Einzelbild herunterladen

einem neuen Wäschestück zum Korb bückt und es auseinanderschlägt, schäkert sie lachenden Gesichts mit ihrem Nesthäkchen. Aber der von unsichtbarer Hand gekurbelte Film rast weiter.

Dann knirschen zum erstenmal die Bremsen, lieber einen nicht überdachten Bahnsteig hinweg kann man einem schmucken Städtchen ins Herz schauen. Es hat sich im Kranz seiner Berge an den Hängen des sanft anhügelnden Landes festgeklam­mert und sein Gottoertrauen in dem kräftigen Turm einer Bergkirche betont. Die Abteiltür wird aufge- rissen, ein Fahrgast steigt ziemlich abgehetzt ein. Der frischen Brise, die von draußen hereinweht, schlüp­fen ein paar Helle Glockentöne nach, die den Mittag einläuten. Ihr Hall klingt noch eine Zeitlang in mir fort wie der gute Reisewunsch eines lieben Freundes.

Und wieder fesselt mich, wie die Szenen einer Drehbühne, braun und grün, aufgelockert und hoff­nungsfroh die wechselnde Dorfrühlingslandschaft.

Vornotiren.

Tageskalender für Samstag.

Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr:Der Trouba­dour". Gloria-Palast (Seltersweg):Der Tiger von Eschnapur". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Der Katzensteg". Aliceschul-Verein: 10 bis 18 Uhr, Steinstraße 10, Handarbeits-Ausstellung. Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Aus­stellung im Turmhaus am Brand.

Tageskalender für Sonntag.

Weihestunde der SA. im Stadttheater, 11 Uhr: Ewig lebt die SA.". NS.-Kriegsopferversor- gung: 19 Uhr, Cafe Leib, Kameradschaftsabend. Stadttheater, 19 bis 22.45 Uhr:Clivia". Gloria- Palast (Seltersweg), 11 Uhr:Mit der Hamburg- Amerika-Linie rund um die Welt", Kapitän Rick- mers. Zu den bekannten Zeiten:Der Tiger von Eschnapur". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Der Katzensteg". Aliceschul-Verein: 10 bis 18 Uhr, Steinstraße 10, Handarbeits-Ausstellung. Ober- hessischer Kunstoerein: 11 bis 13 Uhr, Schlußtag der Kunstausstellung im Turmhaus am Brand. Öffentlicher Vortrag im Hörsaal des Physiologischen Instituts, Friedrichstraße 24: 11.30 Uhr, Vortrag Herz und Kreislauf", Professor Dr. Bürker. Sportplatz 1900: 15 Uhr: Meisterschaftsspiel 1900 gegen Wetzlar.

Sladllheater Gießen.

Heute, 20 Uhr, findet eine Wiederholung des großen ErfolgesDer Toubadour", Oper in vier Akten von Verdi, statt. Musikalische Leitung: Joa­chim Popelka, Spielleitung: Wolfgang Kühne, Chöre: Heinz Markwardt, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF."-Miete, Gruppe I (11. Vorstellung), statt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen. Ende 22.45 Uhr.

Am Sonntag, 6. März, findet um 19 Uhr eine Wiederholung der OperetteClivia" von Nico Dostal statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Heinz Markwardt, Spielleitung: Karl-Ludwig Lindt, Tänze: Irmgard Zenner, Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Vorstellung findet außer Miete statt und endet 22.15 Uhr.

Dienstag, 8. März, Anfang 20, Ende 22,30 Uhr: Fra Diavolo", komische Oper von Auber. Musika­lische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Wolf­gang Kühne. Dienstag-Miete, 21. Vorstellung.

Mittwoch, 9. März, Anfang 19.30, Ende 22.15 Uhr:Der Troubadour", Oper von Verdi. Musika­lische Leitung: Joachim Popelka, Spielleitung: Wolfgong Kühne. Mittwoch-Miete, 23. Vorstellung.

