Ausgabe 
7.4.1938
 
Einzelbild herunterladen

Hr.82 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Donnerstag,?. April 1958

Lrfchemr täglich, auf}»: Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Giehev poftschecklonto:

Zronkfurt am Main 11686

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags

Grundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mmBreite 50 Npf.,PIatzoorschrlft nach oorh Derelnbg. 25°/o mehr.

Ermahtgte Grundpreise:

Stellen-., Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Npf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- a. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Ein neues Reich in neuer Gemeinschaft.

Der Führer spricht im Salzburger Festspielhaus auf einer erhebenden Massenkundgebung

dann kann dieser Mann wohl auch von sich selbst glauben, daß er ein solches Problem lösen wird. Ich habe diese lleberzeugung ge­habt, und das macht mich innerlich be­sonders glücklich Millionen mei­ner Landsleute waren derselben

Fahrt nach Salzburg.

Die Nachbarn vom Obersalzberg grüßen den Führer.

Im Sonderzug des Führers, 6. April. (DNB.) Ohne Pause setzte der Führer am Mitt- wochoormittag seine Wahlreise fort. So geht es nun schon seit fast zwei Wochen. Abend für Abend spricht Adolf Hitler immer wieder in einer anderen Stadt vor nun schon insgesamt unzähligen Mil­lionen Deutscher. Tag für Tag und manchmal auch Nacht für Nacht hat er viele Kilometer zurückgelegt. Mit rücksichtslosem Einsatz und ohne Schonung sei­ner Person hat sich der Führer von Anfang an

Der Führer dankt in Klagenfurt einem kleinen Kärntner Mädel. (Presse-Bild-Zentrale.)

T

selbst an die Spitze des Wahlkampfes gestellt. Auf seine Parole warten mit der gleichen Spannung die Ostpreußen und Sachsen, die Berliner und die Hamburger, die Rheinländer und die Hessen, Schwaben und Bayern, genau so wie die Steierer und die Kärntner Tirols und heute die Salzburger.

Auch auf der Fahrt im Sonderzug gönnt sich der Führer keine Ruhe. An jedem Ort, den der Zug langsam passiert, steht der Führer am Fen - ft e r feines Wagens, um den auf allen Bahn­steigen und Straßen zusammengeströmten Volksge­nossen für die Begeisterung und Herzlichkeit zu dan­ken, mit der sie ihn überall grüßen. Ja, wie oft ist nicht der Führer, wenn der Zug Aufenthalt hatte, von Wagen zu Wagen gegangen, die ganze Front der auf dem Bahnsteig versammelten Men­schenmenge entlang, um jedem einzelnen durch einen Blick und manchmal durch einen Händedruck zu danken. Wir haben es erlebt, daß der Führer um die Mittagszeit immer wieder vom Essen aufstand und an das Fenster ging, damit die Tausende, die häufig kilometerweit von chren Dörfern und Alm- bütten an die Bahnstrecke geeilt waren, ihn auch sehen konnten.

Diele von ihnen sind früher schon zum Führer auf den Oberfalzberg gepilgert und Adolf Hitler von Angesicht zu Angesicht begegnet. Sie betrachten sich gewissermaßen als die Nachbarn des Führers, wenn er auf dem Oberfalzberg weilt. Sie wissen, daß der Führer von der Terrasse desBerghofes" auf ihre Stadt und ihr Land schauen kann, und sie fühlen sich damit ganz besonders eng mit ihm verbunden. Es sind dieselben Berge, die dem Salz­burger wie dem Berchtesgadener Land das Ge­präge geben: der trutzige Watzmann, der steile Hohe Goll und der sagenumwobene Untereberg. Diese Berge gehören ihnen beiden, den Salzburgern und den Berchtesgadenern. Und um so großer ist ihre Freude, daß sie jetzt nun nicht mehr durch eine sinn­lose Grenze voneinander getrennt sind.

