tragserteilung und dem Effekt eines sogenannten nationalsozialistischen Kultraums ist entsetzlich, sie ist aber bedingt nicht nur durch das Versagen des Künstlers, sondern ebenso durch das Versagen des Auftragggebers. Es kann daher die Baukunst in wahrhaft großen Lösungen nur dann in Erscheinung treten, wenn ihr wahrhaft große, in der Zeit liegende Aufgaben gestellt werden.
Ebensowenig kann man der .Musik Aufgaben stellen, die zu erfüllen außer ihrem Vermögen liegt. Die Musik als absolute Kunst gehorcht uns heute noch unbekannten Gesetzen. Sicher aber ist, daß die Musik als größte Gestalterin von Gefühlen und Empfindungen anzusprechen ist, die das Gemüt bewegen, und daß sie am wenigsten geeignet erscheint, den Verstand zu befriedigen. Daher kann es nur zu leicht sein, daß Verstand und musikalisches Gehör nicht im gleichen Körper anzutreffen sind.
Ihren einmaligen Höhepunkt hat diese Kunst der Erzeugung eines musikalischen Grund- und damit Gesamtcharakters als Stimmung in den Werken des großen Bayreuther Meisters gefunden. Allein auch außerdem ist es einer Anzahl gottbegnadeter Musiker geglückt, bestimmten dramatischen Kunstwerken einen schlagenden musikalischen Grundwert und damit Gesamtausdruck zu sichern. Die großen Sinfoniker bemühten sich, allgemeinere Stimmungen wiederzugeben, benötigen aber dabei als Einführung für den Hörer ebenfalls bestimmter allgemeiner, sprachlich nie dargelegter Anhaltspunkte. Es ist aber gänzlich unmöglich, eine Weltanschauung als Wissenschaft musikalisch zum Ausdruck zu bringen.
Cs gibt daher weder eine musikalische Parteigeschichte noch eine musikalische Weltanschauung, ebenso gibt es auch keine musikalische Illustrierung oder Deutung philosophischer Erkenntnisse. Dafür ist ausschließlich die Sprache da.
Und es ist die Aufgabe unserer Dichter oder Denker, nun die Sprache so beherrschen zu lernen, daß sie nicht nur die ihnen vorschwebenden Erkenntnisse klar und wie gestochen wiedergibt und sie damit den Mitmenschen vermittelt, sondern daß diese selbst darüber hinaus noch durch die Beherrschung der Klangform, die in der Sprache liegt, zum Kunstwerk erhoben wird. Wir Deutsche können glücklich sein, eine ebenso schöne wie reiche, aber allerdings auch schwere Sprache zu besitzen. Sie beherrschen zu lernen, ist eine wunderbare Aufgabe, und sich ihrer zu bedienen, ebenfalls eine Kunst. In ihr die Gedanken unserer Weltanschauung zum Ausdruck zu bringen/muß möglich sein und ist möglich. Diese musikalisch darzustellen, ist weder möglich noch not- wendig.
wohl aber ist es nötig, die allgemeinen Gesetze für die Entwicklung und Führung unseres nationalen Lebens auch auf dem Gebiet der wusik zur Anwendung zu bringen. .
Das heißt nicht in technisch gekonntem Wirrwarr von Tönen das Staunen der verblüfften Zuhörer zu erregen, sondern in der erahnten und erfüllten Schönheit der Klänge ihre Herzen zu bezwingen.
Nicht der intellektuelle verstand hat bei unseren Musikern Pate zu stehen, sondern ein überquellendes musikalisches Gemüt.
Wenn irgendwo, dann muß hier der Grundsatz gelten, daß „wes das Herz voll ist, der Mund überläuft". Das heißt: Wer von der Größe der Schönheit oder dem Schmerz, dem Leid einer Zeit und seines Volkes durchdrungen oder überwältigt wird, kann, wenn er von Gott begnadet ist, auch in Tönen fein Inneres erschließen. Das technische Können ist wie immer die äußere notwendige Voraussetzung für die Offenbarung der inneren Veranlagung. Ich halte es für dringend notwendig, daß gerade unsere Musiker sich diese Erkenntnis zu Herzen nehmen. Ob es sich aber um die Baukunst handelt öder um Musik, um Bildhauerei oder Malerei, eines soll man grundsätzlich nie außer acht lassen:
Jede wahre Kunst muß ihren werken den Stempel des Schönen aufprägen, denn das Ideal für uns alle hat in der Pflege des Gefunden zu liegen. Alles Gesunde aber allein ist richtig und natürlich. Alles Richtige und Natürliche ist damit schön.
