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188. Jahrgang
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Glänzen t> verlauseneMannemanöver vor dem Führer
Hervorragende Leistungen der italienischen Kriegsflotte im Gols von Neapel.
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Der Führer besteigt in Neapel zusammen mit dem König von Italien und Kaiser von Aethiopien die Motorbarkasse, die sie zum Admiralsschiff „Conte di Cavour" hinüberbrachte. Hinter dem Führer Kronprinz Umberto, Fürst von Piemont. — (Bildtelegramm — Scherl-M.) (Scherl-Bilderdienst-M.)
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mit ihren Geschützen auf der gegen» Seite aufgefahren ist. Die Wagen- bann um das Schloß herum am vorbei in den Hafen Municip io
Artillerie, d-ie überliegenden kolonne biegt Castel Nuovo ein.
Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und der Generalsekretär der Faschistischen Partei, Starace, die Minister Dr. Goebbels und Alflen, Reichssührer^ Himmler und Staatssekretär Buffarini-Guidi auf der „Cavour" ein.
Im Augenblick des Betretens des Flaggschiffes erweisen alle auf den anderen im Hafen liegenden Kriegsschiffe in Parädeaufstellung angetretenen Besatzungen die Ehrenbezeigung. Kurz daraus wird der Befehl erteilt, die Anker zu lichten, und das ganze Geschwader beginnt mit den Manö- vern, um den Hafen zu verlassen. Unmittelbar vor dem Hafen teilen sich die Schiffe in zwei Linien und schaffen so zu beiden Seiten der auslaufenden „Cavour" zwei mächtige Begleitketten, während in der Luft ein Geschwader der italienischen Marineflugzeuge unter dem blauen Himmel des Südens dahindonnert.
Ueberaus eindrucksvoll war dieser Auftakt zu den großen Flottenmanövern im Tyrrhenischen Meer, die dem Führer die Größe, Stärke und Schlagkraft der italienischen Kriegsflotte zeigen sollen.
Ueberblick über die Stadt und den Golf von Neapel mit einem Ausschnitt des Stadtplans, der die Bauwerke und Straßen zeigt, die in den Berichten über den Führerbejuch genannt werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) ——
Heue Waffen und neue Taktik.
Eindrucksvolle Episoden aus dem großen Seemanöver.
Neapel, 5. Mai. (Europapreß.) Das, was dem Führer an diesem strahlend schönen Tage zwischen Capri und Ischia von der italienischen Flotte vorgeführt wurde, war weit mehr als eine Parade, war ein Manöver großen Stils, das noch dadurch seine besondere Note erhielt, daß man hier die neuesten Vervollkommnungen der jüngsten Waffen aller Kriegsmarinen im Einsatz sehen konnte. Eines haben diese Manöver wieder bestätigt: Wenn die Sage geht, daß das von der Marine getragene blaue Gewand auf die Tracht der altrömischen Seeleute zurückgeht, so steckt ein tiefer Kern von Wahrheit in dieser Sage. Italiens Marine hat gezeigt, daß sie großartige Seeleute heranzubilden versteht. Linienschiffe und Kreuzer kamen unzweifelhaft in ihren Fahrmanövern und den Schießübungen auf das ferngelenkte Zielschiff „San Marco" voll zur Geltung; das aber, worüber selbst erfahrene
Jubelnder Empfang in Reavel.
Neapel, 5. Mai. (DNB.) Nach Abschreiten der vor dem Bahnhof aufgestellten Gliederungen nehmen her Führer und der König im Wagen Platz, um sich zur Flottenparade zu begeben; im zweiten Wagen folgen b e j Kronprinz unb Außenminister von Ribbentrop, im brüten Wagen Rubolf Heß mit Graf Ciano, in ben weiteren Wagen Dr. Goebbels unb die weiteren Begleiter bes Führers unb bie führenben italienischen Männer bes Staates unb ber Partei. Neapel bereitet bem Führer einen granbiosen Empfang. Die Fahrt vom Bahnhof Mergellina zum Hafen Municipio führt schon nach einigen hundert Metern auf eine ber schönsten Straßen Neapels, die Riviera bi Chiaja, mit bem Blick auf die herrliche Bucht, auf bas Meer, ben Vesuv unb die Halbinsel von Sorrent. Dieser prächtige Ausblick, ber schon Virgil unb Horaz begeisterte, begleitet ben Führer vorbei an dem auf einer ins Meer vorgeschobenen schmalen Landzunge liegenden Castell dell'Ovo. Dann schwenken die Wagen nach links ab, um auf die von architektonischen Meisterleistungen umrahmte Piazza del Plebiscito zu gelangen. Von hier aus haben die neapolitanischen Faschisten am 24. Oktober 1922 ihren Marsch auf Rom angetreten. Das Prachtstück dieses Platzes ist der herrliche, von Fontana erbaute Königs- pala st. Gegenüber liegt ber Runbbau ber Franz- Paul-Kirche, bie bem römischen Pantheon nachgebaut ist. Zu beiben Seiten säumen bie Paläste des Präfekten unb bes Militärkommanbanten ben Platz. Zwischen ben Kolonnaben, bie sich von ber Kirche zu den Palästen hinziehen, sind Fahnen des Reiches und Italiens gespannt. Von den Brüstungen der Balkone leuchtet auf dem Savoyablau der Tücher das Wappen Italiens. Aus ben Fenstern hängen kostbare Gobelins. Unb alles ist von herrlichstem Sonnenschein übergos- s e n. Sobald die Motorradeskorte bas Nahen bes Führers ankünbigt, rauschen die „Evviva!"-Rufe unb bas Hänbeklatschen auf. Die Massen, die sich überall in tiefen Gliedern hinter ber Absperrung flauen, schwenken bie Fähnchen unb werben nicht müde, „Heil!" zu rufen. Vor dem Königsfchloß präsentiert bie Ehrenwache ber Kavallerie und der
ZmHasen.
