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Nr. 130 Erstes Blatt
Dienstag, 7. Zunl 1938
188. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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der Elbe war infolge freiwilligen Üebereinkom-
an
Pater Hlinka, der Führer der Slowakischen Volkspartei. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
mens der Sudetendeutschen Partei mit der tschechischen Wahlgruppe am Sonntag, 29. Mai, eine vollständige Vereinbarung getroffen worden, so daß der Wahlkampf entfiel. Die Tschechen erhielten 14 und die Sudetendeutsche Partei 12 Mandate durch/ Vereinbarung. Der Friede, in der Gemeinde paßte aber chauvinistischen Tschechen aus der Umgebung von Liboch nicht. Am Pfingstsonntag kam eine Gruppe Tschechen aus dem Melniker Bezirk nach Liboch und veranstaltete dort Jagd auf weiße Strümpfe. Ein deutscher Bauer, der von einer tschechischen Gruppe umringt, ergriffen und gezwungen werden sollte, die weißen Strümpfe abzulegen, fetzte sich zur Wehr, es entstand eine Schlägerei, die gefährliche Formen anzunehmen drohte. Einige andere Deutsche kamen dem angegriffenen Bauern zu Hilfe und konnten ihn aus der Gruppe befreien, nachdem er bereits einige Verletzungen erlitten hatte. Erst dann schritt die Gendarmerie ein, stellte die Ruhe und Ordnung wieder her, verhaftete drei Personen und veranlaßte schließlich die auswärtigen Tschechen, den Ort zu verlassen. Die Vertreter der Sudetendeutschen Partei in Liboch haben wegen des Vorfalles bei der Bezirksverwaltung in Dauba Beschwerde erhoben.
Bedauern
der tschechoslowakischen Regierung.
Berlin, 4. Juni. (DNB.) Auf den d e u t>s ch e n P r o t e st wegen des Vorgehens tschechoslowakischer Soldaten gegenüber dem reichsdeutschen Ehepaar Exner hat der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krofta dem deutschen Gesandten das Bedauern der tschechoslowakischen Regierung ausgedrückt und gleichzeitig mitgeteilt, daß die Täter eingesperrt worden seien und jeder irgendwie Verantwortliche b e st r a f t werden würde.
Mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben gegen Sudetendeutsche.
NeueunerhorteAusschreitungen tschechischer Gendarmenandenpfingstseiertagen
Oie Slowaken fordern ihr Recht.
Große pfingstkundgebung der slowakischen Auionomisten in preßburg
Als gemeinsame tschechoslowakische Angelegenheiten werden in Dem Gesetzentwurf genannt: Die na- tional.e Verteidi gung, soweit sie nicht mit dem Gesetzentwurf über das slowakische Heer im Widerspruch steht: das Geld- und Münzwesen, das Versicherungswesen, das Verkehrswesen, das Zollfystem, das Maß- und Gewichtssystem, die Verwaltung der früher entstandenen Staatsschulden, die staatlichen Monopole und staatlichen U n - ternehmungen, mit Ausnahme der Wälder, Güter, des Berg- und Hüttenwesens und der Bäder.
In der ebenfalls einstimmig angenommenen Entschließung heißt es u. a.: „Wir begrüßen das Interesse des Auslandes an der Ordnung der . inneren Probleme der Tschechoslowakei. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß wir unserem Volke die gesetzlichen Bürgschaften eines eigenen, rechtlichen autonomistischen Lebens in der Tschechoslowakei erringen werden. Wir fordern die Regierung des tschechoslowakischen Staates auf, eine gerechte Posttik zur Lösung der innerpolitischen Probleme und Anbahnung eines freundschaftlichen Verhältnisses mit allen Nachbarstaaten zu betreiben. Die Zeit der Lösung der slowakischen Frage ist gekommen. Wir fordern den Ausgleich des slowakischen Volkes mit dem tschechischen Volk auf der Grundlage unseres natürlichen Rechtes. Wir find bereit,,, an diesem Ausgleichswerk mitzuarbei- t e n, das dem slowakischen Volk, dem tschechischen Volk und unseren nationalen Volksgruppen unb den gesamten Staat für alle Zeiten gerechte Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten würde." Der Generalsekretär der Partei, Dr. Sokol, hob in der Eröffnungsansprache die Bedeutung des Pittsburger Vertrags für die Slowakei hervor. Der Führer der amerikanischen Delegation, Hletko, erklärte, man habe die amerikanische Abordnung zwar in Prag hervorragend empfangen, aber die amerikanischen Slowaken hätten sich durch dieses Manöver nicht täuschen lassen. Nunmehr sei es restlos gelungen, das Interesse der gesamten Welt für den Pittsburger Verjrag und für die Forderungen der Slowaken zu erwecken.
