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Antrittsrede des neuen Rektors Pros. Dr. Leiser

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Gesamtbetrieb und die Druckerei schildern oder die

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der Kuppel und die Weile der Campagna haben diesen Platz geschaffen. Die elliptischen Kolonnaden mit ihren 162 Heiligenstatuen nach den Plänen Berninis (1662) sind für den werten Platz wohl berechnet und von einzigartiger Wirkung-, sie um- grenzen chn. ohne ihn zu begrenzen. Die Abmessun- gen des Innern werden einem erst au Hand beson-

denn es ist beerb] zu veranstalten. Gange.

Raumerlebnis im Süden

Zur Jtalienreise des Führers.

Auch in Gießen befinden wir uns auf historischem Boden. Die Gießener Studentenschaft verfügte zu- nächst nur über fast rein hessische Werbebezirke. ~ - * --------eines Teils des

bestimmend auf das Raumgefühl.

Das Herz des alten Florenz war früher nicht der Domplatz, sondern der Platz der Signoria, wo die römischen Volkstribunen redeten und im Mittel- "" " " r Der mächtige

Würfel des um 1300 erbauten Palazzo Dec» d)i o beherrscht den Raum, der wuchtige Eindruck wird gemildert durch den 94 Meter hohen Turm, der mit Condottierenkühnhett so weit in den Sor­

gen des Innern werden einem erst an Hand beson­derer Maßstäbe deutlich: je länger man schreitet, je mehr dehnt sich der Raum, und es dauert ge­raume Weile, bis man unter ber Kuppel sicht. Man

literarischen zum politischen Denken führte und die Begeisterungsfähigen für den Anschluß gewann.

Neapel.

Am unteren Ende der Hauptstraße Neapels soll die Piazza del Plebiscito mit der Kirche San Fran-

Florenz.

Hier, wo sich auf den Ruinen eines römischen Göttertempels ein mittelalterlicher Trutzbau erhob und nun sich über ihm eine Kirche erhebt, wird

des deutschen Ausstieges an den Forschungsstätten der deutschen Wissenschaft erleben dürfen. Wir wissen, daß wir damit auch die höchste Verpslichttmg, die immer die deutschen Studenten hatten, über­nehmen, nämlich Vorkämpfer des Geistes zu sein und, wenn es sein muß, Vorkämpfer mit der Waffe. Denn in uns lebendig wird immer der Geist der Kämpfer von Langemarck bleiben, deren Körper in fremder Erde untergegan­gen sind, deren Geist aber in uns lebt und uns auffordert, uns ihnen würdig zu erweisen!

Das Gießener HI.-Heim - wie es werden soll.

420 Entwürfe vor dem Preisgericht. Gauleiter Sprenger fordert die Generallösung. Llm den Ldealtyp des Hitler-Iugend-Heimes.

Bürger vor den durchziehenden Söldnerhorden: die Feste wurde zerstört, und auf ihren Resten errich­teten die Gläubigen San Giovanni Sat­ti ft a, die bis ins 12. Jahrhundert als Taufkirche diente und noch und nach zum Dom von Floren; ausgebaut wurde. Die Grundform ist ein Achteck, das selbst in der großen Kuppel des Brunelle- schi beibehalten ist. Die acht kleinen runden Fenster lassen die Fresken der Kuppelstächen nur ahnen, dafür wird aber in' dem spärlichen Licht die Kühn- hett der Konstruktton besonders sichbar. Griechisch- römischer Rundbau ist hier mit byzantinischen und gotischen Bauformen durchsetzt. Schauerlich hallen die Schritte und tönen an den Wänden und hinter den Pfeilern wieder, hier fielen Savonarolas Anklagen wie Geißelhiebe in den Florentiner Kar­neval: Kasteiung des Mittelatters. Unter der düste­ren Kuppel aber bannt der Hochaltar in feinem reichen Kerzengefunkel den Blick und läßt ihn nicht mehr los; dunkel branden die Gebete unter den Gewölben, das Singen der Priester verliert sich

d e m 11 e r hin, wobei er die befriedigende Lösung dieser Fragen als eine wichtige Voraussetzung für fruchtbare wissenschaftliche Arbeit bezeichnete, zu­gleich auch der Ueberzeugung Ausdruck gab, daß die Studentenschaft und die Jung-Akademiker bei der Verwirklichung der notwendigen Reformen die Unterstützung des Gauletters haben werden.

