Ausgabe 
5.8.1938
 
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Roßkastanie in schönster Blüte.

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Letzt Heringe auf den Tisch!

Der Hausschwamm, ein Mionen-SchMing

Wirtschaft

UN- be-

am bis

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sonderen Umfang. Non den variablen Werten schwächten sich Reichsbahn-VA. auf 122,50 (122,90) und Reichsaltbesitz auf 130,25 (130,30) ab. In den Konsolidierungsanleihen des Reiches hielten sich Angebot und Nachfrage etwa die Waage. Pfand­briefe lagen unverändert, Liquidationswerte zeigten die üblichen leichten Schwankungen, Franks. Hyp. Liquid. 101,25 (100,90). Industrie - Obligationen waren unregelmäßig, wobei Farben-Bonds auf 120,25 (119,65) anzogen, dagegen 5 v. S). Eisen­bahn-Rentenbank 97,25 (98). Stadtanleihen blieben behauptet, 4,50 v. H. Mainzer 0,25 v. S). höher mit 98,25. Kommunal-Umschuldung bröckelten erneut um 5 Pf. ab auf 94,50.

Der Verlauf war sehr ruhig, im Grundton aber etwas freundlicher, was teilweise auch in etwa

Montanmarkt meist Besserungen um etwa 0,25 0,50 v. 5). ein.

Am Rentenmarkt blieb die Entwicklung einheitlich, und die Umsätze erreichten keinen

Dein mitglieöebelteofl für Die NSV. ein Opfer für Die Zukunft unseres Volkes.

Stanleys Marsch durch Afrika im Sihn.

Zu einem großen Film der Twentieh Century- Fox, der Stanleys Marsch durch Afrika, um Livingstone zu suchen, darstellen soll, ist eine große Expedition durch den Urwald mit einem Kostenaufwande von über 600 000 Mark durch- geführt worden. Sie wurde von Mrs. Martin Johnson geleitet, die mit ihrem Manne, dem vor einiger Zeit im Flugzeug verunglückten Afrika- forscher, schon eine Reihe von Afrikareiscn gemacht hat. Die Strecke, die Stanley zurückgelegt hat, wurde genau verfolgt; in monatelanger harter Ar­beit wurden viele wertvolle Aufnahmen gemacht, deren Wiedergabe im Film allerdings nur eine Viertelstunde beanspruchen mirt). Der Film will Stanley als denersten Zeitungsmann, der den Urwald durchzogen hat", darstellrn.

In den Anlagen am alten Friedhof blüht eben ein Zierbaum, eine den Roßkastanien verwandte P a v i e (aesculus macrostachya, laut Namens­schildchen). Ein im Monat August ungewohnter An­blick: inmitten der hochsommerlichen Vegetation die schlanken Blütenkerzen der Roßkastanie. Der Baum steht ganz nahe dem zweiten Eingang zum alten Friedhof (Licher Straße). (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

(33 bis 35), d) 28 (). Kälber a) 60 bis (60 bis 65), b) 52 bis 59 (55 bis 59), c) 42 bis (44 bis 50), d) 35 bis 40 (36 bis 40). Hammel und Schafe nicht notiert. Schweine a) 60 (60), bl) 59 (59)), b2) 58 (58), c) 56 (56), d) 53 (53). Sauen gl) 57 (57). Marktverlauf: Rinder, Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel-

Ochsen, 116 (169) Bullen, 339 (495) Kühe, 145 (240) Färsen. Kälber 487 (508), Hammel und Schafe 29 (46), Schweine 226 (383). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 bis 45 (43 bis 45), b) 40 bis 41 (38 bis 41). Bullen a) 41 bis 43 (41 bis 43), b) 39 (35 bis 39), c) 32 bis 34 (34). Kühe a) 41 bis 43 (40 bis 43), b) 35 bis 39 (34 bis 39), c) 27 bis 33 (28 bis 33), d) 20 bis 25 (19 bis 25). Färsen a) 42 bis AA (42 bis 44), b) 38 bis 40 (39 bis 40), c)

meisten Elektropapiere. Etwas fester lagen Daimler mit 126,25 bis 126,50 (125,25) und Holzmann mit 141 (140). Nach den ersten Kursen stellten sich

Mörder auf der Flucht ertrunken.

