Donnerstag, 5. Mai M8
Nr.M Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
LlnflerblichesLtalien...
Von Dr. Franz Lüdtke
Wir deutschen Menschen des Dritten Reiches, die wir inmitten einer geryaltigen geschichtlichen Dynamik leben, spüren die Kraftströme ringenden Geistes auch dort, wo andere Völker den Niederbruch überwunden haben und zu neuem Aufbruch schreiten durften. Wir spüren sie besser, tiefer als jene, die zu satt sind, um Faust aus seinen inneren Nöten heraus begreifen zu können. Seltsam, wie das Schicksal das deutsche und das italienische Volk in der gleichen Epoche zur Vollendung ihrer Einheit, Freiheit und Größe berief! Einer Epoche, die nun drei Vierteile eines Jahrhunderts umspannt: von Cavour und Bismarck bis Benito Mussolini und Adolf Hitler, vom Risorgimento und einem in Deutschland gipfelnden Preußentum bis Faschw und Hakenkreuz, bis zu dem neuen Imperium und dem Großdeutschen Reich.
Ja, wir verstehen den Geist dieses Italien. Wir verstehen sein Schaffen, seinen Aufbau, seine Wehr; wie verstehen die Menschen, deren Inbrunst nur dieses eine kennt und will: Italien! In einem hinreißenden Gedicht, das mit der Wucht eines Bsrg- stroms alle Schranken des Versmaßes sprengt, läßt der in Venedig lebende Dichter Adriano Belli alle Werkleute, alle Arbeiter der Stirn und der Faust sich mit ihrer Arbeit zu Italien bekennen. Atemlos, enthusiastisch vereinen sie sich, der Bauer, der Hirt, der Philosoph, der Arzt, der Maurer, der Eisenbahner, der Musiker, der Bergmann, der Dichter und die unzählbaren anderen; vereinen sich in dem gigantischen Wollen und Bekennen: „Arbeit — für wen?" „Ich etwa für mich?" „Niemand mehr für sich!" „Du für mich.." „Du für mich!" Um dann gemeinsam hinauszujauchzen: „Das Werkzeug in der Faust für unsere Mutter Italien!" „Jedes Werkzeug zu deinem Befehl, Italien!" Bis schließlich die einzelnen Stimmen im Chor der Gemeinschaft untergehen:
„Daß uns für dich, für dich, Italien, in der Brust das Herz bedrängt ein jeder Liebespulsschlag und, wenn von uns für dich dann einer hinsinkt, noch seine brechenden Augen Freude füllt!"
Das ist der Geist Italiens, den wir Deutschen so gut verstehen; der Geist, der die Pontini- schen Sümpfe trocknet und aus Fieberöde faustisch Fruchtland schafft. Der Geist, den bei uns der Führer von neuem erweckte
Und Italiens Seele? — Die deutschen Dichter, die Künstler, die Forscher haben sie uns erschlossen, in tausend Büchern, tausend Bildern. Italiens Seele lebt in seiner Landschaft, in seiner Kunst. Die Augen öffnen sich und dürfen trinken .
Die Wege, die ich als Dichter wie als Historiker vor vielen Jahren durch Italien wandern durfte,
wanderte ich heute wieder, und wieder spürte ich die Seele Italiens. Gefährte ward mir ein Buch, das nicht mir allein, nein, uns allen von einem geschenkt wurde, der jahraus, jahrab mit seiner Kamera das' Land der Wunder durchstreifte, dessen Augen den „goldenen Ueberfluß" tranken und der, aus dem Schatz seiner Bilder, das Schönste ausbreitet, so daß wir mit genießen und Italiens Seele miterleben dürfen: „Italien. Landschaft und Baukun st." Don Kurt Hielscher (Leipzig, F. A. Brockhaus, 1938; Größe 17X24 cm, 240 ganzseitige Bilder in Kupfertiefdruck, 6,80 RM). Und nun blättern, nein, nun fahren wir...
Dom Hochgebirge der Alpen, eisgekrönt und wol- kenumwettert, geht unsere Fahrt bis zu den gesegneten Hängen Siziliens. In südlicher Farbigkeit leuchten die oberitalienischen Seen, doch vom Theater in Taormina blicken wir hinaus in die unav- sehbaren Weiten des Mittelmeeres. Wie träumend gleitet eine Gondel unter der Seufzerbrücke Venedigs, steile Berggassen führen zu mehrtausendjährigen Städtchen' empor, fröhlich sind auf uns die Augen der Menschen gerichtet, auf uns, die wir wandern, Italiens Seele zu suchen.
