Einzelbild herunterladen

Die Jagd im April

tegen

nun

seine

(Nachdruck verboten!)

26. Fortsetzung.

willen:

(Sodtomg WM

Aus- hrung

Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauvereins.

gefallen. Aber erst dann, wenn es jeder Jäger für eine selbstverständliche Pflicht hält, eine selbstlose Arbeit zu fördern und mitzutun an einem Werke, das berufen ist, das Jagen zu veredeln und bebeu- tende wirtschaftliche Werte vor dem Verderb zu be­wahren, ist das Ziel erreicht. Noch immer gilt der alte Weidspruch:Ein Jäger mit schlechtem Hund, ein halber Jäger ein Jäger ohne Hund, über­haupt kein Jäger." Hubertus.

Abenteuer in Paris.

Roman von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

' Dem Vereinsdiener Hartmann, der 74 Jahre geworden ist und sein Amt aufgegeben hat, wurde für seine treuen und korrekten Dienste Dank und Anerkennung ausgesprochen. Für s! ' Verdienste um den Verein wurde er zum (hren- Mitglied ernannt und mit einem Chrengachenk

Dinge sich in seinem Revier entwickelt haben und entwickeln werden.

Diese Fragen stehen eben in unseren Revieren im Vordergründe. Hahnenbalz im morgendlichen Berg­wald oder im weiten Moor ist unseren Jagden lei­der fremd. Höchstens kann es noch derVogel mit dem langen Gesicht" fein, der den Jäger hinauslockt. Und auch er hat in diesem Jahre recht enttäuscht. Erst in den letzten Tagen des März scheint der Schnepfenzug lebhafter geworden zu sein. Gleich der Waldschnepfe hat noch die Ringeltaube bis zur Mo­natsmitte Schußzeit. Sonst aber gilt alles Jagen nur dem vierbeinigen und dem geflügelten Raub­zeug. Sobald die Felder wieder mehr Deckung bie­ten, schleicht die Katze im Abenddämmern aus dem Dorf yinaus auf Wild- und Vogeljagd. Der streu­nende Hund zehntel das Jungwild. Ihnen muß der Jäger ein unversöhnlicher Gegner sein. (Extern und Krähen bauen und brüten. Jetzt heißt es, sie kurz halten und damit Jungwild und Gelege bewahren vor den Schnäbeln dieser gefährlichen Räuber. Ihnen gleichzuachten an Gefährlichkeit ist das Wie­sel, das zu bekämpfen, mehr als seither, Hegerpflicht ist. Von seiner Häufigkeit haben zu viele Jäger keine Ahnung, weil sie es kaum zu Gesicht bekommen. Denken wir dabei nur daran, daß in einem

Wo ist Willy? Sagen Sie mir um Himmels willen: wo ist mein Verlobter?"

Sie stand dicht vor ihm, die kleinen Fäuste zu seiner Brust erhoben, und blickte ihn fragend an.

Gerda zögerte.Könnten Sie meinem Verlobten nicht sagen, daß er herunterkommen soll? Ich... möchte das Haus lieber nicht betreten!"

Claudius setzte die Miene eines tiefgekränkten Mannes auf.Aber mein Fräulein! Ist das Ihr Ernst? Da freue ich mich nun, daß ich Herrn Rulands Auftrag so schön erledigt habe, bereite chon im Geiste eine festliche Wiedersehensseier vor und jetzt wollen Sie mir alles verderben?"

Gerda mochte einsehen, daß chr Verlangen eine Ungezogenheit gegen Claudius war. In dem Be­treben, das Geschehene wieder gutzumachen und )on der Sehnsucht nach ihrem Verlobten getrieben, zog sie ihn zur Haustür.

Sie war verschlossen, und Gerda mußte warten, bis (Haubius den Schlüssel herausgeholt und auf­gesperrt hatte.

Drinnen schloß er sorgfältig wieder ab.

Wenn es wirklich eine Falle ist, dann sitze ich jetzt drin, dachte Gerda und suchte die Finsternis vor ihr zu durchdringen.

Es gab keine Treppenbeleuchtung, man mußte sich im Dunkeln nach oben tappen.

