Nr.8K Srodtes Blatt
Gießener Anzeiqer (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 5.2Ipril 1938
Neue Reichsanleihe Über 13ntlliari>e Reichsmark Zeichnungsfrist vom l». April bis 4. Mai.
Berlin, 4. April. (DNB.) Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich eine Milliarde NM. 4'/2prozentige auslosbare Reich s- schatzanmeifungen von 1938, II. Folge. Die Schatzanweisungen werden spätestens in 20 Jahren fällig. Je ein Sechstel des gesamten Betrages der Schatzanweisungen wird zum 1. April der Jahre 1953 bis 1958 nach vorangegangener Verlosung zum Nennwert zurückgezahlt werden, so daß die durchschnittliche Laufzeit sich auf 17 Jahre errechnet. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge nach Ablauf von fünf Jahren vor. Der Zinslauf beginnt am 1. April 1938.
Von dem Gesamtbetrag dieser Emission sind b;reits25OMillionenRM. fest gezeich- n ? t worden. Die verbleibenden 750 Millionen-RM. werden durch das unter Führung der Reichsbank sichende Anleihekonsortium, das durch Aufnahme österreichischer Geldinstitute erweitert worden ist zum Kurse von 98% d. 5). zur öffentlichen Zechnung in der Zeit vom 19. April bis 4. Mai 19i8 aufgelegt.
)ie Einzahlungen durch die Zeichner auf die zugeteilten Schatzanweisungen verteilen sich auf die Zeit vom 13. Mai bis 24. Juni 1938, und zwar sin> 4 0 v. H. am 13. Mai und je 20 v. H. am 27Mai, 10. Juni und 24. Juni 1938 zu entrichten. Frihere Zahlungen sind zulässig. Die neuen Reichs- fchtzanweisungen sind m ü n d e l s.i che r. Ihre St.cke sind bei der Reichsbank lombardfähig. Dic Schatzanweisungen können auf Antrag in das Reichsschuldbuch eingetragen ' roerben; einZahingehender Antrag kann sofort bei der Zeich- nmg gestellt werden.
Die Reitungsiai des „Wilhelm Gustloff".
Einholung derausAfrika heimkehrenden KdF.-Flotte.
Ai B o r d des „W i l h e l m G u st l o f f", 4. Aril. (DNB.) lieber die bereits gemeldete Ret- t u rg s a k t i o n des „Wilhelm Gustloff", der dem in Seenot geratenen englischen Dampfer „P e g a - zur Hilfe eilte, berichtete ein- an Bord des KdF- Schiffes befindlicher Sonderberichterstatter nähre Einzelheiten: Kapitän Lübbe ließ zunächst ein tuberboot klar machen. Jeboch ber hohe See- ganNnachte es unmöglich, an ben Englänber heran- zukoimen. Darauf würbe ein Motorboot unter Führng bes zweiten Offiziers ausgesetzt, bas ben mit mem Leck treibenben Dampfer erreichte. Die „Pegway" hatte starke Schlagseite nach Backborb. Das ilotorboot übernahm bie ganze Besatzung: 18 Matrsen und ben Kapitän. Der Bergungsbampfer, der in „Pegaway" abschleppen wollte, sah bald darai keine Möglichkeit mehr, sich des Schiffes an- zunelnen. Es war bereits untergegangen, lieber ihre lufnahme an Bord des „Wilhelm Gustloff" habet sich die Engländer sehr zufrieden geäußet Bor allem waren sie erfreut über die ihnen zugeresenen Kabinen, die sie zuerst für Kabinen 1. Klce hielten, da ihnen^der Zweck und die Aufgabe )es KdF.-Schiffes unbekannt waren. Dem Kapiin des „Wilhelm Gustloff" sind von einigen in de Nähe kreuzenden englischen Schiffen Glück- wünse zu dem mutigen Einsatz der Rettungs- mamchaft zugefUnkt worden.
