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Nr. 55 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Montag, 7. März 1938

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Die nationalsozialistische Wirtschaft und der Weltmarkt.

Reichswirischafisminister Funk zur Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse.

Leipzig, 6. März. (DNB.) Die Leipziger Frühjahrsmesse, die größte Messe seit ihrem Be­stehen, wurde am Sonntagoormittag mit einer Feierstunde im Gewandhaus eröffnet. Der Dize- präMent des Messeamtes, Ludwig Fichte, führte in seiner Begrüßungsansprache aus, daß er im Namen von 9500 Ausstellern und nahezu 300 000 Einkäufern spreche, die aus allen Ländern der Welt nach Leipzig gekommen sind. Die Ergebnisse der letzten Messen bewiesen einen glänzenden Aufstieg. Seit 1934 habe die Leipziger Messe ihren Aus­landsumsatz f a st v e r f ü n f f a ch t. Sie sei an der Steigerung der deutschen Ausfuhr in diesem Zeitraum mit zehn Prozent beteiligt.

Reichswirtschastsminister $unf

sprach dann über die Bedeutung der nationalsozra- listischen Wirtschaftsgestaltung für die Weltwirt­schaft. Zn der Reichsmessestadt Leipzig sind heute Kaufleute, Industrielle, Ingenieure, Techniker und sonstige Wirtschaftsinteressenten aus allen Kultur­staaten und Wirtschaftsgebieten der Welt versam­melt, um zu erkunden, was der Weltmarkt an neuen Waren und Mustern, an wichtigen Erfindungen und Konstruktionen zur Zeit aufzuweisen hat. Hier bieten sich dem Kaufmann die besten Einkaufsmög­lichkeiten, weil es nirgends so gute Vergleichsmög­lichkeiten gibt. Hier ist der entscheidende Prüfstand für die Leistungen der deutschen Wirtschaft. Und wenn in den fünf Jahren nationalsozialistischer Staatsführung die Leipziger Messe einen einzig­artigen Aufstieg sowohl in der Zahl der Aussteller und Besucher wie auch in den geschäftlichen Erfolgen aufzuweisen hat, so ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, daß Deutschlands Weltgeltung auch auf wirt­schaftlichem Gebiet in diesen fünf Jahren gewaltig gewachsen ist. Das geben auch die ausländischen Kri­tiker zu, aber sie machen gleichzeitig darauf auf­merksam, daß in dieser Zeit die Weltkonjunk­tur im allgemeinen eine Aufwärtsbewegung zu verzeichnen gehabt hat. Das ist richtig, jedoch ist der einzigartige deutsche Wirtschaftsaufstieg nur zum ganz geringen Teil auf die bessere Weltkonjunktur zurückzuführen. Im Gegenteil, wir konnten von dieser Weltkonjunktur nur sehr wenig profitieren, weil unser Außenhandel unter den Schutzmaßnahmen, die wir als Folge der systema­tischen Auspowerung und der übermäßigen Aus­landsverschuldung in der Zeit vor 1933 ergreifen mußten, außerordentlich schwer beeinträch­tigt worden war. Trotzdem gelang es uns, die Einfuhr von 4,2 auf 5,5 Milliarden und die Aus­fuhr von 4,9 auf 5,9 Milliarden Mark zu steigern.

Aber dieser erhöhte Anteil an den Welthan- delsumsähen ist im Verhältnis geringer als bei einzelnen anderen Ländern und steht in gar keinem Verhältnis zu dem Wachstum der in­ländischen Produktion und der Ertrags­steigerung unserer Arbeit im ganzen. Die ge­werbliche Produktion ist von 1932 bis 1937 von 38 auf 75 Milliarden und das Volkseinkommen von 45 auf 68 Milliarden gestiegen. 3m übrigen hat bereits Milte 1937 in den großen Produk­tionsgebieten der Welt vielfach ein sehr starker Rückschlag eingesetzt, während die deutsche Produktion hiervon nicht betroffen wurde und sich auch weiterhin in einer ungeschwächten Aufwärtsentwicklung befindet. 3ch betone aber hier mit allem Nachdruck, daß die nationalsozia­listische Wirtschaftspolitik den größten Wert auf eine Steigerung unseres Außenhandels und die Verbesserung un­serer Handels- und Zahlungsbeziehungen zu den ausländischen Staaten legt.