Am Schlüsse seiner Rede sagte der otubenten- sichrer: Wir deutschen Studenten sind stolz darauf, die heutige Zeit mit wachen Augen erleben zu können. Wir find stolz darauf, daß wir die Jahre

Gauletter Reichsstatthalter Sprenger, der gestern in unserer Stadt wellte, verband mit seiner Anwesenheit in Gießen zwei besondere Aufgaben. Er übergab das Rektorat unserer Universttät an den neuen Rektor Prof. Dr. Seifer (wir berich­ten an anderer Stelle ausführlich darüber) und be­suchte außerdem eine Ausstellung in der Volkshalle, in der die Entwürfe für die Gestaltung des z u - künftigen HI.-Heimes in Gießen zur Schau gestellt waren.

Wie wir schon zu früherer Zett berichteten, war für das Heim der Gießener Hiller-Jugend ein Preisausschreiben ergangen, das ein erfreulich star­kes Echo auslöste und nicht nur die Architekten unserer engeren Heimat lebhaft beschäftigte. Das Ergebnis von 120 Entwürfen läßt erkennen, daß die Aufgabe eine fast unerwartet stattliche Zcchl von Archttekten auf den Plan rief. So gestaltete sich denn gestern die Schau, die dem Gauletter und sei­ner Begleitung gezeigt werden konnte, recht ein­drucksvoll.

Gauleiter Sprenger nahm in den Nachmtt- tagsstunden des gestrigen Tages die Befichttgung der interessanten Ausstellung vor. In seiner Be­gleitung befanden sich der stellvertretende Gauleiter Linder, der Adjutant des Gauleiters, Dr. Hildebrandt (früherer Kreisletter in Gießen) und Staatssekretär Reiner (Darmstadt). Für den Bann 116 der Hiller-Jugend war der Bann- beauftragte, Oberscharführer Müller anwesend.

Gauletter S p r e n g er ließ im Verlaufe der Be­sichtigung der Modelle und Entwürfe wisien, chm sei daran gelegen,

daß derjenige Architekt den ersten Preis be-

cesco di Paola und ihren Kolonnaden den Peters- platz in Rom nachähmen, was natürlich unmöglich bleibt Spuren aus der griechischen und römischen Zett hat Neapel nicht mehr aufzuweisen. In " stillen Stadtteil steht das von Karl von Anjou 1283 erb aide Castello Nuovo, das in seiner seltsamen

Die Preisträger.

1 .Preis (1500 Mark) Architekt Karl Müller (Oftenbach a.M.);

2 . Preis (800 Mark) Regierungsbaumeister Hein­rich Ebert (Berlin-Charlottenburg);

3 .Preis (500 Mark) Architekt Georg Well- hausen (Altona).

Ferner wurden 10 Ankäufe mit je 150 Mark bewertet und ausgezeichnet. Angekauft wurden die Entwürfe folgender Architekten:

1. Baurat Schwarz (Friedberg); 2. Diplom- Ingenieur Daut ermann (Darmstadt); 3. Archi­tekt A. Weiß (Hildburghausen); 4. Prof. Grund (Düsseldorf); 5. Diplom-Ingenieur Hans B u s ch (Stuttgart); 6. Archttekt Johannes Schmidt (Frankfurt a. M.); 7. Diplom-Ingenieur Ernst Wagner (Bad-Nauheim)' 8. Archttekten Kamps und Koch (Hamburg); 9. Architekt D. Jourdan (Gießen); 10. Architekt E. P. Wundenberg (Königsberg i. £).).

Die Entwürfe lagen durchweg, der Vorschrift des Ausschreibens entsprechend, in Planen und kleinen Modellen vor. Schaubilder wurden nicht verlangt, um jegliche Beeinflussung über Wirkungen zu ver­meiden.

