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M barkeit

Hofes unter Leitung des Vertreters des Kreis- omtes Gießen, Regierungsrat Weber, statt. Da die Kirche nicht gesonnen ist, das Eigentumsrecht auf den Friedhof, der zugleich Kirchhof ist, aufxu= geben und die bürgerliche Gemeinde ihre Abände­rungen an der vom Kirchenoorstand angenomme­nen Normalfriedhofsordnung nicht aufgab, muß die Streitfrage nun von der Regierung entschieden werden. Am ersten Pfingstfesttag feiert Frau Katharina Gerhard, geb. Horn, Witwe des vor zehn Jahren verstorbenen Hch. Gerhard III., in ver­hältnismäßig guter Gesundheit ihren 8 3. Ge­burtstag.

Birklar, 2. Juni. In einer Versammlung aller Hausbesitzer unseres Dorfes wurde über eine Aktion zur Dorfverschönerung beraten. Die­ser Plan soll durch Zusammenarbeit aller Besitzer verwirklicht werden. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt eine Hebung ab, bei der die vor kurzem angeschaffte Motorspritze als neues Ausrüstungsstück der Wehr erprobt wurde.

§ Obbornhofen, 3. Juni. Im Wege der Dorfverschönerung wurden hier am Ein­gang des Dorfes in der Braugasse in etwa 200 laufende Meter Länge zu beiden Seiten des Fahr­weges erhöhte Fußsteige mit Kleinpflasterung an­gelegt. Bei der Sperlingsbekämpfung hat man sich auch hier der anderwärts bewährten Methode angeschlossen. Auf Anordnung der Orts­behörde wurden im Ortsbezirk 90 Tonnester auf- gehängt, aus denen dann die Brut in leichter Weise herausgenommen werden kann.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

rNillagsbörse: Freundlicher.

Frankfurt a. M., 3. Juni. Die Umsätze an der Börse waren durch die Unterbrechung der Pfingstfeiertage naturgemäß beeinflußt, so daß an zahlreichen Marktgebieten Erstnotierungen über­haupt ausfielen. Die Grundhaltung der Börse blieb jedoch ausgesprochen freundlich, angeregt durch ver­schiedene Sonderbewegungen, vor allem in IG.' Farben, Erdöl und Buderus. Schließlich hörten am Aktienmarkt die bisherigen Abgaben aus ver­schiedenen Kanälen ziemlich vollständig auf, so daß das vielfach vorhandene neue Kundschaftsinteresse auf leere Märkte stieß. Somit konnten IG.-Farben bei größeren Umsätzen zunächst 0,50 und später wei­tere 0,50 v. H. gewinnen. Metallgesellschaft um 0,25 v. H. leicht erholt. Am Montanmarkt Buderus und Mannesmann um 0,25 v. H. höher. Schwächer lagen jedoch hier Rheinstahl um 1,25, Rheinbraun um 1, Hoesch um 0,50 v. H. Vereinigte Stahlwerke gut be­hauptet. Motorenaktien bis auf Adlerwerke, die

unverändert einsetzten, fester, so BMW. und Daim­ler um je 1 v. H. Maschinenwerte durchweg zum Bruchteil eines Prozentes befestigt. Sehr still lagen Bau-, Zement-, Zellstoff- und Elektrowerte. Don letzteren zogen Gesfürel 1,40, AEG. 0,25 v. H. an. Im einzelnen erhöhten AG. Verkehrswesen den Kurs um 0,50, Westd. Kaufhof um 0,40, VDM. um 0,50 v. H.

Der Renten markt lag so gut wie umsatzlos, und zwar ausschließlich infolge der viertägigen Feiertagsunterbrechung. Altbesitz wurden etwa un­verändert mit 132,20 (132,25) notiert, festverzins­liche Freiverkehrswerte wie späte Schuldbücher, Städte-Altbesitz waren zu unveränderten Kursen zu hören. Ein etwas lebhafteres Geschäft verzeichneten zu anziehenden Kursen wieder österreichische Schil- hngroerte, von denen 4 v. H. österr. Ablösung mit 94 (93,50) v. H., 4proz. Treffer-Anleihe mit 335 (332) RM. je Stück gehandelt wurden.