Gerda zählte die Treppen und fühlte sich beengt von der dumpfen, ftitfigen Luft, die, je höher sie kamen, desto Unerträglicher wurde.

Und bann brach es in einer jähen Erkenntnis über sie herein: Alles, was der Mann mir erzählt hat, ist Lüge. Ich bin hierhergelockt worden zu wer weiß welchem Zwecke. Willy müßte mich doch mit größter Ungeduld erwarten. Er müßte doch längst, als er die Haustür gehen hörte, auf der Treppe erschienen und mir entgegengeeilt fein!...

Das Merkwürdige aber war, daß diese Erkennt­nis gleichsam nur ihr Inneres erhellte, ohne vorerst chre Handlungen zu beeinflussen. Sie stand im Dunkeln neben Claudius und wartete, bis er die Flurtür aufgeschlossen hatte.

Ich habe ihm beim Weggehen geraten, sich ein bißchen hinzulegen. Wahrscheinlich schläft er gerade wie ein Murmeltier, der Ahnungslose!"

Gerda betrat die Wohnung, machte einige Schritte, blieb aber bann stehen, als ihre tastenben Hände auf ein Hindernis stießen.

Warum schließen Sie so ängstlich cck?" fragte sie beklommen, da sie Claudius am Schloß hantieren hörte.

Ich bin es so gewöhnt, und es erhöht die Behag­lichkeit einer Wohnung, wenn man sie durch zuver­lässige Türschlösser gegen die Außenwelt gesichert weiß?

Die ungewohnt warmen Märztage haben überall in Wald und Feld ein Blühen und Sprießen an­heben lassen, bas Sackten unb Wiesen in sattem Grün erscheinen läßt. Das freut den Jäger, denn nun weiß er die Märzhasen schon sicherer geborgen, und sein Wild findet überall Aesung unb ist gesund. Das Letztere besonbers zu betonen, erscheint not» wenbig gegenüber geradezu unsinnigen Gerüchten über Wildverluste, die aus irgendwelchen trüben Quellen flössen und bei chnen pflichtaemäßen Nach­prüfung durch die zuständigen Stellen gerade das Gegenteil ergaben. Während sonst alljährlich im März und April aus dem Jäger wohlbekannten Gründen ein Ansteigen der Fallwildziffern auftritt, halten sich sogar in diesem Jahre diese Zahlen ganz außerordentlich niedrig, so daß unseren Wildbahnen hoffentlich die Verluste erspart bleiben, die sie im Frühjahr des vorigen Jahres z. T. erlitten.

Der Weidmann hat gerade zur Zeit besonders viel Möglichkeiten, fein Wild zu beobachten. Denn die Verpflichtung, es zu zählen, zwinat ihn, oft draußen zu fein. Diese Wildbestandsausnahme ge­hört mit zu feinen verantwortungsvollsten Auf­gaben. Denn sie bildet die Grundlage des Abschuß- planes. Eine übertriebene Angabe bedeutet, da )er Abschuß erfüllt werben soll, u. U. eine Gefahr ür den ganzen Bestand, während eine zu geringe Bestanbsangabe den ©efamtintereffen der Jagd zu- wiberläuft. Denn daraus ergeben sich Schwierig­keiten mit Land- und Forstwirtschaft, mit deren Interessen der Wildstand ja in Einklang gebracht werden muß. Es kann daher die Mahnung nur immer wiederholt werden, bei der Bestandsauf­nahme so gründlich wie möglich zu verfahren, damit man feine Angaben später wirklichnach bestem Wissen und Gewissen" machen kann. Mit der Be­standsaufnahme verbunden ist für den Jagdaus­übungsberechtigten die Aufstellung eines Abschuß- planes, den er bis zum 20. April an feinen Kreis­säge rmeister eingereicht haben muß. Dieser Plan scheint manchen Jägern noch erhebliche Schwierig­keiten zu bereiten. Einige Hinweise sind daher viel­leicht am Platze. Wenn ein Jagdbezirk einen Wild- stand hat, der mit seiner Größe und seiner Boben- tultur in Einklang steht, dann soll dieser weder größer noch kleiner werden. Daraus ergibt sich, daß also der Gesamtabschuß gleich dem Zuwachs des Jahres fein muß. Wie hoch dieser sein wird, wäre an Hand der Wildzählung zu berechnen. Die Auf­fassungen über die Höhe Des Zuwachses sind nicht einheitlich; hinzu kommt, daß in manchen Jahren erhebliche Kitzverluste eintreten. Erinnert sei nur an bas Jahr 1937 mit seiner frühen Heuernte und den damit verbundenen hohen Verlusten durch Ver-