Nach rascher Fahrt sind wir über Wvrgl, Zell am See und Bischofshofen in etwa 4>2 Stunden durch die Gebirgswelt der Salzburger Alpen ge­fahren und etwa um 14 Uhr in Salzburg ange­kommen. Ein Jubel ohnegleichen und tobende Be­geisterung empfängt den Führer in der Hauptstadt des Landes Salzburg.

Salzburgs Willkommgruß.

Sichtlich ergriffen verharrt der Führer, als er den Wagen verlassen hat, einen Augenblick und nimmt dann Gruß und Willkomm des Gauleiters Winter­steiger entgegen. Unter immer wieder sich erneuern­den stürmischen Kundgebungen deb Liebe und der Dankbarkeit schreitet dann der Führer vom Bahn­steig in die Halle. Vier entzückende Flachsköpfe in Salzburger Tracht überreichen ihm Rosengebinde und Kreuze mit Frühlingsblüten. Dann verläßt der Führer die Bahnhofshalle. In dem Augenblick, als

die Taufende vor dem Bahnhof seiner ansichtig werden, erhebt sich vieltausendfach ,ein Sturm der Begeisterung, der sich immer wieder erneuert und in Sprechchören dem Führer den Dank für die be­freiende Tat und die Freude über sein Kommen in die Hauptstadt dieses Landes zum Ausdruck bringt. Dann beginnt ein triumphaler Einzug in eine befreite Stadt, durch Tausende und aber Tausende von Volksgenossen, die dem Führer jubelnd Dank und Huldigung entbieten und immer und immer wieder in begeisterte Kundgebungen ausbrechen, als der Wagen des Führers, ganz lang­sam fahrend, den Weg zur Residenz eirychlägt

Ein überwältigendes Bild bietet sich, als die Wagenkolonne des Führers die Staatsbrücke er­reicht und hier nochmals der Blick auf das Wahr­zeichen der Stadt, die Feste Hohenfalzberg, mit den Fahnen ihrer Türme und dem gigantischen Hakenkreuz auf grünem Grunde frei wird, das von dort oben dem Führer entgegenleuchtet. Sind hier dost) 1934 SA.-Männer in so barbarischer Weise gefoltert worden, daß ihre Schreie bis hinab in die Stadt gehört wurden. Heute hält der Befreier des Landes seinen Einzug, heute steht die Salzburger SA. in Reih' und Glied angetreten, dem Führer ihre Huldigung zu bereiten.

lleberzeugung!"

Satz für Satz folgt diesen Worten des Führers ein sich immer mehr steigernder stürmischer Beifall. Er hat es ganz einfach und menschlich gesagt, mit dem ruhigen Ton, wie es ein großer Mensch kann, der seine Sendung erfüllt. Sie verstehen iyn gut, diese Menschen, die vom gleichen Stamme sind wie er. E r i st ihr Mann, gerade und einfach. Er sagt, was richtig ist, und tut, was notwendig ist. So versteht ihn dieses Alpenvolk, das an seinem Munde hängt. Mit besonderem Jubel hören sie zu, wie dann der Führer den Freudentag in ihr Ge­dächtnis zurückruft, da sie als erste den Brüdern jenseits der bisherigen Grenze die entgegengestreck­ten Hände drücken durften. Und wie der Führer jenen denkwürdigen Augenblick festhält, in dem die Heere der beiden deutschen Länder sich vereinigten, strömt der Jubelruf immer wieder unaufhörlich

Micher empfang in der Residenz.

Während noch die Stürme der Begeisterung von den Wänden der festlich geschmückten Residenz widerhallen, verläßt der Führer vor dem Ehrenhof den Wagen und schreitet den Weg zu der Frei­treppe in die Empfangsräume, vorbei an Bergknap­pen von Dürrnberg bei Hallein in ihrer malerischen Tracht und an herrlichen Trachtengruppen. Gol­dene Riegelhauben aus dem Pengau wetteifern in ihrer Schönheit mit den malerischen Häubchen an­derer (Baue das ganze mit den schwerseidenen Gewändern ihrer Trägerinnen und dem schlichten Festgewand der Männer ein Bild von hinreißender Schönheit.