Lpd. Worms, 4. Aug. In der Nähe des Trockenwerkes wurde aus dem Rhein eine männ­liche Leiche geländet. Es handelt sich um den Jakob Held aus Altrip, der vor einigen Tagen seine Frau mit einem Beil niedergeschla­gen hatte. Um seiner Festnahme durch die Polizei zu entgehen, hat er sich im Rhein ertränkt.

Mein-Mainisc-e Börse.

TNillagsbörse widerstandsfähiger.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Die Börse ver­blieb in ihrer abwartenden Haltung und hatte an allen Gebieten vor wie nach nur kleine Umsätze. Wenn auch die Aktienmärkte keine einheitliche Richtung zeigten, so erwiesen sie sich heute als wesentlich widerstandsfähiger gegenüber dem weiter­hin herauskommenden Angebot, das im ganzen aber eher eine Abnahme zeigte. Verschiedentlich erfolgten kleine Käufe offenbar in Ueberlegung der erreichten günstigen Rendite. Im allgemeinen betrugen die durchschnittlichen Schwankungen 0,50 bis 1 v. H. Einzelne Papiere gingen jedoch noch stärker zurück. So Rütgerswerke auf 138 (140,50), Lahmeyer auf 120 (123), Rhein. Braunkohlen auf 205 (207,75), Berger Tiefbau auf 137,50 (140), Aschaffenburger Zellstoff auf 110 (111,75), Junghans auf 106,50 (108) und nach Pause Mansfelder'auf 134,50 (136). Verhältnismäßig gut behauptet lagen Montanwerte, ferner IG. Farben mit 148,13 (148,25) und die

Eine Lokomotive im Deutschen Museum ist eine Lokomotive und kein Klavier. Sie stammt aus dem Jahre 1852, das steht auf dem Schild, nun ja, war­um nicht, haben Sie was dagegen? Damals waren eben die Lokomotiven so komisch, heute sehen sie ein bißchen anders aus, Entwicklung der Maschine, interessante Tatsache, aber durchaus und leicht be­greifbar und weiter kein Problem.

Oder z. B. das Miftinguette-Panoptikum in Pa­ris. Unübertrefflich, einzigartig,das G r o ß a r - tigste, was es auf diesem Gebiete gibt", jede Figur zum Sprechen und Greifen ähn­lich und lebensecht.Würden Sie es für möglich halten, Madame, daß das alles nur Wachs ist? Einfach phänomenal!"

Nein, mein Herr." Wieso denn? Und wozu eigentlich? Alleswie lebend" und doch tot! Höchst künstlich und höchst kunstlos und unkünstlerisch zu­gleich! Kein Hintergrund, nichts als sklavisch nach­modellierte Wirklichkeit, bildgehaute und geschnei­derte Photographie, weiter nichts!

Und bei Valentin? Hier: Ein Blick ins Damen­bad der Blickwerfer erwartet selbstverständlich ein schönes, möglichst unbekleidetes Mägdelein, ja Kuchen, dort: ein Apparat zur Hebung der Milch­wirtschaft; Wasser zum Blumengießen; ein unge­färbtes Osterei; Hosenträger außer Betrieb; Adam und Evas Feigenblätter ...