Sicen Meilen südwestlich vom Terschelling- Feuechiff fand am Montag die feierliche Begrüßungier von der Tripolisfahrt heimkehrenden b F. -Flotte, bestehend aus den Schiffen „Der deutsche", „Sierra Cordoba" und „Oceana", durch das neue KdF.-Schiff „Wilhelm Gustloff" statt. )ie Begegnung von rund 4000 deutschen Ar
beitern und Arbeiterinnen auf hoher See war ein unvergeßliches Erlebnis Die mehr als 1000 Urlauber an Bord des „Wilhelm Gustloff" hatten eine wenn auch teilweise stürmische, so doch herrliche Fahrt hinter sich, als nach der aufregenden Rettung ber englischen Matrosen bie Begegnung mit ber aus dem Mittelmeer zurückkehrenben KbF.-Flotte erfolgte. Die heimkehrenben KbF.-Schiffe hatten ebenso wie ber „Wilhelm Gustloff" über bie Toppen geflaggt. Mit lautem Sirenengeheul würben sie vom „Wilhelm Gustloff" begrüßt, ber Hakenkreuzflaggen in bie Luft geschossen unb bas Signal „Gute Reise" gesetzt hatte. Hüben unb brüben setzte ein begeistertes Winken unb Sieg-Heil-Rufen ein. Der „Wilhelm Gustloff" setzte sich an bie Spitze der stolzen Heimfahrt ber 4000 beutschen Arbeiter, bie in Afrika, im Mittelmeer unb auf ber Norbsee unvergeßlich schöne Tage erlebten unb babei ben Gebauten ber nationalsozialistischen Volksgemeinschaft tiefinnerst empfunben haben. Sie finb bie glücklichsten Arbeiter ber Welt, glücklich geworben
burch bas soziale Aufbauwerk Abolf Hitlers unb seines Mitarbeiters Dr. Robert Ley.
Die Reichsbahn
vergibt für 45 Mill onen Schilling Aufträge an dieösterre.chifche Lnoustrie
Wien, 4. April. (DNB.) Nach Mitteilung ber Abwicklungsstelle Oesterreich bes Reichsverkehrs- mlnisteriums wirb bie Deutsche Reichsbahn zur Wieberbelebung ber österreichischen Wirtschaft sofort Aufträge in Höhe von 45 Millionen Schilling an bie Fahrzeuginbu- ft r i e in Wien unb in Graz vergeben. Allein die Waggonfabrik in Graz wirb in ber Lage sein, zur Ausführung bieser Aufträge etwa 6 0 0 A r - beiter neu e i n z u st e l l e n. Außerbem wirb bie Deutsche Reichsbahn für bie Fahrzeugpflege 1 6 0 0 Arbeiter neu in ihren eigenen Betrieb ein ft eilen können.
Ein Bauwerk -es Führers.
Seit ber Machtübernahme würben über 600 Brücken für Straßen erneuert unb über 3400 Straßenbrücken erbaut. Dieses ist nur ein Bruchteil bes heimischen Aufbauwerkes des Führers. Bekenne Dich zu ihm und seinem Werk am 10. April mit Deinem Ja!
| Hessen-Nassaus Landwirtschaft im Ausstieg
NSG. 1 019 000 Hektar Land vor der Z w a n g 5 • Versteigerung! Das war der Stand vor der Machtübernahme. — Schon 14 Tage nach der, Uebernahme der Macht durch ben Nationalsozialis« mus mürbe bie Verorbnung erlassen, bie bie Zwangsvollstreckungen oerhinberte. Damit war ber Anfang zur Neuformung unb Rettung bes Bauerntums gegeben. Allein aus ber Erkenntnis, daß bas gefunbe Bauerntum bie Grunblage bes Volkes unb Staates ist, konnte bie Rettung kommen. Das Bauerntum würbe als ber lebenserneuernbe Blutquell ber Nation eine tragenbe Säule der Dolkskraft im beutschen Aufbauwerk. Am 1. Oktober 1936 waren runb 700 000 Betriebe mit 45 v. H. ber lanb- unb forstwirtschaftlich genutzten Fläche a l s Erbhöfe eingetragen. Daburch würbe ber Kern ber deutschen Landwirtschaft für immer den Einflüssen ber Bobenspekulation entzogen.
Im Rahmen des Gesamtaufbaues der Landwirtschaft hat die Landesbauernschaft Hessen-Nassau die Brotgetreideemte während der letzten drei Jahre von 229 253 auf 318 313 Tonnen, die Gesamtbuttererzeugung von 8340 auf 11300 Tonnen und den Schweinebestand von 188 355 auf 217 253 ge- steigert. Eine wichtige Maßnahme auf dem Gebiet der Erzeugungsschlacht im Gau Hesfen-Nassau ist die Sicherung der wirtschaftseigenen Futter e r z e u g u n g. Sie wurde durch Einführung des Zry^ifchenfruchtbaues unb die Errichtung von zweckentsprechenden Einsäuerungsanlagen erweitert. Die Grünfuttergärbehälter sind seit 1933 um das Fünffache gestiegen. In fast keinem Dorf Hessen-Nassaus fehlt heute der Kar- toffeleinfäuerungssehälter. Es gibt heute bereits 13 9 Dämpfkolonnen, während in 1934 davon erst zwei vorhanden waren. Ohne Verminderung der Getreideanbaufläche wurden der Hackfruchtbau verstärkt unb die Kartoffelerträge durch den Anbau, leistungsfähiger Futterkartoffeln erhöht.