Mit einem geschickten kleinen Trick hatte sie sich ttotz der Umklammerung seiner beiden Daumen bemächtigt unb nach außen zurückgebogen. Schon im nächsten Augenblicke waren ihre Hände frei.

So'n verfluchtes Biest!" schrie Claudius mehr bestürzt als wütend. Er erkannte, daß sie mit ihren kleinen Jin-Jitsu-Künsten ihm überlegen war. Man durste es also gar nicht so weit kommen lassen, baß sie Gelegenheit hatte, diese Künste zu gebrauchen.

Er stürzte sich unvermittelt mit der ganzen Wucht feines Körpers auf sie. Sie schwankte, vermochte sich aber in der letzten Sekunde vor dem Hinfallen zu bewahren unb erroiberte nun ihrerseits den An­griff.

Es war ein sonderbarer und, wie. man glauben mochte, für Gerda Bosch aussichtsloser Kampf.

Der mächtige Körper des Mannes drohte sie zu erdrücken, unb seine berben, schweren Fäuste gingen nicht gerabe sanft mit ihr um.

Aber Gerda wehrte sich tapfer ihrer Haut, lan­dete immer wieder einen wohlgezielten Trester auf feinem Gesicht und konnte vor allem verhindern, baß er seinen Browning aus der Tasche zog.

Einmal gelang es ihm, sie zu umschlingen und auf diese Weise ihre Bewegungen zu hemmen. Da stieß sie mit dem Knie nach ihm, verbiß sich in seinen Arm.

Schon war er nahe daran, den Kampf aufzu­geben, denn in seinen Eingeweiden bohrte ein quälender Schmerz, verursacht durch Gerdas unent­wegt zustoßendes Knie.

Seine ganze Kraft aufbietend, warf er sie end­lich in einem sprunghaften Vordrängen auf das Sofa.

Sie merkte in der Hitze des Gefechtes $ur flicht, baß ihr Kleib aufgerissen war, so daß ihr Aus­sehen dem eines halbwilden Zigeunerkindes immer ähnlicher würbe. Die rechte Schulter war entblößt, der linke Ellenbogen guckte spitz unb vorwitzig in bie Welt, unb auch bie Strümpfe konnten durch keine Stopfkunst mehr gerettet werden.

In dem Augenblick, als ihr Körper auf das Sofa niederkrachte, fühlte sie einen grauenvollen, krallen­den Schmerz quer durch den Schädel fluten. Sie war im Auffallen mit dem Hinterkopf gegen die hölzerne Lehne geprellt.

Damit war der Kampf entschieden, denn Claudius nützte die paar Sekunden ihrer ^Benommenheit. So 'n verfluchtes Biest!" sagte er noch einmal, als er sich wenige Minuten später aufschnaubend eine Zigarette cm zündete.

