Ausgabe 
7.9.1938
 
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den Hohen Tonern entstehen.

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gräßter Konzentration unb sicherten sich mit einer Gesamtzahl von 385 Punkten den Sieg im Mann-

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nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8,10: Gym­nastik. 8.30: Baderkonzert. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Dolkslied- singen. 11.45: Handwerk hat goldenen Boden. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalische Kurz­weil. 15: Reichssendung. 18: Der fröhliche Laut­sprecher. 19: Allerlei vom Sport der Woche: 19.10: Musikanten nach Feierabend. Ein bunter Reigen um schlichte Weisen. 20: Nachrichten. 20.15: Sin­gendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien. 22.30: Volks- und Unterhaltungs­musik. 24: Nachtkonzert I. 23: Nachtkonzert II.

mit ihnen die anderen Spitzenkönnerinnen, aus denen heute noch die weitere deutsche Vertretung für Wien bestimmt wird. Nach dem Ergebnis Nauheimer Kampfes wird heute noch die deutsche Meldung für Wien abgegeben werden.

nehmung gleichfalls viele Schwierigkeiten. Er gibt aber mehrere Fälle unberechtigter Jagdausübung zu. Er muß auch u. a. zugeben, daß er dem K. Odenweller beim Schießen des Spießhirfches mit einer Stablampe geleuchtet hat, und daß er im September 1937 einen Frischling geschossen hat. Er kann auch nicht bestreiten, daß er einen Hirsch, den der Karl Odenweller geschossen hatte und der im Ober-Mörler Wald lag, nachts mit einem Schub­karren geholt hat. Für seine Gefälligkeit erhielt er die Hälfte der Eingeweide. Der Hirsch sei nach Bad- Nauheim verkauft worden. Er leugnet aber hart­näckig, mit Strychnin zwei Füchse erlegt zu haben. Er habe das Gift verbrannt und die beiden Füchse, die der Karl Odenweller abzog, mit den Kernen in Bad-Nauheim gekauft. Der Vorsitzende stellt hierbei einen eigentümlichen Gedächtnisschwund zwischen dem Legen des Giftes und dem Abziehen der Füchse fest.

Der Angeklagte Thyssen besaß seit 1925 ziem­lich ununterbrochen einen Jagdschein. Er hatte be­reits Jagden im Odenwald und in der Rhön ge­pachtet. Nun wollte er einen Bock ober Hirsch schie­ßen und kam durch Empfehlung an Lauer. Er er-' hielt in den Jahren 1930 oder 1931 einen Er­

bte SA.-Gruppe Südwest (Stuttgart) als erste dreizehn Mamischaften beendet und war bei Schießübung im Gelände bereits an die Spitze Franken gerückt. Auch das Abschlußschießen endeten die SA.-Männer der Gruppe Südwest

Europa-Meisterschaften in Wien statt. Von der deut­schen Frauen-Mannschaft stehen bis jetzt als Teil­nehmerinnen für Wien bestimmt fest: Mauermayer, Krauß, Schroder, Ratjen, Gelius, Volkhausen: sie werden heute in Bad-Nauheim am Start fein und

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Rundfunkprogramm

Donnerstag, 8. September.

5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Rus ins Land. 6:

Wildererprozeß Odenweller vor der Großen Strafkammer Gießen

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bis 41, 46 bis lewicht. olgenöe! r) 116, 1-5 kg) 90 kg) ) 110, lart.

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Pente: Nationales Irauensportfest in Bad-Nauheim.

Seit gestern weilt Deutschlands Spitzenklasse in der Frauen-Leichtathletik unter Führung der Reichs- frauenwartin für Leichtathletik, Käthe Krauß (Dresden) in Bad-Nauheim. Am heutigen Mittwoch findet auf der von-Tschammer-und-Often-Kampfbahn der Ausscheidungskampf für die Teilnahme an den

Staubecken des Wasserfallbodens (das zuerst ge­baut wird) mit rund 850 bis 900 Meter Steil fall in die Turbinen schießen. Dabei wird es durch einen längeren Stollen geleitet, und im unteren Teil des Kaprunertales wird der Berghang ebenfalls bereits auf seine geologische Beschaffenheit geprüft, denn die Wasserrohre sind schwer und müßen eine feste Unterlage haben.

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AS.-Kampsspiele in Nürnberg 1938

Tag der wehrsportlichen Mannschastskämpfe.