Und da sind die großen Stationen des Weges, den unser Führer Adolf Hitler gewählt! Der Zauber des hügelumsäumten Florenz umfängt auch uns: Paläste, Brücken, Statuen, Säulen, Loggien, der Dom... Namen klingen auf, Cellini, Michelangelo, Dante... Dann: Rom! Nun pilgere ich wieder, wie einst so oft, durch die Laubgänge des Pincio und schaue, von jener riesigen Palme aus, vor mir die ewige Stadt! Ich steige die Marmortreppe, die „spanische", empor. St. Peters Kühle umhüllt mich, ich verliere mich in der Unermeßlich- keit des Kollosseums. Man denkt zurück: da war das nordische Rom, die feste Burgstadt uns blutsverwandter Krieger und Bauern, patrizischer Geschlechter, stark genug, eine Welt zu unterwerfen! Da war das adlige Gesetz eines Staates, der höher ragen sollte als irgendein Staat der Geschichte? Das Rom der Imperatoren. Dann das Rom der Kirche — der Kampf zwischen Kaisertum und Papsttum! Wirrnis, Fremdherrschaft — dann der glorreiche Aufstieg, Befreiung, endlich das Rom des Duce, das neue Imperium! — Ruinen sind nicht Ruinen mehr; aus ihnen, die von Vergangenem künden, steigt der Geist der Gegenwart und prägt die Form der Zukunft...
Wir blättern weiter in unserm Buch — weiter geht die Fahrt. Via Appia, Campagna, Frascati, Tivoli, Pinien, Zypressen, Springbrunnen, Gärten, Türme im Apenningebirg, alte Kastelle ... Aber wo der Fieberatem der Sümpfe das Leben erstickte, grüßen die Bauten neuer Städte, die aus dem Willen des Duce geworden: Littoria, Sabaudia ...
Und nun: Neapel! Der Golf, die Inseln, der Vesuo-mit dem rauchenden Krater, der gespenstigen Lava, die klassischen Straßen und Häuser des wie
dererstandenen Pompeji, Sorrent, Amalfi — soviel Namen, soviel Zauber, und im Licht wie im Halbdunkel der Tönungen immer ein Stück der Seele Italiens, die soviel gelitten, soviel geträumt, soviel gejubelt hat! Völker zogen hier ihre Straße, mit Schwertschlag und Lärm, aber die Seele Italiens, die vorzeitlich-nordischen Ursprung mit südlicher Schönheit einte, blieb unsterblich. Wir grüßen' diese uns verwandte Seele, die wir so lieben, und wir grüßen den Geist, der in Mussolinis faustischer Tat dieser Seele wieder Heimat gab: ein großes und stolzes Reich.
Immer noch klingen die „Versi" des Dichters Adriano Belli in mir. Ist es der Dichter, der hier spricht, da er Abschied nimmt?
„Ich weiß nicht, mein Lieber — euer Ton, ob fremden Ohren gleichen Klang er schenkt? Doch fremdes Äug', ihr meine Lieder, schaut hier Blut, o, Blut,
dasaus dem Herzen, aus dem Herzen strömt..
Spricht hier der Dichter? Oder — spricht Italien? Ja, sein Blut, seine Seele strömt, und wir fühlen das Herz dieses Landes, dem wir danken dürfen, für soviel Schönheit der Landschaft, der Kunst, für soviel Kraft verwandten Menschentums für sov-.el Licht und Freude, deren Zeuge auch das Buch ist, das wir eben durchblätterten. Ein Wunsch nur Jur das Künftige: mögen Deutschland und Italien immer als Freunde' schreiten, immerdar gemeinsam durch die Geschichte!
Austaki zum „Tag des deutschen Handwerks".
