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Geschichten aus aller Welt

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I. V.: Nicolaus, Beigeordneter.

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polnisch können." Der Junge sieht ganz danach aus, als ob er einen eifernen Willen hätte.

So greift der Wechsel bis in die engsten Sphären des menschlichen Lebens, bis in die Familie hinein. Aber hier ist Grenzland dreier Völker. Und der Grenzländer, gleichgütig, welcher Nation er angehört, ist zäh und beharrlich, er wird die Schwierigkeiten unverdrossen zu überwinden suchen, die sich ihm entgegenstellen. Es bleiben ihm ja die schönen, blauen Berge der Beskiden, auf denen die Herbst sonne liegt. Es bleibt die stille und an­heimelnden Olsa, bisher der Schicksalsfluß dieses Landes, das nicht nur den Reichtum der Fluren, sondern auch große Schätze in den Steinkohlen­schächten birgt. Die polnische Nation hat erbittert um dieses Land gekämpft. Bor dem Plastenschloß drüben steht noch die erzene Polin auf Stein, die einen Schwerthieb nach dem Westen führt. Durch zwanzig Jahre hindurch war dieses Denkmal für die polnische Mehrheit dieses Gebiets ein Mahnung. Heute ist es nur noch Erinnerung.

Vertreter, '

2. Hauslisten V, enthaltend sämtliche Personen, die im Haus wohnen, und zwar sind diese vom Hausbesitzer, seinem Vertreter oder dem Hausverwalter aus den Haushalts­listen in diese zu übertragen,

3. Haushaltslisten, vom Haushaltungsvorstand, 4. Betriebsblätter, vom Betriebsinhaber.

Es wird empfohlen, vor der Ausfüllung der Listen die Anleitung auf den Vordrucken genau zu beachten. Die einzelnen Spalten der Listen müssen vollständig und gut leserlich ausgesüllt werden, da nach den Haushaltslisten die Steuerkarten und zum Teil die Bürgersteuerbescheide für 1939 ausgestellt werden. Die rechtzeitige Abgabe und genaue Aus­füllung der Vordrucke erspart unter anderem persön­liche Einladungen und Vorsprachen, spätere Nachfragen nach der Steuerkarte für 1939, sowie die Anforderung zu hoher Lohn-, Kirchen- oder Bürgersteuer usw.

Die ausgefüllten Vordrucke, und zwar die Haus­haltslisten und Betriebsblätter, sind sofort dem Hausbesitzer oder dessen Vertreter abzugeben, der in der Hausliste die Vollständigkeit der Haushalts­listen und Betriebsblätter zu bescheinigen, die Haus­liste V auszusüllen und die gesammelten Listen zur Abholung bereitzuhalten hat.

Die Erfüllung dieser Verpflichtungen kann aus Grund der Reichsabgaben-Ordnung durch Strafen erzwungen werden. .

Das Austragen der Vordrucke wird rm laufe dieser Woche erfolgen, während das Etnsammeln von Donnerstag, den 13. Oktober 1938 ab durch­geführt wird. .

Ich erwarte bestimmt von allen m Frage kom­menden Volksgenossen, daß sie die ehrenamtlich tätigen Helfer (Blockwalter der NSV.) bei ihrer Arbeit weitgehendst unterstützen, damit das Austeilen und Einsammeln der Listen ordnungs­gemäß, gewissenhaft und fristgerecht erledigt Werden ; kann. Die Zählung erfüllt nur dann ihren Zweck, . wenn alle in den Listen gestellten Fragen lückenlos und richtig beantwortet sind, und daß im übrigen jedes Haus durch eine Hausliste, jede Haushal­tung durch eine Haushaltsliste und jeder Betrieb )urch ein Betriebsblatt erfaßt worden ist.

Gießen, den 4. Oktober 1938.

Der Oberbürgermeister.

Wieseck, den 7. Oktober 1938.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehause Marburger Straße 39 aus statt.