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schaftsmehrkampf vor der SA.-Gruppe Thüringen (Weimar), die bei der letzten Schießübung 120 Punkte errang und damit Franken hinter sich ließ.

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gewinnt das Lcistnngsschicßcn.

Zu einem großen Erfolg kam die ^-Leibstandarte Adolf Hitler, Berlin, im Mannschaft^- Leistungs­schießen, das sich aus Kleinkaliber- und Pistolen­schießen zusammensetzte. Mit 307 Punkten siegte sie vor der SA.-Gruppe Bayrische Ostmark (Bayreuth) und dem ^-Sicherheitsdienst Berlin. Nach dem Kleinkaliberschießen in Erlenstegen führte bereits die Leibstandarte vor dem RAD. 25 Wiesbaden und dem ^-Sicherheitsdienst. Im Pistolenschießen, das anschließend in Feucht ausgetragen wurde, schnitt die SA.-Gruppe Bayrische Ostmark am besten ab; sie kam in der Gesamtwertuna vom siebten auf den zweiten Platz. Die Mannschaft der ff - Leibstandarte sicherte sich mit einem dritten Platz im Pistolenschießen den Gesamtsieg.

Auftakt zum Wehr-7Nannschaftskampf.

Der Wehr-Mannschaftskampf, der von Mann­schaften in Stärke von 1 : 36 bestritten wird, wurde in Werderau mit dem Kleinkaliberschießen eingeleitet (es folgen noch ein 20-Kilometer-Gepäckmarsch mit Sonderausgaben und eine Uebung auf der Hinder­niskampfbahn). Nach der ersten Uebung hatte bis -Leibstandarte Adolf Hitler, Berlin, die Führung.

Arbeitsmann König gewinnt KK.-Gictzcn.

Der einzige Einzelwettbewerb auf dem Schieß« stand wurde im Kleinkaliberschießen ausgetragen. Die Bedingungen waren: aus 50 Meter Entfernung auf die Zwölfer-Einheitsscheibe mit dem KI<-Wehr. sportgewehr 5 Schuß liegend freihändig, 5 Schuß kniend oder sitzend freihändig und 5 Schuß stehend freihändig. Als bester Schütze erwies sich der Ar­beitsmann König (III./266 mit 166 von 180 möglichen Ringen.

Der schwierige Mannschafts-Fünfkampf,, der in Stärke von einem Führer und sieben Mann bestritten wird, begann in Erlenstegen mit dem KK.» Schießen. Bei Punktgleichheit mit dem Polizeikom«

Hart unterhalb des Weges ist ein überdachte« Schacht in die Talsohle gegraben. Er sieht fast wis ein Ziehbrunnen aus. Einige Arbeiter sind gerade dabei, das Wasser herauszupumpen. Auf der rech« ten Bergseite klettern ein paar Männer herum. Sie sind mit Vermessungsarbeiten beschäftigt. Mit erhobenem Arm deutet der Ingenieur rechts unb l'inks in die Höhe. Hier wird die erste Sperr­mauer entstehen. Sehen Sie dort die Markcn, die in bestimmten Abständen angebracht sind? Die Stolle^ und der Schacht dienen dazu, die geologischen Der« hältnisse unter der Erddecke zu prüfen. Wir müsset seststellen, wo der Fels beginntund wie er vev^ läuft, damit die Sperrmauer ein festes Fundament bekommt." Wir sprechen über die älteren Pläne- Sie sehen ein ganzes System sogenannter Hang­kanäle vor, welche das Wasser, das von den Bergen und Gletschern abfließt, auffangen und dem Stau­becken zuleiten. Ferner wird man vielleicht auch Wasser aus den Wildbächen benachbarter Tauern- täler durch Stollen herbeileiten.

Wir durchwandern den Wasserfallboden und stei­gen dann steil zum Moserboden, der obersten Stufe des Kaprunertales, auf 1968 Meter Höhe empor. Hier wird später der große obere Stausee entstehen, dessen Fluten das grünblau schimmernde Eis des Karlinger Keeses umspielen werden. Rund 30 Millionen Kubikmeter Wasser wird dieses Stau­becken fassen, während der See auf dem 400 Meter tiefer liegenden Wasserfallboden rund 150 Millionen ansammeln kann. Man hat hier oben einen wunder­baren Blick über den ganzen Bereich der künftigen Stauseen. "Welch ein erhabenes, majestätisches Vild wird es einmal fein, wenn die beiden Böden des Kaprunertases in große Spiegelflächen verwandelt find, auf denen im Widerschein der Kranz der Berg­gipfel in die Tiefe taucht!

