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es leuchten vor dem Auge des Fernsehbildbeschauers
Aus der Stadt Gießen
Wirklichkeit geworden...
D?e Arbeit hat an dem zweiten Wagen schon begonnen. Inzwischen ist der Uhrzeiger auf zwanzig
den Kerl nicht leiden", gibt Karl Müller zur Ant- 1 .wenn er doch einmal richtig krank werden
eine rotierende Scheibe, deren spiralförmig angeordneten Ausschnitte das zu übertragende Bild mit einer Geschwindigkeit „abtasten", d. h. in die notwendige Anzahl von Punkten zerlegen wie es für den gedachten Zweck erforderlich ist- Die Nipkorw Scheibe wird im Fernsehbetrieb z. T. heute noch
in einer Sekunde rund eine Million Lichtpunkte auf, die die Netzhaut infolge ihrer „Trägheit nicht als Einzelpunkte wahrnehmen kann, sondern als ein geschlossenes und noch dazu bewegtes Bild aus- nimmt! — Für den Fernsehrundfunk aber ift m- zwischen bereits das 4 4 1 3 e i l i g e ge
schaffen worden, bei dem in einer Sekunde 25X150 000 Bildpunkte erzielt werden. Infolgedessen ist es nun möglich, durch sogenannte Motz- bildempfänqer Fernsehdarbietungen in einer Bildgröße von zunächst 100X125 Zentimeter einem Kreis von etwa 100 Personen auf einmal vorzuführen. Und so entrollt sich uns etwa das folgende, schon in allerkürzester Zeit mögliche Zukunftsbild:
Sagen wir: in Berlin und in München sind gleichgestimmte Menschen versammelt — eine Bereinigung von Wissenschaftlern, eine Versammlung von Künstlern— und durch eine GroßbilbAernseh- Sprechanlage miteinander verbunden Die boU Kilometer Entfernung zwischen den beiden Versammlungen ist zusammengeschrumpft auf eine leuchtende Wand, auf der die Berliner ihre Münchener Freunde und die Münchener ihre Berliner Freunde sehen können. Eine Tonanlage sorgt dazu für alle akustischen Erfordernisse: und so sicht man sich nicht nur, sondern hört sich auch. Man winkt sich zu ... ___ 1 r. . r- r ... fc. . Hl
Voraussichtlich im Herbst soll nach einer Bekanntgabe des Reichspostministeriums der Fernsehrund- unt — vorerst für die Reichshauptstudt — durch- qeqeben werden. Die Firmen, die sich mit dem Bau der Geräte für diesen kommenden Heim-Fernseh- rundsunk beschäftigen, stellen bereits auf der Großen Deutschen Rundfunkausstellung Heim-Fernsehempfänger aus. Hier zeigen wir einen solchen Projektionsempfänger, der ein sehr scharfes Bild erzeugt. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Problem zu lösen. Wie sollte man zeitlich nacheinander auftretende Bildpunkte so zusammen sitzen, daß sie ein vom Zeitablauf unabhängiges Bild ergaben, d. h. also gleichzeitig sichtbar wurden?
Die e Frage ist es, die den grundsätzlichen Unterschied zwischen einer, dem normalen Zeltablauf folgenden Tonübertragung und einer, den Zeitablauf überwindenden Bildübertragung aufzeigt und die also auch das oben gekennzeichnete Unterschied- machen zwischen Fernhören und Fernsehen rechts
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Für die Wiedergabeseite dagegen brachte erst um vieles später die Elektronenoptik die Lösung des Problems, jenes Vordringen bis an die geheimnisvolle Grenze zwischen Kraft und Stoff, wie wir sie in dem Vorhandensein jener winzigsten Bausteine der Materie, in den Elektronen, vor uns haben. — Die mit Hilfe der Nipkow-Scheibe abgetasteten und in elektrische Energien umgewandelten einzelnen Lichtpunkte eines Bildes werden — entweder drahtlos oder durch besondere Kabel — auf einen Elektronenstrahl übertragen, der in einem luftleeren Raum, der sogenannten Brauns ch e nR 0 h r e so gesteuert wird, daß er auf der Bild flache des Fernsehempfängers zeilenweise Lichtpunktchen ausleuchten läßt, die in ihren verschiedenen Helligketts- araben einerseits und in ihrer Zusammensetzung andererseits genau den vom Abtastgerat aufgenommenen Bildpunkten entsprechen.
Zeitschriften.