Da die Futtergrundlage die Voraussetzung für die Viehhaltung ist, wurde bei dem Rasseverteilungsplan auf die wirtschaftseigene Futtergrundlage in zweckmäßiger Form Rücksicht genommen. Die durchschnittliche' Leistung der ganzjährigen kontrollierten Kühe wurde innerhalb der letzten drei Jahre bei Milch um 100 Kilogramm und bei Fett um 6,44 Kilogramm je Kuh unb Jahr gesteigert. Die Anbaufläche von Flachs wurde seit 1933 von 16 auf 1200 Hektar gesteigert, also 75fach vermehrt. Der Gau Hessen-Nassau besitzt in Stockheim die modernste Flachsröste Europas, die die von 32 000 Anbauern anfallende Menge Strohflachs in drei Monaten abnebmen kann. Außer dieser außerordentlichen Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion hat der Gau Hessen-Nassau durch seine vorbildliche Arbeit in ber Landeskult u.r das Bauerntum weiter festigen unb stärken können.
Kleine politische Nachrichten.
Korpsführer Hühnlein und der Generalinspektor für das Straßenwesen, Dr. Todt, weilten in den Steyrwerken. Dabei wies Korpsführer Hühnlein darauf hin, baß bereits jetzt burch bie ben Steyrwerken gegebenen Aufträge über 1000 Arbeiter hätten neu eingestellt werben können, benen noch weitere Taufende folgen würben. Generalinspektor Dr. Tobt teilte mit, baß bereits am nächsten Donnerstag der erste Spatenstich für die Reichsautobahn von Salzburg nach Wien bei Salzburg getan werde.
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Nach der Verordnung über bie Einführung sozialrechtlicher Vorschriften im ßanbe Oesterreich vom 26. März 1938 wirb für bas Lanb Oesterreich ein Reichstreuhänder ber Arbeit mit dem Sitz in Wien bestellt. Der Reichsarbeitsminister hat den Reichsstatthalter in Oesterreich vorläufig mit ber Wahrung ber Geschäfte bes Reichstreuhänders beauftragt.
„Wir haben es damals geschafft."
Männer aus dem Kerker — Männer an der Arbeit.
2>n unserem aus eine Äeutschlandreise entsandten Sonderberichterstatter Heinz Otto.
Friebrichshafen, im April 1938.
Itri liegt hinter uns. Der Kraftwagen rollt auf ber ein erst fertig geworbenen Reichsftraße zum Arlbei Doch der Wettergott hat uns einen Strich durch ifere Rechnung gemacht. Der Arlbergpaß ist tief vschneit. Der Föhn, der über die Berge heult, ringt Lawinengefahr, so daß wir in St. Antonen Wagen verladen müssen, um durch den zehn Someter langen Tunnel mit der Eisenbahn nach Ingen zu fahren. Dann geht es weiter nach Brengz durch die mondhelle Nacht.
Wirommen in Bregenz gerade zurecht, um tn eim SA.-Lokal zusammen mit ben Vorarlberger S-Männern bie Uebertragung ber Rebe von Dr. Ebbels aus Wien zu hören. Nachher sitzen wir ch stunbenlang zusammen. Diese Männer Haden > viel zu erzählen, baß eine Nacht gar nicht ausreii. um ihnen zuzuhören. Aus ber Zeit ber Konzerationslager, aus ber Zeit ber Illegalität unb bl Kampfes erzählen sie, unb nicht einer ist unter nen, ber nicht im Kerker ober im Lager gefefferiätte. Der Kreisleiter faß zwei Jahre in Wöllervrf, anbere Kameraben faßen im Kaiser- Steinbö), in ben Gefängnissen in Innsbruck unb Wien.
„Abeieldst im Lager haben wir unsere Arbeit niter fortgeführt", so erzählt einer ber Karaben, „wir hatten im Lager Kaiser- Steindr» eine straffe Organisation, so als ob wir draußemnsere Stürme unb Standarten weiter geÄihrt itten nur eben, baß wir hinter Stachel- droht sah. Selbst eine Fahne hatten mir, bie auch eines schm Tages auf unsere Baracke aufgezogen würbe. 2 einer Konservenbüchse, in ber angeblich Pflaumeimpott war, haben wir bie Fahne ins Lagi schmuggeln können. Die Wachmänner haben scke Gesichter gemacht, als eines Morgens auf der iracke 18 bie Hakenkreuzfahne flatterte. Einmal ben wir sogar einen kleinen Rabioappa- rat mit 'pfhörern in einer großen Homgbuchse ins Lagechaffen können."
