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Montag. 8. August M8

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Itr.183 Zweiter Blatt

Aus der Stadt Gießen

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kopplungsschaltung erreicht. Ferner findet man bei vielen Empfängern besondere Schaltungen für Orts­empfang, bei denen in die Wiedergabe möglichst der gesamte Bereich der hörbaren Töne unverzerrt ein­

ichtbar zu machen.

Eine besondere Skalenausführung zeigt eine Her- tellerfirma der Ostmark, die ihre Skala als europäische Landkarte ausgebildet hat. Der eingestellte Sender leuchtet als Punkt auf der Landkarte und frischt damit gleichzeitig die geo­graphischen Kenntnisse des Rundfunkhörers auf. Durch ein sinnvolles System reflektierender Glas- täbchen werden auf der Landkartenskala 130 Sta­tionen zum Leuchten gebracht.

Die diesjährige Rundfunkausstellung ist auch in­sofern lehrreich, als sie den Einfluß des V i e r - jahresplanes erkennen läßt. Auch beim Rund­funkbau wird darauf gedrungen, daß devisenbe­lastete Werkstoffe nur dann zum Austausch gelangen, wenn die Werkstoffumstellung keine technische Güte­minderung bringt. Die neuen Rundfunkempfänger bringen den Beweis, daß sich nicht nur an unersetz­lichen Edelmetallen Einsparungen machen lassen, sondern daß auch devisenbelastete Werkstoffe gegen Heimstoffe ausgetauscht werden können. An Edelmetallen benötigt fast jedes Rundfunkgerät Platin, Silber und Paladium. Aus diesen Edel­metallen werden hauptsächlich die Kontakte an den Schaltern gefertigt. Durch Aenderung der Form-

Schützt die Ernte vor Brandgefahr!

Lpd. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Schadenoer­hütung führt in den nächsten Wochen erneut einen Aufklärungsfeldzug über die Notwendigkeit des Schutzes der Ernte vor Brandgefahr durch. Von den jährlich im Reich aufkommenden 350 000 Brän­den entfallen allein zwei Drittel auf das Land. Der Gesamtverlust erreicht die riesige Summe von 400 Millionen Reichsmark! Selbst wenn der Brand­schaden durch die Versicherung gedeckt ist, und der ^einzelne weder körperliche, noch materielle Not zu erleiden hatte, ist die Gesamtheit doch empfindlich geschädigt Lediglich von den verbrannten Nahrungs­mitteln 'könnten 200 000 Menschen leben.

Gerade jetzt in der Ernte sind die Brände be­sonders häufig. Wie leicht kann durch Fahrlässigkeit in der trockenen Sommerszeit ein Brand entstehen! Heu und Stroh können durch den kleinsten und un­scheinbarsten Funken in Brand geraten, das Heu kann sich selbst entzünden. Wer größere Mengen Heu aufbewahrt, sorge für die nötige Entlüftung und überprüfe die Temperatur ständig mit einem

schen Klippen und die Sturmböen der Nordsee taten das übrige.Afflavit Deus, et dissipati sunt! ließ die Königin auf die Siegesgedenkmünze schlagen: Gott blies, und sie wurden in alle Winde zerstreut. Ein halbes hundert wracker Schiffe, ein paar tausend Mann, invalid und von Skorbut ab­gezehrt, erreichten nach Monaten wieder Spaniens Küsten. Das war das Ende der Großen Armada.

Mit der Vernichtung der Armada hatte sich Eng­land wieder in die Reihe der Großmächte gestellt. Die Geschichte des meerbeherrschenden Britannien begann. Schon vermochte Spanien seine Kolonial­flotten, auf deren regelmäßiges Einlaufen seine Wirtschaft angewiesen war, nicht mehr vor eng­lischen Kapern zu schützen. 1590 mußte Philipp so­gar die Ausfahrt der westindischen Silberflotte ver­bieten, obwohl infolgedessen wie er vorausge­sehen hatte eine Bankrottwelle über ganz Spa­nien ging. Heber das habsburgifche Weltreich triumphierte die Herrin einer halben Insel, die im Jahre gerade 250 000 Pfund ausgeben konnte für ihren Hof, ihr Heer und die Besoldung ihrer Beamten; das heißt: den Wert der Ladung von zwei spanischen Gewürzkaravellen!