Die Entwürfe und Modelle waren auf der Ga­lerie der Volkshalle ausgestellt. Die Bevölkerung unserer Stadt wird in den nächsten Tagen Gele-

Hochschulnachrichten.

Der Dozent Dr. Hans Gremels in Marburg ist vom Führer und Reichskanzler zum ordenllichen Professor ernannt worden. Der Reichs- und Preu­ßische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat Professor Dr. Gremels mit Wir- hmg vom 1. Februar ab an der Universität Mar­burg eine freie Planstelle verliehen mit der Ver­pflichtung, die Pharmakologie in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten. Gleichzeitig wurde er zum Direktor des Pharmakologischen Instituts der Uni­versität Marburg ernannt.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung falben Dr.habil. Gerhard Hesse von der Universität Marburg die Dozentur für das Fach der organischen Chemie verliehen und ihn der Philosophischen Fakultät (Ma­thematisch-Naturwissenschaftliche Abteilung) der Uni­versttät Marburg zugewiesen.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Dozenten Dr. Rudolf Till an der Universität Berlin unter Berufung in das Betintenverhältnis auf Lebenszett zum außerordentlichen Professor ernannt. Professor Dr. Till wurde die Professur für klassische Philologie mit Wirkung vom 1. Mai 1938 an übertragen. Gleichzeitig wurde er zum Mitvorstand des Semi« dars für klassische Philologie an der Universität München ernannt.

Zeitschriften.

Weftermanns Monatshefte widmen ihr Machest dem Jubiläum des Verlages Georg Westermann, der vor hundert Jahren gegründet wurde. Sämtliche Beiträge dieses besonders reich ausgestatteten Heftes sind von Buchautoren und Angehörigen des Verlages verfaßt oder auf Sach­gebiete, Ereignisse und Erscheinungen bezogen, Cie zu dem festlichen Anlaß in Beziehung stehen. Den Beginn macht eine ,.Feier der Arbeit", die Her­mann Schrader unter Verwendung von Dichter- Worten aus Büchern des Westermann-Derlages ver­faßt hat und mit der SJhiftf Walter Schindlers im Branschweigischen Landestheaters zur Urauffüh­rung kommen wird, lieber Leistung und Bedeutung des Hauses Westermann unterrichten Beiträge, die das kartographische Arbeitsgebiet, vor allem Allan- sten- und Wandkarten-Herftellung, behandeln, den

Gefühl der wechselnden Zetten besonders erkennbar. Aus den Fundamenten eines altrömischen, dem Mars gewechten Heiligtums stehen die Quadern einer frühmittelalterlichen Feste, eine Zuflucht der

erschrickt beinahe, wenn man hort, daß Berninis Hochaltar die-Höhe des Berliner Schlosses erreicht, oder wenn man von dem Bunbgang unter der Kuppel auf den wimmelnden Ameisenhaufen in der Tiefe blickt. Sowohl der Petersplatz als auch das Innere der Peterskirche können erst durch unabseh­bare Scharen von Pilgerzügen ihre eigentliche Größe ganz entfalten,

von hell und dunkel, von Tag und Nacht staunend gegenüber; dieses Staunen wurde in der Ebene jur Ehrfurcht, in den Wäldern zur Angst und- am Meere oder in den Bergen zur Bewunderung. Doch was die Menschen damals noch stärker ergriffen haben mag als Slngft und Ehrfurcht, dürste das Raumerlebnis gewesest fein, das sie später \ veranlaßte, Blöcke Mauerwerk, geglättete Steine zu Pfeilern zu schichten, aus denen bann weit­räumige Hallen und hohe Türme wuchsen. Jetzt konnte der Mensch dem Raum Grenzen und den errichteten Grenzen sein Gepräge g^ben in der Bau- kunst. Und diese Grenzen, seien es nun Türme, Mauern, Säulenreihen oder ein geschlossener Raum, erneuern in dem aufmerksamen Betrachter bas Raumgefühl immer wieder, zumal in den südlichen Ländern, wo eine heißere Sonne hellere Farben unb schärfere Lichter und Schatten über die Zeugen alter und neuerer Zetten wirft.