Die K'erabschast in unserem Lager war so vorbildlich d selbst die Wachmannschaften unter Dem Eindruck ferer Disziplin und Kameradschaft standen. Als ir damals in den Hungerstreik traten, um enülicherauszukSmmen, und über 200 Same»
raben* auf Bahren hinausgetragen werben mußten, um ins Spital eingeliefert zu werben, ba haben 30 Männer von ber Bewachung sich zur Abrüstung gemelbet unb ihre Posten zur Verfügung gestellt. Sie sehen, es gab auch auf ber anberen Seite an- ftänbige Kerle, welche bie Schinberei nicht mit- machen wollten."
„Wir haben es bamals geschafft, herauszukom- men. Allerbings waren bie meisten von uns halb wieber eingesperrt. Manch einer barunter sogar lebenslänglich. Aber selbst solche Urteile haben wir hingenommen, ohne mit ber Wimper zu zucken, benn wir wußten ja, baß ber Führer uns nicht vergessen würbe. Lebenslänglich, baran haben wir nie' geglaubt, im Höchstfälle ,regierungslänglich', so haben mir damals gesagt."
Jeder zehnte Mann im Kreise Bregenz mar eingesperrt, selbst Frauen und Kinder wurden nicht verschont von der Verfolgung, und doch hat man heute schon, kaum zwei Wochen nach dem Umschwung, diese Zeit fast vergessen. Als ich am anderen Vormittag auf der Geschäftsstelle der Kreisleitung sitze, da bin ich nicht unter rachedurstigen Landsknechten, sondern unter Männern, die mit ungebrochenem Einsatz an dem friedlichen Aufbau des neuen Landes Oesterreich arbeiten.
Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. In dem Treppenhaus, in den Warteräumen sitzen Arbeiterfrauen, bie voll Vertrauen zur Partei gekommen finb, um ihre Sorgen unb Nöte vorzubringen. Nach Möglichkeit wirb auch jebem ber ba kommt, geholfen. Es ist falsch, zu glauben, baß bie vielen Männer unb Frauen Oesterreichs, bie sich früher nicht zum Nationalsozialismus bekannten, unb bie heute offen ihr Bekenntnis zum Führer ablegen, bies lebiglich aus Zweckmäßigkeit täten. Die letzten Tage, in benen ungehinbert bie Nachrichten aus bem Reich nach Oesterreich hineinkommen konnten, haben biefen Menschen bie Augen geöffnet. Sie haben erkannt, baß man sie jahrelang belogen unb betrogen hat. Wenn sie sich heute zum Dritten Reich bekennen, so ist bas ehrlich unb in voller Ueberzeugung. Jetzt, ba bie Grenzen verschrvunben finb unb sich jeder ungehinbert selbst überzeugen kann von bem, was im Dritten Reich an Aufbauarbeit geleistet wurde, gibt es keine Zweifel mehr.
Man weiß, baß jetzt auch Oesterreich in ben großen Arbeitsprozeß, ber Deutschland völlig umgewandelt hat, mit einbezvgen ist.
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Gerade an dieser Südwestecke des Deutschen Reiches ist der Gegensatz zwischen bem Zustanb bes ehemaligen Oesterreich unb bem beutschen Reichsgebiet besvnbers augenfällig. Wenn man, von Bregenz fommenb, über bie alte Lanbesgrenze am Bo- benfee entlang über Linbau nach Friebrichshafen fährt, so sieht man fast alle hunbert Meter bie Zeichen bes Aufbaues: Ueberall neue Sieblungen unb Häuser. In ben Fabriken wirb gearbeitet. Es gibt kein Werk, bas nicht voll beschäftigt wäre. Besvnbers im Kreis Friebrichshafen zeigt sich ein wirtschaftliches Leben, bas alle Vorstellungen übertrifft.