mähen. Man darf vielleicht damit rechnen, der Wahrheit am nächsten zu kommen, wenn man auf 100 Stück gezähltes weibliches Rehwild einen Zu­wachs von 50 Kitzen rechnet Nach diesem Verhält­nis wäre aus dem Wildstand am 20. April der ver­mutliche Bestand am 1. Juni, also dem Tage des Abschußbeginnes, zu errechnen. Aus dieser berech­neten Zahl muß sich der Gesamtabschuß aufbauen. Es kommt aber nicht nur auf die zahlenmäßige Re­gelung an, sondern auch auf die Überwachung des Zahlenverhältnisses der Geschlechter zueinander. An- aeftrebt wird im Jagdgau Hessen ein Gescklechtsver- hältnis von 1:1,5, d. h. auf zwei Böcke sollen drei Ricken kommen. Der Zuwachs an Kitzen verteilt sich auf beide Geschlechter etwa wie 1:1. Wenn man sich diese Zahlen als Berechnungsgrundlage nimmt, wird man zu einem Verhältnis unb einem Abschuß- plan kommen, der den wahren Verhältnissen am nächsten kommt. Es darf nicht Vorkommen, daß heute noch Abschußpläne eingereicht werden, wie das anfangs geschah, in denen ein fast radikaler Bockabschuß beantragt wurde. Es empfiehlt sich, in dem Abschußplanformblatt unter Ziffer I zunächst einzutragen: Ergebnis der Zählung, und dann setzt man darunter: Voraussichtlicher Bestand am 1. Juni 1938, in den man den gesamten Kitzzuwachs einsetzt. Auf dieser letzten Zusammenstellung baut man den Abschußvorschlag unter Ziffer II auf. Man erspart dem Kreisjägermeifter damit eine Menge Arbeit, da er ja diese Berechnungen doch anstellt, und man kommt dann auch zu einem Abschußantrag, der viel­fach kaum noch einer Abänderung bedarf. Vor allem aber zwingt sich der Jäger damit dazu, sich selbst einmal Rechenschaft zu geben, wie denn die

gewiesen. !

Nachdem der Vereinsführer noch einmal auf dis praktischen Erfahrungen beim Beschneiden vor Pfir­sichbäumen wegen der noch jetzt einlaufenben Fragen hingewiesen hatte, gab er eine Fülle von erfolg­verbürgenden Winken für den Gemüsebar. Aus seinen Ausführungen waren besonders praktische Erfahrungen für eine vielseitige Ausnützung der Gartenfläche und doppelten Erntemöglichkeiten so­wie die der Erttagssteigerung unb Qualitätsver­besserung zu entnehmen. Abschließend wurde die Frage des Abschusses der Sperlinge, Drosseln und Stare besprochen, die bie größten Schädlinge des Obst- und Gartenbaues find. Der DereiNsführer ersuchte wiederholt die Kleingärtner, durch regel­mäßige Aufzeichnungen über den durch diese Vögel verursachten Schaden den Behörden mit Zahlen an die Hand zu gehen. Vorerst besteht nur die Mög­lichkeit des Spatzenabschusses.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der G. V. aus Gießen war von dem hiesigen Amtsgericht wegen fortgesetzten Diebstahls in Tat­einheit mit Betrug zu einer Gesamtgefäng­nis ft r a f e von 1 Jahr verurteilt worden. Der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte auf einem Handkarren mehrere nahtlose Muffenrohre von einer staatlichen Baustelle weggefahren und sie, nachdem sie kurze Zeit bei ihm gelagert hatten, an einen Dritten gegen die allgemein übliche Bezah­lung zur Weiterverarbeitung verkauft. Nach Ent­deckung des Diebstahls mußte der Käufer bie Rohre bis auf einen kleinen Teil, den er schon weiteroer« arbeitet hatte, wieder an die Baustelle herausgeben. Da der Angeklagte in der Berufungsverhanblung neue Tatsachen vorbrachte, die seine Schuld geringer erscheinen ließen, wurde er unter Zubilligung mil» bernber Umftänbe zu einer Gefängnis st rase von 9 Monaten verurteilt. !

Neuer Relior der Universität Gießen.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt:

Der Herr Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den ordentlichen Professor Dr. Gustav Baader auf seinen Antrag mit Ende März 1938 von dem Amt des Rektors der Ludwigs-Universität entbunden und ihm gleichzeittg für seine Mit­arbeit seinen Dank ausgesprochen.

Mit Wirkung vom 1. April 1938 ab hat der Herr Minister den ordentlichen Professor für Hygiene, Dr. Adolf Seifer, zum Rektor der Lud­wigs-Universität © i e 6 e n ernannt

Dr. Adolf Seifer wurde am 26. April 1891 in Würzburg geboren, besuchte das humanistische Gymnasium zu München und Freising und erhielt 1910 in München das Reifezeugnis. Im Winter­semester 1910 begann er in München bas Studium der Medizin unb bestand dort im Februar 1913 die ärztliche^ Vorprüfung. Im Sommer 1913 genügte er seiner Dienstpflicht mit der Waffe beim bayer. Jnfanterie-Leib-Regiment.