Düsternis dem finsteren Sinne seines Erbauers entspricht. Auch an Adelspaläste ^besitzt Neapel keine hervorragenden Bauten; die Stadt wirkt nur als Ganzes, als buntes Häusergewirr in der Land­schaft am Golf. Dieser und der Vesuv geben der Stadt ihr Gesicht. Der Berg schließt im Süden den Horizont ab mit seinem hohen Kegel, über dem immer ein feines Wölklein weißen Dampfes steht; im Norden wird die wette, häuserbesäte Bucht begrenzt durch das Borgebirge des Posllipp mit seinem Bülenufer. Unten träumt bas fülle Meer unter einem Farbenhimmel, den selbst die anderen ttalienischen Landstriche kaum aufzuweisen haben. Bis nach Sorrent hin kann man die Ortschaften mit ihren weißen Häusern zählen, und über das beim Pizzifalcone vorspringende Staufer Castel dellOvo treibt Capris Fels tm Meer. Am Posilipp hat B i r g i I, ber alte römische Dichter, gelebt und das Baumerlebnis des Südens oft mtt herrlichen Versen geschildert in seinerSleneis" und in seiner Georgien"; wenn er von Griechenland heimkam, pries er immer wieder seine süd italische Heimat als denberauschenden Garten ber Erde unter Jovis blauem Gewölb". Hans Sturm.

Ein fruchtbares Semester in Jena folgte dem BurscheMag. Die bedeutenden Vertreter der Bewe­gung hatten sich hier zusammengefunden, um die Einigung endgültig vorzubereiten, darunter Hein­rich von Gagern, der auch dem führenden Dreier- ausschuß im Oktober angehörte. An alle deutschen Universitäten, mtt Ausnahme der österreichischen, erging die Einladung zum Burschentag des 10. Ok­tober. Dem Rufe zur Einigung folgten fast alle protestanttschen Universitäten und Würzburg. Lands- Hut hatte mit ber Begründung ab gelehnt, daß dort vom Geiste der Burschenschaft nichts zu spüren fei. Die Führer der Urburschenschaft kannten zwar keine konfessionellen Schranken, aber das Ideengut des Wartburgfestes stand dem kacholifchen Denken doch so fremb gegenüber, daß es nur langsam in solchen Kreisen Eingang zu finden vermochte.

Mtt der Gründung der Allgemeinen Burschen- schäft fand eine tiefgreifende revolutionäre Um­wälzung im Gemeinschaftsleben ihren vorläufigen Abschluß. Die Künder der Aufklärung und weltbür- gerlichen Philosophie, der nationalen Romanttkund schwärmender Religiösttät hatten den Boden be- rettet, die zeitgeschichtlichen Ereignisse fett 1789 ihre Schatten geworfen. Die engen Grenzen der lands­mannschaftlichen Rekrutterungsbezirke waren ge­sprengt. Der Jahnsche Entwurs einer Ordnung und Einrichtung der Burschenschaften von 1812 erachtete die Ausrottung der Landsmannschaften als jeden Burschen Pflicht, dasie das Vaterland gefährden und das Volk nach Erdschollen zersplittern." Aber auch im Innern der Landsmannschaften war der Geist der Erneuerung nicht ohne Widerhall geblie­ben. Theodor Körner, der ehemalige Chargierte der Berliner Guestsalen, berichtet in Erinnerung an seine Burschenzeit-.Wien deutschen Sinn und un- ferer Väter Kraft wollten wir in uns aufziehen und treu bewahren und wie die alten Germanen nichts für höher erkennen, als das Vaterland und unsere Ehre und die Freiheit." Diese Haltung wurde jedoch nicht zum Allgemeinprinzip der Senioren- konoente erhoben. Eine neue revolutionäre Bewe­gung mußte erst jenen Sturm entfachen, ber vom

