Ausgabe 
5.11.1938
 
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mit dem NS-Reichskriegerbund und der HI. durchgeführt werden. Im Mittelpunkt aller dieser Feiern steht die Rundfunkübertragung einer Rede, die Reichsstudentenführer Dr. Scheel auf dem Langemarck-Friedhof in Flandern hält. Am Sonntag, 13. November, findet im Berliner Zeughaus die traditionelle Reichsfeier Lange- marck statt, auf der der Reichsstudentenführer Dr. Scheel und der Reichskriegerführer Generalmajor a.D. Reinhard sprechen.

Ehrung General v.Nundstedis

Der Generaloberst zumChef desJnfanterie-

Regiments 18 ernannt.

Berlin, 4.9hm. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat General­oberst von Rundstedt zum Chef des In- fanterie - Regiments 18 ernannt. General­oberst von Rundstedt wurde Freitag mittag vom Führer zur Abmeldung empfangen. Der Führer überreichte hierbei dem Generaloberst von Rundstedt persönlich die Urkunde, die seine Ernen­nung zum Chef des J.-R. 18 enthält. Der Führer benutzte die Gelegenheit, Generaloberst von Rund- stedt, der auf eigenen Antrag aus gesundheitlichen Gründen am 31. Oktober aus dem aktiven Wehr­dienst ausgeschieden ist, in herzlichen Worten sei­nen Dank und seine Anerkennung für die am Aufbau der neuen Wehrmacht geleisteten Dienste zum Ausdruck zu* bringen.

Generaloberst von Rundstedt, der im März v. I. sein 45jähriges Militärjubiläum begehen konnte, entstammt einer Familie des altmärkischen Uradels. 1875 in Aschersleben geboren, trat er, aus dem Ka­dettenkorps kommend, 1892 beim J.-R. 83 ein, wo er ein Jahr später zum Leutnant befördert wurde. Im Jahre 1900 wurde er als Hauptmann in den ©cnerolftab berufen, dem er nach kurzem Front­kommando auch während des Weltkrieges, 1914 zum Major befördert, angehörte. In der Reichswehr war er nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant 1920 zunächst Chef des Stabes der 3. Kav.-Div. und 1923, zum Oberst befördert, Kommandeur des I R. 18. Als Chef des Stabes des Gruppenkom­mandos 2 rückte er im Jahre 1927 zum General­major auf. 1932 wurde tzr Kommandeur der 3. Di­vision und Befehlshaber im Wehrkreis III, Berlin. Im Oktober desselben Jahres wurde er unter Be­förderung zum General der Infanterie Gruppen- kommandeur I in Berlin, am 15. März 1938 Ge­neraloberst.

Der Sparlaa - ein großer Erfolg

Auf jeden zweiten Deutschen entfällt ein Sparkassenbuch.

B e r l i n , 4. Nov. (DNB.) Am Deutschen Spartag 1938 sind bei dem Sparkassen des Alt­reiches rund 48 Millionen RM. Spareinlagen in mehr als 650 000 Posten neu eingezahlt wor­den. Damit wurden rund 180 000 Einzahlungen mehr getätigt und rund 12 Millionen RM. mehr eingezahlt als im Vorjahr. Den Sparkassen sind allein am Deut­schen Spartag 1938 rund84000neue Sparer z u g e f ü h r t worden. Die Zahl der am Spartag 1938 neu errichteten Sparkassenbücher übertraf die des vorjährigen Spartages um rund 35 000 Stück/ also um 72 v. H. Jeder achte Einzahler am Deutschen Spartag war also ein neu gewonnener Sparer. Im Reichsdurchschnitt entfällt zur Zeit bereits a u f jeden zweiten Deutschen ein Sparkas­senbuch.

Weltanschauung und Glaubenslehre."

Alfred Rosenberg sprach in Halle.

