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as will und was kann Paul-Reynaud?

Von unserem E. I.-Korrespondenien.

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Wegen der geplanten Notverordnungen war es im französischen Kabinettsrat zu Meinungs­verschiedenheiten gekommen. Der Finanzminister Marchandeau und der Justizminister R e y n a u d wechselten ihre Aemter. Hier verabschiedet sich Ministerpräsident D a l a d i e r nach der kritischen Sitzung von Marchandeau. Links der neue französische Finanz- und bisherige Justizmimster Reynaud. (Scherl-Bilderdienst-M.)

schlossenheft des deutschen Volkes geweckt hat, seine Macht hinter das Recht zu stellen da wird Deutschland sein Recht zugebilligt! Und es wird euch Sudetendeutschen ebenso euer Recht zugebilligt, denn euer Recht ist unser Recht.

Eure Eingliederung in das Reich und die Ein­gliederung der Ostmark in das größere Deutsch- land, beides waren Taten, die einen natür­lichen Rechtszustand schufen, weil siebegangenesUnrechtwiedergut- machten. Aber diese wäre niemals geschehen, wenn das Reich Adolf Hitlers nicht Macht und Entschlossenheit genug hätte, der Gewalt des Unrechtes die Kraft des Rechtes entgegenzu- sehen. Wir wissen, daß es noch immer Männer in anderen Staaten gibt, die lieber einen furcht­baren neuen Völkerkrieg entfesselt hätten mit vielleicht neuerlich Millionen Toten aus allen Seiten, als dah sie zugegeben hätten, dah euch euer Recht werde! wie haben sie geschrien, als der Führer für euer Recht eintrat! Wie haben sie sich ausgemandelt, die Veneschs und die Fin­kelsteins, die Churchills und die Edens! Diesmal ist ihnen ihr Ziel nicht geglückt, hoffentlich er­holen sie sich von ihrer Enttäuschung, dah dies­mal die Vernunft über ihre Niedertracht gesiegt hat, nie wieder.

Aber verlassen können wir uns nicht darauf. Im Parlamentärismus ändert sich manches schnell. Wir haben gerade in der letzten Zeit feststellen können, wieviele parlamentarische Kämpfer gegen das Recht doch noch vorhanden sind. Vor wenigen Tagen hat einer von ihnen wieder erklärt, er mache gar kein hehl daraus, daß er am liebsten die sogenannten autoritären Staaten vernichtet sehe. Nur dank eines glücklichen Zufalls waren diese Kämpfer gegen das Recht im entscheidenden Augenblick nicht an der Macht und konnten somit nicht das Völkerunglück eines Weltkrieges heraufbeschwören. Der Führer hat Sorge getragen, daß wir gewappnet sind, solchem Dernichtungswillen zu widerstehen, und er sorgt da­für, daß wir künftig noch besser gewappnet sein wer­den. Wir werden nicht schwächer sein als die ande­ren, und dann wird unser Recht und unser Schicksal nicht wieder preisgegeben sein Männern, die nach wie vor nur die Gewalt kennen und nicht das Recht. Wir wollen nicht andere Völker vernichten, weil sie andere Regierungsformen haben als wir, ebenso­wenig aber werden wir uns vernichten lassen, weil in anderen Ländern noch Politiker leben, deinen un­sere Regierungsform nicht paßt. Wir sind, Gott sei Dank, stark genug, gegen jedermann das Lebens- oesetz zu verteidigen, welches dem deutschen Volk seine Zukunft sichert und das heißt: Nationalsozia­lismus!

Es gibt heute niemanden mehr auf der Wett, der sich der Härte, der Entschlossenheit des deut­schen Volkes, die Waffen für euch zu führen, nicht bewußt wäre. Ans hat eine verbissene schweigende Entschlossenheit beherrscht, eine eherne Bereitschaft, wenn es sein soll, sich einzusehen bis zum letzten, klar und kalt wären wir auf das Ziel marschiert, das uns der Füh­rer gewiesen hätte. And nichts lag uns ferner als phrasenhafter Hurrapatriotismus. Wenn wir aber hätten antreten müssen, unser Recht zu verteidigen, man hätte uns erst wirklich kennengelernt, uns, die nationalsozia­listischen Deutschen, die Kämpfer des Führers. (Erneute Begeisterungsstürme der Waffen.) Die Welt weiß, daß wir den Krieg nicht ersehnen, und die Wahrheit, dah wir den Frieden lieben, ist so alt wie die Lüge, daß wir ein Land des Säbelrasselns oder der militaristischen Drohung seien. Nein, das Land Adolf Hitlers kennt kein Säbelrasseln und kein Kriegsgebrüll, es kennt den Begriff desSpiels mit dem Kriege" nicht. Wir haben auch ih den entscheidenden Stunden der fremden Völker nicht geflucht. Wir haben keine Haßgesänge gegen England und Frank­reich gesungen. Aber wir hätten unsere Pflicht getan bis zum letzten. Wir hätten sie getan für Deutschland, für den Füh­rer, und wir hätten sie getan in dem fanatisch ehernen Glauben an unser heilig Recht.