Das Weiterstudium in München wurde im August 1914 durch den Kriegsdienst unterbrochen unb mit Beurlaubung aus dem Felde für bas Winter­semester 1917/18 in Marburg durch Ablegung der Staatsprüfung beendet. Während des Krieges stand Professor Seifer als Arzt im Felde, vorwiegend im Verbände der 1. bayerischen Infanterie-Division.

Nach dem Kriege war er zunächst 2V2 Jahre als praktischer Arzt tätig, wurde dann Assistent am Hygienischen Institut München und bestand im Ok­tober 1923 bie Prüfung für den ärztlichen Staats­dienst in Bayern. 1923/26 versah er den Posten eines Bakteriologen an der Biologischen Versuchs­anstalt in München, 1926 übernahm er eine Assi­stentenstelle am Hygienischen Institut der Universi­tät Halle unb habilitierte sich bort am 1. Juni 1927 für bas Lehrgebiet ber Hygiene. Anschliehenb war er Assistent am Hygienischen Institut in München unb würbe 1933 zum nichtbeamteten ao. Professor ernannt.

Mit Wirkung vom 1. Mai 1935 erfolgte feine Ernennung zum orbentlichen Professor in der Medi­zinischen Fakultät der Universität Gießen und zum Direktor des Hygienischen Jnstttuts. Ende Mai 1937 Übernahm er das Dekanat der Medizinischen Fakultät.

Dr. Seifer war Assistent von Max von Gruber «und Demoll in München, Paul Schmidt in Halle und Kißkalt in München.

Gießener Dochenmarktpreife.

Gieß en, 5. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15 bis 18, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Feldsalat, V10 8 bis 10, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 35 Pf., Suppenhühner 90 Pf. bis 1,06 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 10 bis 30, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15.

Claudius lächelte zurückhaltend.Was das be­trifft man läßt sich sehr oft vom ersten Eindruck täuschen, und dann entpuppen sich die bravsten Bie­dermänner als ausgekochte Schurken. Man kann nicht mißttauisch genug sein."

Dann hätte ich auch Ihnen nicht so leichtsinnig trauen dürfen. Wer weiß, ob Sie mich nicht in eine Falle locken!"

Aber mein liebes Fräulein!" Seine Stimme klang fo ehrlich entrüstet, daß ihr jäh aufflackernder Verdacht sich wieder legte.

Sie schwieg und blickte eine Weile auf den bun­ten Film der abendlichen Straßen. Immer wieder war sie gefesselt von dem unvergleichlichen Zauber dieser Stadt, deren lebensftoher, beschwingter Puls- schlag so verschieden war von der nüchternen Hast des Berliner Lebens.

Sie sind Deutscher, nicht wahr? Leben Sie aus beruflichen Gründen in Paris?"

Ganz richtig, Fräulein Bosch, aus hm beruflichen Gründen. Ich äh schreibe nämlich für Zeitungen. Stimmungsberichte vom Pariser Leben und derlei Sachen."

Endlich bog der Wagen in die Rue Faubourg ein, ganz draußen am Rande der Stadt. Es war eine zum Teil noch unbebaute Sttaße, von wenig Lampen beleuchtet. Die eine Seite der Sttaße wurde von ländlichen Siedlungen eingenommen, aus den Fenstern von Wohnlauben quoll das trübe Licht von Petroleumlampen.

Der Wagen hielt vor einem vereinzelt stehenden hohen Mietshause, das in der Vorausschau späterer Entwicklung von einem unternehmungslustigen Bau­herrn errichtet sein mochte.

Hier wohnen Sie?" fragte Gerda, als sie aus- Jeftiegen war, und wieder wollten ihr Zweifel ommen. Daß ein Reporter sich ausgerechnet diese verlassene Gegend zum Wohnen aussuchte, erschien ihr sonderbar.

So, da wären wir! Kommen Sie, wir müssen noch ein paar Treppen steigen. Herr Ruland wird uns schon sehnsüchtig erwarten." Er nahm das Madcyen väterlich am Arm,

Jagdbezirk in der Umgebung von Gießen in einem Wasserlauf im Laufe eines Jahres 60 Großwiesel mit Hilfe von Kastenfallen gefangen wurden. Da­mals stieg in diesem Revier die Niederwildstrecke von Jahr zu Jahr, ihxe heutige Höhe ift'^jiangete old) gründlicher Bekämpfung der Jagdfeinde nur ein Schatten von dem, was dies Revier noch vor wenigen Jahren der Volkswirtschaft lieferte!

