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Nr. 129 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Samstag, H./Somitag, 5. Juni 1938

300 amerikanische Kampfflugzeuge für England, spiel m« -em jener

Kanada kann vor 1940 keine Flugzeuge liefern.

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Eröffnung neuer Autobahnstrecken.

Am Freitag, 3. Juni 1938, wurde die Teilstrecke Treuen V bis Birk der Reichsautobahn Chemnitz H o f eröffnet. Sie verkürzt die Durch­fahrt von Sachsen nach Hof durch Vermeidung zahl­reicher Ortsdurchfahrten, vor allem jener von Plauen. Die Strecke wird noch im diesem Jahre bis zur An­schlußstelle Zwickau-Süd verlängert, so daß dann 35 km Autobahn von der ursprünglich nur als Er­gänzungsstrecke gedachten Linie ChemnitzHof zur

Das deutsche Volk rüstet zum Pfingstfest. Wenn der Wettergott uns gnädig wird, werden Millionen hinausziehen in die Natur, die in der frischen Pracht des Frühsommers dem empfänglichen Wanderer die Reize der deutschen Landschaft willig aufschließt. Einige Tage der Ruhe und Sammlung inmitten an­gespannter Arbeit an großartigen Werken des Frie­dens, das ist das Bild, das Deutschland den vielen ausländischen Gästen bieten wird, die während des Pfingstfestes in seinen Grenzen weilen. Kongresse und Messen aller Art, die Internationale Hand­werkerausstellung, der Internationale Touristen­kongreß, die Hamburger ReichstagungKraft durch Freude" und viele andere haben Deutschland in diesen Wochen zum Treffpunkt der Fremden aus aller Welt gemacht, die jetzt schon einen Vorge­schmack von dem Umfang und der Pracht der gro­ßen kulturellen Veranstaltungen bekommen, die während des Hochsommers mit Festspielen und Kunstausstellungen vor allem München, Wien und Salzburg, drei Städte, in denen Natur und Ge­schichte miteinander gewetteifert haben, sie zu idealen Stätten erhebender Feiern zu gestalten, in An­knüpfung an berühmte Traditionen und doch er­füllt vom neuen Impuls des sich seiner kulturellen Sendung bewußten nationalsozialistischen Reiches zum Mittelpunkt des Interesses der Schönheits­durstigen und Bildungshungrigen aus aller Herren Ländern machen werden. Und währenddessen schreiten die gewaltigen Werke des inneren Aufbaues sichtbar voran. Es wandelt sich das Antlitz unserer Groß­städte unter den Notwendigkeiten eines wachsenden Verkehrs und dem Einfluß einer neuen Baugesin­nung, für die neue Volkswagenfabrik in Fallers­leben ist der Grundstein gelegt, mächtige Industrie­anlagen und Kraftwerke werden in den Dienst un­serer Rohstoffversorgung gestellt, die zurückgewon­nene Ostmark des Reiches ist mit schwungvoller Initiative in den wirtschaftlichen Aufbau einbezogen, neue Verkehrswege, Kanäle und Autobahnen svan- nen sich über das ganze Land und suchen Anschluß von einem Ende Europas zum anderen.

