Ausgabe 
7.12.1938
 
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Nr. 286 Zweites Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhchen)

Mittwoch. Z. Dezember 1958

Die Weihnächte'ckerei.

Erprobte Rezepte.

Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen- Nassau, Frankfurt a. M., schreibt:

Es ziehen schon vor Nikolaus weihnachtliche Düfte durch das Haus. Eifrig wird in der Küche gearbei­tet. Alle Kinder helfen mit und knacken Nüsse auf, schälen und zerschneiden allerlei gute Sachen, die nachher zum Würzen der guten Weihnachtskuchen Lienen sollen. Die Hausfrau kennt allerlei alte Familienrezepte für kleine Kuchen, die in die Vor- weihnachtszeit passen, und sie hält das alte Brauch­tum in Ehren. Sie will aber auch einmal ein paar neue Rezepte ausprobieren, bei denen sie die Zu­taten verwenden kann, die auf dem deutschen Boden B*",ren sind. So duftet es denn lieblich nach , Backpflaumen, Syrup und Honig. Es fehlt auch nicht der eingemachte Kürbis. Mutter knetet den Honigkuchen, den sie in diesem Jahr besonders sorgsam gemacht hat.Zucker ersetzt Fett", das steht auch dieses Jahr über den Vorbereitungen zu, ihrer Weihnachtsbäckerei. Sie denkt auch an die Verwendung von Haselnüssen und Haferflocken an Stelle von Mandeln. Auch Marmelade eignet sich sehr gut zur Weihnachtsbäckerei. Fruchtmakronen be­kommen den Kindern besser als die schweren Man­delmakronen und sind bei alt und jung beliebt. Da Speisequarg ein sehr hochwertiges Nahrungsmittel ist, außerdem reichlich und billig angeboten wird und auch schon für kleine Kinder äußerst wertvoll ist, fehlt auch er nicht bei der Weihnachtsbäckerei. Es heißt also bei der Weihnachtsbäckerei nur ein bißchen nachdenken, damit Weihnachtsfreude und Pflicht gegenüber der deutschen Volkswirtschaft m Einklang stehen.

Nußplätzchen: 2 Eier, 250 Gramm Zucker, etwas Zimt, 250 Gramm Haferflocken, 250 Gramm frische geriebene Nüsse, 250 Gramm Mehl, 1 Tasse Milch, V? Päckchen Backpulver, 125 Gramm Mar­garine. Alles untermischen, ausrollen, ausstechen und backen.

Echte Hol st einer Pfeffernüsse: 250 Gramm Haferflocken, 500 Gramm Mehl, 300 Gramm Margarine, 250 Gramm Sirup, 250 Gramm Zucker, 50 Gramm Nüsse, 5 Gramm Hirschhorn, 5 Gramm Pottasche, 5 Gramm Backpulver, 1 Zitrone, 1 Kar­damom, 1 Paket Zimt. Man vermengt die Zutaten miteinander und knetet sie zu einem Teig gut durch, rollt daumendicke Streifen aus und teilt die Strei­fen mit einem Messer in etwa zwei Zentimeter lange Würfel, setzt sie auf ein gefettetes Blech und bäckt sie bei mittlerer Hitze goldbraun. Backzeit 12 Minuten. (In der Gebäckdose frisch erhalten.)

Spitz kuchen: 375 Gramm Kunsthonig, Vi Kilogramm Zucker, 2 ganze Eier, Ve Kilogramm ge­riebene Nüsse, 30 Gramm Zitronat, 15 Gramm Orangeat, Vr Teelöffel Zimt, V< Teelöffel Karda­mom, V« Teelöffel Nelken, XA Teelöffel Pottasche, XA Teelöffel Hirschhornsalz, 2 Eßlöffel Wasser zum Lösen, xk Kilogramm Mehl, Marmelade zum Fül­len, Schokoladenguß. Honig und Zucker kocht man auf, gibt in die abgekühlte Masse Eier und Gewürze, die gelösten Treibmittel, zuletzt das Mehl. Der Teig wird gut geknetet, 1 Zentimeter dünn auf einem Kuchenblech ausgerollt, gebacken, eine Hälfte noch heiß mit Marmelade bestreichen, die zweite Hälfte darüber klappen. Den Kuchen schneidet man in vier Zentimeter breite Streifen, diese in Drei­ecke, die man auf eine Spicknadel steckt und in Scho­koladenglasur taucht.

