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abhängt.
spielhafte Disziplin, die die deutsch« Bevö-
ferung auch unter den jetzigen außerorbentlichen aebungen der tschechischen Bevölkerung zugunsten »und überaus drückenden Umständen zeigt." lFrankreichs kaum vorstellen. Es sei die Pflicht
Schärfste Verwahrung des Deutschen Reiches.
hier aus bürg', i eien im Vürgerm Whunn! der W nen Rede Führers i
E'n obei *ta9Ung
Paris, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der „Ex. celsior" meint, es bedürfe der größten Wachsamkeit Englands und Frankreichs, da die gering ft en örtlichen Zwischenfälle ein neues (Bernitter zur Folge haben könnten. Bei dem Minderheitenstatut handle es sich um eine vollkommene Umwandlung der konstitu- tionellen Struktur des Staates, man schlage eine Negierungsbeteiligung der verschiedenen Nationalitäten vor. Sicherlich hätten die Prager Politiker in der Vergangenheit Fehler gemacht. Man müsse aber anerkennen, daß sie ehrlich bemüht gewesen seien, ihre Verfehlungen wieder gut zu machen (?). Die Aufgabe Ptags sei leider üurch den Druck von außen her nicht erleichtert worden. Der eben aus der Tschechoslowakei zurückgekeyrte Erzbischof von Paris, Kardinal Derdier, sagt im „Figaro", man könne sich die Sympathiekund-
wtwendige bäuerliche Gerätschaften mit Be- chlag belegten,' so daß an eine geordnete
Fortführung der Wirtschaft nicht gedacht werden kann, daß durch Gemarkungs- und (5t r a * zensperren nicht nur der allgemeine Verkehr auf das Stärkste zu leiden hat, sondern g e o r d - nete Feldarbeit fa st völlig unmöglich gemacht wurde, Holzfällungen vorgenommen wurden, deren unsachgemäße Durchführung auch dem noch verbleibenden Bestand empfindlichen Schaden zugefügt hat, daß selbst die Straßen - Passanten zu den verschiedensten D i e n st l e i - st ungen herangezogen wurden, wobei oft mit großer Willkür und Rücksichtslosigkeit vorgegangen worden ist, daß sudetendeutsche Männer, Frauen und Mädchen beschimpft, körperlich angegriffen und oftmals schwer verletzt worden sind. Frank schließt: „Wenn wir Ihren Eindrücken trotz, dem entnehmen können, daß auch die Bürgerschaft deutscher Volkszugehörigkeit der Armee gegenüber ein durchaus befriedigendes Verhältnis an den Tag legt, so daß also die Armee von sich aus keinen Grund zu Beschwerden über das Verhalten der sudetendeutschen Bevölkerung findet, so erblicken wir in dieser Feststellung einen neuerlichen Beweis für die bei-
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wären. Die Voraussetzung dafür aber sind vollgültige Entscheidungen über die Grundsätze einer gerechten Staatsordnung, um die es überhaupt geht, bevor man über die praktische Durch- ührung im einzelnen verhandeln kann. Ob alle maßgebenden Faktoren des tschechischen Staates zu solchen Entscheidungen geeignet sind, wird sich schon in kürzester Frist zu offenbaren haben. Die tschechische Führung erweckt heute allerdings nicht einen solchen Eindruck. Daneben erstrecken sich natürlich nach wie vor unsere Gespräche auf die Wieder- herstellung normaler Verhältnisse :~ Rahmen der heute geltenden Rechtsordnung.
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Berlin. 3. 3uni. (DNB.) Der deutsche — sandte in Prag hat im tschechoslowakischen Außen- Ministerium gegen die gewaltsame Entfernung der deutschen Flagge aus der Wohnung des reichsdeutschen Ehepaares Exner und wegen der Mißhandlung des Reichs- deutschen Schnepf schärfste Verwahrung ein-
„Die Slowakei den Slowaken!"
Kampfansage Pater Hlinkas an Prag.
