Aus der engeren Heimat.
Sängerfest in Watzenborn-Steinberg.
* Watzenborn-Steinberg, 4. Juni. Von heute bis 6. Juni begeht der Gesangverein „Jugendfreund" die Feier seines 50jäh° rigen Bestehens. Am heutigen Samstag wird ein Kommers die Veranstaltung einleiten. An beiden Pfingsttagen wird Volksfest gefeiert.
75 Jahre
Gesangverein „Eintrachts-Steinbach.
— Steinbach, 3. Juni. In der Zeit vom 11. bis 13. Juni feiert der Gefangverein „Eintracht" sein 75jähriges Jubiläum mit einem großen Gesangs- und Volksfest.
Die „Singverein"- Bewegung hatte in Steinbach mit dem Aufzug des Lehrers Christian August Praetor i us schon vor hundert Jahren eingesetzt. Er hat, wie die Chronik meldet, mit leichter Mühe einen Singverein ins Leden gerufen, der „hauptsächlich zur Verbesserung des Kirchengesanges" dienen sollte. Die Kirchenkasse sttftete für Anschaffung der ersten Einrichtung 20 fl. (Gulden), „da sich der Verein einen kirchlichen nannte". Dieser erste Verein bestand bis zum Jahre 1848 und erfreute sich zunächst großer Beliebtheit und leistete viel, so daß der Gesang durch „den Eifer des Lehrers, eines musikalischen Mannes," selsr gehoben wurde.
Die Wirren des Jahres 184$, die in Steinbach unter dem Einfluß der damals in Steinbach zahlreichen Juden und ihrer Genossen besonders unangenehm verliefen, brachten die Auflösung des Vereins. Die erste Volksversammlung erließ das „Decret": „Das Singvereins ist aufgehoben, wer gesinae will, kann für sich gesinge."
Erst noch 15 Jahren, im Jahre 1863, wurde der Verein neu gegründet. Unter den 11 Steinbachern, die als Gründer zusammentraten — Fr. Roth, Eberh. Port, H. Keßler I., W. Pitz, K. Haas, H. Krämer VII., Karl Horn VI., H. Reuschling II., H. Haas XL, Hans Hch. Walb, Hrch. Herbert und die heute natürlich alle gestorben sind —, waren einige, besonders Roth, die aus dem alten Verein hervorgegangen waren. Der Verein bezeichnete sich als „weltlichen Verein und hotte die Pflege des weltlichen und kirchlichen Gesangs" sich als Aufgabe gesetzt. Schon bald nach der Gründung zählte er 60 Mitglieder. Sein erster Präsident war Schreiner- meister H. Arnold III., sein- erster Dirigent Lehrer Johannes Habermann, der 1899 nach 50- jähriger Dienstzeit hier starb und auf unserem Friedhöfe ruht. Die Fahnenweihe wurde 1865 gefeiert. Im Jahre 1880 wurde Landwirt, Kirchenvorsteher und Sparkassenrechner Jacob Gerhardt V. („Professors") Präsident und blieb es bis 1888. In 1887 und 1888 wirkten ols Dirigenten Schulvikar A. H a g g e n m ü l l e r, der als Oberreallehrer i. R. heute noch in Gießen lebt und zum Feste als Ehrengast eingeladen ist, und Lehrer Leidig, von 1888 ab Lehrer Eisfeller. Von 1888 bis 1896 war Forstwirt Karl Herbert Prä
sident, unter ihm wurde 1890 das 25jährige Fahnen- jubiläum in Verbindung mit einem größeren Sängerfest gefeiert. Don 1896 bis 1909 war Landwirt und Kirchenvorsteher Jacob Reuschling Präsident, von 1909 bis 1913 Weißbinder und Kirchenvorsteher Chr. Pitz, der auch während des Weltkrieges für den im Felde kämpfenden und später gefallenen Vorsitzenden Karl Leinweber den Verein leitete. Im Jahre 1897 übernahm Lehrer H. Ranz das Dirigentenamt und führte es bis 1912, auch er ruht feit 1930 auf unserem Fried- Hofe.
1913 feierte der Verein sein 50jähriges Jubelfest. Damals wurde von dem Pfarrer Otto Köhler ein Festbuch mit der Geschichte des Vereins verfaßt. Von 1913 bis 1920 war Dirigent der Musiker und Landwirt Hch. Ludwig Horn III. Nach dem Kriege fanden sich die aus dem Feld zurückgekehrten Sänger — 11, darunter der Präsident, waren auf dem Felde der Ehre gefallen — wieder zusammen und wählten ols neuen Vorsitzenden Joh. Hrch. Hermann, der bis 1925 den Verein leitete. Seitdem ist Landwirt Friedrich Walb, ein Sohn des Gründers Hans Hch. Walb, Vereinsführer. Seit dem Jahre 1920 ist Karl Sommer (Watzenborn) Dirigent. Unter seiner Stabführung hat der Verein einen großen Aufschwung erlebt und ist in seinen Leistungen über die Grenzen unseres Dorfes hinaus anerkannt und geschätzt.
