Ausgabe 
5.1.1938
 
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hoffen, daß England eine klare Außenpolitik verfolge und daß das Jahr 1938 eine endgültige Verbesserung in den internationalen Beziehungen zeitigen werde.

Oesterreichs innerpolitische Probleme.

Wien, 4. Jan. (DNB.) Zur Jahreswende haben Fd) mehrere Leiter der v o l k s p o l i t i s ch e n R e - ernte in den Bundesländern über die Entwick­lung der österreichischen innerpolitischen Lage ge­äußert. So macht Professor Tardieu in der Grazer Tagespost" den bemerkenswerten Vor­schlag, die jetzt übliche. BezeichnungNationale Op­position" durch das WortNationale Bewe­gung" zu ersetzen. Der volkspolitische Referent von Salzburg, Dr. Reitter, schreibt imSalz­burger Dolksblatt", die Mehrheit der volkspolitischen Referenten sei ebenso wie die von ihnen zu be­treuenden Personen Nationalsozialisten. Dabei müsse man sich klar fein, daß mit National­sozialisten nicht nur die Mitglieder der NSDAP, im engeren Sinne gemeint seien, sondern auch jener große Personenkreis, der sich, ohne einer Partei anzugehören, dem nationalsozialistischen Ge­dankengut weltanschaulich verbunden fühlt und in Adolf Hitler den vom Schicksal bestimmten Führer erblickt: Dr. Reitter wendet sich dann gegen die üblich gewordene Diffamierung der früheren Anschlußanhänger und erklärt, daß 14Jahre lang alle Oesterreicher nur den Anschluß als ge­meinsame politische Plattform anerkannt hätten. Der Gefühle für diese Idee brauche sich niemand zu schämen und sich deshalb auch nicht zu einem. Staatsfeind stempeln zu lassen. Vielfältige Bestre­bungen seien auf dem Boden Oesterreichs vereint. Die einen bekümmerten sich um das Schicksal der Habsburger, die anderen um das der katholischen Kirche. Die Sorge der Nationalen aber sei das deutscheSchicksal.

Gm japani Des Sozialprogramm

Tokio, 5. Jan. (DNB. Funkspruch.) Innen­minister Admiral S u e t s u g u erklärte Pressever­tretern, daß die bisherige chinesische Re­gierung nach den japanischen Siegen bedeu­tungslos geworden sei. Tschiangkaischek suche über Moskau verzweifelt Anlehnung an die Komm uni st en und erhoffe Hilfe von dritten Mächten. Hiergegen habe Japan auf politischem und militärischem Gebiet entsprechende Gegen­maßnahmen getroffen, um das unerschütterliche Ziel des Friedens im Fernen Osten ohne störende Eingriffe außenstehender Mächte durchzuführen.

Das japanische Volk werde sich, so erklärte der Innenminister weiter, im kommendenKriegs- Reichstag" geschlossen hinter die Regierung und die Armee stellen. Das Kabinett werde am 10. Januar die Einrichtung eines Wohlfahrts- ministeriums beschließen zur Vorbereitung weitreichender sozialer Maßnahmen. Gleichzeitig werde die Regierung nach Verhaftung linksradikaler Elemente die kommunistischen und pazifistischen Gruppen streng beaufsichtic n, was angesichts der Lage im chinesischen Kampfgebiet und in Aus­führung der Antikomintern-Politik selbstverständ­lich sei.

Politische Kreise vermuten, daß das Hauptquartier und die Regierung Mitte Januar verschärfte Kampfmahnahmen beschließen werde, sofern die chinesische Regierung die von General Matsui angekündigte Frist wiederum ungenutzt lassen sollte. General Matsui habe ausdrücklich - betont, Japan verfolge keine territorialen Absichten.