Noch ist es Zeit, daran zu denken, daß der Deckungsmantel daneben die Haupturfache des Rück­ganges unserer Niederjagden ist. Es ist nicht un­interessant, daß heüte schon in vielen Teilen von Deutschland neben anderen Stellen der Reichsnähr- tand dazu aufruft, Hecken zu schützen und Hecken zu schaffen! Erst wurden sie mit einer Beharrlich­keit, die einer besseren Sache wert gewesen wäre, vernichtet, und heute erkennt man, daß unsere Alt­vordern, die sie einst pflanzten oder stehen ließen, gar nicht so Dumm waren. Denn in der Tat find die Einwirkungen auf die Bodenfeuchtigkeit, die Bodenkohlensäure, die Schädlingsbekämpfung durch Heckenbrüter und andere Tiere so beträchtlich, daß man heute wieder nach Hecken ruft, wo man sie einst rodete und sengte. Hier sollte sich der Jäger aktiv einsckalten und mithelfen und mitraten. Es gilt, Bestehendes zu erhalten und Neues zu schaf­fen. Es ist seitens des Landesjägermeisters beabsich­tigt, in besonderer Weise die Hebung des Fasanen- bestcmdes zu fördern, denn seine Bedeutung ist jagdlich wie als Schädlingsbekämpfer gleich groß. Dies wird aber in deckungslosen Feldmarken nie gelingen. Ader auch nicht jede Hecke sagt ihm zu. Durch Einbringen von beerentragenten Sträuchern ist es leicht, sie für den Fasan und manche Vogel­art besonders anziehend und wohnlich zu gestalten. Wie groß die Wohnungsnot draußen in unseren Fluren ist, bewies ein nur 800 Quadratmeter gro­ßes Vogelschutzgehölz der Gemeinde Wieseck, das diese vor einigen Jahren zusammen mit den Jagd­pächtern anlegte. In ihm haben im letzten Jahre nicht weniger als 40 Dogelpaare ihre Jungen groß gezogen. Daß daneben Fasan, Huhn und Hase im­mer dort anzutteffen sind, ist selbstverständlich. Wer es fertig bringt, fein Revier mit der Zeit mit einem Netz von Hecken und Büschen zu überziehen, die dort ihren Platz haben, wo sonst doch nichts wächst, der leistet eine Arbeit, die in gleicher Weise den Interessen der Jagd, des Vogelschutzes, der Land­wirtschaft und des'Naturschutzes dient. Möchte diese Ueberlegung in recht viel heimischen Revieren zu Taten führen!

Der April ist der rechte Monat, um den Hund, vor allem den jungen, auf Paarhühner zu führen und im Verhalten vor Federwild sicher zu machen. Durch die oberhessischen Jagdkreise geht zur Zeit eine große Werbung zu gemeinsamer Zusammen­arbeit aller Jäger im Rahmen desJagdgebrauchs­hundevereins für Oberhessen" für den deutschen Ge­brauchshund, den vielseitigen, tteuesten und unent­behrlichen Gesellen des weidgerechten Jägers. Der Gedanke ist bei der grünen Farbe ebenso wie im Kreise der Jagdpächter usw. auf fruchtbaren Boden

** Dienstjubiläum. Am 1. April waren es 25 Jahre, daß das Gefolgfchaftsmitglied Kari Kühn als Pfleger bei d^r Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen eingetreten ist. Der Betriebs­führer Direttor Dr. Schneider beglückwünschte den Jubilar zu seinem Ehrentage namens der gan­zen Gefolgschaft und sprach ihm Dank und Aner­kennung für seine treue Dienstzeit aus.

♦♦ Beim Auf springen auf d e n sah- rendenZug verunglückt. Ein etwa 60 Jahre alter Mann von hier wollte dieser Tage im hiesigen Bahnhof auf den bereits fahrenden Zug aufsprin­gen. Dies mißlang ihm jedoch, und er kam zu Fall. Mit Schädelverletzungen, Prellungen und Ab­schürfungen mußte er in die Chirurgische Klinik ge­bracht werden.