Preßburg, 3.Juni. (Europapreß.) Die Abordnung der amerikanischen Slowakesi, die die Urschrift des Pittsburger Vertrages in die Tschechoslowakei gebracht hatte, traf in Preßburg ein, wo sie von Vertretern der Behörden und Mitgliedern der Nationalversammlung sowie einer «großen Volksmenge begrüßt wurde. Kurz darauf traf in Preßburg auch der Führer der slowakischen Autonomisten, Pater Hlinka, ein und erschien mit den amerikanischen Slowaken auf der Hotelterrasse. Er hielt eine Ansprache an die Volksmenge, in der er ausführte, daß die Slowaken ein souveränes Volk seien. „Wir sind nicht tschechisch, wir sind Slowak en. Tausend Jahre sind wir in diesem Lande, und niemand vermochte uns von hier zu vertreiben. Wir werden uns auch heute nicht vertreiben lassen." Er hieß dann nochmals die Gäste in der slowakischen Heimat willkommen und bezeichnete ihre Haltung als beispielhaft. „Wenn alle Slowaken so handeln würden, und wenn es keine krummen Wege gäbe, hätten wir schon lange die Autonomie."
pariser Sorgen.
(JHL Sehersweg Nr. 67
adiO Telephon Nr. 3170
eparaturen .«97 u
Das französische Nationaleinkommen habe in diesem Jahrzehnt der Wirtschaftskrise eine empfindliche Einbuße erlitten, während gleichzeitig die Steuer» lasten in die Höhe gegangen seien. Die öffentlichen Ausgaben erreichten heute die Hälfte des gesamten Nationaleinkommmens. Nicht weitere Belastungen des Einkommens, sondern eine Steigerung dieses Einkommens seien daher am Platze. Die französische Regierung plane deshalb große öffentliche Arbeiten, Kampf gegen die ungesunden Wohnungen, Wiederbelebung der Bautätigkeit usw. Nur eine be ständige Währung könne die Kapitalflucht verhindern und zu einer Ermäßigung des Zinssatzes führen. Außer der sozialen Befriedung und der besseren Anwendung der Vierzig-Stunden-Woche empfahl Patenotre eiye Erhöhung des Volkseinkommens auf 300 Milliarden Franken, d. h. um 35 Prozent, als Hauptmittel zur Herstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts. .
Der Sandschak Alexandrette.
Paris, 4 Juni. (Europapreß.) Der französische Außenminister Bonnet erklärte dem türkischen Botschafter Suad Daoas über die Lage int
gutes und vertrauensvolles Derhältniszwischen den beiden großen Nationen herzustellen. Man wird sich jedenfalls in England nicht darüber wundern dur- en wenn Deutschlands Vertrauen in die Unparteilichkeit des englischen Dermittters einen argen Stoß erhalten hat, denn es i|t doch wohl kein Zweifel darüber erlaubt, daß die Vermittlerrolle, die England dank feiner Lage abseits der europäischen Krisenherde und dank seiner weltpolitischen Machtstellung eingenommen hat und die Deutschlano im Interesse des Friedens gern anerkannt hat, unverträglich ist mit einer wenn auch nur versteckten Parteinahme für eine Seite. Das ist nicht das faire Spiel eines ehrlichen Maklers, der unser Vertrauen verdient. Vielleicht kommt man in maßgebenden englischen Kreisen in der besinnlichen Ruhe der Pfingsttage auch zu der Einsicht, daß nur größte Aufrichtigkeit hier helfen kann.
Dr. Fr. W. Lange.
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Intelligence Service, den geheimen Nachrichtendienst der britischen Regierung selber, als Quelle der Informationen angibt, die die Tschechoslowakei zum Vorwand für ihre Mobilmachung nahm und England den Anlaß zu seiner „Vermittlung" m Berlin und Prag gab, um sich nachher als Bewahrer des Friedens feiern zu lassen. Damit ist dies neue Kriegsschuldmärchen überraschend schnell vor aller Welt entlarvt und unschädlich gemacht worden, aber in England sollte man sich darüber klar werden, daß die moralische Probemobilmachung, die man nun schon wiederholt und zuletzt mit ^^ilfe Des oeben zur Strecke gebrachten Kriegsschulbmarchens aus Kosten Deutschlands veranstaltet hat, um die erforderliche Stimmung für einen neuen Anlauf m der britischen Aufrüstung zu schaffen, gewiß herzlich schlecht geeignet war, die öffentliche Meinung in Deutschland von der Aufrichttgkeit des Wunsches der englischen Regierung zu überzeugen, em
Will Prag die dreijährige Dienstzeit einf ähren?