Die Wassersnot i

ZdR. In den Dörfern der Steiermark, die an den Flußläufen der Mur, der Enns und den anderen steierischen Flüssen und Bächen liegen, ist Hochwasseralarm. Ueberall heulen die Sire­nen, tönen die Hörner der Feuerwehr, die die Mannschaft zu den Sammelplätzen rufen, um sie dort einzusetzen, wo Hilfe notwendig ist. An einigen Stellen der Straße, auf der wir das Ennstal zu erreichen versuchen, ist das Wasser schon über die Straße getreten. Nur mit Mühe erreichen wir unser Ziel, Liegen im Ennstal. Auch hier Hoch­wasseralarm. Im Oberlauf der Enns sind einige Holzrechen gebrochen, hinter denen das aus den Seitentälern heruntergetriftete Holz gelagert hat. Tausende von Festmeter Holz sind jetzt unterwegs. Die Gefahr besteht, daß sie sich vor allem an den Brücken zusammen st auen, den Fluß sozusagenverklausen", das Wasser zum Stauen bringen und die Brücken hinwegreißen. Deshalb sind überall auf den Brücken die Feuer­wehrleute, Einwohner und Soldaten aufgestellt, die mit langen Stangen diese Derklausung zu ver­hindern suchen.

Ein überwältigendes Bild. In Dunkelheit ge­taucht liegt die Brücke über der rauschenden Enns. Wo sonst 80 Kubikmeter in der Sekunde hindurch­fließen, da strömen heute tausende zu Tal. Und auf den braunen gurgelnden Wogen kommen die dicken Baumstämme herabgerauscht, die den Rechen zerbrochen haben und zu Tal schießen. Erst sind es noch einzelne, und die Feuerwehrleute können sie mit den langen Stangen an den Brückenpfeilern vorüberleiten. Aber dann kommen immer mehr,

Der Verlauf der Börse war für Aktien recht fest. Das Kundeninteresse führte schon aus Ver­zinsungsüberlegungen in verschiedenen Werten zur verstärkten Nachfrage. JG.-Fardenindustrie waren bis über 161,25, also noch ein 0,25 v. H. höher, zu hören, vor allem erholten sich die anfangs vernach­lässigten und zum Teil noch abgeschwächten Mon- tanroerte, wobei Rheinstahl ihren Ansangsoerlust so gut wie ganz ausglichen, Hoesch über den Verlust­ausgleich noch hinaus 0,75 v. H., Mannesmann weitere 0,65 v. H., Vereinigte Stahlwerke 0,50 v. H. gewannen. Erdöl schlossen mit 139,25 v. H., also mit einem Tagesgewinn von 1,25 v. H. Reichsbank- mit 193,25 nach anfangs 192,25. AG. Verkehrs­wesen mit 129,25 plus 0,75 v. H. fester.

Renten im Verlaufe weiterhin still und ohne Veränderung, auch der Pfandbriefmarkt unverän­dert ruhig. Einheitswerte zum Teil leicht gebessert. Der Freiverkehr blieb im wesentlichen ohne jede Kursveränderung. Tagesgeld wieder 2,50 v. H.

n her Steiermark.

einer legt sich vor dem Brückenpfosten, durch Strauchwerk behindert, fest, schon sind einige andere darauf geschoben, und ehe man es sich versieht, ist dieDerklausung" fertig. Die gestauten Wasser drücken bagegen, die Balken der Brücke heben sich, und nur mit Mühe und größter Schnelligkeit können sich die Helfer vor dem sicheren Tode retten.