Halle«, d. S., 4. Nov. (DNB.) Die Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg konnte zur Er­öffnung des Wintersemesters Reichsleiter Rosen­berg begrüßen, der die Festrede über das Thema Weltanschauung und Glaubenslehre" hielt. Der Reichsleiter vollzog eine klare Abgrenzung der Be­griffe Weltanschauung und Glaubenslehre, der cha- ratterbetonten Lebenshaltung des Nationalsozialis­mus gegenüber metaphysischen Behauptungen und konfessionell bestimmten Dogmen.Wir wollen", so sagte Rosenberg,unter nationalsozialistischer Welt­anschauung nicht einen Glaubensersatz, sondern eine autonome geistige Bewegung begreifen, einen Kampf um die restlose Durchsetzung germanisch-deutscher Eharakterwerte". Aus innerstem Charakter heraus seien die Nationalsozialisten angetreten zum Kampf für ihre Idee, ohne nach Lohn und Strafe zu fra­gen, in der Ueberzeugung, daß der Einsatz für die Nation niemals gegen echte Weltorünungen ver­stoßen oder mit wahrhafter metaphysischer Ueber­zeugung in Widerspruch treten könne. Die national­sozialistische Bewegung setzt an die Stelle der Menschheitsliebe das erprobte, öfter Sentimentalität entkleidete Erlebnis einer Kampfkameradschaft. Wir haben", so sagte Rosenberg abschließend,vol­les Verständnis für die historischen Bedingtheiten des Entwicklungsprozesses. Und mit dem ernsten Willen, wirkliche Ueberzeugungen nicht antasten zu wollen, verbinden wir die Forderung nach gleicher Achtung uns gegenüber. Wir wissen, daß das deutsche Volk niemals mehr Objekt eines konfessio­nellen Haders tteferer Art sein wird, daß^ vielmehr die Gemeinschaftlichkeit unseres Schicksals über allem steht."

Das Servitenkloster in Innsbruck geschloffen.

Innsbruck, 4. Nov. (DNB.) Staatspolizei­liche Untersuchungen im Servitenkloster in Inns­bruck ergaben, daß in diesem Kloster derart sit­tenwidrige Zu stände herrschen, daß es un­möglich ist, sie der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Es handelt sich bei dem genannten Kloster um eine Lasterhöhle erster Ordnung, hinter deren Treiben das staatsfeindliche Verhalten, das durch aufgefundene Schriften festgestellt wurde, weit in den Hintergrund tritt. Der Reichskommissar hat auf Grund der Untersuchungsergebnisse und der weitgehenden Geständnisse die sofortige S ch i e- ßung des Klosters verfügt. Die Zahl der aus dem Kloster Verhafteten beträgt zur Zeit neun. Außerdem mußte auch eine größere Anzahl Innsbrucker Bürger fest genommen werden.

Das Vordringen der Japaner Zangifeanfwärts.

Tokio, 4. Nov. (DNB.) Japanische Heeres- und Marinestreitkräfte haben bereits die Hälfte des Weges zwischen Hankau Und Yotschau

am Jangtse entlang zurückgelegt. Sie besetzten K i a y u , das etwa 100 Kilometer stromaufwärts von Haxikau liegt. Ferner wurde P u ch i, an der Kanton-Hankau-Bahn, etwa 150 Kilometer südlich von Wuchang, eingenommen. Eine weitere japa­nische Truppenabteilung hat Tung schon, un­gefähr 40 Kilometer westlich von Puchi, in Besitz genommen.

Was das Elsaß von München erwartet.