Prag, 4. 3uni. (DRV.) wie aus der tschechischen Presse der letzten Tage zu ersehen ist, scheint die Entscheidung über die Erhöhung der aktiven TNititärdienstzeit von zwei auf drei 3ahre bereits gefallen zu sein. Als Begründung für diese außerordentliche Maßnahme werden die augenblicklichen Zustände in der Tschechoslowakei angeführt, für die die Prager Regierung durch ihr nervöses Vorgehen die alleinige Verantwortung trägt.
32 pfingstlager der sadetendeutichen Jugend verboten.
Prag, 3. Juni. (DNB.) Wie das Presseamt der sudetendeutschen Jungturnerschast mitteilt, wurden von über 50 für die Pfingstfeiertage gemeldeten Hugendlagern 32 behördlich per boten. Die Jugendführung hat aus Solidarität mit den Karne- raben, denen bas Läger verboten wurde, die anderen Lager abgesagt, weil sie auch di« Verantwortung nicht mehr übernehmen kann. Die sudetendeutschen Jungturner werden dafür Wanderungen in der sudetendeutschen Heimat durchführen und so die Pfingsten trotzdem zum „Fest der jungen Nation" machen.
Es geht um eine gerechte Staatsordnung Ein Aationalitätenstatut war niemals Gegenstand der Besprechungen zw schen Hodza und den Sudetendeutschen.
terbreiten.
O,e deutsche Volksgruppe in Ungarn.
Ministerpräsident Jmredy für eine auf- hauende Minderheitenpolitik.
Budapest, 3.Juni. (DNB.) Ministerpräsident Jmredy erklärte im Abgeordnetenhaus, daß die Re« aierung die TM n b e r t) e i t e n f r a g e im Ge ste voller Loyalität regeln wolle. Die Minderheiten seien im Besitze bestimmter Rechte. Diese durchzu- führen fei Pflicht der Regierung, auch wenn dies gewissen zurückgebliebenen Geistern nicht gefallen ollte. Chauvinismus unb Nationalismus feien burch eine scharfe Trennungslime voneinander geschieden. Chauvinismus sei eine destruktive, Nationalismus aber eine aufbauenoe Kraft. Die Regierung habe sich für die auf* bauende Linie entschieden. „Wir Ungarn sind zwar Nationalisten", so erklärte Jmredy, „doch werden wir nie in den Fehler des ChHwmismus verfallen. Mein Großvater war auf der ersten Nationalversammlung der Abgeordnete eines Wahlbezirkes mit deutschsprachiger Bevölkerung. <od)on deshalb kenne ich persönlich die Wünsche der Ungar» ländischen deutschen Minderheit gut. Die deutsche Minderheit Ungarns hatte sich stets dem einheimischen Leben vollständig angepaßt. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß sich gegenwärtig tm Schoße der ungarländischen deutschen .Minderheit Tendenzen bemerkbar machen, die bem Jrieb»
Frankreichs, bie Tschechoslowakei mit allen Kräften zu schützen unb zu unterstützen, denn m a n liebe Frankreich. — Der „Mattn meint, roenn auch bas Prager Parlament bie weitere Disposition über bas Nationalitätenstatut infolge gewisser Schwierigkeiten, bie während der letzten Tage in der Fühlungsnahme zwischen HÄ)za und
Henlein aufgetaucht seien, vertagt habe, so tonne man doch annehmen, daß es am kommenden Wochenende möglich sein werde beiden Parteien die Grundlage einer Einigung formell zu un»