Toll, toll, weiter, weiter. Jetzt wird's Ernst. Auf Scherz folgt Ern^t!" erklärt Valentin kraft seines Museumsbeamtenamtes. Zuerst glaube ich es ganz bieder. (Das ist ja auch der Zweck der Uebung.) Folterkammer, naturgetreue Nachbildung einer Hexe aus dem 16. Jahrhundert; finstere Gänge, wackeliger Henkerssteg über nachtschwarzem See, Burgverließ, Ahnfrau, heulender Sturmwind, Blitz, Donner, Sumpf und Morast, Abgrund, Schlucht und Leiche eines Abgestürzten, Brunnen­ungeheuer, feuerspeiender Drache, Grauen über Grauen ich schreie auf, eine Fledermaus oder greuliche Spinne wabbelt mir auf dem Schädel, und da ich ausweiche, bammeln mir plötzlich ein Paar Beine ins Gesicht, hübsche Mädchenbeine zwar, an sich nichts Unangenehmes, aber es ge­schieht so überaschend, daß man entsetzt zusammen­fährt wie manchmal im Leben auch, und nun falle ich um vor Lachen: Valentin geht durch den furchtbar tiefen See, zu Fuß schreitet er durch den See hat Wasser Balken?Sehngs, der is nur zwei Zentimeter tiaf! Da könnas ruhig durchgeh!" Und ich war auf der baufällig schwan­kenden und krachenden Brücke vor Angst bald ge­storben ...

Der Ernst, der dem Scherz folgt, war noch spa­ßigerer, ein unheimlicher Scherz ein unheimlich lustiger nämlich!

Und noch immer weiter, es nimmt kern Ende, der Vortragssaal mit dennie gesehenen Licht­bildern", verräterische Spiegel, das dröhnende Flugzeug, und, wie sonderbar: ohne Lift kommt man hinauf und ist doch, keine Treppe gestiegen doch ich will nicht mehr'verraten. Nur dies: alles das und noch viel mehr ist der ernsteste Ulk, den man je irgendwo erlebt hat und erleben kann. Und ein lehrreicher, ein äußerst lehrreicher, und gänzlich ohne aufgehobenen Zeigefinger, ganz leicht und lustig hingespielt aus beflügelter Laune des Witzes.

Dieses Original von einem Museum hebt den un­lebendigen eindimensionalen Sinn des Museums, der mitunter Gefahr läuft, an unfreiwillige Komik zu grenzen (das prunkvolle Brautbett der Mätresse des Herzogs Ludewig des Dierunddreißigsten), durch gewolltenUnsinn" auf und wird tiefer sinnvoll aber zu erklären ist das nicht, ebensowenig wie Va­lentins Spiel, das muß man selbst sehen und selbst verstehen.

Das Museum wird nach Valentins eigenen stati­stischen Angaben allmonatlich von 15 0 0 0 bis 2 0 000 Fremden besucht und von 0 bis 100 Münchnern. Darum, wenn einer seinen Wagen gen Bayern lenkt, sollte er nicht nur die Zugspitze : per Drahtseilbahn erklimmen,.sondern als ein noch 1 kühnerer Held auch in den Valentinischen Schreckens- I keller, fünfzehn Meter unter der Erde, hinabfahren. = Und nicht erschrecken, wenn ihm auf schwankem > Steg über höllischem Abgrund die Knie ins Wan- f ken geraten sollten...

Karl Valentins kolossale Schreckenskammer

Oer Besitzer führt einen Dichter durch sein Museum.

Don Hains JReifer.

Der Hausschwamm ist ein gefährlicher Gast. Er gehört zu den holzzerstörenden Pilzen, von denen es Hunderte von verschiedenen Arten gibt. Jeder Pilz hat zum Wachstum Feuchtig­keit notwendig. Damit sind die Grundbedingun­gen klar für die Lebenstätigkeit des Hausschwam­mes und der übrigen holzbewohnenden Pilze: Holz als Nahrung und dazu die notwendige Feuchtigkeit. Ohne Holz muß der Haus­schwamm verhungern, ohne Wasser muß er ver­dursten.

Hieraus ergeben sich die Grundforderungen beim Hausbau, beim Bewohnen der Häuser und erst recht bei der Durchführung von Schwammrepara­turen: im Hause darf nur gesundes, trocke­nes Holz verwandt werden, das zeitlebens im Haus immer trocken zu erhalten ist. Wo Feuchtig­keit im Haus nicht zu vermeiden ist, z. B. in nicht unterkellerten Erdgeschoßräumen, in Kellern *), Küchen, Klosetten, Badezimmern usw. sollte ent­weder gar fein Holz verwandt werden oder nur solches Holz, das mit einem chemischen Mittel ent­sprechend geschützt ist.