__ Die neueste Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" bringt als Einleitung den interessanten geopolitischen Artikel „Wan, ein Kraftfeld europäischer und asiatischer Weltpolit k mit Originalaufnahmen von Graf Castell. Es folgt der Beitrag „Segler der Lüfte im sicheren Port , der Bilder von Flughäfen in allen Teilen der Welt bringt. Dr. Rolf Hecker steuert einen^ aufschlußreichen Bildbericht „Aegyptische Polizei den Im Mittelpunkt der Nummer steht die Münchener Kunst- ausstellung 1938. „Meisterwerke deutscher Gegenwartskunst" sind auf den folgenden Seiten zu- sammengestellt: sie vermitteln ein Bild vom Reichtum der diesjährigen Großen Deutschen Kunsiaus- stellung. Naturkundlich interessant ist der Beitrag „Weihen über Moor und Bruch — „Etwas von Deutschlands unbekanntem Raubvogel".
In der heutigen Ausgabe beginnen wir in den Familienblättern mit dem Abdruck einer neuen Erzählung von E h e r r y k e a r t 0 n. dem Verfasser des schönen Buches „Die In el der 5 Millionen Pinguine , das wir vor einiger Zeit in der Unterhaltungsbeilage abdruckten; sie ist die ausgereifte Frucht aus 32 Wanderjahren des berühmten englischen Naturforschers im schwarzen Erdteil: „Pall ah. Ein Tierleben in afrikam- cher Wildnis." Das ist kein Roman, aber auch kein trockener Reisebericht, fonbern em farbiges, spannendes und erregendes Erleb- nisbuch. Die weite und unberührte Schönheit tropischer Landschaft. Geheimnis. Abenteuer und Schicksal im unermeßlichen Tierparabies machen den eigentümlichen Reiz und die schlichte Größe dieser Erzählung aus. deren Zauber sich niemand entziehen kann.
Das Wunder des Fernsehens.
Zur IS.Großen Deutschen Rundfunkausstellung in Berlin vom 5. bis ri. August.
Von Hans Knothe.
^°Di^ große Uhr zeigt VA Uhr an, als eine kleine Kolonne von Arbeitern auf den Bahnsteig heraustritt, die Nachtschicht. Fünf große Guterwagen stehen auf dem Paketbahnhof, bis an die Decke voll- geftapelt mit Kisten und Paketen. Bis zum Morgen müssen die Wagen leer sein. Helle starke Lampen flammen auf, Deichselwagen und Handkarren werden herangeführt. Der bienfthabende Beamte entfernt bie Verschlußplombe vom Wagen unb o fnet die Schiebetüren. Eine Lampe mit langem Kabel wird im Wagen aufgehängt, unb nun beginnt bie Arbeit.
Peter Dechtel muß heute bie Pakete aufheben, eine verdammt unangenehme Arbeit, Immer wie- ber bückt er sich zu ben Paketen und Kisten herunter, dann reicht er sie bem Karl Muller der unter ber Tür steht unb „sortiert^ Denn letzt schon werben bie Pakete nach ihren Bestimmungsorten auf bie verschobenen Hanbkarren verteilt. Am frühen Morgen können bie Pakete bann im Postwagen ber Personenzüge ihre Fahrt weiter fort-
f Zwar erscheint bie Lösung bes „Zeitproblems beim Fernsehen zunächst benkbar einfach. Ent- sprechenb ber in ber Kinematographie nutzbar gemachten Tatsache, baß ja bas menschliche Auge lene Trägheit besitzt, bie Lichteinbrücke nur m Zeiträumen über eine Zehntelsekunbe 3utrennen vermag, erschien es als eine selbstverstandl che Ge- qebenbeit, bie gesamten Punkte eines Fernsehbilds in weniger als einer Zehntelsekunbe zusammenzu- etzen und sie baburch wieber zu einem auch zeitlich geschlossenen Bilbeinbruck zu vereinigem
Nun ist es aber boch ein großer Unterschied, ob man — wie das in ber Kinematographie geschieht — eine Reihe von Bilbern so schnell an dem Auge des Betrachters vorüberführt, baß einzeln bargestellte Bewegungsphasen als scheinbare Bewegung wahrgenommen werben, ober ob man eine ungeheure Vielzahl von Punkten so schnell von bem Betrachter zusammensetzt, baß sie als em g e - fcbloff enes Bilb wahrnehmbar sind! Und zwar ist es sowohl bie Aufnahme- als auch bie Wiebergabeseite, bie hier in Betracht gezogen wer- ^De^Deutsche Paul Nipkow war es, ber für bie Bildzerlegung, b. h. für bie Fernsehdilb-Auf- nahfne, bie erfte brauchbare Losung fanb.