In der herrlich leuchtenden Pracht des Südens und unter dem tiefblauen südlichen Himmel liegt nach einem trüben Morgen der Molo Beverello da, über dem sich stolz der Vesuv mit seiner Rauchfahne erhebt. Ernst und stolz ragt bas mächtige Mauerwerk bes Macchio Angionini auf, ber Alpenburg der Anjous. Ihr gegenüber flankieren sechs mächtige Steinsäulen, auf denen riesige Adler ihre Schwingen breiten, den Eingang zum Hafenplatz. Den wuchtigen Hintergrund des festlichen Platzes auf ber Langseite hübet ber mit Terrassen überzogene Hügel des Monte San Martino, auf dem das Castel Sant' Elmo thront.
Im Hafen hat zur Ehrenbezeugung für den Führer bas I. Geschwaber, bestehend aus ben Panzerschiffen „Cavour" und „Cesare", aus den schweren Kreuzern bes Typs Fiume", ben leichten Kreuzern des Typs „Garibaldi", den neuesten Ueber-Zerstörern des Typs „Orioni" und den Torpedobooten „Freccia" und „Folgore", Paradeaufstellung genommen. Weiter befindet sich im Hasen eine Flottille d e r modernen Torpedoboote des Typs „Aldebran", vom Kundschafter „De Rocco" geführt, ferner eine Flottille der modern st en Schnellboote und zur Vervollständigung des Bildes die Schulschiffe „Colombo Und „Despucci". Rechts vom Eingang zum Hafen- platz'von der Burg ber Anjous haben ein Infanteriebataillon, eine Abteilung Marinesoldaten und die Offiziere der in Neapel stationierten Truppenteile Aufstellung genommen. Links stehen in dichten Gliederungen die Studenten der Universität Neapel. Lebhaft begrüßt erscheinen auch die Amtswalter und Mitglieder der Auslandsorganisattvn der NSDAP, in ihren braunen Uniformen.
An Sord des „Eavonr".
Die italienische Flotte grüßt den Führer.
Von ben Straßen her fünben bie begeisterten Rufe ber neapolitanischen Gruppen ber „Söhne und Töchter ber Wölfin", bieses jüngsten ber faschistischen Iugenbverbänbe, bas Nahen ber Wagenkolonne. An dem Molo Beverello fährt ber Führer unb Reichskanzler in Begleitung bes Königs unb Kaisers in feinem Wagen zuerst bie Front ber Ehre n - ormationen ab. Beibe begeben sich bann mit ihrer Begleitung aufeinMotorboot, während bie Geschütze sämtlicher im Hafen üegenben Kriegsschiffe bem Führer bes deutschen Volkes dendröh - nenben Salut entbieten. Nach kurzer Fahrt legt bas Motorboot am Panzerschiff „Cavour" an, wo Abolf Hitler mit bem Kaiser unb König unb bem Prinzen von Piemont an Borb geht. Auf bem Schiss erwartet Mussolini, ber schon am frühen Morgen in Neapel eingetroffen war, ben Führer, ben er herzlich begrüßte. Mit bem Führer schifften sich Minister von Ribbentrop und Graf Ciano, der
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Marinefachleute und Seeoffiziere staunten, waren die Hebungen der neuen Waffen. Diese M o t o r s ch n e l l b o o t e, die mit einer Geschwindigkeit van beinahe 50 Knoten einen von großartigem Schneid getragenen Scheinangriff gegen die Linienschiffe fuhren, welche Ähnlichkeit hatten sie noch mit ihren Vorgängern aus der Zeit des Weltkrieges, denen die deutschen Flugzeuge der See- flugstation Borkum mit ihren Maschinengewehren gegen Ende des Krieges ein so überlegenes Treffen in der Nordsee lieferten? Und war nicht das Unterseeboot wie das Kampfflugzeug während des Krieges eine Einzelwaffe gewesen, bei ber jedes Schiff auf sich stand, wo der Begriff des Verbandes höchstens eine manöoermäßige Bedeutung hatte? Gerade die, die selber Erfahrungen mit U- Baoten hatten, hielten den Atem an, als bie 90 Unterseeboote in geschlossenen Ver - bänben auf einen Befehl untertauchten und ihre Fahrt unter Wasser fortsetzten. Die Minuten behüten sich in beängstigender Weise — und dann, als der Befehl zum Wiederauftauchen gegeben worden war, famen sämtliche 90 Boote wieder an d i e Oberfläche, jedes an feinem Platz in der Formation, ein geradezu unwahrscheinliches Beispiel von taktischer Disziplin und Führerfähigkeit der U-Boots-Kommandanten.
