Ausgabe 
5.7.1938
 
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Dienstag, 5.Zu1i 1958

Gießener stille Winkel und Gassen?

Wer kennt seine Heimatstadt? (-ssiobuissttzZW JdQ)

4- - M rr

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ar. 154 Zweiter Blatt

Aus der Stad« Gietzen. Heute große Verdunkelungsübung!

Zwischen den Bahnhöfen...

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Arbeitstagung der deutschen Zoologen in Gießen

Wirksam

e

tz e l (Berlin) konnte

herrlich erfrischend, verhindert den Ansatz des gefürchteten Zahnsteins. Große Tube 40 TL, kleine Tube 25 *EL

Anläßlich der 40. Jahresversammlung der Deut­schen Zoologischen Gesellschaft haben sich namhafte Forscher aus dem ganzen Reichsgebiet mit aus­ländischen Fachgelehrten in Gießen getroffen, um über ihre ernste wissenschaftliche Arbeit Austausch zu pflegen, wertvolle Anregungen mitzuteilen und zu empfangen und nicht zuletzt durch gegenseitiges Kennenlernen die zoologische Wissenschaft zu for-

Wie man es nicht machen soll!

1. Biele Bolksgenosfen entziehen sich der Mitwir­kung, indem sie vor der Uebung ins Bett gehen.

2. Andere verlassen rechtzeitig die Wohnung.

3. Wieder andere schalten einfach das Licht aus und drängen sich während der Uebung in einem an der Hinterfront gelegenen Zimmer zusam-

wert ist.

Die Reihe der wissenschaftlichen Vorträge eröffnete Professor Dr. A n k e l (Gießen) mit einem großen Referat-Erwerb und Aufnahme der Nahrung bei den Gastropoden." An Hand zahlreicher ein­drucksvoller Lichtbilder zeigte der Vortragende, daß der Freßvorgang und seine Mechanik bei den ver-

Leutnant wieder.

Nun, Leutnant, sagte ich zu ihm. Ihr Beuteantell wird nicht gering sein. Das gibt ein Leben.

Ich habe keine Freude daran, murmelte er.

Aber Gott danken für unseren Sieg, das können Sie doch?

Er schüttelte den Kopf.

Ich kann mir nicht denken, daß Gott dabei war.

Er war dabei, sagte ich stark. Er hat alles ge­sehen. Wenn er uns strafen muß für das was wir oetan, dann muß er es tun. Unsere Sache ist es dann, ihm stillzuhalten. Aber daß wir tun mußten, was wir taten, das weiß er auch. Wenn hundert­tausend raub- und mordgierige Menschen m unser Land einbrechen, dann haben wir die Pflicht, sie

schiedenheiten aufweist. Neben planktonfangenden Strudlern und räuberischen Schlingern gibt es fried­liche Weidegänger, alle an Bau und Wirkungsweise der Reibzunge, derRadula", zu erkennen. Je nac^ dem, ob die Einzelzähne der Radula unbeweglich feststehen oder ganz gesetzesmäßige Bewegungen ausführen, kommen die mannigfachsten Freßspuren zustande, wenn das Tier etwa auf einer algen­bewachsenen Flächeweidet". Nachdem vor über 60 Jahren Troschel das klassische Brich über Das Gebiß der Schnecken" schrieb, das ein morpho­logisches Standardwerk der deutschen Zodlogie wurde, wurden hier neue Wege zur Erkenntnis der Phy­siologie des Freßvorganges selbst eröffnet

Professor Alverdes (Marburg) berichtete zu- sammenfassend über Versuche, durch die das Lern­vermögen der niederen Tiere bewiesen werden konnte. Die niederen Tiere sind keineAuto- maten", sondern setzen sich wie die höheren Tiere in grundsätzlich ähnlicher Weise mit ihrer Umwelt

dies war falsch.

11. Die Abblendung der Lichter in den oberer Stockwerken war häufig mangelhaft. Da dies« Lichter sehr leicht zu erkennen sind, muß dies» Abblendung sehr gewissenhaft durchgeführt werden.

tun g bei den Ciliaten (bewimperten ein­zelligen Tieren) machte. -

Professor cheidermanns (Bonn) berichtete über die Bildung von Harnstoff bei kaltblütigen Tieren, über die Temperaturabhängigkeit des Bildungsvor­ganges und die Bedeutung der Leber bei diesem Stoffwechselgeschehen.