Auf unserem Rückweg treffen wir nochmals den freundlichen Ingenieur. Bei einem Glase frischer Milch sitzen wir in der gastlichen Stube der Lim- berg-Alm. Ich frage ihn, ob der Untergrund des Tales auch die gewaltigen Wassermassen halten wird. Er bejaht.Selbstverständlich müssen wir in der Nähe der Sperrmauer den Boden auf Sprünge und Risse hin untersuchen, damit nicht größere Wassermengen verloren gehen. Dazu wird der Fels freigelegt, und wo sich undichte Stellen zeigen, wird Zement eingespritzt. So wird er wie ein hohler Zahn plombiert." Die Unterhaltung kommt dann auf die Kraftwerke. Das Wasser wird aus der obersten Staustufe mit ewa 350 Meter, aus dem

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gefeilt worden sei. Er will aber nicht gewußt haben, daß dieses Wild gewildert worden sei. Augenscheinlich will er seinen Mitangeklagten nicht belasten. Das Wild, das auf so merkwürdige Art in seiner Jagdgefunden" wurde, dessen unrecht-, mäßigen Schützen er aber hätte ermitteln können, will er nicht aus seinem Jagdbezirke verbracht, son­dern an die Einwohnerschaft von Kransberg pfund­weise verkauft haben. Eines Ursprungsscheins, der zum Verkauf außerhalb des Jagdbezirks erforder­lich war, habe es daher nicht bedurft. Sei ihm Wild in der Schonzeit gemeldet worden, dann will er es an die doch mehr oder weniger "sachverständige Be­völkerung als W'ldschweinfleisch verkauft haben. Er bestreitet nochmals ganz entschieden, daß er ihm als gefunden gemeldetes Wild mit bei dem Bürger­meister unter falschen Vorspiegelungen erlangten Ursprungsscheinen aus seinem Jagdbezirk verbracht habe. (Diese Ursprungsscheine sind nach dem neuen Reichsjagdgesetz nicht mehr erforberlidf.) Lauer bc« ftreitet demnach sämtliche ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen, soweit diese in nichtrechts-! verjährter Zeit ftaftgefunben haben sollen.

Obwohl der Joses Oden well er bei seinen früheren Vernehmungen bie gewerbsmäßige Wil­derei zugegeben hatte, verlegt er sich jetzt mit ben gleichen Ausreben wie Lauer aufs Leugnen. Der Angeklagte, der bis zu feiner Verhaftung Jagdauf­seher war, muß aber zu geb en, baß er einigemale erlegtes Wild geholt hat. Er, der seit 1915 Jäger ist unb fast fein ganzes Leben in Kransberg verbrachte, will nicht gewußt haben, baß bas Wilb in einem fremben Jagdbezirk gelegen habe. Josef Obenweller war es auch, ber am 6. Juli 1919 auf den Förster Nothnagel schoß. Wie ber durchschossene Hut des Försters, ber dem Gericht vorliegt, beweist, hatte es biefer Beamte einem reinen Zufall zu ver­danken, baß er bamals nicht erschossen wurde.

Aeußerst schwierig geftaltet sich bie Vernehmung ies stocktauben Angeklagten Karl Obenweller, der, .wie sein Bruder, aus ber Untersuchungshaft vorgeführt wirb. Infolge seiner Schwerhörigkeit hat dieser Angeklagte offensichtlich nicht bie Taktik ber bereits vernommenen Mitangeklagten bemerkt, -kach vielen Verständigungsoersuchen gibt er zu, in Mehreren Fällen gewildert zu haben. Jnsbesonbere bestreitet er auch nicht, unkechtmäßig im Novem­ber 1937 einen Spießer erlegt zu haben, wobei ber Nitangeklagte Matern ihm mit einer Stablampe Züchtete. Weiter gibt er zu, Matern Strychnin zum erlegen von Füchsen gegeben zu haben.