Haferflockenmakronen: VA Tasse Hafer­flocken, 1 Eßlöffel Butter, XA Tasse Zucker, 1 Ei, Saft und Schale einer halben Zitrone. Butter schau- urig rühren, Zucker, Ei und Saft einer halben Zi­trone nebst Schale beigeben, xk Stunde rühren, dann VA Tasse Haferflocken beifügen und evtl, etwas Rum, Kirsch oder Arrak. Auf ein gefettetes Blech kleine Häufchen setzen, über Nacht an einem lauwarmen Ort stehen lassen. Bei mittlerer Hitze backen. Das Gebäck gewinnt nach 2 bis 3 Tagen an Wohlgeschmack.

S ch o k o l a d e n m a k r o n e n aus Hafer­flocken: 4 Eiweiß, 250 Gramm Zucker, 125 Gramm Schokolade, 250 Gramm Haferflocken. Ha­ferflocken mahlen und mit etwas Zucker anrösten. Eiweiß zu Schnee schlagen, mit Zucker etwa 20 Mi­nuten schlagen, Schokolade und Haferflocken dazu- aeben, kleine Häufchen aufsetzen, bei mäßiger Hitze backen.

Weiße Glasur: Rühre 80 Gramm Staub­zucker mit 2 Eßlöffel Zitronensaft 15 Minuten.

Braune Pfefferkuchen: 3A Kilogramm Kunsthonig oder Sirup, V/* Kilogramm Mehl, xk Kilogramm Nüsse, 3/< Kilogramm Zucker, 10 Gramm Zimt, 20 Gramm Hefe, 125 Gramm Margarine, 5 Gramm Nelken, 3 Eßlöffel Rosenwasser, 15 Gramm Pottasche, 5 Gramm Kardamom. Kunst­honig, Zucker und Margarine kocht man auf und gibt die aufgelöste Pottasche dazu. Vorher hat man das gesiebte Mehl, mit den Gewürzen und den ge­wiegten Nüssen untermischt. Die heiße Honigmasse rührt man sofort unter das Mehl, knetet den Teig gut und gibt, wenn er fast erkaltet ist, die in Rosen­wasser aufgelöste Hefe dazu. Der Teig muß eine Nacht warm stehen, am nächsten Tag knetet man ihn noch einmal durch, rollt ihn aus, sticht Kuchen aus, die man mit Rosenwasser bestreicht und bei Mittelhitze bäckt. Das Rezept ergibt 3xk Kilogramm fertiges Gebäck.

Pfefferkuchenherzen: 1 Kilogramm Mehl, 500 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, 3 Eier, 4 Eßlöffel Kunsthonig oder Sirup, 1 Teelöffel Back­pulver, etwas Mandelöl, wenig Nelken, Zimt, Ge­würz, 2 Eßlöffel Rosenwasser, etwas Kakao. Man läßt die gut geknetete Masse über Nacht kalt stehen, rollt nicht zu dünn aus und sticht daraus die Herzformen. .

Pfeffernüsse: 375 Gramm Kunsthonig, k Kilogramm Zucker, 375 Gramm Mehl, 2 ganze Eier, J4 Teelöffel Zimt, 1 Prise gestoßene Nelken. 1 Teelöffel Backpulver. Honig und Zucker kocht man auf und läßt die Masse etwas abkühlen. Das Mehl wird durchsiebt, die ganzen Eier, Backpulver, Zimt, Nelken und langsam den Kunsthonig mit dem Zucker hinzugeben. Teig wird durchgeknetet, eine fingerdicke Rolle geformt und die Pfeffernüsse mit dem Messer schräg abgeschnitten. Bei gelinder Hitze werden sie hellbrau gebacken.

Ouittenkonfekt: Dick eingekochtes Ouitten- mark streicht man auf eine gefettete Platte, läßt es in roarntem trockenen Raum mehrere Tage stehen, bis es steif geworden ist, dann sticht man mit For­

Aus dem Reiche der Krau.

men Muster aus und wendet das Konfekt in Kri­stallzucker.