Die Welt hat noch in Erinnerung, mit welcher Verbissenheit der Feldgraue im Stahlhelm an der Front des Weltkrieges sich geschlagen hat. Der deut­sche Soldat von heute aber nennt die modernsten Waffen sein eigen, lieber ihm zieht die stärkste Luftwaffe durch den Aether. Mit ihm aber kämpft eine große Idee, der Nationalsozialismus. Und hinter ihm steht eine Führung, zu der er aufsieht, in gläubigem Vertrauen, steht ein Volk, einig wie noch nie, opferbereit wie noch nie, und nehen ihm der Soldat des faschistischen Italiens, beide verbunden durch gemeinsame Ideen, durch gemeinsame Interessen und durch die Freundschaft ihrer beiden großen Führer, eine Freundschaft, die sich bewährte in den schweren Tagen der letzten Wochen, als Mussolini unerschütterlich und zu allen Entschlüssen zu Deutschland stand.Ihr alle, meine sudetendeutschen Volksgenossen, werdet binnen kur­zem den Dank, den ihr dem Führer auf seiner Fahrt durch euer Land entgegengebracht habt, auch ab­statten können in einer Wahl. Ihr werdet mit euren Stimmen den G r o ß d e u t s ch e n Reichs­tag ergänzen' durch Männer des Sudeten­landes, damit auch in der Zusammensetzung des Deutschen Reichstages zum Ausdruck kommt, daß das Sudetenland endgültig ein Bestandteil des Deutschen Reiches ist. Ich weiß, ihr werdet dem Führer dadurch danken, daß ihr zu Adolf Hitler steht, wie er zu euch gestanden und zu euch steht. Ihr werdet beitragen, die große gemeinsame Heimat zu schützen, wie sie euch schützt. Ihr werdet nunmehr mit uns arbeiten für Deutsch­land, und wenn es sein muß, kämpfen für Deutschland unter dem Führer und für den Führer. Unsere Treue zum Führer ist der Dank a n bi e Allmacht, die ihn uns gegeben. Wir grüßen den Mann, dem wir unser Leben zu geben bereit sind und der unser Leben schützt: Adolf Hitler Sieg- Heil!"

Als der Stellvertreter des Führers geendet hat, dröhnt minutenlang der Jubel durch den riesigen Bau. Als Rudolf Heß dann draußen vor dem Messegelände den Wagen besteigt, bietet sich ihm ein überwältigendes Bild. Die Straße entlang sieht man Fackeln aufleuchten, in den Fenstern der Häu­ser brennen Kerzen. Ein dichtes Spalier säumt die Straße bis zu dem Hotel, in dem Rudolf Heß ab- gestiegen ist. Abends fand hier e i n E m p f a n g von Vertretern von Partei. Staat und Wehrmacht statt. Gegen 23 Uhr rückten dann die ^-Formationen zum Großen Zapfenstreich an, dem der Stellvertreter des Führers auf der Freitreppe bei- wohnte.

Paris, 4. November 1938.

Die Initiative bei den Entscheidungen, vor die ich Frankreich gestellt sieht, ist vom politischen a u f das wirtschaftliche Gebiet hinübergeglit­ten. Was die Rolle des Ministerpräsidenten D a - lädier betrifft, so kann man mit aller Vorsicht nur sagen, daß heute vielleicht schon bessere Ergeb­nisse möglich sein könnten, wenn Daladier einen entschlosseneren Gebrauch von der riesigen Volks­tümlichkeit gemacht hätte, die er unmittelbär nach München besaß und die auf dem radikalsozialisti- chen Parteikongreß von Marseille sich noch einmal bestätigte. Jetzt wird das politische und wirtschaft­liche Leben Frankreichs einer Nervenprobe unter­worfen, weil seit dem Beschluß des Parlaments vom 5. Oktober, das dem Kabinett Daladier Voll­machten für die Inkraftsetzung finanzieller und wirtschaftlicher Notmaßnahmen verlieh, volle vier Wochen absolut nutzlos verstrichen sind.