Ueberall haben so in der Steiermark Menschen ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um dem bedrohten Lande zu helfen. Wer nicht am Fluß geholfen hat, der wurde in den Dörfern gebraucht. In den Häu­sern stand das Wasser, das Vieh mußte hinausge­trieben werden, Gräben für das abfallende Wasser waren zu errichten, denn alles war ja über­schwemmt. In den Dorfstraßen fing die Jugend mit der Hand oder dem Netz pfundschwere Forellen, die nicht mehr mit dem abfließenden Wasser in den Fluß zurückkommen konnten. Die Felder aber waren ausgeschwemmt, von der Saat nichts mehr zu sehen, oben auf dem Acker lagen die Kartoffeln, auf den Wiesen der dicke Schlamm, Steine und Schotter.

Fragt man nach der Ursache der Katastrophe, so hört man manche Anklage der Bevölkerung gegen die bisher herrschenden Zustände. Wohl ist die Katastrophe in ihrem jetzigen Ausmaß auf die anormalen Witterungsverhältnisse des Jahres zurückzuführen. Noch im Mai ist bis tief in die Täler herab der Schnee gefallen, der jetzt mit dem- Einsetzen des warmen Regens zu schnell ge­schmolzen ist. Aber nicht nur auf diese Ursache ist das Ausmaß zurückzuführen, sondern der tiefere Grund liegt in der Nachlässigkeit, die auf vielen Ge­bieten festzustellen-ift. Da gibt es überall Gesetze, in

deren Rahmen solche Katastrophen herab gemindert werden können. Bei der Holztrift besteht die genaue Bestimmung, daß nur dort getriftet werden darf, wo keine Gefahr für Menschen und Land be­steht. Die Holzrechen dürfen nicht mit Holz über­lastet werden, damit sie nicht bei eintretendem Hoch­wasser brechen. Ueberall hört man, daß diese Be­stimmungen vielfach nicht beachtet oder in ihrem vollen Umfange nicht eingehalten worden sind.

Ein weiterer Grund ist in der st a r f en Abhol­zung der Wälder zu sehen. Nach dem Gesetz dürfen dort Kahlschläge nicht durchgeführt werden, wo die Gefahr besteht, daß nach dem Kahlschlag der Hang abrutfcht. Trotzdem findet man überall Kahlschläge und als Folge dieser Kahlschläge a n den Hängen Wildbäche, die sich in den Run- sen gebildet haben und im Laufe weniger Jahre ein Ausmaß angenommen haben, das für den Flachländer einfach unbegreiflich ist. Auch die M o- nofultur der Forstwirtschaft, die vor allem schnellwachsende und flachwurzelnde Fich - t e n angebaut hat, trägt mit dazu bei, daß das Wasser nicht vom Wald ausgenommen und von die­sem« langsam abgegeben wird, sondern daß es bei der Schneeschmelze lawinenartig zu Tal geht. Auch in der Frage der W i l d b a ch v e r b a u u n g ist wenig oder gar nichts in Oesterreich geschehen. Meist haben die Mittel nicht ausgereicht, und mit dem we­nigen Geld, das vorhanden war, mußten die gröb­sten Schäden beseitigt werden.

Heute wird es sich darum handeln, Voraussetzun­gen für solche Unwetterkatastrophen zu beseitigen. Dabei wird man stärker als bisher die biologi­schen und geologischen Bedingtheiten berücksichtigen, und schon hoch oben im Gebirge Vorbeugungsmaßnahmen treffen, die von vornher­ein den Umfang solcher Katastrophen vermindern. Die Urgewalt der Natur zeigt sich gerade bei sol­chen Katastrophen, und die Nachlässigkeit rächt sich hier selbst in den kleinsten Dingen. In der Zusam­menarbeit aller beteiligten Stellen eine Selbst­verständlichkeit, die bisher hier nicht festzustellen war, wird die Möglichkeit einer wirkungsvollen Abwehr liegen. H. D.

Büchertisch.

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Dee Raub der Sabinertunen

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