Ausgabe 
8.4.1938
 
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Das viel bewunderte LuftschiffGraf Zeppelin" in der Halle.

Die Schulkinder auf dem Anmarsch zur riesigen Luftschiffhalle.

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Die Kinder des 7. und 8. Schuljahres, wie auch die Berufsschulpflichtigen des Kreises Friedberg (aus den Schulen von 57 Gemeinden des Kreises Friedberg und aus 4 Gemeinden des Kreises Bü­dingen), insgesamt nahezu 4000 Kinder, hatten in der vergangenen Woche einen Tag reichsten Er­lebens. Auf Veranlassung des Kreisschulamtes wurde ein Tagesausflug mit einem besonderen Ziel unternommen. Am frühen Morgen fuhr man mit einem Sonderzug (es fuhren an vier verschie­denen Tagen vier Sonderzüge mit je 1000 Teil­nehmern) zunächst nach Frankfurt a. M., besuchte dort das Senckenberg-Museum, den Dom, das Goethehaus, die Altstadt, ging am Main entlang und um die Mittagsstunde waren dann alle die vielen Kinder wieder im Bahnhof versammelt. Während die einen gleich durch die Sperre dräng­ten, waren' andere noch angelegentlich damit be­schäftigt, an' den Verkaufsständen für Obst und Zuckerwaren die im Laufe des Vormittags schon bedenklich gelichteten Bestände an Butter- und Wurstebroten durch irgend etwas anderes Schmack­haftes zu ergänzen. Interessant war es mit anzu­sehen, wie die Kinder lange und sorgfältig wählten, wie sie überlegten, um ihre Wünsche mit den sicher­lich nicht allzu reichlichen Geldmitteln in Ueberein- stimmung zu bringen. Schließlich mahnten die Leh­rer, die, wachsamen Auges, ihren Scharen in Ruf­weite hielten, zum Aufbruch. Erwartungsvoll dräng­ten sich die Kinder durch die Sperre, nisteten sich nicht eben geräuschlos in den Wagenihres Sonderzuges wieder ein und fuhren dann den» Hauptziel des Tages entgegen dem Luftschiff­hafen Rhein-Main!

Bald hieß es wieder aussteigen und dann mar­schierte ^man durch schönen Föhrenwald, kam über die Reichsautobahnbrücke und schließlich sahen die Kinder unter manchemAh" undOh" die lang­gestreckte und unerhört große fertige Luftschiffhalle und die im Entstehen begriffene zweite Halle vor sich. Das Wetter war den Fahrten der Schulen gün­stig. Zwar jagten die Wolken am Himmel dahin, hin und wieder kam aber düch die Sonne hervor, und in ihrem Glanze leuchtete die Zeppelinhalle wie ein riesiger silbriger Fels. In schier endloser Kara­wane wanderten nun also die Kinder von der Reichsautobahn her die in großer Kurve zup Zep­pelinhalle führende Straße dahin, und immer mehr erkannten die Kinder die außerordentlichen Aus­maße des Bauwerkes. Viele der Kinder waren schon aus der Ferne bemüht, durch die Fenster hindurch, die große Form des Luftschiffes zu erspähen. Ja, das Luftschiff war tatsächlich auch in seinen Um­rissen zu erkennen! So war es denn nicht verwun-i

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auch die Eltern, die Geschwister, Bekannte und Ver­wandte erfahren haben, was es bei diesem Tages­ausflug alles zu sehen gao

4000 Kinder also sahen das LuftschiffGraf Zep- pelin", und sicherlich wurde in 4000 junge Herzen der Keim zu jener Achtung gelegt, die wir auch in unserer schnellebigen Zeit vor der großen Leistung haben sollten. Stolz mag auch manches Kind darüber empfunden haben, einem Volke angehören zu dürfen, das zum Bau und zur Beherrschung solcher Wunder­werke fähig ist. (Aufn. (2J: Neuner, Gieß. Anz.)