Straßburg, 4.Nov. (Europapreß^ Im Gene- rafxat des Departements Niederrhein wurde der Abgeordnete Michel Walter ohne Gegenkan­didat durch einfachen Zuruf zum Generalrats-Pjä- sidenten wiedergewählt. Seine Eröffnungs­rede war ganz auf den Wunsch nach Friedenssiche­rung und Wiederbelebung der elsässischen Wirtschaft durch Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland abgestellt. Walter erklärte, mehr als jede andere Provinz fühle das Elsaß, wie sinnreich die Erklärung des Ministerpräsidenten Da lädier sei, der das Münchener Abkommen als einen Akt der Vernunft bezeichneteWir sind den Verantwortlichen tief erkenntlich dafür, daß sie das Problem realistisch behandelt und es abgelehnt haben, es von oben herab ideologisch zu beurteilen." Der Elsässer wolle keine Flucht von der Rheingrenze, sondern ein freies und sicheres Betätigungsfeld. Wenn alle französischen Provinzen von der Neuorientierung der Diplomatie des Quai d'Orsay sichere Friedensgarantie erwar­teten, so erhoffe das Elsaß dabei noch etwas ande­res: die Wiederbelebung seiner Wirt­schaft.Das Elsaß möchte, daß die Vorstellung der zwei Rheinufer als feindliche Gebiete vom poli­tischen Horizont verschwindet und daß Frank­reich aufhört, sich von gewissen Nationen abzuson­dern, welches auch die Schwierigkeiten auf diesem Wege sein mögen."

Der Goldbestand in den Bereinigten Staaten.

Neuyork, 4. Nov. (Europapreß.) Nach dem New Port Herold" beträgt die Goldreserve des amerikanischen Schatzamtes gegen» wärtia 14 Milliarden Dollar; das sind vier Mil­liarden Dollar mehr als die ganze Welt vor zehn Jahren überhaupt besaß und zehn Milliarden mehr als die Vereinigten Staaten zu dem genannten Zeitpunkt besaßen. Während die amerikanischen Goldbestände im Jahre 1928 38 v. H. des Goldbestandes der ganzen Well ausmachten, betrug dieses Verhältnis im Jahre 1934 noch 40 v. H. Heute jedoch besitzen die Vereinigten Staaten 58 v. H. des Goldes der ganzen Welt. Vom 25. Juli bis zum 13. September war eine Goldeinfuhr von 385 Millionen Dollar zu ver­zeichnen; vom 13. September bis zum 30. Septem­ber, dem Tage des Münchner Friedens, betrug die Goldeinfuhr 373 Millionen Dollar; vom 30. Sep­tember bis zum 17. Oktober kamen noch weitere 238 Millionen Dollar Gold hinzu.

Amerikanische Rüstungswerke aus der Krieaszeit wieder im Betrieb.

Neuyork, 5. Nov. (DNB. Funkspruch.) Präsi­den Roosevett gab bekannt, daß die während des Krieges mit einem Kostenaufwand von 22 Millionen Dollar erbaute und feither unbenutzte Panzer- plattenfabrik in South Charleston in West- Dirginia sowie die feit 1921 stilliegende Marine­werft in New Orleans wieder in Betrieb genommen werden sollen. Die Regierung wolle möglichst viele im Besitz der Bundesregierung be-

Die Besten sollen die Ersten sein!

Aufruf zum Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deutschen.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley

hat zunii Rt^chsberufswettkampf folgenden Aufruf Der tüchtige Mensch war in Deutschland zu kei­ner Zeit so begehrt wie heute. Allerorts gilt K ö n - n e n um vieles mehr als Kapital. Da es der Zahl nach an Köpfen und Händen zur Leistung fehlt, wird der Ausgleich in erhöhter Leistungs­fähigkeit und Qualität gesucht. Dem fleißi­gen Arbeiter eröffnen sich auf diese Weise entschei­dende Möglichkeiten zum beruflichen Fortkommen. Im Reichsberufswettkampf aller schaffenden Deut­schen bietet die Partei jedem werktätigen Menschen eine einzigartige Gelegenheit zum Nachweis seiner Leistungsfähigkeit. Die Maßstäbe dieser Auslesen sind objettjü und unbestechlich. Sie sind das gerade Gegenteil zu unwürdiger Protektion und Empfeh­lung. Ein jeder vermag nur soviel in die Waag­schale zu werfen, als er in der Tat aus sich selb st erworben und erarbeitet hat. Der pflichttreue deutsche Arbeiter braucht einen ftr en­gen und sauberen Leistungsmaß st ab nicht zu fürchten. Als Nachkomme redlicher Bauern und Handwerker ist er Träger wertvoller beruflicher Eigenschaften, starker geistiger und charakterlicher Kräfte. Der schaffende Mensch ist i n seinem B e - ruf nicht zu schlagen. Auch im Wettkampf kann er n irr siegen, niemals aber be­legt werden. Im Berufswettkampf vereinigen ich Pioniere einer sozialistischen Leistungsgemein- chaft. Aus allen Schichten des Volkes suchen wir > e n begabten und he.r vorragenden Menschen. Die Besten sollen die Ersten werden. Der Weg nach vorn hat für den Tüchtigsten der kürzeste zu sein. Was einer werden kann, entschei­det in Zukunft nicht mehr Konjunktur und Zufall, sondern allein noch die echte Leistung. Mr diesen Sozialismus bietet der Berufswettkampf aller schaffenden Deutschen eine starke Gewähr. Euer stolzer Einsatz gelte der Sicherheit und wirtschaft­lichen Erstarkung des Reiches und als Dank an sei­nen Führer."

Reichsjugendfübrer Baldur v. Schirach

erklärt:Der Leistungseinsatz im Reichsberufswett­kampf ist ein alter Ehrgeiz der Hitler-Jugend. Die Millionenschar vön Jungarbeitern und Lehrlingen, die sich alljährlich in den Wettkampfstätten vereint, erhält durch die Jugend des Führers ihr markante­stes Gesicht. In der weltanschaulichen Leistung steht die Hitler-Jugend allen Wettkämpfern voran. Bei der Leistungssteigerung in der Berufspraxis und Berufstheone führt sie mit bedeutendem Dorsprung die Spitze. Unter den Siegern des Reichsberufswett­kampfes erobern sich die Führer und Führerinnen unserer Jugendformationen von Jahr zu Jahr zahl­reichere Plätze: gegenüber 49 v. H. im vierten Wett­

kampf waren unter den jugendlichen Reichssiegern des Vorjahres 64 v.H. aktive Führer in HI. und B D M. Um das Stichwort, das ich der deut­schen Jugend zum 6. Reichsberufswettkompf gebe, bin ich unter dem Eindruck der geschichtlichen Würde dieses letzten Jahres etwas verlegen. Der nächste Wettstreit der Arbeit muß unsere vorzüg­lich sie praktische Leistung für das Großdeutsche Reich werden. Die Jugend stehe auch chier in vorderster Linie: nicht mit leeren Hän­den, sondern mit den Erzeugnissen ihres Fleißes, ihrer Beharrlichkeit, ihres guten Gelingens. In die­sem Sinne rufe ich unsere Jugend zum Wettkampf. Ein besonderer Appell gilt den Kameraden der Ostmark, die erstmalig ihren endlich befreiten Leistungswillen im praktischen beruflichen Einsatz bekennen. Die Jugend Adolf Hitlers schreitet zu einer der schönsten Taten ihrer Selbsterziehung und politischen Ertüchtigung: Solange ihr Herz voll Freudigkeit und Eifer ist, wird das Reich und die deutsche Volkswirtschaft in der Welt auf das beste bestehen."