Er gab nicht gleich eihe Antwort, sondern begeg­nete stumm ihrem Blick. Dieser dunkle, drohende, ein wenig spöttische Blick sagte ihr alles.

Vielleicht hat er gerade" Aber er kam nicht weiter, denn plötzlich trommelten Gerdas Fäuste gegen feine Brust, daß es nur so dröhnte.

Decken Sie dock endlich die Karten auf! Geben Sie doch endlich Jyre Gemeinheit zu!"

3d) wieso was haben Sie denn?" Gleich­zeitig faßte er nach ihren schlagenden Händen und hielt sie mit einem fast gewalttätigen Griffe fest.

Gerda schrie vor, Schmerz auf, aber gleich darauf war sie ganz ruhig und begann ihre Möglichkeiten abzufchätzen.

Sie traute sich die Kraft zu, es mit dem Alten aufzunehmen. Schließlich hatte man ja feine Feuer­probe schon bestanden. Die Hauptsache war, daß er nicht dazu kam, sie mit einer Waffe zu bedrohen.

Was ist mit meinem Verlobten geschehen? Wo­her haben Sie die Photographie?"

Bilden Sie sich wirklich ein, darauf eine Ant­wort zu bekommen? Ich werde mit Ihnen genau so wenig Federlefens machen wie mit ihm." Er ließ nun die Maske vollends fallen und zeigte sich zum ersten Male ganz in seiner wirklichen Gestalt, in der Gestalt des brutalen, rücksichtslosen Gewalt­menschen.

Dann muß ich versuchen, Sie zur Antwort zu zwingen." /

Claudius wollte gerade höhnisch auflachen, doch statt dessen verzog sich sein Gesicht ju einer von jähem Schmerz verzerrten Grimasse

Gerda schwieg und lauschte angestrengt, ob nicht irgendein Geräusch ihr von Willys Anwesenheit Kunde geben wollte.

Nein, nichts! Nur eine Uhr tickte irgendwo.

So, nun kommen Sie herein und machen Sie ich's bequem!"

Claudius hatte eine Tür geöffnet und das Licht angeknipst.

Gerda sah ein mit alten Möbeln bestelltes, mäßig großes Zimmer, dessen Mitte von einem ovalen Tisch beherrscht wurde. Die eine Wand war von einem breiten Sofa mit geblümter Polsterung fast vollständig ausgefüllt. An der gegenüberliegenden Ecke stand ein Schreibtisch, auf dessen verschrammter Platte die Reste einer frugalen Mahlzeit standen.

In der Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauvereins am Sonntag im HotelHopfeld" konnte der Vereinsführer Junker einen Aufstieg des Interesses am Obst- und Gartenbau feststellen. Dieser Aufstieg wirkt sich nicht nur in der Zu­nahme der Mitglieder des Vereins aus, der in wenigen Monaten um 72 auf 247 Mitglieder an- gewachsen ist, sondern er zeigt sich auch durch die rege Teilnahme an den Besichtigungen und den Vorttägen und nicht zuletzt an einem anwachsenden Austausch der praktischen Erfahrungen. Durch die Beratungen und den Austausch der praktische» Er- ahrungen soll eine bessere Ausnützung der Gtzrien- läche erfolgen. Mit Bedauern mußte der Vor­tragende feststellen, daß es auch in Gießen noch Gärten gibt, die brach und verwahrlost bleiben, obwohl ihre Erträge mehrköpfigen Fami­lien den Jahresbedarf an Gemüse stellen körnten.

Wir alle gehören dem Führer

ausgezeichnet.

Weiterhin sprach der Vereinsführer noch vtn der günfttgen Gelegenheit der Gartenbeschaffung n der Gagf ah-Siedlung. Für den Sommer ist en weder eine Besichtigung einer Obstbauanlage ober eii flug vorgesehen. Auf die getrennte Geschäftsf 1, des Obstbau-Bezirksverbandes und des Obsi. und Gartenbauvereins Gießen wurde besonders hin-