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Gießen, den 6. April 1938.

Verwaltung her Veterinär-Kliniken und -Institute,

Kreis Schotten.

s. Schotten, 6. April. Im Singsaal der Turn­halle fand eine Ausstellung de.r Winter­arbeiten statt, die der B D M. und die Jung­mädels im letzten Winter hergestellt haben. Die Ausstellung wurde mit einer schönest Feier eröffnet. Unsere neuen deutschen Werkstoffe, wie das altbe­währte Leinen sind zur Herstellung der verschiede­nen Gegenstände, Kleider, usw. verwendet worden. Auch Leder und Silber wurde für kunstgewerbliche Sachen benutzt. Die Ausstellung erregte allgemeines Interesse.

(D Schotten, 5. April. Am vergangenen Sonn­tag erfolgte in der festlich geschmückten Stadtkirche die feierliche Einsegnung der 42 Konfir­manden (26 Knaben und 16 Mädchen) des Kirch­spiels Schotten durch Dekan Widmann unter Assistenz von Pfarrer Römer. Aus der Stadt Schotten waren es 17 Knaben und 11 Mädchen, aus Michelbach 2 Knaben und 2 Mädchen, aus Götzen 2 Knaben und 2 Mädchen, aus Betzenrod 5 Knaben und 1 Mädchen. Seit vielen Jahren war dies zahlenmäßig der schwächste Konfirmanden- Jahrgang.

derlich, daß die Kinder voll der Unruhe und von Wissensdrang erfüllt, förmlich darauf brannten, das Luftschiff ganz nahe zu sehen. Aus der vorgesehenen l^/sstündigen Ruhepause konnte deshalb gar nichts werden! Staunend und bewundernd standen die Kinder dann unter den riesigen Stabilisierungs- flächen und den Steuern des Zeppelins, nahmen mit großen Augen die gewaltige Form des ganzen Zeppelins in sich auf, und was sich hier den Augen der Kinder bot, wird, wohl allen eine bleibende und große Erinnerung sein. Weiß man doch allzugut aus seiner eigenen Jugend, wie Tage des Erleb­nisses solcher Art über Jahrzehnte in einem Men­schen nachklingen.

Die Buben wandten sich dann, nachdem der erste Eindruck gewissermaßenverarbeitet" war, den Einzelheiten zu. Vor allem tat es, ihnen die Heck­motorengondel an, an die man bis auf zwei Meter Entfernung herankommen konnte, und die, da eine Wand weggenommen war, ein genaues Betrachten des mächtigen Motors zuließ.

Schließlich stellte sich die große Schar zu einem Gang durch das Luftschiff auf. Nach wenigen Minu­ten des Wartens stand man in der Führergondel mit all ihren vielen technischen Einrichtungen. Wohl mancher der Knaben mag gewünscht haben, auch einmal hier vorn am Bug der Führergondel am Höhen- oder am Seitensteuer stehen zu dürfen, wenn das Luftschiff unterwegs ist, weit.und hoch über Land und Meer, über Inseln und einsamen Eilanden, über den südamerikanischen Pampas oder über Manhat­tans Wolkenkratzern. Sicherlich drängten sich man-- chem Jungen solche Wünsche auf, obwohl sie doch alle schon herzlich dankbar dafür waren, den Zeppelin überhaupt einmal so nahe und so genau sehen zu dürfen. Dann gingen die Kinder durch den Gesell­schaftsraum, lugten in die kleine Küche, in die Einzel- kabinen der Passagiere, gingen auf dem schmalen Laufsteg entlang und sahen über sich das nur schein­bar sinnlose oder systemlose Gewirr von Verstrebun­gen und Verspannungsdrähten, die herabflutende seidig schimmernde Fülle der leeren Ballonets für Trag- und Kraftgas, die wie riesige Fächer von der oberen Luftschiffhülle her herabhingen. Noch sah man die Mannschaftslogis an, und schließlich verließen die Kinder den eigenartigen Raum des Luftschiffinnern, freudig erregt von all dem Gesehenen, erfreut auch darüber, daß sie alles so nahe vor sich haben konnten. Den Besinnlichen unter ihnen mag wohl zum Be­wußtsein gekommen sein, welch großes Werk deut­schen Geistes sich ihren Augen darbot.

