Ausgabe 
7.10.1938
 
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geschlossen ist, das von jeher deutsches Sieblungs- land war und dieses Gepräge auch gegenüber allen Versuchen der Tschechisierung behauptet hat. Diese Versuche stützten sich darauf, die Textilindustrie des Schönhengstlandes entweder auszuhöhlen oder aber durch Einschiebung tschechischer Arbeiter und tsche­chischen Kapitals dem deutschen Besitz zu entwenden.

Nun gliedert sich nördlich das landschaftlich un­gemein reizvolle A d l e r a e b i r g e an mit Rvkit- nitz und dem berühmten Städtchen Giehthübel, was schon in das Braunauer Ländchen hin­überführt. Das Adlergebirge, das von den Tsche­chen wegen des zähen Widerstandes der deutschen Bevölkerung gegen jede Entnationalisierung beson­ders ruchlos behandelt wurde, ist ungemein reizvoll in seiner landschaftlichen Schönheit, in der Herr­lichkeit seiner Wälder, in der romantischen Lage seiner allerdings armen Dörfer und Gehöfte. Das wird sich nun mit einem Schlage ändern, wenn der Strom der Wanderer und der Urlauber sich hierher wendet, wie ja nun das ganze Riesenge­birge im Sommer wie im Winter der Erholung zu­gänglich sein wird, ohne daß dabei die Gefahr einerGrenzverletzung" besteht. Die Besetzunas- linie umfaßt die deutschen Landschaften des Jesih- ken-Jser, Riesen- und Adlergebirges, der Mährischen Senkung und des Altoatergebirges. Hier sitzt überall schlesisches Volkstum, gewerbefleißig, genügsam und treu, in der Härte des Kampfes geschult. Es ist ein schönes, dicht bevölkertes Land. Aus dem Jeschken- gebirae stammt übrigens der geniale Konstrukteur des Volkswagens, Dr Porsche. Das Riesenge­birge, dessen Kamm die Reichsgren^e bildete, wird nun im Ganzen Reichsgebiet. Die Berggasthöfe, die die schlesische Bezeichnung Bauden führen, wer­den auf der böhmischen Seite nicht länger das Bauda" im Firmenschild tragen müssen. Ostdeutsch­lands höchster Berg', die S ch n e e k o p p e mit 1605 Metern gehört nun ganz aum Reiche wie das Volkstum, das ringsum ansässig ist, ebenso der Alto ater, der mit seinen 1490 Metern stolz wie ein König über derMährischen Pforte" thront. Die Elbe, die wenige Meter jenseits der alten Reichsgrenze ihre Quelle hatte, entspringt nun aus dem Boden Großdeutschlands. Das schlesische Land, von der Prager Republik verwaltungsmäßig mit Mahren verbunden, ist hier der Restbestand, den Friedrich der Große nach dem Siebenjährigen Kriege den Habsburgern ließ, um dafür das stra­tegisch wichtige Glatz zu gewinnen. Trvppau mit 36 000 Einwohnern ist die alte Landeshaupt­stadt des österreichischen Schlesien, I ä g e r n d o r f mit 24 000 Einwohnern war/vor dem Dreißigjäh­rigen Kriege Sitz eines brandenburgischen Mark­grafen.

Es geht weiter nordwärts immer noch am W e st- abhang desRiesengebirges nachTrau- t e n a u und Gablonz, schließlich nach R ei­ch e n b e r g , alles Städte, die wegen ihrer Textil­und Papierindustrie sowie wegen ihres Gewerbe- fleihes überall bekannt sind. Sie waren schon in der alten Donaumonarchie Träger einer Ausfuhr­industrie, deren Erzeugnisse nach Uebersee gingen, was erklärt, daß die Tschechen auch hier mit. allen Mitteln eine Entnationalisierung zu erzwingen such­ten. Nun beginnen die Gebiete, die in Nordböh­men von der Elbe bis zur bayerischen Grenze dem Erzgebirge vorgelagert sind. Da ist zunächst einmal das Elbegebiet mit Aussig und L o b o s i tz, mit einer Landschaft zu beiden Seiten des Elb- users, die in vielfacher Hinsicht der berühmten Sächsischen Schweiz ebenbürtig ist.

Wieder kommt ein reicher Segen, wieder kommt eine Wirtschaft, die in Hülle und Fülle gestrafft ist. Da ist das Saazer H o p f e n g e b i e t, das auch einen Teil der böhmischen Braugerste erzeugt, was beides in del Bierindustrie überaus geschätzt wird. Saazer Hopsen und Saazer Gerste, das sind wohl immer die Grundlagen des Pils' gewesen, des Pil­sener Bieres, das wir nun in gleicher Qualität auch ohne den Besitz des Bürgerlichen Brauhauses in Pilsen herstellen können. Um es gleich zu sagen: Pilsen wird auf tschechischer Seite Grenzstadt, trotz­dem es bis vor nicht allzu langer Zeit eine rein deutsche Stadt war, wie denn auch das Bürgerliche Brauhaus von Deutschen gegründet wurde. Das Dux- und Brüxer Kohlengebiet mit reichen Vorkommen an Braunkohle bildet die Grundlage mannigfacher Industrie, die sich bis in die Bäderzone hinüberzieht.