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Frau Krauses erster Gedanke beim Waschen tst weiches Wasser! Sie weiß, darin schäumt Waschmittel und Seife viel besser! Sie macht sich immer vor Bereitung der Lauge durch einige Hand­voll Henko-Bleichsoda das Wasser weich und kalkfrei. Dadurch erreicht sie, daß die Seife, die ja in jedem guten Waschmittel enthallen ist, ohne Verlust auS- genutzt wird. Eins muß man allerdings beachten: die Zugabe von Henko muß immer etwa 15 Minuten vor Bereitung der Waschlauge erfolgen - um ss besser ist dann die Wirkung!

einer der Männer, die beobachtet wurden, sprach länger als fünf Minuten. Im Gegensatz dazu stellte eine Frau, die in eine Fernsprechzelle am Trafalgar Square gegangen war, einen außerordentlichen Re- forb aus: sie legte den Fernsprechhörer nach genau einer Stunde und sieben Minuten aus der Hand, wobei sie in der ganzen Zeit nur ein einziges Ge­spräch geführt hatte. Sehr häufig waren die Fälle, in denen Angehörige des weiblichen Gescvlc -s zwanzig bis dreißig Minuten am Fernsprecher blieben, ohne die in großen Buchstaben über ihnen schwebende MahnungFasse dich kurz!" auch nur eines Blickes zu würdigen, ohne sich auch nur im Geringsten darum zu kümmern, daß sich inzwischen eine ganze Schlange von Menschen aufgestellt hatte, die den Fernsprecher auch benutzen wollten.

Kummer mit Zwillingen.

F. Nancy.

Die Sorgen einer Frau, die einen Mann heira­tete, der einen ihm vollkommen ähnlichen Zwillings­bruder besitzt, bereiteten einem Scheidungsrichter in Nancy schwere Kopfzerbrechen. Die Frau beantragte die Scheidung, weil ihr Mann darauf besteht, mit seinem Zwill'igsbruder zusammen zu wohnen. Es sei ihr aber unmöglich, so begründete sie ihr Schei­dungsoerlangen, die beiden Brüder zu unterscheiden. Wenn sie glaubte, irgendeinen Kummer ihrem Mann anzuvertrauen, konnte sie sicher sein, die Ant­wort zu erhalten:Aber ich bin doch dein Schwa­ger!" Noch schlimmer war es, wenn sie ihrem Manne eine Gardinenpredigt hielt. Ihre Vorwürfe waren immer an den Schwäger gerichtet; denn selbst wenn sie wirklich ihren Mann vor sich hatte, be­hauptete dieser einfach, sein eigener Bruder zu semi Die beiden Zwillingsbrüder besitzen gemeinsam einen Laden. Dor der Heirat wohnten sie zusam­men im ersten Stockwerk ihres Hauses. Nach der Heirat übernahm das junge Paar den ersten Stock, und der übrigbleibende Junggeselle zog in den zwei­ten, jedoch nahm man die Mahlzeiten gemeinsam ein, und da entstanden die Verwicklungen. Noch größer wurde schließlich die Verwirrung, als der Junggeselle sich eine Freundin anschaffte; denn diese Freundin irrte sich ebenfalls ständig. Und nun kam zwischen beiden Frauen die Eifersucht hinzu; denn die Ehefrau behauptete, sie wisse niemals, ob nicht etwa ihr Mann mit der Freundin seines Bruders ausgehe und umgekehrt.

Die verheircktete Frau »erlangte, daß die Brüdet sich trennten. Dies lehnten sie aber kategorisch ab. Sie seien ihr ganzes Leben zusammen gewesen, hatten gemeinsam gelernt und gearbeitet und konn­ten sich ein getrenntes Dasein einfach nicht vor­stellen. Der Richter prüft noch nach, ob die fran­zösischen Gesetze einen Paragraphen enthalten, auf , Grund dessen man eine Ehescheidung wegen allzu i großer Aehnlichkeit von Zwillingsbrüdern ausspre- : chen kann.

Rumpsstaates, mein Onkel wird Reichsdeutscher unb ich erhalte einen polnischen Paß." So spielt das Schicksal einer Familie mit, die einem deutschen Bürgergeschlecht von Teschen entstammt. Aber wie vielekleine" Probleme bleiben ungelöst auf einem Stück Erde wie diesem, auf dem drei Völker feit Jahrhunderten um Geltung ringen.

Wir treten in ein (^schäft ein.Ich habe nun in allen drei Staaten, deren Grenzen hier zu- fammenstoßen, Kunden. Wie wird man nun die noch fälligen Zahlungen regeln?" Hier wird eine klug ausgewogene Uebergangszeit notwendig sein, die neue Zusammenhänge dort herstellt, wo alte Wirtschaftsfäden durchschnitten wurden.Jetzt habe ich meinem Jungen endlich ein wenig tschechisch beigebracht", sagt ein Vater,nun muß er polnisch lernen. Es wird ihm noch lange alles durcheinander kommen." Der Junge, der noch die Jungturnerkluft trägt, ist etwas entrüstet.Nein, Vater, ich werde mich hinsetzen und büffeln. Eins! Zwei! werde ich

Bestellungen werden durch Sammler abge^holt.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Der Alkohol und der Elefant.