Hierauf verlas der Parteivorsitzende, Pater H l i n k a , die eingelaufenen Begrüßungs- bzw. Glückwunschschreiben der Sudeten deutschen P a r t e i, der vereinigten Magyarischen Parteien und der polnischen Minderheit. In dem Schreiben der Sudetendeutschen Partei heißt es: „Ihre Festlichkeiten bedeuten für Sie und für uns die erneute Bestätigung der Erkenntnis, daß Friede und Fortschritt in unserem Nationalitätenstaat nur aus dem ehrlichen Zusammenwirken der als Rechtspersönlichkeit anerkannten und mit Autonomie ausgestatteten Völker- und Volksgruppen erwachsen Fann."
In einer Massenkundgebung auf dem Preßburger Theaterplatz fand die Tagung der slowakischen Autonomisten ihren Höhepunkt. Schon in den frühen Morgenstunden strömten aus allen Teilen der Slowakei die Anhänger Pater Hlinkas in die Hauptstadt des Landes. Um 10 Uhr begann der Aufmarsch der Parteianhänger auf dem Platz vor dem Stadttheater. Drei Stunden dauerte der Zug. „Die Slowakei den Slowaken, Prag den Tschechen,
Preßburg, 6. Juni. (Europapreß.) Am Samstag wurde m Preßburg der Jubiläums- Parteitag der Slowakischen Volkspartei eröffnet. Die Delegiertenversammlung der Partei hatte einstimmig die Einbringung eines Autonomieentwurfs als „Autonomie-Verfassungsgesetz für die Slowakei" beschlossen. Der Entwurf sieht u. a. vor, daß 'm der Slowakei die slowakische Sprache zur Amtssprache erklärt, und daß ein slowakischer Landestag errichtet wird. Das Heer soll nach belgischem Munster national gegliedert werden, wobei in der Slowakei nur slowakisches Militär mit einem slowakischen Befehlshaber an der Spitze stationiert werden soll. — Der slowakische Landestag soll mit einem gesetzgebenden Recht ausgestattet werden, das sich auf alle die Slowakei betreffenden Fragen, mit Ausnahme der „gemeinsamen tschechoslowakischen Angelegenheiten" beziehen soll.
Sie sollen auch arbeiten wie wir wnd nicht nur Geschäfte machen." Auf die Frage nach feiner Einstellung zum sowejetrussisch-tschechischen Pakt erklärte er, daß er gegen den Kommunis sei, daß seine Bewegung national sei. „Wenn wir die Mehrheit haben", sagte Hlinka, „so werden wir alle Verträge milden Kommunnisten kündige n."
Hlinka fuhr fort: „Ob uns Europa zu Polen einteilen wird oder uns bei der Tschechoslowakei belassen wird, ist uns gleich. Ueberall müssen nur unsere Rechte gewayrt bleiben, und die Slowakei darf nicht geteilt werden." Auf die Frage, ob er eine selbständige Slowakei wolle, antwortete Hlinka: „Warum nicht, wer wollte die Selbständigkeit nicht? Aber heute ist dies nicht aktuell. Heute ist die Frage der Anerkennung unseres Volkes aktuell."