Der Gauleiter zum Verusswett- kamvs aller schaffenden Deutschen

NSG. Zur Eröffnung des Reichsberufswettkamp­fes aller schaffenden Deutschen im Gau Hessen- Nassau erläßt Gauleiter Sprenger folgenden Aufruf:

Mit großer Freude habe ich festgestellt, daß der Berusswettkampf in den vergangenen Jahren mit ständigsteigendem Erfolg im Gau Hessen- Nassau abgeschlossen werden konnte. Allein die Teilnehmerzayl, die sich vom Berufswettkampf 1934 mit 18 000 bis zum Wettkampf des vergangenen Jahres auf über 108 000 Schaffende steigerte, be­weist, daß sich der Gedanke des beruflichen Wett­kampfes mehr und rneh17 burchzusetzen beginnt. Der Gau Hessen-Nassau konnte im ver­gangenen Jahr 22 Reichssieger stellen, eine Zahl, die wett über dem Reichsdurchschnitt liegt. Heute beginnt nun die Werbung für den Be­rufswettkampf 19 3 9. Ich erwarte, daß alle Schaffenden des Rhein-Main-Gebietes sich wiederum freiwjllig zum Berufswettkampf melden. Ebenso erwarte ich, daß alle an der Durchführung des Wettkampfes beteiligten Stellen der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden, der Wirtschaftsorgane und der Lehrerschaft sich in den Dienst diese großzügigen Maßnahme der Par­tei stellen. Ich hoffe, daß auch die Betriebs­führer in Anerkennung der großen Bedeutung des Wettkampfes für die Berufserziehung wiederum in genügendem Maße Wettkampfräume und Material zur Sicherung der Durchführung zur Verfügung stellen."

findliche sttlliegende Fabriken in den allgemeinen Rüstungsprozeß einschalten und neue Fabriken mög­lichst a u f dem der Regierung gehören­den Grund und Boden errichten, um dadurch wesentliche Ersparnisse zu erzielen. Das Werk in Charleston solle nicht mehr der Herstellung von Panzerplatten, sondern einer Fabrikation dienen, die geheimgehalten werden müsse. Roosevelt teilte ferner mit, daß sich bei der Konstruktion der neuen Kriegsschiffe unvorhergesehene Verzögerungen ergeben hätten durch Aende- rungen der Pläne. Man spricht von Meinungsver- schiedenhetten in der Marineleitung über die Bau­art der neuen Schlachtschiffe.

Amerikanisches Tendenzurteil aufgehoben.

Neuyork, 5. Nov. (DNB.) Das Brooklyner Appellationsgericht gab der Berufung der sechs in der ersten Instanz zu Gefängnis und Geldstrafen verurteilten Leiter des Sommerlagers Siegfried" des Amerikadeutschen Volksbundes in Paphank, Lang Island, statt. Die Mitglieder des Bundes waren mit der Begrün­dung verurteilt worden, der Volksbund verlange von den Mitgliedern die Ablegung eines geheimen Eides und sei daher nach den Ge­setzen des Staates Neuyork meldepflichtig. Das Berufungsgericht entschied jetzt, daß keine Meldepflicht vorliege, da es sich nicht uw einen Eid, sondern um eine freiwilligeVerpflich- tung handele. Die von ben. Verurteilten erhobenen Strafen in Höhe von 13 500 Dollar müssen z u - rück gezahlt werden. Das Urteil der ersten In­stanz wurde in weiten Kreisen als eine unfaire, rein politische Entscheidung empfunden, zumal ein­undzwanzig Entlastungszeugen nur einem einzigen Belastungszeugen der Staatsanwaltschaft gegen» übergeftanben hatten.

Sensationelle Enthüllungen aus der Neuyorker Unterwelt.