Dr. Keil (Berlin, früher Zoologisches Institut Gießen) konnte zeigen, daß die Untersuchung der Nagezähne mit Hilfe des Polarisationsmikroskops die funktionelle Ausnahmestellung des Nagezahns

werden.

Vergeßt nicht, die Fenster im Treppenhaus ab­zublenden!

Das Ausschalten des Lichtes am Abend der Verdunkelungsübung genügt nicht! Jedes Fen­ster muß abgeblendet werden.

Ladenbesitzer müssen Lichtquellen in den Schau­fenstern derart abblenden, daß kein Lichtstrahl

werden. r

Gasbeleuchtung ist oft nicht abgestellt worden

Dem Brauch einer kurzen geschichtlichen Ruckschau folgend, streifte der Redner dann Probleme und Erörterungen früherer Tagungen und wies darauf hin, daß bisweilen als ganz neu vorgebrachte Mei­nungen und Ideen in Wahrheit schon ziemlich alt seien, da der Verfechter solcher angeblich neuer Gedanken es im Drange, absolut Neues zu bringen, verabsäumt habe, den Bestand vorhandenen Wis­sens zu prüfen. Schon auf den ersten Tagungen der Gesellschaft wurden auch Fragen der angewand­ten Zoologie behandelt, ebenso, wie die Beziehun­gen der Zoologie zur Soziologie erörtert wurden, ein- Beweis, daß die deutsche zoologische Wissenschaft sich mit allen Fragen beschäftigt hat und noch be­schäftigt, die vom Studierzimmer und Laboraw- rium aus Verbindungslinien zum allgemeinen und staatlichen Leben bilden.

Wenn der einzelne auch durch die Fülle des Ma­teriales gezwungen wird, sich auf einem Spezial­gebiet zu betätigen, wenn er Wertvolles leisten will, so hat doch die deutsche Zoologie niemals die Em-

auch in seinem submikroskopischen Feinbau nachweis­bar macht. Professor Steichenow (Hamburg) ...... * " ' von einzelligen

Türken diesseits befand, wurde zusammengehauen und in die Theiß gedrängt, die Brücke mit allem Volk, das darauf wimmelte, von unseren Stück­kugeln zerrissen. Das Wasser des Flusses war buch­stäblich rot von Blut, und das Schreien und Stöh­nen der mit den Fluten Kämpfenden gellte in den Ohren. Nun war damals in meiner nächsten Um­gebung ein junger Leutnant, den ich viel zu Melde- unh Befehlsritten gebrauchte, ein frecher Junge, bei den Weibern ebenso unbedenklich wie bei Becher und Würfeln, aber auch im Felde von unvergleich­licher Keckheit. Den fand ich, als ich an die Trüm­mer der Brücke heranritt, wohin er mir schon vor­ausgeeilt war, in einer gänzlich unerwarteten Ver­fassung. Er war abgestiegen, lehnte die Hände vors Gesicht geschlagen, wider seinen Gaul und schrie ein übers andere Mal: Nein, ich kann es nicht mehr ertragen. Gott wird uns strafen für solchen Greuel. Ich hatte den Namen Gottes noch nie aus sei­nem Munde vernommen. Ich packte ihn beim Kra­gen, riß ihn empor und rief: Was ist Ihnen, ßeut= siant? Er aber deutete mit der Hand über die Schulter weg nach dem Fluß und brüllte: Sehen Sie denn nicht? Können Sie das sehen? Ich sehe, antwortete ich ruhig. S i e haben Gott noch nie erschaut. Schauen Sie fest hin und sehen Sie ihn: Gott im Tode. Da wurde er still. Ich ntt dann weiter und verlor ihn aus den Augen. Die Brücke wurde notdürftig geflickt und wir preschten hinüber, den jenseitigen Rest der Türken, der sich auch schon zur Flucht gewandt hatte, zu verfolgen. Es war wie man weiß, ein unerhörter Sieg. Als die Nacht niedersank, gab es keine türkische Armee mehr, und die Beute war unermeßlich. Hunderte von Fahnen und Roßschweifen, Kanonen, Kamele, Pferde und Kostbarkeiten ohne Zahl fielen in un­sere Hand. Abends im Quartier sah ich meinen

Glorio-palost:Ballade/'