Es ist heute ebenso wichtig, den Mut zur Schönheit zu finden wie den zur Wahrheit. Der W e l t s e i n 0, gegen den wir im Kampfe stehen, hat auf ferne Fahne ebenso die Vernichtung des Wahrhaftigen als des Schönen geschrieben. Er hat es fertig gebrächt, die Bejahung der natürlichen Gefühle teils als dumm, teils als lächerlich, teils sogar als felge hlN- zustellen. Alle großen Empfindungen und Eharkter- tagenden wurden von ihm verhöhnt, verlacht oder beschmutzt. Es gelang ihm, daß vielen der Mut verloren ging, sich noch zu ihrem Volkstum offen zu bekennen oder gar dafür einzutreten. Endlich galt es nicht nur als unklug, für das eigene Volk zu kämpfen, sondern sogar als Feigheit, wahrend der wirk- liche Feigling, der seine Gemeinschaft im Stiche lieh, als tapferer Künder eines neuen Ideals gepriesen werden konnte.
Und zahlreiche Angehörige gerade der sogenannten vornehmen Gesellschaftskreise sind wohl auch infolge der Leere ihres eigenen Gemüts dieser Psychose zum Opfer gefallen. Sie unterwerfen sich teils feige, teils aber auch nur zu willig diesem jüdischen Terror. Es ist aber ebenso unsere Aufgabe, den MutzurwahrenSchön- h e i t zu finden und uns nicht beirren zu lassen durch das teils alberne, teils unverschämte Geschwätz dekadenter Literaten, die es versuchen, das Natürliche und damit Schöne als Kitsch zu verrufen, das Kranke und Ungesunde aber als das Interessante,
Bemerkenswerte und daher Beachtungswürdrge hinzustellen.
Daher ist es sine große und erhebende Aufgabe, durch eine wirkliche Pflege der Musik, des Theaters, der Bildhauerei und Malerei, besonders aber der Baukunst, diesem Kulturverfall Einhalt zu gebieten. Wir müssen es dabei zu erreichen versuchen, daß sich nicht nur die Künstler bilden, sondern daß durch sie auch das Volk gebildet wird, daß die Augen immer klarer sehen lernen und sich das Gefühl für schöne und edle Proportionen entwickelt und vertieft und das Gehör sich verfeinert, und daß damit das Verständnis wächst nicht nur für die künstlerischen Schöpfungen im großen gesehen, sondern auch für die einzelnen feinen Details. So werden wir uns langsam zur wahren künstlerischen Gewissenhaftigkeit erziehen. Sie verhindert am ehesten das Abgleiten in eine verderbliche, blasierte Uebersätti- gung. Sie weitet das Auge und schärft das Auge und das Gehör für die Wunder der künstlerischen Arbeit in der' unbegrenzten Welt des Kleinen. Sie wird mithelfen, einst ein ganzes Volk teilnehmen zu lassen an der Entstehung und Gestaltung der gewaltigen nationalen Kunstwerke, nicht nur im Groben gesehen, sondern auch in den einzelnen Feinheiten. Und erst dann wird man wieder von einer wirklich neuen Kuß st- Epoche reden dürfet!. Dann wird die Nachwelt einst vom Wunder einer Zeit berichten können, in der inmitten einer der gewaltigsten politischen Erneuerungen der Geschichte, unbeirrt durch allen Kampf und alle Wirrnis der Welt, in den deutschen Landen die Kultur in reichster Entfaltung zu blühen begann. Unser Volk aber wird in stolzer Ehrfurcht dann die Werke hüten, die wir heute einfügen in den ewigen Schatz der Kunst.