Das nordböhmische Grenzland ist dicht besiedelt, zählt viele und schöne Städte on dem Reiz, wie sie in jahrhundertelanger Kultur zu ent­stehen pflegt. Diese Bevölkerung ist im 19. Jahr­hundert kampfgestählt worden durch den ununter­brochenen Gegensatz, der sich aus dem Vordringen der Tschechen ergab. Daß in Nordböhmen viel zu holen war, das hatten auch die Tschechen erkannt, weshalb sie gerade dieses Gebiet sowohl in der Front wie von den Flanken hex bevölkerungspoli­tisch und wirtschaftsstrategisch angriffen. Nordböh­mische Wahlkreise waren es auch, die vor 40 und 50 Jahren zuerst jene Männer in ben österreichi­schen Reichsrat wählten, die als Alldeutsche und Schönerianer den Kampf um das Großdeutsche Reich aufgenommen hatten.

Don der westböhmischen Bäderzone zieht sich das neue Grenzland am Böhmerwald entlang, der den Reichsdeutschen immer als geheimnisvoll und sagenreich erschienen -ft. Gewiß, dieser Böhmer­wald ist noch immer ein Urwald, ist angefüllt mit mächtigen Forsten, tief emgeschnittenen Seen, aber leider auch verkehrsentlegen. In der Donaumon­archie kümmerten sich die k. und k. Behörden wenig oder gar nicht um den Böhmerwald, denn die ungeheuren Waldungen waren teils staatlicher Be­sitz, teils gehörten sie zu den Larifundien des böh­mischen Hochadels Das wirkte auf die Bevölkerung zurück, die arm geblieben ist bis auf den heutigen Tag trotz allen Fleißes, trotz aller Mühe und Ar­beit als Köhler und Holzfäller. Nun das wird anders werden, denn im Großdeutschen Reich wird der Böhmerwald nicht nur landschaftlich und touri­stisch sondern auch durch Gewerbe und Handel er­schlossen werden In Süd mähren dessen Be­völkerung mit der Niederöllerreichs immer eine Einheit gebildet hat. wird u a. die Stadt Z n a i m mit 22 000 Einwohnern aus der tschechischen Ver­strickung erlöst werden Gedenken mir noch der Sprachinseln um Iglau mit feiner Textilindustrie und Brünn das eine Hochburg der Metall, und EisenMbustrie geworden ist geworden vor der Begründung der Tschecho-Slowakei durch deutsche Arbeit llnd deutsches Kapital, ferner Mährisch- Krurnau und Nikolsburo, wo Bismarck 1866 Frieden mit Oesterreich schloß Nun ist für dies flanke deutsche Grenzland die Stunde der Erlösung da. Bald werden über ben Tälern unb Höhen, über wacher unb Türme bte Fahnen ber Freiheit nach 20|abrtqer Knechtschaft wehen.

FrankreichsFriedenshaus" für Chomberl in.

Puris. 6. Oft. (Europapreß.) In Frankreich wurde auf Anregung einer Pariser Abendzeitung eme nationale S a rn rn e l l i st e aufgestellt, um bem englischen Premierminister im Namen bes französischen Volkes als äußere Dankerweisung für feine Bemühungen für bie Erhaltung bes Friedens ein Landhaus mit Garten und Fisch­wasser zu schenken. Die Sammlung für dieses Friedenshaus" hat bereits den Betrag von 300 000 Franken überschritten. Neben zahlreichen Geldspen­den ist auch der originelle Beitrag des früheren Protokollchefs im Elyfee. de la Fonquiöres, zu nennen, der ein neues Luxusauto im Werte von 100 000 Franken zur Versteigerung zur Verfügung stellte. Der Erlös soll ebenfalls ber Sammlung für dasFriedenshaus" zufließen. Ein Pariser Theater hat bie Gesamteinnahme einer Abendvorstellung Zu demselben Zweck zur Verfügung gestellt.

C ombetlain * fyrenbürner von London

London, 6. Oft. (DNB.) Der Magistrat ber Stabt Lonbon beschloß am Donnerstag,' Chamber­lain bie Ehrenbürgerschaft ber Stabt Lonbon im Hinblick auf seine hervorragenden Dienste während ber letzten vier Wochen anzutragen. Premievminister Chamberlain hat in Begleitung seiner Gattin am Donnerstagabenb Lonbon verlassen, um in Schottland seinen unterbrochenen Urlaub wie­der aufzunehmen. Der Premierminister macht bie Reise auf Anraten feiner Aerzte.

Schwere Biutopfer

des Bürgerkrieges in Palästina.