Die moralische Wirkung dieses Sieges war unge­heuer. Nach einer Periode von Bürgerkriegen, Glaubenskämpfen und der Furcht vor außenpoli­tischen Entwicklungen gewann man in England das Selbstvertrauen wieder. Es war die Auferstehung der Nation. Der ganze jubelnde Atem von Macht und Größe weht durch die Verse von Shakespeares Königsdramen, die in dem Jahrzehnt nach dem Untergang der Armada entstanden.

O England! Vorbild deiner innern Größe, Gleich einem kleinen Leib mit mächt'gem Herzen, Was könntest du nicht tun, wenn Ehre ruft!" (Heinrich V.")

K.r<

Oer internationale Iilmwettbewerb in Venedig.

An der 6. Schau für Filmkunst, die am 8. August am Lido in Venedig eröffnet wird, werden sich diesmal 17 Länder beteiligen; es werden 40 große und etwa 70 kurze Filme vorgcführt. Heber die Gesichtspunkte, die die Organisatoren der Veran­staltung in diesem Jahre geleitet haben, gab ihr Präsident, Graf V ol t i, einige bemerkenswerte Er­klärungen. Er wies darauf hin, daß feit dem Jahre 1932, in dem zum ersten Male europäische und ame­rikanische Filmgesellschaften bei der Biennale von Venedig zu einer privaten Veranstaltung zusam­menkamen, bis heute, wo die größeren Nationen, die eine Filmproduktion haben, offiziell beteiligt sind und die Vorführungen in einem eigens dafür gebauten würdigen Hause stattfinden, sich eine große Entwicklung vollzogen hat, an der die Inter­nationale Filmkammer und verschiedene Regierun­gen, vor allem die deutsche, die großbritannische und die französische, mitwirkten. Jede Nation schickt dies­mal die von der offiziellen Organisation des Lan­des ausgewählten Filme, so daß die Schau eine getreue Spiegelung des künstlerischen Willens und der Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Völker fein wird. Die Frage war, ob die Schau eine Samm­lung von Hraufführungen oder ein wirklicher Wett­bewerb der besten Filmproduktion des Jahres sein sollte.Mr haben uns für den richtigen Weg ent­schieden, indem wir die zweite Aufgabe wählten", sagte Graf Volti.Sich auf Hraufführungen zu beschränken, hätte vielleicht em höheres Interesse vom Standpunkt der Juristen gehabt, aber unter künstlerischen Gesichtspunkten wäre der Wert der Schau vermindert worden. Wenn auch ein Teil des internationalen Publikums vom Lido den einen ober anderen Film wiedersieht, den es schon in Paris, in Landon oder in Neuyork kennengelernt hat, wie kann man ihn deshalb von einer Jahresschau aus­schließen wollen? Diese ist nicht nur für das Der- gnügen des Publikums gemacht, sondern vor allem, um öffentlich und feierlich auf die Filmwerke hin­zuweisen, die Ausdruck echter Kunst sind, und auf diese Weise auf die Hebung des künstlerischen Niveaus der internationalen Produktion und als Folge auf die Hebung des Geschmacks des Publi­kums hinzuwirken. Auch diesmal werden Neuheiten nicht nur in größerer Zahl, sondern von größerem Interesse als je gezeigt werden. Es genügt der Hin­weis daß außer drei wichtigsten italienischen Fil­menLuciano Serra, pilota,Guiseppe Verdi* unb'Ettore Fieramosca, in Venedig Auffahrun­gen der hervorragendsten Produktion von Amerika, Deutschland, Frankreich und England stattfinden."

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Die Heerschau der Rundsuukempsänger.

Oer neue Kleinempfänger. Verbesserter Volksempfänger. Neue Böhren und Lautsprecher. Motorisierte Abstimmung. Tastenwahl mit Fern­bedienung. Vierjahresplan und Bundfunkgerät.

Don Joachim Boehmer.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Julius Schwietering, der seit mehreren Jahren (als Nachfolger von Hans Nau­mann) den Lehrstuhl der Deutschen Philologie an der Hnioersität Frankfurt innehatte, ist jetzt an die Hnioersität Berlin berufen worden.