DasRegierungsjllbiläumderKöWinWlhelmma
Feierlicher Staatsakt in Amsterdam.
Amsterdam, 6. Sept. (DNB.) Als Krönung der Jubiläumsfeierlichkeiten anläßlich der 40jährigen Regierung der Königin der Niederlande fand am Dienstag in der Nieuwe Kerk in Amsterdam ein feierlicher Staatsakt statt, an derselben Stelle, wo seinerzeit die Königin mit Vollendung chres 18. Lebensjahres den Eid ablegte. Die Königin begab sich, begleitet von der Kronprinzessin und dem Prinzen Bernhard der Niederlande zu Fuß vom nahegelegenen Schloß zur Kirche. Die Ehrenwache bildeten 40 hohe Offiziere der See- und Landmacht, die als Kadetten bei der Krönungsfeierlichkeit denselben Dienst geleistet hatten.
Nach einer kurzen gottesdienstlichen Handlung wurde durch die Vorsitzenden der beiden Kammern der Niederländischen General st aaten eine an die Königin gerichtete Dankadresse verlesen. Darauf folgte die Verlesung einer Huldigungs- adrefse der königlichen Kommissare der elf holländischen Provinzen. Hierauf ergriff der niederländische x Ministerpräsident Eolijn das Wort zu einer Rede, in der er im Namen des niederländischen Volkes der Königin für ihre 40- jährige Regierungsarbeit dankte.
Ministerpräsident E o l i j n - zog einen Vergleich zwischen der weltpolitischen Lage von 1898 und 1938, berührte die schwere Enttäuschung, die der Völkerbund mit sich gebracht habe und wies auf die grundlegenden Veränderungen auf politischem und sozialem Gebiete hin, die sich im Verlaufe dieser 40 Jahre in Europa vollzogen haben. Es sei jedoch nicht am Platze, die festliche Stimmung des heu- ttgen Tages durch diese Erwägungen beeinflussen zu lassen, führte der Ministerpräsident aus. Das niederländische Volk dürfe heute auf einen glücklichen Zeitabschnitt seiner Geschichte zurückblicken. Die Liebe des niederländischen Volkes zu seinem Fürstenhaus, das aufs engste mit dem Volke verbunden sei, habe im Verlaufe dieser 40 Jahre immer tiefer Wurzel gefaßt, und das Schönste dieser
Jubiläumsfeier sei zweifellos das innige Mitleben des gesamten Volkes an diesem Festtage seiner Fürstin. Mit einem warmgefühlten Dank und Segenswunsch schloß der Ministerpräsident feine Ausführungen.
In einer kurzen Ansprache dankte die Königin für die ihr entgegengebrachten Huldigungen und versicherte aufs neue, daß sie bereit fei, alles für ih r Volk zu tun. Dann könne das niederländische Volk mit erhobenem Haupt und vollem Vertrauen den kommenden Zeiten entgegensehen. Eine kurze gottesdienstliche Handlung, die durch Ehorgesänge aus den Werken Johann Sebastian Bachs umrahmt war, bildete den Abschluß der würdigen Gedenkfeier.
Der Geburtenrückgang in England.
London, 7. Sept. (Europapreß.) Auf dem Jahrestag für sanitäre Fragen forderte der Arzt Sir Leonhard Hill Maßnahmen zur Verhinderung des Geburtenrückganges. Die Regierung müsse endlich etwas tun, um den durch die künstliche Geburtenkontrolle bedingten.Zerfall" des Weltreichs aufzuhalten. Allein in England läge die Geburtenziffer unter 15 vom Tausend im Vergleich zu 19 v. T. in Deutschland und 22 v. T. in Italien. Man fjabc ausgerechnet, daß bei dem augenblicklichen Geburtenstand im Jahre 1951 die Zahl der Kinder in England von einem Stand von 9 500 000 im Jahre 1931 aus 5 5Ö0 000 herabgesunken sein werde. Die britische Rasse, so schloß Sir Leonhard Hill, sei auf der ganzen Welt i m Rückgang begriffen. Auch in Australien und in Neuseeland sei die Geburtenziffer unter 17 v. T. gesunken.