Hochschulnachnchten.
In Frankfurt ist Professor Dr. Wilhelm Pfeiffer-Belli, ber von 1920 bis 1933 bie Theater- Wissenschaft an ber Universität Frankfurt vertrat gestorben. Pfeiffer-Belli hat sich m seinen Arbeiten vornehmlich mit ben Aufführungen ber Dramen Goethes unb Schillers auf bem Frankfurter Theater beschäftigt.
Professor Dr. Hermann Kobolb in Kiel, ber Nestor ber beutschen Astronomen, wirb am 5. August 80 Jahre alt. 1886 begann Kobolb feine Lehrtätigkeit in Straßburg, wo er 1901 zum a_oW fessor ernannt würbe. 1902 folgte er als Professor für Astronomie einem Ruf an bie Universität Kiel. 1925, in feinem 67. Lebensjahr, wurde er von ben amtlichen Verpflichtungen entbunben. Seit 1907 gibt ber Gelehrte bie „Astronomischen Nachrichten heraus Kobolbs Arbeiten über bie Frage ber Eigenbewegung bes Sonnensystems würbe 1897 auf ber Brüsseler Weltausstellung preisgefront; auch erhielt er von ber Pariser Akabemie ber Wissenschaften ben Lalanbe-Preis. ..
Professor Dr. Friebrich Henke, der ehemalige Direktor bes B r e s l a u e r Pathologischen Universitäts-Instituts, ber 1935 in ben Ruhestanb trat, feiert am 5. August seinen 7 0. ®eburtsta 9-1898^gtng er als Dozent nach Breslau unb würbe 1906 äL o. Professor ber Pathologie nach Königsberg unb 1913 in gleicher Eigenschaft wieber nach Breslau berufen. Als Mitherausgeber bes Hanbbuchs ber pathologischen Anatomie unb Histologie ist er befonbers be» 1 Eannt geworben.
neben Hilde Kruger (Titelrolle) vor allem bie Koppenhöfer als eine ganz reale unb resolute Farmerfrau unb bie Körber, bie mit großer Einfühlung bie blinbe und dennoch merkwürdig hellsichtige Helene gibt, ein m schmerzlicher Resignation, wacher Sorge unb oufflackernber Hilfsbereitschaft sich verzehrenbes, empfinbliches Geschöpf Von ben Männergestalten zeigen neben Walbemar Leitgeb unb Volker von C o l lanb e Otto Wernicke unb Hans ßeibelt (dessen ym- pathischer Berliner Kommissur m ber „Morbsache Holm" uns noch in freundlicher Erinnerung ist) bas persönlichste Profil. Die Kameraleute Kurt Neubert und Carl Drews verdienen mit Anerkennung genannt zu werden. (Terra.)
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Im Beiprogramm findet man außer einem Kulturfilm die Ufa-Wochenschau mit interessanten unb aktuellen Bilbberichten. Hans Thynot.
Wiedersehen mit Salzburg.
Von Paul Alverdes.
Das August-Heft bes „Inneren Reiches bringt aus Anlaß ber biesjährigen Salzburger 'Festspiele einen Beitrag bes Herausgebers Paul Alverbes.
Als ich bas letztemal in Salzburg war, ist ber Anblick eines Wagens mit bem Wimpel des neuen Reiches für die meisten dort ein seltsamer Anblick gewesen. Damals waren bie Grenzen noch gesperrt, unb es hatte einer beförderen Erlaubnis beburft, um hinüber zu kommen. Nicht jur alle mag e ein erfreuenber Anblick gewesen fein. In ben Gassen drängten sich bie Feskspielbesucher aus vielen Lam bern9ber Erbe. Sie sahen nach bem Wimpel unb was banach an Blicken für ben Fahrer übrig blieb das machte feiten Lust, sie zu ermibern. Emer ber Fremben trat sogar vom Burgersteig herab unb erhob mit blitzenden Augen bie Faust zu einer Art
Grütze: Da- stille
ben in ben Augen ber Jungens aus ber Stabt bas kurze, stumme Neigen bes Hauptes unb manchmal auch bas Aufblitzen eines Lächelns unb den sikun- hArrLfonoHcm Blick bes Einverstanbniffes unb Ber- «LiL sost wi° bei heimlich L.-bend-n. Ader boch wollie ein Gefühl von Gram nicht schweigen Es^konnte boch keiner von uns, seit bem Cnbe des ®r;eae5 »umal, biefe Stabt betreten, unb bie Angesichter ihrer Menschen sehen unb ihre Stimmen hören, und bie Gasfenfronten aus- unb meberblirfen
Wenn man sich einmal fragt, weshalb eigentlich das Fernsehen in weit höherem Maße als Telephon, Rabiomusik unb sonstiges „Fernhören' für ein befonberes „Wunber ber Technik" gehalten wirb, so kommt man zu ber Uebergeugung, baß es «ch hier nicht bloß um jenes Staunen über bas Neueste", um bie ganz allgemeine unb übliche Be- munberung bes jüngsten Sieges menschlichen Er- finbergeistes allein yanbeln kann. — Was bem Nichtfachmann bie enblidje Erfüllung bes Fernfehtraumes fo befonbers anziehenb unb berounberungsmürbig macht, ist zu einem nicht geringen Teil jene gewiß laienhafte, barum aber nicht weniger berechtigte Erwägung, daß es eben boch ein großer, ja geradezu grunbfätzlicher Unterschieb sei, ob man Töne ober ob man 'Silber fernübertragt.