Denn weit öffnet das Deutsche Reich seine Gren­zen im Vollgefühl seiner Kraft und seines guten Gewissens allen, die zu ihm kommen in dem Be­streben, aus eigener Anschauung zu erfahren, was denn Wahres ist an den dunklen Gerüchten, die in der Presse des Auslandes nicht aufhören wollen, von finsteren Kriegsplänen Deutschlands zu reden. Wir können uns nichts besseres wünschen, als durch unsere großartigen kulturellen Veranstaltungen einen unaufhaltsamen Strom ausländischer Gäste in unser Land zu ziehen. Wir haben nichts zu verheimlichen, ein jeder mag selber schauen und urteilen, ob so ein Land aussieht, das mitten in Kriegsvorbereitunqen steckt, ob so ein Volk arbeitet und feiert, das über dunklen Anschlägen gegen den Weltfrieden brütet. Nein, wer Augen hat, zu sehen, und sich die Frei­heit einer eigenen unbefangenen Meinungsbildung bewahrt hat, muß nach einem Besuch in Deutsch­land die von einer gewissen Auslandspresse geflis­sentlich ausgestreuten und von gewissen Politikern des Auslandes wider besseres Wissen begierig auf­gegriffenen und als Argumente gegen Deutschland immer wieder ins Feld geführten Gerüchte über einefaschistische Verschwörung gegen den Frieden" als das ansehen, was sie in der Tat sind, als elende, niederträchtige Verleumdungen einer Clique inter­nationaler Hetzer und Kriegstreiber, die aus ge­kränkter Eitelkeit, Neid und Bosheit oder aus bru­talem Machtkitzel und hemmungsloser Habgier der Welt den Frieden nicht gönnen und jene Atmo­sphäre wachsender Spannungen schaffen, die ihnen Gelegenheit gibt, an den praktischen Auswirkungen der zunehmenden Kriegspsychose ihre Taschen zu füllen.

Ein solches Bild nervöser Unrast bietet seit eini­ger Zeit E n g l a n d. Kein Tag vergeht, an dem die britischen Zeitungen nicht angefüllt sind mit Nach­richten über Krieqsvorbereitnnqen dey Britischen Reiches. Im Unterhaus wetteifern die Parteien vom radikalen Flügel der Konservativen bis zur Labour- party darin, der Regierung mangelnde Initiative und unzulängliche Maßnahmen bei der Aufrüstung der Nation vorzuhalten. Die letzte Umbildung des Kabinetts Chamberlain ist wesentlich auf diese Kri­tik zurückzuführen, der der Luftfahrtminister Vis­count Swinton geopfert wurde. Kaum ein Ressort, was von den mit Hast betriebenen Vorbereitungen für den Fall eines Krieges" unberührt bleibt. Das Jnnenministerum führt umfangreiche Luftschutz­maßnahmen durch aus der Erkenntnis heraus, daß Großbritannien in einem Zukunftskriea aus ferner Jnsellage nicht mehr den Nutzen zu ziehen vermag, wie-in früheren Zeiten. Der Schatzkanzler berichtet über gewaltige Ankäufe von gewissen Lebensmitteln und Rohstoffen zur Aufstapelung für den Kriegs­fall. Der Kriegsminister fiore B"ljsha betreibt mit Energie die Rekrutenwerbung für das Landheer und der König selbst wird eingespannt in den Werbefeldzug für die körperliche Ertüchtigung der Jugend, die in England weit mehr im argen'liegt, als man es in dem viel gerühmten Lande des Sports für möglich halten sollte. Flugzeug-Mo­toren- und Munitionsfabriken werden über die chon bestehende große Rüstungsindustrie hinaus errichtet, die früher es sei nur der Name Arm­strong-Vickers genannt einen großen Teil des Waffenbedarfs der ganzen Welt zu decken imstande war. Aber auch damit nicht genug.Schattenin­dustriewerke" werden gebaut, die erst im Kriege in Betrieb genommen werden. Dabei jagt trotz der gewaltig erhöhten Ansätze der Heeresetat'' im Staatshaushaltsvoranschlag eine Nachtragsforde­rung die andere, wobei die gewaltige Vermehrung und Modernisierung der Kriegsflotte zwar die Hauptausgaben verursacht, aber daneben auch auf

England baut zwei 40000 Tonnen-SchlachWffe.

London, 4. Juni. (Europapreß.) Der Bau

Verfügung stehen. Die Strecke zeichnet sich durch be­sondere landschaftliche Schönheit aus und enthält zwei schöne Talbrücken. Für den Reiseverkehr von besonderer Bedeutung ist weiterhin die Fertigstellung der Anschluß st utzen nach Travemünde und nach Eutin auf der Strecke Hamburg Lübeck. Durch sie wird der Verkehr von Hamburg zu den Ostseebädern der Lübecker Bucht wesentlich abgekürzt.

Günstige Entwicklung der Reichseinnahmen.