Paris, 6. Juni. (DNB.) Nachdekn bolschewistische Flugzeuge erst vor einer Woche den französischen Grenzort Cerbere mit Bomben belegt hatten, verübten neun sowjetspanische Bomber am Sonntagfrüh einen neuen Ueberfall auf französisches Gebiet und warfen über den weit von der sowjet- katalanischen Grenze entfernt liegenden französischen Städten Ax « les - Thermes und O r g e i c zehn Bomben ab. Dabei wurde eine Hochspannungsleitung, die die Eisenbahn mit Strom versorgt, unterbrochen. Augenzeugen berichten, daß die Flugzeuge keine Kennzeichen trugen, ein Beweis, daß es sich um bolschewistische Flugzeuge handelt, die je nach Bedarf entweder nationale oder überhaupt keine Kennzeichen tragen, wenn sie von den bolschewistischen Machthabern in Valencia zu Störungsmanövern ausgesandt werden.
Die Bombardierung hat in der französischen Öffentlichkeit große Empörung ausgelöst. Die französischen Luststreitkräfte, haben Befehl erhalten, jedes Flugzeug zur Landung zu zwingen, das die französische Grenze überfliegt.
Havas meldet ferner aus Perpignan, daß a m Pfingstmonta gm argen um 11.10 Uhr neun Flugzeuge unbekannter Nationalität, die aus Richtung Puymorens kamen, das französische Gebiet der Perdagne überflogen und bann nach Sow- jetfpanien zu Kurs genommen hätten. Die französischen Flugzeugabwehrgeschütze hätte» Warnungsschüsse abgefeuert, und eine französische Flugzeugabwehrstelle nahe der Grenze habe eine rote Rakete abgeschossen. Die Flugzeuge seien daraufhin in Richtung Spanien verschwunden. — Eine ergänzende Havas-Meldung aus Perpignan besagt, daß unter den Flugzeugen, die zu dreien flogen, eine gewisse Unordnung eingetreten sei, als die fran-
die Juden nach Palästina!", immer wieder ertönten diese Rufe aus dem Zug. Spruchbänder mit der Aufschrift: „Wir sind gegen d i e falsche Demokratie!" wurden im Zuge mitgetragen. Um 13 Uhr begann die Kundgebung. Der Vizepräsident des tschechoslowakischen Senats, Dr. Buday, forderte von dem Ministerpräsidenten Hodscha, daß er das slowakische Volk nicht mehr mit Versprechungen vertröste, sondern konkrete Taten zeigen möge.
Pater Hlinka verlas ein Manifest. Es wirft vor allem dem Ministerpräsidenten Hodscha vor, daß er das aus dem Jahre 1919 stammende Autonomiegesetz einfach in die Schublade ge st eckt habe. Hlinka forderte seine Anhänger auf, für dieses Gesetz zu kämpfen, damit Prag endlich erkenne, daß die Autonomieforderung der Slowaken keine leere Phrase fei. Er brachte auch das Begrü- ß u n g s t e 1 e g r a m m des Staatspräsidenten D r. Benesch zur Verlesung und hob in scharfer Kritik die Tatsache hervor, daß der Staatspräsident in diesem Telegramm die Autonomieforderungen der Slowaken nicht erwähnt habe. „Ob ich leben oder sterben werde, nie "werde ich aufhören, dich, teures slowakisches Volk, zu lieben!" Mit diesen Worten schloß Hlinkas Manifest.
Dr. Hl et ko, der Führer der von der Slawisch- Amerikanischen Liga nach der Slowakei entsandten Abordnung erklärte, die Abordnung sei gekommen, um im Sinne des Pittsburger Vertrages eine Versöhnung zwischen Tschechen und Slowaken herbeizuführen. Als amerikanischer Bürger werde er sich nicht in die inneren Verhältnisse der Tschechoslowakei einmischen, aber er werde alles unternehmen, um diese seine Mission zu erfüllen. Nach der Rede Hletkos zeigte Pater Hlinka der versammelten Menge' das Original des Pittsburger Vertrages. Er stellte an Dr. Hletko die Frage, ob er d i e Unterschrift M a s a r y k s als echt erkenne. Hletko bejahte diese Frage. Auch die bei der Kundgebung anwesenden Mitunterzeichner des Vertrages bekundeten vor der versammelten Menge das gleiche.
Am Vorabend der Kundgebung fand, ebenfalls auf dem Theaterplatz, eine Versammlung der slowakischen Studenten statt, bei der die Sowjetfahne und eine Abschrift des tschechoslowakisch-sowjetrussischen Vertrages verbrannt wurden, womit die Ju- genb der Slowaken die betont antibolschewistische Einstellung der slowakischen autonomistischen Bewegung bekunden.. wollte.
pater Hlinka vor der Auslandspreise.
