Nr. 20? Erstes Blatt
188. Zahrgang
Montag, 5. September 1958
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Nürnberger Parteitag im Großdeutschen OReid).
Ein Jahr weltgeschichtlicher Ereignisse rundet sich, wenn der Führer in diesen Septembertagen vor den R e i ch s p a r t e i t a g der NSDAP, in Nürnberg tritt und mit dem deutschen Lolke Einkehr hält über das, was geschah und was noch zu tun ist. Sein Wille hat die Weltpolitik gewandelt. Deutschland ist nicht nur frei und stark, es ist in dem abgelaufenen Jahr der Partei größer geworden, es ist Groß- deutschland geworden! Was das heißt, weiß heute jedes Kind im Reich, und draußen weiß es die Welt, wenn sie auch noch so tut, als begreife sie es nicht. Heimkehr der Heimat des Führers, Heimkehr der Ostmark ins Reich, das ist freilich eine „Umwertung", denn sie erweist den Borrang des Deutschen in Mitteleuropa. Das Altreich, das Zweite Reich, ist die Schöpfung Bismarcks, und die Ostmark kehrte heim in das Gesamtvolk — in bas Dritte Reich. Draußen aber war noch die Fiktion erhalten worden, das Erste Reich lebe noch in dem Oesterreich der Schuschnigg und Genossen. Diese Fiktion wurde durch das Volk von Oesterreich selber zerschlagen, als es sich mit überwältigender Macht und Stimme zum Führer Adolf Hitler bekannte. In ergreifenden Worten hat R u d o l f H e ß, der Stellvertreter des Führers, dies bei der Toten- und Heldengedenkfeier in Wien.im Juli ausgesprochen: „Niemandem hat es zum Schaden gereicht, daß ihr Ostmärker aufgegangen seid im Großdeutschen Reich. Niemandem hat es zum Schaden gereicht, wohl aber wird es Millionen zum Segen werden, daß auch hier in diesem Lande neues Leben eingezogen ist, daß die Arbeitslosen wieder Arbeit bekommen haben, daß die Räder, die stillstanden, sich wieder drehen, daß der Bauer wieder weiß, warum er sein Korn sät und erntet, daß euer Dasein wieder einen Sinn hat, daß das Wirken von Kopf und Hand nicht nur dem eigenen Ich dient, sondern vor allem der großen gemeinsamen Heimat und ihrer Zukunft." Rudolf Heß zog dann gegen jene verleumderische Auslandsmeinung zu Felde, die immer noch wähnt, die „Freiheit" der Oesterreicher „wiederertämpfen" zu müssen. Mit Gewalt solle Zunichte gemacht werden, für was die Toten der Bewegung in Oesterreich gefallen sind — und letzten Endes solle in Oesterreich dann der Sinn und die Erfüllung der Opfer des Weltkrieges verfälscht werden.
Befreiung — F r e i h e i t sie wurden ja gerade in Oesterreich erkämpft, für die Oesterreicher, die Ostmärker des Reiches der Deutschen! Freiheit — das ist die Parole dieses Kampfjahres gewesen, und ihr Sieg ist der höchste Triumph jener Auffassung von Freiheit, der allein noch Sinn und Zukunft hat. Diese gewaltige schöpferische Erweisung der neuen Freiheitsindee hat Reichsminister Rust in Göttingen vor den Studenten der zweihunder^ährigen Alma water im vorigen Jahre einmal vargedeutet, als er sagte: „Angesichts des kleinen Raumes unseres Reiches (1937!) haben wir mehr Drang nach Freiheit zu überwinden als die anderen. Unsere 67 Millionen haben nicht den Platz, um einfach vom Acker das Brot und aus dem Bergwerk das übrige zu haken. Wir müssen ungeheuer arbeiten, um die Grundlagen für unser Volk zu schaffen, und müssen uns ungeheuer in Zucht nehmen. Wir brauchen diese völkische Ordnung, auf daß dies Volk nicht noch einmal einen 9. November 1918 erlebt, auf daß nicht ein in die Tiefen führender Geist eines falschoerstan- denen Freiheitsbegrisfs den Widerstandswillen lockert und auf daß nicht eines Tages der Todesstoß von Moskau geführt werden kann. Denn mit Deutschland würde die ganze Welt diesen Todesstoß erhalten ..."
muß die Welt jetzt in der Gestalt Großdeutschlands schon hinnehmen! Sie hat ja selbst Pate dabei gestanden — indem sie einst 1919 in Paris den Deutschen so tief erniedrigte ...