Freitag, 11. März, Anfang 20, Ende 23 Uhr: NeueinstudierungWilhelm Teil", Schauspiel von Schiller. Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim. Freitag-Miete, 23. Vorstellung.

Samstag, 12. März, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr: zum letztenmalDie Boheme", Oper von Pu^cini. Musikalische Leitung: Joachim Popelka, Spiel­leitung: Dr. Erich Schumacher.KdF."-Miete, Gruppe II (11. Vorstellung). Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen.

Sonntag, 13. März, Anfang 20, Ende 22 Uhr: Viertes Orchesterkonzert. Leitung: Professor Stefan Temesvary. Solistin: Käthe Heidersbach, Staats­oper Berlin. Das Konzert findet gleichzeitig als 9. Platzmiete-Konzert des Konzertoereins statt.

Lachendes Wien."

Die Deutsche Arbeitsfront, die NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" veranstaltet am kommenden Montag, 7. März, und am Dienstag, 8. März, in der Volkshalle eine Veranstaltung außerordentlicher Art. Die große RevueLachendes Wien" wird in unserer Stadt gastieren und ein Programm bieten, das nicht alltäglich ist. In 25 bunten Bildern wird die Revue all das zeigen, was man von einer Revue zu sehen und zu hören erwartet.

3X$(Ö.Kraft durch Freude", Kreis Gießen. Theatervorstellung.

Samstag, den 5. März 1938, Beginn 20 Uhr, KdF.- Miete Gruppe I (11. Vorstellung): 1359D

Der Troubadour"

Oper in 4 Akten von Verdi.

Karten zu 1, RM. sind erhältlich in der Ver­kaufsstelle, Seltersweg 60.

NS.-kriegsopferversorguug, Kameradschaft Gießen, veranstaltet am Sonntag, dem 6. März 1938, im Caf6 Leib einen Kameradschaftsabend. Beginn 19 Uhr. Eintrittskarten hierzu.sind auf der Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, sowie an der Abendkasse zu haben.

HZ., Unt-rboun V/116.

Am Sonntag, 6. März, 9 Uhr, findet eine Führer­tagung sämtlicher Führer ab Kameradschaftsführer aufwärts statt. Nur ärztliches Attest entschuldigt. Tagungsort: HJ.-Heim Großen-Linden.

WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord

Vekr.: Kohlenabrechnung.

Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie E und S) bis spätestens Samstag, 5. März, 18 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzurei­chen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.

SA.-Sportabzeichen für politische Leiter.

NSG. Der Gauausbildungsleiter gibt bekannt: Alle Politischen Leiter, die im Besitze des SA.-Sport­abzeichens sind, melden sich zur Wiederholungsübung bei dem für ihre Ortsgruppe zuständigen SA.-Sturm

Ton in Töpfers Hand."

Eine sehenswerte Ausstellung im Alten Schloß.

Gegenwärtig wird im Oberhessischen Museum (im Alten Schloß am Brandplatz) eine Ausstellung ge­zeigt, die des Interesses eines breiten Kreises un­serer Bevölkerung würdig ist. In einer sorgfältig aufgebauten Schau werden Töpferwaren gezeigt, die beste deutsche Handwerkskunst darstellen. Die Er­zeugnisse eines kunstgewerblichen Fleißes, die in schlichtesten aber edlen Formen gehalten sind, und sich in ihrer Art der alten deutschen Töpferei an­gleichen, machen den denkbar besten Eindruck und dürften in manchem der Besucher den Wunsch des Besitzes Hervorrufen. Die ausgestellten Erzeugnisse führen in ihrer Formgebung, in ihrem schlichten farbigem Schmuck im Geiste wieder hin zu den besten Zeiten einer deutschen Vvlkskultur und lassen eine Bodenverbundenheit erkennen, die die Volks­kultur von jeher kennzeichnete.

