburg— Kassel; 7.51 Uhr O-Zug aus Frankfurt a.M., täglich außer Montags; 8.36 Uhr O-Zug aus Frankfurt a. M„ täglich außer Montags? 8.56 Uhr Pz aus Kassel; 8.57 Uhr Pz aus Koblenz; 9.24 Uhr Pz aus Gelnhausen; 9.50 Uhr Pz aus Marburg; 11.15 Uhr Ez aus Frankfurt a. M.; 12.04 Pz aus Fulda; 12.08 Uhr Pz aus Köln: 12.25 Uhr Pz aus Kassel; 12.26 Uhr Pz aus Frankfurt a. M., nur werktags; 14.29 Uhr O-Zug aus Bremen—Hamburg—Kassel, nur werktags; 14*36 Uhr Pz aus Koblenz, nur werktags; 14.48 Uhr Pz aus Gelnhausen, nur werktags; 14.52 Uhr Pz aus Frankfurt a. M.; 15.10 Uhr Pz aus Frankfurt a. M.; 15.22 Uhr Pz aus Oberhaufen—Hagen—Siegen ; 15.37 Uhr Pz aus Koblenz; 15.50 Uhr O-Zug aus Stuttgart—Frankfurt a. M., nur werktags; 16.28 Uhr Pz aus Kassel; 17.19 Uhr Pz aus Marburg; 18.08 Uhr Pz aus Frankfurt a M., nur werktags; 18.26 Uhr Ez aus Hannover— Kassel; 19.33 Uhr Pz aus Fulda, nur werktags; 19.34 Uhr Pz aus Köln—Betzdorf, nur werktags; 19.36 Uhr Pz aus Gelnhausen; 19.48 Uhr Pz aus Frankfurt a. M„ nur werktags; 20.42 Uhr Pz aus Kassel, nur werktags; 21.04 Uhr Pz aus Koblenz; 21.14 Uhr E? aus Frankfurt a. M„ nur werktags; 21.32 Uhr O-Zug aus Esten—Hagen—Siegen, nur werktags; 21.34 Uhr Pz aus Fulda, nur werktags; 22.08 Uhr O-Zug aus Basel—Stuttgart—Frankfurt a. M„ nur werktags; 22.36 Uhr Pz aus Köln—Wetzlar, nur werktags; 23.34 Uhr Ez aus Trier—Koblenz, nur werktags: 23.51 Uhr O-Zug aus Wiesbaden- Frankfurt a. M.
Eine Neunzigjährige.
Am kommenden Montag, 10. Oktober, kann Frau Katharina Hahn, Witwe, geb. Wöll, Schiffenber- ger Weg 39II, ihren 9 0. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau erfreut sich noch aller geistigen und körperlichen Frische und nimmt an den
Ereignissen unserer Zeit noch regen Anteil. Mit Vorliebe erzählt sie aber auch von vergangenen Zeiten. Sie wurde im Revolutionsjahr 18*48 in Laubach geboren, wo ihr Vater Posthalter war. Sie erinnert sich noch genau der schönen Postkutschen und der vielen Pferde, die in Remisen und Ställen ihres Vaters standen. Damals wurde der Postdienst durch ihren Vater zwischen Laubach und Schotten versehen. Gerne erzählt sie auch von der Sensation, die in Laubach hervorgerufen wurde, als ihr Vater ein-
Dem Auge das Beste!
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mal von Gießen die erste Petroleumlampe mit nach Laubach brachte und dann, als er wieder nach Gießen fuhr, gleich für den größten Teil der Einwohnerschaft Petroleumlampen mitbringen mußte. Lebhaft erinnert sie sich der Kriegszeiten von 1866, 1870/71 und 1914—1918. 13 Kindern schenkte sie das Leben, davon dreimal Zwillinge. Seit dem Jahre 1873 wohnt sie in Gießen. Seit Jahrzehnten gehört sie zum Stamm der treuen Leser des Gießener Anzeigers. Wir beglückwünschen die Jubilarin herzlich zu ihrem Geburtstage.
\ HL./ Dann und Lungbann 116.
Sozlalsielle.