Dr. phil. habil. Hans-Adalbert von Stockhau­sen ist zum Dozenten der Kunstgeschichte an der Hnioersität Marburg ernannt worden.

Professor Dr.-Jng. Paul Werkmeister, Or­dinarius für Geodäsie an der Technischen Hochschule Dresden, ist auf seinen Antrag von den amt­lichen Verpflichtungen entbunden worden.

zweimal alle Leitungen und Maschinen vom Fach­mann nachsehen zu lassen. Geradezu unverantwort­lich aber ist die Hnsitte, durchgebrannte Sicherungen zu flicken.

Bei Kraftmaschinen ist zu beachten, daß keine Funken entstehen. Hnachtsamkeit kann binnen kür­zester Zeit die ganze Jahresarbeit vernichten. Nicht- eingebaute Motoren stellen einen besonderen Gefah­renherd dar. Man achte darauf, daß keine Heu­oder Strohreste auf das Gehäuse fallen, da sie sich bei heißgelaufenen Maschinen nur zu leicht entzün­den.

viel Kinder haben schon das Hab und Gut ganzer Dörfer vernichtet. Nichts ist gefährlicher als das Spiel mit dem Feuer. Deshalb achte man vor allem darauf, daß Kinder unter keinen H instand en in den Besitz von Streichhölzern kommen können! Wenn es irgendwie zu ermöglichen ist. sollte man Kinder überhaupt nicht ohne Aufsicht lassen.

'lhelm Lange.

Blum, fable Mer; ?*: ftnst Mn- Nwt; für den Weiter: Hans f den Inhalt der L 38 : 9034. Drui uckerei R.Lange, Bezugspreis RM.> hr, mit der Jllu- 'preis 10 Pf. und eten 5 Pf. mehr. September 1937

Schließlich achte man auch auf die Kinder! Wie- schon das Hab und Gut ganzer

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Auferstehung einer Nation.

Don Walther Schwerdtseger.

Vor 350 Jahren, in den ersten Augusttagen < 1588, vollzog sich der Untergang der spani­schen Armada.

In der ganzen Christenheit beteten Katholiken und Protestanten für die Streiter ihres Glaubens, als im Mai 1588 dieUnüberwindliche' Armada" die Reede von Lissabon verließ. Ganz Spanienwar voller Prozessionen und Andachten, voller Kasteiung und Fasten". Und in allen Kirchen Englands erflehten anglikanische Prediger den Sieg für denunver­fälschten Glauben" und die Jungfräuliche Komgm.

Aber Elisabeth, die so oft in ihrem Leben einen Bekenntniswechsel vollzogen hatte ohne in seelische Verwirrung geraten zu fein, war keine fanatische Glaubensftreiterin. Was sich jetzt vollzog m diesem Sommer 1588, war etwas anderes. Es war der Machtkampf zwischen Spanien und England.

Jahrlang hatte das Feuer geschwelt. Englische Agenten und englisches Geld arbeiteten gegen die spanische Herrschaft in den Niederlanden, und von allen Verschwörungen und Aufstandsbewegungen in England liefen Fäden zum Kabinett von

Spanien im Escorial. Immer wieder bemühte man sich, die gefährliche Glut unter diplomatischen Ver­handlungen zu ersticken. Nun schlug sie zu gewaltiger Flammensäule empor.

Im Frühling 1587 war es Francis D r a k e ge­lungen, die spanischen Kriegsvorbereltungen für JJ - nate zu hemmen. Mit einer Handvoll Schiffe segelte er angesichts der Kanonen von Cadiz m den Hasen, versenkte fast alle schweren Galeonen der spanischen Kriegsflotte und kaperte noch auf der Heimfahrt e portugiesisches Kauffahrteischiff, dessen Ladung d ganze Unternehmen bezahlte. El Draque, wie Spanier seinen Namen deuteten, wurde ein Schreckenswort. Aber er hatte, wie er selbst sagt, dem König von Spanien nur den Sart angejengt . Man konnte nicht mit einem kühnen Handstreich ein Weltmacht vernichten. Am 19. Juli 1588 wurde die spanische Armada beim Vorgebirge von Lizard, oem südlichsten Punkt von Cornwall gesichtet.