Die Börse hat zwar die Uebertraguna des Finanz­ministeriums an den bisherigen Justizminister Paul-Reynaud recht günstig ausgenommen, aber ein Wirtschaftsblatt macht darauf aufmerksam, daß die Börse damit eigentlich nur das Begräbnis der vom bisherigen Finanzminister Marchan­deau erwogenen Finanzprojekte gefeiert hat, die sehr weitgehende Eingriffe in die Wirtschaft, u. a. sogar >ie Einführung einer Devisenkontrolle vor- ahen. Die Pläne von Paul-Reynaud sind zunächst richt bekannt; man weiß nur, daß Paul-Reynaud der Vorkämpfer des Liberalismus im allgemeinen und der Währungsfreiheit im besonderen ist. Das Kabinett hat seinen Ideen den Vorzug vor denjenigen Marchandeaus gegeben. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, daß die Partie endgültig entschieden sei. Das Problem bleibt auch für Paul-Reynaud das gleiche wie für feinen Vorgänger: es heißt, 50 Milliarden Franken jährlich finden, um das Loch im Staatssäckel zu stopfen und gleichzeitig der französischen Wirtschaft neue Impulse zu geben.

Das in dieser Beziehung ausgegebene Schlag­wort ist ziemlich allgemein gehalten: das gegen­wärtig etwa 220 Milliarden Franken jährlich be­tragende Volkseinkommen, von dem der Staat gegenwärtig etwa 110 Milliarden, also genau die Hälfte, in Form von Steuern, Anleihen usw. für sich beansprucht, soll gesteigert werden, etwa auf 350 Milliarden Franken jährlich; auf diese Weise wäre der Fehlbetrag und alles, was damit zusammenhängt, spielend aus der Welt ge­schafft. Wenn man auch nur einen Teil dieses Programms verwirklichen will, ohne zu dem ver­zweifelten Mittel einer neuen Frankenabwertung und allgemeiner Preiserhöhungen zu greifen, so kann das nur durch eine gewaltige Steigerung der Arbeitsleistung geschehen. Darauf ist schon oft genug hingewiesen worden; aber das Problem verschärft sich sehr durch den Umstand, daß gerade jetzt ein großes Luftrüstungspro- qramm in Angriff genommen wird, das an sich schon einen Teil der nationalen Leistungsfähigkeit und Finanzkraft in Anspruch nimmt.

Bei allem Wirtschaftsliberalismus, den Paul- Reynaud entwickeln mag, wird er nicht um die Problemstellung herumkommen, daß die notwendi­gen Produktionssteigerungen in Frankreich, wie in anderen Ländern auch, nur durch rücksichtslose Eingriffe des Staates durchführbar sind. Man hat in dieser Hinsicht die unter englischem Ge­sichtswinkel gemachten Ausführungen desMan­chester Guardian" zitiert, die, wie man in Paris bemerkt, genau so auch auf Frankreich An­wendung finden können. Der Kern der Ausführun­gen des englischen Blattes bestand darin, daß die liberalistischen Nationen zwar vielleicht einen Teil ihres alten Wirtschaftssystems aufrecht erhalten können, aber eben doch nur einen Teil, und daß sie nicht darum herumkommen werden, die neuen Wirtschaftsgrundsätze der autoritären Staaten sich zu einem anderen sehr großen Teil zu eigen zu machen.

Man sagt, daß die Banken durch Paul- Reynaud den bisherigen Finanzminister Marchan­deau und seine unbequemen Kontrollpläne über die Wirtschaft und die Währung zu Fall gebracht hätten. Daladier hat es hingenommen und sich nicht schützend vor Marchandeau gestellt. Paul-Reynaud soll die Absicht haben, sich eine Stellung ahs eine Art Ueber-Wirtschaftsminister zu schaffen, dem auch die Minister des Handels, der Wirtschaft, der Ar­beit und der Landwirtschaft in gewisser Beziehung untergeordnet wären. Hier liegen wieder politische Gefahrenpunkte in dem ganzen Ablauf der Ent­wicklung, die noch zu Ueberraschungen fuhren