Der Angeklagte Matern macht bei seiner 23er«

laubnisschein. Der Josef Obenweller routbe sein Lehrmeister. 1933 wollte ber damalige Mitpächter des Lauer aus der Pacht ausscheiden. Thyssen sollte für ihn eintreten. Die Behörde versagte aber zu dieser Weiterverpachtung die Genehmigung. Um trotzdem zum Ziele zu kommen, stellte der ausschei- dende Mitpächter dem Thyssen entgeltlichunent­geltliche" Erlaubnisscheine aus. Trotz dieser offen­sichtlichen Schiebung will Thyssen sich für einen Pächter gehalten haben. Thyssen behauptet nun, Lauer habe ihm gesagt, es wären neun Hirsche zum Abschüsse frei. Lauer, hervorgerufen, bestreitet dies und lagt aus, daß im Bogen'des Thyssen noch dem Abschußplan ein Stück Kahlwild frei gewesen fei. Thyssen bestreitet die Richtigkeit dieser Aussage und sagt aus, daß er unter diesen Umständen nie diesen Bogen gepachtet hätte, da er ja nur einen geweihten Hirsch habe schießen wollen. Im August 1934 saß Th. mit dem I. Odenweller auf einen Hirsch an. Er schoß und der Hirsch flüchtete in einen nahegelegenen Wald. Man fand ihn bann dort oerenbef vor. Dieser Walb gehörte aber zum Nachdarrevier, was Th. nicht gewußt haben will. Weiter bestreitet Th., sich bet der Bürgermeisterei non Kransberg einen Ursprungsschein für diesen Hirsch erschwindelt zu haben.

In der gestrigen Nachmittagssitzung wurden zu­erst die entscheidenden Stellen aus den Vorstraf­akten des Angeklagten Th. verlesen. Abschließend wurden die Frankfurter Kriminalbeamten, die sei­nerzeit die Ermittlung geführt hatten, als Zeugen gehört. Sie schilderten den Verlauf der Ermittlun­gen und wiederholten die damaligen Geständnisse ber Angeklagten. Auf ausbrückliches Befragen burch ben Vorsitzenden sagten sie übereinffimmenb aus, daß bie Aufnahme der Protokolle ohne irgendwel­chen Zwang ober Druck erfolgt fei.

Bei ben weiter als Zeugen vernommenen Ein­wohnern von Kransberg hatte man ben Eindruck, daß diese sichtlich bemüht waren, die Angeklagten zu schonen. So konnte ein Zeuge mit knapper Not vor einem Meineid bewahrt werden. Der Zeuge behauptete nämlich, im Gegensätze zu einer in einem bereits 1925 schwebenden Verfahren gemachten Aus­sage, der Angeklagte I. Odenweller hübe ihn da­mals nicht zu beeinflussen versucht. Er mußte jedoch auf eindringlichsten Vorhalt des Vorsitzenden die Unwahrheit dieser Aussage zugeben.

Bemerkenswert für bie Skrupellosigkeit der An­geklagten ist die Aussage eines Arztes aus Ufingen, der eines Morgens beim Pirschgang an einem Baume einen Zettel angeheftet fand etwa des In­haltes, er brauche (ich nicht mehr zu bemühen, das Weidwerk sei bereits getan. Im übrigen solle er sich, wenn ihm sein Leben lieb sei, nicht mehr blicken lassen. Unterzeichnet war diese Drohung mit: Die Schwarze Kugel". Dennoch stellte dieser Zeuge dem Josef O d e n w e 11 e r , der bei ihm Jagdauf­seher war, das beste Zeugnis aus, nach dem alten Grundsatz, daß die schlimmsten Wilderer oft die besten Jagdaufseher sind.

Die Zeugenvernehmung wird in vorgerückter Abendstunde abgebrochen; sie wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt.

Dor ber Großen Strafkammer Gießen begann am gestrigen Dienstag ber mit Spannung erwartete Wildererprozeß gegen die Gebrüder Karl und Josef Obenweller, ben Karl Lauer unb den Matern .^sämtlich aus Kransberg bzw. Fried- richsthal im Taunus, sowie gegen ben Angeklagten Thyssen aus Frankfurt. Anläßlich bes Mieger- Prozesses war man auch ben jahrelangen Wild­diebereien in der Gegend von Kransberg auf die Spur gekommen.