Die Töpferwaren von der kleinsten Blumenvase zum großen Krug, vom einfachen Teller bis zur großartigen Schmuckschale, stammen aus verschiede­nen deutschen Landschaften. Besonders reichhaltig ist die Abteilung der salzglasierten Steingutwaren aus dem Westerwald, aus Höhr-Grenzhausen, die in ihrem eigenartigen'Grauweiß und dem leuch­tenden Kobaltblau wohl jedermann bekannt sind. Hier insbesondere sind es die Arbeiten von Frau Balzar-Kopp (Höhr-Grenzhausen), die diesem Teil der Schau das Gepräge geben. Außerdem sieht, man schöne Arbeiten ähnlicher Art von derMar-1

garetenhöhe" Essen-Ruhr, die auch mit Majolika­arbeiten in warmen Braun- und Rottönen vertreten ist. Mit besonderem Interesse wird man ferner die Schöpfungen aus Klinker betrachten, die aus Bock­horn in Oldenburg stammen (Kurt Gro­ßer) und sich ebenfalls durch ihre einfache und edle Formgebung auszeichnen. Allgemeine Beachtung verdient dabei ein Brunnen- und Wasserbecken aus Klinker geformt, das als plastischen Schmuck drei Frösche zeigt. Der Brunnen dürfte als eine wert­volle Anregung für Gestaltungsmöglichkeiten auf diesem Gebiet anzusehen sein. Neben der nord- und westdeutschen Töpferkunst ist auch unsere einheimische Töpferei in der Ausstellung vertreten. DerDippe- loui" von Wieseck hat eine ansehnliche Zahl seiner Arbeiten beigesteuert, die den Gießenern wohl schon bekannt sind, die aber immer wieder gern gesehen werden. Auch' die Marburger Töpferei ist mit einigen Stücken vertreten.

So gibt die Ausstellung einen schönen Einblick in den' Stand des Kunstschaffens der deutschen Töpferei und jedermann, der die Ausstellung besucht, wird dankbar für all das gesehene Schöne, das Haus verlassen.

Die Leitung der Ausstellung liegt in Händen von Herrn HInder aus Weidenhausen. Die Ausstel­lung ist für die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" veranstaltet.

bis spätestens 15. März. Für alle Politischen Leiter unter 40 Jahren ist die Wiederholungsübung zur Aufrechterhaltung des Besitzrechtes Pflicht. Nähere Bestimmungen sind bei den Ausbildungsleitern ein­zuholen.

Unser neuer Roman.

Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe des Gießener Anzeigers die Veröffentlichung des Ro­mansDie Mädchen aus der Burgstraße" von Hilde R. Lest beendet haben, beginnen wir in der heute erscheinenden Nummer unseres Blattes mit dem Abdruck eines neuen, großen Romanwerkes, von dem wir uns wieder einen ganz ungewöhn­lichen Erfolg bei allen unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land versprechen dürfen. Der Roman heißt

Abenteuer in Paris" von Hans Hirthammer

und ist das erst kürzlich vollendete, neueste Werk eines sehr begabten jungen Autors, den wir unse­ren Lesern vor einiger Zeit bereits mit dem Roman Skandal um Doktor Vandergruen" vorgestellt haben. Viele werden sich gewiß noch mit Vergnügen erinnern, was das für eine unterhaltsame und spannende, mit Humor und Temperament erzählte Geschichte war. In dem neuen Roman, mit dem wir heute beginnen, wird man diese Eigenschaften womöglich noch gesteigert finden: hier haben mir einen höchst abenteuerlichen, handlungsreichen, glänzend geschriebenen Roman, der natürlich auch eine Liebesgeschichte enthält mit allen Span­nungen, Steigerungen und Überraschungen eines großen Abenteuers, so lebendig und farbig erzählt, daß man von der ersten bis zur letzten Fortsetzung in Atem gehalten wird. Wir sind gewiß, daß unsere Leser den Roman mit stetig wachsender Anteil­nahme und mit wirklichem Genuß verfolgen werden.

