Ausgabe 
5.8.1938
 
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VDN-Obergau richtet seine erste Werffchule ein

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(Nachdruck verboten!)

17. Fortsetzung

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festgelegten Erntebezirken verfügt.

In geschlossenen Zügen und Trupps werden in diesem Jahre die Männer des Reichsarbeitsdienstes in den einzelnen Erntebezirken tätig sein. Zehn Stunden am Tag werden sie den Bauern draußen auf den Feldern helfen, die Ernte zu bergen. Die übrigen Stunden sind der Arbeit an ihrer Aus­bildung gewidmet im Sinne des Wortes unseres Führers:Der Reichsarbeitsdienst wirb die Erzie­hungsschule der Nation sein." Unterricht, Leibes­erziehung, Ordnungsübungen werden auch während der Erntehilfe bei den Männern des Reichsarbeits­dienstes gepflegt werden; die bewußte Unterbringung in geschlossenen Zügen und Trupps wird den Ge­danken des gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens in den Lagern auch draußen auf den Dörfern fort­führen. Und wenn eines Abends alle Bewohner des Dorfes zu einer Feierstunde des Reichsarbeits­dienstes eingeladen werden, dann wollen die Män­ner .mit ihren Bauern zusammen nach harter Tages­arbeit frohe Stunden in freudiger Gemeinschaft er­leben und ihnen etwas vermitteln von dem Geist, der in ihren Lagern herrscht.

äugen mit einem spöttischen Lächeln zu erwidern und ihmden Krempel vor die Füße <

rasse aufhalten. Es ist selbstverständlich, daß die wohnliche Ausgestaltung der Schule von den Mä­dels selbst vorgenommen wird; diese Räume sollen einmal als schönster Beweis für ihre Arbeit und

Sonntag, 7. August, treffen wir uns zum F ü h - rerinnen-Fünfkampf um 8.30 Uhr auf dem Universitätsportplatz. Wer dafür in Frage kommt,

Dornotizen.

Tageskalender für Freitag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Eine Frau kommt in die Tropen"; Spätvorstellung, 22.45 Uhr:Das Geheimnis der Marneschlacht" undVolk an der Front".

DOM.- u.ZM.-tlntergau 116 Gießen

Aus der engeren Heimat.

Aufbau und Deeschönerungsarbeiten in Lich.

} Lich, 4. Aug. Unsere Stadt hat in diesen Wochen starken Fremdenverkehr aufzu­weisen. Die Gäste sind meist aus größeren Städten. Daß unter diesen Umständen das W a l d sch w i m m- bad täglich Massenbesuch aufweisen kann, liegt auf der Hand. Allabendlich treffen auch aus unserer Nachbarstadt Gießen und aus den umliegenden Dör­fern zahlreicheStammgäste" im Bad ein, so daß die Parkplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder stark belegt sind.

Der vom Verkehrsverein angeregte Blumen­schmuckwettbewerb hat viele Blumenfreunde auf den Plan gerufen. In den Haupt- und den Nebenstraßen tragen viele Häuser, Fenster und Schauläden reichen Blumenschmuck und bieten da» , mit für Einheimische und Fremde ein schönes Bild.

Am Stadteingang vom Bahnhof aus, direkt vor dem Wall, wurden in den letzten Tagen Verschönerungsarbeiten vorgenommen, die von den Einwohnern begrüßt werden. Der häßliche Schutt­platz ist verschwunden. Die jetzige neue Anlage, die mit einer Mauer und sauberem Holzspalier einge­friedigt wurde, macht einen freundlichen Eindruck und trägt wesentlich zur Hebung des Stadtbildes bei.

Für die Pächter des jetzt st ä d t i s ch e n Hop­fengartens, direkt hinter dem Wall, wurde die Möglichkeit geschaffen, ihre Gärten durch eine neue Eingangstür zu erreichen. Die Jahrhunderte alte Mauer danach nennen die Einwohner den gro­ßen Garten auchMauerngarten" blieb in ihrer Art erhalten, wie seither. Die alte eiserne Tür in der Mauer wurde nur von dem ehemaligen Wall­aufgang nach den Gärten zu verschoben, so daß das alte Bild eigentlich kaum verändert hat.