Die" französische Währung scheint durch die Pläne Paul-Reynauds zunächst nicht gefährdet, denn der Minister hat seine früheren Abwertungs- vor chläge als durch die heuttge Entwicklung über­holt erklärt. Aber natürlich können in gewissen be« quemen Mitteln, die man zur Vermeidung neuer Steuern ergreifen könnte, neue Gefghren für die

Währung enthalten sein, beispielsweise in der Neu­bewertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich, die für die Regierung einen Währungsgewinn von 30 Milliarden Fran­ken bedeuten würde; dieser Währungsgewinn hätte, falls er in Form von neuen Krediten der Bank von Frankreich ausgenutzt wird, einen erheblichen infla­tionistischen Beigeschmack. Die nächsten Wochen werden über viele Dinge Klarheit bringen, vor allem darüber, wie Paul-Reynaud das große Ziel erreichen will, unter möglichster Vermeidung neuer Steuern und sonstiger lästiger Eingriffe die Wirt­schaft zu beleben und gleichzeitig dem Staat neue, große Mittel zur Linderung seiner Budgetnot zu­zuführen.

Die persönliche Seite der Betrauung Paul- Reynauds mit dem Finanzministerium, das zur Zeit das wichtigste Ministerium Frankreichs ist, ist nicht ohne Interesse. Paul-Reynaud soll während der letzten internationalen Krise in Gemeinschaft mit dem Kolonialminister Mandel seinen Rück­tritt eingereicht haben, weil er angeblich eine schärfere Politik gegenüber Deutsch­land wünschte. Daladier soll damals den Rücktritt nicht angenommen haben. Eine direkte Bestätigung haben diese Gerüchte damals nicht gefunden, aber es steht doch fest, daß Paul-Reynaud eine sehr eigenwillige -Persönlichkeit ist, die u. U. dem Mini­sterpräsidenten Daladier selbst gefährlich werden könnte. Durch seine außenpolitische Einstellung hat Paul-Reyn-ud, der an und für sich rechts steht, wenn er auch mit Flandin zerfallen ist, zweifellos manche Berührungspunkte mit den Sozialisten, und er gilt darüber hinaus als Freund des Mos­kau p a k t e 5. Ob eine Verständigung Deutschlands mit Frankreich durch ein weiteres Anwachsen des Einflusses von Paul-Reynaud nachteilig beeinflußt werden könnte, wird indessen vielfach bestritten, da Paul-Reynaud ja schließlich aus den Erfahrungen der letzten Wochen einiges gelernt haben dürfte. Daladier und die Sozialisten.

Erklärungen Blums vor dem Nationalrat der Sozialistischen Partei.

Paris, 6.Nov. (Europapreß.) Vor dem Natio­nalrat der Sozialistischen Partei bestritt Leon Blum der Radikalsozialistischen Partei das Recht, die Kommunisten aus der Volksfront auszuschtteßen. Die Sozialistische Partei werde sich niemals in ein anttkommunistisches Fahrwasser hineinziehen lassen. Die Kampfgemeinschaft zwischen Kommunisten und Sozialisten sei unabänderlich. Aus der bis­herigen Stellungnahme seiner Partei könne keines­wegs eine Kampfansage gegen die Regierung Dala­dier hervorgehen, aber ferne Partei werde gegen d i e Regierung stimmen, falls diese finan­zielle Pläne entwickeln sollte, die den Plänen der letzten Volksfrontregierung entgegengesetzt seien. Zu dem Münchener Abkommen erklärte Blum, man habe das Gefühl einer gewaltigen Er­leichterung gehabt, weil man nur noch um zwei Finger breit vom Kriege entfernt gewesen fei. Er fei zwar immer noch für eine internationale Zusammenarbeit auf dem Konferenzwege und er fei auch jetzt noch davon überzeugt, daß die Abrüstung das Ziel jeder Politik fein müsse, aber augenblicklich könne man an eine solche Abrüstung nicht denken. Es sei unerläßlich, unter den gegenwärtigen Um­ständen aufzurüsten. Mit dieser Pflicht hätten sich die Sozialdemokraten in Frankreich abzufinden.

Beschleunigung der englischen Lustaufrüstung.