Kürbis als Zitronat: Man nimmt dazu festes Kürbisfleisch, schneidet es in handgroße Schei­ben, legt diese 2 Stunden in Salzwass'er und läßt sie darin aufwellen. Dann kocht man die Streifen in dicker Zuckerlösung oder flüssigem Kunsthonig mit Zitronenschalen-Zusatz durchsichtigt, läßt die Streifen nachtrocknen, wälzt |ie in Zucker und hebt sie in zugebundenen Gläsern zum gelegentlichen Gebrauch auf. Die Zuckerlösung verwende man zu süßsauren Tunken.

Weißer Spritzguß: Bei Herstellung dieses Gusses muß mehr Staubzucker verwandt werden.

damit es eine dickliche Masse gibt. Mit diesem Guß kann man auf trockener Schokoladenglasur Ränd­chen oder Muster aufspritzen.

Einfacher Schokoladenguß: 200 Gramm Puderzucker, 25 Gramm Kakao, 3 Eßlöffel heißes Wasser oder heiße Milch. Den gesiebten Puder­zucker verrührt man mit dem Kakao und der heißen Flüsigkeit zu einem glatten Guß, der noch warm auf das Gebäck gestrichen wird.

Glänzender Schokoladenguß: 200 Gramm Puderzucker, 30 Gramm Kakao, etwa 3 Eß­löffel Milch, 25 Gramm Kokosfett. Alle Zutaten werden unter Rühren im Wasserbad erhitzt und l)eiß über den Kuchen gegeben.

as sollen wir tragen ?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

WOUFIAHELL-' WOLLSAMT

WOLLKMPP

" FÜR

WINTERU0-IE KINDERKlHWWS

Glaube und Schönheit" auf dem Lande

Das DDM. - WerkGlaube und Schön« h e i t" gibt gerade dem Landmädel sehr viel. Le­bensziel und Berus der Landmadel ist Die Bau. in und Landfrau. Hier dient das BDM.-Werk, das auf dem Lande gemeinschaftlich von BDM und Reichs­nährstand durchgeführt wird, mit seinen Arbeits­gemeinschaften dazu das Landmädel innerlich zu die­ser Bestimmung hinzulenken und zugleich praktisch in allen Dingen für diese Aufgaben zu ertüchtigen. Die Leiterinnen dieser Arbeitsgemeinschaften sind aus dem jeweiligen Dorfe ihrer Tätigkeit in diesem Sommer sorgfältig ausgesucht worden. Sie müssen nicht nur weltanschaulich gefestigt sein, sie brauchen vor allem auch fachliche Fähigkeiten und die Eig­nung, ihr Wissen weiterzugeben und das Ver­trauen der Mädel und des ganzen Dorfes zu ge­winnen. In allen Landesbauernschaften haben vier- zehntägige Lehrgänge stattgefunden, in denen die Leiterinnen ausgebildet wurden. Zur Mitarbeit fiiii) Landfrauen und Bauernführer und alle be­fähigten Kräfte auf dem Lande aufgerufen worden.