Es war ein Unternehmen von fast antiken Aus­maßen: 130 schwere Kriegsschiffe, Geschwader von Transportschiffen, die Kriegsmaterial und Vorraie für Monate verstaut hatten, an 20 000 Soldaten, eine Freiwilligen-Legion aus dem spanischeni Zioei, 8500 Matrosen, 2000 Rudersklaven. Man sucht un­willkürlich die Kriegselefanten in dieser Ausstellung^ Die Insel Wight sollte zum militärischen Stutzpunkt

Tastenwahl einstellen kann. Das Gerät besitzt acht Tasten für acht verschiedene Sender. Hat z. B. ein Rundfunkhörer eine Vorliebe für den Sender Köln, o betätigt er eine der acht Tasten und stellt sich mit der anderen Hand den Sender Köln scharf ein. Wenn er die Wahltaste losläßt, liegt ein für alle­mal auf dieser Taste die Scharfeinstellung von Köln. In gleicher Weise kann er sich auf anderen Tasten Wien, Stuttgart oder Königsberg einstellen, be- chriftet diese Tasten mit dem zugehörigen Sender und braucht beim Empfang lediglich den gewünsch­ten Sender durch Tastendruck einzuschalten. Paßt ihm die getroffene Auswahl am nächsten Tage nicht mehr, benutzt er den ihm unerwünscht erscheinenden Sender für eine Neueinstellung und hat dabei nur die Beschriftung der Taften zu ändern. Bei der Ausbildung der Sk'alen mit den Stationsnamen wird auf beste Lesbarkeit größter Wert gelegt. Man findet Großflächenskalen ober Kinoskalen, die den Zweck haben, den Namen des hörbaren Senders

gebung der Kontakte konnte die Stärke der Edel­metallstreifen von 0,04 mm auf 0,01 nun verringert werden. Daher benötigt man für 2000 Kontakt­federn, die in etwa 100 Apparaten vorhanden find, an Stelle von 25 Gramm Platin nur noch 8,85 Gramm Platin. Aehnliche Ersparnisse lassen sich bei der Ausführung von Zinnlötstellen erzielen. Ein Empfänger besitzt etwa 150 Lötstellen. Dadurch, daß man heute in der Lage ist, 40prozentiges Löt­zinn einwandfrei zu verarbeiten und die Stärke des Lötdrahtes von 2 mm auf 1,5 mm zu vermindern, ist ein wesentlicher Teil des bisherigen Zinnbedarfs eingespart worden. In einzelnen Fällen ist man auch dazu übergegangen, Löten durch Schweißen zu ersetzen und auf diese Weise eine weitere Sen­kung des Zinnverbrauchs herbeizuführen. Bei der Anwendung von Nickel als Oberflächenschuh h"' )

die Hmstellung auf Speziallacke erfolgreich durch­gesetzt. Aus Aluminium, Magnesium und seinen Legierungen werden viele Einzelteile im Spritz­gußverfahren hergestellt. Neuartig ist die Anwen­dung von Leichtmetallen, wobei eine Aluminium- platte von 50 mm Stärke durch den ungeheuren Druck von etwa 200 Tonnen zum Fließen gebracht wird und sich in einen etwa 10 Zentimeter hohen Spulentopf verwandelt. Dieses neue Verfahren bringt gegenüber dem alten Ziehverfahren Einspa­rungen von 74 v. H. an Werkstoffen. An Stelle des Werkstoffes Eisen findet man vielfach einen neuen Preßstoff, aus dem der Unterbau der Empfänger hergeftellt wird. Auf diese Weise können bei 100 000 Geräten 130 Tonnen Eisen gespart werden. Als Fortschritt im Lautsprecherbau ist die Ausführung der Befestigungsbüael in Holz an Stelle von Eisen zu bezeichnen. Man hat auf diese Weise nicht nur einen besseren Bauteil erhalten, sondern obendrein bei 100 000 Stück noch 28 Ton­nen Eisen einqefpart. Aehnlich liegen die Verhält­nisse bei dem Austausch von Naturseide und Baum­wolle für die Isolierung von Drahtleitungen gegen die Heimstoffe Zellwolle und Kunstseide. Aus die­sen Beispielen ist zu erkennen, wie die zielbewußte Ausrichtung der Rundfunkfabrikation den Forderun­gen des Vierjahresplanes wirkungsvoll gerecht ge­worden ist.