Die Handlung dieses Films gewinnt einen thea­tralisch effektvoll aufgemachten Konflikt aus einer uns heute ziemlich verschollen anmutenden und staubig gewordenen Romantik: Die unstandes- qemäße Liebe der jungen Prinzessin Dorothee zu einem bürgerlichen Offizier, der rauchende Zorn des herzoglichen Vaters über die Mesalliance und das aus ihr stammende Kind, die Begegnung der Liebenden im Feldlager, der Opfertod der Prin­zessin, die das weichende Heer des Herzogs zum Siege führt,' sind einige der wesentlichsten Mo­tive, auf denen die Fabel sich aufbaut. Die Spiel­leitung von Willi Krause hat ihre besten Wir­kungen in malerisch bewegten Freilichtszenen. Im Ensemble gibt neben Helene F o h d m er, Karl Wüstenhagen, Herbert Wilk und Alexander Engel die Schauspielerin Jessie V i h r o g die belebteste und menschlich einleuchtendste Erscheinung: ihre Prinzessin Dorothee wirkt freilich in der schlich­ten Haltung der Liebenden und der jungen Mut­ter überzeugender als in der etwas theatralischen Pose einer fahnenschwingenden Jungfrau von Or­gans. (Tobis.) Im Beiprogramm sieht man die neue Wochenschau und reizvolle Aufnahmen von einer südlichen Reise. Hans Thyriot

auseinander.

lieber die Beziehungen zwischen Vorzugs­temperatur und Hautbeschaffenheit bei Mäusen berichtete Professor Dr H e r t e r (Berlin), während Professor Dr. von Gelei (Szeged) an Hand von Lichtbildern Mitteilungen über K ö r perbau und Erregungslei-

an ihrem Tun zu hindern und nicht nur unser. Le­ben dran zu wagen, sondern auch unsere Seele. Und wenn wir alles dran gewagt haben alles! dann dürfen wir Gott bitten, er möge uns gnädig iCi(5o sprach ich. Der Leutnant aber beugte sich und sagte leise: Gott sei uns gnädig.

Er ist dann allezeit ein frommer, aber darum nicht minder tapferer Offizier gewesen.

Der Prinz hatte geendet und sah noch eine Weile tief verloren in sein langes schlachtenreiches Leben zurück. Dann hob er den Kopf und sagte lächelnd: Nun, Buddenberg, wollen Sie eine kleine Bank auflegen?" ...

Ich habe heute keine Freude dran, erwiderte das böse Maul.

Die schöne junge Frau aber, die den alten Helden verehrte, sang ganz leise vor sich hin den Anfang eines Liedes, das unter den Soldaten gang und gäbe war:

Prinz Eugen, der edle Ritter

Nur diese eine Zeile.

Vornotiren.

Tageskalender für Dienstag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Ballade; Die Prin­zessin kehrt heim". Ehemalige Leibdragoner: 20.15 UhrSchipkapaß" außerordentliche Hauptversamm­lung.

Polizei imKampfgegenDerkehrssünder

In der Zeit vom 24. bis 30. Juni sah sich die Polizei in unserer Stadt gezwungen über die zahlreichen freundlichen Belehrungen während der Verkehrserziehungswoche hinaus eine Anzahl von Anzeigen und Verwarnungen vorzunehmen. Kraftfahrer wurden 10 zur Anzeige gebracht und 22 verwarnt. Ferner wurden 2 Radfahrer und 3 Fußgänger zur Anzeige gebracht. Verwarnungen wurden gegen Fußgänger in 28 Fällen, gegen Rad-

nach außen fällt.

6. In Räumen mit Publikumsverkehr (Gaststatten, Kinotheater ufw.) muß an die Einrichtung von Lichtschleusen gedacht werden.

7. Am Abend der Verdunkelungsübung müssen alle Fenster so gut abgeblendet sein, daß das normale Leben in der Wohnung weitergehen kann. Auch die Kellerfenster müssen abgeblendet werden.

8. Wer am Abend der Verdunkelungsübung nur das Licht ausschaltet und dann spazieren geht, versündigt sich an der Volksgemeinschaft und seiner Familie.

sehen. __ , .

8 Die Abblendung der Abortfenster, Mansarder und Kellerfenster und der Fenster von Speise- kammern ist oft vergessen worden.

Auch Glasdächer und Oberlichter dürfen md): übersehen werden. Sie müssen abgeblende

Die predigt des Todes

Don Otto Anthes.