Im Schloßgarten wurden ebenfalls Ver­besserungen vorgenommen. An Stelle derrunden Bank", die mit dem Sturz der alten Eiche ver­schwand, wurden auf dem wenige Meter entfern­ten Hügel, inmitten der reizenden Ziersträucher, neue Bänke aufgestellt. Auch sie seien dem Schutz der Schloßgartenbesucher empfohlen.

Um jederzeit für Baulustige genügend Bauge­lände zur Verfügung zu haben, läßt die Stadtver­waltung gegenwärtig eine neue Straße für Bauzwecke erschließen: die Ringstraße zwi­

er nur mit den Notariatsakten wollen? Hast du eine Ahnung?"

Heli zuckte mit den Schultern. ,Ach kann es mir nicht denken!"

Und was will er mit diesem Satz hier sagen? Wieso ist es zu eurem Vorteil, wenn ich bei Fräu­lein Mertens Erfolg habe?"

Da nahm Heli den Bruder an den Schultern, drehte ihn zu sich herum und sah ihm in die Augen. Du bist schon wirklich ein Muster aller Tugenden! Man könnte wunder was anstellen, und du würdest es nicht merken. Weil ich nämlich geschworen habe, ihn nicht eher zu heiraten, als bis du versorgt bist. Toni weiß, daß ich solange bei dir bleibe, bis eine andere Frau an meine Stelle tritt."

Peter wußte nicht gleich, was er antworten sollte, so sehr überwältigte ihn die überraschende Neuigkeit, so sehr ergriff ihn ihr schlichtes Bekennt­nis, ihr Opfer.

Aber" versuchte er es, kam jedoch nicht wei­ter, da griff er sich kurzerhand Helis Kopf und küßte sie einige Male nachdrücklich auf den Mund.

Verdammte kleine Kröte!" polterte er, um feine aufsteigende Rührung zu verbergen.Du hast ihn also doch noch kleingekriegt. Na, mir soll es recht sein! Aber womit will er dich denn ernähren?"

Heli beichtete ihm, welche Pläne Toni im Kopfe hatte.

Wenn es ihm mit dir ernst ist, wird er es schaffen."

Heli reckte sich.Ich würde ihm nicht raten, daß er sich mit mir einen Spaß erlaubt."

20.

Man hätte meinen können, daß Gisela am Mon­tag nichts Eiligeres zu tun hatte, als vor Herrn Hasfelschwert hinzutreten, den Blick seiner Frosch-

Gruppensportwartinnen bringen Schleuderball, Bandmaß und Stoppuhr mit.

Nach dem Wettkampf findet Besprechung niitber Untergousührerin statt. Erscheinen ist also für alle Pflicht, auch wer den Fünfkampf nicht ^mitmacht.

** Beförderungen bei der Justiz. Die Kanzlisten bei dem Amtsgericht Gießen Heinrich Blum, Ernst Felsing, Karl Fett, Ludwig Fett, Otto Mattern, Karl P i tz und Otto Wahl wurden mit Wirkung vom 1. Mai 1938 zu

Ausrichtung sprechen.

Wenn die Schule am 25. August ihren ersten Lehrgang eröffnet, dann ist dies nicht zuletzt die erfolgreiche Krönung jahrelanger Arbeit, die nun das Ziel erreicht hat: die systematische Schulung und Ausrichtung von Referentinnen und Führerin­nen auf allen Gebieten der Werkarbeit zu ge­währleisten. Fachkräfte, die alle Zweige kunstge­werblicher und einfacher Handarbeit beherrschen, führen die Mädel nicht nur an die verschiedenen Techniken heran, sondern werden sich auch be­mühen, sie zu Materiolkenntnis, Stilsicherheit und eigenschöpferischem Arbeiten zu erziehen. Dabei wird der Jnteressenkreis möglichst weit gespannt. Gerade die Aufgaben, die dem BDM.-Werk Glaube und Schönheit" gestellt sind, verlangen die Beschäftigung mit allen Fragen der Wohn- und Roumkultur, der Kleidung und häuslichen Werkarbeit. In enger Verbindung mit den Kunst­gewerbeschulen, einschlägigen Firmen, durch Besich­tigung und Vorträge wird den Teilnehmerinnen der Lehrgänge das nahegebracht, was sie zur Aus­gestaltung ihrer persönlichen Umgebung, wie als künftige Hausfrauen interessieren muß.