London, 6. Nov. (Europapreß.) DieSunday Times" glaubt, die Regierung denke an eine E r - Höhung des Bestandes an Jagdflug­zeugen der ersten Linie von 2750 auf 4000 bis 5000 Maschinen. Bis zum Jahre 1940 würde die volle Höchstleistung für den Kriegsfall erreicht wer­den. Jährlich könnten also 35 000 bis 40 000 Ma­schinen hergestellt werden, d. h. das Sechzehn- fache der Erzeugung, die man im Jahre 1935 für notwendig hielt. Auf die Herstellung von Jagdflug­zeugen würde besonderer Nachdruck gelegt werden. Es würden neue Typen mit einer Höchstgeschwin­digkeit von 450 Meilen in der Stunde gebaut wer­den. Die Lieferung kanadischer Bombenflugzeuge werde beschleunigt werden.

Daily Expreß" glaubt, daß die englischeHei- matoerteibigung" von keinem Lande als ein Anstoß für einen neuen Rüstungswettlauf ange­sehen werden könne, da sie dringend notwendig sei, um sich füralle möglichen Entwicklungen" vorzu­sehen. Chamberlain werde alles tun, um einen neuen europäischen Rüstungswettlauf zu verhindern und wolle alles vermeiden, was feinen Bemühun­gen schaden könne. Man sei sich aber darüber im Klaren, daß die Ausfüllung derLücken und Män­gel" in der Aufrüstung geboten sei.

Weiteres Vorrücken der Japaner.

Schanghai, 6. Nov. (DNB.) Yo tschau am Tungtinsee ist als nächstes militärisches Ziel der Ja­paner im Gefechtsabschnitt südwestlich von Hankau ausersehen worden. Die Japaner nähern sich, von Hankau kommend, entlang der HankauKanton- Bahn. Die Vorhut der Armee steht bereits 100 Kilo­meter nordöstlich von Potschau, während japanische Kriegsschiffe, Motorboote und Minensucher 45 See­meilen oberhalb Hankaus auf Minenfelder im Jangtsefluß stießen und noch mit Räumunasarbeiten beschäftigt sind. Die Verfolgung der chinesischen Truppen auf dem Nordufer des Jangtse geht weiter. Die japanischen Streitkräfte stehen 16 Kilometer südwestlich von Anhu und haben M a - ping, 25 Kilometer westlich von Pingshan, genom­men. Japanische Kriegsschiffe stießen bei Zangkinshih, 12 Seemeilen oberhalb Paowan, vor. Von japani- chen Bombenflugzeugen wurde die Basis der chine- ischen Flieger in Yingshan in der Provinz Szetschuan zerstört. Dabei wurden drei chinesische Bombenflug­zeuge vernichtet. Die von chinesischen Jagdflugzeugen aufgenommene Verfolgung der Japaner endete, wie von japanischer Seite verlautet, mit dem Abschuß von 17 chinesischen Apparaten, während die Japaner ohne Verluste davonkamen.

Der Reichsbenissweltkamvs im Gau Heffen-Aaffau eröffnet.

NSG. In Offenbach wurde der R e i ch s b e - ruf sroettf aanpf aller schaffenden Deutschen im Gau Hessen-Nassau in einer großen Werkhalle eröffnet. Gebietsführer Brandt ging von dem ersten Reichsberufswettkampf aus, den die HI. 1934 als ureigenste Schöpfung der national­sozialistischen Jugend proklamiert hatte. In der Folge habe sich eine glänzende Zusammenarbeit zwischen der DAF. und der Jugend aufgetan, wobei die HI. betone, daß sie alles, was sie tue, nicht der eigenen Organisation zuliebe schaffe, sondern um des ganzen deutsches Volkes willen. Gauobmann Becker erklärte dann, durch die mangelnde Berufsausbil­dung der Vergangenheit feien Arbeit und Wirtschaft in ein Chaos geraten. Seit dem ersten Berufswett­kampf der Jugend im Jahre 1934, an dem iim Gau Hessen-Nassau 18 000 Jugendliche teilnahmen, habe die freiwillige Leistungssteigerung eine groß­artige Aufwärtsentwicklung genommen, so daß im letzten Jahre bereits 108 000 Jugendliche in unse­rem Gau teilnahMen. Da in diesem Jahre auch die letzten Berufe erfaßt würden, könne mit einer wei­teren gewaltigen Steigerung der Teilnehmerzahl gerechnet werden. Hitler-Jugend und DAF. hätten den heiligen Willen, das auszugleichen, was in der Vergangenheit an der deutschen Jugend versäumt worden sei.