Der Führer betritt, sichtlich ergriffen durch dieses eindrucksvolle Bild, vorbei an Standschützen aus St. Jakob in ihren malerisch roten Gewändern mit geschultertem Stutzen, mit seiner Begleitung den Karabinieri-Saal der Residenz. Hier erwarten ihn Vertreter der Stände in den herrlichen Festgewändern der alten Zeit, um dem Befreier des Landes ihre Huldigung in einemBegrü- ß u n g s - B u s ch e n" darzubringen. Das Sinn­gedicht, von einem ihrer Vertreter in der Mund­art des Landes vorgetragen, gibt in ergreifender Weise der Sehnsucht dieses Landes^ aus der Nacht zum Licht geführt zu werden, Ausdruck:

Mia harn nur den eanzig'n Glaub'n g'hadt, daß da Führer für uns wacht, der an Weg für uns macht gangbar

/ zu an Morgen aus der Nacht."

Das Gedicht schließt mit dem Wunsch aus Her­zensgrund für den Führer, daß Gott ihn für alle Zeit urtb jeder Stund' beschützen möge, und bringt dem lieben Führer ein Sieg-Heil, das in alle Gaue gellen soll. Dann grüßt ein Lied der Heimat, vor­getragen von jungen Männern und Frauen des Volksliedchors in Salzburg in der Tracht des Lan­des den Führer.

stand das Volk, war das Volk und bann erst kam das Reich!" Gebannt lauscht das Volk von Salzburg, wie nun der Baumeister des Reiches von den Mühen erzählt, die 1933. begannen und die so herrlich belohnt wurden: Ein Bild Oesterreichs aus vergangenen Tagen und ein Bild feiner Be­freiung entrollt der Führer. Mit gespannter Auf­merksamkeit hören die Salzburger, die als erste jenen wunderbaren Tag der Befreiung erlebten, ihrem Führer zu:

Wenn das Schicksal einen jungen Mann aus feiner Heimat fortgesührt und in jene Stel­lung gebracht hat, in der ich mich heute befinde, dann ist es wohl selbstverständlich, daß dieser Mann immer und immer wieder an feine Hei­mat denken muß. Ich glaube, daß die Zeit, in der ich Deutschland führe, eine geschicht­liche Zeit deutscher Größe ist. Ich glaube, daß die Nachwelt und die deutsche Ge­schichte mir einmal bestätigen werden, daß ich in der Zeit meiner Staatsführung dem deut­schen Volke den hoch st en Nutzen g e ' leistet habe. Wer ater diese Ileberzegung von sich selbst hat, der muß auch wünschen, daß seine eigene Heimat derselben Segnungen teilhaftig wird. Ich war der lleberzeugung, daß ich dieses Land besser führen würde als Herr Schuschnigg oder irgend­jemand anders. Das ist keine Vermessenheit von mir, denn wenn jemand einen Staat von 68 Millionen in fünf Jahren zu der höhe empor­führt, wie Deutschland sie heute erreicht hat.

durch die Halle.Es war mir ein Herzensbe- dürfni s", so rief der Führer unter minutenlan­gen Beifallskundgebungen aus,das ehemalige Bundesheer so schnell als möglich aus seiner in meinen Augen untragbaren Lage zu lösen und es zu eiyem Bestandteil der deutschen Wehrmacht zu erklären. Was heute vielleicht noch getrennte Uniform hat, es ist im Blute ohnehin eins und wird in wenigen Jahren auch in der Uniform zu einer nicht mehr ausein­ander zu haltenden Einheit geworden sein!"