Von zentraler Stelle aus wird der Einsatz Reichsarbeitsdienstes gelenkt. Die Führung des Ar­beitsgaues XXV, Hessen-Sud, hat rrtit den Kreis- und Bezirksbauernführern die Notwendigkeit des Einsatzes in den einzelnen Gemeinden besprochen. Don dieser Stelle aus wurde der Plan festgelegt, nach dem der Einsatz geschieht. Die Ortsbauernführer regeln mit ihren Kreisbauernführern die benötigten Einfaßstärken, und von der zentralen Stelle des Arbeitsgaues aus wird der Einsatz in den bereits

Zwei hinier Gisela.

Vornan von Hans Hirthamnier.

Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdou/Sa.

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Oie Partei Hilst bei her Ernte

Anordnung des Stellvertreters des Führers.

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Sache?" Er griff zum zehnten Male nach dem Brief der Erdöl-AG.

Sehr geehrter Herr Stoll!" schrieb man ihm.

Wir haben die von Ihnen eingereichten Unter­lagen von unserem wissenschaftlichen Laboratorium sorgfältig prüfen lassen und sind heute in der Lage, Sie von dem Ergebnis der Prüfung zu unterrich­ten. Nach der Ueberzeugung unserer Experten stellt IhrPetrolon" tatsächlich eine praktisch durchaus verwendbare Erfindung bar.

Da mir uns voraussichtlich entschließen werben, uns bie alleinigen Herstellungsrechte IhresPetro- lons" zu sichern, wäre es wohl am besten, wenn wir in einer münblichen Besprechung alle einschlä­gigen Fragen zur Vorbereitung ber mit Ihnen ab- zuschließenden Verträge behandeln würden.

Wir haben für morgen abend sechs Uhr eine Auf­sichtsratssitzung festgelegt, in der Ihre Angelegen­heit zur Sprache kommen wird. Wir möchten diese Gelegenheit benützen, Sie den Herren unseres Auf­sichtsrats vorzustellen und rechnen deshalb bestimmt mit Ihrer Anwesenheit, zumal sich im Laufe der Diskussion wohl verschiedene technische Fragen er­geben werden, die Sie selbst den Heren am öeften beantworten können.

Im Anschluß an Sie Sitzung würden wir Ihnen dann gern zur Erörterung der vertraglichen An­gelegenheiten zur Verfügung stehen.

In der Erwartung, Sie morgen um sechs Uhr bei uns begrüßen zu dürfen, zeichnen wir

mit deutschem Gruß

Erdöl - AG."

Eine seine Sache! Meinst du nicht auch?"

Es ist der Sieg deiner Arbeit, Peterle!" sagte Heli und drückte ihm glücklich die Hand.

Unserer Arbeit, Heli! Denn wie hätte lch es schaffen können, wenn du mir nicht geholfen hät­test? Wenn du nicht immer wieder die größten Opfer für mich gebracht hättest?"

Mach doch fein solches Wesen darum!" lachte Heli, aber es war ihr anzumerken, daß sie auf feine Anerkennung stolz mar.

Vielleicht ist Fräulein Mertens noch da, wenn ich zurückkomme. Das märe schön. Versuche sie jedenfalls so lange wie möglich festzuhalten!"

Ich will es versuchen. Mache nur du deine Sache gut. Es geht um den Lohn deiner Arbeit, um deine Zukunft, Peterle!"

Hab keine Sorge! Ich werde mir einen Vertrag erkämpfen, der nicht von Pappe ist. Hat Toni noch nichts hören lassen?"

Aber Peter, du weißt doch, mie schreibfaul er

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mißzuoerstehen.

