m.2 0 Zweites Blatt
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag. 8. September 1958
Der Reichsarbeitsdienst vor dem Führer.
Stolzes Bekenntnis zur Arbeit als sittlicher Pflicht. — Oer Spaten im Dienst der Sicherung und Erhaltung des Reiches.
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Die Fahnenabteilungen des Reichsarbeitsdienstes marschieren am Führer vorüber, der in seinem Wagen steht. Rechts vor dem Wagen steht Reichsarbeitsführer Hierl, während links der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, Reichsinnenminister Dr. Frick und zahlreiche weitere führende Persönlichkeiten Aufstellung genommen haben. — (Scherl-M.)
40000 Arbeitsmänner vor dem Führer.
Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Der erste große Aufmarsch des Reichsparteitages Großdeutschlands war den Männern des Arbeitsdienstes Vorbehalten. Unter wolkenverhangenem Himmel sind seit den frühen Morgenstunden die erdbraunen Ko- lonnen des Arbeitsdienstes zum Aufmarsch auf der Zeppelinwiese anmarschiert. Zn zehn gewaUigen Marschsäulen stehen die 34 Arbeitsgaue bereit. Die massiven Tribünenaufbauten, die sich rings um das gewaltige Viereck ziehen, sind Kopf an Kopf besetzt. Auf der Ehrentribüne haben die ausländischen Missionschefs, das gesamte Führerkorps der Bewegung, die Generalität, die Behörden, die ausländischen Delegationen und die Ehrengäste der Partei Platz genommen. Vor dem Mittelblock der Haupttribüne sind die Gauarbeitsführer und die Amtschefs des Reichsarbeitsdienstes angetreten. In dem Ausschnitt, der den Blick auf die Aufmarschstraße zur Zeppelinwiese und dem dahinterliegenden Reichswald freigibt, steht das Mal der Arbeit: ein gewal- tiger Vierkantblock mit dem Zeichen des Arbeitsdienstes, dem Spaten und den gekreuzten Aehren, gekrönt. Auf den Stufen steht der Fanfarenzug des Reichsarbeitsdienstes, der wenige Minuten vor 9 Uhr die Ankunft des Führers kündet. Unter jubelnden Kundgebungen fährt er bis zur Mitte der Haupttribüne, wo ihn der Reichsarbeitsführer, Reichsleiter Hierl, und Reichsinnenminister Dr. Frick empfangen.
Auf der an der Haupttribüne vorbeiführenden 50 Meter breiten Straße sieht man nun außerhalb des Feldes die unabsehbaren Kolonnen der Arbeitsmänner. Der Reichsspielmanns- und Reichsmusikzug marschiert auf und schwenkt schneidig vor der Haupttribüne ein. Gleich setzt sich das erdbraune Heer in Bewegung, geführt von dem Reichsarbeits- führer mit seinen Adjutanten, der Fahnenabteilung der Schulen des Reichsarbeitsdienstes, denen der Generalarbeitsführer Dr. Decker voranmarschiert. Der Reichsarbeitsführer meldet dem Führer den Vorbeimarsch und nimmt dann zur Linken des Führers vor dem Wagen Aufstellung.
Unter brausendem Beifall marschieren zunächst die beiden Feldmeisterschulen vorüber, dann als erster Gau der Arbeitsgau Oe st erreich unter den Klängen des Kaiserjägermarsches in das gewaltige Viereck ein. Während die dritte Marschsäule den Eingang des Osttores erreicht hat, werden auf der breiten Anmarschstraße gegenüber der Hauptttibüne die nun in Abteilungskolonnen zu 32 Mann aufmarschierenden Blocks sichtbar. Die Fahnen sind an den rechten Flügel der Blocks gerückt. Die wundervolle Präzision, mit der der Anmarsch und die Schwenkung, aber auch die Aufstellung und das geschlossene Ablegen des Gepäcks und das Niedersitzen erfolgen, weckt jedesmal neuen Beifallssturm. Nun ist der Vorbeimarsch beendet, die letzte Marschsäule zieht auf ihren Aufstellungsplatz.
Die Feierstunde aus der Zepveliuwiese.