Das Jubelfest wird von der ganzen Gemeinde als ihr Fest mitgefeiert, und alle wünschen, daß es einen guten Verlauf nehme.
ZäaerappeU in Alsfeld.
A Alsfeld, 2. Juni. Bei einem Kreis- appell der Jägerschaft des Kreises Alsfeld für das Jagdjahr 1937/38 und einer damit verbundenen Jagdtrophäenschau war auch der Landesjägermeister Gauleiter Sprenger erschienen.
Nach den Begriißungsworten des Kreisjäger- Meisters R i ch t d e r g erstattete Forstmeister Schlotterer den Bericht über die Bewertung der Jagdtrophäen aus dem Jagdjahr 1937, und er brachte dabei zum Ausdruck, daß der Abschuß im Kreise Alsfeld vorbildlich und der beste im ganzen Gau Hessen sei. Für die besten Hegeabschüsse wurden an 7 Reviere Auszeichnungen verliehen, und zwar eine goldene Medaille, zwei silberne und vier bronzene Medaillen.
Nach dem Berichte des Kreisjägermeisters Richt- b e r g über das Abschußergebnis im Jagdkreise Alsfeld für das Jahr 1937 für die einzelnen Wildarten, wobei die Mitteilung von Interesse war, daß der Wert des vom Jagdkreis Alsfeld für das WHW. im Jahre 1937 abgelieferten Wildes 1291,50 Reichsmark betrug, brachte der Landesjägermeister, Gauleiter Sprenger, zum Ausdruck, daß der vorbildliche Hegeabschuß des Kreises Alsfeld ein Beweis dafür fei, daß sich die hiesigen Weidgenossen bemühten, den Richtlinien des Reichsbundes der deutschen Jägerschaft nachzukommen. Der Landes
jägermeister ging dann auf die einzelnen Gebiete der Jagd ein und gab hierzu Richtlinien, insbesondere hinsichtlich der Wildschadensfrage und des Abschusses von Schwarzwild, dessen Bestand im hiesigen Gebiet ausgerottet oder doch wenigstens auf ein Minimum verringert werden müßte. Der Bauer dürfe nicht verkennen, wie schwierig es sei, den Abschuß von Schwarzwild, der selbstverständlich nach weidmännischen Richtlinien vorgenommen werden müsse, restlos zu erfüllen. Der Landesjägermeister schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis, daß das neue, vom Nationalsozialismus auf- gebaute deutsche Weidwerk dazu beitragen solle, alle deutschen Jäger in nationalsozialistischem Sinne zu erziehen.
Das Treuegelöbnis für den Führer mit den beiden Nationalliedern beendete den offiziellen Teil des Appells. Ein anschließender Kameradschaftsabend, an dem auch der Landesjägermeister teilnahm, hielt die Weidgenossen mit ihren Frauen in echter Volksverbundenheit noch länger beisammen.
Landkreis Gießen.
*Großen-Linden, 3. Juni. Im Rahmen eines Betriebsappells der Gefolgschaft der Grube Fer - n i e wurden dem Gefolgschaftsmitalied Heinrich Keil nach 45jähriger und dem Obersteiger S ch ä - f e r nach 40jähriger Zugehörigkeit zum Betriebe wohlverdiente Ehrungen bereitet. Der Betriebsobmann überreichte Obersteiger Schäfer im Auftrag der DAF. eine Ehrenurkunde, beiden Ju- bilaren außerdem ein Blumenangebinde. Ein Vertreter der Kruppschen Verwaltung überbrachte jedem Jubilar ein Bild der Familie Krupp als Andenken. Der Werkschor verschönte die Feier durch den Vortrag einiger Lieder.
* L o l l a r, 3. Juni. Der 22 Jahre alte Georg M ö ck e r aus Kassel kam auf einer Radtour so unglücklich mit seiner Maschine zum Sturz, daß er einen Rippenbruch erlitt und nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte.
# Mainzlar, 3. Juni. Der Schlossermeister Louis Pfeffer aus Staufenberg kann am nächsten Donnerstag, 9. Juni, das Jubiläum feiner 25jährigen Arbeit in den hiesigen Didier- Werken begehen. — Die hiesige Ortsgruppe veranstaltete am gestrigen Donnerstag einen Schulungsabend, bei dem Kreisschulungsleiter Michel vor einer großen Hörergemeinschaft über das Thema „Gleiches, Blut gehört in ein gleiches Reich" sprach. Nach Erledigung einiger organisatorischer Angelegenheiten wurde der Abend in üblicher Weise geschlossen.