Die Wirtschaft muß nach nationalsozialistischer Auffassung politisch geführt werden: sie ist nur ein Teil der Gesamtpolitik, aber ihre Führung wird von politischen Kräften bestimmt. Der natio­nalsozialistische Staat hat michin, seiner weltan­schaulichen Grundlage entsprechend, die Wirtschafts­ordnung und die Wirtschaftsgestaltung nach den Lebensgesetzen und den Lebensnotwendiqkeiten des deutschen Volkes ausgerichtet. Von dieser Grund­auffassung aus sind nun die einzelnen Wirtschafts­methoden bestimmt worden, die dazu dienten, alle Kräfte und Energien der deutschen Arbeit mobil zu machen, um eine unerträgliche Abhängigkeit vom Auslande zu beseitigen und die Lebensgrundlagen und Aufstiegsmöglichkeiten des deutschen Volkes zu sichern. Gold und Devisen hatten wir nicht, somit mußten wir eine neue Grundlage des Volkswohlstandes schaffen, und dies war d i e A r b e i t, die sich in der Leistung, in der Pro­duktion ausdrückt.Jede Mark, die in Deutschland mehr bezahlt wird, setzt voraus, daß in Deutschland um eine Mark mehr gearbeitet wurde." So hat es der Führer in seiner letzten Reichstaqsrede aus­gedrückt. Und er sagte weiter:3e größer die Ge­samtsumme der Produktion ist, um so 'größer wird der Gennßanteil sein, der auf den einzelnen trifft. Das Geld ist nur ein Behelfsmittel im Dienst der Verteilung der Produktionsgüter." Die Welt sollte einmal über die Bedeutung dieser ökonomischen Er­kenntnis für die Weltwirtschaft! nachdenken. Zum Teil hat sie es bereits getan, denn

dasEcho de Paris" zitiert den französischen Minister D a l a d i e r mit dem Ausspruch, daß die nationale Arbeit die wirkliche Garantie der Wahrung und der Wirt­schaft sei." Denn wir die Lage an den inter­

nationalen Geld- und Kreditmärkten uns näher ansehen, so kommen wir zur der Erkenntnis, daß die Volkswirtschaften durch Zuviel an Gold und Devisen krank werden, während die deut­sche Wirtschaft ohne Geld und Devisen gesund geworden ist. Arbeit i st eben solider als G o l d I Wir haben uns aber auch nicht zu Währungsexperimenlen verleiten lassen, die schließlich immer zu Verlusten am Volksver­mögen führen und flels gerade die brei­ten Massen des arbeitenden Volkes beson­

ders schwer treffen. Die Reichsmark istein ehrlicher Schein" geblieben. Wir haben auch nicht unsere Zuflucht zu g l e i l e n d e n Preis- und Lohnskalen genommen, sondern Preise und Löhne stabil gehalten. Und wir haben schließlich Kredit und Kapital dahin gelenkt, wo sie am stärksten und nutzbringendsten für die Allgemeinheit wir­ken konnten. Auf diese Weise haben wir mit Vernunft, Fleiß und Talent die Probleme ge­löst, die andere bisher nicht lösen konnten.

Sie deutschen Erfahrungen weisen den Weg

zu einem neuen System der Weliwirischast.

Die Methoden, die die nationalsozialistische Staats­führung angewandt hat, haben der deutschen Wirt­schaft eine starke Stabilität und Unabhängigkeit von den Erschütterungen der Weltmärkte gegeben. Ja, man wird sogar behaupten können, daß die augen­blickliche internationale Krise durch die unvermin­derte Kraft der deutschen »Konjunkturfestigkeit w e - sentlich ab geschwächt worden ist. Eine Rückkehr zu der früheren sogenannten Währungs­automatik auf der Basis des alten Goldstandards wird wegen der damit verbundenen internationalen Abhängigkeit von den autoritär gelenkten national- wirtschaftlich erstarkten und unabhängig geworde­nen Ländern abgelehnt werden. Aber man wird daran denken müssen, daß der internationale Wa­renaustausch niemals Selbstzweck, sondern immer nur- Mittel zum Zweck sein darf. Der Außenhandel muß sich stets nach den Be­dürfnissen des Binnenmarktes richten, nicht umgekehrt! Je stärker und krisenfester der Binnenmarkt ist, um so besser kann sich auch der Außenhandel entwickeln. Es wäre also durchaus denkbar, daß sich allmählich auf Grund der Lei­den und Nöte der Nachkriegszeit ein neues S y ft e m des internationalen Handels- und Zah­lungsverkehrs herausbildet, für das die Erfahrun­gen nutzbar gemacht werden könnten, die man bei den unter dem Druck der ungelösten Schulden­regelung und der dadurch bedingten Valutenarmut angewandten, heute keineswegs idealen und daher stark verbesserungsbedürftigen aber auch durch­aus ausbaufähigen Außenhandels- sy st em en gesammelt hat. Deutschland hat auf diesem Gebiete wohl die meisten Erfahrungen sam­meln müssen. Ein konjunktursicherer Han­delspartner dürfte nicht nur etwas ganz Neues, sondern auch etwas sehr Begehrens­wertes in den weltwirtschaftlichen Beziehungen sein! Es ist keineswegs eine absurde und unmög­liche Idee, die Basis für den internationalen Wäh­rungsausgleich der Zukunft in einem vernünftigen Clearing-System zu suchen.