Damit ist ein vorbildliches Gemeinschaftswerk ge­schaffen worden, das der Erziehung der weiblichen Jugend auf dem Lande dient. Aus der Vielzahl der für das gesamte BDM.-Werk ausgestellten Arbeits­gemeinschaften werden für das Land in erster Linie fünf Arbeitsgemeinschaften aufgebaut werden. Als Grundlage ist die ArbeitsgemeinschaftBäuer­liche Berufsertüchtigung" anzusehen. In keinem Beruf ist die Arbeit von Mann und Frau so eng miteinander verbunden wie in der Landwirt­schaft. Die Arbeitsgemeinschaft umsaßt daher "alle Gebiete, die in den großen Arbeitskreis der Land­frau auf dem Hofe fallen. Zunächst müssen die Grundkenntnisse in Kochen und Ernährungslehre und Nähen und Hausarbeit erworben werden, dann dürfen Garten, Milchwirtschaft und Kleintierhaltung nicht fehlen. In der ArbeitsgemeinschaftVolks­tumsarbeit" wird an die Geschichte der engeren Hei­mat angeknüpft, eine Mitarbeit der Mädel an den Vorarbeiten für die Schaffung von Dorfsippen­büchern und -chroniken ermöglicht und praktische Fest- und Feiergestaltung in der Dorfgemeinschaft betrieben. Die ArbeitsgemeinschaftWerkarbeit" wird neben der praktischen Schulung in bäuerlichen Handfertigkeiten, vor allem Spinnen und Weben und Strohflechten, eine geschmackliche Schulung und eine Wiederbelebung der bäuerlichen Kultur in der Jugend als ihre Aufgabe betrachten. Beratung für gediegenen Hausrat und die Aussteuer werden da­her einen großen Raum einnehmen. In derGe­sundheitsführung" werden den Mädeln die Grund- kenntnisse für ein gesundes Leben vermittelt, die sie auch später als Landfrauen und Mütter einmal dringend brauchen werden. Schließlich stellt die Ar­beitsgemeinschaftLeibesübungen und Sport" einen Ausgleich für die oft schwere Landarbeit dar. Den Landmädeln von heute werden durch diese Arbeits­gemeinschaften eine gewissenhafte Erziehung und Weiterbildung zuteil, so daß sie einmal tüchtige, wertvolle Landfrauen sein werden. Kr.

^Wollflanell, Wollsamt und Wollkrepp schlagen mir heute für winterlicheKinderkleidung vor.

Und zwar gelben Wollflanell für das Faltenkleidchen links, cremefarbigen Woll­samt für den Mantel mit der kleinen Pelerine (Mitte) und hellroten Wollkrepp für das Kleid rechts mit der blauen Kurbel st ickerei.

Das Faltenkleid hat ein hinten geknöpftes Mieder­teil mit kleinen Taschen, die ebenso wie Mieder

Abwasch - aber mit Verstand!

Keine Hausfrau und keine Hausgehilfin macht den Abwasch gerne: kaum ist der Abwasch fertig, so beginnt das schmutzige Geschirr schon wieder anzu­wachsen. Zuerst ist es nur ein Stück, bald ein kleines Häufchen, dann ein ganzer Berg. Gerne tut es nie­mand, aber fein muß es doch. Also machen wir es mit Verstand und erleichtern uns damit die Ar­beit, soviel als niöglich.

Jedes Gefäß, das weggestellt wird, wird sofort mit Wasser gefüllt, damit die Speisereste nicht an­trocknen, sondern aufweichen. Bestecke werden in ein Gesäß mit Wasser aestellt Stahlbestecke mit Pa­pier abgewischt. Alles Eßgeschirr wird mit einer Bürste am fließenden Wasser abgebürstet. Mit die­sen Arbeiten erleichtert man sich den eigentlichen Ab- wasch sehr.

Beim Abwasch selbst wird alles Geschirr sorten- weise zusammengestellt, die aufgeweichten Speisereste in den Töpfen usw. mit einer Bürste entfernt. Die Gegenstände sind dann in einem Bruchteil von Zeit zu säubern, das Wasser bleibt lange rein, und es geht ohne Schwenkwasser, das im Haushalt ohne Heißwasserversorgung des Gasverbrauchs wegen doch meistens weggelassen wird. Als Abwaschgefäß bewährt sich die Holzstoffwanne. Das Wasser bleibt lange heiß. Sie ist elastisch, so daß Geschirr nicht leicht darin angestoßen wird. Dem Lappen ist eine Bürste bei weitem vorzuziehen. Man kann mit der Bürste heißeres Wasser verwenden und verdirbt sich die Hände viel weniger.