Welker hatte inzwischen feine Frechheit wieder­gefunden.Wieso, wenn ich krank bin, bin ich krank, das sind doch die Folgen von meinem Unfall. Der Doktor ist auch ber Meinung, daß die Schmerzen von dem früheren Unfall kommen."Also hör mal zu, du Drückeberger, halte uns doch nicht für doof, wir kennen dich besser als ber Doktor, der weiß leider nicht, was für ein faules Stinktier du bist." Was, ich doof, ihr seid doof, solange mir bie Kasse bezahlt, werbe ich krank. Wenn ihr es nicht auch jo macht, seib ihr selbst barem schuld."

Das durfte nicht kämmen. Karl Müller steht in seiner ganzen Größe und Breite auf, greift den Welker beim Kragen und schüttelt ihn, daß ihm Hören und Sehen vergeht.Was haft du gesagt, wir sollen es auch so machen wie du, für was hältst bu uns eigentlich, von wem kommt benn das Geld in den Krankenkassen, von uns, die wir arbeiten, ja, von uns allen, wenn wir also so denken würden wie bu, bu ..." Dor Erregung bringt Müller kein Wart mehr heraus. Noch immer hat er den Welker beim Kragen. Dieser wird langsam blau im Gesicht, da springen bie anbern auf und trennen bie beiden. Bleich taumelt der Welker gegen die Wand. Karl Müller hat sich wieder gefaßt und geht nochmals auf Welker zu.Also, daß *" w

hier bin, hört das mit dem Krankwerben auf, ver-

Frau Dorothea mußte ihm recht geben.Schön, lassen wir's." Sie rief bas Mäbchen.Du trinkst doch eine Taffe Kaffee mit?"

Gern? Doch wir wollen vorher das Geschäftliche erledigen. Du wirst dir schon denken können, was mich zu so früher Stunde zu dir führt!"

Frau Malicks Gesicht verzog sich zu einer säuer­lichen Grimasse.Wie denn? Brauchst bu etwa schon wieder Geld?"

Schon wieder ist gut! Soviel ich weiß, hast bu mir außer der * ersten Zahlung noch nichts ge­geben. Der Wochenendausflug nach Frankfurt hat ein großes Loch in meine Brieftasche gerissen."

Mußte es benn gleich so weit sein? Nach Pots­dam ober nach Strausberg wäre es billiger ge­wesen."

Ich verstehe bich nicht! Man mußte doch dem Madel imponieren! Man muhte doch zeigen, was man sich leisten kann! Und ich denke, daß mir der Erfolg recht gegeben hat."

Nun ja! Wieviel brauchst du denn?"

Hm!" meinte Radegast und dachte angestrengt nach. Alles in allem sagen wir tausend!"

Du bist wohl nicht recht gescheit?"

Wieso? Vergiß nicht, daß ich von jetzt ab auch für mein Fräulein Braut zu sorgen habe. Sie wird ihre Stellung kündigen, man muß ihr ein Wohnung einrichten, muß ihre Garderobe vervollständigen. Und dann ist da noch dieser Blödsinn, den sie sich in den Kopf gesetzt hat, dieses kunstgewerbliche Zeugs auch das kostet Geld. Also rucke nur ruhig her­aus mit den Moneten. Als künftige Herrin von Lautenbrunn wirst du es wohl riskieren können."

19.

Peter Stoll tobte. Er hatte dem Dienstag mit ber freubigften Erwartung entgegengesehen, er hatte sich schon bie herrlichsten Pläne zurechtgelegt und nun mußte ihm bas bazwischenkommen.

Du tust ja gerabe, als wenn es weiß Gott was für ein Unglück wäre!. Tröste dich boch! Fräu­lein Mertens wirb ja gewiß noch öfter zu uns kommen!"

Na ja!" stimmte Peter widerstrebend zu. Aber sag mal, Heli, wie denkst du über diese

standen, sonst ..." Welker hat sehr gut verstanden. Er ist jetzt im Bilde.

Solche und viele ähnliche Geschichten erzählt uns das Leben, der Alltag selbst. Man soll nicht mit dem heiligen Besitz der Gesundheit spielen, um sich einen faulen Tag zu machen. Die Pflege der Gesundheit des einzelnen, die es zu schützen und zu hüten gibt, macht erst seinen Dienst für bie Gemeinschaft wert­voll, so wie es die Jugend in der Schule heute lernt durch denHilf mit!" WettbewerbVolks­gemeinschaft Schicksalsgemeinfchaft", nämlich 23er- antwortung zu tragen durch gesittetes Leben und die Pflege ber Gefunbheit als heiligen Besitz un­seres Volkes. T. F.