IapanischeBombenfliegerüber Hankau

H a n k a u , 4. Jan. (DNB.) Nach einer Pause von mehr als zwei Monaten griffen japanische Kampfflugzeuge zum ersten Male wieder H a n - kau, die 780 000 Einwohner zählende Haupt- handelsstadt am mittleren Jangtsekiang, an. Neun Bombenflugzeuge, in Begleitung von drei Jagd­flugzeugen, warfen nahezu 80 Bomben über dem Flugplatz ab. Bei dem Luftkampf wurde ein chine­sisches Jagdflugzeug abgeschossen. Das Feuer der chinesischen Flakgeschütze blieb ohne Wirkung, da die japanischen Flieger im Schutze der sehr tief hängenden Wolken operieren konnten. Zu gleicher Zeit erfolgte ein Angriff japanischer Flugzeuge auf die in der Nähe von Hankau liegenden Ortschaften H e i s ch a n und C h i a u k a u.

Nie Schulverhältniffe in Ostoberschlesien.

Warschau, 4. Jan. (DNB.) Im polnischen Se­nat brachte der deutsche Senator Wiesner eine Eingabe über, die Schulverhältnisse in Ostober­schlesien ein. In dieser Denkschrift wird darauf hin­gewiesen, daß seit dem Erlöschen der Genfer Kon­vention statt der im Jahre 1934 gegründeten deutsche polnischen Sprachprüfungskommission eine rein polnische Körperschaft darüber entscheidet, ob die schulpflichtigen Kinder deutsche oder polnische Schulen zu besuchen haben. Da die Handhabung der Sprachprüfungen vielfach zu Unzuträglichkei­ten geführt hat, wird an den Kultusminister die Frage gestellt, ob er gewillt sei, diese Sprachprüfun­gen zu beseitigen und den g e s e tz l i ch e n Z u st a n d wiederherzustellen. Den deutschenEltern müsse das alleinige Bestimmungsrecht über ihre Kinder gewährleistet werden. Die bereits getroffenen Entscheidungen, die gegen den Willen der Eltern erfolgt sind, seien rückgängig zu machen und den Kindern wieder der Besuch der deut­schen Schule zu ermöglichen.

Amerika plant Nothilfe gegen die Arbeitslosigkeit.

Washington, 5. San. (DNB.) Der Sonder- ausschuß des Bundessenates begann die Untersu­chung der Arbeitslosigkeit, nachdem kürzlich durch eine Arbeitslosenzählung eine Erwerbslosenzahl von nahezu 11 Millionen festgestellt worden war. Senator B y r n e s , der Vorsitzende des Ausschusses, versicherte: Der Ausschuß wünsche in Zusammen­arbeit mit Regierung, Arbeitgebern und Arbeitneh­mern festzustellen, welche gesetzgeberischen Maßnah­men nötig seien, um die Privatwirtschaft zu ermutigen, mehr Arbeiter einzustellen. Für nicht unterzubringende Arbeitnehmer solle ein neues wirksames Nothilfe-Programm ausgearbei- tet werden.

Umlegung ländlichen Grundbesihes.

Am 1. Januar ist die R e i ch s u m l e g u n g s ordnung vom 16. Juni 1937 in Kraft getreten, tote regelt zum erstenmal von Reichs wegen unter Beseitigung der Landesgesetze das Recht der länd­lichen Grundstücksumlegung. Von fach­fremder Seite ist nun wiederholt behauptet worden, daß diese Umlegung «ine Enteignung bedeute. Zu diesen Behauptungen nimmt der Ministerialrat im Reichsernährungsministerium, Dr. H i l l e b r a n d t, in einem Aufsatz derZeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" Stellung, Er verweist zuerst auf den Wortlaut des § 1 der Reichsumlegungsordnung, m dem es heißt:Jeder Teilnehmer erhält für sei­nen Grundbesitz bei der Umlegung' grundsätzlich Land vom gleichen Werte zurück. Das ist der die ganze Umlegung beherrschende Grundsatz". Allerdings gilt er nurn a cf) Vornahme d e r erforderlichen Abzüge" (§48 der Reichs­umlegungsordnung). Diese Landabzüge betreffen vor allem den zur A n l e au n g gemeinschaft­licher Wege und Gräben erforderlichen Grund und Boden (§ 51). Sie sind es, um derent­willen der Umlegung wiederholt Enteignungscharak­ter beigemessen worden ist. Dabei wird aber über­sehen so heißt es in dem Aussatz, daß die vom Staat durchgeführte Neugestaltung des Umlegungs­gebiets regelmäßig so erhebliche Verbesserun­gen für die Teilnehmer mit sich bringt, daß die Landabzüge für die gemeinschaftlichen Anlagen mehr als aufgewogen werden.