Der Führer begrüßt die Arbeitsgauführer und die Bezirksführerinnen des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend und begibt sich dann auf die Tribüne. Nach einem Fanfarenruf setzt sich nun die VII. Marschsäule in Bewegung und zieht mit d m Liede „Singend, singend wollen wir marschieren in die neue Zeit" in das Viereck. Ihr folgt mit dem Liede „Unsere Herzen, die sind jung, unsere Lieder klingen, unsre Arbeit wird das Bruch und das Brachland zwingen" die VIII. Marschsäule. Als die beiden Säulen ausgeschwenkt sind, ziehen mit entblößtem Oberkörper die Männer der Arbeitsdienstschulen ^singend ein. Ihnen voran werden zwei große Eichenlaubkränze vor das Ehrenmal der Arbeit getragen. Mit den Schulen kommen zu, gleicher Zeit Arbeitsmaiden in weißen Blusen, 'die an den beiden Außenseiten des Aufmarschfeldes Aufstellung nehmen. Die Männer der Arbeitsschulen marschieren vor dem Ehrenmal der Arbeit nach beiden Seiten gestaffelt auf. Ein herrliches Bild ist der Einmarsch der 32 Musikzüge des Reichsarbeitsdienstes. 1200 Musiker spielen das Marschlied „Wir tragen das Vaterland in unseren Herzen". Auf beiden Flügeln marschieren die Schellenbäume. Der Aufmarsch ist vollendet. Der ganze Innenraum ist von dem erdbraunen Block ausgefüllt, und nun machen die 40 000 Arbeitsmänner auf einen Schlag den Chrungsgrisf. Lauter Beifall dankt für das präch
tige Bild. Dann meldetderReichsarbeits- führer dem Führer den Arbeitsdienst in einer Stärke von 40 000 Arbeitsmännern und 2000 Arbeitsmaiden. Der Führer tritt auf die weit vorgebaute Rednerkanzel und grüßt die Soldaten des Friedens: „Heil Arbeitsmänner!" Und wie aus einer Kehle antworten die 40 000: „Heil, mein Führer!"
Glockengeläut und Musik leiten die F e i erst u n d e des Arbeitsdienstes ein, die im Zeichen der großdeutschen Einigung steht. In ruhigem gemessenem Schritt nehmen die Arbeitsmaiden in zwei Halbkreisen um die riesigen Fahnenmasten zu beiden Seiten des Ehrenmals Aufstellung. Zu gleicher Zeit sind die Fahnenschwinger im Vordergrund an )en Flanken der Marschkolonnen des Ar'beitsdien- tes aufmarschiert. Wieder setzt Glockengeläut ein, )as von dem Fahnenlied der Arbeitsmaiden unterbrochen wird, während an den beiden Masten die Fahnen des Reichsarbeitsdienstes gehißt werden. Weithin schallt dann die Stimme eines Rufers: „Und wieder sind wir vor dem Führer angetreten zu einer Heerschau und zu einer Feierstunde. Einmal im Jahre geben wir vor Volk und Führer feierlich Bericht und Kunde. Hier stehen wir! Wir sind bereit!"
Wie ein Mann antworten die 40 000 Arbeitsmänner: „Wir sind bereit!" worauf in wuchtigem Chor die Mannschaften der Schulen das Lied des Grußes, des Dankes und des Gelöbnisses an den Führer singen, Kameraden zu sein und das Leben der Arbeit um Deutschland zu weihen.
Nach dem Rhythmus des Liedes werden an den Flanken des Aufmarschfeldes die rotleuchtenden Fahnen geschwungen. Dann erschallt wiederum die Stimme des Rufers, der das großdeutsche Bekenntnis verkündet:
„Wir taten unser Tagewerk — Mann für Mann, da drang es laut in unsere Einsamkeit, da schlug die große Stunde uns in Bann:
Der Führer aller Deutschen formt das Bild der Zeit; die Grenze fällt, das neue Reich bricht an, die Sehnsucht der Jahrhunderte wird Wirklichkeit."
In diesem Augenblick braust über den Platz das Bekenntnis: „G r o ß d e u t f ch l a n d!", an das sich von neuem der Gesang der Mannschaft schließt.
Die Spalenübergabe an die Ostmark.
Nun folgt die feierliche Spatenübergabe an die Ostmark. Ein Kamerad des Reichsarbeitsdienstes überreicht seinem Kameraden aus der Ostmark seinen Spaten mit den Worten: „Mein Kamerad! Der du für deine Kameraden aus Oesterreich an dieser Stelle stehst, nimm hier vor allem Volk den deutschen Spaten!" Der Arbeitsmann der Ostmark antwortet mit dem von allen Arbeitsmannern aus der Ostmark bekräftigtem Versprechen: „Wir wollen mit dem Spaten so wie ihr im Osten, Süd^n, Norden in Oesterreichs Heimaterde graben, die wieder deutsche Erde durch des Führers Tat geworden."
Mit dumpfem Trommelwirbel wird die Totenehrung eingeleitet. Während sich die Fahnen senken und vier Eichenkränze am Ehrenmal der Arbeit angebracht werden, ruft einer auf zum Geden- kewan alle, die für die Größe und Ehre des Reiches im Felde gefallen sind, die für den Führer ihr Leben gaben, an alle Opfer der Arbett, an alle, die in Oesterreich gefallen sind. Der Ausklang der Feierstunde ist das Gelöbnis:
„Es lebt das Reich nur aus dem Glauben feiner Herzen und von der schlichten Arbeit seiner Hände. —
Unser ganzes Leden soll ein großer Arbeitsdienst für Deutschland «sein. —
Was wir geloben, Führer, ist der höchste Eid, den deine deutsche Jugend dir geloben kann durch jede Arbeitsmaid, durch jeden Arbeitsmann!