Das Jahr, das jetzt in Nürnberg abgeschlossen wird, war voll gewaltigen Geschehens, aber auch voll unerhörter innerer Arbeit der Partei. Zu schweigen von der Eingliederung der ostmärkischen Partei- und Volksgenossen — unendlich vieles drängte zu Tat und Entscheidung. Mit der Heimkehr Wiens ins Reich kam die Judenfrage in ein neues Stadium. Stetig und klar ist unser Weg darin. Und die reichlich hilflosen Versuche der westlichen Demokratien — so auf der Konferenz von Evian — beweisen, wie drängend diese Frage für die Welt inzwischen geworden ist. Wir haben bei uns die Lösung gefunden, mögen die anderen jetzt aufrichtig die ihrige finden! Gefunden hat der Nationalsozialismus auch andere Lösungen, auf die das Schicksal
der modernen Völker hindrängt: so in der aus unserer Idee der Freiheit gelösten Frage der Arbeitsgemeinschaft des ganzen Volkes. Die Ueberwindung des Klassenkampfes und die großartige Einbeziehung aller in den einen Arbeitsprozeß eines sich schwer zur Freiheit kämpfenden Volkes — das ist eine Tat, die der Welt als Beispiel gelten sollte und nicht als Gegenstand der Verhetzung!
Und so treten wir alle im Geiste in diesen Tagen vor den Führer in Nürnberg, vor ihn, dem wir all das verdanken, und geloben ihm mit den Worten Treue, die Rudolf Heß in Wien sprach: „Unser Leben gehört dem Führer, wie ihr (der Toten der Bewegung) Leben und Sterben ihm gehört hat. Unser Leben gehört ihm, durch dessen Wirken das Schicksal unser Volk wieder auferstehen ließ. Unser Leben gehört ihm, mit dem der Herrgott war und mit dem der Herrgott sein wird. Das ist unser heißer Glaube." . C. H.
Auf Per Nürnberger Burg.
Oie Reichsjugendherberge „Luginsland" ihrer Bestimmung übergeben.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
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Großdeutschland lebt in dieser neuen Freiheits- idee, die den westlichen Demokratien so viel Kopfzerbrechen macht. Sie flüchten sich — wenigstens mtt den liberalen Flügeln — bis hin in die sowjet- russische Wüstenei, in diese mörderischste Ideologie des Materialismus, wo sich die falsche Freiheitsidee von 1798 zu Tode hetzt. Und schon erheben sich selbst im alten England Stimmen, wie die des Generalmajors Fuller, der fragt: „Gegen wen rüsten wir auf? Gegen jeden Angreifer, erzählt man uns. Die einzige Nation, die feit 1919 praktisch jede andere Nation angegriffen hat, ist die-UdSSR., denn ihr Ziel ist die Weltrevolutwn und ihre Angriffs« Waffe ist die Umsturzpropaganda."
Die Wahrheit bricht sich also Bahn. Großdeutsch- lond ist in der zuchtvollen Haltung des Nationalsozialismus das Bollwerk Europas geworden. Das ist die schlechthin weltpolitische Bedeutung des „Anschlusses". Aber Großdeutschland in Mitteleuropa mit der Stellung Rücken an Rücken zu Italien und den übrigen Nachbarn im Südosten — das ist auch ein Schritt über Versailles hinaus, der endlich raum- politische Tatsachen schafft und keinen Zweifel mehr läßt über die endgültige Ueberwindung des Unglücks von 1919. Der Reichsparteitag wird gehalten in der Zeit der zwanzigsten Wiederkehr des Zusammenbruchs der Mittelmächte im Herbst 1918. Welche Wandlung seither! Dieser Aufstieg aus so tiefem Niederbruch ist einzigartig in der Geschichte und erweist die innere Größe und Zukunftsträchtigkeit des deutschen Gesamtvolkes. Wenn die Welt das begreifen würde und sich nicht in kleinliche Gehässigkeiten durch jüdische Kliquen hetzen ließe, dann würde schon viel gewonnen sein für den Dieb beredeten Weltfrieden! Das deutsche Element in der Welt ist eine tiefe metaphysische Notwendigkeit. Daß sich der Deutsche nach dem Zusammenbruch und der Haßorgie seiner Feinde wieder auf fein höheres Selbst lEsann und dies mit -einer bis dahin an ihm unerhörten inneren politischen Kraft ausdrückte, das
Nürnberg, 4. Sept. (DNB.) Am Sonntagabend fand die Indienststellung der Reichsju - gendherberge „Luginsland" auf der Nürnberger Burg statt, in der der Reichsjugendführer fein Standquartier während des Reichsparteitages haben wird. Vom Rathaus bis zur Höhe hinauf säumte die Nürnberger Jugend, Jungvolk und HI. mit brennenden Fackeln die Burgstraße, dicht gedrängt dahinter Tausende von Volksgenossen, die sich quf dem ganzen Gebiet der Burg eingefunden hattest. Der Leiter des deutschen Jugendherbergswerkes, Obergebietsführer R o d a tz , erstattete dem Reichsjugettdführer Meldung, daß mit der Reichsjugendherberge „Luginsland" die 321. Jugendherberge feit der Machtübernahme fertig gestellt ist.