Im Bereiche der Reichspostdirektion Frankfurt am Main, also auch die Kreise Gießen und Friedberg, werden am 1. April 1939/40 Postjungboten
Thea Maaß, Bühnenbild: Karl Löffler. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Vorstellung um 19.30 Uhr beginnt. Ende 22.30 Uhr. Außer Miete?
Dienstag, 11. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Dienstag-Miete 2. Vorstellung.
Mittwoch, 12. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr: Erstaufführung „Eine Fran wie Jutta", Lustspiel in drei Akten von Möller und Lorenz. Spielleitung: Karl Volck. Mittwoch- Miete. 3. Vorstellung.
Freitag, 14. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Freitag-Miete 3. Vorstellung.
Samstag, 15. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr: KdF.-Feierabendring, 1. Vorstellung „Der süßeste Schwindel der Welt", Lustspiel-Operette von Robert Stolz. Freier Kartenverkauf.
IBDMwtRMrWroiit
NS.-Gemeinschaft ..Kraft durch Zreude".
Die während der Sommermonate ausgefallenen Dienstag-Schwimmstunden beginnen wieder am Dienstag, dem 11. Oktober 1938, von 20 bis 21 Uhr für Männer und Frauen gemeinsam, von 21 bis 22 Uhr für Männer und Frauen gemeinsam. Teilnehmergebühr für DAF.-Mitglieder 30 Pf. pro
I Stunde. 6419D
Vom unbekannten Verdi.
Zu seinem 125. Geburtstage am 10. Oktober
' Ein Dorftifchler entdeckt Verdi.
Das alte kleine Spinett in der armseligen Hütte seines Vaters zu Roncole, an dem sich Verdi als Kind mit ungeschickten Fingern die ersten Melodien und Akkorde zusammensuchte, trägt auf dem Deckel eine Inschrift, die ein armer Dorftischler unbeholfen und in fragwürdiger Rechtschreibung eingekritzelt hat. Sie verdient festgehalten zu werden: „Ich Stefano Caoaletti, habe* dieses Instrument repariert und wieder instand gesetzt. Habe auch unentgeltlich ein neues Pedal gemacht und die Tasten teilweise erneuert. Das alles tat ich, weil ich die musikalische Begabung des kleinen Giuseppe erkannte und den Wunsch hatte, ihm sein Spiel auf dem Instrument zu erleichtern. Wenn mir dies gelungen, bin ich reichlich belohnt. Geschrieben im Jahre des Herrn 1821."
Goethe-Lieder.
Verdis Hauptschaffen gehört der Bühne. Im Konzertsaal ist er vertreten mit dem Requiem und 'dem Quartett; hierhin gehören auch seine etwa vor 6 Jahren wieder aufgefundenen Liedkompositionen, von denen fünfzehn vor 1846 entstanden sind. Erst 1880 schreibt er sein schönstes Ave Maria, das er bereits dreimal vertont hatte. Zu seinen besten Liedern dürften die sechs Romanzen' gehören, mit denen er 1838 beinahe debütiert hätte; in ihnen liegt schon die dunkle Tragik seiner großen Opern, liegt schon Verdis Können angedeutet. Er nahm von Euripides und Tacitus, von Dante, Mokiere, Voltaire, Byron, Shakespe'are, Calderon, Puschkins Schiller und Grillparzer Texte; unbekannt blieb, bis vor einigen Jahren, daß er^Goethes Gretchenmono- loge („Meine Ruh ist hin" und „Ach, neige, du Schmerzensreiche") vertonte Verdis Lieder bereichern nicht nur unser Wissen um den Musiker, sondern auch um den Menschen.
Holde Aida.
Dor fast siebzig Jahren bestellte der ägyptische Khedive Ismail Pascha zur Eröffnung des von ihm erbauten italienischen Theaters eine Prunkoper aus der ägyptischen Geschichte. Zuerst war Verdi von dem Plan wenig erbaut und hoffte von der Angelegenheit loszukommen, indem er die ansehnliche Summe von 150 000 Lire für die Partitur forderte. Der Khedive ging ohne Zögern auf die Forderung des Maestro ein und sandte ihm den Tertentwurf des Aegyptologen Mariet Bey, an dem sich Verdi sofort begeisterte. Die Partitur wuchs schnell, die