NSG. Seit Wochen wird in einem geräumigen Landhaus unweit von Urberach gearbeitet. Im vergangenen Sommer war es noch ein Freizeit­lager des Untergaues Offenbach, nun wird cs einer neuen Bestimmung zugeführt: der Obergau Hessen-Nassau richtet hier feine erste Werk­schule ein.

Schon ist die Außenfront überholt. Helle Mauern hat der stattliche, dunkel getäfelte Bau, den weite Garten- und Parkanlagen vom Lärm der Außen­welt abschließen. Ruhige Säulenbogen, von reichem Grün umrankt, offnen sich zum Eingang; eine sonnige Terrasse führt in den Park. Aber auch sonst ist viel Licht in den Räumen, die schon in wenigen Wochen bewohnt werden. Mit hohen Fenstern und Türen rückt der Web- und Nähraum fast in den Garten; ber kleine tamiliäre Aufenthaltsraum münbet auf bie Terrasse. Ein eingebauter Glas- schrank trennt ben kühlen Speise- und Gemein- schaftsraum vom Websaal. Für die Werkarbeit selbst steht ein heller Raum nach dem Garten zur 23 er- fügung, ein zweiter im Erdgeschoß, und für schöne Tage ein kleiner Vorplatz. Für die Schlafzimmer im ersten und zweiten Stockwerk werden eben freundliche Tapeten ausgesucht. Hier ist reichlich Platz für 30 Mädel und die Schulleitung, ein ge­räumiges Bad und ein Krankenzimmer. In Muse- ftunben wird man sich gerne auf ber oberen Ter-

nach Eins vorgerückt. Karl Müller kann von seinem Platz aus die Uhr sehen. Er wendet sich zu dem im Wagen arbeitenden Peter.

Es ist Zeit, daß du zu deinem Uebergang gehst." Peter sieht, daß es wirklich höchste Zeit ist. Um 1.28 Uhr kommt derFrankfurtBasel" und vier Minuten später derOrient". In diesen vier Minuten muß er bie Postsäcke aus demFrank­furtBasel" ausgeladen, mit einem Karren vom Bahnsteig 2 auf Bahnsteig 5 gefahren und in ben Orient" eingelaben haben, ber 1.36 Uhr mieber abfährt. Wenn berFrankfurtBasel" Verspätung hat, wenn außergewöhnlich viel Post auszuladen ist, wenn ... Eine MengeWenns", die den Ueber­gang 32 beinahe jedesmal zu einer Hetzjaad machen. Peter Dechtel holt sich den Neuen und geht mit ihm nach Bahnsteig 2 ...

Natürlich hat derFrankfurtBasel" Verspätung. Zwei kostbare Minuten. Es kann aber noch reichen. In höchster Eile werden die schweren Säcke auf ben Hanbkarren verlaben. Der Neue erhält ben Auftrag, ben Karren sofort nach Bahnsteig 5 zu fahren. Peter rast zum Aufsichtführenden, um dort bie Wertsachenpost zu holen. Rechtzeitig kommt er auf Bahnsteig 5 an, gerabe als derOrient" ein­fährt. Aber wo ist ber Neue mit den Postsäcken? Nirgends ist er zu sehen. Schon ist der kurze Aufenthalt zu Ende, derOrient" fährt an, da kommt der Neue endlich. Zu spät! Peter Dechtel schimpft und flucht, aber zu ändern ist nichts mehr. Der Neue hatte den Wagen auf den falschen Bahn­steig gefahren. Das gibt eine dicke Meldung und dies alles, weil ber Welker wieder einmalkrank" ist und sich einen Deubel darum kümmert, wie sein Arbeitskamerad mit dem Uebergang fertig wird ...