Hochschulnachrichten.

Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den o. Professor an der Um- versität Tübingen Dr. Oswald K r o h zum 1. Juli 1938 in gleicher Diensteigenschaft an die Universität München berufen und ihm die o. Professur für Pädagogik und Psychologie (mit be­sonderer Berücksichtigung der Heerespsychologie) ver- liehen. .

Die Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttin, g e n wählte in ihrer letzten Sitzung folgende Ge­lehrten zu Korrespondierenden Mitgliedern: in der Philologisch-Historischen Klasse: Dr. Georg Ba e - s e ck e, Professor der deutschen Philologie, Halle; Dr Georg Schnath, Staatsarchivrat, Hanno­ver; Dr. Wilhelm W o st r y , Professor für bomische Geschichte, Prag; in der Mathematisch-Physikalischen Klasse: Dr. Hans G. G r i m m, Professor der Chemie, Ludwigshafen: Professor Dr. Paul Scher­rer, Direktor des Physikalischen Instituts der Tech­nischen Hochschule, Zürich; Dr. Eduard Grün» eisen, Professor der experimentalen Physik, M a r- b u r q- Dr. Walther Meißner, Professor der tech­nischen Physik, München; Professor Dr. Friedrich Körber, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Eisenforschung, Düsseldorf: Dr. Walter Baade, Professor der Astronomie, M o u n t W i l - s o n ; Professor Dr. Adolf B u t e n a n d t, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biochemie, Ber­lin-Dahlem; Professor Dr. Hans Burgess, Direktor des Botanischen Instituts, Würzburg; Professor Dr. Lothar B i r ck e n b a ch , Direktor des Chemischen Instituts der Bergakademie Claus- t h a l.

Der Dozent Dr. Adolf S ch ö n k e an der Universi- tät B e r l i n ist zum ordentlichen Professor für Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Universität Freiburg ernannt worden.

Von den amtlichen Verpflichtungen entbunden wurde wegen Erreichens der Altersgrenze an der Universität Erlangen der ordentliche Professor des Strafrechts, Prozeßrechts und Völkerrechts Dr. August Köhler. Als Nachfolger von Geheimrat Allfeld kam der Gelehrte aus Prag 1925. nach Er­langen, nachdem er vorher in Jena sein Fach ver­treten hatte. In den juristischen Sammlungen und Zeitschriften schrieb Professor Köhler grundlegende Arbeiten für das Strafrecht und Strafprozeßrecht.

zelforschung als erstrebenswertes Endziel hmge- stellt, sondern immer im Gegenteil betont, d i e Einzeluntersuchungen auf das Ganze z ü b e z i e h e n. /m. p s f ,

Professor Dr. W. I. S ch m i d t (Gießen) als ört­licher Fachoertreter entbot dann der Versammlung seine Grüße und stellte nr längeren Ausführungen heraus, wie das jetzige Zoologische Institut in der Bahnhofstraße sich in mühevoller Aufbauarbeit aus dem altenZoologischen Cabinet" am Brand ent­wickelt hat und was noch notwendig und erstrebens-

Prominente".

Du hast das inzwischen längst selbst bemerkt. Denn Du bist unterwegs dreimal umgestieaen. Aber es »hat- dir nichts ausgemacht, daß die Bahnhöfe immer -winziger wurden und zuletzt nur noch eineHalte­stelle" übrigblieb. Denn nun bist du am Ziel ange- kommen. Gern vertauschst du die graste BahnhcNs- challe, von der du abgefahren bist, mit dem Fach- -werkgebäude vonGottgrüßdichbausen", weil dich schon der würzige Duft der nahen Tannenwälder umgibt und der blaue Himmel zu einem ersten Spaziergang in deinem langersehnten Urlaubsort lockt ...

BDM.- u. ZM.-tlritergau 116, Äieheri

An alle Großfahrtteilnehmer! Das Geld für die Großfahrten muß bis sväteltens am Samstag, dem 9. Juli, auf der Dienststelle des Untergaues abgeliefert werden."

7IGOAV - Ami für VolkSwoblfabrt.

Ortsgruppe Glehen-Nord.

Am Mittwoch, 6. und Donnerstag, 7. d. M. wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfund- jammlung durchgeführt (Lebensmittelopferring). Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundp^ckchen b ereitzulegen.__________________ _____

men. _ .