Ein Schwammschaden hat immer einen Ursprungs­herd, nämlich Holz, das der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Dieses befallene Holz wird von Den weißlichen Pilzfäden des Hausschwammes durchzogen, ausge­saugt und bald vollständig zermürbt, daß es feine Tragfähigkeit völlig verliert.

Von diesem befallenen Holz wachsen wurzelähn­liche Hausschwamm st ränge durch das Mauer­werk nach den angrenzenden Räumen, daneben, darunter, darüber, selbst zum Nachbar hinüber und können immer wieder neues Holzwerk befallen. Bei kräftiger Entwicklung bildet der Hausschwamm ge­nau wie jede andere Pflanze dann Früchte, Frucht­körper, große, oft pfannkuchenähnliche Gebilde, in der Mitte goldbraun, mit weißlichem Rande. Der goldbraune Teil trägt feine, grübchenartige Löcher, die eigentliche Fruchtschicht. Hier werden die Samen des Hausschwammes, seine mikroskopisch kleinen Sporen gebildet. Diese werden durch den ge­ringsten Luftzug verbreitet. Wo sie auf feuchtes Holz kommen, kann immer wieder ein neuer Schwammschaden beginnen.

Bei der Beseitigung von Schwammschäden ist der Rat eines erfahrenen Sachverständigen wichtig. Sonst werden für dauernde Reparaturen mehr Mittel zum Fenster hinausgeworfen, als die ein­malige richtige Beseitigung kosten würde. Denn bei Pfuschreparaturen kommt der Schwamm immer und immer wieder. Jeder Fall liegt anders. Gar leicht kann zuviel, aber auch zu wenig geschehen.

Sehr oft bietet ein Schwammfall Anlaß zu einem Rechtsstreit, z. B. zwischen Hauskäufer und

*) Kisten, Kartoffelverschläge usw. sind im Keller sehr ost vom Schwamm befallen und bilden dann für das Haus eine große Gefahr.

mäßig.

Kunst und Wissenschaft.

Neuerscheinungen im Verlag Engelhorn.

I. Engelhorns Nachf. Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Sommer- und Herbstneuigkeiten an: Ro­mane und Erzählungen: Stijn Streuvels: Die große Brücke. Uebersetzt von Karl Jacobs. Carl von Bremen: Der deutsche Berg im Osten. Ein volksdeutscher Roman. Johannes Kirsch- meng: Der harte Morgen. Erzählung. Herbert von Hoerner: Der große Saum. Kurt Kluge: Der Herr Kortüm. Roman.Lebendige Welt": Karl Götz: Brüder über dem Meer. Einar Wallquist: Der Lappendoktor. Ueber- setzung aus dem Schwedischen von Pauline Gott- schau-Klaiber. Jahrbuch der Stadt Frei­burg, Band II. Herausgegeben von Oberbürger­meister Dr. Franz Kerber.

In der deutschen Hochseefischerei hat die große Zeit des Heringsfanges ihren Anfang genommen. Standen bisher Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch und Seelachs in erster Linie auf dem Programm der Dampfhochseefischerei, so beansprucht in den kommenden Monaten der Hering den weitaus größten Platz für sich. Die Heringsschwärme ziehen nach naturgegebenen Gesetzen nun einmal so, daß sie Fangaründe, die den deutschen Fahrzeugen zu­gänglich sind, nur in einem kleinen Zeitraum des Jahres berühren. Wenn die ersten Vorboten bei den Orkney- oder Shetland-Inseln auftauchen, dann bedeutet dies für die deutschen Fischdampfer das Signal, nun mit dem Schleppnetz so viel wie mög­lich von diesem silbernen Segen zu bergen.