Obwohl die technische Entwicklung des Rundfunk­empfängers heute ebenso als abgeschlossen gelten kann, wie die des Autos oder die der Nähmaschine, bringt die deutsche Rundfunkinduftrie auf der dies­jährigen Großen Funkausstellung in Berlin eine Fülle von Neuerungen auf den Markt, die Zeugnis von einer unermüdlichen Forschertätigkeit und fabrikatorischen Verfeinerung ablegen.

Als lebendiger Ausdruck der Gemeinschaftsarbeit der gesamten deutschen Funkindustrie tritt ein neuer Kleinempfänger auf den Plan. Er ist ebenso wie der Volksempfänger durch Gemein­schaftsarbeit aller Rundfunkhersteller entstanden und durch seine Preisgestaltung für 35 Marl eine in der Welt einzig dastehende Leistung der Rundfunk­industrie. Empfänger und Lautsprecher sind in dem neuen Apparat zujammengebaut und vermögen ihre hervorragende Leistung dadurch zu bewirken, daß die benutzte Hoppelröhre eigens für diesen Klein- empsänger entwickelt wurde. Hierin liegt insofern ein bemerkenswertes Ereignis, als bisher der Röhrenkonstrukteur dem Apparatebauer Schaltung und Aufbau des Gerätes vorfchrieb, während beim Kleinempfänger umgekehrt der Apparatebauer eine Röhre mit bestimmten Eigenschaften von seinem röhrenkundigen Mitarbeiter verlangte. Der Klein- empsänger ist für Wechsel- oder Gleichstrom zu be­nutzen, also ein Allstromempfänger, er sichert sich damit ein umfangreiches Anwendungsgebiet. Seine Beschaffung wird durch eine besondere Zahlungs­weise auch dem ärmsten Volksgenossen ermöglicht, dem obendrein die von Reichsminister Dr. Goeb­bels in Aussicht gestellte Neuregelung des

ausgebaut werden, und die Kanonen der spanischen Riesenschlachtschiffe sollten den Kanal sperren, um die Heberfahrt des Statthalters in den spanischen Niederlanden zu sichern, der mit 30 000 Mann zum Einfall nach England bereit in der Hafenfestung Sluys lag. ...

Was konnte England dem gegenüberstellen? Den ganzen Winter war der Lärm der Hämmer auf den Werften nicht verhallt. Auf allen Dorfangern wurden Rekruten ausgebildet. 50 000 Mann hatte man auf die Beine gebracht; aber die satirische Aushebungsszene, die Shakespeare inHeinrich IV. gezeichnet hat, ist sicher kein reines Phantasie­produkt, und die Kampfkraft dieser Truppen mag im Vergleich mit den kriegsgewohnten Spaniern ziemlich gering gewesen sein. An die 200 Schiffe waren in Plymouth vereinigt. Meist allerdings Kauffahrteischiffe, die man notdürftig bestückt hatte, bewaffnete Heringsfänger. - .