Die Verhandlung, zu der eine große Reihe von Zeugen geladen ist, findet unter starkem Andrang des Publikums im Schwurgerichtssaale statt. Auf großen Tischen liegen nicht weniger als 14 Gewehre jeglichen Alters, Kalibers und Herkunft, daneben eine Reihe von Hirschgeweihen, Ferngläsern usw. Den Vorsitz der Großen Strafkammer führt Land­gerichtsrat Dr. S e i b , die Anklage vertritt Staats­anwalt Dr. Fink e/

Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses und Feststellung der Personalien der Angeklagten wird als erster der Angeklagte Karl Lauer vernom­men. Der jetzt 57jährige Angeklagte ist bereits seit, dem Jahve 1904 im Besitze eines Jagdscheines. Aus . dem Weltkriege zurückgekehrt, übernahm Lauer in der Folgezeit die Jagd seines Schwiegervaters. Als diese Jagdperiode abgelaufen war, pachtete er die Jagd wieder bis zum Jahre 1935. Während dieser Zeit teilte er sich verschiedentlich mit Mitpächtern in die Kransberger Jagd. Daneben stellte er Jagd­erlaubnisscheine aus. Die verschiedenen Bogen der Jagd wurden bann getrennt besagt. Weiterhin hatte feber ber Jagdbogen seinen eigenen Abschußplan. Der Angeklagte war, wie die anderen Angeklagten, überraschend festgenommen worden. Vor ben Be­amten ber Frankfurter Kriminalpolizei hatte er klare Aussagen gemacht. Heute verlegt sich der An­geklagte, der mit gespannter Aufmerksamkeit ber Verhandlung folgt, aüfs Leugnen. Werben ihm seine früheren Aussagen vorgelesen, bann behaup­tet er, er habe diese Aeußerungen unter Zwang ab- flegeben. Er bestreitet insbesondere mit großer Ent­schiedenheit, sich der gewerbsmäßigen Wilderei schuldig gemacht zu haben, muß aber zugeben, daß eines Tages der I. O d e n w e l l e r zu ihm kam ' und sagte, daß er einen Hirsch geschossen hätte, ber aber noch insfeindliche" Revier geflüchtet fei. (Er­ging darauf mit dem Mitangeklagten in das Nach­barrevier, wo man in der Nähe der Grenze das tote Wild fand. Man trug behutsam den Hirsch in ben eigenen Jagbdezirk zurück, brach ihn b vt auf unb schaffte ihn dann nach Hause. Allerdings soll sich dieser Fall in rechtsverjährter Zeit zugetragen haben. Weiter gibt Lauer zu, daß ihm von dem I. Obenweller mehrfach berFund" von Wild mit-

anf das die deutsche Nation stolz sein kann. Es wird das größte Kraftwerk der Alpen werden. Je mehr die Wasserkraft dieweiße Kohle" für die Stromerzeugung eingesetzt wird, um so mehr wird die schwarze Kohle für andere nützliche Verwendungszwecke frei. Man denke z. B. nur an die Benzin-Gewinnung' oder an die Her­stellung von Buna. Auf diesem Wege wird uns bas Tauernwerk einen großen Schritt vorwärts bringen.

Fernab vom Getriebe ber in ein unübersehbares Meer von Fahnen, Girlanden und Teppichen ge­hüllten Innenstadt wurden am Dienstag die zwei­ten NS.-Kampfspiele im Rahmen des 10. Reichs­parteitages offiziell eröffnet Erlenstegen, Werderau unb Feucht waren die Kampfstätten, in denen bie Männer der nationalsozialistischeu Formationen, der Ordensburgen, des RAD. und der Polizei in früher Stunde bereits zu den ersten Wettbewerben der wehrsportlichen Mannschaftskämpfe antraten.

Rechtes Wehrsportwetter lag am Dienstagmorgen über Nürnberg: ein frischer Wind unter trüben, regendrohenden Wolken. Ein buntes Bild, fast einem ßagerieben gleich, bot sich dem Reichssport­führer, SA.-Obergruppenführer von Tscham - mer und Osten, auf dem Sportplatz der SA.- Brigade 78 in Werderau, wo um 8 Uhr bie Schieß-Wettbewerbe zum Wehrmannschaftskampf, zum Mannschaftsmehrkampf unb der Radfahrstreife zu erledigen waren.