Dann ergriff der Reichsjugendführer das Wort: „Es ist eine stolze Meldung", so sagte er, „die mir soeben erstattet wurde. Die Reichsjugendherberge „Luginsland" zu Nürnberg ist vollendet! Ich möchte dem tief gefühlten Dank der gesamten Führerschaft der Jugend in diesem Augenblick bewegten Ausdruck geben,' indem ich Ihnen, lieber Parteigenosse Streicher, im Namen all der Millionen, die in der Jugend des Führers für feine Idee und feine Parole'marschieren, das Goldene Ehrenzeichen der HI. verleihe. Sie sind, Parteigenosse. Streicher, mit der Geschichte der nationalsozialistischen Jugendbewegung untrennbar verknüpft. Sie waren es, der einst in einer Zeit, als noch niemand glaubte, daß aus dem kleinen Anfang von damals die Millionenbewegung der Hitler-Jugend wurde, ihr den Namen gab, der die Voraussetzung für ihren Ausstieg wurde und ohne den die Hitler- Jugend nicht denkbar wäre." Der Reichsjugendführer dankte dann weiter Reichsminister Kerrl, Ministerpräsident Siebert und Oberbürgermeister Liebel für ihre Unterstützung. Sein weiterer Dank galt Professor Brugmann, dem Gestalter der Reichsjugendherberge, und feinem Mitarbeiter Baurat.
Lincke. Nach dem Fahnenlied der HI. übergab Oberbürgermeister Liebel dem Reichsjugendsührer die Schlüssel zur Reichsjugendherberge.
DerAdols-Httler-Mrsch der HI.
Feierliche Vereidigung im Lager Fürth.
Fürth, 4. Sept. (DNB.) Am Freitagnachmittag trafen die einzelnen Marscheinheiten des Adolf- Hitler-Marsches im Sammellager Fürth ein. Jedes Gebiet hat eine Marscheinheit zum Adolf-Hitler-Marsch gestellt. Insgesamt wurden dabei rund 12 000 Kilometer zurückgelegt. Die Marscheinheiten aus Pommern mußten z. B. weit über 800 Kilometer zurücklegen.
Eine besondere Freude hatte das Sammellager des Adolf-Hitler-Marsches durch den Besuch des Reichsjugendführers. Ihr seid, so sagte er, die Fahnenträger der Repräsentanten der Jugend und tragt mit' euren Fahnen die Herzen des jungen Deutschlands. Der Adolf-Hitler-Marsch ist der Marsch der jungen Generation. Möge die ganze deutsche Jugend in eurem Bekenntms- marsch ein Symbol erblicken. — Baldur v. Schirach dankte den Marschteilnehmern im Namen der Reichsjugendführung und im Namen der gesamten Hitler-Jugend für die große Leistung, die mit diesem Marsch vollbracht wurde, und nahm bann die Vereidigung vor. Laut sprachen die Fahnenträger den Eid nach, die Fahne der Jugend in Glück und Not dem jungen Deutschland voranzutragen, sich jederzeit der Fahne würdig zu erweisen, ihre Ehre mit dem Leben zu verteidigen, immer bereit, in ihrem Dienste zu leben und zu ihrem Ruhme in den Tod zu gehen.
Am Samstag (Yemeinschaffsempfang der HI
Berlin, 4. Sept. Der Leiter des Jugendamtes der DAF., Oberbannführer Schröder,
teilt mit: Das größte politische Erlebnis eines jeden Jahres ist der Reichsparteitag der NSDAP. Dank der Entwicklung des Rundfunks nehmen an ihm nicht nur die Zehntousende teil, welche das Glück haben, selbst in Nürnberg sein zu können, sondern das ganze deutsche Volk ist am Rundfunk Zeuge dieses gigantischen Geschehens. Getragen von dem Bestreben, der schaffenden Jugend nichts vorzuenthalten, rufe ich hiermit zum Gemeinschaftsempfang der Kundgebung der Hitler-Jugend am Samstag, 10. September, 9.30 Uhr, auf. An alle Betriebsführer, Lehrherren und Meister richte ich die Bitte, allen berufstätigen Jungen und Mädeln die Teilnahme an diesem Gemeinschaftsempfang zu ermöglichen. Nähere Anweisungen ergehen von den (Sau* und Kreisjugendwaltern der Deutschen Arbeitsfront.
„Freut Euch des Ledens!"