Prag, 3. Juni. (DNB.) Um den von tschechi- cher Seite geflissentlich verbreiteten unzutreffenden Versionen über den bisherigen Verlauf der Fühlungnahme zwischen Ministerpräsident Hodza und den S u d e t e n d e u t s ch e n wirksam entgegenzutreten, hat der Vorsitzende des parlamentarischen Klubs der SDP., der Abgeordnete K u n d t, die Sudetendeutsche Rundschau zu folgender Feststellung ermächtigt:
Weder Konrad Henlein, noch uns wurde ein Nationalitäten st atut oder auch nur Teile eines solchen als Gesprächsgrundlage vorgelegt. Vielmehr-kann ich mit gutem Grund der Meinung Ausdruck geben, daß kein fertiges Nationalitäten st atut existiert. Die Prager Regierung dürfte wohl eine Sammlung von Materialien besitzen, bie auf Grund der Erhebungen einzelner ihrer Mitarbeiter in einzelnen N a- ti o nalit äte n-Fragen, z. B. in der Sprachenfrage, der Schulfrage unb der Beamtenfrage, gesammelt wurden. Da es aber um einen grundlegenden Umbau der bisherigen Rechtsordnung und Derwaltungsorganifatton des Staates geht, wenn man jene innerstaatliche Friedensordnung finden will, die wir annehmen könnten unb bie im Sinne ber Hoffnungen europäischer Kabinette Mitteleuropa vor Konflikten zu bewahren vermag, würbe uns biefe Materialsammlung gar nicht oorgelegt. Daher finb alle Kombinationen über ein Nationalitätenstatut als Grundlage unserer Gespräche unrichttg und, soweit sie nicht von unorientierter Seite ausgehen, als Anlässe für eine einseitige Propaganda zu werten.
Unsere Gespräche drehen sich immer noch darum, überhaupt eine Plattform für Verhandlungen zu finden, wobei es uns nicht um irgendein „Statut" oder um irgendwelche „Privilegien" für bas Sudetenbeutschtum geht, sondern um eine neue Rechtsorbnung im Staate auf ber Grunblage vollster Gleichberechtigung ber Döl- t e r unb Volksgruppen im Sinne der Karlsbader Forderungen Konrad Henleins. Es würde sich also um ein umfassendes Gesetzgebungswerk, um ver- assungsrechtliche und gesetzliche Neuerungen unb Reformen handeln, die ein „Statut" niemals lösen könnte. Ansonsten würde man Europa unb den interessierten Nationalitäten des Staates eine Regelung vortäuschen, die ähnlich wie ber liquidierte Aktivismus und der 18. Februar keine Lösung
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Unerträgliche Folgen der Mobilmachung.
Die Sudetendeutschen durch das Militär aus das schwerste beunruhigt.
Prag, 3. Juni. (Europapreß.) Der Stellvertreter Konrad Henleins, Karl Hermann Frank, hat an den Minister für nationale Verteidigung, Machnik, einen Brief gerichtet, in dem er auf die Behauptung des Ministers zurückkommt, daß die Bevölkerung deutscher Volkszugehörigkeit vielerorts ein befriedigendes Verhältnis zu den in bas subetenbeutsche Gebiet gelegten Trup - p e n zeige. Frank stellt bemgegenüber fest, baß Militärpatrouillen sich sicherheitspoliz etliche Befugnisse anmaßen, Straßenpassanten einer körperlichen Durchsuchung unterwerfen, baß subetenbeutschen Volksgenossen bie Abzeichen unb Wimpel ber Partei f o r t g e n o m » men, baß in ben Kanzleien ber Partei Haus- suchunge n abgehalten, Werbeplakate zerris -
e n wurden, baß militärische Abteilungen bringenb
gelegt.
Tschechische Soldateska verursacht neuen Zwischenfall.