Töne: wir empfinben sie als etwas „Unstoff- üches", als etwas ber geheimnisvollen Elektrizität, mit Hilfe beren sie ber Runbfunk ober bas Telephon an unser Ohr trägt, Derwanbtes. Unb barum haben wir uns verhältnismäßig schnell mit einer, gewiß ganz allgemeinen, Vorstellung von bem Zusammenwirken elektrischer unb akustischer Phänomene gufriebengegeben unb betätigen heute bie Wählscheibe bes automatischen Fernsprechers ober die Schaltvorrichtungen unseres Runbfunkempfangs- gerätes genau so wie, nun, sagen wir: wie wir ben Hahn an ber Wasserleitung auf- unb Zubrehen.
Silber bagegen: wir oerbinben mit Bildern unwillkürlich bie Vorstellung von etwas „Stoff- • lichem", etwas Greifbar-Sichtbarem. — Wie kann man ein Bild genau fo wie eine Folge von Tonen auf die Funktionen elektrischer Wellen „emschrump- fen" lassen? So mag hier die laienhafte Fragestellung etwa lauten. Nicht ganz mit Unrecht. Ware bei der Fernübertragung bas optische Problem nicht ungleich schwieriger als bas akustische, bie Fernsehtechnik hätte, von ihren ersten grunbsatzlichen Erkenntnissen gerechnet, nicht ein halbes Jahrhunbert gebraucht, um zu einer praktischen Losung ber ihr gestellten Aufgabe, zu einem befnebtgenben Fernsehbild zu kommen. v ... . r. , , .
Worin besteht nun b a s Grundsätzliche bei der elektrischen Fernübertragung von Bilbern? 2).iele Frage beantwortet am besten eine Betrachtung derjenigen Funktionen, wie sie im menschlichen Auge zur „Erzeugung" eines Bilbes ftattfinben, jenes Vorganges, ber gewissermaßen aus einem „ftof liehen" Bild ein unstoffliche Lichterscheinung macht:
Durch die Pupillenlinse bes Augapfels fallt em Bild auf bie Netzhaut, deren Millionen feine Zäpfchen und Stäbchen es in Millionen allerkleinfte Lichtpunkte, Helle und weniger Helle, auflosen. Durch eine entsprechenbe Anzahl feinster Nervenstränge, die im Sehnerv wie in einem Kabel vereinigt find, werben biefe Lichtpünktchen wohlgeorbnet in bas Gehirn „übertragen", wo sie sich auf geheimnisvolle Weise wieber zu einem Bilb zusammensetzen unb als solches „zum Bewußtsein kommen".