Mysteriöses Verschwinden einer $rau.

Die Staatliche Kriminalpolizei in Gießen teilt in ihrem gestrigen Polizeibericht folgendes mit:

Am vergangenen Freitag, 25. Februar, wurde bei Lollar, an der Straßenkreuzung Staufenberg Odenhaufen, ein Zweisitzer-DKW.-Personenkraft- roagen, im Straßengraben stehend, aufgefunden. Bei der Zulassungsbehörde wurde festgestellt, daß der Personenkraftwagen auf den Namen der in Drei­eichenhain, Kreis Offenbach a. M., wohnenden Frau Karoline Wilhelmine O ß w a l d-, geb. Schäfer, 53 Jahre alt, zugelassen ist. Die weiteren Erhebungen ergaben, daß Frau Oßwald, die sich auch Mel­linghausen nennt, am 23. Februar Dreieichen­hain mit ihrem Kraftwagen verlassen hat. Nachbars­leuten, die sie mit dem Füttern ihrer Hühner beauf­tragte, erklärte sie vor der Abfahrt, daß sie am Dienstag, 1. März, wieder zurückkehren würde. Es wurde nun zuerst angenommen, daß Frau O ß - wald den Wagen aus irgendeinem Grunde im Straßengraben stehen ließ, um ihn bei späterer Ge­legenheit wieder abzuholen. Als nun am 28. Februar in den Nachmittagsstunden von einem Jungen am Bahndamm in der Nähe der Station Friedelhausen, etwa 1500 Meter von der Auffindungsstelle des Kraftwagens entfernt, in einem Wassergraben eine Akten- und Damenhandtasche mit Wertpapieren und Sparkassenbüchern, auf den Namen der Frau- w a l d lautend, und sonstige Aufzeichnungen aufge­funden wurden, stand fest, daß die zunächst in Be­tracht gezogene Annahme irrig war. Aus einer vor­gefundenen Postkarte war ersichtlich, daß Frau- w a l d mit einer in Bad Homburg wohnhaften Dame in Beziehungen stand. Die dort angestellten Ermitte­lungen ergaben, daß Frau Oßwald am 23. und 24. Februar sich bei dieser Dame aufgehalten hat und in der Nacht zum 25. Februar heimlich ihre Gast­geberin verließ. Einen Schäferhund, den sie mit­führte, gab sie in Frankfurt a. M. bei einer bekannten Familie in Verwahrung. Seit dieser Zeit fehlt von der Frau jegliche Spur. Es wurde weiter festgestellt, daß Frau Oßwald am 23. Februar von verschiede­nen Sparkonten Beträge von zusammen 800 RM. abgehoben hat. Dieser Geldbetrag und ein brauner Handkoffer mittlerer Größe mit Kleidungsstücken konnten bisher ebenfalls nicht aufgefunden werden.

Alle Nachforschungen und Absuchen der der Tat­stelle nahegelegenen Waldungen unter Hinzuziehung der ArbeitsdienstabteilungJustus von Liebig" waren erfolglos.

Es ist anzunehmen, daß Frau O ß w a l d , die an Verfolgungswahnsinn litt, sich ein Leid zugefügt hat oder in der Umgebung umherirrt. Auch ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Vermißte irgendwo Unterkunft gefunden hat.

Beschreibung der Vermißten: 1,69 m groß, schlanke, hagere Gestalt, helle Augen, blonde, in der Mitte gescheitelte Haare, kurze Oberlippe und Stupsnase. Sie trägt schwarzen Hut mit braunem Band, dunkelblaues Kleid mit weißem Kragen und weißen Aermelaufschlägen, weißes Halstuch, dunkel­blauen Mantel ober dunkelblauen Gummimantel und vermutlich braune Wildlederschuhe.