Berlin, 3. Juni. (DNB.) Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und anderen Ab­gaben betragen im Rechnungsjahr 19 3 7 insgesamt 13 964,3 Millionen Mark gegenüber 11492,4 Mill. Mk. im Rechnungsjahr 1936. Dabei kamen an Besitz- und Verkehrssteuern 7822,6 (im Vorjahr 7839,2) und an Zöllen und Verbrauchs­steuern 4141,7 (3653,2) Mill. Mk. auf. besonders gut entwickelt haben sich die Einkommensteuer, die Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Be- förderuugssteuer, das sind die für die Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung wichtigsten Steuern. Hierbei muß aber die Erhöhung der Körperschafts­steuer durch das Gesetz vom 27. August 1936 be­rücksichtigt werden, auf'die ein Teil des Mehrein­kommens entfällt. Das Aufkommen an Kraftfahr­zeugsteuer hat, obwohl tzie Zahl der alten Personen­kraftfahrzeuge immer kleiner wird und alle neuen Personenkraftfahrzeuge steuerfrei sind, infolge der Zunahme der Lastkraftwagen das Aufkommen 1936 noch überschritten.

Bei den Zöllen und Verbrauchssteuern haben die Einnahmen ein -Mehr von 488,5 Mill. Mk.' er­geben. Das Gesamtergebnis für 1937 ergibt ein Mehr von 2451,9 Mill. Mk. Die Ausschüttungen an die Länder betrug 2710,4 Mill. Mk., mithin 98,9 Mill. Mk. mehr. Dem Sondervermögen für Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen sind aus der Einkommensteuer 50 Mill. Mk. mehr zugeführt worden, als 1936. Zur Sicherstellung des Geld­bedarfes für die Reichsautobahnen sind aus den Zöllen, der Mineralölsteuer, der Beförderungssteuer und der Umsatzsteuer 124 Mill. Mk. mehr ausge- ondert worden als 1936. 1937 sind auf Steuer­zahlungen Steuergutscheine einschließlich Aufgeld im Betrag von 343,9 Mill. Mk. angerechnet worden.

Vereinigung. Man sprach zwei Sprachen. Wenn man dort vomchristlichen Ständestaat" sprach, so meinte man einen auf Zwang und Gewalt, auf internatio­nalen Bindungen beruhenden geradezu undeutschen Staat. Jetzt aber verstehen wir uns wieder. Jetzt sprechen wir wieder die gleiche Sprache, arbeiten am gleichen Werke.

Aber auch das andere große Ereignis der letzten Zeit, die Festigung der Freundschaft mit Italien, darf im Lichte des Pfingstwunders betrachtet werden. Alle guten Geister in beiden Ländern sind auf», gerufen, sich an dem großen Werk des Austausches und der immer tiefergehenden Freundschaft mit Jta- lien zu beteiligen. Bei dem Strom gemeinsamen Er­lebens in Kunst und Wissenschaft, in politischen und volksbildenden Jhealen ist das gar nicht schwer, und wir sehen mit größter Freude dieser Aufbauarbeit entgegen, die noch verlebendigt wird durch den per­sönlichen Austausch, die italienischen Landarbeiter, die Kraft-durch-Freude-Reisen nach diesem sonnigen Lande.

Goethe hat sich immer wieder von dem Ge­danken und der Wirklichkeit des Pfingstgeistes an- gezogen gefühlt. Ein besonders schönes Wort von ihm lesen wir in seinenSprüchen in Prosa". Es heißt:Der schöne Kirchengesang ,Veni creator Spi­ritus* (Komm, Schöpfer Geist) ist ganz eigentlich ein Appell ans Genie, deswegen er auch geist- und kraft- reiche Menschen gewaltig anspricht." Wir haben viel­leicht zunächst Bedenken gegen den AusdruckGenie". Wir stellen uns darunter nach unserem Sprach­gebrauch meist einen Menschen vor, der als Künstler oder Staatsmann, als Dichter ober Forscher über- .ragende Leistungen aufweist und alle anderen um eines Hauptes Länge überragt. Das meint Goethe aber an dieser Stelle nicht. Er versteht nämlich häufig unterGenie" den Menschen, der natürlich fühlt, denkt und lebt und alles Künstliche, Ueberfteiqerte ablehnt. Das sind die Menschen, die Geist und Kraft in dem beweisen und bewähren, was ihnen zu tun aufgetragen ist. Wir alle können etwas von diesem Genie" haben, nämlich dann, wenn wir (wie Goethe an anderer Stelle sagt) die Forderung des Tages erfüllen.