Auch der die Kostendeckung durch Landab­gabe regelnde § 136 bedeutet wohl einen behörd­lichen Eingriff, Enteignungscharakter kann ihm aber nicht beigemeffen werden. Es handelt sich hier um die Deckung der Kosten der Umlegung, die in Geld aufzubringen den beteiligten Bauern meist schwer fällt. Dke Teilnehmer können sie deshalb ft a 11 in Geld in Land abdecken. Die Landabgabe darf 7,5 v. H. des Wertes der Grundstücke nicht über­steigen. Eine Ausnahme in der Reichsumlegungs- ordnuna, ein liebergriff in das Gebiet der Enteig­nung, bedeutet nur der §53, der aus agrarpoliti- fchen Gründen bei geringfügigen Split­te r b e f i tz uni) bei nicht lebensfähigen Kleinbetrieben ausnahmsweise völlige Entziehung des Landes gegen Geldentschädi­

gung zuläßt. Obwohl sein Kleinbefitz nicht lebens­fähig ist, muß dem Teilnehmer aber Gelegenheit gegeben werden, sich an anderer Stelle wieder an­zusiedeln.

Besonders gut sieht man den Unterschied zwischen Umlegung und Enteignung bei her La nd be­schaff ung für Unternehmen mit großem Landbe­darf (Reichsautobahnen, Staubecken, Kanäle usw.). Die Landbeschaffung für diese großen Unternehmen setzt als Enteignungsoerfahren ein, in­dem nach Enteignungsrecht die Enteignung für zu­lässig erklärt und der Enteignungsplan sestgestellt wird. Wenn aber der durch die Bereitstellung ver­ursachte Landverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern verteilt oder die mit der Enteig­nung verbundenen Nachteile für die allgemeine Landeskultur vermieden werden sollen, so kann die Feststellung der Entschädigung und die Voll­ziehung der Enteignung in einem Umlegungs­verfahren erfolgen. Durch § 1 Abs. 2 der Reichs­umlegungsordnung ist hier in das Enteignungsver­fahren die Umlegung eingeschaltet worden. Die für zulässig erklärte Enteignung wird also als Um­legungsverfahren fortgeführt und abgeschlossen. Na­türlich kann nach der Aussonderung großer Land- flächen für das Unternehmen nicht mehr jeder Um­legungsteilnehmer Land von gleichem Wert zurück­erhalten. Er muß zusätzlich Geldentschädigung er­halten, wobei ein Ausgleich durch die im Um­legungsverfahren vorzunehmenden Oedlandkultioie- rungen oder andere Bodenoerbesserungen geschaffen werden kann.

Insofern trägt also die Verbindung von Enteig­nung und Umlegung Enteignungsmerkmale in die Umlegung hinein. Aberdas für das Unterneh­men erforderliche Land ist von den Teilnehmern nach Verhältnis des We.rtes ihrer alten Grundstücke aufzubringen" (§57). Da­bei find die Umlegungsbehörden ermächtigt, den An­teil des einzelnen unter Berücksichtigung feiner wirt­schaftlichen Leistungsfähigkeit zu erhöhen oder her­abzusetzen. Sie können auch das Umlegungsgebiet (§7) unabhängig von der für das Unternehmen benötigten Fläche so groß bemessen, daß der Land­verlust für den einzelnen weniger fühlbar wird.

B. R.

Arbeiter aufs Land?