Der Vormittag brachte neben dem Kleinkaliber­schießen in Erlenstegen und dem Pistolenschießen in Feucht noch den Start zum Gepäckmarsch in Werderau. Am Nachmittag begann das Handball­turnier mit je zwei Vorrundenspielen. Am Dienstag begannen im Saalbau Kolosseum bereits die Säbel- Mannschaftskämpfe. Vormittags wurden die Vor­kämpfe ausgetragen und am Nachmittag die Zwi­schenkämpfe durchgeführt.

Mannschaftskampf bereits entschieden.

Mit einem Erfolge wurde am Dienstag bereits ber Mannschaftsmehrkampf beendet. Dieser erste Hauptwettbewerb der NS.-Kampfspiele gestaltete sich zu einer Prüfung der Spitzenkönner ber For­mationen unb Gliederungen ber Partei. Nach der ersten Prüfung, dem Kleinkaliberschießen, lag bie SA.-Gruppe Franken (Nürnberg) in Führung mit 143 Punkten. Den 15-Kilometer-Gepäckrnarsch hatte

(147,25), Scheideanstalt auf 205 (204), Metallaefell

UI- 125,50. Montanaktien notierten unreqel« 6[g, Verein. Stahl 99,75 (99,65), Rheinstahl 132,50 Esch unv. 106, dagegen Buderus 108,50 (108,75) unb Mannesmann 104,50 (105) Maschinen- ö?Z»"-^lcht an' Adlerwerke 103,75 (103), A?Ä(1^' g6lin!,cr 97 (96'75' Demag 13J,75 (139,50), Rhemmetall 123,50 (123), BMW unu. 141,50, ebenso Moenus mit 121,50, Daimler 0,25 v.H. leichter mit 127,25. Von Elektropapieren gewannen (Siemens und Schuckert je 1 v.H. auf 185 bzw. 165, Licht unb Kraft 0,50 v. H. auf 132, ^hmeyer 0,75 v. H. auf 121,75, Bekula mit 151 unb Gesfurel mit 127 blieben behauptet. Bankaktien notierten unoeränbert.

Frankfurter Schlachtviehmark».

^ranffurt a. M., 6. (Sept. Austrieb: Kälber 552 (gegen 560 am 30. Aug.). Hümmel unb Schafe en « r $)' Schweine 1643 (3557). Notiert würben je 50 Kilogramm Lebenbgewicht in RM.: Kälber a) 63 bis 65 (62 bis 65), b) 56 bis 59 (56 bis 59), c) 48 bis 50 (46 bis 50), d) 36 bis 40 (35 bis 40). Häm- mel b2) 50 bis 52 (50 bis 52), c) 42 bis 45 (40 bis 45), d) 38 bis 40 (-). Schafe a) 39 bis 42 (38 bis 42), b) 36 bis 38 (36), c) 25 bis 32 (23 bis 32). Schweine a) 59 (60), bl) 58 (59), b2) 57 (58), c) 55 (56) d) 52 (53)..Sauen gl) 56 (57), g2) (55). Marktverkauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Häm- mel und Schafe mittelmäßig.

Das größte Kraftwerk -er Alpen

Wunder der Technik und Wunder der Natur.

Unser B.G.-Mitarbeiter hat das Kapruner tal in den Hohen Tauern besucht und dort die Vorarbeiten zum Bau des großen Tau ernwerfs gesehen.

Wenn man durch das romantische Kaprunertal m den Hohen Tauern zum Wasserfallboden hinauf- stcigt, sieht man dort, wo sich der geräumige Tal­kessel öffnet und der Blick auf das Wiesbachhorn und die Klockerin frei wird, ein großes Schild stehen. Es trägt die Aufschrift: A l p e n= (£ (e F« trowerke A G.". Und darunter:

_________ Den ersten Spatenstich zum Tauernwerk tat Genevalfeldmar schall Hermann Göring

Wenn oben in den Stauseen sich die Bergwasser der Gletscher vereinigen und sich in ihnen die mäch. feigen Gipfeln widerspiegeln", so sagte der Feld­marschall damals,bann wird die Gegend unver­gleichlich an Schönheit gewinnen. Das Wunder der Natur vereinigt sich mit dem Wunder der Technik. Berge und Wasser haben wir genug. Jetzt gilt es, diese Kräfte zu sammeln. So, wie die national« sozialistische Bewegung einst alle Kräfte sammelte, alle Ströme der Leidenschaft zusammenführte, ein­dämmte und die geballte Kraft zum Einsatz brachte, so wird die gedämmte Kraft der Natur hier große Werte schaffen, wo sie einst ungehemmt, sinnlos die Fluren verwüstete, die Ernte vernichtete."