Im übrigen hat sich der Außenhandel Deutsch­lands im letzten Jahre recht gut entwickelt, und er wird weiter wachsen, je mehr der Jnlandsmarkt unter den Einwirkungen der erfolgreichen Politik des Vierjahresplanes an Produktivität und innerer Kraft gewinnt. Sogar in unserem Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich 1937 eine Belebung gezeigt, wobei allerdings unsere Einfuhr wesentlich mehr zugenommen hat als unsere Aus­fuhr. Deutschland ist heute fünftbester Kunde Amerikas. Wir werden nichts unversucht las­sen, um die Handelsbeziehungen zum Auslande zu

fördern in einem Sinne, der auch in den Staaten, nach denen wir exportieren, den Nutzen der deut­schen Geschäfte, und vor allem des ständigen und dauerhaften Geschäftsverkehrs sichtbar werden läßt. Hierbei werden wir u. a. auch auf eine Ver­besserung der Lieferfristen hinwirken. Wir wallen nicht nur immer von der Privat­initiative reden, sondern müssen sie auch prak­tisch werden lassen.

Ganz besondere Aufmerksamkeit müssen wir dem Export unserer neuen Werk- st o f f e widmen und den Waren, die aus diesen hergestellt werden. Das Ausland wird erken­nen, was deutscher Erfindergeist, was die deutsche Technik und Industrie unter entschlosse­ner Führung und dem geballten Einsatz aller Kräfte zu leisten vermögen. Deutschland sieht heute bereits in der Herstellung einiger Kunst­stoffe an der Spitze der Weltproduktion. Die neuen deutschen Roh- und Werkstoffe werden sich wegen ihrer hohen Qualität und vielseitigen Verwendungsmöglichkeit alsbald die Weltmärkte erobert haben. Schon heute versuchen die ver­schiedensten Länder ebenfalls, derartige neue Produktionen aufzuziehen. Dank der außeror­dentlichen Erfolge des Vierjahresplanes hat aber Deutschland hier einen Vorsprung, der so leicht nicht einzuholen ist.

Die Gäste aus dem Auslande werden sich über­zeugen können, daß alles Gerede von schlechten Exi­stenzbedingungen und Fronarbeit der deutschen Ar­beiter nichts anderes als gemeine Lüge ist. Das deutsche Volk arbeitet und schafft und ist glück­lich in dieser Arbeit. Zum ersten Male in der Welt ist der Gedanke der unlösbaren Einheit von Wirt­schaft und Arbeit durch das Wirken der Deutschen Arbeitsfront, deren Schöpfer und Leiter Pg. Dr. Ley heute unter uns ist, Wirklichkeit geworden. Der Verbrauch der wichtigsten Nahrungs» mittel ist in Deutschland in den verflossenen fünf Jahren stark gestiegen. Im letzten Vierteljahr 1937 stand eine größere Menge an Fleisch zur Verfügung als im letzten Viertel des Jahres 1913. Die Kre­ditsicherheit der deutschen Wirtschaft liegt weit über dem allgemeinen Durchschnitt des Auslandes. Das Jahr 1931 brachte in Deutschland etwa eine Milliarde Ausfälle durch Insolvenzen. Im Jahre 1937 ist diese Summe auf 115 Millionen RM. zu­sammengeschrumpft. Deutschland hatte im Jahre 1937 die geringste Konkurszahl, die nach dem Kriege und auch in den letzten Jahren vor dem Kriege je verzeichnet worden ist.