die Verhandlungsgrundlage ber Dftertagung. Das Schreiben des Burschentags vom 19. April 1818 ist ein Dokument von erstaunlicher Klarheit unb poli­tischem Weitblick der jungen Führer. Die Idee der Volkstümlichkeit und der Einhett des Vaterlandes erschien ihnen so selbstverständlich, daß sie sich wun­derten, wie jemals das Bolksaefühl habe verschwin­den können. Als Hindernisse der volkstümlichen Bildung wurden der Provinzialismus und der Kos­mopolitismus beschuldigt.Für unser Vaterland , so heißt es,sollen wir leben, alle äußeren unb inneren Feinde desselben sollen wir bekämpfen und seine Ehre soll unsere Ehre, seine Schande unsere Schande jein." Die Stellung zur Hochschulfrage wurde eindeutig Umrissen.... Was sind die Hoch­schulen anderes als die volkstümlichen Bildungs­stätten, worin der Geist des Volkes sich klar und ungetrübt abspiegelt. Die Hochschulen sind ja her- vorgegangen aus dem Bedürfnis des Volkes und im Geiste desselben eingerichtet, ihnen bars daher nichts fremd bleiben, was zum Gedeihen des allge­meinen Wohles bient Daher sind wir es auch, die non Kanzeln und Kathedern, im staatlichen und geselligen Leben, bei Hohen unb Niedern die Be- geifterung für Vaterland, Freiheit und Volkstum lebendig erhalten müssen, damit äußere Gewalt und List nicht wieder so leicht das Spiel mit uns gewinne."

Erst 1809, nach Einverleibung eine Kur-Kölnischen Herzogtums Weftfalen Herzogtum, erftanb auch eine westfälische Lands­mannschaft. Die strenge Durchführung der Rhein­bundbestimmungen hielt die Neugestattung Les Ber- bindungswesens durch Weidig und Welcker zunächst in engen Grenzen. Der geistige Führer der Reform- beftrebungen wurde Wilhelm Snell, dör ursprüng­lich einen politischen Studentenorden als Jnstru- ment des Deutschen Bundes ins Leben rufen wollte unb die Studenten für den deutschen Einhettsge- danken unter preußischer Hegemonie gewann. Die Teilnahme an den Freiheitskriegen ward für bie Gießener Studenten zu einer Enttäuschung. Die Regierung hatte die Erlaubnis zur Aufstellung eines freiwilligen Jägerkorps nur widerwillig und erst fo spät erteilt, daß bei ihrem Einmarsch in Frank­reich bereits der Friede geschlossen war. Noch der Rückkehr gründeten sie die deutsche Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke und trugen die altdeutsche Tracht. Die Spaltung im Jahre 1815 führte zwar zum Wiedererstarken der Landsmannschaft, aber auch zur Gründung des Germanenbundes, dessen Berfaffung unter dem Einfluß der Polittker Weidig unb Schulz zustande kam. Der ehemalige freiwillige Jäger Karl Fallen von Snell dem Bunde zugeführt trat nun­mehr in den Mittelpunkt dieses Kreises. Als hin­reißender Redner und Dichter, als gewandter Turner, Schwimmer und Fechter zog er die revolu­tionäre Jugend unwiderstehlich in seinen Bann. Bald waren die Germanen, allgemein als die Gießener Schwarzen bezeichnet, als politische Ver­schwörer denunziert. Sie wichen dem Urteilsspruch des Universitätsgerichtes aus durch Umwandlung ihres Bundes in einen Bildungs- und Leseverein. Nach dessen Wiederauflösung schlossen sie sich als christlich-deutsche Burschenschaft mtt dem Gießener

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komme, dec eine (5 e n e r a l f u.n g für das Hikler-Jugend - Heim gefunden habe.

Der Preis solle diesem Architekten auch dann zu- erfannt werden, wenn selbst einige kleine architek­tonische Mängel das Gesamtbild vielleicht beein­flußten. Es.gehe also darum, den Jbealtyp des H I. - H e i m e s herauszustellen.