Hier haben wir, in einem „natu r I i ch e n Bartz i I d", bas Wesen des Fernsehens: Em Bild mutz, entsprechend seiner verschiedenen Helligkeitswerte, m eine möglichst große Anzahl von „Punkten ausi gelöst werben. Diese Punkte müssen fernubertragen werben. Unb ber „Empfänger' muß die.Punkte bann wieber zusammensetzen so baß sie m ihrer Gesamtheit jenes Bild ergeben, das zu übertragen
Dieser Film, übrigens bie erste Regie arbeit des Berliner Intendanten und SchauspielersHar alb Paulsen, erscheint beipertenswert um Des Schauplatzes unb Lebensbezirkes willen m dem die Hanblung sich abspielt. Man befmbri sich auf einer beutschen Farm in Westafrika. Die Dmgesnb an Ort unb Stelle grünblich studiert unb sachlich wiedergegeben - das Drehbuch lieben Norbert Jacaues und Ph. L. Mayring — und man gewinnt ben Einbruch daß bas Leben m ben Tropen an und für sich merkwürdig sind interessant genug ist, um reichlich Stoff auch für den Film zu liefern ber obwohl bauernd auf der Suche nach neuen ' Möglichkeiten, sich, diesen Stoffkreis bisher nicht allzu häufig erschlossen hat. (Die enchlfche^ und amerikanischen Tropenfilme haUen f s motivisch einen Spezialakzen , der schon überdav eigentliche, stets und heute besonders aktuelle Them der Kolonien und Kolonisierung hnausfuhrie.^ Welch eine ^ülle von Problemen tut sich auf. man denk? etwa an bas Verhältnis ^on Erngeborenen und Europäern zueinander; an PH weißen Frau in ben Tropen; an ben SHfoboI an die Ernte und den Ausfuhrhandel (Stichworri Ko nentionalftrafe für nicht erngehaltene Liefern g fristen). Das alles wird hier anpebeutet ab r eben auch nur angebeutet, unb es ist schade« daß ausführlicher geschieht, baß alle b.ese Probleme mehr ober minber von einer Sp-elhanblung uver beckt werben, bie durchaus konventigne . und nach allerlei keineswegs zwanglosen Mot me rungen schließlich zum üblichen happy end whrri wir hätten auf bas zwischen Deutschlanb unb 4fr a^einanber vorbeigefahrene Brautpaar be fP weise gern verzichtet und sogar einen nicht 9 rosigen Ausgang glatt in Kauf 9enommen sich ber Film, ohne sich um „Handlung mHrabi, tionellen Sinne zu bemühen, auf das ^eoe , Arbeit und bie Aufgaben ba bruben beschranki hätte; bas ist an sich lehrreich genug unb heute vielleicht wichtiger als je zuvor. Harald P a u• 11 hat so sorgfältig unb ge chmackvoll Regie g f - wie man °s non ihm erwarten durftet der beste Gewinn seiner Inszenierung scheinen uns Die 9U und ungeschminkten Bilder vom Leben auf Farm unb mit ben Schwarzen zu sein; hier IP man etwas von ber Atmosphäre unb dem Dafem - rhythmus im bunflen Erbteil. Außerbem sieht man eine Reihe erfreulicher barstellerischer Leistungen.
bist hier in ber Frembe. . m
Unb boch sollte es eine Frembe sein; eine Grenze . war hinter einem Rücken, feit er alle bie unlieb- i samen Riten bei ihrer Ueberschreitung mit einem • störrischen Ingrimm hatte über sich ergehen lassen. Die Zollbeamten unb die Gendarmen vollends trugen eine frembe Uniform. SBerftörenberroeifc war sie zuweilen ben Uniformen nicht unähnlich, bie sich einstmals auf ber anberen Seite ber Front gezeigt hatten. Auch gab es unter bem Schirm ber Dienstmütze hervor hie unb ba ben unnahbar kühlen Amtsblick, ber bie Hanb, bie sich immer wieber heimlich ausstrecken wollte, befchämt wieber sinken machte.