Schuldensrage und kolonialforderung müssen bereinigt werden.

Das heutige Deutschland müsse normaler Weise das bevorzugte Anlageland des Wellkapitals fein, weil nirgend sonstwo die Wirtschaftslage so gesund, so gesichert und so zukunftsreich ist wie heule im national­sozialistischen Deutschland. Und die deutsche Va­luta müsse die feinste Valuta der Welt sein. Daß die Außenwirtschaft und Auhenwährung trotzdem fo unbefriedigend und nur mit Regle­mentierungen unter stärkster staatlicher Kon­trolle aufrecht zu erhalten find, hat feinen Grund darin, daß die letzten Rudimente aus der Epoche des politischen und wirtschaftlichen Zerstörungswahnfinns immer noch nicht besei­tigt worden sind, hierzu gehören die noch ungelüsteSchutdenbereinigung und die noch ungelöste Kolonialfrage, zwei Schicksalsfragen des deutschen Volkes, die übri­gens in einem gewissen Zusammenhang stehen. Reichsbankpräsident Dr. Schacht, dessen ge­nialer Konzeption das neue deutsche Geld- und Kreditsystem und derReue Plan" zu verdan­ken sind, der überhaupt erst die neuen Möglich­keiten für den deutschen Handels- und Zah­lungsverkehr mit dem Auslande geschaffen hat, hat auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1935 dar­auf hingewiesen, daß das Transferproblem unendlich viel leichter sein wurde,

wenn Deutschland Kolonien hätte, weit es einen erheblichen Teil feiner Rohstoffe, die es heute in ausländischer Valuta bezahlen muh, im Rahmen seines eigenen Währungs­bereiches erzeugen könnte.

Die Schätzungen von Sachverständigen lauten da­hin, daß Deutschland bei Rückempfang seiner Kolo­nien schon in der nächsten Zeit mit einer Devi­senersparnis von 200 Millionen Mark pro Jahr rechnen könnte und daß diese Summe sich im Laufe der Jahre auf 5 00 bis 6 0 0 Millionen Mark erhöhen würde. Aber es kommt bei der Betrachtung der wirtschaftlichen Be­deutung der Kolonien nicht nur auf die Devisen- ersparnis an, sondern der Kolonialbesitz würde für Deutschland eine neue zusätzliche Produk­tionsgrundlage mit allen hieraus resultie- renden Vorteilen für die Gesamtwirtschaft und die Lebensgrundlage des Volkes bedeuten. Eine offene Tür, die ein anderer wieder zuschlagen kann, nützt dem deutschen Volke nichts. Bei Großbritan­nien stiea von 1913 bis 1935 die Einfuhr aus den Kolonien von 20,5 v. H. auf 36,3 v. H. der Gesamteinfuhr, und bei Frankreich hat sich in dieser Zeit der Anteil der Kolonialeinfuhr von 9,5 auf 28,5 v. H. erhöht. Aber für das deutsche Volk ist die Kolonialfrage in erster Linie eine poli­tische Frage. Der Raub der Kolonien wurde nach dem Versailler Diktat keineswegs allein aus wirtschaftlichen Erwägungen Dorgcnommen, sondern ganz offen und schamlos als. entehrende

Strafe für Deutschland bezeichnet. Die Wieder­erlangung der Kolonien ist also für Deutschland eine Frage der nationalen Ehre.

Nachdem der Nationalsozialismus die Minder- wertigkeitskomplexe des deutschen Volkes aus der Nachkriegszeit beseitigt hat, müssen aus dieser Tat­sache ebenso wie bei der Kolonialfrage auch bei der Schuldregulierungsfrage die notwendi­gen Konsequenzen gezogen werden. Die staatlich aarantierten deutschen Ausländsanleihen haben heute einen Kursstand und einen Zinsfuß, der für das nationalsozialistische Deutschland unwürdig ist und seinem Prestige Schaden zufügen muß. Diese Verschuldung, an der das Ausland, das die An­leihen gab, genau fo schuld ist wie die Politiker des stüheren Systems, die Deutschland verant­wortungslos und leichtsinnig in die Schuld- und Zinsknechtschaft führten, geht auf eine in Deutsch­land restlos überwundene Epoche zurück, in der man Außenpolitik mit Bankkrediten machte.