Preßburg, 6. Juni. (DNB.) Der Führer der Slowakischen Volkspartei, Pater Hlinka, empfing die in Preßburg anwesenden Auslands- berichterstatter und schilderte seinen Kampf um die Freiheit des slowakischen Volkes. „Wir sind keine Tsechoslowaken", so stellte er fest, „w i r sind Slowaken, wie es unsere Väter waren. Weil wir ein staatsbildendes Volk find, verlangen wir staatsbildende Rechte. Wenn sie nicht gewährt werden, so werden wir uns an die Welt wenden, denn wir wollen nicht ewig Sklaven fein!" Hlinka kam mit Entrüstung auf das Telegramm des Staatspräsidenten Benesch zu sprechen. „In diesem Telegramm", so sagte Hlinka, „ist zwar von der Arbeit der amerikanischen Slowaken die Rede, aber von meiner Arbeit und der meiner Kameraden hier steht nichts darin, von der Autonomie auch nicht, vom Pittsburger Verttag ebenfalls nicht, von der Unterschrift Masa- ryks auf dem Pittsburger Vertrag ebenso nichts."
Hlinka schilderte die Opfer, die er noch im Vor- friegsungarn für seine Ueberzeugung habe bringen müssen. Die Tschechen hätten ihm diese Opfer so gelohnt, daß sie ihn ins Gefängnis geworfen hatten, als er 1919 von der Pariser Friedenskonferenz zurückkehrte. Er beschrieb, wie er nach Paris fuhr „und Slowaken suchte". Damals habe ihn der heutige Staatspräsident Benesch, als er seine Anwesenheit nach ^lcht Tagen bemerkte, sofort ausweifen lassen.
Die Akklamation bei der Frage, ob die Versammlung für den Pittsburger Vertrau sei, komme einer Volksabstimmung gleich, da 2400 Abgesandte aus allen Orten der Slowakei anwesend gewesen seien, die frei von jedem Druck gesprochen hätten. Jeden Tag könne so eine Volksabstimmung durchgeführt werden. Wir sind staatsbildend und verlangen Volksrechte. Wenn man aber unsere Forderung nicht anerkennt wenn man den Pittsburger Verttag, den Landtag und was sonst nicht gemäßen wird, dann werden wir Minderhertenrechte fordern. Wir apellieren an Europa, well man unsere Rechte und unser Volk nicht anerkennen will.
Die Frage, ob Pater Hlinka für Öie Autonomie der Deutschen und Magyaren stimmen werde, beantwortete er dahin, daß er für Gerechtigkeit sei und daß man jedem geben müsse, was ihm gebühre. Zu der in der Tschechoslowakei besonders aktuell gewordenen Juden frage äußerte sich Pater Hlinka sehr eindeutig: „Wenn es nur keine Juden auf der Welt gäbe! Wenn sie aber schon da sind, dürfen sie sich nur nach ihrem Hundertsatz in den Berufen betätigen. Jetzt haben sie alle einträgliche Stellen. Wir Slowaken sind arm geblieben, und sie wurden reich.
Tschechische Gegenkundgebung.
Preßburg, 6. Juni. (DNB.) Die Prager Regierung versuchte am Pfingstmontag eine Art Gegenkundgebung gegen die Heerschau der slowakischen Autonomisten vom Vortage zu inszenieren. Zu diesem Zweck war eine TagungderTsche- choslowakischen Agrarpartei ungewöhnlich groß aufgezogen worden. Ministerpräsident Hodza nahm zu den politischen Ereignissen der letzten Tage in keiner Weise Stellung. Aus die slowakische Forderung nach Autonomie antwortete Hodza: Die Grundlage der slowakischen Freiheit sei die Tschechoslowakische Republik. Wer mit Absicht oder aus einem Irr- . tum heraus den guten Namen der Slowaken und der Tschechoslowaken schädige, dem sage die „tschechoslowakische Einheit" den Krieg an. Die tschechoslowakische Einheit könne nicht erschüttert werden. Sie lasse sich auch nicht bedrohen. — Es sprachen dann noch Abgeordnete der Tschechoslowakischen Agrarpartei, die sich gegen die Autonomieforderungen wandten. Während der Veranstaltung demonstrierten in den Straßen die Anhänger Hlinkas.