Acht Tage später ist derWelker wieder gesund. Es ist 4 Uhr morgens. Vier große Wagen sind schon ausgeladen. Nun geht es in die Kantine zur Vesperpause. Heute ist es unnatürlich still am Tisch.

Da unterbricht Karl Müller die Stille.Sag mal, Welker, wann wirst du wieder krank, das interessiert uns." Alle schauen gespannt zu den bei­den herüber.Krank, krank ..." Welker ist über bieje Frage verblüfft und stottert verlegen.Also, ich möchte dir hiermit sagen, daß es so nicht weiter geht. Entweder du arbeitest hier, wie wir andern auch, oder ..." Die Handbewegung, die Karl Mül­ler bei dem Wörtchenober" machte, war nicht

ist. Ich bin selbst schon neugierig, was er in Bres­lau auskunbschaften wirb."

Toni Kinblmann war nach Hause gefahren. Er wollte bort versuchen, gewisse Dinge, die Herrn Radegast betrafen, in Erfahrung zu bringen. Er wallte vor allem versuchen, bie Beweggründe zu erforschen, bie Herrn Radegast veranlaßten, sich mit solcher Hartnäckigkeit um Fräulein Mertens zu be­mühen". Denn daß diese Beweggründe völlig Harm- loser Natur seien, daß sie lediglich der Sehnsucht eines in Liebe entflammten Herzens entspringen sollten, wollte den drei Verschworenen nicht recht in ben Sinn. Rabegasts ganzes Wesen, wie Toni Kinblmann es aus feiner Erinnerung geschildert hatte, sprach gegen eine solche Deutung. Dor allem bie unerquickliche Szene im russischen Restaurant!

Im übrigen wurde der Dorwurf bezüglich Tonis Schreibweise schon am anderen Morgen durch einen Brief aus Breslau widerlegt. Er war zwar nicht überwältigend lang, aber es war immerhin ein Lebenszeichen.

Meine liebste Heli!" las Peter zu feiner Ver­blüffung. Er blickte feine Schwester verdächtig von der Seite an.Wie kommt der Lausebengel dazu, dich .Liebste Heli* zu nennen?"

Dti kennst doch seine Art! Lies nur weiter!"

Peter las weiter:Bin wohlbehalten in Breslau angekommen unb von meinem alten Herrn mit eini­ger llebcrrafdjung, wenn auch nicht gerabe un­freundlich aufgenommen worden.

Heber Radegast habe ich etwas ausgesprochen Nachteiliges bisher nicht erfahren können. Wir haben also vorerst noch keine Tatsachen, um ihm Fräulein Mertens abspenstig zu machen. Peter muß schon versuchen, durch seine leider nur spär­lichen persönlichen Reize den Nebenbuhler aus dem Feld zu schlagen. Steh ihm doch ein bißchen bei, damit er ein wenig vorwärts kommt. Schließlich ist es ja auch zu unserem Vorteil.

Leider verweigert mir mein Vater bie Einsicht in die Notariatsakten, und da ich ihm keinen Grund für meine Neugierde nennen kann, werde ich bei Gelegenheit eine List gebrauchen müssen.

Genug für diesmal. Grüße an Peter! Unb einen lieben Kuß von Deinem Toni."

Ist ber Kerl verrückt geworden? Einen Kuß wagt er dir anzubieten?"

Das ist doch weiter nicht schlimm! Auf dem Pa­pier, ich bitte dich!"

Na, na, na, mir scheint, ich werbe besser auf meine Schwester aufpaffen müssen!"

Mir scheint auch. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät!"

Jage mir keine Angst ein, Heli! Was mag

fachschaft Deutscher Werbefachleute imAuerhahn" ihre Monatsoersammlung ab. Nach Begrüßung durch den Ortsfachgruppenleiter hielt Pg. Kollege Kern einen Vortrag über die neuzubildenden Ar­beitsgemeinschaften innerhalb ber einzelnen Orts­gruppen. Er betonte, daß Zweck und Ziel dieser Arbeitsgemeinschaften Berufsförderung und Lei- ftungssteigerung sein sollen. Die Werbefachleute müßten in allen Gebieten ber Werbung eingefchult fein, um den erhöhten Ansprüchen unserer Wirt­schaft gewachsen zu sein. Die Richtlinien zu dieser Arbeitsgemeinschaft werden einheitlich von ber Reichsfachschaft festgelegt. Sie sollen zugleich eine Vorschulung sein für bie spätere Prüfung an ber Höheren Reichswerdefchule. Pg. Kern schloß, seine Ausführungen mit der Bitte um rege Beteiligung an ber Arbeitsgemeinschaft. Nach Erlebigung einiger organisatorischer Fragen schloß der Ortsfachgruppen- leiter Briola bie Versammlung in üblicher Weise.