Beim Aussinden der Vermißten wird um sofortige Benachrichtigung der Kriminalpolizei Gießen ober der nächstgelegenen Polizeibienststelle gebeten.

Meldepflicht

für den SA.-Sportabzeichen-Träger.

Der Führer hat in seiner Verfügung vom 18.3. 1937 bie Einführung der Wiedelcholungsübungen für das SA.-Sportabzeichen befohlen und das Lei- jtungsbuch zu einerUrkund e" erhoben, bie Auf­schluß gibt über die körperliche Leistungsfähigkeit und charakterliche weltanschauliche Haltung des In­habers des SA.-Sportabzeichens.

Für die Wiederholungsübungen und zur Erlan­gung dieser Urkunde melden sich alle SA.-Sportab- zeichenträger mit Ausnahme von Angehörigen der hh, Polizei, Wehrmacht und Stammpersonal des RAD, bis zum 15. März 1938 auf den zuständigen SA. -Sturmdienststellen ihres Wohnbe­zirkes.

Für den Stadtbezirk Gießen ist die Meldestelle die SA.-Standarte 116.

Dienststunden: 9 Bis 12 und 16 bis 18 Uhr, außer Mittwoch und Samstag.

Wer bie Berechtigung zum Weitertragen des SA- Sportabzeichens erwerben will, muß sich der Wie­derholungsübung unterziehen und sich in feinem Wohnbezirk bei der entsprechenden SA. - Sturm- Dienststelle pflichtgemäß melden.

Bei Unterlassung der Meldung erfolgt Entzug des SA.-Sportabzeichens.

Volksgenossen, bie das SA.-Sportabzeichen er­werben wollen, können sich auf der Dienststelle der Standarte 116 um die Aufnahme in eine ©21.= Sportabzeichengemeinschaft bewerben.

Abbrennen von Grasflächen usw. verboten.

Nach § 14 der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 ist in der freien Natur für die Zeit vom 15. März bis 3 0. September ver­boten:

1. Hecken, Gebüsche und lebende Zäune zu roden, abzuschneiden aber abzubrennen;

2. die Bobendecke auf Wiesen, Feldrainen, unge­nutztem Gelänbe, an Hängen unb Hecken abzubren­nen;

3. Rohr- und Schilfbestände zu beseitigen.

Das Verbot gilt nicht für behördlich angeordnete oder zugelassene Kulturarbeiten oder Maßnahmen zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung.

Verstöße unterliegen der Bestrafung nach § 30 der Naturschutzverordnung. Wer es unterläßt, Ju­gendliche unter 18 Jahren, die feiner Aussicht unter­stehen, von einer Zuwiderhandlung abzuhalten, wird ebenfalls bestraft.

Gießener Dochenmarktpreile.

* Gießen, 5. März. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, seine Molkereibutter 1,52, Markenlmrter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 5 bis 10, Eier, beutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische, 12, Wirsing, % kg 12 bis 14, Weißkraut 10, Rotkraut, 12, gelbe Rüben unb Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 20, Unter­kohlrabi 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feld- salat, Vio 9 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 12 bis 14, Meerrettich 30 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 25 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppen­hühner 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 40 bis 45, Salat 20 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf.

*

** Straßensperrung Wegen Ausführung von Brücken- unb Durchlaßarbeiten wird die Land­straße von A l b a ch bis zur Einmündung in die Landstraße S t e i n b a chL i ch vom 7. März ab für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Steinbach.

** Das Setzen von Gartenwasser- messern betrifft eine Bekanntmachung der Di­rektion unserer städtischen Betriebe. Interessenten mögen diese Mitteilung beachten.

** Städtische Brennholzverkäuse fin­den am kommenden Mittwoch, 9. März, unb am Freitag, 11. März, statt.

** D i e Allgemeine Ortskrankenkasse für ben Stabt- unb Lanbkreis Gießen mahnt bie Beiträge für ben Monat Februar zur Zahlung an.