So wird uns, das mag die letzte Pfingstweisheit fein, der wir unser Herz öffnen, schließlich wieder das Leben ganz einfach. Wir wirken- für Einigkeit und Recht und Freiheit, wie es im Deutschlandliede heißt, wir wirken für Freude und Versöhnung unter den Menschen. Sehr schön hat der Dichter und Ge- neralsuperintendent Johann Gottfried H e r d e r, der Zeitgenosse und Mitbürger Goethes in Weimar, sich einmal über Pfingsten ausgesprochen, und wir wollen feine Worte zum Ausklang unserer Festbetrachtung wählen. Sie sind auch darum wertvoll, weil Herder der Entdecker der Volksidee in der Neuzeit ist:Mir soll also das Pfingstfest jederzeit ein froherTag fein; es erinnert mich an den letzten großen Zweck aller menschlichen Gesellschaft. Im Geist, das ist i n Liebe und Wahrheit, sollen wir alle Eins fein und Eins werden; denn es gibt keine besondere Parther- und Elamiter-, keine Kreter- und Araber- Wahrheit. Hierzu haben wir nur ein Mittel, Zunge und Sprache, sie vereinigt die Gemüter, da Waffen und Politik sie voneinander trennen und reißen. Nur Begeisterung tut dies allein nicht; sondern Aus­legung, brüderliche Anrede und Verstän- d i g u n g. Sie unterdrückt den Spott, belehrt die nutzlose Verwunderung und schasst Ueberzeugung, Teilnehmung, gemeinschaftliche Tätigkeit und Freude. Die Zunge verbindet olles; der Geist, der die Ge­müter durchdringt, der allvereinigende Geist ist allein der Gei st der Wahrheit."

Hans Hartmann.

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werden; und zwar würden sie auf den Werften von Clyde und Belfast auf Kiel gelegt. Die Kosten wür­den sich auf etwa je 11 Millionen Pfund (rund 135 Millionen Reichsmark) belaufen. e

Dieser Entschluß geht auf die Weigerung Japans zurück, nähere Einzelheiten zu seinem Flottenbau­programm bekanntzugeben. Die im Flottenabkom­men von 1936 angesetzte Höchstgrenze von 35 000 Tonnen wird somit um 5 0 0 0 Tonnen über­schritten, nachdem sich die Signatarmächte in den letzten Monaten auf die Höchstgrenze von 45 000 Tonnen geeinigt haben. Während die Vereinig­ten Staaten schon in Kürze mit der Aufkiel-

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legung von 45 000-Tonnen-Schlachtschiffen beginnen sollen, hat man in Paris vorläufig keine Pläne, die im Londoner Flottenoertrag festgesetzte Höchst­grenze von 35 000 Tonnen zu überschreiten. Deutschland und die Sowjetunion, die durch Parallelverträge an das Londoner Abkom­men gebunden sind, sind von den Unterzeichner­mächten über ihre Absicht, die Höchstgrenze zu über­schreiten, unterrichtet worden.

Untersuchungsausschuß für die Organisation der englischen Militärlustfahrt.

London, 4. Juni. (Europapreß.) Die Bildung eines Ausschusses zur Untersuchung des Organi­sationsapparates des englischen Luft- f a h r t m i n i st e r i u m s wird von derDaily Mail" gemeldet. Luftfahrtminister Sir Kingsley Wood soll sich entschlossen haben, Lord C ad- rn a n, der die Untersuchungen des Ausschusses für die Überprüfung der zivilen Luftfahrt leitete, auch mit dieser Aufgabe zu betrauen. Die Meldung erregt insofern Erstaunen, als noch bis vor kurzem ein solcher Untersuchungsausschuß von der Regierung a b g e l e h n t wurde, da er angeb» lich die Arbeiten des Luftfahrtministeriums nur er­schweren könne. Es bleibt daher die Bestätigung dieser Meldung abzuwarten.