Freilich, für wen etwa Belgarb in Pommern ober Templin in ber Uckermark auch em Stuck Heimat bebeuteten, ber durfte sich noch einmal fragen ob sein Anspruch nicht zu dreist sei, sich auch m 1'^r Stabt zu Hause zu fühlen Wenn sein Bück sich an ben heiter-stolzen Fronten ber Haffnergasse gesättigt hatte, so schienen ihm in ber Erinnerung bie nüchternen unb kargen Häuserzeilen bort oben atterbmgs einer ganz anberen Welt anzugehoren Trat er voll- enbs in einen ber stillen Höfe, fo fiten oor bem festlichen und anmutigen Spiel ber Fensterre.hen, vor ben schwelgenb schön getriebenen Türen unb bem Schmiebewerk ber Gitter, reich und zart zugleich wie Rankenwuchs, ein großartiges Zeitalter ber Vergangenheit selbst versammelt, Sehnsucht er- weckenb unb unerreichlich, bas iemen Anspruch zurückwies. Unb boch mochte es gerabe hier geschehen daß noch ber Schwengel eines alten Brunnens unb bie schöne Flamme eines Türbeschlages unb bie heitere Orbnung selber enblich ber Hauswanbe unb ber ©iebeffirfte ben einen Namen ganz unuberbor bar ins Gebächtms riefen, auf ben sich nun wohl auch ber Zuwanbernbe aus kargeren Bezirken Des Reiches bei feinem Zuhausegefühl berufen durfte, ben Namen Mozarts Denn es ist ja nicht anders, als baß jedes große Leben mit feinem vollbringen auch fein ganz Volk um einen neuen Begriff von sich selber unb um eine neue Würbe bereichert. Wenn Mozart beutsche Musik gemacht hat, so kann sich feitbem kein Deutscher, er komme woher auch immer, jenseits seiner Grenzen ober außerhalb bes Reiches fühlen in ber Stabt, beren fteinernes 21m qeficht immer noch so vieles von bem Wesen auch feiner Musik wiebcrstrahlt. Inmitten ber vielen Fremben, bie wirklich welche waren, unbl angesichts der befremblichen Uniformen unb Hoheitszeichen war es bamals ein Trost, bas zu denken. Als ich nun miebertam, war es auch äußerlich zu einer
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mit ihm beutsch reben, so geht es nicht weiter. Karl Müller ist groß unb vierschrötig unb im Box- portoerein wirb sein Können sehr hoch eingeschatzt. Man sieht förmlich, wie sich bie Laune Peter Dech- tels beffert bei bem Gebauten, baß Karl Muller mit bem Welker beutsch reben will. Er pfeift einen alten Schlager, währenb er in rascher Folge em Paket nach dem anbern aufhebt.
Bald ist ber erste Wagen geleert. Die vollen Hanbkarren werben weggefahren. Es bauert einen Augenblick, bis ber Beamte geholt ist, ber ben zweiten Wagen öffnen muß. Peter unb Karl lehnen sich an ben Güterwagen.
Wer soll heute mit mir für ben Welker den Uebergang 32 machen? Karl Müller zuckt als An - wort mit den Achseln: „Mußt halt ben Neuen mit- nehmen, bie anbern brauche ich zum Auslaben, sonst werbe ich nicht rechtzeitig mit ben Wagen
Uebergang 32. I roort/ „wenn er boch einmal richtig traut roetuui
auf ben »eiten Weigen ^e,. er^ä^. uni, n>ie ferner-
^Vorsichtig greift Peter Dechtel zu. Eine schwere Kiste mit ber Aufschrift „Zerbrechlich wirb non Sari entgeqengenommen. Einen Moment unterbricht Peter seine Arbeit. „Der Welker ist heute zur Ab- wech lung wieber einmal nicht gekommen ich glaube, er will acht Tage ausfauleyzen. „Ich kann unb hinauf nach bem grünen Laub unter dem üd)> ten Grau ber Felsen, unb sollte sich bann sagen: Du
Leer und still ist es ü-, — k ,
geworben. Die letzten Abeub-v-Zuge siub burch Wo noch vor wenigen Minuten lautes Leben herrschte, kehrt ein Bahnbeamter Papierfetzeu unb Zigaretteustummel zusammen. Trüb erscheinen bie Lampen auf bem verlassenen Bahnsteig.
Mübe, mit kurzen, schweren Atemstößen schleicht vom letzten Bahnsteig eine Lokomotive nach dem Ranqierbahnhof. Viele hunbert Kilometer Fahrstrecke hat sie heute hinter sich gebracht, nun braucht auch sie einige Stuuben Ruhe unb Erholung. Aus ben Bahnsteigen werben jetzt bie Campen geloicpi. Nur einige brennen weiter, bamit ber Bahnhof nicht in vollstänbiges Dunkel verfällt. Denn noch ist bas Leben hier nicht vollstänbig erloschen. Zwischen 2 unb 3 Uhr kommen zwei Nacht-V-Züge burch, und um 5 Uhr v-rlätzt schon der erste P-rson-nzug tue durch fahles Dämmerlicht matt erleuchteten Bahn-
" Die hier kurz formulierte Aufgabe enthält zunächst zwei Hauptprobleme: Einmal mußte es ^gelingen, ein Bilb in eine möglichst große An- zah? von Punkten auszulosen. Denn nur dann war 1/ beim Wieberzusammensetzen ber Punkte — em einigermaßen geschlossener Bilbeinbruck gewährleistet Da zum anderen bie Übertragung ber em= deinen Punkte nicht gleichzeitig, sonbern nur zestlich ^L'7u^dem"°LiLn^uch noch rin "-illich-'o
„Eine Fran kommt in die Tropen"
Gloria-Palast.