Es lebe Deutschland bis in alle Ewigkeit!" Glockenläuten leitet zum Vorspiel des Feier- liebes der Arbeit über, in das alle Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden auf dem Aufmarschfeld einstimmen: jeder Spatenstich,'» den wir voll
bringen, soll ein Gebet für Deutschland sein."
Die Feierstunde ist vorüber. Anschließend nimmt Reichsarbeitsführer Hierl das Wort.
Der Reichsarbeilssührer spricht.
Reichsarbeitsführer Hierl erklärt:
„Mein Führer! Zum erstenmal bet diesem Parteitag stehen hier auf diesem Felde in unseren Reihen Abordnungen des neuaufgebauten Reichsarbeitsdienstes aus der von Ihnen, mein Führer, wieder ins Reich heimgeführten deutschen Ostmark. Diese Arbeitsmänner und Arbeitsmaiden »sind stolz und glücklich, unserer großen Reichsorganisation angehören zu dürfen, in der die Erfüllung langer Sehnsucht nach einem Reich und einem Führer Ausdruck findet.
Am Beginn der großen Aufmärsche des Reichsparteitages steht unsere Feier des Reichsardeits- üienstes. Sie wird von vielen Teilnehmern, insbesondere von uns Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes selbst, als einleitender Gottesdienst empfunden. In dieser Weihestunde bekennen wir uns erneut und feierlichst zur untrennbaren Gemeinschaft aller Deutschen. Wir verpflich- ten uns, dieser Gemeinschaft zu dienen, unser ganzes Leben Lang als Arbeiter und, wenn es Not tut, als Kämpfer. Wir glauben, daß wir damit einem Gesetz der Natur und damit einem G e - bot Gottes gehorchen, der die Völker geschaffen und uns in unser Volk gestellt hat. Wir bekennen uns erneut zu einer Auffassung von der Arbeit, die in der Arbeit mehr sieht als nur ein Mittel zur Befriedigung materieller Bedürfnisse oder Genüsse, mehr auch als nur ein Mittel zur Erringung von Ansehen und Macht. Wir sehen in der Arbeit vor allem eine sittliche Pflicht, die Erfüllung einer gottgewollten Bestimmung. Wir glauben, daß wir auf dieser Erde sind, um die von Natur in uns gelegten Anlagen und Fähigkeiten zu entwickeln und zu entfalten, um zu arbeiten und zu schaffen unb dadurch einem göttlichen Willen zu dienen Wir glauben, daß die Erziehung im Reichs- arbeitsdienst in diesem Geist zugleich eine Er- Ziehung zu Lieser, echter, positiver Religiosität bar»
Mein Führer! Wir scheiden von dieser Stätte und rücken wieder in unsere Arbeitsstellen mit dem heißen Wunsch und dem festen Glauben, daß Gottes Segen so wie bisher auch in Zukunft über Ihnen, mein Führer, und über ihrem Werke ruhen wird."
Der Führer an feine Arbeitsmänner.
Der Führer richtete an den Reichsarbeitsdienst bann folgende Ansprache: Zum 5. Male kann ich euch Männer bes Reichsarbeitsbienstes hier begrüßen. Zum zweiten Male euch Maiben! Zum ersten Male- begrüße.ich die Arbeitsmänner meiner engeren Heimat. Ihr feib damit nicht nur symbolisch, fonbern wirklich eingerückt in die große Front der neuen deutschen Volksgemeinschaft, die kein schöneres Symbol hat als den Spaten, der zum Zeichen unserer nationalsozialistischen Gemeinschaft geworden ist.
Ihr kämpft im Innern Deutschlands für den Ausbau dieser Gemeinschaft und ihre geistige Vertiefung/ Aber ihr kämpft auch für die Verteidigung d e s Reiches und feine Unabhängigkeit, indem jeder Spaten neuen Boden schafft und altes Reichsgebiet sichert! So steht euer Spaten heute im Herzen Deutschland, im Norden, im Osten, im Süden und im Westen im Dienst der Sicherung und Erhaltung des Reiches! Ihr helft aber auch mit, ein neues Geschlecht zu erziehen, das fest auf dem Boden der Heimat steht in Gesundheit, in Kraft und in Stärke. Ihr selbst seid ein Fleisch und Blut geworbener Ausdruck dieser deutschen Mannbarkeit,
Während der Kundgebung auf der Zeppelinwiese begrüßte der Führer eine Reihe von Führern des Arbeitsdienstes und der Arbeitsmaiden mit Handschlag. — (Scherl-M.)
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Den Abschluß der Kundgebung des Arbeitsdienstes bildete der Marsch der Arbeitsmänner mit geschulterten Spaten durch bk festlich geschmückten Straßen der Stabt. Im Hintergrund der Frauentorturm, — (Bilbtelegramm Scherl-Bilderdtenst-M.)
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