Bald mußte dann zum Aufbruch gemahnt werden, aber noch lange sprachen die Kinder von ihren Ein­drücken. In vielen Einzelheiten werden inzwischen

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Bekanntmachung.

Aus Anlaß desTages des Großdeutschen Reiches" müssen wir mit der Müllabfuhr am Sams­tag, dem 9. April 1938, um 6.30 Uhr beginnen. Wir ersuchen daher, die Mülleimer rechtzeitig bereitzu­stellen. 2334D

Gießen, den 7. April 1938.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. » Gravert,

4000 oberhefsische Kinder sehenGraf Zeppelin"

Bekanntmachung.

Betr.: Polizeiverordnung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation vorn 1. 8.1904.

I. Jede Neuherstellung oder Veränderung von Grundstücksentwässerungen ist nur nach vor­heriger Einholung der baupolizeilichen Genehmi­gung zulässig. Das Ausführen jeglicher Arbeiten an Entwässerungsanlagen ist nur durch Installa­teure oder Unternehmer gestattet, welche den erforderlichen Zulassungsschein besitzen.

II. Das Ausgießen oder Einleiten von Schmutz­wasser in die Straßenrinnen ist verboten.

III. Von Grundstücken, die an die Straßenkanäle angeschlossen sind, darf kein Niederschlagswasser über den Bürgersteig abfließen, auch nicht, wenn die Hof- und Regenrohrsinkkasten verstopft sind. Die Sinkkasten sind regelmäßig zu reinigen.

Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen und die Unterlassung der'Reinigung der Sinkkasten unterliegen den Rechtsfolgen des § 42 der Pol.-Ver­ordnung, die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Stadt Gießen betr. vom 1. August 1904. 2346C

Gießen, den 7. April 1938.

Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm.

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Verkauf von Dünger.

Der in der Zeit vom 1. April 1938 bis einschließlich 31. März 1939 zum Anfall kommende Dünger soll nach dem Gewichte verkauft werden. Angebote sind bis einschließlich 15. April 1938 schriftlich bei der unterzeichneten Verwaltung einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden tonnen.

Bekanntmachung.

Für die Neubauten der Altstadtsanierung am Lim denplatz, Kirchenplatz und an der Schloßgasse sollen nachstehende Arbeiten vergeben werden: 2333D

1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten.

2. Zimmerarbeiten.

3. Dachdeckerarbeiten. x

4. Spenglerarbeiten.

Angebote auf Vordruck sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift bis

Mittwoch. den 20. April 1938, vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Amt einzureichen.

Angebotsvordrucke sind bei den Architekten H. Fischer, Seltersweg Nr. 85, und Baurat C. Schuhmacher, Roonstraße Nr.31, zu erhalten, bei denen auch die Zeichnungen und weitere Bedin­gungen offenliegen.

Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen.

Gießen, den 7. April 1938.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt.

G r a v e r t.

guthaben 78 597,85 Mark, Rücklagen 74 450,38 Mark, Haftsummen 134 100 Mark, zusammen 287 148,23 Mark. Die Zahl der Mitglieder stieg von 439 Ende 1936 auf 447 Ende 1937. Der Bericht weist dann noch auf die am 12. Dezember 1937 in größerem Rahmen veranstaltete Feier aus An­laß des 75jährigen Bestehens hin.

Im Vorstand der Genossenschaft sind die Herren W. Müller. K. Schmadel und Gg. Stamm- I e r tätig; dem Aufsichtsrat gehören an: Heinrich Schmidt II. (Vorsitzender), Jul. Von - Eiff (stellvertr. Vorsitzender), Gg. Dan. Haas, O. Matthies, Hrch. Ehr. Schmidt, K. Büttel, Karl Jöckel VIII., Fr. W. Frank und H. Keil (Lauter).