Heißes Wasser darf nie direkt in die Holzstoff­wanne gegossen werden. Erst muß wenig kaltes Wasser eingefüllt werden. Man verwendet Jmi oder Seifenpulver als Zusatz. Soda kommt nur in Be­tracht, wenn kein Aluminium mitgespült wird. Wir halten nun eine bestimmte Reihenfolge ein. Zuerst werden die Glaswaren gespült, bann alles, was nicht fettig ist, z. B. Milchtopfe, Taffen ufro., bann bas Eßbesteck, bann alles übrige Eßgeschirr, bie Schüsseln, Töpfe unb zuletzt Backformen unb Pfannen. Besteck muß sofort abgetrocknet werben. Es ist überhaupt ratsam, immer roieber einen Teil des Abgewaschenen abzutrocknen unb inzwischen roieber einiges zum Ab­waschen einzuweichen. Fleckige Aluminiumtöpfe wer­den jeweils gleich mit Aluminiumwolle, Emailtöpfe mit Scheuerpuloer blank gerieben, es erübrigt sich die Generalreinigung dieser Töpfe. Backformen wer­den, soweit dies möglich ist, nur mit Papier ausge­rieben. Wenn Deini Abwasch alles Fett aus den Formen entfernt wird, lösen sich die Kuchen schwer. Ebenso soll man Pfannen, um kein Fett zu ver­geuden, wenn möglich nicht naß behandeln.

und Aermel mit weißer Wolltresse abgepaspelt sind.

Der Mantel hat außer der Pelerine einen Bubi­kragen, kleine Manschetten und aufgesteppte Ta­schen mit Klappen. Alle Säume sind breit abgesteppt, di Knöpfe sind aus Galalith.

Das Kleid rechts mit den weiten, gelesenen Aer- meln und dem ebenfalls gelesenen Rock hat eine Passe (mit Schulterschluß) unb schmale Hals- unb Aermelbündchen, bie wie Rocksaum unb Aermel mit Kurbel st ickerei verziert sinb. H.

Zum Abtrocknen hält man sich verschiebens Tücher. Eines für Glas unb Besteck, eines für das Eßgeschirr unb eines für bie Küchengeräte. Pfannen unb Back­formen trocknet man nur mit einem Lappen. Holz­geräte müssen vor bem Einräumen noch lufttrocken werben. Maschinenteile, Bleche unb andere Eisen­geräte müssen an rogrmem Orte nachtrocknen. Z. K.

Wenn die Sicherung durchbrennt.

Endlich sitzt man nun gemütlich beim Abend­brot zusammen, da gibt es plötzlich einen Knall, und ringsumher herrscht Dunkelheit.

Der Familienaufruhr bei einer durchgebrannten Sicherung ist ein dankbares Gebiet für die Kari­katuristen. Jeder rennt sinnlos schimpfend in der Wohnung umher, stößt sich und bie anderen, bis nach einem mehr ober weniger heftigen Dialog Vater bie Tatsache feststellt:Natürlich ist wieder keine Ersatzsicherung da!"

Aber nehmen wir einmal an, bie Ersatzsicherung ist wirklich vorhanden, dafür aber steht die Familie aufgeregt vor dem Schalterkasten und rätselt her­um, welches nun die richtige Sicherung ist. In einem solchen Fall hilft nur die Schaltertabelle. Jede Sicherung betreut nämlich ganz bestimmte Zimmer. Auf der sogenannten Schaltertabelle hat nun die Hausfrau stets vor Augen, wie der Ver­teilungsplan in der Wohnung aussieht. Da steht beispielsweise: von links nach rechts, Sicherung I: Wohnzimmer, Eßzimmer, Sicherung II: Vorderflur und Hinterzimmer ufro. Wenn nun das Licht aus­gebt, weiß auch die technisch ungebildete Hausfrau sofort, um welche Sicherung es sich handelt.

In den meisten Fällen hat natürlich die Sicherung nach längerer Zeit der Benutzung ausgedient. Sehr oft aber ist auch bie Hausfrau selbst an ber Kata­strophe schuld. Wenn man nämlich eine Sicherung überlastet und etwa in einem Raum gleichzeitig Heizsonne, Bügeleisen, Saubsauger oder Radio und noch die Lampen in Betrieb hat, braucht man sich nicht zu wundern, wenn etwas geschieht. Auch die schadhafte Verbindungsschnur zur Stehlampe ober 3um Staubsauger ist oftmals bie Ursache ber Strom­störung. Darum soll man nie kleinere Reparaturen an elektrischen Geräten aufschieben.