Das große Projekt wird 'Wirklichkeit. Schon in den Jahren 1927/29 wurden Pläne zur Ausnutzung der Wasserkräfte der Hohen Dauern gemacht und seitdem stetig verbessert. Man erkennt noch deutlich einen Hangkanal, der vor acht Jahren versuchsweise am Fochezkopf angelegt wurde. Aber weiter kam man unter den System-Regierungen in Oesterreich nicht. Erst die Heimkehr der Ostmark ins Reich hat den Weg zum Bau des Tauernwerkes frei gemacht.

Nach den früheren Ermittlungen können in den Hohen Dauern über 30 Sperrstellen errichtet und durch die Ausnutzung der gesamten Wasserkräfte, unter Einbeziehung des Salzach-Flusses zwischen Bruck und St. Johann, jährlich sieben bis acht Milliarden Kilowattstunden er­zeugt werden. Wenn zunächst auch nur ein Deil dieser Leistung erreicht wird der fürs erste in Angriff genommene Stausee auf dem Wasserfall­boden soll etwa 600 Millionen Kilowattstunden er­geben so wird das Dauernwerk doch künftig von größter Bedeutung für die gesamte groß- deutsche Elektrizitätswirtschaft sein. Bor allem in der Abgabe von Spitzenkraft. Auch ist die Stromerzeugung gerade in den Hohen Dau­ern besonders billig: ein ausgedehntes Gebiet mit jehr reichem Niederschlag, große Speichermöglichkeit in stattlicher Höhe und ein tiefer Steilabfall treffen geradezu wundervoll zusammen.

Die Arbeiten sind im Gange. Im unteren Teil des Tales, zwischen dem malerischen Alpendorf Kaprun und dem AlpenhotelKesselfallhaus", wird eine neue Straße gebaut. Als Unterkunft s-r Ar­beiter hat man in einem Winkel am Walde schmucke Baracken errichtet. Für die Zementbeförderung auf über 1500 Meter Höhe ist der Bau einer Drahtseil­bahn, für die Herbeischaffung des übrigen Materials der Bau einer Standseilbahn geplant.

All das erfahren wir von einem Ingenieur der Bauleitung, der die Vorarbeiten für die Errichtung der Staumauer am Eingang des Wasserfallbodens beaufsichtigt. Wir sehen hier verschiedene Stollen, hoher und tiefer gelegen, aber nahe beieinander.

am 16. Mai 1938.

VA. mit 123,75 (123,50).

Industrie-Obligationen zeigten die üblichen leichten Schwankungen bis etwa 0,25 v. H., ebenso lagen Stadtanleihe und Liqui- bationspfanbbriefe nicht ganz einheitlich. Goldpfand­briefe und Staatspapiere notierten bei kleinen Um­

sätzen unverändert.

Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt bei einigen Rückkäufen der Börse für eine ganze Reihe von Papieren Erholungen von etwa 0,50 bis 1 v. H., die Umsätze wurden aber nicht lebhafter. U.a. notierten Hoesch mit 105,75 nach 105, Mannes mann mit 105 nach 104,13, Verein. Stahl mit 99,65 nach 98,50, Rheinstahl mit 132 nach 131,50, Daim­ler mit 127,50 nach 126,50, Felten mit 127,50 nach 127, Bemberg mit 123,50 bis 124,50 nach 124,25, Konti Gummi mit 199 nach 196,50, Reichsbank mit 180 nach 179,40 und AG. für Verkehr mit 117 nach 116,25. IG.-Farben fielen noch auf 146 nach 146,25 und wurden später mit 147,25 bewertet. Die später notierten Papiere lagen überwiegend 1 bis 2 v. H. unter gestern, Adlerwerke verloren 2,50 v. H. auf . 103, anderseits MAN. 123 (122).

Abendbörse freundlich.

Die Abendbörse nahm zwar einen ruhigen Ver­lauf, die Haltung war aber im Anschluß an den Mittagsschlußverkehr weiter freundlich. Bei nicht ganz einheitlicher Kursentwicklung überwogen neue Besserungen um durchschnittlich 0,50 v. H. Bon Chemiewerten erhöhten sich JG.-Farben auf 147,75