** Eigentümer gesucht. Bei ber Kriminal­abteilung Gießen sind folgende Fahrräber sicher- gestellt, deren Eigentümer bis heute nicht zu ermit­teln waren: Herrenfahrräber: Marke . Miele" mit verchromten Felgen, MarkeOpel", MarkeClaes", zwei MarkeAdler", MarkePre­sto", MarkeStar", MarkeBabenia", Marke Kuxmann", MarkeHeßrab", MarkeTorpedo", MarkeRota", MarkeMiele", MarkeJndiar", MarkeMafi", ferner mehrere Herrenfahrräber ohne Markenbezeichnung. Damenfahrräber: MarkeEfwe", MarkeBrennabor", MarkeVelo". Personen, bie sachbienliche Angaben ober Eigen­tumsansprüche geltend macken können, werben ge­beten, sich bei der Kriminalabteilung Gießen, Zim­mer 72, zu melden.

Kundgebung derparte; inGießen

Am Montag, 7. März, um 20.30 Uhr, spricht in Gießen im Cafe Leib der aus der Kampfzeit be­kannte Redner

Pg. H. Bartholomäus, Oberbürgermeister in Worms.

Thema:Unser Glaube, unser Sieg. Eintritt frei.

Kreisleitung Welterau der NSDAP.

NSDAP., Ortsgruppe Giehen-Nord.

Am Montag, 7. März, spricht in Gießen in einer öffentlichen Versammlung im Cafe Leib der Pg. Bartholomäus, Oberbürgermeister in Worms. Alle Volksgenossen werden zu dieser Versammlung eingeladen, für die Parteigenossen und Partei­anwärter ist der Besuch dieser Veranstaltung Pflicht.

Sämtliche Politischen Leiter und Blockhelfer, so­weit sie nicht schon schriftlich benachrichtigt sind, fin­den sich um 2 0.15 Uhr vor dem Cafe Leib ein.

Das Erholungswerk des deutschen Volkes.

ji$(5. Gauamtsleiter Haug, der Leiter des Amtes für Volkswohlfahrt im Gau Hessen-Rassau, wendet sich mit folgendem Aufruf an die gesamte Bevölkerung des Gaues:

Nachdem das UUnterhilfswerk des deutschen Volkes durch die schon so oft bewiesene einmütige Opferbereitschaft der gesamten Bevölkerung unseres Gaues nunmehr erfolgreich zu Ende geht, muh die Sommerarbeit der NS.-Volkswohlfahrl in Angriff genommen werden.

Das Erholungswerk des deutschen Volkes, das den bedürftigen SA.- und ff-Männem und Taufen­den von Volksgenossen die Möglichkeit schaffen soll, in Freistellen Erholung und Kraft für die Mit­arbeit am weiteren Auf- und Ausbau des bereits Geschaffenen zu geben, muh den Gau Hessen-Nassau wieder, wie im Vorjahr, an der Spitze des Reiches sehen.

Männer und Frauen des Gaues Hessen-Nassau! Stellt euch wieder mit allen Kräften und im Be- wuhtsein der Dankbarkeit, die wir dem Führer schulden, in den Dienst dieses großen Werkes. Be­weist eure Opferbereitschaft! Laßt immer wieder durch eure Hilfe den Gedanken der Volks- und Schicksalsgemeinschaft Tat werden!

helft stellt Freiplähe zur Ver­fügung!

** D i e Handels- und Gewerbebank Gießen veröffentlicht heute bie Bilanz vom 31. De­zember 1937 unb bie Gewinn- unb Verlustrechnung. Interessenten seien auf diese Veröffentlichung beson- bers aufmerksam gemacht.