Allein bie Einwohnerzahl ber Stabt Friebrichshafen stieg von 13 200 im Jahre 1932 auf 23 300 im Jahre 1937. Sieblungen entstauben rings um bie Stabt, so bas Zeppelinborf, bie Dorniersieblung, Löwental, Reute unb Meckebeuren, um nur bie wichtigsten zu nennen. Auch ber Frembenzu- ft r o m nach Friebrichshafen hat alle Erwartungen übertroffen. In ben Jahren vor 1933, ba bie allgemeine Wirtschaftslage im Reich bas Reisen kaum möglich machte, war kaum ein Frembenverkehr zu verzeichnen. Im Jahr 1937 bagegen besuchten 1,7 Millionen Touristen unb Reisenbe Friebrichshafen. Es ist verstänblich, baß sich ein so großer Zustrom von Fremben auf bie ganze Wirtschaftslage ber Stabt ausgewirkt hat. Die Absatzmöglichkeiten, bie bie württembergischen Bauern in ben letzten Jahren gefunben haben, haben es möglich gemacht, baß heute faft jeber Bauer bieses Gaues seinen eigenen Kraftwagen fährt. Die Gesamtzahl ber Kraftwagen in biefem Gebiet hat sich infolge ber bie Motorisierung anfurbelnben Maßnahmen bes Führers mehr als verdreifacht, bas sei nur am Raube bemerkt.
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Dor ben Toren ber Stabt Friebrichshafen erheben sich bie beiden mächtigen Hallen der Lu ft- schiff wer ft. Hier steht die Wiege des deutschen Luftschiffbaues. Schon am Eingang des Werkes hört man das Dröhnen der Niethämmer aus den Sveuglerwerkstätteu, die zur Luftschiffwerft gehören. Ein Werkmeister, der schon über 25 Jahre hier auf der Werft arbeitet, führt mich stolz in die große Montagehalle, in der das jüngste Luftschiff LZ 13 0 seiner Vollendung entgegengebt. Es ist ein überwältigender Anblick, den ber Besucher hat, wenn er durch eine der kleinen Seiten- türen in die riesige, über 200 Meter lange und
über 50 Meter hohe Halle tritt, in der das teilweise schon überspannte Gerippe des JLZ 130 wie ein ur- weltliches Ungetüm liegt. Die vielen Arbeiter unb Handwerker, bie an seiner Vollenbung arbeiten, verlieren sich völlig in bem Gewirr von Drähten unb Streben, so baß man zunächst annimmt, baß kein Mensch in ber riesigen Halle arbeite, unb boch sinb es nahezu 200 Männer, bie hier schaffen.
„Ich habe hier schon unter bem Grafen Zeppelin an bem ersten Luftschiff, bas von ihm konstruiert war, mitgebaut, unb seitdem bin ich ununterbrochen auf ber Werft", so berichtet mein Führer. „Die meisten von meinen Arbeitskameraden hier sinb schon Jahre babei. Viele so wie ich über 25 Jahre. Wir haben immer ganz gut zu tun gehabt, aber es war boch kein sehr befriebigenbes Gefühl, oa man ja niemals wußte, ob bas Schiff, an dem wir gerade bauten, nicht bas Letzte sein würbe. Wer hat bamals schon vor 1933 bei uns ein Luftschiff bestellen können? Heute ist bas anbers. Die großzügige Aufbauarbeit auf bem Gebiet bes beutschen Weltverkehrs, wie sie im Dritten Reich geleistet würbe, gibt uns bie Zuversicht, baß wir auf Jahre hinaus Weiterarbeiten können."
Der Werkmeister führt mich unter bem langen Rumpf hinburch bis zum Heck bes Schiffes. Dort oben arbeiten in schwinbelnber Höhe auf langen Leitern zwei Männer an ber Verspannung. „Die beiben ba oben", so erklärte ber Werkmeister, „sind gelernte Schneider, aber die müssen schon etwas mehr können, als mit gekreuzten Beinen auf dem Tisch sitzen, die müssen beinahe Artisten sein, wenn sie ba oben in 30 Meter Höhe bie Verspannung befestigen. Das sinb eben auch befonbeje Schneider."
Aus den Worten dieses Mannes und seiner Arbeitskameraden spricht immer wieder ber Stolz jebes einzelnen, Mitarbeiter an bem großen Werk zu sein. Keiner von ihnen fühlt sich nur als Hanblanger ober Hilfsarbeiter, wenn er es auch bem äußeren Anschein nach ist: benn jeber von bie- sen Männern weiß, baß vielleicht gerabe an seinem Stück Arbeit, bas er an bem großen Werk tut, an bem Teil ber Verspannung, an bem Niet ober an ber Schraube, bie er einzieht, bas Leben ber ganzen Luftschiffbesatzung hängen kann. Auch ber kleinste Fehler, ber hier bei ber Montage gemacht wirb, kann sich furchtbar auswirken. Das weiß jebermann, unb deshalb kommen keine Fehler vor. Denn jeder einzelne fühlt sich verantwortlich für das Gesamtwert. — Unb bieses Gefühl ber Verantwortlichkeit ist zugleich ein Gefühl ber 23erbunbenhoA bem Volke gegenüber, für besten Größe unb Ruhm auch dieses Werk geschaffen wird.,.