In diesen Wochen wird eine Erhebung durch­geführt, die für den Arbeitseinsatz auf dem Lande von grundlegender Bedeutung ist, Der Er­laß des Präsidenten der Reichsanstalt vom 20. Ok­tober 1937 ordnete an, daß alle Betriebsführer der Landwirtschaft die Zahl und Art der für die Durch­führung der Erzeugungsschlacht benötigten Ar­beitskräfte dem zuständigen Arbeitsamt zu melden haben. Mit der Bedarfsanmeldung hatte der Betriebsführer ein Karteiblatt über Größe und Art seines Betriebes, zum Beispiel Viehbestände, einzureichen. Die Arbeitsämter haben die Bedarfs­anmeldungen^ mit den Kreisbauernführern zu über­prüfen und sie dann den Landesarbeitsämtern zu­zuleiten. Dort findet eine abermalige Überprüfung mit den Landesbauernführern statt, worauf das gesamte Material an die Reichsanstalt weiterläuft.

Die Reichsanstalt wird also einen genauen lieber- blick über die Arbeitskräfte haben, die nach Auf­fassung der Landwirtschaft von ihr gebraucht werden. Damit sind dann Unterlagen für eine plan­volle Durchführung der auf dem Lande gegegebenen Arbeitseinsatzaufgäben vorhanden.

lieber die Wichtigkeit gerade dieses Ausschnittes unserer Arbeitspolitik müssen keine Worte verloren werden. Wir sind uns alle darüber klar, was die höchstmögliche Erzeugung unseres heimischen Bo­dens ' für uns bedeutet. Es handelt sich hier also um eine Aufgabe, die um der Sicherung wichtigster deutscher Volksinteressen willen unter allen Umstän­den gelöst werden muß. Erhebungen und Verord­nungen allein können nur den Weg bereiten, die Lösung bringen können sie nur, wenn alle mit« helfen. In erster Linie ist hierzu das Landvolk selbst berufen. Es muß die Parole befolgen: Land­volk, bleibe auf dem Lande!

Wie wichtig gerade sie ist, kann aus wenigen Angaben ersehen werden. Bei der Berufszählung von 1933 wurden in der Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei 2,182 Mil­lionen Selbständige, weiterhin 2,530 Millionen Ar­beiter, jedoch 4,517 Millionen mithelfende Familienangehörige gezählt. In der In­dustrie dagegen waren es einschließlich des Hand­werks 9,937 Millionen Arbeiter bei nur 273 000 mithelfenden Familienangehörigen. Mit Deutlichkeit zeigen diese Zahlen das entscheidende Gewicht, das in der Landwirtschaft gerade den mUhelfenden Fa­milienangehörigen für die Sicherung der notwen­digen Arbeitskräfte zukommt. Das gilt naturgemäß für die Bauern weit mehr als für die landwirt­schaftlichen Großbetriebe. Eine Landflucht der auf dem Lande geborenen Menschen gefährdet also ge­rade für unser Bauerntum die Bereitstellung der erforderlichen Arbeitskräfte.

Das ist die eine Seite des Problems. Auch die andere muß gelöst werden:, die eigentliche Land- arbeiterfrage. Hier leiden wir noch immer unter den Nachwirkungen der falschen Vorkriegsauf- fassung, die in der Landarbeit nur eine Saison- beschäftigung sah. Gewiß hat die Landwirtfckaft in den Erntemonaten einen Spitzenbedarf an Arbeits­kräften. Aber fast jeder andere Wirtschaftszweig hat ihn zeitweise auch. Der Einzelhandel beispielsweise ist weitgehend vom Weihnachtsgeschäft abhängig. Niemandem wird es aber deshalb einfallen, den Einzelhandel als Saiscmgewerbe anzusprechen. In richtiger Erkenntnis des Erfordernisses, auch in der Landwirtschaft zu einem ausreichenden boden­ständigen Arbeiterstamm zu kommen, sind im nationalsozialistischen Deutschland schon längst die entsprechenden Maßnahmen getroffen worden. Auch der letzte Erlaß spricht eine deutliche Mahnung m dieser Richtung aus.Betriebsführer", sagt in ihm der Präsident der Reichsanstalt,die ungerechtfertigt Landarbeiter in den Wintermonaten zur Ent­lass u n g bringen, alsdann aber dem zuständigen Arbeitsamt einen Vermittlungsauftrag für das Jahr 1938 erteilen, haben damit zu rechnen, daß ihre Aufträge entsprechend gekürzt bzw. ganz zurück- gestellt werden". ,,