** Festtagsrückfahrkarten z u Ostern. Zu Ostern gibt bie Reichsbahn auch in diesem Jahre Festtagsrückfahrkarten mit längerer Geltungsbauer aus. Sie gelten zur Hin- unb Rückfahrt an allen Tagen vorn Mittwoch vor Ostern, 13. April, bis zum Donnerslag nach bem Fest, 21. April, 24 Uhr (Ab­schluß ber Rückreise). Die Karten sinb ebenso wie

Dem Auge das Beste!

Lassen Sie sich beraten von

\1 ( Optiker JKa&nus dem Optiker Ihres Vertrauens / Seltersweg 33 ' Kassenlieferant.

bie Platzkarten bereits ab 4. April, also neun Tage vor Ostern, zu haben. Benutzt werben kön­nen alle Eil-, Schnell-, FD= unb bie in ben Fahr­plänen mit L bezeichneten Züge unter Zahlung ber tarifmäßigen Zuschläge. Nur bie FOt-Schnelltrieb- magen sind ausgeschlossen. Die um 33% o. H. er­mäßigten Festtagsrückfahrkarten werben für ben ge­samten Bereich ber Reichsbahn ausgegeben. Bei Reisen nach unb von Ostpreußen hat ihre Benutzung nur für (Entfernungen unter 200 Kilometer Bedeu- tung, da über weitere Entfernungen bie Ostpreußen- Rückfahrkarten eine größere Ermäßigung bieten. Die Fahrpreisermäßigung für Gesellschaftsfahrten wirb zu Ostern gewährt, ebenso bie für kinderreiche Familien.

** Oesfentliche Bücherhalle. Im Fe­bruar sind 2235 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 24, Gedichte unb Dramen 22, Erzählende Literatur 1261, Jugendschriften 340, Länder- und Völkerkunde 172, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 243,. Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Tech­nologie 59, Heer- unb Seewesen 48, Haus- und Landwirtschaft 12, Gesundheitslehre 3, Religion unb Philosophie 7, Staatswifsenschaft 27, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 27 Bände.

15 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wieseck

£ Wieseck, 5. März. Nachdem in den Nach­kriegsjahren unsere Gemeinde von größeren Brän­den in der Eichgasse unb in ber Kirchstraße heim- gesucht worben war, faßten einige verantwortungs­bewußte Männer den Entschluß, eine Freiwil­lige Feuerwehr zu gründen. Im Saale der Bürgermeisterei fand eine Versammlung der P f l ich tfeuerwehr statt, in der die Grün­dung der Freiwilligen Feuerwehr vollzogen wurde. Der neu gegründeten Wehr tra­ten sofort 64 aktive Mitglieder bei, von denen heute noch bie meisten aktiv in ber Wehr tätig sinb. Die Leitung und. Organisation der Wehr wurde damals in die Hände des Oberbrandmeisters Adolf Schäfer und einiger Mitarbeiter gelegt, die sie heute noch inne haben. Die Ausrüstung der Wehr übernahm die Gemeinde. Es wurde alles getan, um bie Wehr schlagfertig zu machen. So konnte bie junge Wehr bei einem großen Branb in ber obe­ren Kirchstraße (es brannten bamals 4 gefüllte Scheunen ab unb versckiebene weitere Gebäude waren in Gefahr) ihre Feuerprobe bestehen, und es gelang ihr, das Feuer auf seinen Herd zu be­schränken. Auch ein Fabrikbrand konnte sich nicht ausdehnen, da die Wehr rechtzeitig zur Stelle war. Ferner wurde die Wehr bei verschiedenen kleinen Bränden unb bei Wassergefahr eingesetzt, wobei sie vollauf ihre Pflicht erfüllte. Die regelmäßigen Be­sichtigungen, oerbunben mit ben Jahressckluß- übungen, brachten ber Wehr immer eine gute Note ein. Sie hat stets bas in sie gesetzte Vertrauen ge­rechtfertigt unb ist für bie Heimatgemeinbe immer eine gute Stütze im Augenblick der Gefahr.