Häufig wird die Abblendung der Hinterfront nicht durchgeführt. (Wer soll das merken? heißt es, oder:Es geht ja auch so; es ist ja noch kein Krieg".) .

Oft kommt es vor, daß Ladenbesitzer nicht oder nicht richtig abblenden.

Bei. Gaststätten geschah es gelegentlich, daß der Wirt selbstSchluß machte", weil er fürchtete, daß ihm die Kunden wegblieben.

7. Noch immer gibt es viele Menschen, die die Fenster nicht geschlossen halten, sondern heraus-

Prinz Eugen, alt, klein und häßlich, verwittert- m i Ruhm und Bitternis, saß im Kreis der Freunde in ! seinem Belvedere, dem köstlichen Luftschloß, das er i sich auf dem Rennweg in Wien hatte erbauen lassen. Die erlesenen Gemälde an den Wänden, äus denen alle Lust der Welt lachte, schauten seltsam fremd auf die drei alten Herren, die wie. eingesunkene Denk­mäler in ihren Sesseln hockten; schienen aufzuleuch­ten, wenn der Blick der schönen jungen Frau sie streifte, die aus Verehrung für den greifen Helden hier und da in seine Einsamkeit trat. Man sprach von längst vergangenen Zeiten, auch davon, daß der große Feldherr ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt gewesen, während seiner Jugend­jahre widerwillig in der Soutane umhergelaufen und vom ganzen französischen Hofe nurder kleine Abbe" genannt worden war. Und der Hofkriegsrat von Buddenberg, noch immer das böseste Maul von Wien, meinte dazu:Es ist damit nicht viel ver­loren worden. Denn unser Prinz hat als Feldherr unzweifelhaft viel mehr Menschen mit unferm Herr­gott vereinigt, als ihm hätte gelingen können, wenn er Priester geworden wäre."'

Die schöne junge Frau, die den greisen Helden verehrte, schaute erschrocken und ängstlich zu ihm hin. Er aber hob ruhig das große strahlende Auge, das einzige an ihm, das schon in seiner Jugend schon gewesen war und noch jetzt in unvermindertem Glanze leuchtete, und sprach:Jetzt glauben Sie etwas ungeheuer Boshaftes gesagt zu haben, Bud­denberg, und haben doch nur eine einfache, aber er­schütternde Wahrheit gesagt."

Und da alle erwartungsvoll schwiegen, fuhr er fort:Oder glauben Sie, daß es neben der Pre­digt des Todes noch eine zweite ebenso eindringliche Vredigt gäbe? Ich will Ihnen einen kleine Ge- chichte erzählen. In der Schlacht bei Zenta, der er- ten, die ich als selbständiger Oberbefehlshaber d)lug, griffen wir die Türken unvermutet an, wah­rend sie im Uebergang über die Theiß begriffen waren. Was von ihnen den Fluß bereits über­schritten hatte, hatte sich noch nicht entwickeln kön­nen, die Brücke selbst war vollgestopft mit Trup­pen, und der Rest am jenseitigen Ufer war zum Zweck des Uebergangs langhin auseinandergezogen. Dahinein platzten wir mit unserem Angriff. Es war in der Tat ein furchtbares Blutbad. Was sich an

berichtete über den Lebenszyklus Blutparasiten. Professor Wetz.

den Lebenskreis eines im Pferde krankheiterregen- den Wurmes aufklären, sowie den WeA auf dem er in seinen Wirt eindringt.

Der Abend vereinigte die Mitglieder und Gaste auf dem Schiffenberg, der leider die Reize seiner Ausblicke in strömendem Regen verhüllte.

bern.

Nach einem Begrüßungsabend im Studentenheim (wir berichteten darüber), wurde der Kongreß am gestrigen Vormittag im großen Hörsaal des Phy­siologischen Institutes durch den derzeitigen Vor­sitzenden der Deutschen Zoologischen Gesellschaft, Professor Dr. A. Hase (Berlin-Dahlem), eröffnet. Vor 36 Jahren tagte die Gesellschaft zum letzten Male in unserer Universitätsstadt, der in der Ge­schichte der deutschen Zoologie eine besondere Be- ucl ,..... -? ., m

beutunq zukommt. Lehrten und wirkten hier doch. Siebenen Schneckengruppen ganz erhebliche Ber- Forscher wie Carl Vogt, der gebürtige Gießener, --------

wie Rud Leuckart, einer der Begründer der wissenschaftlichen Parasitenkunde, der durch seine klassischen Leistungen in der Mitte des vorigen -Jahrhunderts das Ansehen deutscher Forschung m aller Welt gehoben und befestigt hat.