A s ch, 3. Juni. (Europapreß.) In Haslau bei Asch brang ein tschechischer Solbat in völlig betrunkenem Zustand in eine Gastwirtschaft ein und bedrohte die Gäste und das Personal mit dem geladenen Revolver. Dem Wirt gelang es schließlich, aus dem Haus zu entkommen und Gen- barmerie herbeizuholen. Als ber Solbat dies bemerkte, jagte.er bem Wirt zwei Schüsse nach, bie allerbings ihr Ziel verfehlten. Als der Wirt bann mit ber Genbarmerie zurückkehrte, eröffnete der betrunkene Soldat abermals das Feuer und verschoß seine ganze Munition. Erst dann gelang es, ihn festzunehmen und abzu- führen. In einer amtlichen Erklärung muß die Prager Regierung den unerhörten Zwischenfall zu- geben. Dabei wird der Versuch gemacht, die Aus- schreitungen mit einem „plötzlichen Anfall von Sinnesoerwirrung" zu begründen.
lichen Zusammenleben nicht dienlich fmb. Gegen ditzse Tendenzen werde ich mit entschlossener Energie auftreten. Auf der anderen Seite wird die Regierung alles tun, um die gerechtenAn- spräche der Minderheiten zu befriedige n. Die amtlichen r e i ch s d e u t s ch e n S t e 1- l e n haben in der Minderheitenfrage stets die k o r» rette ft e Haltung eingenommen. Das gute Verhältnis, das zwischen dem Deutschen Reich unb Ungarn besteht unb bestehen wird, ermöglicht es, ben zuständigen beutschen Stellen alles zur Kenntnis zu bringen, was geeignet erscheint, bas frieb» liche Zusammenleben mit der deutschen Mmberheit in diesem ßanbe zu stören. Es ist zu hoffen, baß es durch ausdauernde Arbeit, durch Aufklärung, durch Befriedung der Rechte der Minderheiten und schließ- sich durch' das freundschaftliche Zusammenarbeiten mit den zuständigen Stellen des Deutschen Reiches gelingen wird, diese störenden Momente zu beseitigen.
Die Lage der Minderheiten in Rumänien.
Bukarest, 3. Juni. (Europapreß.) „Curentul" schreibt, die rumänische Regierung befasse sich zur Zeit eingehend mit der Lage der in Rumänien lebenden Volksgruppen. Sämtliche Fachministerien studierten die in ihren Bereich fallenden Probleme, die Bezug auf die wirtschaftliche ober kulturelle Lage ber Volksgruppen hätten. Der Ministerrat werbe ein vollkommenes Arbeitsprogramm ausarbeiten, bas sofort in Kraft gesetzt werben solle. Gleichzeitig werbe bafür gesorgt werben, baß das jüngst errichtete R e - gierungskommissariat für bie N a M o - n a l i t ä t e n in weitestem Rahmen organisiert werde. Sobald die ganze Organisation des Nationali- tätenkommissariats in Gang gesetzt sei, werde an Stelle des augenblicklichen provisorischen Leiters auch ein enbgültiger Regierungskommissar in der Person eines in Nationalitätenkreisen großer Beliebtheit sich erfreuenden königlichen Rates ernannt werden.
Frankreich
und die Wirischafiskrisis.
Die Steigerung der öffentlichen Ausgaben belastet das Boltseintommen.
Paris, 3. Juni. (Europapreß.) Wirtschaftsminister Patenotre hielt über alle französischen Staats» sender eine Ansprache, in ber er auf bie schweren Folgen, bie bie im Jahre 1929 einsetzenbe Weltwirtschaftskrise für Frankreich ausgelöst habe, ben Rückgang ber Ausfuhr unb ber Einnahmen aus bem Frembenoerkehr, ben Verlust französischer Auslanbsguthaben mit ihren weiteren schweren Rückwirkungen auf bie öffentlichen Finan- 1 zen hinwies. Das Kabinett Dalabier habe eine 1 Schulbenlast von 400 MilliarbenFran» [ ten oorgefunben. Es habe gleichzeitig vor ber Not- [ wenbigkeit gestanden, schwere Opfer für bie ' ßanbesoerteibigung bringen zu müssen.