Die heutige Machtstellung Deutschlands in der Welt verträgt es nicht, daß deutsche Staats­anleihen im Auslande in einem unwürdigen, dem deutschen Prestige abträglichen Zustande vegetieren. Wir wollen und brauchen keine neuen Staatsanleihen im Auslande, aber wir müssen hinsichtlich der bestehenden Anleihen ein Arrangement finden, das der politischen und wirtschaftlichen Lage des nationalsozialistischen Deutschlands Rechnung trägt und für die An- leihebesiher bestimmt kein neues Risiko einzu- schliehen braucht, dafür aber auch hier unter Anerkennung eines Zustandes, der nun einmal nicht wegdiskutiert und auch nicht geändert werden kann stabile und natürliche Verhält­nisse schafft. Von der Schuldregulierungsfrage hängt schließlich der Wert der deutschen Wäh­rung im Auslande ab, und auch dieser Wert muß wie alle deutschen Werte neubewertet werden.

Die deutsche Wirtschaft ist unter nationalsozia­listischer Führung aus eigener Kraft, ohne Hilfe des Auslandes gerettet und zu neuer Blüte emporgeführt worden. Auch bei der Wiederher­stellung einer gefunden und starken deutschen Außenwirtschaft werden wir auf unsere eige­nen Talente und Arbeitsenergien, auf unseren eigenen Fleiß und unsere eigenen Willenskräfte angewiesen sein. Denn auch hier gilt wie überall das Wort: Deutschland kann nur durch Deutschland groß und stark werden.

Die Aliersfürsorge der Bühnenschaffenden.

Am 1. März Beginn der Versicherung.

Berlin, 5. März. (DRB.) Der Reichs­mini st er für Volksaufklärung und Propaganda Hal auf Grund der Tarifordnung für die deutschen Theater im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern die v e r f o r - gungsanstatt der Deutschen Bühnen in München zum Versicherungsträger für die Pflicht­versicherung der Bühnenschaffenden bestimmt und gleichzeitig als Zeitpunkt des Be­ginns der Versicherung den 1. März 1938 bezeich­net. Damit ist die Allersfürsorge der deutschen Bühnenschaffenden endgültig ins Leben ge­treten. Die zur finanziellen Sicherung der Alters­versorgung für jede Eintrittskarte der deutschen Theater abzuführende Abgabe wird bereits feit dem 1. Januar 1 938 erhoben.

DasFachbuch imLeisiungSkampf.

Hamburg, 6. März (DNB.) Die Fachbuch­werbung wurde im Auftrage des Reichsministe­riums für Volksaufklärung und Propaganda in der Musikhalle in Hamburg eröffnet. Der Beauftragte des Leiters der Reichswirtschaftskammer, Diplom­ingenieur Pauschardt (Berlin), ging auf die großen Aufgaben ein, die das Fachbuch im Rahmen des Vierjahresplanes zu erfüllen habe. Gerade heute, wo alle Kräfte in den Dienst des Volkes ge­stellt werden müßten, fei eine weitere Steige­rung der Leistung und des Könnens notwendig, die ihren Ausdruck in der Erhöhung des Lebensstandards des deutschen Volkes finde.

Nachdem der Leiter des FachamtesDruck und Papier" der DAF., Fachamtsleiter Ebenböck (Berlin), die Bedeutung des Fachbuches für das deutsche Schrifttum nicht weniger als eine halbe Million Volksgenossen stehen im Dienste der Buch­erzeugung unterstrichen hatte, erklärte Oberge­bietsführer Hartmann (Berlin), Leistungskampf und Fachbuch seien nicht von einander zu trennen. Allein schon die Tatsache, daß heute ein Mangel an Facharbeitern bestehe, sei ein Beweis für die große Bedeutung des Fachbuches. Der Reichsberufswettkampf gestatte es heute bereits, eine Bilanz über die Leistungen der Berufe in den ein­zelnen Gauen zu ziehen. Dadurch fei man in die Lage versetzt, Schwächen zu erkennen und abzustel» len. Hier werde jetzt mit aller Macht die Berufs­schulung der Deutschen Arbeitsfront einsetzen. Die Sieger im Reichsberufswettkampf würden Fachbücher als Auszeichnung erhalten, und in den nächsten Jahren würden darüber hin­aus alle diejenigen mit dem Fachbuchgeschenk aus­gezeichnet werden, die im Leistungswettkampf gut abgeschnitten hätten.