Ratsherrensitzung in Alsfeld.

Alsfeld, 6. April. In der jüngsten Sitzung der Ratsherren stand eine Vorlage der Stadtver­waltung über die Erweiterung d e r Nie­derdruckwasserleitung im Quellgebiet von Liederbach zur Erörterung. Wie der Vorsitzende dazu erläuterte, hat die seitherige Quelle seit dem vorigen Herbst aus nicht ermittelten Ursachen an Ergiebigkeit nachgelassen. Um die Wasserversorgung für den kommenden Sommer sicherzustellen, lst die Fassung einer weiteren Quelle, die sich bereits im Besitz der Stadt befindet, notwendig. Die Rats­herren erklärten sich hiermit einverstanden. Die Arbeiten für die Quellfassuna wurden der Firma Stefan Kuhn in Inheiden übertragen. Die Kosten werden sich auf etwa 4200 Mark belaufen.

Der Arbeitsgau XXII Hessen-Nord des Reichs­arbeitsdienstes in Kassel plant in Alsfeld die Ein­richtung einer Großwäscherei für Öen A r b e i t s d i e n st für mehrere Arbeitsdienftgruppen. Er hat die Stadtverwaltung um Ueberlasfunq von städtischem Gelände an geeigneter Stelle ersucht. Es' wurde beschlossen, ixem Reichsarbeitsdienst ein Ge­lände von etwa 1700 Quadratmeter an der ver­längerten Jahnstraße zu einem angemessenen Pacht­preis für unbestimmte Zeit zu verpachten. Die Ausführung der Anlage wird alsbald in Angriff genommen. Dabei teilte Bürgermeister Dr. V ö l - fing mit, daß der Arbeitsdienst auf dem Unter­kunftsgelände der Arbeitsdienstabteilung Alsfeld gegenwärtig drei weitere Unterkunftsbaracken er­richtet.

Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Marburger Infanterie-Bataillons an die Stadtverwaltung bekannt, worin der Stadt Alsfeld der herzlichste Dank für die gastfreundliche Aufnahme des Truppenteils in Alsfeld anläßlich der kürzlichen Einquartierung ausgesprochen wird. Von einem Ratsherrn wurde die Umbenennung der Schellengasse in Ludendorff-Straße angeregt, um die Verehrung für den großen Feld- Herrn des Weltkrieges und. den Mitkämpfer des Führers auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen.

Landkreis Gießen

H Alten-Buseck, 7. April. Am vergangenen Sonntag wurden in unserer Dorfkirche 21 Kinder konfirmiert. Davon entfielen auf die Gemeinde Alten-Buseck 8 Mädchen und 10 Knaben, auf die Nachbargemeinde Trohe 2 Mädchen und 1 Knabe. Zur Zeit wird ein Teil unserer Orts st raßen einer gründlichen Instandsetzung unterzo­gen, was von der Einwohnerschaft dankbar begrüßt wird.

Großen-Linden, 6. April. Im Saale der Gastwirtschaft Schaum fand die Entlas­sungsfeier der diesjährigen Ob er klaffe statt. Rektor Siegfried wies auf die Bedeutung des Abends hin. Die Schüler führten dann ein Mär- chs-nfpiel auf. Besonderen Beifall fanden die darin vorkommenden Reigen und Tänze, die von der Lehrerin Frl. Müller eingeübt und von Frl. Schultheis am Flügel begleitet wurden. Am Schluß richtete auch Bürgermeister Michel einige Worte an die Schüler und wies besonders auf die Abstimmung am 10. April hin Umrahmt wurde die Feierstunde durch mehrstimmige Chöre der beiden Oberklassen unter Leitung von Lehrer Ober­mann.

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