Im Anschluß an die Besichtigung trat der Berner» tungsausjchuß zusammen. Dem Preisrichter­kollegium gehören der Gauleiter Sprenger selbst, ferner Oberbürgermeister Ritter, Büraer» meister Prof. Dr. Hamm, Gebietsführer Brandt, HJ.-Gebietsarchitekt Hans P e t e r, ber Beauftragte für HJ.-Heim-Beschaffung Unterbannführer- nenschloß unb Stadtbaurat ©rauer! (Gießen) an. Als Fach-Preisrichter wirkten Stadtbaurat Gravert, Archttekt unb Dipl.-Ingenieur Dust- mann, Landeskulturverwalter Prof. Dr. Lieser (Frankfurt a. M.), Bürgermeister Pros. Dr. H a m m und Architekt Hans Peter (Offenbach).

Im Anschluß an die Besichtigung beschäftigte sich ber Bewertungsausschuß mit ber endgültigen Be­stimmung der Entwürfe, nachdem eine engere Aus­wahl bereits ftatigefunben hatte.

19 Entwürfe waren in den engeren Wett­bewerb einbezogen worden. t

Entsprechend der Ausschreibung war die Ver­gebung von drei Preisen vorgesehen. Der erste Preisträger wird mit 1500, ber zweite mit 800 unb Der dritte Preisträger mit 500 RM. bedacht. Außer­dem wurden 10 Ankäufe mit je 150 RM. vor­gesehen.

bergrunb des Baues gerückt ist, daß ein Teil nur auf wenigen Kragsteinen (Konsolen) ruht; sein Schatten fällt gegen Abend über den Neptuns- brunnen und die Loggia dei Lanzi, deren wett- geöffneie Säulenhallen den Platz gewissermaßen einfangen. Bauwerk, Statue, Bild, Platz und Straße alles wirkt zusammen in ber lebendigen Bewegung florenttnischer Art.

Rom.

Bielfättig ist bas Erlebnis des Raumes in ber ewigen Stadt; die Anttke formte es hn Colos­seum ober in ber Konstantinsbafilika; in Santa Maria degli Angeli zwang Michelangelo ur­alte Thermen in den Dienst der Kirche. Humanistischer Geist, ber in Italien durch Petrarca herauf» beschworen wurde, weht durch die wetten Gewölbe der Vatikanischen Bibliothek. Ein Wunder der Raumkunst schuf Michelangelo in ber Six­tinischen Kapelle; dem in den Abmessungen unglücklichen, in ber Belichtung mangelhaften, im architektonischen Sinne sehr burftiaen Raum gab er durch gemalte Curtbögen mtt ourch Gestalten betonten Gelenken eine fast unbegreifliche Einhett her Wände und Decke.

Bor ber Peterskirche denkt man, die Höhe

werdenden Bücher in Selbstzeugnissen ihrer Ber« asser i ich ältlich umreifjen. Ein Aufsatz über Dichter» landschriften gibt Briefe und Manuskrivtsetten frü­herer und jetziger Berlagsauiofen wieder, so von Klaus Groth, Theodor Storm, Wichelm Raabe, Peter Rosegger, Timm Kröger, Adolf Bartels. Das Hundertjahrfest ist ferner zum Anlaß genommen worden, den Deutschen Uebersee-Preis in Höhe von 3000 RM. für einen Roman, eine Erzählung ober einen Tatsachenbericht aus Heber- see neu auszuschreiben unb drei junge Komponisten preiszukrönen, die Texte Georg Stammlers vertont haben. In einer AbhandlungGoethefeinbsibast" setzt sich Adolf Bartels mtt zeitgenössischen stellem auseinander, Oberst a. D. Friedrich _ Herr von ber Goltz behandelt denSchlieffenplan und die polttische Lage im August 1914". Von Edz. Schumann stammt ein Aufsatz über Caspar David Friedrich mit farbigen Wiedergaben. Der neue Ro­man ,Lamps um Münsterland", ber in Argen­tinien spiett, macht mtt dem jungen Fritz Krame

Herr Reichsstatchalttr, deutsche Männer unb Frauen! (

Sie haben, Herr Re i ch s st a t th al t e r , mir 1 unb damit ber Universität bie hohe Ehre erwiesen, > die Rektoratsübergabe persönlich zu vollziehen. Die gesamte Universttät würdiat diese Handlung als \ den Ausdruck Jhre^ besonderen Bertrauens. Mtt \ der Versicherung des aufrichttgen Dankes verbinde : ich zugleich den heißen Wunsch, es möge meiner Amtsführung beschieden fein, ber Ludoviciana Ihr Wohlwollen auch wetterhin zu erhalten, der Wissen­schaft zum Nutzen, unserer Universität zum Segen und der Stadt Gießen zuliebe, deren Bürger wir find.