Die Bemühungen um tue Beseitigung der Ur­sachen der Landflucht liegen auf wirtschaft­lichem, wie auch auf kulturellem und pädagogischem Gebiet. Durch die Aus­arbeitung neuer Tarifordnungen wurde zunächst das wirtschaftliche Niveau des deutschen Handarbeiters gehoben. Seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus sind die Landarbeiter- löhne von rund 1,36 auf 1,6 Milliarden, also um

rund 18 v. H. erhöht worden. Ferner wurde der Wohnungsfrage eine'verstärkte Aufmerksamkeit ge­widmet. Der Bau von Landarbeiterwoh­nungen ist stark gefördert worden, aber auch auf die Behandlung durch den Gefolgschaftsführer legt mit Recht der Landarbeiter den größten Wert. Der Nationalsozialismus will eine gesunde und gleich­berechtigte Landarbeiterschaft. Er will damit wieder das flache Land zu einer Heimat für die Bewohner machen und hat durch die Verbreitung von Kultur­werten (fahrende Theater, Rundfunkwesen, Gemein­schaftsabende usw.) auf dem Lande die Vorbedin­gungen dazu aeschaffen, daß sich der Landarbeiter heute nicht mehr nach denKulturfortschritten" der Stadt zu Zehnen braucht. Die Einführung der Ge­folgschaftswarte hat die Streitigkeiten zwi­schen Landarbeitern und Betriebsführern wesentlich vermindert. Die Frage des Landarbeiter­urlaubs war besonders schwierig zu lösen. Einen Teil des Lohnes erhält nämlich der Landarbeiter in Gestalt von Naturalien, den sogenannten Depu­taten, so daß Bargeld auf dem Lande knapp ist. Die Urlaubsfrage scheiterte daran, daß selbst für ver­billigte Urlaubsreisen die Landarbeiterschaft nicht das erforderliche Geld aufbringen konnte. Man hat sich durch den Landarbeiter-Austausch geholfen, bei dem nur die Fahrtkosten zu entrichten sind. Schließlich wird für die S e ß h a f t m a ch u n g der Landarbeiter viel getan. Bei der Errichtung von Neubauernhöfen wurden Landarbeiter bis zu 35 v. H., in Pommern sogar bis zu 50 v. H. berück­sichtigt. Ebenso wurde die Feierabendgestaltung, die Kleintierhaltung und durch die Errichtung von Be­triebs- und Dorfgemeinschaften und Ernte-Kinder­gärten der Gemeinschaftsgedanke gepflegt. Vor allem die auf dem Lande Heranwachsende Jugend wird durch alle diese Maßnahmen, schollenfest ge­macht. So ist zu hoffen, daß der große Fehlbetrag an Landarbeitern in absehbarer Zeit ebenso ver­schwindet wie die Arbeitslosigkeit in den Städten verschwunden ist. Dr. E. S.

NeichsministerDarrefährtnach Italien

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Am Schluß .jeden Wirtschaftsjahres findet in Rom die Preisvertei­lung an die Sieger der Getreideschlacht durch den Duce statt. Reichsminister D a r r ä ist gebeten wor­den, dieser Feier am 9. Januar beizuwohnen. Der italienische Minister für Landwirtschaft und For­sten, Rossini, hat den Reichsernährungsminister in Erwiderung seines vorjährigen Besuches in Deutschland eingeladen, sich persönlich ein Bild der Leistungen der faschistischen Agrarpolitik zu machen. Reichsminister Darrö wird der Einladung Folge leiftertT Er, wird vom Staatssekretär Backe und Ministerialüirektor Dr. Walter vom Reichs­ernährungsministerium begleitet werden.

Erfreuliche Iahresb lanz des Neichsseuders Frankfurt.