(m.) Colombo (Ceylon).

,Der Angeklagte hat in betrunkenem Zustande einen Kraftwagen gelenkt." Diese Feststellung hört man in allen Sprachen leider nur zu oft vor den Gerichtshöfen aller Herren Länder. Immer wieder gibt es gewissenlose Menschen, die nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben vieler Mitmen­schen dadurch gefährden, daß sie sich betrunken an bas Steuer eines Autos setzen unb Derkehrsunfalle verschulben. Selbst in Ceylon kennt man bieses Ver­gehen unb die ominöse Formel:Der Angeklagte hat in betrunkenem Zustande ...", die die Verurteilung einzuleiten pflegt. Ein Richter hat dort aber m die­sen Tagen zum ersten Male einen Fall abzuurtei- len gehabt, bei dem der Angeklagte sich, sozusagen an das Steuer eines Elefanten gesetzt" hat. Die Anklage richtete sich gegen einen Mahout, einen ein­geborenen Elefantentreiber, der nach den gesetzlichen Bestimmungen genau so behandelt werden mußte wie der Lenker eines Kraftfahrzeugs. Der Mahout hatte dem Alkohol so reichlich zugesprochen, daß er den seiner Obhut anoertrauten Elefanten nicht ord­nungsgemäß führen konnte unb baburch einen Un­fall verschuldete. 5 Rupien waren die Geldbuße, mit der dieses Vergehen geahndet wurde.

Wettlauf zwischen Känguruh und Eisenbahn

B. Newcastle.

Ein Wettlauf zwischen einem Känguruh und der Eisenbahn wurde einmal vom fahrenden Zug aus in Neu-Südwales beobachtet. Das Känguruh wei­

dete friedlich an der Eisenbahnstrecke, als der Zug heranbrauste. Da hob das Tier seinen Kopf, wie wenn es darin eine Aufforderung zum Messen der Kräfte erblickte, und begann in Riesensprüngen neben dem Zuge herzueilen. Im Nu waren alle Abteilfenster mit Zuschauern besetzt, es wurden Wetten abgeschlossen, wer in dem seltsamen Rennen Sieger bleiben würde, das man mit größter Span­nung verfolgte. In fünf Meter langen Sprüngen setzte das Känguruh über Baumstümpfe unb Steine, überroanb spielend die Hügel, die ihm im Wege la­gen und hielt fünf Kilometer weitgleichen Schritt" mit dem dahinbrausenden Zuge. Dann bot sich ihm ein sehr hohes Hindernis, vor dem es einen Augen­blick stoppte, um dann mit mächtigem Satz hinüber­zufliegen. Diese Tat schien aber seinem Ehrgeiz ge­nügt zu. haben. Es blieb plötzlich stehen und sah dem Zug unverwandt nach, bis er verschwunden war...

Sie wird für Ordnung sorgen.

(th) Neuyork.

Mögen die Männer ruhig so etwas von oben herab die Frauen als dasschwache Geschlecht" be­zeichnen, die wohllöblichen Stadtväter von Bell Centre im amerikanischen Staate Wisconsin haben ihre eigene Ansicht darüber, wer als der Stärkere anzusehen ist... In Bell Centre war der Posten eines Stadtpolizisten frei geworden. Lange suchte man unter den Bewerbern einen geeigneten Mann, ber energisch für Ruhe unb Drbnung in der Stadt sorgen und das Eigentum ber Bürger schützen würde. Schließlich fand man eine geeignete Per-

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Jetzt ist die Zeit einer xOWH/v

Todes-Anzeige.

Am 6. Oktober, abends 10y2 Uhr, entschlief nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter und Urgroßmutter

Frau Marie Spuck, geb. Schmidt

In tiefer Trauer:

Ludwig Spuck Familie Otto Spuck

Familie Karl Schneider Familie Hans Polster.

Betr.: Personenstands- und Betriebsaufnahme nach dem Stand vom 10. Oktober 1938.

Bekanntmachung.

Durch Verfügung des Herrn. Reichsstatthalters in Hessen Landesregierung Abt. III (Innere Verwaltung) vom 20. 9.1938 wird auf Anordnung des Herrn Oberfinanzpräsidenten Hessen in Darm­stadt am 10.10.1938 in der Gemarkung Gießen eine Personenstands, und Betriebsaufnahme durch­geführt.