Die feierliche Rektoratsübergabe bietet mir ferner Gelegenheit, meinem Vorgänger im Amte, Herrn Professor Baader, öffenllich den Dank ber Uni- versttÄ zu übermitteln. Als Sie, verehrter Herr Baader, sich entschließen konnten, die Bürde des Rektorats auf die Dauer eines Jahres zu tragen, trat die Gefolgschaft der Ludoviciana geschlossen an Ihre Seite. Sie hatte die Beruhigung, das Steuer bei Wellengang in sicherer, fester Hand zu wissen. Die Sorgen ber Universttät waren Ihre Sorgen. Mtt dem Gefühl höchster Verantworttichkeit haben Sie Ihre Entscheidungen getroffen. Sie waren Führer der Universität, well Sie die Lebens­interessen Ihrer Hochschule mannhaft vertraten und zugleich Kamerad unter Kameraden waren. Mtt dem Bewußtsein tiefer Dankesschuld reicht heute die Urtinerftät dem scheidenden Rektor die Hand.

Nun wende ich mich zu Ihnen, meine jungen Kameraden. Am 10. Oktober d.J. feiern wir zum 120. Male die Wiederkehr jenes denkwürdigen Tages, an dem die durch die Freiheitskriege geläuterte Jugend die Einigung ber studentischen Reform­bewegung mit ber Gründung ber allgemeinen deut­schen Burschenschaft vollzog. Die Verfassung von 1818 unb 22 bezeichnete bie Burschenschaft als die freie und natürliche Verbindung der gesamten auf den Hochschulen sich bilbenben Jugend, gegründet auf das Verhältnis dieser Jugend zur werdenden Einheit des deutschen Volkes. Das Ziel war die Einheit, Freihett unb Gleichheit aller Burschen, volkstümliches Leben und die Ausbildung des Lei­des und der Seele für den Dienst am Vaterland.

Bereits 1815 war die erste örlliche Burschenschaft erstanden, als die Vandalen, die 1813 als Frei­willige ausgezogen waren, zu Jena auf der Tanne die landsmannMaftliche Fahne senkten. Der Zeit­geist der nationalen Erhebung hatte den glimmen­den Funken im Herzen ber Jugend bald zu lodern­der Flamme geschürt. Auf dem Wartburgfest 1817 trat sie mit den GeleitwortenBlücher unb Wei­mar" zum ersten Male geschlossen vor die Seffent- üchkett. In den Grundsätzen und Beschlüssen des 18. Oktober wurden unter Ludens Mitwirkung bie tonstututionelle Erbmonarchie, einheitliches Recht, Ministeroerantworllichkeit, die allgemeine Wehr­pflicht und eine zielbewußte, machtvolle Außen­politik gefordert. Die Wissenschaften der Moral, Polttik unb Geschichte sollten vornehmlich die Er­ziehungsgrundlage des Studenten bleiben.

Trotz ber verschiedenen. Strömungen behielt der Einhettsgedanke, die bewußte Pflege ber sittlichen unb nationalen Werte, bei den Kämpfern des heili­gen Krieges die Oberhand. Jena gab den Anstoß zum Zusammenschluß. Am 29. März 1918 ver­sammelten sich hier die Vertreter von neun Hoch­schulen. Gießen mußte absagen, da der Senat die Studierenden im Falle der Teilnahme mit ber Strafe ber Relegation bebrohie. Jena war als Füh­rerin der Bewegung anerkannt, 19 Punkte bildeten

genhett bekommen, diese Entwürfe kennenzulernen, 'stchtigt, eine öffentliche Ausstellung Die Vorarbeiten dafür sind im