60000 Handwerker im Wettkampf. — Reichsausstellung handwerklichen Könnens in Frankfurt.
Die im Rahmen des „Tag des Deutschen Handwerks" in Frankfurt a. M. durchgeführte Reichsausstellung „Hpndwerkerwettkampf 1938" bietet ein imposantes Bild handwerklichen Schaffens. Wie der Leiter des Handwerksrwettkampfes Pg. Schäfer bei einer Vorbesichtigung mitteilte, beteiligten sich am Handwerkerwettkampf in diesem Jahre 28 000 Meister, 23 000 Gesellen und 7000 Betriebsgemeinschaften. Das sind rund 60 000 Handwerker, die sich freiwillig meldeten und die ifgabe hatten, aus eigener schöpferischer Jnitii. -oe ein Werkstück zu gestalten und technisch zu vollenden. Heber die Kreis- und Gauausscheidungen gelangten zur R e i ch s a u s s ch e i d u n g in Frankfurt am Main insgesamt 3000 Arbeiten. Bei der Bewertung der Siegerarbeiten waren sowohl fachliche wie weltanschauliche Richtlinien maßgebend. Auf Grund der so vorgenommenen Bewertung wurden in der Reichsausscheidung ermittelt:
67 Aechesieger
222 zweite Preisträger und
307 dritte Preisträger.
Von den Reichssiegern entfallen auf die einzelnen Wettkampfgru'ppen
1. Bau mit 14 Berufsgruppen 9 Reichssieger
2. Holz mit 12 Berufsgruppen 10 „
3. Metall mit 12 Berufsgruppen 10 „
4. Spezial mjt 13 Berufsgruppen 13 „
5. Bekleidung mit 9 Berufsgruppen 18 „
6. Sattler mit 4 Berufsgruppen 2
?. Nahrung mit 3 Berufsgruppen 5 „
Von den 67 ermittelten Reichssiegern gehören
33 der Leistungsklasse A Meister, 26 der Leistungsklasse B Gesellen und 8 der Leistungsklasse C Be
triebe an. Es ist bemerkenswert, daß 4 Reichs- sieger, die bereits im vorigen Jahr Reichssieger im Meisterwettkampf waren, auch diesmal den höchsten Ehrentitel errungen haben.
Die ÄetchLausstklluna
mit den Arbeiten der Sieger und Preisträger aus dem „Handwerkerwettkampf 1938" ist das Spiegelbild eines nationalsozialistischen und handwerklichen Idealismus; denn die zum Wettkampf angetreten waren, taten es nicht um materieller Vorteile willen, sondern für das Ideal der Arbeit. Das ist der Sinn des Wettkampfes gewesen, der dazu beitragen soll, daß das deutsche Handwerk'wieder jenen Platz im deutschen Volk einnimmt, den es als wesentlicher Mitträger und -gestalter deutscher Kultur einnehmen muß.
Unter den vielen Hunderten von Ausstellungsstücken interessieren natürlich in erster ßifiie jene Arbeiten, die den Wettkampfteilnehmern den Ehrentitel Reichssieger eingebracht haben. Neben praktischen Aufgaben und Vorschlägen mußten bei verschiedenen Berufen auch Zeichnungen angefertigt werden, wie z.- B. bei den T a p e z i.e - rern. Auch die Ofensetzer hatten theoretische Aufgaben zu lösen. Hier galt es einen Ofen herzustellen, bei dessen Anfertigung möglich wenig Eisen gebraucht wurde, der aber doch den größten Heiz- effekt besitzt. Die qualitativ besten Arbeiten lieferten die Schuhmacher. Das Leistungsnioeau der Wettkampfgruppe Bekleidungsgewerbe ist überhaupt sehr hoch. Bei den Steinmetzen gefällt eine Erinnerungstafel aus deutschem Werkstein, der in unserer deutschen Heimat gegraben und zugehauen wurde. Schrift und Ornament sind tech-
Roms Feststraßen. Die Heldenehrung im Pantheon.
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Eine der festlich geschmückten und illuminierten Straßen Roms. (Sämtliche Bilder Scherl-Bilderdienst, Berlin.)
Oie Kundgebung der Jugend.
Die Anfahrt des Führers und des Duce vor dem Pantheon, vor dem das Grenadierregiment Sardinien, das älteste Regiment Italiens, angetreten ist.
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Der Führer bei den Ztaliendeutschen.
Führer und Duce beim Eintreffen auf dem Campo Centocelle.
Unser Bildtelegramm zeigt in der ersten Reihe von rechts den Führer, Mussolini, Rudolf Heß, Graf Ciano, die Reichsminister von Ribbentrop und Frank,
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