Die jährlich wiederkehrende und kalendermäßig ziemlich feststehende Zeit der Heringsfischerei macht es notwendig, daß sich die eintaufenDen Hausfrauen hierauf zweckmäßig einstellen. Die kurze Zeit der Saison" muß mit allen Kräften wahrgenommen werden. Das bedeutet gleichzeitig, daß nur die un­bedingt notwendige Anzahl von Dampfern für den Fang der übrigen Konsumseefische eingesetzt wird. Die einkaufende Hausfrau tut daher gut daran, wenn sie in den kommenden Monaten den g r ü n e n Hering in erster Linie in ihrem Einkaufsbüch­lein vormerkt. Dies sollte um so weniger schwer fallen, als ihr der Hering in reicher Auswahl ge­boten wird und zudem in einer Qualität, die sich bequem mit andern Leckereien des Meeres messen kann; rühmt man doch dem deutschen Schleppnetz­hering nach, daß er im eigenen Fett gebraten wer­den kann. Da ferner von 1. Auaust ab für den Hering Festpreise bestehen, ist Der Einkauf auch

Verkäufer, zwischen Hausherr und Mieter, zwischen Bauherr und Handwerker, zwischen den Nachbarn usw. Die Reparatur darf daher erst in Angriff ge­nommen werden, wenn völlige Rechtsklarheit, am besten durch ein Beweissicherungsoerfahren geschaf­fen wurde.

Der Schwammschaden muß in seiner gesamten Ausdehnung erfaßt werden, was sehr oft aar nicht einfach ist und sich zumeist erst aus der Deffnung der befallenen Stellen ergibt. Das schwammbefallene Holz wird auf ungefähr einen halben Meter über den Befall hinaus entfernt und verbrannt. Schwammdurchwachsene Mauerteile werden erhol- ten, wenn sie baulich gut sind, in den Fugen gründ­lich ausgekratzt, mit der Lötlampe ober besser mit dem Gebläse ausgebrannt und wiederholt mit einem chemischen Schutzmittel behandelt.

Die ursächliche Feuchtigkeitsquelle muß abgestellt werden. Das neu einzubauende Holz ist einer chemischen Schutzbehandlung zu unterziehen. Das mindeste ist mehrmaliger Schutz­anstrich, noch besser eine mehrtägige Tauchtränkung in einer chemischen Schutzlösung, am besten die Doll­imprägnierung. Bei sehr schweren Fällen, zumal wenn die Feuchtigkeitsquelle gar nicht zu unter­binden ist, muß Holz unter Umständen sogar ganz vermieden werden.

Dor Geheimmitteln und Geheimverfahren bei der Schwammreparatur wird dringend- gewarnt.

nach dieser Richtung hin leicht gemacht. Die Parole für den Küchenzettel in den kommenden drei Mona­ten muß also lauten:Grüne Heringe auf den Tisch". ' c

, Der grüne Schleppnetzhering ist ein so großer Derwanolungskünstler, daß er nicht allein als grüne Ware" den Markt überschwemmt, sondern sich auch noch in vielerlei verarbeiteten Formen bietet. Abgesehen von dem Salzhering, der von den Loggern bereits fix und fertig verarbeitet an Land gebracht wird und in diesem Stadium der Saison den NamedM a t j e s" trägt, gibt es vor allem jetzt in reichlichen Mengen Bückinge. Der Bücking kann gewissermaßen als derverfeinerte Brüder' des grünen Herings bezeichnet werden. In den Räuchereien hat der grüne Hering den letzten Schliff erhalten und präsentiert sich in einer neuen Gestalt als goldgelber Bücking. Damit sind die Verwand­lungskünste noch nicht erschöpft. Aus den Marinier- anftalten kommt der grüne Hering als Geleehering, Brathering ober Rollmops zum Vorschein, und die Konservenfabriken entlassen ihn fest in Dosen verpackt als Hering in den mannigfachsten Tunken.