Der Stellvertretende Gaüleiter Linder dankte denen, die bisher an der Durchführung des Berufs­wettkampfes mitgearbeitet haben. Deutschland habe eine besondere Leistungssteigerung notwendig, da es bei feiner Armut an natürlichen Gütern auf eine Industrie angewiesen fei, die qualitätsmäßig uni) auch preismäßig die Konkurrenz ausnehmen könne. Es fei heute fast unvorstellbar, daß, nachdem vor fünf Jahren noch 7V- Millionen arbeitslos gewesen seien, heute schon ein Mangel an Arbeitskräften herrsche. Daraus erwüchse uns die Aufgabe, d i e Arbeitskraft, das kostbare Volksgut, planmäßig zu fördern und zu pflegen. Unsere größte Sorge sei dabei dem Facharbeiter zugewandt. Die' Ausbildung müsse verbreitert und ausgebaut werden. Das gelte sowohl für den Arbeiter und den Kaufmann wie auch für das Handwerk. An alle ergehe der Ruf, dem Einsatz des Führers durch den eigenen Einsatz gerecht zu werden. Der Berusswett- fampf aller Schaffenden solle die fähigsten und welt­anschaulich besten Arbeitskrätte auslesen und in den Siegern würden die besten Söhne und Töchter un­teres Volkes geehrt.

Das Treffen

der HZ -Ehrenzeichenträaerinnen.

NSG. Der BDM.-Obergau Hessen-Nassau hatte zum Wochenende die Trägerinnen des goldenen Ehrenzeichens der HI. zu einem kameradschaftlichen Treffen nach Wiesbaden eingeladen, bei dem der Stellvertretende Gauleiter Linder in der Aula des Adolf-Hitler-Haufes zu den Mädeln sprach. Dann gab Ohergauführerin Else Riese einen Ueberblick über die in den letzten Jahren geleistete Aufbau­arbeit, deren Krönung nun das BDM.-Werk Glaube und Schönheit" darstelle. Sie appellierte an die ersten BDM.-Mädel des Obergaues, sich hel­fend und führend neben die jüngere Führerinnen- schaft zu stellen. Der Abend des ersten Tages endete mit einem gemeinsamen Operettenbesuch im Deut­schen Theater Wiesbaden. Im Mittelpunkt des Sonn­tags stand die Morgenfeier des Obergaues im Usa-Palast in Wiesbaden, wo Obergauführerin Elfe Riese die Iugendsilmstunde 1938/39 mit der Auf­führung des Filmes .Ein Volksfeind" eröffnete. Am Nachmittag waren die Mädel in der Führerinnen­schule des Obergaues, Schloß Heiligenberg, mit dem Schlachtfest der Haushaltungsschule fand das frohe Treffen fein Ende.

Huberivs?eier der deutschen 3äaerk6oflf

Braunschweig, 7. Nov. (DNB.) Der in prächtigem Herbstschmuck prangende Hainberg stand am Sonntag im Zeichen der deutschen Jäger. Horn­bläser der Forstbeamten und des Jägerbataillons Goslar begrüßten mit ihren hellen Klängen den Staatssekretär und Generalforstmeister Alpers, der dann seinem lebhaften Bedauern Ausdruck gab, daß erstmals in diesem Jahre der Reichsjägermei­ster Generalfeldmarschall Göring der Feier fern» bleiben mußte. Wie auf allen Gebensgebieten unse­res Volkes, so hat sich auch auf dem Gebiet der Jagd eine Ordnung vollzogen, die vielleicht die Be­sten unter den Jägern einmal als Wunschbild f;*h im Geiste hinstellten, die aber beispiellos ist und von niemand vorhergesehen werden konnte. Die Großzügigkeit unserer Iagdgesetzgebung, die in der ganzen Welt anerkannt wird, ist allein die Gesetz­gebung des Reichsjägermeisters Hermann Göring. Deshalb gilt unser Dank ihm. Am Sonntagabend wurde dann in Braunschweig auf dem Burgplatz die Strecke der Braunschweiger Iägerschaft dem Winterhilfswerk übergeben.

Kleine politische Nachrichten.

In Moskau wird mitgeteilt, daß der bisherige stellvertretende Volkskommissar für Inneres (GPU.) Michael F r i n o w s k i zum Volkskommissar der Kriegsmarine ernannt worden ist. Sein Vorgänger, Smirnow, der nur wenige Monate im Amt war, galt schon seit Juni als verhaftet. Frinowski gehört zu jener Gruppe der GPU., die nach dem Sturz des früheren GPU.-Chefs Jagoda rasch Karriere gemacht haben.