Dennoch erkannten kluge Beurteiler, wie Papst Sixtus V., das gewaltige Potential de guerre um einen modernen Ausdruck zu gebrauchen, das in dieser Flotte steckte. Der Führer: H a w k i n s , der als Sklavenhändler in den afrikanischen Ge­wässern seine nautischen und organisatorischen Fähigkeiten bewiesen hatte, und Drake, Seeräuber und Weltumsegler, der i n einer Nußschale von Schiff den Stürmen auf sieben Meeren getrotzt hatte. Auf spanischer Seite: der Herzog von Me­dina-Sidonia, der nicht imstande gewesen wäre, eine Fähre von einem Ufer des Guadalquivir an das andere zu bringen. Die spanischen Schiffe: plumpe Riefentonnen mit großem Tiefgang. Die englischen: klein, wendig und schnell, mit weit­tragenden Geschützen ausgerüstet. Heinrich vm., der nicht nur der filmgerechte fette König der sechs Frauen war, sondern zugleich ein bedeutender Herrscher und der Begründer der modernen Flotte, hatte die umwälzende Idee gehabt, Geschütze an den Längsseiten der Schiffe aufzuftellen, statt nur an Bug und Heck. Nun bewährte sich diese Neue­rung im Kampf. Die Breitseiten der Engländer rissen furchtbare Lecks in die hölzernen Wände der spanischen Kolosse und verwüsteten die Banke mit den anqeschmiedeten Rudersklaven, wodurch die gro­ßen Kästen fast unbeweglich wurden. Die spanischen Seekämpfe waren eigentlich nur Landschlachten zu Wasser gewesen: das feindliche Schiss wurde mit Enterhaken herangeholt, Soldaten sprangen an Bord und eroberten in zähem Gemetzel das feind- lidye Schiff wie eine Festung. Die Engländer hüteten sich wohl, auf diese Taktik einzugehem Mit über­raschenden Angriffen, verheerendem Geschutzfeuer ' und Brandern, die sie nachts in das zusammen- aeballte spanische Geschwader schickten, wurde die t Unüberwindliche Armada" zersprengt. Die schotti-

bezogen ist.

Die Verbesserung des Tones ist ferner durch neue Röhren herbeigeführt worden. Als Neuerung kom­men zum erstenmal Stahlröhren zur An­wendung, die sich in ihrem inneren Aufbau von den bisherigen Glasröhren wesentlich unterscheiden, und bei denen die elektrischen und mechanischen Eigenschaften des metallischen Werkstoffes für die Formgebung und Leistungsfähigkeit ausgenutzt wur­den. Damit stehen die deutschen Stahlröhren im Gegensatz zu den amerikanischen, bei denen der Glaskolben nur durch Stahl ersetzt wurde. Daß man ähnliche Leistungen wie aus den Stahlröhren auch aus Glasröhren herausholen kann, beweisen die zum erstenmal erscheinendenroten" Röhren, die sich feit etwa zwei Jahren in den von der Ostmark gebauten Empfangsgeräten bewährt haben. Zur Verbesserung der Tonwiedergabe sind auch auf dem Gebiet des Lautsprecherbaues neue Wege beschritten worden. Wenig bekannt ist, daß das für die Mem­brane mancher Lautsprecher benötigte Spezialpapier aus Amerika bezogen werden mußte. Heute ist die deutsche Industrie in der Lage, diese Papiere in besserer Güte herzustellen. Da es Schwierigkeiten bereitet, den gesamten Umfang der hörbaren Töne durch einen einzigen Lautsprecher naturgetreu wiederzugeben, finden wir in einer Reihe hoch­wertiger Empfangsgeräte zwei Lautsprecher. Der eine ist für die Wiedergabe tiefer, der zweite für die Wiedergabe hoher Frequenzen geeignet. In einem als besonders hochwertig anzusprechenden Kammermusikgerät sind sogar drei Lautsprecher ein­gebaut. Andere Konstrukteure wieder haben die Wiedergabetreue durch die Verwendung von Leicht­spulen zu steigern gewußt. Man kann heute be­haupten, daß ein guter Ortssender in einem guten Empfänger so naturgetreu wiedergegeben wird, daß ein verwöhntes Ohr keinen Unterschied zwischen Originalmusik und übertragener Musik festzustellen vermag. Als Neuerung verdient auch ein Flach- lau t s p r e ch e r erwähnt zu werden, der nur eine Tiefe von 5 Zentimeter hat und wie ein Bild an der Wand aufgehängt wird.

Selbsttätige Abstimmung: das Kenn­zeichen für die Verbesserung der Abstimmung ist ihre Motorisierung. Eine Anzahl von Geraten be­nutzt den Antrieb eines kleinen Elektromotors, um den Empfang einer bestimmten Station selbsttätig scharf einzustellen. Der Vorgang erfolgt unhörbar und bringt von selbst den Sender erst wieder zu Gehör, wenn die Scharfeinstellung vorgenommen ist. Ein weiteres Mittel zur optischen Kennzeich­nung der richtigen Einstellung eines Senders ist das magische Äug e". Es handelt sich um eine op­tische Anzeigevorrichtung, auf deren kreisrunder Fläche ein Sektor größerer Helligkeit die richtige Abstimmung erkennen läßt. Man kann die Vorrich­tung mit den zusammengekniffenen Lidern eines Auges vergleichen und hat für den Grad der Zu­sammenziehung der Lider gleichzeitig einen Maß­stab für die einfallende Lautstärke des Senders.