Srantf urt a. TL, 4. Jan, (LPD,) Den (Erfolg der Jahresarbeit des Reichssenders Frankfurt kann man an der Zunahme öer Hörerzahlen ablesen. Die Gesamtzahl der Hörer des Reichs­senders Frankfurt betrug im November 1937 809 342 gegen 767 043 am 1. Januar 1937. Da seit November die Zahl der Hörer noch weiter gestiegen ist, beträgt die Zunahme der Hörer unseres' Reichs­senders im abgelaufenen Jahr 1937 rund 45 000. Diese Zunahme der Hörer bedingt -eine Steigerung der Leistung sowohl im Programm wie auch in der technischen Uebertragung. Der Sender Kassel hat ein eigenes Sendehaus erhalten; er besitzt heute zwei Sendesäle, einen schalltoten Raum sowie gute Sprech-, Regie- und Verwaltungsräume, so daß Kassel die ihm zugedachte Aufgabe, 10 v. H. de s Programms zu übernehmen, bereits erfüllt. Außer den drei großen Uebertragungs- wagen, die der Reichssender Frankfurt heute be- sitzt, sollen noch je einer in Kassel und Koblenz stationiert werden. Im Frankfurter Sende- haus wurden 14 neue Universal-Schallabspiel- maschinen aufgestellt für Schwarzplatten, Folien und Wachsplatten. In der Schallplattenaufnahme wurde eine Klimaanlage eingebaut, die ein Schmelzen der Wachsplatten im Sommer verhin- dert. Weiterhin hat das Frankfurter Sendehaus einen neuen Meßraum erhalten, der eine Kon­

trolle aller ankommenden Leitungen und aller Apparate ermöglicht. Um auch beim Ausbleiben des Stromes weiter senden zu können, hat der Reichssender Frankfurt eine eigene Strom­versorgung erhalten, die beim Ausbleiben des Stromes sich automatisch einschaltet und innerhalb von 6 bis 8 Sekunden die Stromversorgung für das ganze Sendehaus übernimmt.

Der Führer ehrt Generalfrldmarschall Graf Schliessen.

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Des hochverdienten, langjährigen Chefs des Großen General- st a b e s der früheren preußischen Armee, des Generalfsldmarschalls Graf von Schlieffen, wurde heute anläßlich Der 25. Wiederkehr seines Todestages mehrfach in ehrender Weise gedacht. Vormittags erschien an der Grabstätte des ver­ewigten Feldmarschalls aus dem Invaliden« friedhof der Chef des General st ab es des Heeres, General der Artillerie Beck, begleitet von Offizieren des Generalstabes, um Kränze für den Führer und Rei ch,s k a n z l e r, für Den Oberbefehlshaber des Heeres und beij General­stab des Heeres niederzulegen. Auch im Auftrage des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blom­berg, wurde ein Kranz niedergelegt. Ferner er­folgte vom Familienverband der Grasen und Herren von Schliessen ein ehrendes Gedenken. Generalfeldmarschall von Mackensen hatte sich ebenfalls zum Jnvalidenfriedhof begeben, um im Namen der Angehörigen derVereinigung Graf Sch l i e f f e n" den großen Lehrmeister des früheren Generalstabes zu ehren.

Neichsminister Dr. Goebbels zum -ieichsberufswettkampf.

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hat zur Durchführung des Reichberufswett­kampfes aller schaffenden Deutschen einen Aufruf erlassen. Darin heißt es:

Der Reichsberufswettkampf soll im Jahre 1938 er ft malig von allen schaffenden Deut­schen durchgeführt und ausgetragen werden. Zur deutschen Jugend, die im vergange­nen Jahr der alleinige Träger des Wettstreites um die Berufsleistung war, treten nunmehr weiter Ge­sellen und Facharbeiter, um der deutschen Volkswirtschaft durch ihr Können und durch ihren Willen zur fachlichen Höchstleistung neuen Boden zu erringen. Durch dieFreiwilligkeitderTeil- nähme ist die Gewähr dafür gegeben, däß aus diesem friedlichsten aller Wettkämpfe eine wahr­hafte Arbeiterauslese, die sich ihrer welt­anschaulichen und wirtschaftlichen Aufgabe voll be­wußt ist, herausgebildet wird.

Oer Handwerkerwettkampf im Gau Hessen-Nassau.