Das Austtagen und Einsammeln der Hausnsien, Haushaltungslisten und Betriebsblätter erfolgt durch die Blockwalter der NSV. Sollten Hausbesitzer, Haushaltungsvorstände, Bettiebsführer usw. die Vordrucke nicht erhalten, dann ersuche ich die feh­lenden Listen auf Zimmer Nr. 18 des Stadt Hauses, Bergstraße 20, abholen zu lassen.

Nach dem Stand vom 10. 10. 1938 müssen aus- gefüllt werden: _ ,

1. Hausliften, enthaltend sämtliche Haushal tüngen und Betriebe des Grundstückes und zwar durch den Hausbesitzer oder seinen

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Heute vormittag. 5x/a Uhr, entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein guter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Grobvater, Bruder, Schwager und Onkel

Wilhelm Rinn V.

Landwirt

im 66. Lebensjahre.

In tiefer Trauer:

Elisabethe Rinn Familie Ernst Römer Familie August Rinn Familie Emst Rinn. Familie Ewald Rinn

Heuchelheim, den 7. Oktober 1938.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 9 Oktober, nachmit­tags 2Uhr vom Trauerhause,Ludwig-Rinn-Str.7 aus statt

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sönlichkelt, die im amtlichen Bericht u. a. folgender-. > maßen charakterisiert wurde:23 Jahre alt, Gewicht I 2 Zentner 10 Pfunb, Körperbau außerordentlich ; muskulös." Diese gewichtige Persönlichkeit ist eine ! Frau, die nach Meinung ber Behörde besser als alle Männer, die sich um den Posten bemüht hatten, für die nötige Zucht in Bell Centre sorgen wird. Die 1 Stadtväter haben offenbar ifyre Erfahrungen.

Die alten Liebesbriefe.

T. London.

Hier droht eine noch ziemlich junge Ehe in die , Brüche zu gehen, weil die Frau von ihrem Mann verlangte, daß er die Briefe, die er von Frauen vor seiner Eheschließung erhalten hatte, verbrennen sollte. Der Mann weigerte sich energisch, dies zu tun, da er nicht wegen der übertriebenen Eifersucht seiner Frau Erinnerungen an harmlose Freund­schaften seiner Jugend vernichten wolle. Er konnte besonders den Umstand geltend machen, daß er von seiner Frau auch nicht die Vernichtung der Briefe verlange, die sie vielleicht vor ihrer Ehe er­halten habe. Darauf entgegnete die Frau, daß sie gerade deswegen das Bedangen an ihren Mann richte weil sie bedauerlicherweise kurz vor der Hei­rat aus freien Stücken ihre alten Liebesbriefe ver­brannt habe und er deshalb auch keine zu besitzen brauche. Während der Richter noch prüfte, welche Entscheidung er treffen solle, meldete sich eine äl­tere Hausangestellte, die die Ehefrau aus dem Haus­halt ihrer Eltern übernommen hatte und gestand, daß sie seinerzeit den Auftrag zur Verbrennung der Briefe der Braut nicht ausgeführt habe, sondern diese bei sich verwahrt habe, weil sie es nicht übers Herz habe bringen können, so etwas zu vernich­ten. Der Versöhnungsvorschlag des Richters hatte sofort Erfolg, und nun haben sie beide ihre alten Liebesbriefe!

Das Schwätzchen in der Fernsprechzelle.

B. London.

Die Fernsprechzelle ist für die schwatzhaften Frauen unserer Zeit das geworden, was früher einmal der Brunnen auf dem Marktplatz war, an dem sich die Gevatterinnen zu einem endlosen Schwätzchen versammelten." Diese nicht gerade schmeichelhafte Feststellung findet sich in einer Denk­schrift, die von der Londoner Poftbehörde veröffent­licht wird, nachdem sie eine statistische Untersuchung über die Benutzung der öffentlichen Fernsprechzellen vorgenommen hat. Vor einer größeren Anzahl Zel- : len, die mit Fernfprechautomaten versehen waren, ließ sie Beamte Aufstellung nehmen, die sehr ge­schäftig taten, aber keine andere Aufgabe hatten, als mit der Uhr in der Hand die Dauer der Fernsprech­unterhaltungen zu kontrollieren. Das Ergebnis über- t stieg auch die pessimistischsten Erwartungen; es zeigte, [ daß auch am Fernsprecher die Frauen eine ganz = unwahrscheinliche Gesprächigkeit entfalten. Nicht

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