Des Reiches Führer schildert nun mit Freude und Stolz die Schönheit der deutschen (Baue. Sich zu ihm, üch zu dem neuen Reich zu bekennen, ruft der Führer alle auf:

Wir alle, meine Volksgenossen, haben der Vorsehung und unserem Herrgott dankbar zu fein? Er hat uns etwas gelingen taffen, wo­für frühere Generationen jahrelang kämpften und unzählige der besten Deutschen ihr Leben laffeq mußten. Das Reich ist reicher und großer geworden! lieber 6% Millionen Deutsche find nun zur großen Volksgemeinschaft eingerückt! Es gibt kein herrlicheres Land, kein schöneres Reich als unser Deutschland!" Wir haben nun ein herrliches Ziel vor Augen, das Ziel, die Volksgemeinschaft immer mehr zu verliefen und dieses Land wirtschaftlich in den gewaltigen Kreislauf unseres großen nalionalwirlschasklichen Lebens einzubauen ein wundervolles Ziel! Und ich bin so glücklich, daß ich auch das noch schaffen und arbeiten kann."

Oer freie deutsche Rhein.

Dann betritt der Führer den Rittersaal, wo ihn mit SA.-Brigadeführer Minister Glaise - Hor­st e n a u die Spitzen der Partei, die Regierung des Landes Salzburg, führende Persönlichkeiten der Stadt und der Wirtschaft des Landes erwarten. Hier entbietet der stellvertretende Gauleiter Feßmann dem Führer einen herzlichen Willkomm. Bürger­meister Gieger sagt dem Führer, wie unendlich dankbar Stadt und Land Salzburg ihm sind, daß er nun auch in diese Stadt gekommen ist. Der Füh­rer dankt in bewegten Worten für den überwälti­genden und tief zu Herzen gehenden Empfang, den ihm die Salzburger bereitet haben. Er betont, daß er besonders ergriffen von dieser Stunde sei, weil er ständig von seinem Haus auf dem Obersalzberg auf diese Stadt und dieses Land herabgeschaut habe. In herzlichen Worten dankt der Führer abschließend für das ihm van der Stadt Salzburg überreichte Kunstwerk. Dann begibt sich der Führer in dgs Konferenzzimmer, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt einträgt. Dann schreitet der Füh­rer wieder durch das Ehrenspalier und tritt, nach­mals von dem Jubel der Zehntausende umbran­det, die Fahrt zum HotelOesterreichischer Hof" an. Auf dieser Fahrt bereitet das dankbare Salzburg seinem Befreier immer wieder jubelnde Huldigun­gen.

Der Führer spricht im Festspielhaus.

Im Festspielhaus, in dem einst eine zur Sensation hochgezüchtete Kunst Mode war, hängen heute Hakenkreuzfahnen, steht heute das kämpfe­rische Element des Salzburger Gaues. 3000 sitzen hier, 50-000 hören draußen, Hunderttausenden trägt der Rundfunk die Stimme des Führers zu. Viele Taufende sind herabgestiegen zur Stadt Salzburg, Bauern und Arbeiter aus dem Flachgau, dem Pon­gau, dem Tenngau, dem Pinzaau, dem Lungau, aus ihren festlich geschmückten Orten im Tal oder auf den Höhen in meterhohem Schnee. Der Salz­burger Kreisleiter eröffnet die Kundgebung. Dann kündigt der Führer des Nachbargaues München- Oberbayern, Adolf Wagner, die Eröffnung der Arbeiten an der Reichsautobahn Salz­burgWien am kommenden Tage durch den Füh­rer an. Der Badenweiler Marsch ertönt Langsam schreitet der Führer zur Rednertribüne, wäh­rend ein stürmisches Echo hochbrandet. Nun spricht er:Jahrelang träumte ich davon, dieses Land zu betreten trotz aller, die diese Stunde haßten, und nun bin i ch hier! Der Führer stellt den Reichs­gedanken dar Nicht eine Staatskqnstruktion hat das Volk erzogen. Das Volk vielmehr hat sich lang­sam eine Staatskonstruktwn gegeben:Im Anfang

Der Führer brach die Ketten von Versailles und stellte das Rheinland wieder unter ten Schutz des Reiches. Darum; Dein Jcz dem Führex am M Slpnll

n

O

W

M

1/ u