Wer sich bei ber ausgebrannten Sicherung selbst helfen will, darf aber niemals so sehr den Kopf verlieren, daß er vergißt, den Hauptschalter abzu­drehen, bevor er an der Lampe oder am Schalter auch nur das geringste berührt. Solche kleinen Schä­den sind dann einfach und gefahrlos zu beseitigen In irgendwelchen Zweifelsfällen aber rufe man den Fachmann. L.

Was sollen wir schenken?

Nun sind wir halb wieder in der Zeit, wo Tag und Nacht sich kaum scheiden und sich in langem Hindämmern fest die Hände reichen. Da mag uns allen, die wir in der 5)aft und Sorge des Alltags leben eine Erinnerung kommen an Kinderträume und Kinderglück. Ja, bald ist Weihnachten. Der Führer sprach es unlängst aus, daß Weihnachten in diesem Jahre wie nie zuvor ein Fest des Frie­dens und der Freude für alle deutschen Menschen sein soll. Da fassen wir einander bei den Händen, um uns ganz nahe zu sein. Einer möchte dem andern etwas Gutes tun, ihm Wärme spenden und ihn durch ein kleines Geschenk erfreuen. Im Schen­ken spricht sich das Gut-Wollen, die Sorge, ja, die Liebe aus. Und Darum ist echtes Schenken mehr, als gerade das Nützlichste einem anderen geben, weil es nun mal so sein muß". Das heißt nicht, daß ein Geschenk nichts Nützliches sein soll. Aber es muß doch etwas mehr daran fein, gerade das, was rechte Freude bereitet. Die Sorgfalt, die Aus­wahl, das Treffen des rechten Geschmackes, das Erraten des heimlichen Wunsches kurz, der an­dere muß spüren, daß man ihm Freude bereiten will! Und wie schön sind die kleinen Heimlichkeiten, die der eine vor dem andern in der Weihnachts­zeit hat!

Es ist nicht leicht, ein Geschenk zu finden, das nützlich ist und zugleich Freude macht. Es muß vor allen Dingen mit Liebe ausgewählt fein, fei es noch so klein. Nicht e i n Buch, sondern gerade dieses oder jenes in dieser oder jener Auf­machung wollen wir schenken! Das gilt ebenso von allen anderen Geschenken, mögen sie auch noch so nüchtern-praktisch sein. So möchten wir die FrageWas schenken wir" ändern inWie schen­ken wir".

Da denkt die Mutter, wie kann ich dem Vater em schönes Weihnachtsfest bereiten? Und der Vater überlegt heimlich, womit er die Mutter seiner Kinder erfreuen kann. Unsere Kleinen sind inzwischen eifrig dabei, eine Uederraschung für die lieben Eltern her- beizuzaubern. Natürlich muß alles selbst gemacht sein, es muß auch zu gebrauchen sein. Die kleinen Jungen fertigen Laubsäge- und Klebearbeiten an. Unsere Mädelchen machen Handarbeiten. Mit roten Bäckchen, die zeigen, wie eifrig sie bei der Sache sind, entstehen unter ihren kleinen Händen hübsche Handarbeiten. Mutter hat sich doch eine neue Küchengarnitur gewünscht, aber nicht mit einem schönen Spruch oder großen Blumenkorb, sondern nur mit einfachen Zierstichen versehen oder bunter Leinenborte, welche man mit einem Zierstich aus­näht. In derselben Art lassen sich auch Mundtuch­taschen und Eßlätzchen für's Brüderchen anfertigen.

Und der Vater? Väter sind immer darin sehr empfindlich. Das muß jeder wissen, der den Vater beschenkt. Oberhemden, Krawatten und Zigarren sind nicht immer das einzige, was ein Vaterherz erfreut! Wie wäre es in diesem Jahre einmal mit einem schönen Buch (er liebt Tiere^und die Natur so sehr). Oder wählen wir ein vchlüsieltäschchen aus hübschem Leder, ein selbstgestricktes, warmes Halstuch? Mutter kommt eigentlich immer zu kurz, denn auf ihr bleibt letztlich alle Sorge hän­gen. Das soll in diesem Jahr anders werden! Wir wollen in erster Linie an sie denken, ihr ein srcud»