27 000 bombensichere Unterkunftsräume geschaffen. Weiter habe man Vorbereitungen getroffen, um j im Kriegsfälle in ben Vorstäbten zahlreiche Lauf- ■ gräben anzulegen, in ber bie Bevölkerung ebenfalls , Schutz gegen Fliegerbomben und Beschießung,fin- i den soll. j
Es ist bas selbstverstänblicke Recht eines jeden , Staates, ja seine unabweisliche Pflicht, alles, was , in feiner Kraft steht, zu tun, um die Nation zur Abwehr eines jeden Angriffs fähig zu machen. Die äußerste Schlagkraft der deutschen Wehrmacht ist die beste Sicherung des Friedens, denn sie läßt ; jeden zurückschrecken, einen Krieg frevelhaft vom Zaun zu brechen. Das haben ber Führer und Feld- , marschall Göring immer roieber mit Nachbruck betont unb entsprechen!) gehandelt. Es ist auch ebenso selbstverstänblich, daß keinem Staat verwehrt werden kann, rechtzeittg Vorkehrungen zu treffen, um seine Bevölkerung im Kriegsfälle vor Fliegerangriffen 3U schützen. Auch in Deutschland werden Luftschutzübungen abgehalten, Volksgasmasken verteilt unb Sammelschutzräume eingerichtet. Was man aber in den letzten Wochen in England und Frankreich an militärischen Vorbereitungen auf allen nur denkbaren Lebensaebieten unb noch mehr fast an ben ihre „bringenbe Notwendigkeit" be- grünbenben Reden verantwortlicher Minister beobachten muß, gleicht fast schon ber Generalprobe für bas grausigste Drama, bas man sich nur denken kann, ohne daß irgendwo in ber politischen Lage Europas ein Anlaß äu finden wäre, der schwerwiegend genug sein könnte, um bie vier für den europäischen Frieden vor allen andern verantwortlichen Nationen gegeneinanderzuhetzen. Weder die spanische Frage noch die tschechische Krisis müssen bei vernünftiger Betrachtung und sachlicher Behandlung, ben guten Willen aller vorausgesetzt, bas Zusammenwirken ber vier europäischen Großmächte ausschließen. Mit ben Sowjets freilich, bie eben erst roieber im Lonboner Nichteinmischungsausschuß gezeigt haben, bah ihnen an keiner Entspannung gelegen ist, kann es kein Paktieren geben, will man sich nicht selbst in die Front ber Saboteure des Friedens einreihen. Aber in ber gleichen Front stehen auch bie verantwortungslosen Hetzer und Unruhestifter, die glauben, ins Geschäft zu kommen ober ihrem Ehrgeiz fröhnen zu können, wenn sie burch verbrecherische Panikmache eine Atmosphäre schaffen, in der schließlich die Verhütung eines neuen großen Weltoranbes nur noch vom Zufall
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bie Verstärkung ber Luftwaffe ber größte Wert gelegt wirb. Ja vielen ging bies letztere nicht schnell genug, weshalb bie Regierung eine Kommission nach Amerika entsanbte, um in ben Vereinigten Staaten Flugzeuge zu bestellen und in Kanada bie Errichtung von eigenen Flugzeugfabriken anzuregen. Die Kommission ist eben nach London zurückgekehrt und von ihrem Bericht wirb es abhängen, ob und in welchem Umfang ber Ankauf von Flugzeugen in ben Vereinigten Staaten zustanbe kommen wirb. Den Höhepunkt erreichte bie Kriegspsychose in Eng- lanb, als vor einigen Tagen ber Verteibigungs- minister Sir Thomas Inskip im Unterhaus sich in dunklen Anbeutungen über die Möglichkeit der Einführung ber allgemeinen Wehrpflicht erging unb Chamberlain, von allen Seiten bar ob erregt zur Rebe gestellt, zugeben mußte, baß bie Regierung Pläne ausgearbeitet habe, bie nach ber Kriegserklärung bie sofortige Durchführung ber aU* gemeinen Wehrpflicht und bie Dienstpflicht für alle nicht Wehrbienstfähigen ermöglichen werbe. Es ist bekannt, baß Lloyd George erst nach langem Zögern