Zu den weiteren Abstimmhilfen ist die Einfüh­rung einer Taftenwahl zu zählen. Durch das Niederdrücken einer mit dem Namen einer Sende- ftation gekennzeichneten Taste wird der gewünschte Sender selbsttätig zu Gehör gebracht. Interessant ist eine Ausführung, bei der man nicht auf die Aus­wahl bestimmter Sender angewiesen ist, sondern bei der man sich jederzeit einen beliebigen Sender auf

Gebührenwesens zugute kommt.

Auch der bisherige Volksempfänger hat Verbesserungen erfahren, ohne daß sich sein Preis geändert hätte. Dazu gehört eine verbesserte Leucht­skalp und der neue dynamische Lautsprecher, der an die Stelle des bisherigen magnetischen Systems ge­treten ist. Die billigen Rundfunkempfänger, die mit dem Volksempfänger auf den Markt kamen, haben keineswegs dem Absatz der hochwertigen Geräte Abbruch getan. Ganz allgemein ist festzustellen, daß der Durchschnittspreis der verkauften Geräte in den letzten Jahren gestiegen ist, ein Beweis dafür, daß die Käufer dem hochwertigen Gerät immer mehr den Vorzug geben. Diesem Wunsche hat die Rund­funkindustrie'dadurch Rechnung getragen, daß sie unter Beibehaltung der bisherigen Preise die Leistungsfähigkeit wefentlich gestei- g e r t hat oder daß sie bei gleicher Leistung mit den Preisen herunterging. Am sinnfälligsten kommt dieses bei bem Überlagerungsempfänger, dem so­genannten Super, zum Ausdruck. Während diese noch vor wenigen Jahren zwischen den Preisgrup­pen von 300 und 400 Mark lagen, werden sie heute für wenig mehr als 200 Mark bei noch gesteigerter Leistungsfähigkeit angeboten.

Da im grundsätzlichen Aufbau keinerlei Heber­raschungen zu erwarten sind, haben sich die steiler um eine Verbesserung der Ton­wiedergabe bemüht. Jedem Rundfunkhörer ist bekannt, daß zwischen der Originalmusik und der Wiedergabe des besten Lautsprechers noch immer Hnterschiede bestehen. Der Grund hierfür ist in der Empfindlichkeit des menschlichen Ohres zu suchen, die auf gleiche Lautstärken hoher, mittlerer und tiefer Töne verschieden anspricht. In den neuen Empfängern hat man daher Hilfsmittel eingebaut, um in dem Klangbild die tiefen und hohen Tone auf eine hörrichtige Wiedergabe zu bringen. Dieser Erfolg wird durch Baßheber, Tonregler und Gegen-

Heuthermometer!

Der Großteil aller Brände entsteht durch Fahr­lässigkeit und ist somit vermeidbar. Offenes Licht, auch Petroleumlampen, haben im Keller, auf dem Boden und besonders in der Scheune nichts zu suchen. Das Anzünden von Streichhölzern auf Trep­pen ist ebenfalls sehr gefährlich. Sodann achte man auf die Beschaffenheit der Feuerstätten. Diel Hn- glück haben auch schon schadhafte elektrische Anlagen gebracht. Deshalb sollte es sich jeder selbst zur Pflicht machen, im Jahre mindestens ein- oder don".

Heberhaupt werden Feuersbrünste nicht durch Hufeisen oder ähnlichen Aberglauben gebannt, son­dern einzig und allein durch Achtsamkeit und Vor­sicht. Die eigene Vorsicht ist stets der beste Hnfall- schutz. Deshalb: Schützt die deutsche Ernte vor Brandgefahr!

Domotizen.

Tatzeskalender für Montag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Signale nach Lon»

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