Durch die Verhaftung von drei Männern, die eines M o r b e s , zweier Raub Überfälle unb dreier gewaltsamer Entführungen beschuldigt werden, glauben die 08^.-Behörden eine der schreck­lichsten Verbrecherorganisationen in der Geschichte Neuyorks aufgebecft zu haben. Die Bundesagenten versuchen jetzt, die Verhafteten u. a. mit der unauf­geklärten Entführung eines 11jährigen Anwaltsoh­nes im letzten Februar sowie mit der Entführung eines Geschäftsmannes in Verbindung zu bringen. Der Anwalt hotte sich seinerzeit bereiterklärt, für seinen Sohn die geforderten 30 000 Dollar Lösegeld zu bezahlen, hatte aber keine Verbindung mit den Entführern herzu stellen vermocht. Sein Sohn wurde einige Tage später ermordet aufgefunben. Der Geschäftsmann war seit bem letzten Dezember ver­schwunden. Auch von seiner Familie hatten die Ent­führer ein Lösegelb in Höhe von 200 000 Dollar verlangt. Die Behörben glauben jetzt, baß bet Kauf­mann ermorbet worben unb seine Leiche in ber Heizanlage bes Kellers einer Neuyorker Versamm­lungshalle verbrannt worben ist. Die Polizei fanb in bem Keller ein Maschinengewehr sowie Knochen- Überreste, von benen jedoch im ersten Augenblick nicht festgestellt werben konnte, ob es sich um Skelett­reste von Menschen ober Tieren hanbelt. Die Unter­suchung roirb beschleunigt burchgeführt.

Eine anbere Derbrecherorganisation, bereu Auf­deckung jetzt erfolgt ist, beschäftigt ebenfalls lebhaft die USA.treffe unb bie Oeffentlichkeit. Diese Or- ganisation stand in Derbinbung mit einem im letz­ten März aufgebeckten Racket für ,Zips" auf allen Pferderennen. Es wurde festgestellt, baß sich bie Or» ganisation durch ben Verkauf schwinbelhafter T i p s" jährlich ein Vermögen von 15 Millionen

Dollar gemacht hatte. Die Organisation führte ihren Schwindel noch dazu burch Mißbrauch be­stimmter Posteinrichtungen durch, weshalb bie An­klage gegen mehr als 70 Mitglieder ber Banbe auch wegen Mißbrauchs staatlicher Einrichtungen zu Be­trugszwecken erhoben würbe. Gleichzeitig hob bie Polizei noch eine britte Organisation aus, bie sich ebenfalls mit schwinbelhaftenTips" befaßte. Es wurden 39 Personen verhaftet und 13Tipsbüros" geschlossen.

Mit ber gemeldeten Verhaftung einer dreiköpfigen Verbrecherbande hat die Neuyorker Polizei, einer späteren Meldung zufolge, tatsächlich den vermute­ten Fang gemacht. Die Vernehmung hat bestätigt, daß eine der gefährlichsten Mörderorganisationen, die Neuyork je in Schrecken versetzten, ins Garn gegangen ist. Im Verhör haben die drei Verbrecher

wünig mild - mit dem bekannten Schinkenbild!

bereits ein Geständnis abgelegt, drei Personen gewaltsam entführt und einen Bauunternehmer aus Whiteplains 14 Tage nach der Entführung im Kel­ler einer Neuyorker Loge verbrannt zu haben, weil das Lösegeld nicht gezahlt wurde. Die Po­lizei nimmt an, daß die Bande noch weitere bisher unaufgeklärt gebliebene Morde auf bem Gewissen hat.

Bücher müssen wir besitzen.

Baldur von Schirach

zur ersten grotzdeutschen Buchwoche.

Wien, 3. Nov. (DNB.) Im Festsaal ber Wiener Hofburg fand eine Kunbgebung zur 1. Großdeutschen Buchwoche statt, bei ber Reichsjugendführer von Schirach erklärte, daß man die Bücher in fol­gende drei Kategorien einteilen-könne: 1. die Bü­cher, die man wieder lieft, 2. die Bücher, die man nie wieder liest und 3. bie Bücher, von benen man wünscht, baß sie auch von anderen überhaupt nicht, gelesen würden. Wenn es richtig ist, daß gute Bü­cher erst beim wiederholten Lesen ihren wahren Wert zu enthüllen beginnen, so muß das Bestreben unserer Zeit darauf gerichtet fein, unsere Bücher nicht nur in die öffentlichen Bibliotheken, sondern auch an den Mann und die Frau zu bringen. Unser Volk muß Bücher besitzen können, und wir müssen einst dohin gelangen, daß unsere Volksgenossen aller Berufe Hausbüche­reien haben. Es ist heute durchaus möglich, auch mit geringen Mitteln eine eigene Bibliothek sich auf­zubauen, denn längst schon sind bie bebeutenbften Werke unserer Nationalliteratur sowie bie ber Welt­literatur in Ausgaben gebrückt, bie in einfacher Ausstattung nur einige Groschen kosten. Wir kön­nen daher eine hohe und für die Welt einzigartige Buchkultur unser eigen nennen.