Heute (in der Nacht vom 5. zum 6. Juli) findet in Stadt und Kreis Gießen eine große Verdunke­lungsübung statt. Die Bevölkerung fei noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Nachstehend seien einige Leitsätze veröffentlicht, die alle Beachtung verdienen.

Was geschehen muß.

1. Wer noch nicht Bescheid weiß, frage seinen Luftschutzhauswart.

2. Auch die Hinterfront der Wohnungen muß am Abend der Verdunkelungsübung abgeblendet

Endlich also ist es so weit! Soeben hat der Fahr- i ienftleiter den Befehlsstab hochgehoben. Langsam 1 und anfangs etwas keuchend, hat sich der lange 1 qUg, vollgepfropft mit vergnügten. Ferienreisenden, . n Bewegung gesetzt und gleitet nun in immer mehr teiqenöer Geschwindigkeit an den Lusern der Vor- tadt vorüber, um bald darauf zwischen Wiesen und Zeldern dahinzurasen.

Du ielbft hast es dir im Abteil bequem gemacht. Serien' Urlaub! Freiheit vom Alltag! Welch herr- üches Gefühl! Die Besorgnisse der letzten Stunden, daß irgend etwas doch nichtklappen" wurde, sind vorüber Du atmest auf und schaust zum Fenster hinaus Der Zug lärmt über Weichen und abzwei- aende Schienenstränge, und schon fliegen die Bahn- 7>öfe deren Namen du in der Schnelligkeit des Lorüberfahrens nicht lesen kannst, an dir vorbei, le länger du fährst, desto mehr Bahnhöfe und Bahn- höfchen liegen hinter dir. Mitunter besteht der Bahn­hof nur aus einem Fachwerkschuppen, einem Schild mit dem Stationsnamen und einem niedrigen Git­ter das die Bahnhofsgrenze mehr andeutet als ab- qrenzt. And da fällt dir plötzlichem, weil du gottlob! an nichts anderes zu denken hast: wie­viel Bahnhöfe gibt es wohl im Deutschen Reich? Du überdenkst schnell, wieviel Zehntausende von Städten und Dörfern es gibt und meinst, es müsse nun auch Zehntausende von Bahnhöfen geben, zu­mal manche Mittelstadt, bestimmt aber jede Groß­stadt, mehrere Bahnhöfe hat. Aber dann fällt dir ein, daß die Mehrzahl der Städte, Marktflecken und Dörfer abseits der Dahngleise liegen und daß es also keine Zehntausende von Bahnhöfen geben kann.

Wieviel sind es nun genau? Beschränken wir uns auf das Gebiet der Deutschen Reichsbahn ohne den 'österreichischen Teil. Ein Blick in die letzte Statistik sagt uns, daß es 8-536 Bahnhöfe gibt. Mehr nicht? Nein, denn statistisch gesehen, ist nicht alles ein Bahnhof", wo ein Eisenbahnzug oder ein Trieb­wagen anhält und Reisende ein- und aussteigen. Wenn es aber kein Bahnhof ist, was ist es dann? Etwa ein Haltepunkt? Richtig! Und solcher ^Halte­punkte" der Reichsbahn gibt es 2322. Aber bann aibt es noch etwas Kleineres als Haltepunkte. Es jsind dies die 1512Haltestellen" der Reichsbahn, an Lenen sich der Verkehr allerdings weit gemächlicher abspielt als auf dem Bahnhof, von dem aus du dem Häusermeer deines Wohnsitzes entflohen bist. Im- »nerhin erstaunlich: die Zahl der (insgesamt) 3834 Haltepunkte und Haltestellen macht fast soviel aus Wie die Hälfte dereigentlichen" Bahnhöfe. Diese Bahnhöfe sind aber auch nicht alle gleich aroß und bedeutend. So unterteilt man sie in 702 Bahnhme erster Klasse, 1190 Bahnhöfe zweiter Klasse, 3187 Bahnhöfe dritter Klasse und 3457 Bahnhöfe vierter Klasse. Also auch bei den Bahnhöfen, die dich wäh­rend deiner Reise ins Ferienland ansehen, gibt es