Beginn des KdF.-Volksfestes in Nürnberg.
Nürnberg, 4. Sept. (DNB.) Mit dem „Tag der Nürnberger und' Nürnbergerinnen" nahm am Samstag das große „Kraft-durch-Freude"-Dolksfeft „Freut euch des Lebens!" in der KdF.- Stadt am Valzner-Weiher, bas erst am 15. September seinen Abschluß finden wirb, feinen fröhlichen Beginn. Der Eröffnungstag war den Nürnbergern und Nürnbergerinnen, vor allem aber den Arbeitskameraden, die während des Reichsparteitages im strengen Dienst stehen, gewidmet. So war es denn auch nicht verwunderlich, daß sich in der KdF.- Stadt, die im Fahnenschmuck prangte und deren Freigelände mit herrlichen Blumenbeeten verschönt ist, ein Leben und Treiben entwickelte, wie man es nur in den Tagen des Reichsparteitages selbst gewohnt ist. In der Frankenhalle rollte, wie im Vorjahre, ein hervorragendes Programm ab. Artisten wie Truxa, die 4 Winstons, die 3 Franklins, 6V2 Lias usw. gaben Proben ihres Könnens, während das Ballett GeraiD mit neuesten Tanz- fchöpfungen das Publikum erfreute. Für Stimmung und Humor sorgte der Ansager Richard Kistenmacher, für die musikalische Ausgestaltung des Programms das NS.-Frankenorchefter sowie eine Nürnberger Militärkapelle.
Auch in den übriben Hällen gestalteten beste deutsche Künstler der Artistik und des Humors das Programm. So bot die Hanseatenhalle Frohsinn von der Wasserkante, in der Bayernhalle herrschte echt oberbayerische Stimmung, und in der Berliner Halle kamen Artistik, Gesang' und Komik zu Wort, während in der Rheinlandhalle Koblenz und Köln in Gemeinschaftsarbeit die Festfolge bestritten. Am Nachmittag vermittelten hier Winzergruppen, Gesangs- und Tanzkräfte den Zauber der rheinischen Landschaft, und am Abend sorgten die Sttmmungs- kanonen aus Köln dafür, daß der rheinische Humor nicht zu kurz kam. In drei Zelten, die je 2000 Personen fassen, wurde den Besuchern ein KdF.-Abend vermittelt. Im Freien erfreuten die riesige Film» bühne, der Reichstheaterzug der DAF., die Puppen- und Hans-Sachs-Spiele, das Waldcheater und viele andere Darbietungen.
Diplomaten als Gäste des ÄeichsparteitagS.
Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat in diesem Jahre wiederum die Chefs der ausländischen Missionen in Berlin als seine persönlichen Gäste zur Teilnahme am Reichsparteitag in Nürnberg eingeladen. Ihr Erscheinen während des Reichsparteitages haben zugesagt: Die Botschafter von Frankreich, der Türkei, Polen, Italien, Brasilien, Argentinien, Großbritannien, Spanien, Japan, der Vereinigten Staaten von Amerika; die Gesandten von Norwegen, Dänemark, der Tschecho- Slowakei, Griechenland, Irland, Finnland, Portu- Sal, Haiti, der Union von Südafrika, Jugoslawien, ngam, Belgien, Nikaragua, Estland, Panama, Schweden, Iran, Rumänien, Bulgarien, Guatemala, der Schweiz, Aegypten, sowie die Geschäftsträger von Siam, Luxemburg, China, Chile, Mexiko, Afghanistan, Kuba, Peru, Niederlande, Venezuela, Albanien, Litauen und Lettland.
Den Diplomaten werden zwei Schlaf- wagen-Sonderzüge zur Verfügung gestellt, die sie am Montag nach Nürnberg führen. Während der Anwesenheit in Nürnberg sind mehrere Ausflüge für die Missionschefs vorgesehen, so u. a. auch in das Salzkammergut. Auf der Reise werden die Diplomaten von dem Chef des Protokolls, Gesandten Freiherrn von Dörnberg, Legationssekretär von Rantzau, Attache von Bredow sowie von einer aus sprachkundigen -Männern bestehenden Mannschaft begleitet werden.
ZRuöolf Heß in Nürnberg.
Nürnberg, 4. Sept. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminifter Rudolf Heß, traf am Sonntag kurz nach 19 Uhr im Hotel „Deutscher Hof" in Nürnberg ein. Er ließ sich von Hauptdienstleiter Schmeer über die organisatorischen Vorbereitungen des Reichsparteitages abschließend Bericht erstatten. Am morgigen Montag wird Rudolf Heß an der Spitze der Führerschaft der Partei den Führer in der Stadt der Reichsparteitage empfangen.