Frankreich baut 2600 Flugzeuge.

Paris, 3. Juni. (DNB.) Der Luftfahrtausschuß des Senats hörte den Luftfahrtminister an. Es verlautet, daß sich der Minister insbesondere über die Modernisierung und über den Aus­bau der Luftflotte verbreitet habe. Sein Plan sehe die Herstellung von weiteren 2600 modernen Flugzeuaen innerhalb der näch­sten zwei Jahre vor. Die für dieses Programm not­wendigen Kredite sollen rund neun Milliarden Franken betragen. Hinzu kämen noch die Kredite für die Rekrutierung und die Ausbildung des Per­sonals. Bei den in Amerika bestellten 100 Jagdflugzeugen handle es sich keineswegs um über­holte Typen. Auch die amerikanische Armee be­stelle diese Maschinen für ihren Gebrauch. Sie würden völlig ausgerüstet geliefert und könnten sofort in Benutzung genommen werden.

UGA. bestellen Wasserflugzeuge für die Kriegsflotte.

Washington, 4. Juni. (Europapreß.) Das Kriegsministerium hat einen neuen Auftrag auf Bau von 26 Wasserflugzeugen für die Kriegsflotte der Vereinigten Staaten vergeben. Die Flugzeuge müssen spätestens in einem Jahr ge­liefert werden; ihre Baukosten werden auf 1413 000 Dollar (rund 3,5 Millionen RM.) veranschlagt.

Das ganze Deutschland soll es sein."

Das Richtfest der Reichsakademie für deutsche Jugendführung.

Braunschweig, 3. Juni. (DNB.) In Braun­schweig sand das Richtfest für die Reichsakademie für deutsche Jugendführung statt. Dabei erklärte Baldur von Schirach: Im Angesicht des heute zur Vollendung hier gerichteten Bauwerks spüren wir, daß der Wille der Jugend des Führers, sich eine neue erzieherische Stätte und ein erzieherisches Symbol zu schaffen, in dieser Akademie seine Ver­körperung erhält. Wir nennen uns heute mit Stolz die Nation der Dichter und Soldaten. Dieses Wort verpflichtet uns, den erzieherischen Nachwuchs auf die Aufgabe vorzubereiten, die ganze Jugend der deutschen Nation zu dem weiten geistigen Raum Großdeutschland zu führen. In diefer Stunde, da wir einen großen architektonischen Raum bewun­dern, möchte ich ein Bekenntnis ablegen zu diesem riesigen Raum des deutschen Geistes.

Ich möchte als einer, der für die geistige Erziehung der ihm anvertrauten Jugend eine große Verantwortung trägt, hier an dieser Stätte, wo die kommenden Jugendführer Deutschlands ausgebildet werden, alle meine Mitarbeiter ermahnen, nicht nur im geogra­phischen Raum des Volkes, sondern a u ch i m geisiigenRaum dieserRation immer eingedenk zu sein, daß es das ganze Deutschland sein soll, dem wir dienen müssen, und daß wir nicht selbst dieses Deutschland verkleinern dürfen, indem wir aus seinem geistigen Besitz den einen oder anderen ausschliehen, in der Annahme, wir bedürften seiner nicht."

Der Reichsjugenüführer sprach dann den Arbei­tern, die an dem Bau der Akademie mit geschaffen haben, seinen Dank und seine Anerkennung aus. Weiterhin dankte Baldur von Schirach dem Archi­tekten zu P u t l i tz. Anschließend besichtigte er den Bau. Der Richtfeier voraus ging eine öffentliche Sitzung der Ratsherren der Stadt Braunschweig, in der der Reichsjugendführer zum Ehrenbürger der Stadt Braunschweig ernannt wurde.