* Allendors a. d. Lda., 3. Juni. Der 28 Jahre alte Friedrich Wießner stieß mit seinem Motorrad so unglücklich mit einem Auto zusammen, daß er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.
wg. Großen-Buseck, 3. Juni. An der Straßenkreuzung „Auf dem Kreuz" stieß ein Motor- radfährer aus Allertshausen mit einem Kraftwagen aus Frankfurt a. M. zusammen. Zum Glück kam der Motorradler mit leichteren Verletzungen davon, dagegen wurde feine Maschine schwer beschä
digt. Die Ermittlungen der Gendarmerie sind fm Gange.
< B euern, 3. Juni. Die Schüler der hiesigen Volksschule unter Leitung der Lehrer Kreiling und Dr. Haas machten mit einem Auto- ommbus einen Schulausflug an die Edertalsperre. Dabei wurde unterwegs vielerlei besichtigt, ebenso fanden die Sehenswürdigkeiten am Edersee das große Interesse der Ausflügler.
* Reiskirchen, 4. Juni. Am heutigen Samstag, 4. Juni, begeht Frau Marie Müller Witwe Hierselbst in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 8 0. Geburtstag. Mit ihren acht Kindern können 33 Enkel und 11 Urenkel die Jubilarin an ihrem Geburtstage beglückwünschen. Frau Müller war 33 Jahre lang in der Gemeinde als Hebamme tätig. Sie erfreut sich bet allen Volksgenossen großer Wertschätzung.
+ Grünberg, 3. Juni. Am Donnerstagnachmittag trafen über 2 00 BDM. - Mädel, die auf der Hessen-Nassau - Fahrt begriffen sind, und aus Wiesbaden und Mainz kamen, hier ein, die in Lauert nicht an jeder Straßenkreuzung für alle Menschen eine große Gefahr? Jeder kennt sie — jeder fürchtet sie! Klares Sehen schützt Dich vor Unfall. Sprechen Sie wegen einer „guten Brille' mit
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Bürgerquartieren untergebracht wurden. Am Abend veranstalteten sie auf dem Marktplatz ein Sing- treffen, wobei die einzelnen Gruppen Lieder vortrugen und ihre Volkstänze zeigten. Bürgermeister Krämer hielt eine Begrüßungsansprache. Am Freitagmorgen begaben sich die einzelnen Gruppen wieder auf Fahrt.
$ Albach, 3. Juni. Hier fand eine Besprechung zwischen dem Denkmalpfleger Prof. Gruber (Darmstadt), dem Kirchenmaler K i e n z l e und dem Vertreter des Hochbauamtes, Baurat Gilbert (Gießen) und dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Pfarrer D ö l l (Steinbach), der das Mit- glied des Kirchenoorstandes Lehrer Groh für den verhinderten Vertreter der Gemeinde zugezogen hatte, statt. Es handelte sich um die Wiederherstellung unserer Kirche, besonders um die Heizungsanlage, die nicht zeitgemäß ist. Da das Elektrizitätswerk Gießen den Strom zur elektrischen Heizung nicht liefern kann, hatte die Baubehörde eine Grubenheizung vorgeschlagen, die jedoch aus finanziellen und anderen Gründen wenig Anklang bei der Gemeinde fand. Es wurde deshalb in der Besprechung die Aufstellung eines modernen Kirchenofens an günstigerer Stelle als der jetzigen erwogen. Die Entscheidung soll möglichst beschleunigt werden, damit die Arbeiten batbigft begonnen werden können.
6. Steinbach, 3. Juni. Auf Anordnung des Kreisamtes fand eine Besprechung der bürgerlichen Gemeinde, vertreten durch Bürgermeister Rink und den Gemeinderat, und dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Pfarrer D ö l l über die Friedhofsordnung des kirchlichen Fried-
Gesundheitsstörungen im Alter
früher nie ernstlich krank waren. Zu den Störungen,
Heinrich Stumpf III., Bauer
im 47. Lebensjahr.
Hattenrod, Harbach, den 3. Juni 1938.
Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertage, nachmittags 3 Uhr statt
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Gießen, im Juni 1938.
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Für die große Liebe zu unserem teueren Verstorbenen
und die herzliche Teilnahme sagt innigsten Dank
Familie E. W. Kutscher.
Lollar, im Juni 1938.
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sind mest des mcn|
Gestern mittag entschlief sanft in dem Herrn nach schwerer Krankheit in der Klinik zu Gießen mein lieber, treusorgender Mann, Vater, Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarete Stumpf, geb. Albohn und Sohn Otto.
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DANKSAGUNG
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Wilhelm Luh
Reichsbahnsekretär i. R.
danken wir hiermit herzlichst.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Klein-Linden, im Juni 1988.
Für die liebevolle Anteilnahme an unserem Schmerz, sowie für die Ehrung unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen
Herrn Georg Müller
sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank.
Marie Müller, geb. Marx
Karl Müller und Familie
Heute nacht entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber,-guter Mann,Vater,Sohn,Schwiegersohn,Bruder, Schwager und Onkel
Josef Günter
im 30. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;
Anna. Günter, geb. Lieber
Gießen (Asterweg 68), den 4. Juni 1938.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Juni, vormittags 11.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
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