Die große Zeit der deutschen Heringsfischerei bauert nur runb brei Monate. Dann verschwindet ber Hering fast ebenso schnell, wie er gekommen ist. Was liegt daher näher, als daß sich bie Hausfrau auf biefe Saison bestens einstellt, um bie Gelegen- heit wahrzunehmen. Daß ber grüne Hering unb feine fischindustriellen Verarbeitungen bie Haus­frauen in keiner Hinsicht enttäuschen werben, bafür bürgt Der hohe Stand ber deutschen Hochseefischerei- flotte unb ber deutschen Fischindustrie. Sch.

Ich gehe ungern ins Museum. Das ist zwar bei jedem Münchener so, aber bei mir hat es noch ! andere Gründe, denn ich bin fein richtiger Mün- i chener, ich bin nur in München geboren. Man i kann sagen, was man will, ein Museum hat im- i mer, und wenn es noch so fleißig abgestaubt wird, < etwas staubig Lehrhaftes. Man wird Schuljunge i und traut sich nicht laut aufzutreten ober feixt. Hinterm Aufseher natürlich. Die. sind sehr ernst und streng! 1

Trotzbem, ober gerabe barum, bin ich in das : Valentin-Museum hineingegangen unb ich < hatte es gut babei, benn ber Meister ber Grotesk- 1 komik selbst geleitete mich höchst persönlich durch : seine gespenstisch luftigen unb komisch ernsten Kata- 1 komben. Was mich gleich von vornherein anhei­melte, war, baß sie sich ganz in der Nähe, ja sogar in bem gleichen Haus, nämlich in seinem rückwär­tigen Teil, befinden, in bem einst Hammers Pa­noptikum war. Stunbenlang stanb ich als Bub in magischer Traumverfassung vor dem geheimnis- : nishoüen elektrischen Klavier mit ben aufleuch- tenben farbigen Glühbirnen, ein wahrer Wollust- schauer von Entzücken hervorrufenbes Geklimper, unb bestaunte anbädjtig abwechselnd ben Portier unb den Orang-Utang, ber eine liebliche bleiche Jung­frau raubt und zähnefletschend mit der unteren Kinnpartie wackelt, sowie den Räuberhauptmann Matthias Kneißl unb andere uniformierte unb zivile zeitgenössische Berühmtheiten. Es war ein Wachs­figurenkabinett, ein Panoptikum wie alle anderen, und es gibt sie noch heute Empfanb man aber als Kind vor ben lebensgroßen, grausig echten Figuren ein eigentümliches Gruseln unb Zweifeln (ob Schneewittchen im Glassarg nicht vielleicht doch echt tot sei?), unb nor ber AbteilungNur für Er­wachsene" eine unstillbar brennende Neugier, so verirrt man sich heute auf ber Reeperbahn unb auf der Oktoberwiese nur noch angesäuselter Weise in solche Buben, unb kein kindlicher Schauer pflegt sich mehr einzustellen, höchstens fatale Ernüchte­rung.

Und nun habe ich im Valentin-Museum dieses prickelnbe Gruseln doch roieber erlebt! Unb auf eine ganz neue, erwachsene, sozusagen reifere Art unb Weise... Schon ber Eingang ist ein Rätsel: dun­kel, stockfinster, man sieht nicht vorne unb nicht hinten unb weiß nicht aus noch ein. Was ist denn los, ist bas Absicht ober Zufall, ist bie 'Leitung kaputt, ober? Da knipst Valentin eine Taschen- laterne an, unb wir finben unb betreten ben Aus­zug, ber fnatternb unb zitternb fünfzehn Meter tief in bie geheimnisvollen Katakomben hinabrassett. Unten umfängt uns Kühle, nun natür­lich, wegen der Tiefe. Keller sind immer kühl. Aber wird es nicht sonst je näher dem Erdinneren, um so wärmer? Wenn schon, von Valentin kann man keine naturwissenschaftliche Logik verlangen. Dem ist zuzutrauen, daß dieser Keller sich auf dem Dach­boden befindet.