Leider kann ich eine bittere Bemerkung gegenüber manchen Verlegern sogenannter Jugendbüchex nicht unterdrücken. Ich möchte für biefe in Abwanb- lung des bekannten Wortes ben Satz prägen: Viele fühlen sich zum Verbienen berufen^ aber nur wenige find zum Erziehen auserwählt! So ausgezeichnet, vorbildlich unb künstlerisch hervorra­gend einige deutsche Kinderbücher auch sind, so muß doch gesagt werden, daß auch auf diesem Gebiet neben hervorragenden Leistungen Schund fabriziert wird.

Uns Deutschen wurde einst in manchen Teilen dieser Wett unsere stifte Liebe zu den Büchern zum Vorwurf gemacht. Im Zerrspiegel gehässiger Dar­stellung erschienen wir dann häufig als weltfremde zerstteute Professoren, als verstaubte Aktenmenschen unb Spitzwegfiguren. Ich glaube, baß bie Welt in­zwischen ihre Meinung über uns geändert hat, und wir sind von Grundauf ein anderes Volk geworben unb haben gelernt, uns nicht mit ber Rolle ber Nation der Dichter und Denker allein zu begnügen. Wir haben schließlich nicht nur bie Werke ber schönen Literatur gelesen unb uns mit lyrischen Gebichten beschäftigt wir haben auch bie Bü­cher ber Geschichte burchforscht und dabei be­wiesen, baß wir aus ihnen bas Notwenbige gelernt hoben.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer besuchte in Berlin bie Jubiläums­vorstellung besW i n t e r g a r t e n s", bie aus An­laß bes 50jährigen Bestehens bieses bekannten beut» sehen Varietetheaters als Novemberprogramm gezeigt wirb. In Begleitung bes Führers sah man u. a. Reichsminister Dr. Goebbels.

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Wie bas nationalspanische Außen- m i n i st e r i u m bekanntgibt, unterhält Burgos nach bem Uebereinfommen mit Finnlanb Beziehun- genzu fast allenLänbern Europas. Aus­genommen finb nur noch Estlanb, Lettlanb, Litauen, Schweben unb Frankreich.

Wetterbericht

Ein vom Atlantik zur Ostsee vorgestoßener kräf­tiger Tiefbruckwirbel hat bem europäischen Festlanbe eine weitgehenbe Ueberflutung subtropischer Warm­luft gebracht. Sie gab gestern zu verbreitetem Regen Anlaß, hat sich inzwischen aber bis zum Voben durchgesetzt, so daß die Temperaturen am Samstag etwa 8 Grad über dem jahreszeitlichen Regenwert liegen. Eine leichte Unbeständigkeit bleibt zunächst noch erhalten, doch wird der Witterungscharakter im ganzen freundlicher fein.

Vorhersage für Sonntag: Wolkig, zeit­weise auch aufheiternd und höchstens vereinzelte, meist leichte Regenfälle, mild, Winde um West.

8Lufttemperaturen am 4. November: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 5. November: morgens 10,6 Grad. Maximum 11,1 Grad, Minimum heute nacht 9,6 Grad. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. November: abenbs 8,4 Grad; am 5. No­vember: morgeris 9,7 Grad. Niederschläge 4,6 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hau^tschriftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feftilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen leil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. 21. X. 38: 10 013. Druck und Verlag. Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit ber Illu­strierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 . gültig.