unb gegen vielfache Wiberstände mitten im Weltkrieg zu biefer Maßnahme gegriffen hat, bie in Englanb, bas bisher gewohnt gewesen war, feine Kriege mit Söldnertruppen ober noch lieber mit fremben Heeren zu führen, höchst unpopulär war. Die Englänber haben sich von biesem Schock bis heute noch nicht erholt. Das beweist der trotz aller lockenden Versprechungen der Werbeämter immer noch schlechte Stand der Rekrutierungen für das Land Heer, während die Flotte nach wie vor über ausreichenden Ersatz verfügt. Das beweist auch die sensationelle Wirkung, die die Ankündigung einer Maßnahme, die in allen großen kontinentalen Nationen als selbstverständliche Ehrenpflicht eines jeden wehrfähigen Mannes betrachtet wird, im Unterhaus sowohl wie in ber englischen Oeffentlichkeit gehabt hat, wobei jedoch eingeschaltet werden muß, daß es den Parteien vor allem darauf ankam, die Regierung an das Recht des Parlaments zu erinnern, über die Einführung ber allgemeinen Wehrpflicht selbst zu entscheiden. Die eigenen Kriegsvorbereitungen Englands werden ergänzt durch bie Gene - ralstabsbesprechungen mit Frankreich, die nach bem letzten Besuch Daladiers unb Bonnets in Lonbon noch engere Formen angenommen haben unb das Zusammenwirken aller Wehrmachtsteile beider Nationen ber wiedererstandenen Entente Cordiale womöglich sogar unter einheitlichem Oberbefehl sicherstellen sollen. Frankreich folgt auch sonst ben Spuren Londons. Man hat ebenfalls die Absicht, in ben Vereinigten Staaten umfangreiche Flugzeugbestellungen zu tätigen, vermutlich, weil nach Einführung ber 40-Stunbenwoche die französische Flugzeuginbustrie nicht imstande ist, die Lucken schnell genug wieder aufzufüllen, die die fortgesetzten Abgaben von französischen Militärflugzeugen an die spanischen Bolschewistey in bie eigenen Bestänbe gerissen haben. Und nun haben bie französischen Behörden auch, offenbar angesteckt von bem Eifer ihrer englischen Kollegen, einen regelrechten Derteibigungsplan f ü r Paris ausgearbeitet, ber als Broschüre durch bie Pariser Polizeireviere in allen Häusern ber Hauptstabt verteilt worben ist, um bie Pariser barüber zu instruieren, was sie im Kriegsfälle zu tun haben. Es heißt darin, es seien Vorkehrungen getroffen, um bei Ausbruch eines Krieges binnen zehn Tagen anberthalb Millionen Einwohner in die westlichen Provinzen abzutranspieren, für die in der Stadt bleibenben restlichen anberthalb Millionen seien
Wir haben bavon in ben letzten Wochen einen Vorgeschmack bekommen, als bie unverantwortliche Lüge von beutschen Truppenbewegungen an ber tschechischen Grenze Lonbon in größte Aufregung versetzte unb ben Tschechen ben Vorwanb für eine Teilmobilisatlon liefern mußte, die mit allen ihrer Begleiterscheinungen bis heute noch nicht zurück genommen worden ist. Damals hat man es so gedreht, als ob England es gewesen sei, bas ben Krieg verhinbert habe, obwohl schon bie ersten Informationen, bie bie britische Regierung in 'Berlin einholte, bie völlige Haltlosigkeit ber üblen Der- bäd)tigungen ergeben hatte. Bis heute hat man die Welt in bem Glauben gelassen, daß bie Verleumdungen, bie ber Anlaß waren, aus ber tschechischen Krisis über Nacht eine europäische Frage zu machen, von Prag aus in bie Welt gesetzt worben seien, um Englanb für die tschechischen Interessen mobil zu machen. Nun bekommt es den Anstrich, als ob ber Weg umgekehrt gewesen sei, da man in Prag, enttäuscht über das Fehlgehen ber eigenen Spekula- honen unb die englische Zurückhaltung, nun den »unb überaus brückenden Urnftanben zeigt.