Ueberrascht bin ich von der kolossalischen Ausdeh­nung der unterirdischen Räumlichkeiten und den zahlreichen Abteilungen, es sind minde­stens zwanzig, die ich langsam, schauend, sinnend, betrachtend, staunend, grübelnd, kopfschüttelnd, lachend und prustend durchwandle: ich falle aus einer Verblüffung in die andere und kenne mich überhaupt nicht mehr aus. Schaffot, Raritäten­kabinett,wertvolle archäologifcheAus- grabunge n", eine Marmorstatue kippt um und will mich erschlagen, Kerker, Hexenturm, der Motorradmeister Henne, eine Gefängniszelle, aus der der Sträfling geflüchtet ist, eine leere, ganz leere Zelle, kein Gefangener drin, denn er ist ja ge­flohen; die Loreley, dreitausend Jahre alt wie Frauen im Alter von dreitausend Jahren aussehen werden, das sollten sie sich lieber nicht ansehen, ober vielleicht boch? Der Anblick derhundertjäh­rigen Frau in jungen Jahren" ist jeden­falls erfreulicher...

Ich komme aus bem Lachen nicht heraus unb dabei wirb mir immer ernster zumute. Hunbert Fragen sausen mir burchs Hirn unb wollen auf bie Zunge, aber ich frage nichts, ich werde mich doch nicht blankeren, nur langsam, ich komm schon da­hinter! Und da hab ich's: andere Museen sind sehenswert dieses ist denkenswert! Nur nicht auf so einfache, bequeme Art.

0,50 bis 1 v. H. gebesserten Kursen zum Ausdruck kam. Mannesmann 105,75 nach 103,75, Hoesch 107 nach 106,25, Verein. Stahl 101,25 nach 100, Moenus 123,50 nach 123,25, IG. Farben 148,50 nach 148,13, AEG. 108,75 nach 107,65, Adlerwerke 104,50 nach 104,25. Nach Minus-Ankündigung notierten Scheide­anstalt 8 v. H. niedriger mit 202, ferner nach Pause Goldschmidt mit 128 (130,75) und Hanfwerke Füssen mit 122,25 (125).

Der Freiverkehr lag ruhia. Man nannte Dingler mit 87, Katz & Klumpp schwächer mit 97 (99) und Growag mit 74 bis 76 (zuletzt 78,50). Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.

Abendbörse erholt.

In Anpassung an den teilweise wesentlich höheren Berliner Schluß brachte die Abendbörse bei etwas freundlicherer Grundstimmung überwiegend weitere Erholungen. Die Umsätze waren nicht groß, ebenso gestalteten sich die Kurse vielfach noch recht unein­heitlich. Auf bem höheren Stanb zeigte sich bereits roieber einiges Angebot. Stärkere Abweichungen als um Bruchteile eines Prozentes erfuhren zunächst nach oben Scheibeanstalt mit 204 (202), Rheinstahl mit 132,50 (131,25), Schuckert mit 161,75 (160), Junghans mit 108,50 (106,50), Deutsche Erdöl mit 120 (119), BMW. mit 140 (139), Demag mit 138 (137) unb Verein. Stahl mit 102 (101,25), anderer- seits gingen MAN. auf 118,75 (120) mehr zurück. Mannesmann bröckelten 0,25 v. H. ab auf 105,50 unb Farbenindustrie um 0,13 v. H. auf 148,40. Im übrigen notierten Ablerwerke unverändert 104,50, Metallgesellschaft unoeränbert 122, Mvenus unver­ändert 123,50, VDM. unoeränbert 160, AG. für Verkehr unoeränbert 117, Bemberg 125,25 (124,50), Licht & Kraft 132,25 (131,50), Gesfürel 130 (129,50) und Rheinmetall 125 (124,75). Am Einheitsmarkt ermäßigten sich Frankvna Versicherung auf 121 (123). Der Rentenmarkt lag still, Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. niedriger mit 122,40, Farben-Bonds un­verändert 120,25, 4,50 v. H. Heidelberg unverändert 98 und Kommunal-Umschuldung unverändert 94,50.

Frankfurter Schlachtvlehmarkt.

Frankfurt a. M., 4. Aug. Austrieb: Rinder 785 (gegen 1136 am 28. Juli), darunter 185 (232)

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