zösische Flugzeugabwehr in Tätigkeit trat. Es sei unmöglich gewesen, die Kennzeichen der Flugzeuge zu ermitteln, da sie in etwa 2000 Meter Höhe flogen. Die Flugzeuge seien In Richtung Barcelona zurückgeflogen, feien bis etwa 25 Kilometer ins Innere des Departements Ariege vorgestoßen. Ihre Bomben hätten sie auf dem Rück- flug nach Spanien abgeworfen, und zwar genau 18, deren Gewicht nach Ansicht militärischer Sachverständiger etwa 100 Kilogramm betrug.
Ministerpräsident Da 1-adier hat sich am Mon» tagmittag ganz überraschend im Mugzeug von Poris nach Ax-les-Thermes begeben, um persönlich die Untersuchung über die Bombenabwürfe zu leiten. Die vom.Ministerpräsidenten getroffenen Schutzmaßnahmen an der französisch-katalanischen Grenze sind am Pfingstmontagvormittag bereits in Kraft getreten. Französische Flugzeuge sind von nun ab startbereit, um jedes fremde Kriegsflugzeug zu verfolgen und gegebenenfalls z u beschießen, falls es französisches Gebiet überfliegt.
Aalionalspanische Flugzeuge kommen nicht in Frage.
100 Kilometer von der Grenze entfernt.
Paris, 6. Juni. - (DNB.) Nach einer Havas» melbung hat der nationalspanische Sender Salamanca Montag abend eine Bekanntmachung des Generalstabes des Großen Hauptquartiers veröffentlicht, in der es heißt:
Bezugnehmend auf die in der französischen Presse veröffentlichten Nachrichten über die neuen Angriff-
Bad Schandau, 6. Juni. (DNB.) Selbst an den Pfingstfeiertagen war das Sudetendeutschtum unerhörten tschechischen Willkürakten ausgesetzt. In der Nacht zum Sonntag überfiel tschechische Gendarmerie bei Bodenbach zweimal Ordner der Sudetendeutschen Partei , die aus einer Wahlversammlung friedlich heimkehrten, und mißhandelten sie auf das schamloseste. Ein amtlicher Bericht spricht von „formierten Zügen" und will aus dieser Behauptung eine Art Begründung für das empörende Vorgeyen der tschechischen Gendarmerie konstruieren. Demgegenüber ist festzustellen, daß Bodenbacher, die einen gemeinsamen Heimweg von etwa einer Halden Stunde hatten und deshalb zu- fammengingen, keineswegs in einer g e - schlossenen Formation, sondern durchaus ungeordnet, ohne Kommando gingen. Um so größer war die Ueberraschung, als plötzlich ein Ueberfallroagen mit Polizei und Gendarmerie heranraste und die Heimkehrer unter brutaler Anwendung von Gewalt auseinanbergejagt wurden. Wenige Zeit später erschien der Ueberfall- roagen wieder. Die tschechischen Gendarmen sprangen heraus und schlugen sofort mit Gummiknüppeln und Gewehren auf die Heimkehrenden ein. Bei diesen wüsten Ausschreitungen tschechischer Gendarmen wurden 20 Sudetendeutsche verletzt. Der Sudetendeutsche Hirschmann mußte in ein Krankenhaus geschafft werden. Bei den Ueberfalle- jicn sind äeutlich sichtbare Spuren von Schlägen ärztlich festgestellt worden. Die Verletzungen wurden durchweg auf dem Rücken feftgefteöt, ein Beweis, daß sich die Mißhandelten nicht zur Wehr gesetzt hatten, sondern daß sie vielmehr von den Tschechen vor sich hergetrieben und dabei geschlagen worden sind.
In dem hart umkämpften Sprachgrenzort Liboch
Bombenüberfälle auf südfranzösisches Grenzgebiet. Ministerpräsident Daladier ordnet an Ort und Stelle verstärkten Grenzschutz an.