(NSG.) In Frankfurt a. M. fand die erste Sitzung des Gauausschusses für den Handwerker­weltkampf 193# statt, dem 170 Handwerker aus dem Gau Hessen-Nassau angehören. Der Sach­bearbeiter der Deutschen Arbeitsfront zeigte die Bedeutung des Handwerks für die Fundamentie­rung der Weltanschauung in der täglichen Umwelt der Menschen auf. Der Gauhandwerkswalter der Deutschen Arbeitsfront, Gauamtsleiter Garner, betonte, daß es nottue, Vertrauen für den Hand­werker und das Handwerk zu erwerben. Partei­genosse Krause wies auf die Bedeutung guter Pro­paganda hin. Der Gau, in der die Stadt des Deut­scher) Handwerks liege, mülle an der Spitze stehen. Der Reichsentscheid im Hanowerkerwettkampf findet unmittelbar vor dem Reichshandwerkertag in Frankfurt statt. Er wies nach auf die besondere Bedeutung der neuen Werkstoffe beim Handwerker­wettkampf hin. Der Gauausschuß selbst gehe mit gu­tem Beispiel voran, indem er geschlossen am Hand­werkerwettkampf teilnehme.

Das Handwerk im Leistungskampf.

Frankfurt a. M., 4. Jan. (Fwd.) Die end­gültige Zahl der für den Leistungskampf der deut sch en Betriebe gemeldeten Betriebe beträgt nach Mitteilung des, Reichsamtsleiters Dr. Hupfauer 84 000. Dabei steht das Deutsche Hand­werk in der DAF. mit 24 000 teilnehmenden Be­trieben an der Spitze aller Reichsbetriebs­gemeinschaften. Die einzelnen Wirtschaftszweige bzw. Reichsbetriebsgemeinschaften nehmen wie folgt an dem Leistungskampf teil: Nahrung und Genuß 5 270, Textil 2 SPZ8, Bekleidung und Leder 2 563, Bau 7 836, Holz 3127, Eisen und Metall 5 922, Chemie 283, Druck und Papier 3 064, Verkehr und öffentliche Betriebe 2 034, Bergbau 326, Banken und Versicherungen 2 015, Freie Berufe 785, Land­wirtschaft 4 023, Stein und Erde 3 061, Handel 15 877, Handwerk 23 995.

Arbeitstagung aller Gau- und Kreisschulunqsleiter.

Berlin, 4. Jan. (DNB.) Vom 8. bis zum 18. Januar 1938 führt das Hauptschulungsamt der NSDAP, auf der NS.-Ordensburg Sonthofen im Allgäu die erste Arbeitstagung aller Gau- und Kreisschulungsleiter der NSDAP, durch. U. a. wer­den Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Rosenberg sowie der Leiter des Hauptschulungs­amtes der NSDAP., stellvertretender Gauleiter Schmidt, sprechen. Die Arbeitstagung dient der einheitlichen Ausrichtung des gesamten Schulungs- apparates der Bewegung und hat die Aufgabe, im Sinne der Neujahrsbotschaft des Führers den ver­stärkten Einsatz der NSDAP, zur nationalsozialisti­schen Erziehung unseres Volkes vorzubereiten.

Meine Doliftfcbc Nachrichten.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst 'Freiherr von Fritsch, ist von seinem mehr­wöchigen Erholungsurlaub in Aegypten zurück- gekehrt und hat seine Dienstgeschäfte wieder übernommen.

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Wie dieFrankfurter Zeitung" mitteilt, hat das Reich das in der Saarlandstraße fn Berlin, gegen­über dem Anhalter Bahnhof liegende Europa- haus in feinen Besitz gebracht. Das Hochhaus, eines der wenigen der Reichshauptstadt, soll nach den bisherigen Plänen dem Reichsarbeits- ministerium zur Verfügung gestellt werden.

Der parlamentarische Unterstaatssekretär für die britischen Kolonien, Lord B u f f e r i n. verließ im Flugzeug Southampton zu einer zweimonatigen Rundreise durch Ostafrika. Bufferin be­gibt sich zuerst nach Sansibar und eine Woche später nach Mauritius. Von dort fährt er zu Schis?