Vier Wegbereiter der deutschen Technik.
Oie Träger der deutschen Nationalpreise 4938.
Die Persönlichkeiten, die auf dem Nürnberger Parteitag mit den höchsten Preisen ausgezeichnet wurden, sind vier Männer, die sich auf verschiedenen Gebieten der Technik als Bahnbrecher und Wegweiser bewährt, deren Namen Weltruf erlangt haben. Gemeinsam ist ihnen, daß sie seit Anbeginn ihrer Entwicklung um ihr Ziel wußten, daß sie durch innere Berufung in die Richtung ihres Lebens gestntt wurden, daß sie alle die Sendung erfüllt haben, die ihnen von iyrem Schicksal oorherbestimmt war.
Professor Willy Messerschmitt.
Professor Willy Messerschmitt ist unter den bekannten Flugzeugkonstrukteuren der jüngste. Zehn Jahre jünger als Heinkel, hat er erst vor kurzem sein vierzigstes Lebensjahr vollendet. Dennoch ist sein Name untrennbar verknüpft mit dem großartigen Aufstiegderdeutschen Fliegerei, die sich nicht zuletzt durch die bahnbrechenden Arbeiten Messerschmitts in wenigen Jahren aus den Fesseln des Versailler Diktats befreit hat. Messerschmitt begann als Segelflieger. 1922 errang er im Rhön-Wettbewerb seinen ersten großen Erfolg mit einer neuen Konstruktion, die sich bewährte. Seine Beschäftigung mit der Segelfliegerei reicht bis in die früheste Jugend Willy Messerschmitts zurück: schon vor dem Kriege bastelte er als Schüler mit einem Lehrer Segelflugzeuge.
Die Erfolge Messerschmitts sind begründet durch eine enge Verbindung von wissenschaftlicher Forschungund Praxis. Die Erfahrungen, die er beim Segelflug erworben hat, machte er dem Motorflug dienstbar und schuf Verkehrsflugzeuge und Kunftflugmaschinen, die der eiligen Entwicklung des deutschen Flugwesens ungewöhnlich lange stand- aehalten haben. In der ganzen Welt bekannt wurde Prof. Messerschmitt durch das Rekord-Flugzeug, das im November vorigen Jahres durch die sensationelle Geschwindigkeit von 611 Stundenkilometer den Weltrekord für L a n d f l u g z e u g e an Deutschland riß. Der wissenschaftlichen Erforschung aller Probleme des Schnellflugs gilt die ständige Arbeit des großen Konstrukteurs.
Aber auch in der Entwicklung des mvdernen Reiseflugzeuges und der Militärmaschinen ist Messerschmitt führend gewesen. Sowohl der Jagdeinsitzer Me .109 wie das als „fliegende Limousine" berühmt gewordene Schnellreiseflugzeug „T a i f u n" gingen von ganz neuen Ideen aus. Mit seinem Grundsatz, nur Spitzenleistungen zu schaffen, hat Prof. Mfserschmi^ als Eheskonstrnk'^ir und technischer Direktor die Bayerischen FlugzeugwerkL
durch schwere Zeiten zu ihrer heutigen Höhe geführt und sich selbst die höchste Anerkennung durch den Führer errungen, die das Reich zu vergeben hat.
Dr. Grnst Heinkel.