London, 7. Okt. (Europapreß.) Einschließlich der Opfer der neuen Zusammenstöße zwischen bri­tischem Militär unb arabischen Freischärlern in Nordpalästina, ist die Zahl ber getöteten Araber in ben letzten 24 Stunben auf etwa 140 gestiegen. Die Kämpfe ber letzten 14 Tage haben auf arabischer Seite mehr als 500 Tote gekostet. In Lonbon erhofft man sich von ber für Freitag angesetzten Unterrebung zwischen bem englischen Ober- kornrnissar in Palästina, Sir H. McMichael, unb Kolonialminister Macdonald unter bem Druck der Ereignisse einen Erfolg. Am Donnerstag hatte Kolonialminister Macdonald eine längere Unter­redung mit dem Zionistenführer Dr. W a i tz m a n n. Es gehen Gerüchte um, wonach ein Zusammentref­fen zwischen dem G r o ß m u f t i von Jerusalem und dem Kolonialminister nicht ausgeschlossen sei.

Nalionalspanilcver Er,o»g auf dem rechten Eoroufer.

Saragossa, 7. Okt. (Europapreß.) Don der Ebro-Front wird gemeldet, daß die nationalen Trup­pen am Donnerstagabend die nationalspanische Flagge auf der Spitze des Bergmassivs von Campallo aufgepflanzt haben, wo in den letzten Wochen blutige Kämpfe stattfanden. Es handelt sich um die letzte sowjetspanische Verteidigungslinie auf dem rechten Ebroufer. Man erwartet, dag nun die noch vom Gegner gehaltenen Gebiete bis zum Ebro rasch besetzt werden. Diex Verluste der Milizen sind sehr hoch. In militärischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die gesamten Reserven der katalanischen Armee an der Ebro-Front eingesetzt worden waren und zum größten Teil oerlorengegangen sind.

Unruhen in $roniöfifd)=lBeffofrifa.

Paris, 6. Okt. (Europapreß.) DerJour" mel­det, daß es in Dakar, der Hauptstadt von Fran- zöfisch-Westafrika, zu schweren Unruhen gekommen sei. Gegen die Absetzung des Sekretärs eines Ein- geborenenoerbandes von Eisenbahnangestellten hät­ten diese Einspruch erhoben. Der Protest sei dann in schwere Unruhen ausgeartet. Dabei seien zehn Personen getötet worden. Unter den Verletzten befinde sich auch ein französischer Polizei- Offizier. Der Gouverneur von Franzosiscb-West- afrika, b e (Toppet, ber von der Volksfront- Regierung Blum diesen Posten erhalten und bie Bildung des Verbandes unterstützt habe, trage bie Verantwortung für die Zwischenfälle. Der gegen­wärtige Kolonialminister Mandel habe bereits die Versetzung des Gouverneurs ins Auge gefaßt gehabt, auf Einschreiten Löon Blums jedoch davon Abstand genommen.

£>er Kampf um Hankau.

Schanghai, 7. Okt. (Europapreß.) Der ja­panische Vorstoß gegen Hankau führt zu immer häufigeren Luftangriffen auf die chinesischen Stellungen, insbesondere in dem Pangsin- Abschnitt, wo die Chinesen die Initiative erarif« fen haben sollen. Pangsin liegt etwa 80 Kilo­meter östlich der HankauKanton-Eisenbahnlinie, der Haupt-Nachschubader für bie chinesischen Trup­pen bei Hankau Nach Mitteilungen aus japanischer Quelle stehen etwa 150 000 Japaner vor den ver­schiedenen chinesischen Verteidigungslinien vor Han­kau. Die Chinesen sollen dort 350 000 Mann stark {ein. Marschall Tschiangkaischek habe seine Elite­truppen an den gefährlichsten Stellen eingesetzt. In Süd-China entfaltet die Luftwaffe ebenfalls lebhaftere Tätigkeit. In der Kwantung-Provinz bombardierten am Donnerstag 80 japanische Ma­schinen Eisenbahnlinien und Städte. Die Strecke KantonKaulun (die weiter nach bem britischen Hongkong führt) soll beschäbigt, aber nidi* unter­brochen worben fein.

Besse« e ßrgeugerpre se für Milch unö Schlachtvieh.

^Berlin, 6. Okt. (DNB.) Untersuchungen des Reichsministers für Ernährung unb Lanbwirtschaft in Zusammenarbeit mit bem Reichskommissar für bie Preisbildung haben ergeben, daß bie Wirt­schaftlichkeit ber bäuerlichen Dieh - baltung dringend einer Verbesserung be- darf, um die bäuerliche Deredelungswirtschaft leistungsfähig zu erhalten und ihr die Mög­lichkeit zu weiteren Leistungssteigerungen im Rah­men des Vierjahresplanes zu geben Deshalb hat Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring angeordnet: Der Milcherzeuger wird für die an die Molkereien abgelieferte Milch im Reichs- durchfchnitt etwa 2 Piennia je Liter mehr erhalten als bisher. Diese Preisaufbesserung wird nur in einigen Teilen des Reiches gering­fügige Erhöhungen ber Txinkmilch- unb Butter­preise für bie Verbraucher zur Folge haben, dafür aber im Interesse der Lolksernährung die inlän­dische Produktion heben Don diesen ver­hältnismäßig wenigen Fällen der Preiserhöhung ür Trinkmilch und Butter abgesehen, werden bie

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Von ihren Beobachtungs­posten aus überwachen die Tabakmeister den Verlauf der Fermentation.

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