** Mit b e m Auto gegen den Schran» fenbaum. Gestern ereignete sich am Eisenbahn­übergang Licher Straße ein Unfall. Ein Auto fuhr gegen bie Schranke unb verbog babei einen der Schrankenbäume, so daß er nicht mehr zu bedienen war unb ausgewechselt werben mußte. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaben.

3um Leiter

der Mainzer Kinderklinik berufen.

Wie wir hören, wirb ber Oberarzt an der Unioer« sitäts-Kinberklinik in Gießen, Professor Dr. Frick, vom 15. August 1938 ab die Leitung der Kinder­klinik des Städtischen Krankenhauses in Mainz über­nehmen. Damit tritt er das Amt an, das bisher der jetzige neue Leiter der Universitäts-Kinderklinik in Gießen, Professor Dr. Keller, innegehabt hat.

Tausendmal hatte sie sich diesen Augenblick aus- gemalt, tausendmal hatte sie sich die Worte vorge­sprochen, bie sie ihm sagen würde.

Und nun kam sie ins Büro wie immer, legte die Zigarren auf den Schreibtisch, setzte sich an ihre Maschine und dachte nicht daran, die halbe Zusage zu verwirklichen, die sie Herrn Radegast, die sie Walter gegeben hatte.

Es war ihr, als sei mit dem Beginn des Alltags alles wieder anders geworden, als sei der bunte Schleier zerrissen, der ihren Blick und ihr Urteil getrübt hatte.

War es nicht so, daß sie sich von dem Erlebnis dieser Reise hatte bestechen lassen? Daß sie diesen Mann mit einem Glorienschein umgeben hatte, den er nicht besaß? (Fortsetzung folgt.)

D3tB. Der Stellvertreter des Führers weift, wie die ItSfi. meldet, in einem parteiinternen Erlaß darauf hin, daß die restlose Einbringung der Ernte nicht am Fehlen von Erntehelfern scheitern dürfe. Den Hoheitsträgern der JlSD21p. wird aufgegeben, erforderlichenfalls sofort in Verbindung mit den Bauernführern den freiwilligen Ernte­einsatz möglichst vieler Angehöriger der Partei und aller in Frage kom­menden Verbände und Vereine zu organisieren. Die Führer der Parteigliederungen werden vom Stellvertreter des Führers angewiesen, bis zur restlichen Bergung der Ernte den Einsatz der ihnen unterstellten Einheiten im Rahmen des freiwilligen Ernteeinsatzes vorzunehmen.

Reichsarbettsdienst einsatzbereit.

NSG. Der Einsatz des Reichsarbeitsdienstes zur Erntezeit ist total unb umfaßt alle Gebiete des deutschen Landes. Nie wird seine weitgreifende helfende Hand dort fein, wo die Arbeit auf den Felbern nur persönlichen Zwecken bienen soll, aber Überall bort wirb seine ganze Organisation in ihrer vollen Reichweite zur Hilfeleistung da sein, wo in Zeiten bes Höchstbedarfs an Kräften der deutsche Bauer in Not ist, seine Ernte heimzubringen. Dort wird er fein, wo ein volkswirtschaftlicher Notstand rascheste Hilfe fordert, andernfalls bie Früchte des Bodens verderben würben.

uniDeriuariporrpiag. Lver vasur m yruye lununt,. Justizassistenten ernannt.

weiß schon durch feine Gruppenführerin Bescheib. **Versammlungder Werbefachleute. Es gilt für ben gesamten Untergau. Die Gießener I Man berichtet uns: Am Mittwoch hielt die Reichs-