Klar und zielbewußt sttebt feine Entwicklung vorwärts. Nachdem er sieben Semester an der Stuttgarter Technischen Hochschule absolviert hat, wird er durch die Vernichtung des Zeppelinluftschiffes bei Echterd'ingen auf gerufen, fortan der Luftfahrt zu dienen. Das Ziel ist klar erkannt, der Weg wird unverzüglich beschritten. 1911 stürzt er mit einem Flugzeug eigener Konstruktion auf dem Eannstatter Flugfeld ab, so schwer verletzt, daß an feinem Leben gezweifelt wird. In den nächsten Jahren arbeitet er als Ingenieur und Chefkonstrukteur in verschiedenen Flugzeugfabriken, während des Weltkrieges entwickelt er etwa dreißig verschiedene Typen vom kleinen Jagdeinsitzer bis zum vielmotorigen Langstrecken-Bomber. Die Ernst- Heinkel-Flugzeugwerke, nach dem Kriege in Warnemünde begründet, erwerben sich schnell einen internationalen Ruf, da sie. Weltrekorde in Höhe und Geschwindigkeit aufstellen. Einen neuen Aufschwung nimmt das Werk in den Jahren nach der Machtergreifung, als die deutsche Luftfahrt durch den Nationalsozialismus tatkräftig gefördert wird; so übergibt Heinkel beim zehnjährigen Jubiläum der Lufthansa im Januar 1936 sein Flugzeug H. E. III, bas mit zehn Fluggästen und Gepäck 350 Stundenkilometer zurücklegt, wiederum eine Höchstl eist u n g, die die Maschine zum damals schnellsten Verkehrsflugzeug der Welt in dieser Größenklasse erhebt. Zu den vielen Ehrungen, die ihm zuteil wurden, ist jetzt die höchste gekommen, die das bisherige Lebenswerk Heinkels krönt, als eines Mannes, der, nüchternen Tatsachensinn mit der Intuition des Forschers vereinend, sein Dasein klar und zielbewußt in den Dienst einer Idee gestellt hat.
Dr. Frih Todt.
Es war am 23. September 1933, als der Führer bei Frankfurt a. M. den ersten Spatenstich am Baubeginn der Re ich sau tob ahn tat und da- mit ein gigantisches Unternehmen einleitete das dem modernen Verkehr neue Schlagadern öffnen 'oute. An der Spitze dieses gewaltigen Bauvorhabens stand ein Mann, dessen Name damals nur einem kleinen Kreise bekannt war: Dr.-Jng. Fritz Todt, der vom Führer soeben zum Gen er al - infpekteux für das Deutfche Straßßü.
b a u w e s en bestellt worden war. Auch das Leben dieses Mannes ist klar und folgerichtig aufgebaut. Schon bei Beginn seines Studiums, an den Technischen Hochschulen in München und Karlsruhe beschäftigte sich Todt mit Straßenbau, um später durch seine Reisen in Italien, Frankreich und Jugoslawien seine Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen; feine- Doktorpromotion handelte über Fehlerquellen beim Straßenbau. Als Bauhilfsarbeiter ern irbt er sich die praktischen Erfahrungen, die ihn <jum Leiter großer Straßenbauunternehmungen befähigen. Er wird, seit 1922 der Partei-angehörend, Fachberater für Straßenbau in der Abteilung für Wirtschaftstechnik und Arbeitsbeschaffung, bis der Führer ihn zum Diktator über das gesamte deutsche Straßenbauwesen einsetzt. So ist auch das Leben dieses Mannes einem einzigen Gedanken gewidmet, dem Straßenbau, einem technischen Gebiet, dessen sämtliche Staffeln er durchlaufen, in dem er sich vom Straßenarbeiter zum größten Stra- ßenbaumeister der Welt emporge-arbeitet hat.'Wenn in den ersten fünf Jahren 7000 Kilometer Reichsautobahnen gebaut wurden, so konnte diese unerhörte Leistung nur durch eine Persönlichkeit erreicht werden, die das Werk mit beispielhafter Tatkraft und unerschütterlichem Idealismus über alle Hindernisse vorwärts getrieben hat. Reichsautobahnen und Straßennetz, Baumaschinen und Maschineneinsatz, auf diesen Gebieten ist Deutschland heute führend und so vorbildlich geworden, daß die Fachleute aus aller Welt zu uns kommen, um an dem Werk Dr. Todts zu lernen. Die Reichsautobahnen, die den Raum überbrücken und die Städte einander nähern, haben sich mit ihren weißen Bändern für immer iy das Gesicht der deutschen Landschaft geprägt. Der Name Fritz Todts ist mit den Straßen des Führers untrennbar verbunden.