Die Luftwaffe greift ein.
Der Abschluß der Vormittagsmanöver leitete bereits mit der Vernebelung des Zielschiffes San Marco durch eine Flugzeugstaffel zu den Ma- növern der Marineluftwaffe über, die das Programm des Nachmittags bildeten. Trotz auf- kommender Bewölkung wickelte sich jede einzelne Phase einwandfrei ab, jede Uebung wurde durchgeführt, alles klappte. Vier Verbände von Wasserflugzeugen fuhren Angriffe gegen die Flotte, die sich mit den Kampfflugzeugen, die von Bord ausstiegen, gegen den in großer Höhe durchgeführten Eingriff zur Wehr setzten. Gleichzeitig wurden die Decks ber Schiffe burch Kampfflugzeuge ber Angreiferformationen im Tief-Flug angegriffen, die bie Decks mit ihrem Maschinengewehrfeuer abstrichen.
Die erste ber drei Großveranstaltungen, mit denen die italienische Wehrmacht den Führer unb Reichskanzler ehren will, brachte Bilder von unerhörter Schönheit und großem technischen Können und übermittelten einen hervorragenden Einblick in bie ausgezeichnete Schulung unb Ausbildung der Marine, zeigten aber auch die echt kameradschaftliche Zusammenarbeit zwischen ben Mannschaften unb ihren Offizieren, mit ber allein solche Leistungen wie sie heute bem Führer gezeigt werben konnten, erzielt werden können. Der Führer, der auf dem Admiralschiff „Cavour" den Hebungen mit dem lebhaftesten Interesse gefolgt war, und sich bald mit dem König und bald mit dem Duce, bald mit den Herren aus ihrem Gefolge unterhalten hatte, trat auf ben Duce zu, um seiner ganzen Bewunderung für bie italienische Flotte Ausdruck zu geben. Im (Befolge des Führers konnte man nur eine einzige Stimme ber Bewunberung unb ber Begeisterung für bie Flotte hören, bie ber Faschismus in kaum anderthalb Jahrzehnten nach völlig modernen Grundsätzen der Flottenmacht unb Großmacht Italien geschenkt hat.
Wieder an Land.
Als nach bem Abschluß der Manöver bie gesamte Flotte von 200 Einheiten wie» ber an ber Küste vor Anker ging, ein Manöver, bas in seiner Präzision ebenfalls bas Herz des Seemannes erfreute, war ein wirklich großartiges Programm abgewickelt worben. Währenb Die Schiffe nochmals einen Ehrensalut von 21 Schuß feuerten, fuhr bie „Cavour", mit bem Führer an Borb, bie Front ber verankerten Schiffe ab, auf benen bie Mannschaften zur Parabe angetreten waren. Führer unb Duce nahmen noch an Borb der „Cavour" voneinander Abschied. Dor der Molo Beverello verließ der Führer mit dem König unb Kaiser und dem (Befolge das Panzerschiff „Cavour". Sie bestiegen ein Motorboot. Die Fahrt zur Mole ging an dem an einer Landungsbrücke festliegenden italienischen R i e f e n b a m p f e r „R e x" vorbei, auf bem Tausende von Menschen bem Führer unb dem König und Kaiser begeisterte Kundgebungen darbrachten Auf der Mole nahmen der Führer und der König und Kaiser Platz in einem Kraftwagen, mit dem sie langsam bie Front bes Ehrenbataillons abfuhren. Währenddessen entboten bie auf bem Meere ankernden Schiffe der italienischen Kriegsflotte ihrem Gast noch einmal durch Salutschüsse einen Gruß. Gleichzeitig kreuzten Geschwader der Marineflugzeuge über dem Hafen. Kurze Zeit nach ber Abfahrt des Führers verließ auch der Duce das Panzerschiff „Cavour" und begab sich an Land, wo ihm ebenfalls stürmische Ovationen dargebracht wurden.
(Geburt eines Töchterchens des Aeichsministers Dr. Goebbels.
N e a p e 1,5. Mai. (DNB.) Während ber Einfahrt in ben Hafen ging auf bem „Cavour" auf funkentelegraphischem Wege bie freubige Nachricht von ber Geburt eines Töchterchens bes Reichsministers Dr. Goebbels ein. Der Führer sprach bem Minister sofort feine herzlichsten Glückwünsche aus. Auch bie übrigen führenben Persönlichkeiten beiber Nationen schlossen sich diesen Wünschen von Herzen an.