Zwei 40 000-Tonnen-Schlachtschiffen mit einer stückuna von hochkalibrigen Geschützen soll nach einer Information desDaily Expreß" nun end­gültig von der englischen Regierung beschlossen worden sein. Mit dem Bau der beiden Schlachtschiffe werde schon in diesem Jahre begonnen

London, 4. Juni. (Europapreß.) Die Lieferung von 300 amerikanischen Kampfmaschinen zur Aus­füllung der Lücken im englischen Luftaufrüstungs­programm soll nach einer Information desDaily Telegraph" schon für die nächsten Monate vorgesehen sein. Ein dementsprechender Auftrag soll schon in kürzester Zeit vom Luftfahrtministerium vergeben werden, nachdem die näheren Einzelheiten über die Flugzeugtypen festgelegt worden seien. Dieser Auftrag sei der erste Erfolg der Verhand­lungen, die die Abordnung des englischen Luft­fahrtministeriums in den Vereinigten Staaten ge­führt hatte und die jetzt in London fortgesetzt wer­den. Nach Rückkehr der en^lifdjen Abordnung Ende Mai hatte es den Anschein, als ob die englische Abordnung mit leeren Händen zurückgekehrt sei, da sie keine Unterstützung bei den zuständigen Stellen in den Vereinigten Staaten gefunden hatte. Die Verhandlungen in London werden von Luft­fahrtminister Sir Kingsley Wood geführt, wäh­rend die amerikanischen Interessen von zwei Flug­zeugfabrik-Direktoren der Nordamerikan'ischen Flug­zeugbau-Gesellschaft und der Lockheedwerke ver­treten werden. Beide Werke sollen je 15 0 M a- s ch i n e n für England Herstellen, die innerhalb von drei Monaten geliefert werden sollen.

Das Blatt beschäftigt sich auch mit den Aussichten für eine Flugzeugproduktion in Kanada, wobei es zu gibt, daß die Hoffnungen, die man sich anfangs über die Errichtung von Flugzeuafabriken in Kanada gemacht habe, nach Rückkehr der eng­lischen Abordnung aus Amerika getrübt seien; wenn man überhaupt an diesem Plan weiter sest- halte, so könne an eine Lieferung kanadischer Flug­zeuge vor 19 4 0 nicht gedacht werden.

Frohe Pfingsten!

Immer geschieht, wo feindliche und entfremdete Menschen einander wiederfinden, das Pfingstwunder. In überströmender Freude teilt sich die Natur mit ihrer Sonne, ihrer Wärme,.ihrem Rausch des Wachs­tums den Menschen mit und erzeugt in ihnen Freude, Herzenswärme, Bereitschaft zur Liebe und zur Ueber- winbung der Fremdheit.

Es handAt sich aber nicht darum, daß sich die einzelnen Menschen, die sich gegenseitig fremd ge­worden waren, wieder verstehen, nicht nur darum, daß zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Arbeitskameraden, die sich nicht mehr verstanden, eine neue Harmonie entstehen soll durch die allgewaltige Freude, die sich von der Natur auf uns Menschen überträgt. Immer Haden die Aus­leger des Pfingstwunders auch davon gesprochen, daß sich Merfichengruppen durch das Pfingstwunder wieder versöhnt haben. Und haben wir nicht alle das schönste Beispiel, das sich nur denken läßt, in den letzten Monaten erlebt? So wie es im Pfingstbericht heißt, daß sich Parther, Meder und Elamiter und andere Völker, die zum Teil unter sich verwandt waren, wieder verstanden, so haben wir es heute erlebt.

Denken wir zurück an die Läge in Oesterreich am letzten Pfingsten Gedrückte Stimmung, Verzweiflung darüber, daß die Aussöhnung mit Deutschland nur auf dem Papier stand, aber praktisch keine Früchte trug. Man verstand sich nicht mehr vor der Wieder-

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrn» nitö Verlag: vrühlsche Unioersttätrdruckerei «.Lange in Siehen. Schriftleitvng und Seschäftsftelle: Schulstratze 7