Dr.-M e.h. Ferdinand Porsche
Die Krönung der Motorisierung des deutschen Straßenverkehrs bedeutet der K d F. - W a g e n. Wären die Reichsautobahnen, die Straßen des Führers, schon als technische Leistung und als verk"hrs- strategisches Unternehmen ein geschichtliches Denkmal der nationalsozialistischen Reichsführung, so finden sie ihre schönste Rechtfertigung doch erst als Straßen der Volksgemeinschaft Das Fahrzeug zu schaffen, das diese Straßen wirklich bevölkern wird und das Automobil aus einem Luxusgegenstand zu einem Gebrauchswagen der Massen verwandelt, dazu war Ferdinand Porsche durch Natu^anlagen und Entwicklungsgang schicksalhaft bestimmt.
Der Konstrukteur des KdF.-Wagens stammt selbst aus i$nen Kreisen, für die der Volkswagen in erster Linie geschaffen worden ist. Als Sohn eines Handwerkers aus Maffersdorf bei Reichenberg i. B. trat er selbst nach der Sch'lf'-üt in eine Lehre ein um SpeyM melden- Seine technische Bega
Aus aller Wett.
Heimkehr vom Ranga Parbak.
Mit ihrer „Ju 52", der gleichen Maschine, die sie zum Nanga Parbat begleitete, trafen am Sonntagmittag, von Rom kommend, fünf Mitglieder der letzten beutschen N a.n g a - P a r b a t - E x petz ition im Münchner Flughafen ein. An Bord befanden sich der Leiter der Expedition, Notar Paul Bauer, sein Kamerad Fritz Bechtold sowie die dreiköpfige Besatzung des Flugzeugs. Die Maschine ist vor fünf Tagen in Karachi (Indien) gestartet und über Bagdad—Rhodos und Rom in die Heimat zu- rückgekehrt. Die übrigen Expeditionsteilnehmer werden auf dem Seeweg mit dem deutschen Dampfer „Ehrenfeld" Mitte September in Hamburg eintreffen.
Deutsche Spitzbergen-Expedition erfolgreich abgeschlossen.
Die deutsche Spitzbergen-Expedition, die während des Sommers unter der Leitung von Dr. Rieche in dem unbekannteren südlichen Teil der Insel gearbeitet hat, ist jetzt mit reichen Ergebnissen wissenschaftlicher und bergsteigerischer Art nach Deutschland zurückgekehrt.
Sühne für einen Mord.
Das Königsberger Schwurgericht verurteilte die Angeklagten'Ernst Wiechert, Karl Hindrig- feit, Herbert Schulz und Bxuno Schulz, sämtlich aus Plibischken, zum Tode. Sie hatten den Melkermeister- Peter Großmann durch Fausthiebe niedergeschlagen und in einen Fluß geworfen. Vorher hatten die Mörder dem bewußtlosen Großmann noch einen Sack mit Steinen angehängt. In einem Spickdamm im Pregel-Strom unterhalb der Ortschaft Plibischken (Kreis Wehlau) wurde die Leiche gefunden. Hindrigkeit hatte Absichten auf die Braut des Großmann, Käthe Sperling, die wegen ihrer Flatterhaftigkeit bekannt war. Um dieses Ziel zu erreichen, kamen die vier auf den Gedanken, den Großmann zu beseitigen. Käthe Sperling sowie ein weiterer Angeklagter, gegen die vom Staatsanwalt über 10 Jahre Zuchthaus beantragt worden war, wurden freigesprochen.
Riesenbrand in Japan fordert 100 Todesopfer.
Auf der Halbinsel Noto am Westrande Mitteljapans brach ein großer Brand aus, der halb Himimachi, das bedeutende Fischereizentrum, zerstörte und lOOTodesopfer forderte. Das Feuer äscherte etwa 1500 von 3300 Hausern ein; u. a. sind Polizeistation, Post, Rathaus, Bibliothek, Handelskammer und sämtliche Volksschulen niedergebrannt. 7000 Personen sind obdachlos geworden.
kein Wasser auf unreifes Obst!
In Wombach bet Lohr am Main hatte der elf Jahre alte Sohn eines Maurermeisters unreife Aepfel gegessen und Wasser darauf getrunken. Unter gräßlichen Schmerzen ft a r b der unglückliche Knabe.
Wetterbericht
Die ausgedehnten landregenartigen NietzerschlügS am Dienstag, die durch aufgleitende Warmluft aus Osten verursacht wurden, brachten in unserem Gebiet vielfach mehr als 20 Liter Wasser pro Quadratmeter. Durch den Uebergang zu einer Westwetterlage setzt sich die unbeständige Witterung weiter fort. Doch wird die Neigung zu Niederschlägen nachlassen.
Vorhersage für Donnerstag: Vielfach dunstig und meist bewölkt, zeitweise auch Regen, kühl, veränderliche Winde.
Vorhersage für Freitag: Langsam fortschreitende Besserung, doch sonst noch kein beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 6. September: mittags 11,0 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 7. September: morgens 10,4 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum heute nacht 10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. September: abends 13 Grad; am 7. September: morgens 11,4 Grad. — Niederschläge 15,7 mm.
bung aber, die sich schon in Kinderjahren bedeutsam gezeigt hatte, und den Jungen ohne theoretische Vorbildung Dynamos, Telephone und 'Dampfmaschinen bauen ließ, sie setzte sich gegen den Widerstand des Vaters durch. Nachdem Ferdinand Porsche einmal aus einer Wiener Wagenfabnk in ein Konstruktionsbüro gekommen war, errang er schnell eine führende Stellung und entwarf und baute Aufzüge und Zentralen in Bergwerken und Fabriken. Neben der Willenskraft des Grenzlanddeutschen — Porsche ist Sudetendeutscher! — kennzeichnet vor allem eine geniale technische Begabung Lebensweg und Leistung des berühmten Konstrukteurs. Ohne je ein Technikum ober eine Hochschule besucht zu haben, lernte Porsche alle konstruktiven Gesetzmäßigkeiten zu beherrschen. Das Wichtigste aber blieb sein Gefühl für das Material und eine schöpferische Phantasie, der — ähnlich den Baumeistern der gotischen Dome — sta- ttsche Berechnungen und theoretische Ueberlegungen durchaus untergeordnet sind.
Die geniale Natur, der unbändige Fleiß und die zähe Energie ließen Ferdinand Porsche zu einem Pionier der deutschen Autoindustrie werden. Sein erstes Elektro-Autornobil erregte 1900 größtes Aufsehen auf ^ber Weltausstellung in Paris. Eine Fülle von neuen Konstruktionen entwickelte er in den Daimler-Werken in Wiener-Neustadt, denen er 17 Jahre als Direktor Vorstand, bis er als Nachfolger Skodas Generaldirektor wurde. In dieser Zeit erprobte Porsche die von ihm konstruierten Wagen auch in den großen Automobilrennen selber. Er war damals ein erfolgreicher Rennfahrer, der in dem gefürchteten Fabrik-Team der Austro-Daim- ler-AIpenwagen von Sieg zu Sieg eilte. Nach dem Kriege trat Porsche in das Daimler- Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim ein, wo er bis 1928 Direktor und dann Vorstandsmitglied war. Entstanden damals unter feiner Leitung die neuen Mercedes-Wagen, so war in den Steyr-Werken, zu denen er hinüberwechselte, trotz des Erfolges eines von ihm konstruierten bekannten Steyr-Typs seines Bleibens nicht lange. Porsche gründete 1931 in Stuttgart ein eigenes Konstruktionsbüro, das sich durch die Güte seiner Arbeiten bald durchsetzte.
Auch für Porsche bedeutete die Rede des Führers bei der Eröffnung der Autoausstellung 1933 den Start zu neuen Großtaten. Seine längst fertigen Pläne für einen neuen deutschen R e n n. wagen wurden jetzt verwirklicht, und die Weltrekordfahrten des „Porsche-Wagens" der Auto- Union machte den Namen des genialen Konstrukteurs in weitesten Kreisen bekannt. Der heute 63jährige Pionier, dessen an einen Künstler gemahnender Kopf stets voll von'neuen Plänen steckt, dürfte nun im KdF.-Wagen ein Lebenswerk krönen, das mit der Zuerkennung des deutschen Nationalpreises verdientermaßen im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit vor der ganzen Welt feine ktzrey.de A^MchMlH erfaßt


